Du kleine Schlampe!

act-704087_640Ich war damals 21 Jahre alt, sie war 28. Sie hat meine sexuelle Weltansicht verändert. Ich durfte mit ihr im Bett alles machen und sie liebte es. Mit ihr hatte ich zum ersten Mal Analsex, durch ihre Initiative.

Irgendwann fragte ich sie, mit wie vielen Männern sie schon im Bett gewesen sei.

„Ich weiß nicht, so zwischen 50 und 60.“

Schluck! Das hatte ich nicht erwartet. Und das wollte ich eigentlich auch gar nicht wissen. Damals konnte ich damit nicht umgehen.

Ich dachte mir: „Du kleine Schlampe! Treibst es wohl mit jedem, hä?“

Ich konnte ihre Ehrlichkeit nur ganz langsam verdauen und sie nagte noch lange an mir. Mich verfolgten Bilder, wie sie von anderen Männern gefickt wird; wie sie große, kleine, dicke und dünne Schwänze bläst; wie sie Dreier hat.

Jedoch war die Erfahrung gut. Sehr gut sogar, denn ich habe viel daraus gelernt. Und jetzt möchte ich dir einen Tipp mit auf den Weg geben, der dein Sexleben drastisch verbessern wird:

Wenn du dir besseren, lustvolleren und wilderen Sex wünscht, musst du aufhören, Frauen selbst sexuell zu verurteilen!

Keine Frau ist eine Schlampe, egal, mit wem sie ins Bett geht, wie schnell sie mit jemanden ins Bett geht und was sie im Bett macht.

Sei anders als die anderen Männer

Ich bin mir ziemlich sicher, dass du dir mehr wilden und hemmungslosen Sex mit Frauen wünscht. Woher denkst du aber, hat eine Frau die Erfahrung und die notwendige Gelassenheit, dies zu tun? Bestimmt nicht, weil sie regelmäßig die Bravo liest. Sie hat die Erfahrung und die Lockerheit, weil sie viel Sex hatte. Ende.

Wir Männer wünschen uns „Schlampen“ im Bett, wollen aber gleichzeitig, dass Frauen Heilige außerhalb des Schlafzimmers sind. Am besten sollten sie noch Jungfrau sein! Männer, diese Einstellung ist einfach nur lächerlich und utopisch.

Sei also anders als all die anderen Männer und verurteile Frauen nicht. Dir werden dadurch Sachen widerfahren, die du nicht für möglich gehalten hast.

Wenn du Frauen nicht für ihr sexuelles Verhalten verurteilst und ihnen das klarmachst, wird sich dir eine neue sexuelle Realität offenbaren. Eine Realität fast ohne Grenzen, von der viele Männer nur träumen können. Sei also anders und träume nicht von dieser Realität, sonder lebe sie aus.

Wie du nicht-verurteilend wirst

Das ist eine ist, zu lesen, dass du Frauen nicht verurteilen sollst, etwas anderes, diesen Rat auch zu befolgen.

Das, was dir am meisten dabei helfen wird, Frauen nicht zu verurteilen, ist sexuell erfahrener zu werden. Lebe dich mal ein wenig aus, probiere verschiedene Dinge mit verschiedenen Frauen. Dadurch wirst du lockerer, erfahrener, selbstsicherer. Aber es gibt noch ein paar andere Dinge, die dir dabei helfen können:

  • Sex etwas ist was Spaß macht, also warum sollten wir es nicht tun?
  • Wenn du mit jeder Frau schlafen könntest, mit der du willst, würdest du es auch tun.
  • Wenn du viele und wechselnde sexual Partner haben darfst, dann darf sie es auch.
  • Wenn sie mehr Erfahrung hat, ist der Sex sehr wahrscheinlich besser.
  • Nimm es locker Mann – es geht nur um Sex.

Warum verurteilen wir Frauen für ihr sexuelles Verhalten?

Frauen haben etwas, was sich die meisten Männer wünschen: sexuelle Auswahl. Jede Frau, die nicht komplett abscheulich ist, kann so viel Sex haben, wie sie will. Sie muss nur „Ja“ sagen. Das schafft (fast) kein Mann. Dass viele Frauen diese Freiheit nicht nützen, beziehungsweise sich ihrem Vorteil gegenüber Männer oft gar nicht bewusst sind, spielt hier keine Rolle. Sie können, wir nicht. 

Wärst du etwa keine “männliche Schlampe” wenn du nur könntest? Würdest du etwa nicht mit vielen Frauen schlafen, wenn du die Möglichkeit dazu hättest? Du würdest! Warum liest du sonst diesen Artikel, du Schwein?

Da Frauen aber eben diese sexuelle Freiheit haben und wir Männer häufig nicht, verurteilen wir sie. Es ist pure Eifersucht. 

Abgesehen davon, ist sexuelle Eifersucht ein Teil des klassischen männlichem Verhaltensmuster seit Tausenden von Jahren. Falls eine Frau vor uns mit vielen anderen Männern Sex hatte, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sich andere Männer vor uns mit ihr fortgepflanzt haben – und das wiederum verringert unsere Chance auf Nachfahren.

Heutzutage ist ein sexuell verurteilendes und eifersüchtiges Verhalten jedoch nicht nützlich – im Gegenteil.

Höre auf Frauen für ihre Sexualität zu verurteilen und sei willkommen im Club der Männer, die ihre sexuellen Träume und Phantasien ausleben.

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37 Kommentare
  1. Dom
    Dom says:

    Heya,
    habe gerade deinen Artikel zum Thema „Schlampen“ – ich hasse dieses Wort! – gelesen.
    Was du evtl noch ergänzen könntest, wäre wie man es einer Frau gut kommunizieren kann, dass man sie nicht für solche Dinge verurteilt.

    Gruß Dom

    Antworten
    • Anchu
      Anchu says:

      Hey Dom,
      ich hingegen mag das Wort „Schlampe“, vor allem beim Dirty-Talk! Aber eben dessen Bedeutung und Verwendung im herkömmlichen Sinne nicht.
      Du kannst das Ganze direkt ansprechen. Den letzten Teil vom Artikel, wo ich drüber schreibe warum wir Männer Frauen verurteilen, den erzähle ich Frauen oft. Ich sage ihnen, dass es meiner Meinung nach keine Gleichberechtigung im sexuellen Sinne gibt und dass Männer in diesem Bereich umdenken sollten. Es mag erst mal komisch klingen, dass einer Frau so zu sagen, die Reaktionen sind aber durchweg positiv.
      Desweiteren, spüren Frauen deine Einstellung, da du diese subkommunizierst. Wenn du also wirklich glaubst, dass jede Frau das gleiche sexuelle Recht hat wie ein Mann, und zu deiner Sexualität stehst und dass auch ausdrückst, wird sie das merken.
      Gruß zurück aus Brasilien

      Antworten
  2. Samya
    Samya says:

    Ein sehr schöner Artikel!

    Teilweise gefällt mir die Wortwahl ehrlich gesagt nicht so sehr. Musste das „du Schwein“ sein? Ich finde diesen Umgang mit Lesern nicht so toll, aber auf der anderen Seite glaube ich nicht, dass jemand, der den Artikel wirklich gelesen und verstanden hat, sich deswegen angegriffen fühlen würde.

    Du hast auf jeden Fall recht mit der Grundaussage des Artikels. Ich habe mir auch vor einer Weile einmal Gedanken darüber gemacht: http://www.sexintheair.de/sex-und-masturbation/was-ist-eigentlich-eine-schlampe/

    @Dom: Einmal rede ich persönlich nicht gern über die genaue Anzahl meiner Sexpartner und ich glaube, dass es vielen Frauen ähnlich geht. Das hat zum Teil mit Scham zu tun, zum Teil aber auch nicht.
    Kommt aber doch einmal die Frage auf, zeigst du mit deiner Reaktion schon sehr viel. Ein kleines Grinsen, ein „Oh, eine Frau mit Erfahrung! Darauf stehe ich!“, vielleicht ein Gespräch über den besten und den schlechtesten Sex ihres Lebens – so etwas zeigt ihr, dass das für dich völlig okay ist.
    Wenn mir direkt jemand ins Gesicht sagt „Du, mir ist es egal, ob du mit besonders vielen oder besonders wenigen Männern geschlafen hast.“, würde mir das etwas komisch vorkommen. Aber ein einfaches „Ich finde, dass die Anzahl der Sexpartner völlig egal ist.“, wenn das Gespräch in die Richtung geht, kommt eigentlich immer gut an.

    Antworten
  3. surry
    surry says:

    Schliesse mich einfach nur an, ja wir leben leider in einer Welt in der Frau das begehrte Objekt ist, dies weiß und der Mann, derjenige ist der aufgrund gesellschaftlicher Kondition das Nachsehen hat.
    Muss aber sagen, es geht nicht nur um Sex, sondern es geht auch um die Rollenverteilung und da rennen wir Männer immer noch hinterher bzw. Messen den Frauen einen zu hohen Status zu.

    Antworten
    • Anchu
      Anchu says:

      Ich würde nicht sagen, dass wir in der Rollenverteilung das Nachsehen haben, eher andersherum. Schließlich werden die Frauen verurteilt und sind somit in ihrer sexuellen Freiheit eher eingeschränkt als die Männer. Das jedoch die meisten Männer Frauen hinterher rennen und ihnen wegen ihrem guten Aussehen einen zu hohen Status geben, stimmt absolut. Leider.

      Antworten
  4. surry
    surry says:

    Gemeint war, dass immer noch der Mann den sogenannten ersten Schritt machen muss, er erkennen muss das Interesse da ist, sich das Ansprechen lohnt. Nennen wir es Erkennen eines Selektionsmerkmales, um das weibliche Gegenüber gezielt ansprechen zu können, mit einer höheren Quote auf Erfolg.
    Denke aber dennoch, dass eine Frau schneller wie ein Mann, ohne große Anstrengungen zu einem Sexpartner kommen kann/wird. Das aufgrund heutiger Denkmuster einer Frau bestimmte Handlung doch eher unter dem Deckmantel der sexuellen Freiheit erlaubt/ durchgehen, wie einem Mann.
    Und die Erkenntnis, dass die Anzahl der Sexualpartner nur irgendeine Zahl sei/ ist, muss glaub ich jeder (egal ob Mann/Frau) lernen. Nehme mich da nicht aus, bin da auch verurteilend.

    Antworten
    • Anchu
      Anchu says:

      Ja, die Anzahl an Sexualpartner als das zu sehen was ist, nämlich nur eine bloße Zahl, ist wirklich nicht einfach. Ich habe dafür auch lange gebraucht. Jedoch ist dies zu lernen, eine der Besten Investitionen die du in dein Sex-Leben machen kannst!

      Antworten
  5. Olesja
    Olesja says:

    Gefällt mir! 🙂 Ich hasse es wenn Männer einen sofort als „Schlampe“ abstempeln nur weil man Sex gerne hat. Ich habe die Erfahrung gemacht, es ist besser so wenig wie möglich über die sexuellen Erfahrungen mit Männern zu sprechen. Nur so kann man verhindern, dass man abgestempelt wird.

    Antworten
    • Anchu
      Anchu says:

      Hi Olesja,
      du solltest so wenig wie möglich über Sex mit unreifen, verurteilenden Männern reden, ja! Es gibt aber eine kleine Anzahl an Männer, die das anders sieht! Jedoch sind es wirklich nicht viele…Leider.

      Antworten
  6. Jens
    Jens says:

    Anchu, ich liebe deine offene und ehrliche Art zu schreiben!

    Ich habe mir jetzt bereits schon einige deiner Artikel durchgelesen und das meiste (fast alles!) von dem was du schreibst, deckt sich mit meinen Lebenserfahrungen und Erkenntnissen über die soziale Dynamik.

    Ich spüre, dass du das lebst was du sagst, das erkenne ich daran, dass du offen und direkt beschreibst was dich im Innersten bewegt. Sogar wenn du mal nicht so gut bei einer Geschichte wegkommst. Nur jemand der auch öffentlich zu Schwächen und Ängsten stehen kann, ist in meiner Welt eine reife Persönlichkeit. Es ist das was ich unter einem selbstbestimmten, authentischen Leben verstehe. Viele Menschen werden einfach nur älter, aber nie wirklich erwachsen! Ich finde alles was du hier offenbarst total mutig und als sehr positiver Nebeneffekt tust du enorm viel für das menschliche Bewusstsein!

    Ich grüße dich Bruder im Geiste
    Jens von http://www.bewusstmacher.de

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Jens,
      vielen Dank für das ganze Lob!
      Ja, zu sich stehen und wirklich offen und ehrlich sein, ist einfacher gesagt als getan. Da geb ich dir absolut recht.
      Ich gucke mir die Tage mal deinen Blog an!
      Grüße,
      Anchu

      Antworten
  7. Sergo
    Sergo says:

    Hey Anchu,

    ich finde deinen Stil super, das du Schwein habe ich als lustige Auflockerung empfunden ( Wer sich dadurch angegriffen fühlt sollte erstmal nachdenken warum das so ist !!! ) . Ich finde einfach super was du machst, man merkt auch das du wirklich verstehst wovon du redest. Das ist aufjedenfall noch ein langer weg bis die Schlampe keine Schlampe mehr ist, den meistens lassen sich die Menschen von ihren Ängsten durch das Leben führen und verurteilen andere anstatt sich mal an die eigene Nase zu fassen.

    Mach so weiter Anchu

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Danke Sergo,
      ist auch genau so gemeint…
      Ja, da hast du auf jeden Fall recht. Leider hab ich manchmal das Gefühl, dass manche Leute das nie verstehen werden. Und das macht mich ein bisschen traurig

      Antworten
  8. Michael
    Michael says:

    Hallo Anchu,

    ich finde deine Themen Klasse. Auch wenn ich manche Dinge anders sehe. Doch paar Punkte machen Sinn. Vor allem haben wir ähnliche Erfahrungen du sprichst mir manchmal aus der Seele sehr geil.
    Das Thema Sex und die Frauen. Ein User hier hat geschrieben das wir die Frauen auf den Podest heben und das ist das Problem. Dem User kann ich mich nur anschließen. Frauen wissen das und nützen das aus. Sie wissen das ihre Muschi die Macht über viele Männer hat. Wir Männer müssen stark sein. Ich habe es geschafft zwei Jahre kein Sex zu Frauen zu haben.
    Ich habe sie abgelehnt. Nicht weil ich verzweifelt bin un kein Selbstvertrauen habe. Oder ein Hass gegen sie habe. Sondern um zu lernen das mich ihre Muschi nicht mehr abhängig macht. Das war eine harte Zeit.
    Nur bin ich der Meinung das Frauen die mit vielen Männer Sex haben nicht gerade meiner Wertvorstellung entsprechen und ich auch deshalb Swingerclubs meide. Den diese Frauen haben mit allen Männern Sex und das ist für mich einfach abstoßend. Klar sollen Frauen auch Sex und Spaß haben. Nur mal ehrlich wer will eine Frau die schon 60 oder 70 Männer hatte. Ich nicht da bleibe ich lieber alleine. Den guten Sex kann man auch mit paar Partnern erlernen. Da brauch man nicht die halbe Welt vögeln das ist meine Meinung dazu.
    In dem Sinne schöne Ostern.

    MFG Michael

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Michael,
      guter Punkt und interessante Erfahrung die du gemacht hast. Vor allem erst mal großen Respekt dafür, dass du zwei Jahre freiwillig keinen Sex hattest.
      Ich weiß dass es für viele Männern nicht attraktiv ist, wenn eine Frau mit 60 oder 70 Männern geschlafen hat. Aber hey, ich wette dass viele Männer genau das machen würden, wenn sie nur könnten.
      Viele Grüße zurück

      Antworten
  9. Thomas
    Thomas says:

    Hallo Anchu und männliche Kollegen,

    aus langjähriger Erfahrung kann ich jedes Wort dieses Artikels bestätigen: großartig geschrieben!

    Ich selbst war vor einigen Jahren mit einer Frau zusammen, die mich mit allen weiblichen Möglichkeiten um den Verstand gebracht hat. Sie war für jeden Spaß zu haben und nur ein verruchter Blick und es ging zur Sache. Dabei sah sie auch noch so umwerfend aus, dass sich im Club 10 Typen nach ihr umdrehten. Sie war ein Feger, wie sich Millionen von Männern eine Frau wünschen!

    Später erzählte sie mir, sie hatte Gruppensex, zahllose Nackt-Bilder und -Videos und war in einem eindeutigen Portal registriert.

    Ich konnte all das aus verschiedenen Gründen damals nicht verarbeiten.

    Der wichtigste Tipp, den ich nun weitergeben will:
    Verurteilt Frauen nicht dafür, dass sie genau so sind, wie sie wir Männer uns (oft) wünschen!

    Mal ehrlich: Welcher Mann wünscht sich keine immer willige Frau? Eine, die immer begeistert „ja“ sagt, wenn es um Experimente geht, die viel Sex hat und das genießt? Wieso schauen sich Männer Pornos an, in denen Frauen es mit vielen Männern (gleichzeitig) treiben?

    All das sind typisch männliche Fantasien und Wünsche, und wir dürfen niemanden verurteilen, wenn wir endlich mal eine Frau treffen, die einfach so ist.

    Sowas kann Mann nur genießen.
    Wenn Ihr etwas Verbindlicheres sucht, seid Ihr bei solchen Frauen aber an der falschen Stelle.
    Wie oben schon steht: Frauen brauchen nur „ja“ sagen. Und diese Frauen tun es auch.

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Thomas!
      Du bringst es auf den Punkt. Fast alle Männer wünschen sich solche offenen und versauten Frauen, kaum einer kann aber mit ihnen umgehen. Ein Widerspruch der größer kaum sein könnte – da sieht man mal, was wir Männer noch alles verstehen müssen.
      LG

      Antworten
  10. Susa
    Susa says:

    Schöner Artikel ;).

    Männer sind aber nicht per „Grundkonfiguration“ (wenn es sowas überhaupt gibt) so, dass sie derlei verurteilen. Unsere Wurzeln liegen in der Menschheitsgeschichte – wie inzwischen viele Forscher vermuten – eher in sehr freilebigen Gesellschaftsformen. Anchu, du erwähntest da mal die Bonobos. Ja, das sind sozusagen die tierischen Vertreter einer Gesellschaftsform bei Menschen, die es heute noch gibt: In so genannten „Matriarchaten“.

    Dort gibt es eine Geschlechterordnung, die bei beiden Geschlechtern die größtmöglichen Freiheiten des Einzelnen bei größtmöglicher gesellschaftlicher Sicherheit der Versorgung aller Mitglieder (Güter werden unter allen Mitgliedern geteilt) zu realisieren versucht. Natürlich sind diese Gesellschaften jedoch genauso wenig „perfekt“ wie jede andere menschliche Gesellschaft.

    Dort jedoch, wird genau dieses UrMENSCHLICHE gelebt, wie viele auf deinem Blog es offensichtlich auch zu leben versuchen.

    Mädchen bekommen in diesen Gesellschaften nach einem Initiationsritus, meist etwa im Alter von 14 Jahren ein eigenes Zimmer in dem sie jede Nacht empfangen, auf wen sie Lust haben. Beide Geschlechter werden von den Erwachsenen angehalten, sexuelle Erfahrungen zu sammeln. Nach einer Weile des Ausprobierens entstehen aber auch in diesen Gesellschaften oft feste Bindungen, nur ohne Besitzanpruch und ohne überbordende, viel zu hohe Verantwortung füreinander, so wie es hier oft der Fall ist. Jeder bleibt in seinem persönlichen Leben und Umfeld und dadruch unabhängig voneinander. Das Überleben der Kinder ist dadurch auch vollkommen unabhängig von der Qualität oder dem Vorhandensein einer festen Bindung von Eltern. Die Menschen in diesen Gesellschaften ordnen die Liebe und alle Phänomene zwischen Mann und Frau als viel zu instabil ein, um damit das Überleben einer Familie und Kindern abzusichern. Entsprechend sind die Gesellschaften aufgebaut. Sehr klug in meinen Augen… und viel mehr für ein friedliches Miteinander geeignet. Eifersucht bringt dort deshalb auch ein Gesichtsverlust des einzelnen ein… denn Eifersucht gefährdet den gesellschaftlichen Frieden.

    Sex ist dort einfach Sex. Er wird nicht als Modul von Besitzansprüchen oder als Egobooster gesehen, sondern als tiefe menschliche Erfahrung, als ein Mittel des sozialen Zusammenhalts, des Friedens im Umgang miteinander und schlicht und einfach auch ein Mittel menschlicher, seelisch-emotionaler KOMMUNIKATION :).

    Thats it. Wenn wir lernen, das wieder vollkommen so zu sehen, kehren wir zu unseren Wurzeln zurück und erfahren Sphären des Miteinanders, der Ekstase (und damit auch erweiterter Wahrnehmung), der menschlichen Verbundenheit und des Friedens, die wir zuvor nicht zu träumen gewagt hätten.

    Im Grunde hat der Gedanke an „Herrschaft“ übereinander alles kaputt gemacht, was wir (zumindest vermutlich) mal alle hatten und auch die Kontrolle der Frau und ihres persönlichen Eigentums, also IHRER Sexualität, über eine „Sexualmoral“ (die grundsätzlich und in allen Zeiten und Gesellschaften hauptsächlich für Frauen galt) war nichts als der Versuch sie zu beherrschen (was niemals ganz gelungen ist und niemals ganz gelingen wird! Es ist zwecklos und bringt beiden Geschlechtern letztendlich nichts als Leid.).

    Die vielen tausend Jahre Herrschaftssysteme haben dabei ihre Spuren hinterlassen. Spuren, die sich auch in der Sexualität niedergeschlagen haben, z.B., dass Frauen keine Verantwortung für ihre Sexualität haben wollen, wie Anchu richtig beschreibt, weil sie sonst fürchten verurteilt zu werden, jedoch in WAHRHEIT und im Kern immer Frauen geblieben sind. Frauen, wie sie ursprünglich immer waren. Ihre Sexualität gleicht einer Urgewalt und fühlt sich auch genauso an ;). Wie wenn die Sonne ins Meer fällt. Die Frau symbolisiert dabei das unergründliche und im Grunde völlig unbeherrschbare Meer und der Mann die kraftvolle, brennende und glühende Sonne, deren Kraft ebenfalls niemals versiegt.

    In diesen ursprünglich gebliebenen Gesellschaften herrscht eine andere Sexualität, als wir sie kennen. Sehr lange Sexualakte, Techniken die beiden großes Vergnügen bereiten und auf starke Intensität und tiefe Vereinigung ausgerichtet sind, nicht auf schnellen Lustgewinn.

    Eine Sexualität, durch die diese Frauen es sehr belustigend finden, wenn westliche Männer „den Molli“ machen und sie „beherrschen“ wollen, schnell rein und raus und fertig (so wie es hierzulande leider noch viel zu häufig üblich ist). Sie erzählen sich dann lustige Geschichten, wie die „Westlichen“ sich beim Sex verhalten. Missionarsstellung & Co. für das Nonplusultra halten und irgendwie wie „Maschinen“ vorgehen, sich rein „technisch“ bewegen, etc… (Nicht die Leute, die sich hier tummeln, natürlich 😉 ).

    Das heißt: Der wirklich ursprüngliche Umgang zwischen Mann und Frau könnte unter Umständen ganz anders gewesen sein, als wir es kennen und erahnen. Nicht so, dass Frauen (was sie hierzulande und in allen noch geschichtlich patriarchal geprägten Gesellschaften tatsächlich tun) auf Dominanz im Bett abfahren (der Punkt mit der Verantwortung, aber auch der „Stärke“ und der „Kraft“ des Mannes, der ja zum Überleben der Frau und der Nachkommen so wichtig war… stimmt alles!).

    Es muss spannend sein, mit einer solchen Frau Sex zu haben… Selbst ich als Frau („eigentlich“ hetero) wäre darauf neugierig, muss ich zugeben. Anchu, vielleicht wär das noch ein Reisetipp für dich und du könntest, anonym wie immer, mal darüber berichten? ;). Es ist nur schwer noch solche Gesellschaften zu finden, wo die patriarchalen Einflüsse im Umfeld schon nicht alles verfälscht haben. Einige berühmte touristische Matriarchate, wie die Minanckabau in Indonesien oder die Mosuo in China würde ich deshalb eher ausschließen. Und… ich würde auch ausschließen, einfach aus Respekt vor diesen Frauen und den Menschen dort, einer der MILLIONEN männlichen Touristen zu sein, die dort nur wegen der Hoffnung auf Sex mit diesen, für die patriarchalen Trottel natürlich als „willfährig“ abgestempelten Frauen, hinfahren. Für alle Mitlesenden: Sie sind alles andere als das und du machst dich schnell zum Idioten, wenn du mit diesem Denken dort auftauchst! Die Kultur sollte einen ernsthaft und voller ehrlichem Respekt und Achtung vor den Traditionen auch wirklich interessieren. Sonst ist man(n) die Gesellschaft und Gastfreundschaft der Menschen dort nicht wert. Aber… ich könnte mir tatsächlich vorstellen, dass du ohnehin grundsätzlich mit solch einer Haltung reist, Anchu. Wäre jedenfalls spannend, was du aus deiner Sicht über solch eine Gesellschaft zu berichten hättest. Ich wette fast, du würdest dich da sau wohl fühlen ;).

    Antworten
  11. Sergej Ryan Fischer
    Sergej Ryan Fischer says:

    Genau diese Sichtweise steht vielen Menschen im Wege, sich sexuell auszuleben. Würde die Gesellschaft die Menschen so annehmen, wie sie sind, würde die Welt um einiges großartiger sein!
    Wenn man sich selber sexuell ausleben möchte, sollte man dies auch jedem anderen gönnen.
    Möchte man sich sexuell jedoch nur auf eine kleine ausgewählte Anzahl an Menschen öffnen, sollte man dennoch andere nicht verurteilen, wenn diese sich aber sexuell ausleben wollen. Sex ist einfach ein großer Bestandteil unserer Welt und das Liebesleben anderer negativ zu bewerten, ist schlichtweg unreif.

    Antworten
  12. Steve
    Steve says:

    oh ja, das sind wirklich wahre Worte.
    Ich lebe seit vielen Jahren mit meiner Ehepartnerin zusammen. Ich bin ihr erster und einziger Sexualpartner und ich weiß, wie verklemmt und passiv sie ist. Trotzdem liebe ich sie.
    Aber wir leben eine halb polyamore Beziehung, in der ich mit ihrem Wissen auch andere Sexpartnerinnen habe. Eine davon lebt als Single und hat auch den ein oder anderen Mann zusätzlich zu ihrem Freund. Und ich kann nur sagen, obwohl ich sehr offen und tollerant bin, habe ich so viel von ihr erfahren. Mit ihr hab ich den wohl dreckigsten und geilsten und heißesten Sex ever.
    Also es stimmt, dass Frauen genau so wie Männer ihre Erfahrungen machen und ihre Selbstbestimmung nutzen und genießen sollten. Um so besser und ausgelassener wird der Sex. Auch für uns Männer.

    Antworten
  13. Barbara
    Barbara says:

    love love love it!!! Danke sehr!! Offene, ehrliche Kommunikation ist eine Gabe und sie führt zu einem wirklich erfüllenden Leben in jeder Hinsicht! Kann nicht jeder und mag auch nicht jeder – und das ist gut so, es finden sich immer die Richtigen! Ich liebe deinen straightforward Schreibstil – herrlich! Vielen Dank!

    Antworten
  14. Sebi
    Sebi says:

    Anchu, dein Schreibstil ist wirklich klasse! Da macht das Lesen Spaß, „du Schwein“ !
    Gesellschaftlich läuft bei uns einiges falsch. Denn Fakt ist:
    Wenn ein Mann viele Frauen beglückt hat, ist er der Held unter seinen Freunden.
    Wenn eine Frau hingegen viele Männer in ihrem Bettchen hatte, wird sie sofort als Schlampe abgestempelt.
    Die Frage ist ja, wer den Begriff „Schlampe“ definiert und wer zur Hölle das Recht hat, jemanden aufgrund seiner sexuellen Bedürfnisse mit solch einer Begrifflichkeit zu betiteln. Ein Hauch von Gleichgewichtung wäre in diesem Fall eine sinnvolle Maßnahme.

    Wer sich sexuell ausleben möchte, sollte sich diesen Blogartikel zu Herzen nehmen!

    Antworten

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