3 Techniken um bessere Entscheidungen zu treffen

Entscheidungen zu treffen ist selten einfach. Vor allem wenn es um wichtige Entscheidungen geht:

  • entscheidungen treffen entscheidung treffenSoll ich einem sicheren Job nachgehen oder meiner Leidenschaft folgen?
  • Soll ich meinen Partner verlassen oder können wir die Beziehung noch retten?
  • Soll ich ein Kredit für ein Haus aufnehmen oder zur Miete wohnen?
  • Soll ich jetzt Pizza Funghi oder doch lieber Pasta al Pesto bestellen?

Vor einigen Jahren traf ich die Entscheidung mein Studium abzubrechen und mit dem Schreiben anzufangen. Es war eine der schwierigsten und letztendlich auch wichtigsten Entscheidungen meines Lebens. Hätte ich mich damals anders entschieden, dann wäre ich jetzt kein Autor sondern würde vermutlich in einer großen Firma die Karriereleiter erklimmen wollen.

Entscheidungen können unser Leben radikal verändern. Zum Positiven wie zum Negativen.

Leider ist es unmöglich, immer die richtige Entscheidung zu treffen. Trotzdem möchte ich dir in diesem Artikel drei Techniken erklären, die dir dabei helfen werden, generell bessere Entscheidungen zu treffen – oder zumindest weniger schlechte.

Vorher möchte ich dir jedoch noch kurz erklären, warum Entscheidungen oftmals so schwer fallen – und warum es keine Kopf- oder Bauchentscheidungen gibt.

Warum es schwer ist, Entscheidungen zu treffen

Ob es um das Abendessen beim Italiener, das Outfit für erste Date oder unsere Lebenspartner geht, Entscheidungen zu treffen ist selten einfach. Und zwar aus drei Gründen.

1. Entscheidungen kosten Willenskraft

Jede Entscheidung die wir treffen kostet Willenskraft.1 Vor allem die schwierigen Entscheidungen. Das Problem dabei: unsere Willenskraft ist endlich. Schlaf, Ernährung, Tageszeit, Stress — all das beeinflusst unsere Willenskraft und somit auch unsere Entscheidungen.

entscheidungen treffen entscheidung treffenUmso müder, hungriger und gestresster wir sind, desto weniger Willenskraft haben wir und desto schwieriger fällt es uns Entscheidungen zu treffen.

Aus diesem Grund treffen auch beherrschte und an sich rationale Menschen manchmal „dumme“ Entscheidungen. Ihre Willenskraft war im Moment der Entscheidung aufgebraucht.

Hast du schon mal müde, gestresst und ausgelaugt eine schwierige Entscheidung treffen müssen?

Falls ja, hast du dich wahrscheinlich für die leichteste Alternative entschieden, da du nicht mehr genug Willenskraft hattest um abzuwägen, was die richtige Entscheidung sein könnte.

2. Entscheidungen sind immer rational und emotional

Nachdem Elliot Smith im Jahr 1982 ein Tumor von der Größe einer Mandarine aus dem Gehirn operiert wurde, war der Mann unfähig sich zu entscheiden. Hatte Elliot einen blauen und schwarzen Stift zur Auswahl, war er unfähig zu schreiben, da er sich für keine der beiden Farben entscheiden konnte. Elliot saß mehrere Stunden im Auto ohne loszufahren, weil er sich für keinen Radiosender entscheiden konnte. Elliot konnte zwar weiterhin bestens logisch denken und auch sein Intelligenzquotient war unverändert, doch er war alltagsuntauglich geworden.

Der Neurologe Antonio Damasio untersuchte Elliot und kam zu dem Schluss, dass dieser unfähig war zu fühlen. Elliot verspürte keine Emotionen mehr. Und das war der Grund dafür, dass er sich nicht entscheiden konnte.

Elliot war unfähig sich zu entscheiden, weil sich für ihn alles gleich anfühlte. Daraufhin suchte Damasio nach weiteren ähnlichen Fällen und wurde fündig. Seine Erkenntnis: Menschen, die nichts fühlen, können sich nicht entscheiden.

Diese Erkenntnis war revolutionär, denn die Wissenschaft war bis zu diesem Zeitpunkt davon überzeugt, dass der Mensch rational entscheidet. Doch Damasios Erkenntnis zeigt: ohne Gefühl ist der Verstand hilflos.

(Mehr zu der Geschichte in diesem Artikels des Spiegels.)

Jede Entscheidung die wir somit treffen, ist ein Wechselspiel zwischen Verstand und Gefühl. Und das macht Entscheidungen so schwer, denn oftmals sind Verstand und Gefühle nicht einer Meinung.

Es gibt Entscheidungen, da sollten wir eher rational abwägen. Dies ist der Fall, wenn zum Beispiel klare Fakten vorliegen (Autokauf) oder wir die Alternativen objektiv vergleichen können. Professionelle Pokerspieler gewinnen regelmäßig, weil sie sich rein rational entscheiden und sich auf Stochastik und Logik anstatt auf ihr Gefühl verlassen.

Es gibt aber auch Entscheidungen, da sollten wir uns auf unser Gefühl verlassen — oder auf unser Herz, wie es so schön heißt. Was Herzentscheidungen sind und warum es sich dabei nicht um Humbug handelt erfährst du in diesem interessanten Artikel.

3. Es ist unmöglich, keine Entscheidung zu treffen

Das Dilemma bei den meisten Entscheidungen ist, dass wir von vornherein nicht vorhersehen können, was die richtige Entscheidung ist.

entscheidungen treffen entscheidung treffenWir können die Alternativen abwägen, auf die innere Stimme hören, eine Münze werfen oder unsere Mama, Chuck Norris oder das Universum um Hilfe bitten. Doch wir können uns nicht zu 100% sicher sein, dass wir gerade die richtige Entscheidung treffen.

Und genau aus diesem Grund drücken sich viele Menschen vor Entscheidungen wie Jugendliche vor den Hausaufgaben.

Der Gedanke dahinter:

„Solange ich mich nicht entscheide, kann ich auch nichts falsch machen.“

Was viele Menschen übersehen ist, dass wir uns nicht nicht entscheiden können. Denn auch keine Entscheidung zu treffen ist eine Entscheidung.

Egal, wie sehr du es vermeiden möchtest, du kannst dich nicht davor verstecken, Entscheidungen zu treffen. Nein, auch nicht wenn du die Ohren zuhältst, die Augen zumachst und laut LALALALALA singst.

Entscheidungen sind häufig komplex und unangenehm. Doch du kannst dich nicht davor verstecken.

Betrachen wir nun drei Techniken, die dir dabei helfen können, bessere Entscheidungen zu treffen.

Bessere Entscheidungen treffen: 3 Techniken

1. Orientiere dich an anderen

Der Mensch strebt danach, sich gut zu fühlen. Wenn wir eine Entscheidung treffen, stellen wir uns also vor, wie wir uns fühlen werden (aus diesem Grund können Menschen, die nichts fühlen, auch nicht entscheiden).

Sollen wir uns zum Beispiel für einen Partner, einen Beruf oder einen Wohnort entscheiden, stellen wir uns vor, wie es sich anfühlen wird wenn dieses eintrifft aber nicht jenes.2

entscheidungen treffen entscheidung treffenWir stellen uns vor, wie es sich anfühlt mit Julia statt mit Marie zusammen zu sein, in Hamburg statt in Nürnberg zu wohnen oder Anwalt statt Zoowärter zu sein. Wir versuchen also herauszufinden, welche Entscheidung uns glücklicher machen wird.

An sich clever, doch das Problem dabei ist, dass es unser Gehirn nicht schafft, sich die Zukunft mit allen Details vorzustellen. Unsere Vorstellung der Zukunft ist lückenhaft und das führt häufig dazu, dass wir schlichtweg falsch einschätzen, was uns glücklich machen wird.

  • Du hast nach 17 Semestern WG-Leben, Geldmangel und zu viel billigem Alkohol endlich dein Uniabschluss in der Tasche?
  • Du hast die Beförderung bekommen, für die du zwei Jahre auf deine Work-Life-Balance verzichtet hast?
  • Du hast endlich dein Traumhaus in einer Traumnachbarschaft in deiner Traumstadt gefunden?

Ich bin ungern der Spielverderber, aber sehr wahrscheinlich machen dich diese Dinge langfristig kein bisschen glücklicher. Scheiß Erkenntnis, ich weiß, doch jemand musste es dir sagen. Nein, nein, schon ok, du musst mir nicht danken.

(Was dich dauerhaft glücklicher macht erfährst du übrigens in diesem Artikel.)

Wenn wir also generell schlecht einschätzen was uns glücklich macht, wie können wir dann die richtige Entscheidung treffen?

Psychologe und Autor Dan Gilbert rät, sich an anderen Menschen zu orientieren. Es scheint, dass die Erfahrungen von anderen Menschen uns ein genaueres Bild der Zukunft und des empfundenen Glück geben kann als unsere eigene Vorstellungskraft. Skurril, ich weiß.

Wenn du dir zum Beispiel Kinder wünscht aber noch nicht ganz sicher darüber bist, macht es mehr Sinn mit anderen Eltern über ihre Erfahrungen zu sprechen anstatt dich auf deine Vorstellungskraft zu verlassen. Ähnlich ist es bei einem Jobwechsel oder einem Umzug.

Anstatt dich auf deine mangelnde Vorstellungskraft der Zukunft zu verlassen, frage lieber Menschen, die den Job haben oder an dem Ort leben mit dem du liebäugelst.

2. Simpel, aber effektiv: Alternativen aufschreiben

Wie vorhin erklärt, ist jede Entscheidung rational und emotional, auch wenn uns das nicht immer bewusst ist. Dadurch sind Entscheidungen häufig komplex.

Bei manchen Entscheidungen kommt hinzu, dass wir nicht nur zwei Alternativen sondern mehrere haben.

Bei alledem ist es schwer, den Überblick zu behalten.

Was zur mehr Klarheit führt, ist eine simple Abwägung der Vor- und Nachteile – auf Papier.

Nehmen wir an, dass du Umziehen möchtest und drei Möglichkeiten hast: Berlin, Hamburg und Köln. Dann schreibe die drei Städte nebeneinander auf ein Stück Papier und liste dann darunter die jeweiligen Vor- und Nachteile auf.

entscheidungen treffen entscheidung treffen

Durch das Aufschreiben siehst du viel klarer, welche Vor- und Nachteile jede Alternative hat.

Ich halte das für eine simple aber sehr effektive Möglichkeit um bessere Entscheidungen zu treffen und nutze sie häufig.

3. Du kannst an sich keine falschen Entscheidungen treffen

Es gibt dumme Entscheidungen:

  • Betrunken Auto zu fahren.
  • Jemand zu heiraten, obwohl du ihn nicht liebst.
  • Sandalen und Socken zu tragen.

Aber es gibt an sich keine falschen Entscheidungen. Lass mich das erklären.

In dem Moment, in dem wir uns entscheiden, glauben wir, dass wir die richtige Entscheidung treffen. Schließlich würde sich keiner für die falsche Alternative entscheiden, wenn er vorher wüsste, dass es die falsche Entscheidung ist.

Eine Entscheidung kann sich also falsch herausstellen, aber in dem Moment, in dem wir sie treffen, glauben wir, dass sie die Richtige ist.

Ich habe vor einiger Zeit 2000€ in mein Business investiert.

Bei dieser Investition bestand von Anfang an die Möglichkeit, dass es völlig für die Katz ist. Ich habe lange überlegt, Vorteile und Risiken abgewägt und mich letztendlich für die Investition entschieden. Ich glaubte damals, dass es die richtige Entscheidung ist – doch sie war es nicht. 

Eine Entscheidung kann sich im Nachhinein als falsch herausstellen, doch in dem Moment, in dem wir sie treffen, erscheint sie uns als die beste Möglichkeit. Deshalb sollten wir uns auch nicht runtermachen, falls es sich im Nachhinein herausstellt, dass wir die falsche Entscheidung getroffen haben.

Mach dich nicht dafür fertig, wenn sich eine Entscheidung als falsch herausstellst.

entscheidungen treffen entscheidung treffen

Ein weiterer Punkt ist, dass wir nur schwer bewerten können, ob unsere Entscheidung wirklich falsch ist.

Stelle dir vor, dass du dich zwischen zwei Arbeitgebern entscheiden musst. Einer großen Firma und mit guten Karrierechancen und einer kleineren Firma, in der du jedoch mehr Freiheiten hättest.

Du entscheidest dich für die größere Firma. Doch die Aufgaben gefallen dir nicht und die Kollegen sind scheiße. Kurz gefasst: Du bist mit deiner Entscheidung unzufrieden und bereust sie.

Wahrscheinlich malst du dir jetzt aus, dass die kleinere Firma die bessere Entscheidung gewesen wäre.

Doch der springende Punkt ist, dass du das gar nicht wissen kannst. Vielleicht wärst du in der kleinen Firma ja noch unzufriedener als in der großen.

Wenn du eine Entscheidung getroffen hast, stehe dazu und akzeptiere die Konsequenzen. Weder kannst du in die Zukunft sehen noch weißt du oftmals, ob die andere Alternative wirklich die bessere Wahl gewesen wäre.

Ich habe dir jetzt drei Techniken erklärt, die dir dabei helfen können, bessere Entscheidungen zu treffen. Es gibt jedoch noch etwas anderes, das zu besseren Entscheidungen führt.

Bessere Entscheidungen durch bessere Selbsterkenntnis

Je besser du dich selbst kennst, desto bessere Entscheidungen wirst du treffen.

Wenn du ein klares Verständnis deiner eigenen Stärken, Werte und Vorlieben hast, wird es dir leichter fallen, die für dich richtige Entscheidung zu treffen.

Der springende Punkt ist, dass wir häufig eine schlechte Selbsterkenntnis haben. Studien beweisen immer wieder aufs Neue, dass wir uns schlecht selbst einschätzen und uns häufig etwas vormachen.

Wenn wir zum Beispiel komplett vollgefressen sind, können wir uns oft nicht vorstellen, dass wir je wieder Lust auf etwas Süßes haben können. Klassische Selbsttäuschung.

Doch auch bei wichtigeren Dingen als bei einem Nachtisch machen wir uns häufig etwas vor. Zum Beispiel bei unserem Job, unseren Beziehungen oder unseren Gefühlen. Und genau diese schlechte Selbsteinschätzung führt häufig zu schlechten Entscheidungen.

Wie du dich selbst besser kennenlernst, aufhörst dir etwas vorzumachen und bessere Entscheidungen triffst, erfährst du in dem Ratgeber Innere Stärke. Die Prinzipien aus dem Ratgeber sind psychologisch fundiert. Du kannst dir den Ratgeber kostenlos als PDF herunterladen.

  1. Vohs, K. D.; Baumeister, R. F.; Schmeichel, B. J.; Twenge, J. M.; Nelson, N. M. & Tice, D. M. (2008). Making choices impairs subsequent self-control: a limited-resource account of decision making, self-regulation, and active initiative. J Pers Soc Psychol. 2008 May;94(5):883-98. doi: 10.1037/0022-3514.94.5.883.
  2. Karnio, R. & Ross, M. (1996) The motivational Impact of Temporal Focus: thinking about the Future and the Past. Annual Review of Psychology, S. 593 – 620
11 Kommentare
  1. Eddy
    Eddy says:

    Vieles aus dem Artikel war mir schon bewusst, aber die Erkenntnis, dass auch keine Entscheidung eine Entscheidung ist war mir so noch nicht bewusst. Und ich denke, du hast recht. Wenn wir keine Entscheidungen treffen, dann entscheidet wahrscheinlich ein anderer für uns oder eben die Umstände.

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Eddy,
      ja, das war auch für mich damals eine interessante Erkenntnis. Und wie du sagst, wenn wir uns dazu entscheiden keine Entscheidung zu treffen geben wir die Verantwortung ab und dann entscheidet ein anderer für uns.
      LG

      Antworten
  2. Theo
    Theo says:

    Hallo Anchu,

    Danke für diesen sehr guten Artikel 🙂

    Weißt du, was ich noch festgestellt habe? Wenn es eine Diskrepanz zwischen unserem Gefühl und unserem Verstand gibt, ist das Gefühl meistens näher an der Wahrheit dran…

    Unsere Intuition ist wirklich ein guter Ratgeber und ich glaube wir sollten alle lernen, mehr auf unser Bauchgefühl zu hören.

    Beste Grüße, Theo

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Theo,
      danke.
      Das mit den Gefühlsentscheidungen ist ein kompliziertes Thema.
      Ich selbst hab schon gute wie schlechte Erfahrungen mit Bauchentscheidungen gemacht… Doch generell tendieren wir Menschen aber dazu, eher aus dem Bauch zu entscheiden.
      LG

      Antworten
    • Ildiko
      Ildiko says:

      Wenn ich jetzt so mein bisheriges Leben „rückwärts“ denke, so sehe ich auch, dass die Entscheidungen, die ich aus dem Bauch heraus getroffen habe, die besseren waren.

      Wobei es mehr eine Entscheidung war zwischen „meine eigene Stimme“ und „das, was ich glaube, was andere von mir erwarten“ als eine Entscheidung zwischen rational/emotional.
      Und wenn man darüber nachdenken muss, was wohl die anderen sagen könnten, ist der inneren Stimme zu folgen wohl immer die bessere, vor allem wenn man merkt, dass dieser eigentlich der schwierigere Weg ist.
      Verstand und Herz sollten wohl immer gemeinsam gehen, auch wenn das nun wirklich nicht das einfachste ist.

      Sich an andere zu orientieren ist etwas, was mir so noch gar nicht so bewusst war, aber es macht natürlich Sinn. Siehe dein Beispiel mit Kindern, es ist auch wichtig, dass wenn man andere fragt, diese dann auch ganz konkret die Vor- UND Nachteile nennen. Es nützt ja nichts, wenn die anderen die Dinge nur schön reden („Ein Kind ist soo toll, es gibt meinem Leben endlich einen tiefen Sinn“ etc.).

      Und manchmal denke ich auch, selbst wenn die Entscheidung falsch war, auf diesem Weg, den ich da gegangen bin, habe ich immer auch etwas dazu gelernt, also kann es nicht komplett für die Katz gewesen sein. Und diese Erfahrung, die man gemacht hat, die sollte man sich dann ganz besonders bewusst machen, und schon bereut man diese Entscheidung nicht so sehr.

      Antworten
      • Anchu Kögl
        Anchu Kögl says:

        Hi Ildiko,
        zwischen dem zu entscheiden, was andere von uns erwarten und was uns wichtig ist, ist ein sehr wichtiger Punkt. Es ist sicherlich nicht einfach, andere mit unseren Entscheidungen zu enttäuschen. Aber es ist immer noch besser, als uns selbst etwas vorzumachen und uns selbst mit unserer Entscheidung zu enttäuschen.
        Du sprichst einen sehr wichtigen Punkt am Ende an. Selbst wenn sich eine Entscheidung im Nachhinein als falsch herausstellt (falls wir das überhaupt beurteilen können), können wir fast immer etwas daraus lernen. Und diese Einstellung hilft, besser damit umzugehen. Anstatt mich andauernd fertig zu machen, weil ich die „falsche“ Entscheidung getroffen habe, kann ich mich fragen, was ich daraus lernen kann.
        LG

        Antworten
  3. Kay
    Kay says:

    Hi Anchu,

    ist schon ein sch…önes Thema.
    Ich denke, richtige Entscheidungen kann man eigentlich kaum treffen. Erst im Nachhinein stellt sich heraus, ob sie richtig waren. Ist oft wie Würfeln, wie ein Zufallsgenerator, wie Stochern im Nebel …

    Manchmal kann es helfen, wenn man sich selbst gut kennt. Deshalb wüßte ich genau: lieber Perlentaucher in der Südsee als Anwalt in New York.

    Doch bei vielen Situationen hilft auch das nicht, weil man weder die eine noch die andere Situation einschätzen kann. Da kann Ausprobieren helfen, fahr ich halt mal nach Berlin und nach Hamburg und gucke, was mir besser gefällt. Doch vielleicht beruht die Entscheidung dann darauf, dass in Berlin grad die Sonne schien und es in Hamburg regnete. Und viele Situationen kann man auch gar nicht testhalber ausprobieren.

    Deshalb denke ich: Schnell entscheiden, Konsequenzen tragen, neu entscheiden (wenn`s falsch war).

    Und, falls es dir hilft: Trag heut abend zu deinem Date mal das blaue Kleid.
    Ich glaube blau steht dir besser 😉

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hahaha. Du hast recht, blau steht mir. Unterstreicht meine Augen;-)

      Ja, das mit dem Ausprobieren ist auch so eine Sache. Wie du schreibst, wenn ich nach Berlin und Hamburg fahre, kann mir die eine Stadt besser gefallen, nur weil ich mich an dem tag aus welchem Grund auch immer besser fühle.

      Deshalb finde ich es wichtig, dass wir zum einen selbst besser kennenlernen und – wie im Artikel erklärt – uns informieren, was andere Menschen für Erfahrungen gemacht haben.

      Antworten
  4. Peter
    Peter says:

    „Solange ich mich nicht entscheide, kann ich auch nichts falsch machen“ ist einer der fiesesten Irrglauben. Dem bin ich auch sehr lange erlegen, und falle auch heute immer wieder drauf rein – oder bin einfach zu bequem zu entscheiden?

    Und doch wärs eigentlich relativ einfach: du musst selbst entscheiden, sonst wirst du fremdbestimmt. Du sprichst mir total aus dem Herzen. Ich fand deinen Beitrag spannend und gut geschrieben.

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Peter,
      danke dir. Ja, ich war auch wie vom Blitz getroffen, als ich das zum ersten Mal realisiert habe. Wir können uns nicht nicht entscheiden. Und wie du so schön sagst: wenn wir nicht aktiv entscheiden, entscheiden andere von uns…
      LG

      Antworten

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