Was rennst du eigentlich hinterher?

Ich habe über die Hälfte meines Lebens in fremden Ländern gelebt.

Lange Zeit war ich in Spanien, Italien und Brasilien zuhause. Über ein halbes Jahr habe ich in Südostasien verbracht.

Durch all diese Reisen ist mir bewusst geworden, wie krank unser westlicher Lebensstil ist. Und mit krank meine ich wie bescheuert-sind-wir-eigentlich-alle-krank.

Für viele Menschen in der westlichen Welt sind Zeitmangel, Dauerstress und Leistungsdruck so alltäglich wie Scheidungen in Hollywood.

Ab dem Moment, an dem (zu) früh morgens der Wecker klingelt bis zum Schlafengehen ist das Leben vieler Menschen ein Kampf. Ein Kampf gegen Zeit, Terminkalender, To-Do-Listen, Erfolgsdruck und zu hohen Erwartungen.

Zeit für das wirklich Wichtige im Leben bleibt dabei selten übrig.

  • Einen guten Freund spontan für ein paar Stunden auf einen Kaffee treffen?
  • Endlich dieses Buch anfangen, das du schon seit Monaten lesen wolltest?
  • Einfach mal entspannen und den ganzen Tag nichts tun?
  • In der Natur spazieren gehen und neue Kraft und Inspiration tanken?
  • Im Bett frühstücken bis es Zeit fürs Abendessen ist?

Sorry, keine Zeit! Es gibt schließlich Wichtigeres im Leben…

Es wundert mich nicht, dass die Menschen in der westlichen Welt immer häufiger unter Angstzuständen, Übergewicht, Burnout und Depressionen leiden. Nein, nicht wir Menschen werden immer schwächer, sondern unser Lebensstil immer kranker.

Wenn ich in Deutschland bin und alte Freunde treffen möchte, höre ich häufig Folgendes:

Anchu! Schön, dass du mal wieder da bist. Wir haben uns ja ewig nicht gesehen. Leider bin ich gerade voll im Stress. Die ganze nächste Woche hab ich deshalb gar keine Zeit … Die Woche darauf vielleicht am Mittwoch zwischen 19.30h-21h. Aber ist noch nicht sicher, ich melde mich nochmal …

Immer mehr Menschen sind im Dauerstress und haben nie Zeit. Das wirklich traurige daran ist, dass es ihnen nicht auffällt, weil es den meisten in ihrem Umfeld genauso geht.

Doch nur weil alle etwas machen, heißt das noch lange nicht, dass es gut ist.

Unsere Gesellschaft hat sich ganz der Devise des kapitalistischen Systems verschrieben: höher, schneller, weiter. Und aus diesem Grund rennen wir Tag ein, Tag aus etwas hinterher: Der Zeit, der Liebe, dem Reichtum, dem Glück.

Wir holen diese Dinge jedoch nie ein, denn dafür müssten wir mal stehenbleiben. Doch Stehenbleiben ist in unserem Terminkalender nicht eingetragen.

Wenn uns die Inspiration und die Motivation fehlt, brauchen wir keine Überstunden, sondern Zeit, um in uns zu gehen und herauszufinden, was für uns wirklich von Bedeutung ist.

Wenn wir keine Zeit haben, einen Partner zu finden, haben wir auch keine Zeit, mit ihm eine Beziehung zu führen.

Wenn wir müde sind und uns nicht konzentrieren können, dann brauchen wir nicht noch eine fünfte Tasse Kaffee oder ein drittes Red Bull, sondern Ruhe und Erholung.

Der westliche Wahnsinn

Durch meine langen Reisen ist mir dieser „westliche Wahnsinn“ schon öfters aufgefallen. Zum einen, nachdem ich 15 Monate in Südamerika gelebt habe. Zum anderen, nachdem ich fünf Monate in Südostasien war.

Sicherlich haben diese Länder ihre ganz eigenen Probleme, das steht außer Frage. Jedoch durfte ich in diesen Ländern täglich Menschen beobachten, die einfach nur rumsaßen. Sie unterhielten sich, schauten verträumt durch die Gegend oder hielten mitten am Tag ein Nickerchen.

Diese Menschen haben Zeit. Und damit macht jeder von ihnen, was er will.

In unseren Augen verplempern diese Menschen ihr Leben. Bei uns geht es nicht darum, seine Zeit zu genießen, sondern produktiv zu sein und etwas zu erreichen.

Die magischen Worte sind Zeitmanagement, Effizienz, Produktivität, Leistung und Lebensoptimierung.

Die Frage, die ich mir dabei stelle, ist: Sprechen wir hier von Menschen oder von Maschinen?

Ja, ja, ich weiß. Jetzt melden sich diejenigen, die behaupten, dass man mit intelligentem Zeitmanagement und effizienterem Arbeiten mehr Zeit für das Wesentliche hat. Aber was sie nicht verstehen: Sie versuchen, ein System zu optimieren, das uns krank macht, gerade weil es alles optimieren will.

Der größte Luxus – abgesehen von Gesundheit – ist Zeit. Und die möchte ich nicht optimieren und mir einteilen müssen, sondern genießen. Ohne Stress, ohne Gewissensbisse, ohne Druck und vor allem ohne Terminkalender.

Welcher Vollidiot hat überhaupt beschlossen, dass acht die richtige Anzahl an Arbeitsstunden pro Tag ist? Wieso nicht sechs? Oder vier? 

Ich bin jetzt mal so frech und behaupte, dass sowieso kein Schwein acht Stunden (geschweige denn mehr) produktiv am Tag arbeitet. Vor allem nicht als Angestellter.

Verstehe mich nicht falsch. Ich bin jemand, der gerne arbeitet und produktiv ist. Ich bin jemand, der regelmäßig Sport macht. Und ich bin auch jemand, der am Wochenende gerne etwas erlebt, um es dann auf meiner Facebook-Autorenseite zu posten und meinen Lesern zu zeigen, was für ein verdammt cooles Leben ich führe.

Doch ich habe aufgehört, mir den Druck und Stress der westlichen Welt zu geben.

Eine kleine Geschichte

Eine kleine Geschichte, die den Grundgedanken dieses Artikels sehr gut auf den Punkt bring stammt von Heinrich Böll. Ich habe mir erlaubt, sie ein wenig zu kürzen:

In einem Hafen an der westlichen Küste Europas liegt ein ärmlich gekleideter Mann in seinem Fischerboot und döst. Ein schick angezogener Tourist steht neben ihm und sagt:

„Sie werden heute einen guten Fang machen.“

Kopfschütteln des Fischers.

„Aber man hat mir gesagt, dass das Wetter günstig ist.“

Kopfnicken des Fischers.

„Sie werden also nicht rausfahren?“

Kopfschütteln des Fischers, steigende Nervosität des Touristen. Gewiss liegt ihm das Wohl des ärmlich gekleideten Menschen am Herzen.

„Oh, sie fühlen sich nicht wohl?“

Endlich geht der Fischer von der Zeichensprache zum wahrhaft gesprochenen Wort über.

„Ich fühle mich großartig“, sagt er. „Ich habe mich nie besser gefühlt.“

„Aber warum fahren Sie dann nicht aus?“

„Weil ich heute morgen schon ausgefahren bin.“

„War der Fang gut?“

„Er war so gut, dass ich nicht noch einmal auszufahren brauche, ich habe vier Hummer in meinen Körben gehabt, fast zwei Dutzend Makrelen gefangen … Ich habe sogar für morgen und übermorgen genug“, sagt er, um des Fremden Seele zu erleichtern.

Der Fremde setzt sich kopfschüttelnd auf den Bootsrand.

„Ich will mich ja nicht in Ihre persönlichen Angelegenheiten mischen“, sagt er, „aber stellen sie sich mal vor, sie führen heute ein zweites, ein drittes, vielleicht sogar ein viertes Mal aus und sie würden drei, vier, fünf, vielleicht gar zehn Dutzend Makrelen fangen… stellen sie sich das mal vor.“

Der Fischer nickt.

„Sie würden“, fährt der Tourist fort, „nicht nur heute, sondern morgen, übermorgen, ja, an jedem günstigen Tag zwei-, dreimal, vielleicht viermal ausfahren – wissen Sie, was geschehen würde?“

Der Fischer schüttelt den Kopf.

„Sie würden sich in spätestens einem Jahr einen Motor kaufen können, in zwei Jahren ein zweites Boot, in drei oder vier Jahren könnten Sie vielleicht einen kleinen Kutter haben. Mit zwei Booten oder dem Kutter würden Sie natürlich viel mehr fangen –eines Tages würden Sie zwei Kutter haben, Sie würden ein kleines Kühlhaus bauen, vielleicht eine Räucherei, später eine Marinadenfabrik, mit einem eigenen Hubschrauber rundfliegen, die Fischschwärme ausmachen und Ihren Kuttern per Funk Anweisung geben. Sie könnten die Lachsrechte erwerben, ein Fischrestaurant eröffnen, den Hummer ohne Zwischenhändler direkt nach Paris exportieren – und dann …“

„Was dann?“ fragt der Fischer leise.

„Dann“, sagt der Fremde mit stiller Begeisterung, „dann könnten Sie beruhigt hier im Hafen sitzen, in der Sonne dösen und auf das herrliche Meer blicken.“

„Aber das tue ich ja schon jetzt“, sagt der Fischer, „ich sitze beruhigt am Hafen und döse.“

Der belehrte Tourist zog nachdenklich von dannen, denn früher hatte er auch einmal geglaubt, er arbeite, um eines Tages einmal nicht mehr arbeiten zu müssen, und es blieb keine Spur von Mitleid mit dem ärmlich gekleideten Fischer in ihm zurück, nur ein wenig Neid.

Ich persönlich habe die Welt lange wie der Tourist gesehen. Irgendwann habe ich jedoch gemerkt, dass es mir nicht gut tut und das es auch andere Wege gibt.

Seitdem renne ich nicht mehr gestresst und genervt irgendwelchen utopischen Anforderungen hinterher. Ich laufe mein eigenes Rennen, nach meinen eigenen Regeln, in meinem eigenen Tempo.

Wie sieht das bei dir aus?

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25 Kommentare
  1. Paula
    Paula says:

    Hallo Anchu,
    ich hab jetzt einiges von dir gelesen, aber der Artikel ist einfach nur der Hammer. Ich habe mich in so vielen Punkten wiedererkannt. Ich glaube, es ist an der Zeit, ein paar Dinge in meinem Leben zu ändern…

    Antworten
  2. Fabian
    Fabian says:

    Besser kann man es nicht unterstreichen Anchu!
    Ich persönlich bin jemand der in seiner Arbeit aufgeht – ich genieße es Überstunden zu schieben und fühle mich nach zwei Wochen Urlaub unruhig und nicht ausgelastet.
    Andere Menschen brauchen die Abwechslung, oder Menschen um sich herum, oder jeden Tag mehrere Stunden für sich allein.
    Das Problem ist – wie du auch schön beschrieben hast – dass wir viel zu sehr darauf fixiert sind „produktiv“ „im Sinne der Gesellschaft“ zu sein. Stattdessen sollten manche Leute in sich hineinhören und sich anschauen wie ihr Körper reagiert.
    Ich brauch zum Beispiel meine 8h+ Stunden Schlaf. Und da ich um 7 Uhr zum Arbeiten anfange heißt das um 21 Uhr in’s Bett zu steigen.
    Disziplin ist für mich ein großes Rezept zur Glückseligkeit. Für eine andere Person vielleicht die Verbundenheit mit anderen Menschen.

    Das ist das Tolle an der Geschichte mit dem Fischer: Er hat genug. Und lässt sich nicht von jemanden reinreden. Er vertraut auf seinen Verstand und sein Bauchgefühl.

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Fabian,
      so ist es. Für jeden bedeutet Ausgeglichenheit und Zufriedenheit etwas anderes. Solange du nach deinen eigenen Werte lebst, ist alles super. Aber das machen so viele leider nicht…
      LG
      p.s. Um 21h esse ich meistens erst zu Abend. So verschiedenen sind Menschen 🙂

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  3. Mischa
    Mischa says:

    Moin Anchu,
    ganz, ganz stark! Über dieses Thema sollten wir alle noch viel mehr schreiben und reden.
    Danke auch, dass du die Menschen in die Pflicht nimmst. Es ist nicht das System, das uns versklavt, sondern das sind wir schon selbst (ich hab das zum Glück nach 10 Jahren erkannt und meine Schlüsse draus gezogen).
    Ich meine: Wenn jemand jeden Tag 5 unbezahlte Überstunden macht, wer ist dann der Depp? Der Chef oder der, der sich das gefallen lässt?

    Ganz gute Richtlinie ist für mich auch immer: Wenn ich glaube, für etwas (spontanes Treffen mit Freunden, Zeit draußen, Sport ..) keine Zeit zu haben, mache ich es gerade trotzdem. Dann ist es nämlich am wichtigsten. Und damit bekomme ich so viele wertvolle Energie, dass meine Arbeit nur noch halb so lang dauert.

    Beste Grüße und: Für ein Treffen mit dir habe ich immer Zeit 🙂
    Mischa

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Mischa,
      dein Kommentar (Wenn ich glaube für etwas keine Zeit zu haben, mache ich es gerade trotzdem) erinnert mich an das buddhistische Zitat „Wenn du in Eile bis, nimm einen Umweg.“ Und ich gib dir 100% recht: Über dieses Thema sollten wir in nächster Zeit mehr reden und schreiben (Was meines Erachtens auch passieren wird, dass einfach immer mehr Menschen mit dieser „kranken“ Einstellung so ihre Probleme haben).
      LG und bis bald

      Antworten
  4. Elias
    Elias says:

    Danke, toller Artikel. Es ist ein Dilemma, wenn du dein Leben lebst, wirst du irgendwann von der westliche Welt geschluckt. Siehe Irak, Lybien, Türkei, Ägypten usw. Es ist nicht im interresse der allgemeinheit wenn jeder sein Leben leben würde, es würde von den Großmächten im keim erstickt.

    Alles hat positive wie negative Seiten.

    Antworten
  5. Gabriele Wilms
    Gabriele Wilms says:

    Hallo Anchu,
    bist du glücklich? ( frage ich, anstatt, Wie geht es dir? 😉)
    Wie geil ist das denn?
    Ich regiere von meinem SofaUniversum mein Happiness – Imperium 🏰 🌈
    Gabys-Glücksschmiede-Garmisch 🏔🍀 voller Glückseligkeit und Lebensfreude. 🎉
    Touristen, ja, die hat es hier mehr als Einwohner, von denen ich eine bin, seit neun Jahren.
    Ich fröhne dem Glück und mache was mir Freude macht, mit Leichtigkeit und Gelassenheit. Je ruhiger und bewusster ich lebe und atme, umso mehr nehme ich wahr, spüre die Magie, die Macht, die Möglichkeiten.
    Ich bin Kartenmedium und bringe Menschen zu lachen. Das macht sie glücklich und glückliche Menschen machen die Erde heil und das hilf allen.
    Mein Business habe ich der göttlichen Obhut übergeben, so ist mein Gedeihen gesichert. Siehe, Mammutbäume 🌳
    Das einzige, dass ich zu tun habe, ist empfangen❣
    Danke!
    Herzliche Grüße aus GaPa Gabrieles Paradies 🏔
    Gabriele 🌞🍀🎉

    Antworten
  6. Sabine
    Sabine says:

    Hallo Anchu

    Danke für deinen Artikel, war wie immer sehr erfrischend.
    Ich würde wieder unterstützt, jeder braucht seine Zeit für seinen Weg und bestimmt selbst das Tempo.
    Wichtig finde ich auch zu beobachten, sich selbst zu hinterfragen.
    Was will ich?
    Was brauch ich wirklich?
    Wie gut kann ich mit mir selbst umgehen?
    Ich liebe deine offene Art des Schreibens.
    Liebe Grüße Sabine

    Antworten
  7. Barbara J. Schoenfeld
    Barbara J. Schoenfeld says:

    Hallo Anchu,
    da sprichst du etwas sehr Gutes an. Ich habe die letzten Monate wie eine Irre an meiner Internetseite gearbeitet, neben einem vollen Job. Doch seit etwa zwei Wochen stelle ich mir die Frage, was das alles soll. Warum in aller Welt ich mich selbst so unter Druck setze.
    Ich habe jetzt beschlossen, das alles ein klein wenig entspannter anzuschauen. Tatsächlich mir mehr Zeit für mich selbst zu nehmen und das Leben auch mal zu genießen und nicht alles auf nächstes Jahr zu verschieben.
    Ich habe letzten Samstag angefangen zu fasten, das Wochenende mal wirklich garnichts für mein Business getan und jetzt mache ich nur das, wozu ich wirklich Lust habe.
    Das ist immer noch recht viel, aber ich mache es nicht mehr unter Zeitdruck, weil ich bis zu einem bestimmten Zeitpunkt ein bestimmtes Ziel erreicht haben will.
    Mir geht es jetzt sowas von gut, dass ich mir versprochen habe, das jetzt nicht mehr alles so verbissen zu sehen.
    Danke nochmal für deinen Artikel, der mich darin nochmal bestätigt hat.
    Herzliche Grüße
    Barbara

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Barbara,
      ich kann gut nachvollziehen, wie es dir geht. Als ich mit meinem Business angefangen habe ging es mir nämlich ähnlich… Aber mit zu viel Druck und Stress kommt man da meines Erachtens nicht allzu weit.
      LG

      Antworten
  8. Alex
    Alex says:

    Schöner Beitrag,
    was mir allerdings bei der Umsetzung immer im Weg steht ist mein Sicherheitsbedürfniss und das ich für mich (und Frau und Kinder) sorgen möchte und dazu braucht ich Geld, was ich mit meinen Möglichkeiten nur zusammenbekomme wenn ich eine bestimmte Stundenanzahl arbeite. Das die Arbeit noch Freude macht ist natürlich ein besonderes Glück, aber wie ich das gleiche Geld mit weniger Arbeit verdienen kann hab ich bis jetzt noch nicht rausgefunden.

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Alex,
      das kann ich vollkommen nachvollziehen. Ich finde es auch gut, dass du für deine Familie sorgen willst. Der Punkt mit der Arbeit war auch mehr eine Kritik an die Gesellschaft, als an einzelne Individuen. Vlt. kannst du ja trotzdem ein paar andere Punkte umsetzen.
      LG

      Antworten
  9. Diana
    Diana says:

    Hallo Anchu,
    danke für Deinen Artikel. Da stecken viele Wahrheiten drin. Leider sind die Möglichkeiten der Selbstbestimmung eines Lebens, welches nicht von Druck und Zeitmangel dominiert wird, bei einer alleinerziehenden Mutter mit zwei kleinen Kindern ohne weitere Familie oder Väter, die sich kümmern, und die alleine in sozialer und finanzieller Hinsicht verantwortlich ist, nicht besonders groß. Die einzige Freiheit die ich habe ist, wie ich auf bestimmte Gegebenheiten reagiere…manchmal reicht mir das nicht…aber so ist es nun mal…für ein paar Jahre…vermutlich sind allein erziehende aber auch nicht die Zielgruppe Deines Artikels.
    Mach weiter so! Die Menschen brauche Leute wie Dich, die mal eben zum „STOP“ aufrufen.

    Lieben Gruß
    Diana

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Diana,
      ich kann mir gut vorstellen, dass es alleinerziehende Mutter nicht einfach ist. Auch meine Mutter war alleinerziehende. Vlt. kannst du ja trotzdem den ein oder anderen Impuls mitnehmen…
      LG

      Antworten
  10. TeteGina
    TeteGina says:

    Liebe Diana, ich kann dich gut verstehen. Aber wie du schon schreibst, du hast die Freiheit zu entscheiden, wie du mit bestimmten Situationen umgehst. Damit hast du schon viel gewonnen 🙂 Anchu, dieser Artikel beschreibt unseren Zeitgeist (Volltreffer). Es ist leider nicht für jeden in unserer Gesellschaft möglich, so gechillt an die Dinge heranzugehen. Aber ein bisschen „dolce far niente“ sollte uns doch irgendwie möglich sein. Einfach mal lecker ein Eis schlürfen…;-) Saluti Tete

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Tete,
      sicherlich kann nicht jeder gechillt an gewisse Dinge herangehen. Die ersten Jahre meiner Selbstständigkeit waren auch alles andere als entspannt. Doch wie auch du erklärst, können wir alle schauen, wie uns ein weniger stressen und ein wenig mehr abschalten. Das Leben ist ja schließlich kein Rennen.
      LG und viel Spaß beim Eis essen 😉

      Antworten
  11. Gert
    Gert says:

    Nun, so gut der Text klingt, so zweischneidig ist das Problem…leider. Du kannst weniger arbeitern auch weniger Geld verdienen, wenn du ganz am Limit bist, mit sagen wir 600 Euor im Monat werden viele Sachen auch zum Problem. Ich habe lange so gelebt, weil mir die Freiheit wichtig war, erst viel später habe ich gemerkt, das dieser Lebensstil vielen nicht gefällt, und sie nur darauf warten, das sich daraus Schwierigkeiten ergeben.
    Wohlgemerkt in der westlichen Gesellschaft. Du fällst nämlich aus dem Kontext. Wirst kaum noch angerufen, möglicherweise sogar diffamiert. ( faul, arbeitsscheu. lebt auf Kosten anderer( Neid) usw.)
    Allerdings behaupte ich mal, das dieser Lebensstil meinen Erkenntnisstand ( wo wir stehen, wer wir sind, drastisch erhöht hat, vor allem, als ich auf Fernsehen verzichtet habe ( kann ich nur empfehlen)…was ich damit meine, will ich so darstellen:
    Kürzlich kam ein Bericht über tibetische Nomaden, die in einem Zelt lebten. Sie hatten alles was sie brauchten, machten einen sehr gesunden Eindruck. Auch den
    völliger Zufriedenheit und Einklang. Da aber jeder in ihrer Umgebung so lebte, gab es gar keinen Anlass zu Neid, oder Konkurrenzkampf…würde man hingegen so einen Nomaden nun nach Frankfurt oder Berlin verpflanzen, blieb ihm kaum was anderes übrig, als den örtlichen Lebensstil nach und nach zu übernehmen……

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Gert,
      ich schreibe in dem Artikel nirgends, dass es darum geht am Existenzminimum zu leben. Du kannst auch 8 am Tag arbeiten und trotzdem viel Freizeit haben und alles ein wenig entspannter sehen.
      Natürlich ist es optimal, weniger zu arbeiten. In Schweden wurde zum Beispiel vor kurzem der Stunden Arbeitstag eingeführt. Ich bin zuversichtlich, dass sich das auch auf andere Industriestaaten ausweiten wird.
      LG

      Antworten
  12. Michaela
    Michaela says:

    Hi Anchu! Dein Artikel spricht mir aus der Seele. Wie oft habe ich mich gefragt, warum wir 8 Stunden arbeiten müssen, wir sind doch mittlerweile so viele, dass man sich super abwechseln könnte. Wir würden eben weniger verdienen, doch das würden ja dann alle. Ich arbeite sehr gern und bin auch voll dabei, aber das schaffe ich nur in den ersten 4-5 Stunden (je nach Job) an Konzentration und Motivation mit Zwischenpausen. Klar, könnte ich mich durch Kaffee o.ä. leistungsfähiger machen, das schadet aber meiner Gesundheit auf Dauer. Und ich glaube wirklich effizienter wäre ich trotzdem nicht. Außerdem wäre das etwas, dass ich gegen meinen Willen tue, also nur für andere.

    In den dritte Welt Ländern habe ich es ähnlich erlebt, allerdings darf man trotzdem nicht vergessen, dass es auch innerhalb der Südostasien Länder Unterschiede gibt. Es ist keine Ausnahme wenn dort Menschen 12 Stunden täglich (6Tage am Stück) arbeiten, dann gerade am Existensminimum leben und sehr unglücklich damit sind. Diese Leute trifft man selten beim Reisen (z.B. Näherinnen), und auch die Jungs auf ihren Rikshas arbeiten von früh bis spät täglich. Sie stressen sich einfach nicht so, aber da ist auch jede Person anders (denn manche tun es doch!), aber frei wären die meisten trotzdem gern. In Südamerika ist es auch wieder anders, aber ich werd jetzt keinen Roman schreiben, du weißt bestimmt was ich meine. Es kommt immer darauf an, mit wem oder welchem System man sich vergleicht. Denn aus diesem Blickwinkel gibt es auch den „dritte Welt Wahnsinn“. Nicht-priviligierte haben so gut wie keine Wahl, wenn es ums Arbeiten geht, d.h. sie können nicht einfach das tun was sie wollen (gerade bei größeren Familienstrukturen).

    Ich könnte noch ewig diskutieren, denn problematisch ist das jeweilige System und jeder muss schauen, wie er zufrieden sein kann indem er seine äußeren Umstände selbst bestimmt und wenn das nicht geht, seine innere Einstellung anpasst. Nicht immer optimal, aber es geht ja jetzt um unser System. Und ich stimme dir 100% zu! Das deutsche Wirtschaftswachstum… und achja, da wären wir beim nächsten Thema 😀

    LG aus Österreich!

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Michaela,
      in diesem Punkt hast du natürlich recht. Doch obwohl ich zum Beispiel lange in Südamerika war (insgesamt über 2 Jahre) hatte ich trotzdem das Gefühl, dass sich die Menschen da nicht ganz so viel stressen wie bei uns im Westen.
      Letztendlich muss jeder selbst schauen, was er gegen Stress und ähnliches tun kann – ganz egal, wo und wie er lebt.
      LG

      Antworten
  13. Andrea Schmidt
    Andrea Schmidt says:

    Hi Anchu, wie schön das zu lesen , genau das Lebe ich seit Jahren und muss mir ständig Sachen anhören, wie du bist faul ,aus dir wird nie was werden 😔 Jahrelang hab ich gedacht mit mir stimmt was nicht und das ich falsch bin aber so langsam wird mir immer mehr klar , das ich einfach nur wahnsinnig schlau bin und alle anderen so dumm. Ich arbeite 20 Stunden die Woche und verdiene genug um zu Leben und sogar etwas auf die hohe Kante zu legen . Ich bin glücklich und brauch nicht mehr . Depressionen habe ich bekommen , weil mir immer wieder vermittelt wurde falsch zu sein aber über diese Hürde bin ich Gott sei Dank drüber , auch Dank dir😘 Mach weiter so , schön das es dich gibt 🤗

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Andrea,
      letztendlich musst nur du mit deinem Leben zufrieden sein. Und wenn du mit 20h die Woche glücklich bist, dann ist das doch fantastisch!
      Es freut mich, dass ich dir dabei ein wenig helfen konnte.
      LG

      Antworten

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