Warum du nicht weißt, was du willst

Die Frage „Was will ich?“ ist eine der wichtigsten Fragen, die wir uns im Leben stellen können.

Sie ist so wichtig, weil sie maßgeblich darüber entscheidet, welche Ziele wir im Leben verfolgen.

Ich meine, du hast nicht fünf Jahre Informatik studiert, weil dich jemand dazu gezwungen hat. Genauso wenig hat dich jemand dazu genötigt zu heiraten, einen Kredit für ein Haus aufzunehmen, dir ein Arschgeweih zu tätowieren oder dir die Schamhaare wegzulasern.

Du hast an irgendeinem Punkt in deinem Leben beschlossen, dass es das ist, was du willst. Bewusst oder unbewusst.

In dem wir uns die Frage „Was will ich“ stellen, versuchen wir, unserem Leben eine Richtung zu geben.

Das Problem an der Geschichte ist, dass wir oft nicht genau wissen, was wir wollen. Oder aber wir glauben es zu wissen, investieren viel Energie und Zeit, um unser Ziel zu erreichen und merken dann, dass es doch nicht das ist, was wir wollen. Ironie des Lebens.

So habe ich zum Beispiel vier Jahre Wirtschaftsingenieurwesen studiert, nur um dann zu merken, dass es nicht das ist, was ich will.

In diesem Artikel möchte ich dir erklären, warum das so ist. Du wirst erfahren, warum du häufig nicht weißt, was du willst – und was dir dabei helfen wird, es herauszufinden.

Der Artikel besteht aus drei Teilen:

  1. Was will ich? Das Auswahlproblem.
  2. Du weißt nicht, was dich glücklich macht.
  3. Was will ich? Wie du es herausfindest.

1. Was will ich? Das Auswahlproblem

Stelle dir vor, im Supermarkt würde es nur drei Sorten Marmelade geben. Erdbeere, Himbeere und Feige (für die Feinschmecker unter uns). Bei drei Sorten wäre eine Wahl einfach, oder?

Stattdessen müssen wir uns jedoch zwischen Erdbeer-Vanille, Rhabarber-Kirsch, Pfirsich-Mango-Ananas-Limone oder irgendeiner anderen der 127 Geschmacksrichtungen entscheiden. Und das ist verdammt schwer.

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Nun, so ähnlich wie mit der Marmelade ist mit unserem Leben. Egal, ob es um den Beruf, die Liebe, den Wohnort, den Glauben, die Lebenseinstellung oder die Marke unser Socken geht, wir haben verdammt viele Möglichkeiten.

Keiner schreibt uns vor, wie wir zu Leben haben. Doch mit dieser Freiheit sind wir häufig überfordert.

Denn wenn ich fast alles tun kann, was will ich dann tun?

Dieses Phänomen ist auch der Ursprung der Quarterlife Crisis. Hierbei handelt es sich um eine Sinnkrise bei jungen Menschen, die dadurch entsteht, dass sie zu viele berufliche Möglichkeiten haben und sich nicht entscheiden können.

(Mehr darüber erfährst du in diesem Artikel: Quarterlife Crisis.)

Selbsterkenntnis ist nicht erwünscht

Zu dem Auswahlproblem kommt hinzu, dass wir in einer Leistungsgesellschaft leben, in der Schlenker nicht erwünscht sind.

Schon in der fünften Klasse wird darüber entschieden, ob wir gut genug für das Gymnasium sind oder nicht. Dann folgt im besten Fall Abitur, Studium und große Karriere in einer großen Firma. Raum für Selbstfindung und ausprobieren ist kaum vorhanden. Und es ist auch nicht erwünscht.

Dies führt dazu, dass viele Menschen eine geringe Selbsterkenntnis haben.

Statt sich zu fragen, was ihre Werte sind und was sie mit ihrem Leben anstellen wollen, rennen sie von einem Termin zum nächsten, haken einen Punkt nach dem anderen auf ihrer To-Do-Liste ab und konsumieren was das Zeug hält, weil sie glauben, dass sie zum absoluten Glück nur noch diese eine Hose, Uhr, Auto, Ledercouch oder sonst etwas brauchen.

Selbsterkenntnis?! Für den Mist habe ich keine Zeit…

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Die Frage „Was will ich?“ fällt vielen Menschen schwer zu beantworten, weil sie (zu) viel Auswahl haben und über zu wenig Selbsterkenntnis verfügen. Doch es gibt noch ein weiteres Problem.

2. Du weißt nicht, was dich glücklich macht

Wenn du dir die Frage „Was will ich?“ stellst, versuchst du herauszufinden, was dich glücklich macht.

Du willst einen Porsche, einen neuen Job, einen attraktiven Partner, ein Haus im Grünen oder größere Brüste, weil du glaubst, dass dich diese Dinge glücklicher machen.

Die Frage „Was will ich?“ könnte wir also so gesehen durch die Frage „Was macht mich glücklich?“ ersetzen. Und genau hier liegt das Problem.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse der modernen Glücksforschung ist nämlich, dass wir Menschen sehr schlecht darin sind, vorherzusagen, was uns glücklich machen wird.

Oft glauben wir, dass wenn wir erst dieses oder jenes erreichen, sooooo viel glücklicher sein werden.

Wir glauben, dass unser Glückslevel um 3247 Punkte steigen wird, wenn wir mehr Geld besitzen, befördert werden, mehr Erfolg bei anderen Geschlecht haben, das neue Auto kaufen, eine eigene Wohnung besitzen oder endlich aussehen wie eines dieser Unterwäsche Models von Calvin Klein.

Doch nach einer anfänglichen Glückshoch fühlen wir uns nach dem Erreichen unseres Ziels meist kaum glücklicher als vorher. Warum das so ist, erfährst du in diesem Artikel.

Nicht selten passiert es sogar, dass wir nach dem Erreichen unseres Ziels merken, dass wir eigentlich doch was völlig Anderes wollen.

  • Du hast fünf Jahre staubtrockenes BWL studiert, nur um dann zu merken, dass du doch lieber Surflehrer werden möchtest.
  • Du hast ein Kredit für ein Haus auf dem Land aufgenommen und dann ist dir bewusst geworden, dass dich das idyllische Landleben ankotzt und du Smog, schlecht gelaunte Menschen und überfüllte U-Bahnen vermisst.
  • Du hast monatelang versucht, diesen einen Menschen zu erobern und als du es endlich geschafft hast, ist dir aufgefallen, dass du lieber den Rest deines Lebens mit Durchfall und Kopfschmerzen leben würdest als einen Tag länger mit dieser Person zusammen zu sein.

All das ist 100% menschlich. Wir alle schätzen verdammt schlecht ein, was uns glücklich macht.

Warum du falsch einschätzt, was dich glücklich macht

Ich bin mir sicher, dass wenn du dich an deinen letzten Urlaub zurück erinnerst, du größtenteils positive Erinnerungen hast. Du denkst an Sonne, Strand, Meer und Entspannung.

Doch wahrscheinlich gab es auch Dinge, die dich genervt haben: Überteuerte Preise, unfreundliche Kellner, deutsche Touristen in Socken und Sandalen.

An diese Dinge erinnerst du dich jedoch nicht, weil der menschliche Verstand lückenhaft ist. Wir können uns weder an alle Details in der Vergangenheit erinnern noch können wir uns die Zukunft vollständig ausmalen.

Unser Gehirn begeht also einen systematischen Denkfehler. Und laut Glücksforscher Dan Gilbert führt genau der dazu, dass wir falsch einschätzen, was uns glücklich macht.

Als ich zum Beispiel die Idee für diesen Blog hatte, habe ich mir ausgemalt, wie glücklich ich sein werde, wenn ich erst von meinem Blog leben kann und um die Welt reisen werde. In meiner Vorstellung war alles rosa-rot.

Ich konnte mir nicht vorstellen, dass das Ganze auch negative Seiten hat. Doch das hat es.

Ich verbringe zum Beispiel viel Zeit alleine, kulturelle Barrieren kosten Kraft und einen großen Blog zu betreiben und immer wieder informative Artikel zu schreiben führt zu einem gewissen Druck. Doch all das konnte ich mir damals nicht vorstellen.

Um die Welt zu reisen hat nicht nur Vorteile.

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Wenn wir uns die Frage „Was will ich?“ stellen, stellen wir uns vor, wie wir uns in Zukunft fühlen werden, wenn dieses aber nicht jenes eintrifft.1

Wir stellen uns also vor, wie wir uns fühlen werden, wenn wir mit Sandra statt mit Anne zusammen sind, Hot-Dog Verkäufer statt Versicherungsvertreter sind, in Köln statt in Dresden leben oder Kinder haben statt kinderlos zu sein.

Doch da wir uns die Zukunft lückenhaft vorstellen, schätzen wir häufig falsch ein, was uns in welchem Maß glücklich macht. Und genau aus diesem Grund investieren wir häufig viel Zeit und Energie, um unsere Ziele zu erreichen, nur um dann zu merken, dass es doch nicht das ist, was wir wollen.

Doch bevor du dir jetzt ein Arschgeweih tätowieren lässt oder nach Las Vegas fährst, um die Bedienung aus deinem Lieblingscafé zu heiraten: es gibt einen Weg, wie du herausfindest, was du willst. Oder so etwas in der Richtung.

3. Was will ich? Wie du es herausfindest

Es gibt verschiedene Dinge, die dir dabei helfen können, herauszufinden, was du willst:

  • Dir eine Auszeit nehmen.
  • Mehr (gute) Bücher lesen.
  • Mehr Zeit alleine verbringen.
  • Dir gewisse Fragen stellen: „Was würde ich tun, wenn Geld keine Rolle spielt?“; „Was würde ich tun, wenn ich wüsste, ich werde Erfolg haben?“, usw.

(Einige gute Tipps zur Selbstfindung erfährst du in diesem tollen Beitrag von meinem Bloggerkollegen Anil: Selbstfindung: Wie du herausfindest, was du wirklich willst.)

Doch egal, wie sehr du dich mit dir selbst beschäftigst und dich fragst, was du wirklich willst, du wirst in deinem Kopf keine definitive Antwort finden.

Aus dem simplen Grund, dass die Realität fast immer anders aussieht, als das, was wir uns vorstellen.

Vielleicht träumst du davon, deinen Bürojob zu kündigen und auf einer kleinen Trauminsel Surflehrer zu werden.

In deiner Vorstellung sieht das fantastisch aus und du kannst es kaum erwarten. Doch wenn du dann erst mal Surflehrer auf der Trauminsel bist, fällt dir auf, dass dich Palmen, Sonne, Strand und Wellen langweilen. Oder du merkst, dass du den Winter, die deutsche Kultur und deine Freunde und Familie vermisst. Oder was auch immer.

Es gibt deshalb nur einen Weg um herauszufinden, was du willst. Und dieser Weg lautet Ausprobieren.

Es tut mir leid, dass ich dir im modernen Zeitalter von selbstfahrenden Autos und Rund-um-die-Uhr Pizzalieferservice keine bessere Lösung anbieten kann, aber so ist es nun mal.

In diesem Video erkläre ich, warum es so wichtig ist, dass du deine Ideen ausprobierst.

Du kannst dich jahrelang hinterfragen, dir deine Werte aufschreiben, Selbsthilfe-Bücher lesen und traumhaft schöne Luftschlösser bauen – erst wenn du etwas ausprobierst, wirst du wissen, ob es wirklich das ist, was du willst.

Bevor du dich für etwas entscheidest, probiere es aus

Bevor du also eine wichtige Entscheidung in deinem Leben triffst, versuche das Ganze vorher irgendwie auszuprobieren:

  • Bevor du deinen gut bezahlten Beraterjob von heute auf morgen kündigst, um Yogalehrer zu werden, gib doch erst mal Yogastunden am Wochenende oder nach Arbeitsschluss.
  • Falls du dir nicht sicher bist, was du studieren willst, dann besuche ein Semester lang verschiedene Vorlesungen bevor du dich für einen Studiengang einschreibst. In den meisten Unis kannst du dich einfach in einen Hörsaal setzen, da es keine Anwesenheitskontrolle gibt.
  • Bevor du in eine neue Stadt ziehst, fahre erst mal zwei Wochen oder einen Monat dorthin und versuche in der Zeit einem möglichst alltäglichen Leben nachzugehen.Falls es dir irgendwie möglich ist, versuche das, was du willst, auszuprobieren.

Auch wenn die Erfahrungen nicht die exakt Gleichen sind, können sie dir einen ersten Hinweis darauf geben, ob du in der richtigen Richtung unterwegs bist.

Ok, Anchu, ich verstehe. Das mit dem Ausprobieren klingt irgendwie einleuchtend. Aber was zum Teufel mache ich, wenn ich etwas nicht ausprobieren kann? Ich meine, ich kann ja kein Kind kriegen und falls mir das Elterndasein nicht gefällt, es einfach wieder umtauschen …

Das ist ein guter Einwand.

Es ist in der Tat nicht immer einfach oder manchmal schlichtweg unmöglich, gewisse Dinge auszuprobieren. Falls das wirklich der Fall ist, dann kannst du immer noch mit anderen Menschen über ihre Erfahrungen sprechen.

  • Überlegst du Kinder zu kriegen, dann rede mit anderen Eltern über Vor- und Nachteile.
  • Überlegst du Surflehrer zu werden, dann spreche mit anderen Surflehrern.
  • Möchtest du dir ein neues Auto kaufen, dann rede mit Besitzern dieses Modells.

Spreche mit diesen Menschen offen und ehrlich, erkundige dich über Vor- und Nachteile und frage, ob sie glauben, dass diese Wahl auch die Richtige für dich sein könnte.

Natürlich können uns andere Menschen nicht sagen, was wir wollen. Doch in dem wir andere Menschen über ihre Erfahrungen ausfragen, erhalten wir häufig nützliche Informationen, neue Ansichten und andere Perspektiven. Und je mehr Informationen und Erfahrungswerte wir haben, desto bessere Entscheidungen können wir treffen.

Zugegeben, etwas irgendwie auszuprobieren oder andere Menschen über ihre Erfahrungen auszufragen klingt nicht unbedingt nach den raffiniertesten Tipps.

Doch es ist immer noch effektiver als sich Listen mit Lebenswerten zu machen, endlose Nächte wach im Bett zu liegen und zu überlegen, was man mit seinem Leben anstellen möchte oder sich täglich auszumalen, wie glücklich man erst sein wird, wenn endlich dieser einer Traum in Erfüllung geht.

Auf die Frage „Was will ich?“ wirst du in deinem Kopf keine endgültige Antwort finden. Du kannst nur ausprobieren, Fehler machen, falsche Entscheidungen treffen und daraus lernen. Und je mehr du ausprobierst, je mehr Fehler du machst und je mehr falsche Entscheidungen du triffst, desto mehr lernst du.

Lerne dich selbst besser kennen

In meinem Ratgeber „Innere Stärke“ erfährst du, wie du dich selbst besser kennenlernst, besser mit negativen Gefühlen umgehst und deine Ängste überwindest. Du kannst dir den Ratgeber kostenlos als PDF herunterladen.

  1. Karnio, R. & Ross, M. (1996) The motivational Impact of Temporal Focus: thinking about the Future and the Past. Annual Review of Psychology, S. 593 – 620
28 Kommentare
  1. Susanne
    Susanne says:

    Hallo,
    ich habe schon viel über das Thema Selbstfindung gelesen, da es mich zur Zeit sehr beschäftigt. Und ich weiß gerade nicht, ob ich deinen Artikel ein wenig deprimierend finde oder ob es der erste ist, der wirklich Sinn macht…

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Susanne,
      es ist gut möglich, dass beides zutrifft. Der Artikel ist vlt. erst mal ein wenig ernüchternd, da es sicherlich nicht immer einfach ist, Dinge auszuprobieren. Doch wie in dem Artikel erklärt, es ist meines Erachtens der einzige Weg…
      LG

      Antworten
  2. Julian
    Julian says:

    Hi Anchu,
    guter Artikel ☺ das passt gerade recht gut und ich kann das Bestätigen. Man muss es einfach ausprobieren. In meinem Fall geht es um eine Fernbeziehung.
    Wenn ich mir meine fertige Situation vom jetzigen Standpunkt vorstelle, kann das niemals gut gehen. Aber da ich die Situation nicht kenne, weiß ich eigentlich gar nicht wie es dann tatsächlich ist.
    Dann dachte ich, dass ich es einfach mal testen sollte. Verlieren kann ich da nix. Wenn es nicht gut geht, habe ich trotzdem gewonnen – denn immerhin habe ich dann die Erfahrung gemacht.

    Gerade bei dem allgemeinen Themen Entscheidung und Veränderung darf man nicht vergessen, dass man in seinem Inneren nicht immer nur nach Spaß und Glück strebt.
    Es gibt noch andere Bedürfnisse und diese sollte man nicht außer Acht lassen.

    Grüße aus Erlangen

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Julian,
      danke dir. Ja, letztendlich können wir nicht viel verlieren, denn wir sind um eine Erfahrung reicher. Leider trauern wir bei einer „falschen Entscheidung“ häufig der Alternative nach – obwohl wir gar nicht wisse, ob diese besser gewesen wäre.
      LG

      Antworten
  3. André
    André says:

    Hi Anchu, ich habe folgendes bei mir selbst festgestellt: Ich kann mich schnell für eine Sache begeistern, etwas ausprobieren und mich eine zeitlang damit beschäftigen. Meist ist es aber so, dass diese Begeisterung dann auch wieder nachlässt und ich mich zu etwas anderem hingezogen fühle – sowohl berufliche Inhalte, Hobbies als auch Frauen. Ich habe dies früher oft als Schwäche gesehen (kann mich nicht entscheiden, weiss nicht, was ich will, keine Disziplin, kein Durchhaltevermögen). Bzw. habe ich mir diese Schwächen einreden lassen.

    Inzwischen denke ich aber etwas anders darüber. Dieses Ausprobieren ist einfach Teil meines Lebens. Routine langweilt mich, ich mag es, immer mal wieder etwas Neues zu machen, mein Sein strebt nach neuen Impulsen, um zu lernen und zu wachsen. Und diese Neugierde möchte ich mir auf jeden Fall bewahren.

    Was ich damit sagen möchte: Du propagierst das Ausprobieren als Methode dafür, herauszufinden, was man will. Für mich ist aber in gewisser Weise genau dieses Ausprobieren das, was ich will. Und ich glaube, damit bin ich nicht alleine.

    Ich finde es toll, wenn Menschen „genau ihr Ding“ für sich gefunden haben. Ich denke aber nicht, dass dies für jeden Menschen zutreffen muss. Das man nur glücklich ist, wenn man genau dieses eine gefunden hat. Die Menschen sind halt – zum Glück – sehr unterschiedlich. Der eine geht in einem Thema voll auf, findet darin seine Berufung. Und bei dem anderen wechseln diese Themen halt im Laufe des Lebens.

    Wie siehst Du das?

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi André,
      ich kann das teilweise nachvollziehen. Mir geht es so mit den Orten, an denen ich mich aufhalte.
      Entweder, dein Ding ist es, immer wieder was Neues zu machen oder du hast das Eine noch nicht gefunden. Beides möglich, beides OK. Ich denke, Probleme entstehen dann, wenn wir glauben, wir müssten etwas anders tun, als wir es tun. Das heißt, wenn du glaubst, du musst jetzt etwas finden und dabei bleiben. Aber das scheint bei dir ja nicht mehr der Fall zu sein.
      LG
      p.s. Die interessantesten Menschen, die ich in meinem Leben kennengelernt habe, waren häufig die, die schon alles mögliche ausprobiert hatten und noch immer nicht ganz wussten, was sie wollten.

      Antworten
  4. Jan
    Jan says:

    Hallo Anchu,

    Ein sehr guter Artikel! Wie immer 😉 Wir sollten uns endlich von dieser Vorstellung trennen, dass es überhaupt so etwas wie den einen richtigen Weg gibt. Es gibt nicht den einen richtigen Partner oder den einen richtigen Beruf. Klar ist es nicht komplett egal, wen man liebt und für welchen Beruf man sich entscheidet, aber viel wichtiger als die „richtige“ Entscheidung zu treffen, ist doch, aus der getroffenen Wahl das Richtige zu machen. Denn wenn wir mal ehrlich sind, dann scheitert es doch meistens daran, dass wir genau das nicht tun. Wir sind nicht fokussiert und durch den ganzen Medienkonsum züchten wir uns falsche Erwartungen heran, die dann natürlich nicht erfüllt werden (können). Ich kenne Leute, die eine Ausbildung nach der anderen angefangen und nach kurzer Zeit immer wieder gewechselt haben, weil es nicht „das Richtige“ für sie war.
    Ich bin der Meinung, dass wir mit sehr vielen Wegen glücklich werden können, wenn wir zu den Wegen stehen, für die wir uns entschieden haben, anstatt immer links und rechts zu gucken, ob nicht vielleicht doch ein anderer Weg besser gewesen wäre.

    Viele Grüße,
    Jan

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Jan,
      das ist ein guter Punkt.
      Ich denke, die „Wahrheit“ liegt – wie so häufig – irgendwo in der Mitte. Soll bedeuten: den perfekten Partner, Job oder was auch immer gibt es nicht und häufig haben wir völlig verkorkste Erwartungen. Auf der anderen Seite sollten wir nicht ewig einem Weg folgen, falls es wirklich nicht das Richtige für uns ist.
      Wann ein Weg wirklich nicht der Richtige ist und es sich lohnt abzubrechen und wann wir einfach nur zu wählerisch sind und zu sehr eine „Beim Nanchbarn ist das Graß immer grüner“ Mentalität verfolgen muss dann letztendlich jeder für sich entscheiden.
      LG

      Antworten
  5. Dieter
    Dieter says:

    Lieber Anchu!
    Vielen Dank für Deine wirklich äußerst interessanten Artikel, er hat mich sehr berührt ( was aufgrund des vielen wertlosen Topfens, den man da so zum Thema „Selbstverwirklichung, Persönlichkeitsentwicklung, Sinn im Leben“ ect. zu lesen bekommt, nicht so leicht der Fall ist).
    Auch Dein Artikel über das, sinngemäß, „Mann werden lernen müssen“finde ich sehr gut auf den Punkt gebracht.
    Den Beitrag, den Andre‘ formuliert hat, war für mich sehr zutreffend, mir geht es da, trotzdem ich mich bereits in meiner zweiten Lebenshälfte befinde (50+), ebenso.
    Leider bin ich aber noch nicht (oder sollte ich sagen nicht mehr?) soweit wie Andre´, da ich immer wieder mit mir und meiner „unsteten, unsicheren Lebensweise“ unzufrieden bin.
    Meine Frau hätte gerne mehr Sicherheit, was wohl in der Natur des Geschlechts liegt und daher gut verstehe, aber viel wichtiger noch, ich stelle die immerwährende Suche nach Wegen meiner Selbstverwirklichung, meiner wahren Berufung, oft, zu oft in Frage. Ein einfaches akzeptieren, wie Andre es beschreibt, habe ich geglaubt, vor ca 15 Jahren absolviert zu haben, leider muss ich mir eingestehen, umso älter ich werde, umso weiter, habe ich manchmal den Eindruck, entwickle ich mich diesbezüglich von mir weg und werde „rückfällig“..vielleicht alles ein Teil des Weges, um das von mir gesteckte Ziel, mein Selbst höchstmöglich zu entfalten und vollinhaltlich bei mir anzukommen, zu erreichen?

    Fazit ist, ich finde diese Themen hochspannend und würde diese gerne mal persönlich mit Dir diskutieren.
    Frage an der Stelle: Hast Du mal in nächster Zeit eine Reise nach Wien geplant?
    Wenn ja, würde ich Dich gerne , solltest Du Zeit und Lust auf Erfahrungs- und Gedankenaustausch haben, zu einem Essen einladen.

    Herzliche Grüße aus Wien
    Dieter

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Dieter,
      erst mal danke für das Lob. Es freut mich zu hören, dass sich mein Artikel in deinen Augen von andere abhebt.
      Zu deinem Kommentar fallen mir spontan drei Punkte ein:
      1. Ich habe das Gefühl, du hast einen Wertekonflikt. Zum einen möchtest du Freiheit, ausprobieren, experimentieren; zum anderen Sicherheit und Stabilität. Das sind für mich zwei Werte (wenn ich ich diese Eigenschaften bündle) die sich widersprechen.
      2. Ich schreibe gerade an einem Artikel, in dem ich erkläre, dass wir unsere eigene Welt, unsere eigenen Bedürfnisse oft als zu wichtig betrachten. Das heißt, wir bewerten unser eigenes Glück viel zu hoch. Das führt paradoxerweise häufig dazu, dass wir unzufriedener sind.
      3. Dass du rückfällig wirst und das Gefühl hast, dich zurückzuentwickeln klingt für mich so, als versuchst du in deinem Leben etwas zu kontrollieren, was du nicht kontrollieren kannst. Die Lösung dafür lautet meistens loslassen. Vor einigen Monaten habe ich zu dem Thema einen Artikel geschrieben, ich denke, der könnte dich interessieren:
      http://anchukoegl.com/loslassen-lernen/
      Ich hoffe, das alles hilft irgendwie weiter.
      LG

      Antworten
      • Dieter
        Dieter says:

        Lieber Anchu,
        hab vielen Dank für Deine Antwort!
        Die Punkte, die Du ansprichst, treffen es, meine ich, sehrwohl, das kann ich sehen:
        1.) Wertekonflikt: Durch meine Frau, wie erwähnt, komme ich da tatsächlich in einen, danke, dass Du mich darauf aufmerksam machst, war mir in dem Umfang so nicht bewußt! Bei dem Konflikt habe ich zwei Gedanken dazu. Einerseits möchte ich in der Weltgeschichte herumfahren und tun, was mir einfällt, andererseits denke ich mir, das dann mein Verhalten nicht partnerschaftlich orientiert und mir etwas kindlich erscheint.
        Das könnte ich tun, wenn ich ungebunden wäre, müßte mich aber gegen meine Beziehung entscheiden, was ich definitiv nicht möchte. Hier habe ich bereits eine Entscheidung getroffen, zu der ich auch gerne stehe. Alles gibt es halt nicht, das durfte ich lernen.
        Ich weiß, dass ich in einem Lernprozess stecke, oftmals aber die Klarheit verliere, was ich genau zu lernen habe!
        Habe eine Entscheidung getroffen, die mich dazu zwingt, mich zu entwickeln und neue Wege zu gehen. Wäre ich der Weltenbummler, als den ich mich manchmal gerne gesehen habe, hätte ich wohl nicht diese Entscheidung getroffen.
        Ich nehme für mich ja in Anspruch, sobald ich mir sicher bin, dass ich das eine will, handle ich ja sofort. Nur, wie Du in einem anderen Artikel bereits geschieben hast, wer weiss schon wirklich was er will, und vor Allem auch wirklich gut tut! Ich jedenfalls habe da wirklich noch viel zu lernen, da mir eben oft nicht klar ist, was dann das Richtige für mich ist.
        Dann kommt dazu, handle ich dann oft wider besseren Wissens.
        Es ist, wie eine Optimierungssucht, kaum habe ich das eine, denke ich, das muss sich doch noch optimieren lassen..und verbrenne dann zu oft sinnlos unglaublich viel Energien..dann komme ich aber auch oft dadurch auf sehr kreativie Ideen,wo ich dann wieder froh bin, nicht mit dem optimieren aufgehört zu haben.
        Stimmt, wie Du sagst, einfach widersprüchlich, da trage ich zwei Wünsche in meinem Herzen..da habe ich an meiner Klarheit zu arbeiten, fällt mir oft sehr schwer..
        kennst Du das?
        zu 2. freue mich auf diesen Artikel!
        zu 3. Habe Deinen Artikel über Loslassen gelesen, da stimme ich Dir vollinhaltlich zu.
        Denke, das dies für mich, zumindest z.ZT. nicht vordergründig das Thema ist, schließe aber nicht aus, das ich es nur nicht sehen kann..
        An materiellen Dingen hänge ich nicht, hab die zwar gern, beeinträchtigt mich aber, bei der Vorstellung, die nicht zu haben, nicht wirklich. Von einer langjährigen Beziehung, die mir nicht gut tat, habe ich mich verabschiedet, zwischenzeitlich die Liebe meines Lebens kennengelernt und geheiratet ( vielleicht verbirgt das doch ein nicht loslassen können aufgrund unbewusster Abhängigkeit?),
        beruflich mache ich, was mir gerade in den Sinn kommt und lebe auch nicht schlecht, zeitweise sogar recht gut davon( tue mir allerdings immer wieder schwer dazu zu stehen und erwarte von mir ein „erwachsenes“ Verhalten..).
        Widersprüchlich eben..
        Hoffe, bald aus diesem Karussel eine Lösung zu finden, Deine Gedanken dazu interessieren mich sehr!

        Herzliche Grüße
        Dieter

        Antworten
  6. Sascha
    Sascha says:

    Hi Anchu,

    ich kenne es aus meiner eigenen Erfahrung, dass ich oft auf ein bestimmtes Ziel hingearbeitet habe und dachte, ich würde viel glücklicher und zufriedener sein, wenn ich dieses Ziel erst einmal erreicht habe.

    Ich habe immer große Erwartungen an meine Ziele geknüpft und wenn ich sie dann erreicht hatte, habe ich jedes Mal festgestellt, dass ich hinterher trotzdem nicht glücklicher war.

    Klar, im ersten Moment habe ich mich gefreut ein bestimmtes Ziel erreicht zu haben, aber dann kam die Ernüchterung.
    Der große Wunsch glücklicher zu sein wurde nicht erreicht und dann kam die Enttäuschung und ich habe mir schnell das nächste Ziel überlegt, von dem ich davon überzeugt war, dass es beim nächsten Mal ganz bestimmt klappt mit dem „glücklicher sein“.
    Doch wieder waren die Erwartungen zu groß und es folgte die Ernüchterung.

    Und irgendwann stellte ich mir dann die Frage, was mich wirklich glücklich macht. Und daraufhin die Frage, was ich eigentlich will.

    Ich habe mich mit dieser Frage in den letzten Jahren ausgiebig befasst.
    Ich habe viel darüber gelesen, diverse Techniken angewendet, wie z.B. die Fragen: Was würde ich mit meinem Leben anfangen, wenn Geld keine Rolle spielen würde, oder was würde ich tun, wenn Scheitern ausgeschlossen wäre etc.
    Ich habe mich mit der „Was- will- ich- eigentlich- Frage“ auch mal an deinen Freund und Kollegen Tim Hamer gewendet. Er riet mir 30 Tage lang jeden Tag mindestens eine halbe Stunde lang aufzuschreiben, was ich will.

    All diese Dinge haben mir auch weitergeholfen, besonders die Übung von Tim.
    Aber all diese Dinge haben mir lediglich die grobe Richtung vorgegeben.

    Ich denke du hast Recht, wenn du sagst, dass der einzige Weg es wirklich herauszufinden ist, verschiedene Dinge auszuprobieren.

    Ich denke, dass man sich so Schritt für Schritt herantasten kann und so allmählich herausfinden kann, was man wirklich will. Und man wird ganz sicher herausfinden was man nicht will.

    In diesem Sinne… Vielen Dank für deinen Inspirierenden Artikel… und ich probiere das jetzt einfach mal aus. 😉

    Viele Grüße, Sascha

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Sascha,
      ich erkenne mich in deinen Zeilen wieder, da es mir schon oft genauso ergangen ist. Die Übung, die Tim empfiehlt, klingt ziemlich gut. Ich merke selbst, dass ich durch das viele schreiben mich besser kennenlerne. Aber ja, letztendlich bin ich der Meinung, dass es nur einen „wahren“ Weg gibt: Ausprobieren.
      LG

      Antworten
  7. Simon
    Simon says:

    Hi Anchu,
    danke für Deine guten Gedanken.
    Eine Anmerkung dazu – mit anderen Menschen zu sprechen scheint mir nicht immer hilfreich.
    Besonders bei Entscheidungen die Mut erfordern, die unkonventionell sind, die auf eine Art gegen die Norm verstossen, raten selbst gute Freunde oft ab.
    So war es bei meinem sehr frühen Schritt in die Selbständigkeit – im Nachhinein eine der besten Entscheidungen meines Lebens.
    Was sagten Deine Freunde, Deine Familie als Du nach 4 Jahren Dein Studium abgebrochen hast?
    Ich glaube bei mutigen Entscheidungen ist man oft recht einsam – erst wenn man sie getroffen hat und sich ein Erfolg einstellt versammeln sich wieder alle hinter einem.

    Ich habe noch eine ganz einfache Frage. Du sagst es hilft dir inspirierende Bücher zu lesen. Der Gedanke gefällt mir gut. Was sind Deine Top 5 Bücher, die Dich weiter gebracht haben?

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Simon,
      das stimmt. Mir ging es mit meiner Entscheidung ähnlich. Die meisten haben mir von meiner „Schnappsidee“ abgeraten. Hätte ich auf sie gehört, würde ich jetzt keine Artikel schreiben. Allerdings meine ich in dem Artikel ja nicht, dass du jegliche Menschen um ihre Meinung fragen sollst, sondern mit Menschen redest, die das, was du dir vorstellst, schon erreicht haben.
      Bücher… puhhh, gute Frage. Ich habe verschiedene Bücher gelesen, die mich zu verschiedenen Zeiten inspiriert haben.
      Ein Buch, was mir – wie so viele anderen – die Augen geöffnet hat ist „Die 4 Stunden Woche“. Viele der Beispiele und Tipps aus dem Buch sind meines Erachtens zu simpel gestaltet und funktionieren so in der Realität nicht immer. Aber das Buch hat mir damals einen Anstoß gegeben.
      Ein weiteres Buch was ich sehr mag, heißt „Lebe dein Leben, bevor es andere für dich tun“ von Gay Hendricks.
      LG

      Antworten
  8. Meli
    Meli says:

    Hey Anchu,
    mit diesem und dem letzten Artikel hast Du bei zwei Themen den Nagel präzise auf den Kopf getroffen, großes Kompliment. 🙂
    Ich glaube Träumereien von einer besseren Zukunft sind auch gute Hinweise auf Bedürfnisse, die aktuell nicht erfüllt sind. Wenn ich anfange von einem einsamen Leben in einer kanadischen Blockhütte zu träumen, weiß ich, dass ich mir einfach nur mal wieder mehr Ruhepausen vom Alltag gönnen sollte. 😉
    Die Frage, was ich will, werde ich auch nie endgültig beantworten können in meinem Leben. Sie ändert sich mit jedem Schritt, den ich vorwärtsgehe, weil ich mich dabei weiterentwickle.
    Es hilft also nichts, sich selbst Vorwürfe zu machen, weil man „DAS Richtige“ noch nicht gefunden hat (wie hat sich die Überzeugung das Richtige finden zu müssen eigentlich derart in unseren Köpfen festkrallen können?!). Was einen vor 10 Jahren noch glücklich machte kann heute völlig belanglos sein. Aber diese Erkenntnis erlangt man eben nur durch ausprobieren. 🙂
    LG Meli

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Meli,
      erst mal Danke.
      Das ist ein guter Punkt, den du erwähnst. Träumen wir von etwas, ist das häufig ein Bedürfnis, dass nicht genug beachtet wird.
      Ich denke, wir können die Frage was will ich gar nicht endgültig beantworten, da wir im konstanten Wandel sind. Und das, was uns heute glücklich macht, macht uns morgen nicht mehr glücklich. Des Weiteren denke ich, dass wir Glück sowieso zu viel Aufmerksamkeit geben und dadurch eher unglücklich sind. Anstatt dem Leben nachzugehen und es zu genießen, fragen wir uns häufig, ob es noch etwas gibt was uns zum Glück fehlt oder ob wir etwas anderes machen sollten, um noch glücklicher zu sein. Daher kommt denke ich auch die Fixierung auf dieses ich muss das Richtige finden…
      LG

      Antworten
  9. TeteGina
    TeteGina says:

    Ciao Anchu, ich finde deinen Beitrag mega interessant. Es ist nicht das Streben nach dem EINEN Ziel. Es ist die Reise…so verstehe ich deine Worte. Und auf dieser Reise eben alles auszuprobieren, was geht. Bei einigen Stationen halte ich mich länger auf – bei anderen Stationen ist mein Aufenthalt begrenzt. Wichtig ist doch, wie ich mich dabei fühle. Ich habe überhaupt nichts gegen Ziele, solange ich meinem Kopf flexibel bleibe. Es gibt für mich keine „falschen“ Entscheidungen. Wie du schon schreibst, was mir heute gefällt kann morgen schon anders sein. Aber das macht mich nicht unglücklich, sondern neugierig! Buona giornata Tete

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    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Tete,
      danke. Ja, das mit den Ziele ist so eine Sache. Egal, was wir machen, letztendlich geht es darum, dass wir uns auf der Reise so annehmen wie wir sind und nicht dauernd glauben, wir müssen noch dieses oder jenes erreichen bevor wir glücklich sind.
      LG

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  10. Conny
    Conny says:

    Ausprobieren finde ich richtig und wichtig.
    Was ich allerdings etwas schwerer finde, ist sich in manchen Fällen einzugestehen, dass man das was man da ausprobiert hat, dann doch nicht möchte. Oder vielleicht doch?
    Beispiel: Ich lebe auf einem Reiterhof weil ich dort leben wollte und ich Pferde liebe, immer schon. Nachdem unsere alten Pferde gestorben sind, war nur noch das Pony meiner Tochter übrig und ich fühlte mich irgendwie ausgeschlossen aus dem Großen und Ganzen. Die anderen sind ausgeritten, ich blieb auf dem Hof etc. pp. Andererseits war ich aber auch zufrieden aufgrund der Tatsache, dass ich nun keine so große Verantwortung und finanzielle Belastung mehr hatte. Ich habe es genossen, mir monatlich mehr Geld auf die hohe Kante legen zu können.
    Dann aber, ließ ich mich, weil ich mich ja ausgeschlossen fühlte, überreden (da bedurfte es allerdings nicht viel), mir wieder ein eigenes Pferd zu kaufen und war mit der Entscheidung auch glücklich. Jetzt aber merke ich wieder deutlich, dass ich ohne Pferd auch sehr glücklich wäre und eigentlich keine Zeit habe, meine Zeit anders verbringen würde etc. Aber an anderen Tagen liebe ich mein Pferd und das Reiten auch wieder…….ein Lebewesen abgeben und es dann eventuell wieder bereuen? Ich glaube es ist genau so wie mit dem Kinderkriegen, das Abgeben ist schwer wenn man ein Pferd einmal hat. Wobei ich mein Pferd natürlich verkaufen könnte. Aber will ich das wirklich? 🙂

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    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Conny,
      ich verstehe, worauf du hinaus willst. Für jede Entscheidung zahlen wir einen Preis. Und meistens können wir nicht alles haben, was wir wollen. Es gibt also auch Punkte im Leben, wo wir sagen müssen: „Ok, es ist zwar nicht perfekt, aber das nehme ich jetzt so hin und höre auf, mir jeden Tag Gedanken zu machen, ob es anders nicht doch irgendwie besser wäre.“ Verstehst du?

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  11. Karl
    Karl says:

    Hallo Anchu,

    toller Artikel. Aber naja das mit dem Ausprobieren ist so eine Sache. Ich habe viele verschiedenste Interessen und es gab schon viele so unterschiedliche Situationen in denen ich (nicht nur für den Moment) Glück empfunden habe. Nun ist es für mich einfach ausgesprochen schwer herauszufinden in welche Richtung mein Leben verlaufen soll. Einerseits finde ich mein Leben so wie es ist ganz gut aber ich merke auch ,dass ich noch lange nicht auf der richtigen Spur zur Zufriedenheit bin. LG

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    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Karl,
      ich verstehe. Wie du zufrieden du bist, hängt nicht nur von deinen Lebensumständen ab. Du kannst das genau richtige machen, aber wenn du zu hohe Erwartungen an das Leben hast, dich ständig vergleichst oder nicht loslassen kannst, wirst du kaum dauerhaft zufrieden sein. Vielleicht bist du also schon auf dem richtigen Weg, siehst es nur nicht…
      LG

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