Welcher Beruf passt zu mir? Eine erstaunliche Antwort

welcher-beruf-passt-zu-mir-7Welcher Beruf passt zu mir? Diese Frage ist häufig schwieriger zu beantworten als die letzte Frage bei „Wer wird Millionär“.

Und nein, der Publikumsjoker wird dir diesmal nicht weiterhelfen.

Falls du kein Lottogewinner bist und auch keine reiches Erbe in Aussicht hast verbringst du wahrscheinlich einen Großteil deiner Zeit mit Arbeit. Und deshalb gibt es kaum etwas, das einen größeren Einfluss auf dein Leben hat, als deine Berufswahl. Nur die Marke deines Frühstücksmüslis ist unter Umständen noch ein wenig wichtiger…

Lange Zeit war ein Großteil der Menschheit von der bloßen Sicherung ihrer Existenz stark in Anspruch genommen. Die Frage nach dem passenden Beruf konnte sich deshalb kaum jemand stellen. Doch die Zeiten haben sich geändert und heutzutage können sich viele Menschen in der westlichen Welt dieser wichtigen Frage widmen.

Leider begehen viele Menschen bei der Berufswahl immer noch einen großen Denkfehler. Sie glauben, dass es in Ordnung ist, einer Arbeit nachzugehen, die ihnen nicht gefällt, so lange sie sich das Leben leisten können, das sie sich wünschen.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien beweisen allerdings, dass unser Einkommen kaum Einfluss auf die Zufriedenheit mit unserem Beruf hat. Auch die Korrelation zwischen Einkommen und wahrgenommen Glück ist laut Studien äußerst begrenzt.1

Trotz dieser Erkenntnisse entscheiden sich immer noch viele Menschen für einen Beruf aufgrund des Einkommens oder anderer externer Motive, wie zum Beispiel sozialer Anerkennung oder Sicherheit. Doch eine Berufswahl, die auf externen Motiven wie Geld, Anerkennung oder Sicherheit basiert, führt häufig zu Unzufriedenheit und viele bereuen ihre Wahl im Nachhinein. So erging es auch mir vor einiger Zeit …

In diesem Artikel wirst du deshalb erfahren, welche Faktoren wichtig sind, damit ein Beruf dich erfüllt, und wie du einen Beruf findest, der zu dir passt. Was ich allerdings nicht verraten werde ist die Marke meines Frühstücksmüslis … Ich bin ein Schuft, ich weiß.

Dieser Artikel besteht aus drei Teilen:

  1. Intrinsische Motivation
  2. Der Einfluss deines Umfelds
  3. Welchen Preis bist du bereit zu zahlen?

Welcher Beruf passt zu mir? Intrinsische Motivation

Es gibt viele Faktoren die einen Einfluss darauf haben können, wie gut dir ein Beruf gefällt:

  • Das Arbeitsklima
  • Dein Chef
  • Die Arbeitszeiten
  • Die Qualität des Kaffees
  • Die Farbe Büroteppichs

Doch der mit Abstand wichtigste Faktor ist die intrinsische Motivation. Menschen, die einen Beruf intrinsisch motiviert wählen, sind nachweislich glücklicher, arbeiten bis zu drei mal motivierter und sind zufriedener mit ihrem Beruf.2

Doch was bedeutet überhaupt diese intrinsische Motivation? Das Wort intrinsisch kommt aus dem lateinischen und bedeutet so viel wie „von innen heraus“. Intrinsische Motivation bedeutet somit, dass wir etwas aus einer inneren Motivation heraus tun – weil wir daran Spaß haben, weil es uns sinnvoll erscheint oder weil es eine Herausforderung darstellt.

Ein gutes Beispiel für intrinsische Motivation sind zum Beispiel Hobbys. Wir brauchen für die Aktivität keinen externen Anreiz, da die Aktivität selbst die Belohnung ist.

(Mehr zu dem Thema intrinsische und extrinsische Motivation erfährst du in diesem Artikel.)

Doch was bedeutet es genau, für einen Beruf intrinsisch motiviert zu sein? Schließlich gehen wir einer Arbeit ja nicht nach, weil uns langweilig ist oder wir so unheimlich nett sind, sondern weil wir Geld verdienen wollen. Und Geld ist ja ein externer Anreiz, somit also eine Form von extrinsischer Motivation.

Dass wir für eine Arbeit intrinsisch motiviert sind bedeutet, dass wir nicht nur wegen des Geldes arbeiten. Abgesehen von einem Gehalt interessiert uns die Arbeit, erscheint uns sinnvoll, stellt eine Herausforderung dar oder macht uns vielleicht sogar hin und wieder Spaß.

Ich bin zum Beispiel intrinsisch motiviert für das Schreiben. Das Schreiben von Artikeln und Büchern erscheint mir sinnvoll und stellt für mich immer wieder eine Herausforderung dar; ich gehe beim Schreiben vollkommen auf und vergesse häufig Zeit und Raum. Doch sicherlich würde ich nicht so verdammt viel Zeit und Energie ins Schreiben investieren, wenn es nicht auch mein Job wäre.

Ich bin für das Schreiben intrinsisch motiviert.

welcher-beruf-past-zu-mir-3

Das heißt, ich bin für meine Arbeit intrinsisch motiviert, mache sie aber trotzdem wegen des Geldes. Ich denke, du verstehst, was ich dir mitteilen möchte.

Intrinsische Motivation ist sicherlich nicht der einzige Faktor, der einen erfüllenden Beruf ausmacht, doch es ist der mit Abstand wichtigste. Bevor ich mich mit dieser Webseite selbstständig gemacht habe, habe ich einige Monate in einem Start-up Unternehmen in Berlin gearbeitet.

Die Hierarchien waren flach, die Stimmung locker und das Arbeitsklima war super. Viele der Mitarbeiter waren befreundet und trafen sich auch in ihrer Freizeit. Das Büro war ein riesiges Loft und es gab einen Billardtisch, Kicker und alle möglichen Getränke umsonst. Nach 18 Uhr sogar Bier …

Doch obwohl die Rahmenbedingungen sehr gut waren, musste ich mich nach einigen Monaten regelrecht zur Arbeit quälen. Der Grund dafür: die Arbeit hat mich nicht interessiert, war monoton und stellte keine Herausforderung dar.

Gerade am Anfang des Prozesses der Berufsfindung kannst du somit die Frage „Welcher Beruf passt zu mir?“ gut durch die Frage „Für was bin ich intrinsisch motiviert?“ ersetzten.

Leider ist es häufig einfacher, einen doppelten Rückwärtssalto mit Schraube zu machen, als herauszufinden, für was wir intrinsisch motiviert sind und für was wir brennen. Auch ich habe lange gebraucht, bis ich es herausgefunden habe.

Falls du herausfinden möchtest, für welchen Beruf du intrinsisch motiviert sein könntest, kannst du dir folgende Frage stellen:

Was würdest du tun, wenn du mehr als genug Geld hättest?

Vielleicht sind deine ersten Gedanken: Strand! Hängematte! Cocktails! Nichts tun!

Das kann ich nachvollziehen. Doch falls du mal längere Zeit in deinem Leben nichts getan hast, dann wirst du wahrscheinlich wissen, dass das dauerhaft nicht erfüllend ist.

Wir Menschen haben einen natürlichen Drang, etwas zu tun. So sind Ziele umzusetzen, effektiv zu sein, Dinge zu ändern und Dinge zu beeinflussen grundsätzliche Bedürfnisse des menschlichen Gehirns.3

Nichts tun macht also nicht glücklich! Zumindest die meisten von uns nicht.

Überlege also mal, was du mit deiner Zeit anstellen würdest, wenn du nicht mehr für Geld arbeiten würdest. Als ich nicht wusste, was ich beruflich machen wollte, habe ich mir diese Frage immer wieder gestellt – und mit der Zeit eine immer genauere Antwort bekommen.

Herauszufinden, für was du intrinsisch motiviert bist, ist der wichtigste Schritt, um einen für dich erfüllenden Beruf zu finden. Was uns leider häufig davon abhält und uns das Leben schwer macht, ist der Einfluss unseres Umfelds.

Der Einfluss deines Umfelds

Als Kinder sind wir frei. Wir tun Dinge, die uns Spaß machen, die uns interessieren und die für uns eine Herausforderung darstellen. Doch je älter wir werden, desto verkrampfter und ernster werden wir häufig. Wir hören auf, die Dinge zu tun, die uns interessieren und stattdessen funktionieren wir nur noch.

Das liegt zu einem großen Teil an unserer Gesellschaft. Es ist gut möglich, dass dir von klein auf erzählt wurde, dass es wichtig ist, einem guten und vernünftigen Job nachzugehen.

Falls du deinen Eltern und Verwandten also erklärt hast, dass du Lehrer, Arzt oder Pilot werden möchtest, waren sie wahrscheinlich zufrieden. Falls du aber voller Enthusiasmus verkündet hast, dass du Schauspieler, Kokosnuss-Sicherheitsbeauftragter oder Wasserrutschen-Tester werden möchtest, fanden sie das wahrscheinlich nicht so lustig …

Ich habe in meinem Leben viel zu häufig gehört, dass sich Menschen aufgrund ihres Umfelds gegen ihre Interessen entschieden haben. Anstatt das Studium oder den Beruf zu wählen, der sie interessiert, haben sie sich auf Rat ihrer Eltern, Verwandten oder Freunde für etwas „Vernünftiges“ entschieden. Und sind mit ihrer Entscheidung so unzufrieden wie die meisten Teenager mit ihrem Liebesleben.

Doch egal, wie wichtig dir deine Eltern, Verwandten oder Freunde sind, es geht hier um dein Leben. Es geht darum, dass du mit deiner Berufswahl zufrieden bist – nicht dein Papa, Onkel Ludwig oder dein scheiß Teddybär.

(Mehr über die Unzufriedenheit vieler Berufseinsteiger erfährst du in diesem Artikel des Spiegels.)

Ich behaupte nicht, dass du keine Tipps von anderen annehmen sollst. Ich behaupte auch nicht, dass du jegliche Vernunft über Bord werfen sollst, nur um deinem Traum nachzugehen. Doch ich behaupte, dass es mittlerweile genug Möglichkeiten gibt, um einen Beruf zu finden, der dich erfüllt und dir gefällt und mit dem du genug Geld verdienen kannst.

Geld sollte nicht die einzige Motivation für deine Arbeit sein.

welcher-beruf-past-zu-mir-6

Und selbst wenn du dich gegen die Meinungen und Tipps deines Umfeldes entscheidest, im Nachhinein werden sie es dir wahrscheinlich nicht übel nehmen. Als ich mich dazu entschlossen habe, mein Studium abzubrechen und mich mit dieser Seite selbstständig zu machen, haben mir die meisten Menschen, die ich kannte, davon abgeraten. Jetzt, wo ich es „geschafft“ habe, sagen viele dieser Leute, dass ich damals die richtige Entscheidung getroffen habe. So sind wir Menschen nun mal …

Viele Multimillionäre sind Sportler, Künstler, Kreative oder machen etwas, das man noch nicht mal genau beschreiben kann. Sie sind ihrer Leidenschaft gefolgt und sind damit erfolgreich geworden. Doch sei dir sicher, dass viele von ihnen sich erst mal gegen die Ratschläge ihres Umfelds entschieden haben.

Falls du dich also gerade fragst, welcher Beruf zu dir passt und was du beruflich machen möchtest, sei dir bewusst darüber, dass dein Umfeld einen massiven Einfluss auf dich hat.

Aus diesem Grund rate ich dir, dich für eine Zeit von diesem Einfluss zu lösen. Du kannst dies als reines Gedankenspiel betreiben. Stelle dir vor, egal was du tust, dein Umfeld wird dich dabei unterstützen und dich für deine Entscheidung bewundern.

Löse dich für eine gewisse Zeit von der Meinung deines Umfelds und der Gesellschaft. Scheiß darauf, was andere als den richtigen Beruf empfinden und überlege mal, was du gerne machen würdest. Sei gedanklich frei. Ich bin mir sicher, du wirst einige interessante Erkenntnisse haben.

Welchen Preis bist du bereit zu zahlen?

Anders als wir manchmal glauben, hat in diesem Leben alles einen Preis. Dieser Preis kann häufig Energie, Zeit oder Geld bedeuten. Manchmal ist der Preis aber auch, dass wir auf etwas anderes verzichten müssen. Und das ist ein wichtiger Punkt, den du beachten solltest.

Egal mit welchem Beruf du liebäugelst, sei dir bewusst darüber, dass du für deine Wahl einen gewissen Preis zahlen wirst.

  • Falls du Arzt werden möchtest, stehen erst mal 10 Jahre Studium und Assistenz an.
  • Falls du Fitnessmodell werden möchtest, schreib die Pizzas, Partys und Eiscreme ab – dauerhaft.
  • Falls du einen sicheren Job als Beamter willst, vergiss Dinge wie Abwechslung und Herausforderungen und stelle dich auf eine Menge Monotonie ein.
  • Falls du dich selbstständig machen möchtest, wirst du gerade am Anfang einige schlaflose Nächte und finanzielle Sorgen kaum vermeiden können.

Ich bin mir sicher, dass mich einige Menschen wegen meines Berufs beneiden. Ich kann arbeiten, wann ich will und wo ich will. Doch dafür zahle ich einen Preis.

Ich kann dank meiner Arbeit leben, wo ich will. Doch dafür zahle ich einen Preis.

welcher-beruf-past-zu-mir-4

Fangen wir damit an, dass ich das Risiko auf mich genommen habe, mein Studium abzubrechen und mich selbständig zu machen. Ich habe eineinhalb Jahre einen Großteil meiner Zeit und Energie in meine Webseite gesteckt, ohne dafür einen Cent zu sehen und ohne die Garantie zu haben, dass ich jemals einen Cent damit verdienen werde.

Ich musste das Schreiben lernen, mir viel Wissen über Psychologie und die menschliche Natur aneignen, Online-Marketing lernen und mich mit Software und Computer-Programmen herumprügeln – um nur einiges aufzuzählen.

Hinzu kommt, dass ich kein festes Einkommen habe, die meisten Menschen nicht nachvollziehen können, was ich beruflich mache und es mir häufig schwer fällt abzuschalten, da meine Gedanken, Gefühle und Erfahrungen ein Teil meiner Arbeit sind.

Trotzdem liebe ich meinen Beruf und ich bin gerne bereit, diesen Preis zu zahlen. Vielleicht wäre dir persönlich dieser Preis zu hoch. Vielleicht auch nicht. Das musst du entscheiden. Egal für welchen Beruf du dich entscheidest, du wirst einen gewissen Preis dafür zahlen.

Die Mühe lohnt sich

Den richtigen Beruf zu finden ist häufig ein langer, komplizierter und anstrengender Prozess. Doch die Mühe lohnt sich. Kaum etwas hat mein Leben mehr verändert, als einen Beruf zu finden, der mich erfüllt.

Es gibt kaum ein besseres Gefühl, als morgens aufzuwachen und zu denken: „Scheiße ja, ich freue mich aufs Arbeiten!“

Ich kenne zu viele Menschen, die sich tagein, tagaus zur Arbeit quälen und ihr einziger Lichtblick ist das Wochenende. Das ist verdammt traurig, denn das Leben hat so viel mehr zu bieten. Und selbst wenn Arbeiten nicht immer Spaß macht – auch du kannst einen Beruf finden, dem du gerne nachgehst.

Den schnellsten Weg, um einen für dich erfüllenden Beruf zu finden und worauf du bei der Suche wirklich achten musst, erfährst du in meinem Ratgeber „Berufliche Selbstverwirklichung“. Der Ratgeber gibt dir konkrete Tipps und Ratschläge. Du kannst ihn dir kostenlos als PDF herunterladen. Du wirst erfahren:

  • Welcher Beruf passt zu mirWarum Geld und andere externe Motive dazu führen, dass du dich für den falschen Beruf entscheidest.
  • Warum versunkene Kosten und das Phänomen der Verlustaversion dich in deinem jetzigen Beruf gefangen halten.
  • Warum es nicht darum geht, deine Leidenschaft zu finden.
  • Wie du Schritt-für-Schritt einen für dich erfüllenden Beruf findest.

Gib deine E-Mail Adresse ein und du bekommst den Ratgeber
sofort kostenlos zugeschickt.

 

  1. Daniel Kahneman & Angus Deaton (2010). High income improves evaluation of life but not emotional well-being. Proc Natl Acad Sci U S A. 2010 Sep 21; 107(38): 16489–16493.
  2. Yoon Jik Cho & James L. Perry(2012). Intrinsic Motivation and Employee Attitudes. Review of Public Personnel Administration December 2012 vol. 32no. 4 382-406
  3. Bandura, A. (1977) Self-Efficacy: Toward a Unifying Theory of Behavioral Change. ) Psychological Review 84, S. 191-215 und Bandura, A. (1982) Self-Efficacy: Mechanism in Human Agency. Amercian Psychologist 37, S. 122-147
15 Kommentare
  1. Claudia
    Claudia says:

    Hallo Anchu,
    ich hab deinen Blog gerade erst entdeckt und bin begeistert! Ich mag deinen frechen und direkten Schreibstil, der ist irgendwie anders als die der meisten anderen Blogger.
    In diesem Artikel find ich vor allem die Sache mit dem Umfeld interessant. Das trifft nämlich voll auf mich zu…

    Antworten
  2. Felix
    Felix says:

    Hallo Anchu,
    Danke für diesen tollen Artikel. Ich frage mich gerade selbst, wie es beruflich bei mir weitergeht. Bei vielen Interessen und vielen Talenten ist es schwierig eine Entscheidung zu treffen und dann auch dabei zu bleiben. Wie du so schön schreibst, Viele Multimillionäre haben einfach gemacht, was sie angetrieben hat. Das motiviert. Mach weiter so!

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Felix,
      das mit den vielen Interessen kenn ich. Ich bin der Meinung, dass es wichtig ist, sich beruflich für eines zu entscheiden. Und dann kann man ja in seiner Freizeit den restlichen Interessen nachgehen. Ich versuche z.B auch nicht alle meine Interessen in einem Beruf zu kombinieren…
      Aber keine Sorge, bis man herausfindet, was diese eine Sache sein könnte, braucht man häufig ein wenig – und häufig muss man auch erst einiges ausprobieren.
      Das wird schon!
      LG

      Antworten
  3. Kieran
    Kieran says:

    Hey Anchu,

    sehr guter Artikel! Gefällt mir:) Ich sehe mich darin auch häufig wieder. Und dennoch fällt es mir schwer, jetzt aus der Situation heraus zu sagen, was ich wirklich machen möchte, um glücklich mit meiner Arbeit zu sein.

    Ich bin 25 und mache zurzeit eine Ausbildung zum Diätassistenten. Gerade erst angefangen. Klar interessiert mich die Ernährung und das alles, aber vieles was der Beruf beinhaltet geht mir praktisch am Arsch vorbei. Aber das darf ja nicht sein, weil gefordert wird, dass wir auch die Dinge können müssen, die uns nicht so wirklich interessieren. Und da stehe ich dann wieder an dem Punkt wo ich mir die Frage stelle, ist es wirklich das richtige was ich hier gewählt habe? Wieder 3 Jahre Zeit verschwenden?

    Mich packt das Schreiben genauso wie dich. Wenn ich einmal dabei bin, dann fließt es einfach so aus mir heraus und ich mache es verdammt gerne. Und in dem Bereich würde ich mich sehr gerne Selbstständig machen.

    Aber so wie du schon so gut in deinem Artikel erwähnt hast, gibt es immer wieder Einflüsse von außen, die uns von unserem eigentlichen Weg abbringen. Heute hab ich noch die Motivation dazu, morgen gibt sich mein inneres damit zufrieden wie alles ist und die Motivation dazu, sich sein eigenes Online Buisness aufzubauen ist flöten gegangen und man lässt sich lieber hängen und macht stattdessen gar nichts.

    Das alleine aber zu erkennen und trotzdem das Gegenteil zu machen, dass erweist wahre Stärke. Und eben auch einen hohen Preis dafür zu bezahlen. Das ist auch noch etwas, was ich mir wirklich vergegenwertigen muss, um zu realiseren, was ich wirklich will und wie ich voran komme, um nicht weiter stecken zu bleiben.

    Liebe Grüße

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Kieran,
      ich denke, dass du schon relativ weit bist im diesen Prozess, da du schon herausgefunden hast, dass dir das Schreiben liegt. Der Punkt ist der: Dank dem Internet, kannst du dir ein Online Business aufbauen ohne Kapital. Und du musst deshalb auch nicht dein jetzigen Job/Ausbildung hinschmeißen, sondern kannst es nebenher ausprobieren. Denn letztendlich sieht unser „Traumjob“ in unserer Fantasie sowieso immer anders aus als in der Realität. Das heißt, dass es wichtig ist, etwas auszuprobieren, denn nur so können wir letztendlich herausfinden, ob es das ist, was wir machen wollen.
      LG

      Antworten
  4. Andy
    Andy says:

    Hey Anchu,

    toller Artikel mal wieder:)

    Ich (28) habe auf meinem Weg zum passenden Beruf eine kleine Odyssee hinter mir und bin eigentlich immer noch auf dieser…
    Als Jugendlicher mit gutem Realschulabschluss konnte ich mich gar nicht mit den ganzen Berufsmöglichkeiten anfreunden und hab erst mal einfach weitergemacht in diesem Schulsystem… „Irgendwann weiß ich schon was ich will.“ Somit gings hoch bis zum BWL-Studium, das mich nach 3 Semestern so dermaßen angekotzt hat, dass ich es abbrach. Danach suchte ich zumindest danach was mich wirklich interessieren könnte und fand die Themen mit dem sich die Soziale Arbeit beschäftigt ziemlich interessant und zudem dachte/hoffe ich, es würde da bisschen menschlicher und angenehmer zugehen. Naja, jedenfalls falsch gedacht irgendwie. Dies gestehe ich mir aber erst jetzt so richtig ein, nachdem ich fertig studiert habe und mittlerweile zwei weniger tolle Jobs hinter mir habe…
    Jetzt steh ich vor der Herausforderung der erneuten beruflichen Umorientierung und bau gerade an einem eigenen Blog und so. Menschen vorantreiben ist schon mein Ding… Mal schauen wo es hingeht. Die Sache mit dem Blog aufzubauen ist wirklich viel Arbeit und viele Herausforderungen sind zu überwinden. Aber es geht stetig voran, allerdings auch seeehr langsam. (Was auch an meiner noch stümperhaften Seite erkennbar ist, aber ein Klick auf das Bild lohnt sich;) )

    Viele liebe Grüße
    Andy

    Antworten
  5. Susanne Bregenzer
    Susanne Bregenzer says:

    Hi Anchu!

    Mir gefällt Dein Schreibstil sehr gut! Ich habe Deine Seite gerade erst gefunden und werde auf jeden Fall weiter stöbern!
    Zum Artikel: ich bin so aufgewachsen, dass mir meine späten Hippie-Eltern immer sagten: du musst etwas machen, das dich erfüllt, bei dem du also, um zum Thema zu kommen „intrinsisch motiviert“ bist:-)
    Ich fand das zu einseitig im Nachhinein. Es ist schön, wenn man Tänzer, Sänger, Musiker, Eurythmist, Schrifsteller oder Mutter von Beruf ist. Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem möchte man Anerkennung, Resonanz für das, was man tut! Man möchte wichtig für die Gesellschaft sein und man möchte dies spüren.
    In dieser Gesellschaft ist halt aber nun mal das Geld eine Form der Anerkennung. Verdienst du viel, hast du etwas
    Tolles geleistet. Verdienst du wenig, hast du einen minderwertigen Job und bist nicht so wichtig.
    Es mag uns nicht gefallen, aber es ist so.
    Als Erzieherin und jetzt vollzeit Mutter von 3 Söhnen, weiss ich, das es nicht reicht etwas zu tun, was einem sinnvoll und wichtig und gut erscheint: man muss auch das Gefühl haben, die Gesellschaft sieht es auch als sinnvoll und wichtig.

    Wenn ich also von Morgens bis Abends arbeite (für meine Familie) und bei 3 Kindern ist das so! Und dann an der Kasse von Aldi stehe und das Geld nicht reicht, dann könnte ich dort heulend zusammenbrechen.

    Also meine Meinung: Intrinsisch ist gut, aber Extrinsisch(so war das Wort?) bitte, bitte nicht Acht lassen!

    ganz liebe Grüße
    danke für diesen Blog
    Susanne Bregenzer

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Susanne,
      hier muss ich dir teilweise widersprechen.
      Das jemand der wenig verdient, automatisch einen minderwertigen Job hat, stimmt nicht. Es gibt genug kreative, Künstler, Sportler die geachtet und respektiert werden, obwohl sie nicht die Welt verdienen. Geld ist eine Form von Anerkennung, längst aber nicht die Einzige (Zum Glück). Immer häufiger wird auch nicht Geld, sondern Zeit als der neue Luxus gesehen.
      LG

      Antworten
      • Susanne
        Susanne says:

        Hey Anchu!

        Es ist nicht meine Meinung, das Leute, die wenig Geld verdienen, minderwertige Arbeit tun. Es gibt sehr viele Künstler, die verkannt wurden oder wenn man all die Sozialdienste anschaut. Dann auch Mütter.

        Wie sollte unsere Gesellschaft ohne diese Personen weiterexistieren? ich sage nur, das Geld eine eine Art der Anerkennung ist, die diesen Personen leider nicht zukommt. Und das wirkt sich auch auf die Zufriedenheit aus, da bin ich mir sicher. Zumindest über längere Zeit.

        liebe Grüße
        Susanne Bregenzer

        Antworten
  6. Digital Nomadist
    Digital Nomadist says:

    Wird Zeit, das endlich das Bedingungslose Grundeinkommen eingeführt wird. Dann hätten wir beruflich sehr viel mehr Freiräume das zu Schaffen, was wir wirklich wollen, anstatt aus reiner Existenzangst immer nur auf die Sicherheit fokussiert zu sein und damit dann mit unserer Tätigkeit zwangsläufig irgendwie unglücklich zu werden.

    Antworten
  7. Jessy
    Jessy says:

    Hallo Anchu,

    Habe deinen Blog gerade entdeckt und bin bisher begeistert. Auch der verschiedenen Themen wegen. Aktuelles Thema bei mir: zurück in die Arbeitswelt. Noch habe ich 8 Monate Elternzeit bevor ich in die Werkstatt zurück muss, aber nicht unbedingt möchte. Nun aber die Frage: Was denn dann?
    Werde deinen Ratgeber lesen und hoffe dann etwas klarer zu sehen.

    Antworten

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.