3 Dinge, die du wissen musst, um deine Bindungsangst zu überwinden

In diesem Artikel erfährst du die häufigsten Symptome von Bindungsangst und drei verschiedene Wege, wie du deine Bindungsangst überwinden kannst.

Bindungsangst überwindenDie meisten Menschen wünschen sich eine erfüllte Beziehung. Tiefsinnige Gespräche, intensive Liebesnächte, romantische Sonnenuntergänge, Frühstück im Bett – du weißt, was ich meine. Doch nicht wenige Menschen haben auch genau davor Angst.

Diese Form von Angst bezeichnet man als Bindungsangst. Bindungsangst bedeutet, dass wir uns nach Nähe und Liebe sehnen, damit aber dauerhaft nicht umgehen können. Ja, wir Menschen sind kompliziert.

Falls du eine gewisse Angst vor Nähe hast, dir aber eine erfüllte Beziehung wünschst, ist es wichtig, dass du deine Bindungsangst überwindest. Denn Menschen mit Bindungsangst sabotieren häufig unbewusst ihre Beziehungen oder suchen sich immer wieder emotional nicht verfügbare Menschen aus, so dass eine Beziehung erst gar nicht zustande kommt.

Wie die meisten Ängste, können wir auch unsere Bindungsangst überwinden. Dies impliziert vor allem, dass wir loslassen. Loslassen von alten Mustern, von falschen Erwartungen und vor allem von Ängsten. Denn hinter der Bindungsangst stecken häufig andere Ängste, wie zum Beispiel:

  • Angst davor, verletzt oder enttäuscht zu werden.
  • Angst davor, etwas zu verpassen.
  • Angst, nicht gut genug zu sein.

In diesem Artikel möchte ich dir erklären, wie du deine Bindungsangst überwinden kannst.

Erfahre:

  • Die verschiedenen Symptome von Bindungsangst
  • Die vier Ursachen für Bindungsangst
  • Drei Wege, wie du deine Bindungsangst überwinden kannst

Bindungsangst: Symptome

Wenn man ein Problem lösen möchte, ist der erste und häufig schwierigste Schritt zu realisieren, dass man eines hat. Bevor du deine Bindungsangst überwinden kannst, musst du also erst mal verstehen, dass dich das Thema überhaupt betrifft – und das ist manchmal gar nicht so simpel. Im Folgenden deshalb einige typische Symptome für Bindungsangst:

Eines der häufigsten und auch eindeutigsten Symptome von Bindungsangst ist, dass wir immer wieder an Menschen geraten, die emotional nicht verfügbar sind. Wir suchen uns also intuitiv Menschen aus, die sich gar nicht auf Nähe einlassen können oder wollen, damit wir uns gar nicht erst mit unserer Bindungsangst konfrontieren müssen.

Bindungsangst überwinden 5

Ich höre häufig von Leuten, dass sie sich immer in Menschen vergucken, die schon vergeben sind.

Woran liegt das?

Antwort A: Alle guten, interessanten und attraktiven Männer und Frauen auf dieser Welt sind bereits vergeben. Sorry, für dich ist leider niemand mehr übrig.

Du lachst? Diese Aussage – leicht abgewandelt – höre ich öfter.

Antwort B: Die Betroffenen haben eine gewisse Bindungsangst und „verlieben“ sich deshalb unbewusst immer wieder in Menschen, die emotional nicht oder nur bedingt verfügbar sind.

Müsste ich mich für eine Antwort entscheiden, ich würde B wählen.

Ein ähnliches Muster lässt sich erkennen, wenn du dich immer wieder in Menschen verliebst, die nicht an dir interessiert sind. Sicherlich kann das ab und an passieren – wer war denn bitte nicht schon mal unglücklich verliebt? – aber wenn dieses Muster immer und immer wieder auftritt, würde ich mir Gedanken darüber machen.

Wie schon erwähnt, der erste Schritt, um deine Bindungsangst überwinden zu können, ist zu verstehen, dass es dich betrifft.

Weitere Symptome für Bindungsangst können sein:

  • Extrem hohe Erwartungen an den Partner zu haben.
  • Unter sexuellen Problemen zu leiden.
  • Das Schwanken zwischen dem Bedürfnis nach extremer Nähe und großer Distanz.
  • Immer wieder in einer On-Off Beziehungen zu landen.
  • Über eigene Gefühle nicht reden zu können/wollen.
  • Angst davor, sich festzulegen, verlassen zu werden oder etwas zu verpassen.
  • Viele wechselnde Beziehungspartner zu haben.

Ich schreibe, dass dies Symptome für Bindungsangst sein können, keinesfalls müssen. Es ist nicht einfach, eine Grenze zu ziehen zwischen Bindungsangst und gesunden Ansprüchen an einen Partner und der Beziehung.

Lasse ich mich nicht auf eine Beziehung ein, weil ich nicht den richtigen Partner kennenlerne oder weil ich Bindungsangst habe?

Das ist unter Umständen schwieriger zu beantworten als die letzte Frage bei „Wer wird Millionär?“. Und Joker gibt es diesmal keine.

Nur weil du in den letzten drei Jahren in keiner festen Beziehung warst und einige (oder viele) Affären hattest, muss das noch lange nicht heißen, dass du unter Bindungsangst leidest. Es ist auch gut möglich, dass der richtige Partner schlichtweg nicht dabei war oder du dich in einer Lebensphase befindest, in der es dir gerade gut tut, Single zu sein und herauszufinden, was du eigentlich willst. Und wie man so schön sagt: Alleine zu sein heißt noch lange nicht, dass man auch einsam ist.

Genauso wenig schließt eine Beziehung Bindungsangst aus. Nur weil du seit drei Jahren in einer Beziehung bist, muss das also noch lange nicht bedeuten, dass du keine Bindungsangst hast. Es gibt Beziehungen, in denen herrscht eine Gefühlskälte ähnlich der Außentemperatur am Nordpol und wahre Nähe kommt so selten vor wie ein motiviertes Gesicht unter Fließbandarbeitern am Montagmorgen.

Danke Anchu! Jetzt bin ich noch verwirrter als vorher!

Gern geschehen!

Wie kannst du also herausfinden, ob du von Bindungsangst betroffen bist?

Ein guter Indikator für Bindungsangst sind sich wiederholende Muster. Wenn du dich zum Beispiel – wie vorher erklärt – immer wieder in Menschen verliebst, die emotional nicht oder nur bedingt verfügbar sind.

Oder wenn du in jeder deiner vergangenen Beziehungen nach einer gewissen Zeit oder vor einer wichtigen Entscheidung (z.B. dem Zusammenziehen) einen Rückzieher gemacht hast.

Ähnlich sieht es aus, wenn all deine Beziehungen am gleichen Grund gescheitert sind oder aus dem gleichen Grund gar nicht zustande gekommen sind.

Falls du dir eine erfüllte Beziehung wünschst und diese immer wieder an den ähnlichen Mustern scheitert oder aus ähnlichen Gründen gar nicht zustande kommt, ist es wahrscheinlich, dass du eine gewisse Bindungsangst hast.

Trifft das auf dich zu, dann geht es darum, die Ursachen deiner Bindungsangst zu verstehen und ihnen entgegenzusteuern. Wie du das genau machst und wie du deine Bindungsangst überwinden kannst, sehen wir im Folgenden.

Bindungsangst überwinden: Vier Ursachen von Bindungsangst

Falls du deine Bindungsangst überwinden möchtest, ist es wichtig, dass du deren Ursachen verstehst. Denn genau so, wie Bindungsangst verschiedene Symptome hat, gibt es auch verschiedene Ursachen. Und was dem einen dabei helfen kann, seine Bindungsangst zu überwinden, ist für den anderen so nützlich wie die Wettervorhersage von letzter Woche.

Sicherlich gibt es viele verschiedene Ursachen für Bindungsangst. Im Folgenden möchte ich auf die vier eingehen, die mir bei mir selbst wie anderen immer wieder aufgefallen sind.

1. Angst, verlassen oder enttäuscht zu werden

Die meisten Menschen haben schon mindestens eine Trennung hinter sich. Und wenn es dir ähnlich wie mir geht, leidest du nach jeder Trennung wie ein Hund.

Trennungsschmerzen zählen zu den intensivsten emotionalen Schmerzen. Beim Trennungsschmerz werden im Gehirn die gleichen Schaltkreise wie bei physischem Schmerz aktiviert. Ausdrücke wie Trennungsschmerzen oder ein gebrochenes Herz sind also nicht aus der Luft gegriffen.1

Abgesehen vom Trennungsschmerz wurden manche Menschen in ihrer Beziehung auch stark enttäuscht. Ihr Ex-Partner hat ihnen etwas vorgespielt, sie getäuscht oder betrogen.

Es scheint auf den ersten Blick verständlich, dass manche Menschen nach Trennungen oder schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit ihr Herz verschließen und behaupten, sie wollen so etwas nie wieder erleben. Doch leider ist das auf Dauer keine Lösung, ganz im Gegenteil.

Sich emotional nicht auf jemanden einzulassen oder keine Nähe zuzulassen, weil man Angst davor hat, verletzt oder enttäuscht zu werden, ist wie zu behaupten, dass man gar nicht erst leben will, da man sowieso irgendwann stirbt.

Bindungsangst überwinden 2

Es geht im Leben nicht darum, negativen Erfahrungen und Gefühlen aus dem Weg zu gehen – das ist unmöglich –, sondern zu lernen, mit ihnen umzugehen.

(Wie du besser mit negativen Erfahrungen und Gefühlen umgehst, erfährst du in diesem Artikel.)

Es sind nun mal genau die Menschen, die wir am meisten lieben, die uns auch am meisten enttäuschen können. Doch der Preis, sich nicht vollkommen auf einen Menschen einzulassen und sich nicht emotional zu öffnen, ist größer als das Risiko, dass wir eventuell verlassen, verletzt und enttäuscht werden.

Mache dir bewusst, dass es langfristig erfüllender ist, wenn du dich emotional öffnest und dich auf einen Menschen einlässt, anstatt eine lauwarme Beziehung zu führen, weil du Angst hast, verletzt zu werden.

Es gibt im Leben keine Sicherheit und auch keine Garantie. Doch akzeptieren wir das, macht paradoxerweise genau diese Unsicherheit und Vergänglichkeit das Leben häufig so schön.

2. Mangelnde Selbstliebe/Selbstwertgefühl

Wenn du überzeugt davon bist, du seist nicht liebenswert, wirst du es nicht zulassen können, dass dich jemand liebt. Schließlich glaubst du tief in dir, du hast diese Liebe nicht verdient. Das kann dazu führen, dass du Nähe, Zärtlichkeit und Liebe nur in homöopathischen Mengen verträgst.

Menschen, die sich selbst nicht lieben und akzeptieren können, tendieren dazu, ihre Beziehungen zu sabotieren, damit sie ihr Selbstbild bestätigen können.

„Mein Partner hat mich verlassen, da er mich nicht liebt. Ich wusste es doch, ich bin eben einfach nicht liebenswert.“

Ist mangelnde Selbstliebe die Ursache für deine Bindungsangst, ist es relativ klar, wie du deine Bindungsangst überwinden kannst: Stärke dein Selbstwertgefühl.

Du kannst lernen, dich selbst anzunehmen, Grenzen zu setzen und deine Wünsche und Gefühle adäquat zu äußern.

Da das Thema Selbstwertgefühl relativ umfangreich ist und diesen Artikel sprengen würde, möchte ich dir zu dem Thema einen Text meines Kollegen Tim Hamer empfehlen.

Seinen sehr guten Artikel zum Thema „Selbstwertgefühl stärken“ findest du hier.

3. Eltern und Erziehung

Häufig verbinden wir Liebe und das Gefühl von Geborgenheit mit dem, was wir aus unserer Kindheit kennen. Waren unsere Eltern distanziert und gab es zu Hause viel Drama, dann verbinden wir Distanz und Drama mit dem Gefühl von Liebe und Geborgenheit.

Dadurch ist es wahrscheinlich, dass wir uns immer wieder Beziehungen aussuchen, in denen viel emotionale und/oder physische Distanz herrscht und die von Drama beherrscht sind.

Doch bevor du jetzt deinen Eltern unschöne Dinge an den Kopf wirst oder ihnen ihren Ruhestand sabotierst, verwende deine Energie lieber darauf, deine Bindungsangst zu überwinden. Davon wirst du und auch deine Eltern mehr haben.

Waren deine Erfahrungen in der Kindheit ähnlich wie oben beschrieben, hilft nur Bewusstsein. Mache dir immer wieder aufs Neue klar, dass du eine erfüllte, glückliche und harmonische Beziehung möchtest und dass du die emotionale Distanz und das Drama aus deiner Kindheit nicht brauchst.

Je mehr Bewusstsein du dafür entwickelst, desto öfter wirst du merken, dass du gerade versuchst, deine Beziehung zu sabotieren und das nachzuleben, was du eventuell aus deinem Elternhaus und deiner Kindheit kennst.

4. Angst, etwas zu verpassen

Das Leben wird immer schnelllebiger und wir haben immer mehr Möglichkeiten. Ob Urlaubsort, Job oder die Marke unser Cornflakes: Wir haben häufig mehr Möglichkeiten zur Auswahl als wir handhaben können. Und das betrifft auch die Partnerwahl.

Viele Menschen plagt der Zweifel, ob es nicht doch noch einen besseren Partner gibt. Vielleicht schon beim nächsten Barbesuch, bei der nächsten Yogastunde, auf der nächsten Singleplattform, beim nächsten Date. Wir haben Angst, etwas zu verpassen und vor allem haben wir häufig Angst, uns festzulegen.

Zugegeben, dieser Punkt ist kompliziert. Denn ich bin der Meinung, dass einer der häufigsten Trennungsgründe der ist, dass wir uns auf einen Menschen einlassen, der nicht wirklich zu uns passt. Sich bei der Partnerwahl also Zeit zu lassen und nicht den Erstbesten zu nehmen, der gerade um die Ecke kommt, halte ich für sinnvoll.

(Andere häufige Trennungsgründe erfährst du in diesem Artikel.)

Ich finde es vollkommen in Ordnung, wenn Menschen beschließen, dass sie sich eine Zeit lang sexuell ausleben möchten. Eine Zeit lang wechselnde Sexualpartner zu haben kann einem dabei helfen herauszufinden, was man an einem Partner schätzt und was man sich von einer Beziehung erwartet. Achtung, ich schreibe, dass es helfen kann, nicht muss.

Doch egal, wie lange wir uns mit der Partnerwahl Zeit lassen wollen, wie sehr wir an unser sexuellen Freiheit hängen und wie viele andere potenzielle Partner es gibt, irgendwann müssen wir uns für einen Menschen entscheiden. Zumindest, wenn wir eine monogame Beziehung führen wollen. Und diese Entscheidung fällt vielen Menschen schwer.

Mache dir also bewusst, dass immer mehr geht. Mehr Freiheit, mehr Sex, mehr Geld, mehr Partys, mehr Reisen, mehr Abenteuer. Die Maxime unserer Gesellschaft lautet nun mal „höher, schneller und weiter“.

Bindungsangst überwinden 3

Doch anders als uns die Werbung verspricht, können wir nicht alles haben. Und falls du dir eine Beziehung wünscht, wirst du auf gewisse Dinge verzichten müssen.

Bindungsangst überwinden: Drei Tipps

Wir haben gerade eben vier häufige Ursachen für Bindungsangst gesehen und wie das Verständnis dafür dir dabei helfen kann, deine Bindungsangst zu überwinden.

Im Folgenden möchte ich noch weitere drei Tipps aufzeigen, die dir helfen können, deine Bindungsangst zu überwinden.

1. Mache eine Therapie

Falls du eine sehr starke Bindungsangst hast oder das Gefühl hast, dass du sie alleine nicht überwinden kannst, mache eine Therapie. Häufig verzeichnen Angsttherapien gute Erfolge.

In einer Therapie kannst du lernen, Vertrauen zu anderen Menschen aufzubauen, Wünsche und Gefühle adäquat zu äußern, Grenzen zu setzen, dich selbst anzunehmen, usw.

2. Offene Beziehung

Letztendlich scheitern viele Beziehung am Anspruch der absoluten Treue. Sicherlich hat auch eine offene Beziehung ihre Nachteile, aber wenn deine Bindungsangst größtenteils ihren Ursprung darin hat, dass du eine gewisse sexuelle Freiheit möchtest, ist eine offene Beziehung eventuell eine gute Option für dich.

(Ein Leserartikel in der Zeit zu dem Thema findest du hier.)

3. Nimm das Tempo heraus

Falls du Bindungsangst hast, ist das Letzte, was du in einer Beziehung brauchst, Druck und Stress. Wenn du erst seit zwei Monaten in einer Beziehung bist, solltest du also nicht gleich planen zusammenzuziehen.

Stattdessen rede offen mit deinem Partner über deine Bindungsangst und mache ihm bewusst, dass du eine gewisse Angst vor Nähe hast und es deshalb langsam angehen möchtest. Klarheit, Ehrlichkeit und Transparenz werden dir dabei helfen, dass dich dein Partner versteht und ihr die nötigen Maßnahmen treffen könnt, bevor du dich wieder total zurückziehst.

Allerdings ist es wichtig, dass du dich nicht selbst belügst und immer wieder auf Abstand gehst, wenn deine Angst zu groß wird. Etwas langsam anzugehen bedeutet nicht, stehen zu bleiben. Wie schon erwähnt, wenn du das Gefühl hast, du bekommst deine Bindungsangst nicht alleine in den Griff, kann eine Therapie helfen.

Was du noch tun kannst

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  1. Eisenberger, N.I. & Lieberman, M. D. (2004): Why rejection hurts: a common neural alarm system for physical and social pain. Trends Cogn Sci. 2004 Jul; 8(7): 294-300.
22 Kommentare
  1. Sebastian
    Sebastian says:

    Hey Anchu,
    klasse Artikel, danke!
    Eine Sache finde ich besonders interessant: dass Bindungsangst auch Einfluss darauf haben kann, in wen man sich VERLIEBT. Ich meine, klar, wenn es um Entscheidungen geht, die man z.T. aktiv beeinflussen kann wie bspw. das von Dir angesprochene “Zusammenziehen ja/nein”, da ist es offensichtlich, dass bei bestehender Bindungsangst eher ein Rückzieher gemacht wird (da man hier aktiv mitentscheiden kann, ob man mit dem Partner / der Partnerin zusammenziehen möcht oder nicht). Verlieben hingegen ist ein Vorgang, den man nicht bewusst steuern kann. Hierzu wird es denke ich aber wohl keine Studien geben, oder?

    Den Punkt 2 – Selbstwertgefühl – würde ich sogar besonders herausstellen, da er in meinen Augen die Ursache für viele andere Dinge darstellt wie z.B. auch für das von Dir unter Punkt 1 genannte Problem “Angst enttäuscht oder verletzt zu werden”. Je höher das Selbstwertgefühl, desto niedriger diese Angst.

    Danke nochmal für den tollen Artikel!
    LG
    Sebastian

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Sebastian,
      danke.
      Ob es dazu Studien gibt weiß ich nicht, sonst hätte ich eine erwähnt. Aber was generell auf uns Menschen zutrifft ist, dass wir uns unbewusst häufig selbst etwas vormachen und uns “belügen”. Das Thema ist sehr gut erforscht.
      Thema Selbstwertgefühl: Ja, es ist die Grundlage für ganz vieles. Generell gilt, je stärker das Selbstwertgefühl, desto besser können wir mit Rückschlägen und negativen Gefühlen umgehen. Auch haben Menschen mit einem hohen Selbstwertgefühl häufig “gesündere” Beziehungen, da sich besser Grenzen setzen und Bedürfnisse äußern können.
      LG

      Antworten
  2. Christine
    Christine says:

    Hallo Anchu,
    schöner Artikel.
    Aber auf einen wichtigen Punkt bist du nicht eingegangen: Was kann man machen wenn der Partner Bindungsangst hat?
    Freue mich auf deine Antwort

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Christine,
      guter Punkt. Ich wollte darauf eingehen, aber dann hab ich mir gedacht, dass der Artikel etwas zu lang wird.
      Meine Kurzantwort auf deine Frage:
      Mir ist immer wieder aufgefallen, dass sich Menschen nur verändern, wenn sie sich verändern wollen. Das heißt: der erste Impuls “muss” von deinem Partner kommen, du kannst nicht viel mehr machen, als das Thema mal anzusprechen.
      Im Buddhismus gibt es Folgendes schönes Sprichwort:
      “Der Lehrer erscheint, wenn der Schüler bereit ist.”
      LG

      Antworten
    • Olga
      Olga says:

      Liebe Christine- mir ist spontan ein Gedanke dazu eingefallen. Mir selbst ist es wie Schuppen von den Augen gefallen um ganz ehrlich zu sein! Wenn du ganz tief in dich rein schaust- wirst du ganz sicher auch Anteile von Bindungsangst in dir erkennen! Es kann nicht anders sein! Da gibt es wunderbare Bücher von Stefanie Stahl- die wie ich finde im Verlauf ihrer Karriere selbst eine Wandlung in ihrer Überzeugung durch gemacht hat! Dein Partner ist nicht einzig derjenige der Angst hat- fühle rein in dich! Ich weiss Worte klngen easy- wünsche dir ganz viel Kraft- Erkentniss und vor allem Liebe- für dich selbst!

      Antworten
  3. TeteGina
    TeteGina says:

    Hallo Anchu, finde deinen Artikel sehr aussagekräftig. Aber was ist wenn beide Partner unter Bindungsangst leiden (auf verschiedenen Ebenen) also das Verhalten wirkt sich anders aus? Einer sucht mehr die Nähe (Verlustangst) und der andere sucht die Distanz/Flucht, weil zu viel Nähe entsteht…ein Tanz auf dem Vulkan (leider meine eigene leidvolle Erfahrung). LG

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Gina,
      ja, das hast du sehr schön erkannt. Es gibt auch die sogenannte Bindungstheorie. Demnach lassen sich Menschen in vier “Beziehungstypen” klassifizieren. Nähe suchend wäre Typ “ängstlich”, der fluchtende wäre Typ “vermeidend”. Beide ziehen sich häufig an. In diesem Artikel erfährst du mehr darüber:
      https://anchukoegl.com/beziehungsaus/

      Wenn du weißt, dass dir der andere nicht gut tut, wäre mein Tipp, weniger auf das Herz zu hören und mehr auf den Verstand. Darüber steht auch was in dem Artikel den ich oben verlinke. Und hat man die Beziehung überwunden, würde ich mich fragen, warum ich Menschen anziehe, die mir nicht gut tun und was ich daran ändern kann.

      Antworten
      • TeteGina
        TeteGina says:

        Buon Giorno, dein Artikel klingt extrem gut! Ich weiß, an der Umsetzung muss ich arbeiten – hart arbeiten. Besonders gut gefalllen hat mir die Aussage, man kann sich auch alles schön reden…oh ja wie man/frau das kann…ein bisschen mehr Verstand und ein bisschen weniger Herz…that’s it. Ich werde in Zukunft Sackgassen vermeiden 😉 Grazie Anchu

        Antworten
  4. TeteGina
    TeteGina says:

    Nachtrag: Und ja “sich verlieben”kann man nicht steuern und oft ist es zu spät, wenn man die Sackgasse erkennt…Umkehren – total hart. Denn im Prinzip weißt du, dass dir diese Beziehung nicht gut tut – aber dein Herz ist bereits verloren…welchen Tipp kannst du mir geben?

    Antworten
  5. Elfriede
    Elfriede says:

    Anchu,
    ich danke dir sehr für das Aufzeigen dieser Möglichkeit und deine großartige Hilfestellung. Du hast mir zum Glück eine Erweiterung der Sichtweise aufgetan.
    DANKE!!! von Herzen!

    Elfriede

    Antworten
  6. Ümit
    Ümit says:

    Mega Artikel! 😀
    Neben deinem wirklich Ausführlich beschriebenen Artikel gefällt mir auch deine Art/Humor welche du nebenbei in den Texten integrierst einfach unglaublich passend!
    Von den 3 Tipps muss ich ehrlich zugeben dass mir früher der dritte Tipp am meisten geholfen hat, ist aber eine individuelle Sache glaub ich. 😀
    Vielen Dank für den klasse Artikel!

    Antworten
  7. Maren Recheis
    Maren Recheis says:

    Super Artikel, wirklich gut geschrieben! Du hast echt eine tolle pointierte Schreibweise! Ich gebe dir Recht, dass verschiedene Faktoren eine Bindungsangst begünstigen können, aber ich denke, wenn man die richtige Person trifft, dann verschwindet die Bindungsangst von ganz alleine. Wenn man zum Beispiel eine Person mit passendem Aszendenten findet, dann fühlt man sich zumeist sehr angezogen von der Person und baut eventuelle Bindungsängste ab. Welche Aszendenten zusammenpassen, das kann man zum Beispiel hier lesen. Meine Erfahrung spiegelt das zumindest wider und mittlerweile habe ich glücklicherweise meinen Herzensmensch gefunden, in dessen Nähe ich mich ausgesprochen wohl fühle. Lg, Maren

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Maren,
      ich persönlich halte nicht allzu viel von Astrologie, auch wenn ich es interessant finde. Und zu glauben, dass sich alle “Probleme” von alleine lösen wenn man erst den/die richtigen gefunden hat, führt meistens nur dazu, dass wir uns immer wieder trennen, da es ja doch nicht der/die richtige war. Aber wenn es bei dir geklappt hat: super!
      LG

      Antworten
  8. Ira
    Ira says:

    Hey Anchu,
    danke für den Artikel! Ich war über 20 Jahre in einer Beziehung, davon 12 verheiratet – und bin erst seit der Trennung/Scheidung mit Bindungsangst konfrontiert. Die Erkenntnis war und ist krass. Heute sehe ich Paare an und frage mich: Wie schaffen die das? Dass ich selbst über so lange Zeit eine glückliche Beziehung geführt habe, erscheint mir wie ein Leben auf einem anderen Stern…
    Eine Frage bleibt: Wie merkt man vor lauter Bindungsangst, dass es wirklich nicht der richtige ist? Freundinnen sind der Ansicht, dass Panik, Herzrasen und Schnappatmung bei Mr. Right gar nicht auftreten würden und sprechen mir eine Bindungsangst ab – ich hätte doch lange genug eine funktionierende Beziehung geführt! Das sehe ich anders. Ich denke eher, dass die Seele halt die Probleme der Kindheit serviert, wenn die Zeit gekommen ist, unsere tiefsitzenden Ängste zu bearbeiten. Bei der Unterscheidung von Mr Right zu Mr Wrong hilft das aber im “Akutfall” nicht weiter. Dein Tipp?
    Freue mich auf weitere Artikel und empfehle deine Seite gern weiter!
    LG Ira

    Antworten
  9. Mariu
    Mariu says:

    Hi Anchu,
    danke für den Artikel.
    Bei mir ist es so, dass in meinem Leben schon viele Frauen Interesse an mir gezeigt haben. Das waren aber meistens Frauen, die ich mir nicht selbst ausgesucht hätte. Wenn ich dagegen selbst eine für mich attraktive Frau “aussuche”, hat die betreffende Frau nach dem Date meist kein Interesse mehr (früher habe ich auch mal ein Date “vergeigt”). Daher hatte ich noch keine Beziehung. Auf den ersten Blick wirke ich schon attraktiv auf Frauen, aber es fehlt wohl das “Menschliche”. Ich muss dazu sagen, dass ich eher schlecht Gefühle zeigen und ausdrücken kann (ich war auch seit der Pubertät nicht mehr verliebt).
    Hast du einen Tip? viele Grüße

    Antworten
  10. Lalala
    Lalala says:

    Hallo Anchu,

    daran, dass ich Bindungsangst haben könnte, habe ich noch nie gedacht- es erscheint mir paradox. Generell ist es so, dass sich kaum Männer für mich interessieren (zumindest bekomme ich das nicht so offensichtlich mit, nur ONS und “Diskoaufrisse” sind kein Problem- mein Liebesleben habe ich mir immer anders vorgestellt). Dennoch gibt es bei den paar Männern, mit denen es auf eine Beziehung herauslief, Parallelen: Alle haben sich mich ausgesucht (wie kann es also MEIN Muster sein? Kann es sein, dass man etwas Bestimmtes ausstrahlt und so einen bestimmten, den nicht bindungsfähigen Typ Mann praktisch anzieht?) und alle waren a) entweder total unreif, standen nicht mit beiden Beinen im Leben und wollten keine richtige Beziehung oder b) waren noch nicht “bereit für eine neue Beziehung”, hingen noch an der Ex oder suchten generell nichts Festes.

    Jetzt dachte ich lange, dass ich einfach nicht attraktiv genug bin (das hat man mir meine ganze Kindheit und Jugend über tagtäglich gesagt bzw. eingeredet, weswegen mein Selbstbewusstsein in Sachen Männer nie sonderlich groß war. Aber das erklärt nun mal nicht, warum dann die Männer, die sich für mich interessieren, gerade die sind, die nichts Ernstes wollen.

    Hast du einen Tipp für mich? Ich komme mir einfach nur noch unnormal vor und kann mit Männern einfach nicht mehr “locker” umgehen. Ich wurde schon zu oft enttäuscht. Inzwischen erscheint mir allein die Vorstellung, eine Beziehung, oder auch nur mal ein paar ernsthafte Dates, zu haben, unrealistischer als im Lotto zu gewinnen. Ich hatte schon überlegt, noch mehr von diesen “dating Ratgebern” zu lesen, aber ich habe das Gefühl, je mehr ich mich damit befasse, desto verkrampfter werde ich. Wie kann man wieder selbstbewusst oder optimistisch an diese Sache rangehen, wenn man sich als Versager fühlt, die einzige Person über 20, die “es” einfach nicht hinbekommt? Wie kann man je so souverän und selbstbewusst werden, wie all die Frauen, die das von klein auf waren, für die der Kontakt zu Männern und deren gelegentliches Interesse etwas Selbstverständliches ist? Was bringt es mir, wenn ich mich selbst toll finde und liebe und alleine glücklich bin- wenn das nie jemand anderes so sieht? Gibt es eine Möglichkeit mit diesem Thema irgendwie abzuschließen, zu akzeptieren, dass man eben für Beziehungen nicht gemacht ist und diesen Lebenstraum einfach irgendwie begraben?

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Lalala,
      ich kann dir deine Frage nicht in einem Kommentar beantworten, weil du mich letztendlich fragst, wie man attraktiver wird.
      In ca. zwei Wochen erscheint mein Datingbuch. Dort wirst du erfahren, wie du den richtigen Partner findest, ohne all dieses ich muss selbstbewusster und attraktiver auftreten. Ich denke, das Buch könnte dir weiterhelfen.
      LG

      Antworten

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