Warum du deine Gefühle nicht unterdrücken kannst

Gefühle unterdrücken 1Nur allzu gerne wollen wir unangenehme Gefühle unterdrücken …

Trauer, Schmerz, Eifersucht, Verzweiflung, Wut – all diesen Scheiß wollen wir nicht spüren.

Das ist nachvollziehbar, schließlich wollen wir uns gut fühlen. Doch unangenehme Gefühle zu unterdrücken ist der falsche Ansatz und hat nachweislich negative Auswirkungen.

Unterdrücken wir unsere Gefühle, reagieren wir häufig ängstlicher auf äußere Umstände und die Funktionalität unserer Emotionen wird beeinträchtigt.1

Das ist wie, wenn du versuchst, einen Ball unter Wasser zu drücken: früher oder später kommt er mit voller Wucht an die Oberfläche geschossen. Und wenn du Pech hast, kriegst du in voll in die Fresse.

Auch scheint es so, dass uns unterdrückte Gefühle aggressiver machen.2

Dein Chef hat dich grundlos zur Sau gemacht? Wahrscheinlich lag es nicht an dir sondern an seinen unterdrückten Gefühlen. Vielleicht hat ja auch er eine Sinnkrise. Oder auch er hat seine Lieblingssendung verpasst.

Unsere Gefühle zu unterdrücken macht uns jedoch nicht nur ängstlicher und aggressiver. Psychologen behaupten, dass es uns sogar krank machen kann.3

Das bedeutet:

Gefühle unterdrücken ist keine Lösung.

Doch warum wollen wir unangenehme Gefühle überhaupt unterdrücken?

Gefühle zu unterdrücken ist eine Art von Emotionsregulation. Hinter dem kompliziert klingendem Begriff versteht man nichts anderes als Strategien, mit deren Hilfe wir mit unangenehmen Gedanken und Gefühlen besser umgehen können.

Eine häufig angewandte Strategie ist uns abzulenken. Übermäßiges arbeiten, essen, Sport machen oder im Internet surfen sind einige Beispiele. Alkohol und Drogen sind weitere. Anstatt unangenehme Gefühle wahrzunehmen, lenken wie uns ab oder betäuben sie.

Während diese Strategien kurzfristig funktionieren können, sind sie langfristig keine gute Lösung. Ich kenne zumindest niemanden, dem 11 Drinks pro Abend langfristig bei irgendetwas geholfen hat — außer sich beim Barbesitzer beliebt zu machen.

„Alkohol ist die Ursache und die Lösung all meiner Probleme” – Homer Simpson
Gefühle unterdrücken 4

Viele Menschen versuchen vorn vornherein unangenehmen Gefühlen aus dem Weg zu gehen. Anstatt ihr Leben mutig, ehrlich und selbstbestimmt zu leben, spielen sie auf Sicherheit und versuchen, jegliches Risiko zu vermeiden. Doch negativen Gefühlen gehen sie dadurch trotzdem nicht aus dem Weg.

Egal, wie du dein Leben lebst, zum Menschsein gehören negative Erfahrungen und Gefühle dazu. Geliebte Menschen sterben, wir verspüren Angst und Scham, unsere Liebe wird nicht erwidert, unsere Lieblingskekse sind ausverkauft und dann finden wir auch noch heraus, dass es den Weihnachtsmann in Wirklichkeit gar nicht gibt. Das Leben ist nun mal kein scheiß Ponyhof. 

Doch unangenehme Gefühle gehören nicht nur zum Leben dazu, sie sind sogar ein wichtig Teil des Lebens. Gefühle wie Wut und Trauer zu erleben und zu akzeptieren ist entscheidend für unsere geistige Gesundheit.4 Des Weiteren bieten uns negative Gefühle häufig die Möglichkeit, mehr über uns selbst zu erfahren und daran zu wachsen. Es lohnt sich, sich seine eigenen Gefühle ein wenig genauer anzuschauen.

Warum fühle ich mich so, wie ich mich gerade fühle? Was löst diese Gefühle aus? Woher kommen diese Gefühle?

Bist du regelmäßig auf deinen Partner eifersüchtig, frag dich doch mal, woher diese Eifersucht stammt.

Hast du Angst davor, verlassen zu werden? Falls ja, glaubst du, dass du nicht gut genug bist und dass du deinem Partner nicht das bieten kannst, was ihm andere eventuell bieten könnten? Falls die Antwort wiederum ja ist, frag dich, warum du das glaubst.

Oha! Jetzt wird es interessant…

Negative Gefühle gehören zum Leben dazu wie Masturbation, Alkohol und Pickel zur Jugend. Doch das negative Gefühle zum Leben dazu gehören, bedeutet noch lange nicht, dass sie toll sind. Es gibt gewisse Gefühle, die fühlen sich einfach nur beschissen an.

Und da diese unangenehmen Gefühle zu unterdrücken negative Auswirkungen hat, sie zu vermeiden unmöglich ist und sie in Alkohol zu ertränken nicht funktioniert,  sollten wir lernen, auf eine gesunde Art und Weiße mit ihnen umzugehen. Und genau darum geht es im Rest von diesem Artikel.

Im Leben scheint nicht immer die Sonne. Wir sollten deshalb lernen, mit negativen Gefühlen umzugehen.

Gefühle unterdrücken 7

Gefühle – wie entstehen sie?

Es gibt Momente, da werden wir von unseren Gefühlen sprichwörtlich überrannt.  Unser Herz scheint es vor Liebeskummer zu zerreissen, vor lauter Angst läuft uns einskalter schweiß den Rücker herunter oder vor lauter Scham wollen wir im Boden versinken.

Des Weiteren können Gefühle unsere Fähigkeit zu vernünftigen Einschätzungen außer Kraft setzen oder mindern. Bei sehr intensiven Gefühlen funktionieren einige unserer intellektuellen Fähigkeiten nicht mehr normal.5

Deshalb lassen wir uns in  einem hochemotionalen Zustand auf Sex mit dem Ex-Partner ein. Oder schmeissen unseren Gegenüber bei einem Streit alles mögliche an den Kopf — von kränkenden Beleidigungen bis hin zu mittelschweren Gegenständen.

Doch auch wenn es Situationen gibt, in denen wir unsere Gefühle verfluchen, wäre ein Leben ohne sie stumpf, grau, langweilig — schlichtweg nicht lebenswert.

Doch wie entstehen Gefühle überhaupt?

Viele Menschen glauben, dass ihre Gefühle aus dem nichts entstehen. Oder dass sie der Weihnachtsmann bringt. Diese Glaubenssätze führen dazu, dass viele Menschen keine Verantwortung für ihre Gefühle übernehmen und dadurch Opfer ihrer eigenen Gefühlswelt werden.

Ich habe euch paar Gefühle mitgebracht. Und Alkohol, um mit ihnen umzugehen!
Gefühle unterdrücken 3

Doch Gefühle entstehen nicht aus dem nichts. Genauso wenig werden sie vom Weihnachtsmann gebracht. Gefühle sind größtenteils eine Reaktion, die durch unsere Gedanken und deren Bewertung entstehen.

Gefühle entstehen durch Gedanken

Ein Gedanke entsteht, wir bewerten ihn und dadurch entsteht ein Gefühl. Ist der Gedanke und/oder unsere Bewertung positiv, entsteht ein positives Gefühl. Ist der Gedanke und/oder unsere Bewertung negativ, entsteht ein negatives Gefühl. Das Gefühl was entsteht beeinflusst wiederum den nächsten Gedanken. Deshalb spricht man auch häufig von Gedanken-Spiralen. Ein negativer Gedanken führt zum nächsten negativen Gedanken und der wiederum zum nächsten.

Viele Menschen sind sich über diesen Prozess nicht bewusst. Sie verstehen nicht, dass ihre Gefühle häufig ein Resultat ihrer Gedanken sind.

Wenn du dir den ganzen Tag lang ausmalst, wie dich dein Partner mit deinem besten Freund betrügt oder du deinen Job verlierst, ist es klar, dass du dich scheiße fühlen wirst. Wenn du dir den ganzen Tag einredest, dass du nichts Wert bist, dass du nichts kannst und dass du ein Versager bist, ist es auch relativ klar, dass dich scheiße fühlen wirst.

Scheiß Gedanken führen zu scheiß Gefühlen. Das ist simple aber wichtige Erkenntnis. Doch die noch wichtigere Erkenntnis ist, dass du die Verantwortung für deine Gedanken und deren Bewertung trägst und somit auch verantwortlich dafür bist, wie du dich fühlst. Immer.

Ich fühle mich heute scheiße, weil mein Arbeitskollege schlecht über mich geredet hat.

Nein, du fühlst dich scheiße, weil du das, was dein Kollege gesagt hat, als negativ bewertest und weil du zu viel Wert auf die Meinung anderer legst.

Du kannst das ganze aber auch mit Humor sehen, dir klarmachen, dass dein Kollege wahrscheinlich nur eifersüchtig oder neidisch ist und dich dazu entschließen, dass dich seine Meinung nicht interessiert und du deshalb die Sache abhaken kannst.

Übernimm Verantwortung für deine Gedanken

Egal, was ich schreibe, ich bekomme immer wieder E-Mails und erhalte Kommentare, in denen ich persönlich angegriffen und kritisiert werde. Häufig ärger ich mich kurz darüber, doch dann mache ich mir bewusst, dass diese Leute mich nicht kennen und dass sie wahrscheinlich nur angestaute Wut, Neid, Ärger oder Verzweiflung an mir herauslassen. Ich versuche Mitgefühl für diese Menschen zu entwickeln und lasse dann los.

Verantwortung für die eigenen Gedanken und Gefühle zu übernehmen bedeutet, äußeren Umständen nicht die Schuld dafür zu geben, wie wir uns fühlen.

Verstehe mich nicht falsch. Du sollst dir nicht alles schön reden und den Kontakt zur Realität verlieren. Es gibt unschöne Erfahrungen und manchmal passieren schreckliche Dinge im Leben. Im Jahr 2014 ist zum Beispiel mein Vater überraschenderweise gestorben. Doch selbst bei solchen Erfahrungen können wir Verantwortung für unsere Gedanken und Gefühle übernehmen anstatt in Selbstmitleid zu versinken.

Der Inbegriff menschlicher Freiheit ist, dass wir selbst entscheiden können, wie wir auf äußere Umstände reagieren.

Selbst wenn unsere Gefühle sehr stark und unangenehm sind und sie uns mitreissen zu scheinen, können wir lernen, mit ihnen umzugehen und innere Ruhe zu bewahren.

Was dir dabei helfen wird, ist der neutrale Beobachter. Und keine Sorge, dass ist kein pseudospirituelles Konzept sondern eine leicht verständliche Technik, die du jederzeit anwenden kannst. Außer nach 11 Drinks.

Statt Gefühle unterdrücken zu wollen, werde zum neutralen Beobachter

Forschungen haben ergeben, dass je bewusster wir uns unserer eigenen Gefühle sind, desto besser wir mit ihnen umgehen können.6 Und das ist der Ansatz des neutralen Beobachters.

Der neutrale Beobachter ist eine Technik aus dem Buddhismus, bei der es darum geht, sich der eigenen Gedanken und Gefühle bewusst zu werden, sie zu beobachten und zu akzeptieren, anstatt seine Gedanken und Gefühle unterdrücken zu wollen oder sich in ihnen zu verlieren.

Falls du kein tibetischer Mönch bist, wovon ich jetzt mal ausgehe, wirst du es wahrscheinlich nicht schaffen, auch nur eine halbe Minute an nichts zu denken.

Du versuchst zwar, an nichts zu denken, doch irgendwelche Gedanken erscheinen trotzdem. Vielleicht fragst du dich, was deine Freunde wohl auf Facebook gepostet haben. Oder du überlegst, welche Pizza du heute Abend essen willst. Oder du fragst dich, was der Sinn des Lebens ist.

Der Sinn des Lebens? Gute Frage…

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Diese Gedanken entstehen durch dein unbewusstes Denken. Und das kannst du leider nicht kontrollieren. Doch hast du dich schon mal gefragt, wer diese Gedanken beobachtet? Ohhhhhh!

Das “bewusste Selbst”

Was deine Gedanken und Gefühle beobachtet, nennt man im Buddhismus wie auch in der Psychologie das „bewusste Selbst“. Und dein bewusstes Selbst kannst du kontrollieren. Du kannst dich jederzeit dazu entscheiden, der Beobachter deiner eigenen Gedanken und Gefühle zu sein.

Je mehr Aufmerksamkeit Gedanken und Emotionen bekommen, desto stärker werden sie. Forschungen haben gezeigt, dass Gedanken unterdrücken zu wollen dazu führen kann, dass diese Gedanken verstärkt werden.7 Deshalb funktioniert es nicht, an etwas nicht zu denken oder Gefühle unterdrücken zu wollen.

Doch in dem Moment, wo du deine Gedanken und Gefühle urteilsfrei beobachtest, verlieren sie einen Großteil ihrer Macht. Du schaust zwar genau hin, aber du urteilst nicht.

„Ah, ich fühle mich gerade eifersüchtig. Interessant. Woher kommt denn dieses Gefühl?“

Durch das Beobachten desidentifizierst dich mit deinen Gedanken und Gefühlen und früher oder später ziehen sie weiter wie Schäfchenwolken im Märchen.

Versuche, deine Gedanken und Gefühle nicht zu unterdrücken und dich nicht in ihnen zu verlieren. Versuche sie auch nicht als gut oder schlecht, positiv oder negativ, angenehm oder unangenehm zu beurteilen. Beobachte sie nur.

Du kannst jederzeit die Position des neutralen Beobachter einnehmen und deine innere Welt beobachten. Je öfter du dies tust, desto mehr Bewusstsein wirst du für deine Gedanken- und Gefühlswelt entwickeln und desto leichter wird es dir fallen, mit unangenehmen Gefühlen umzugehen.

Gedanken und Gefühle neutral zu beobachten ist auch die Grundlage der Achtsamkeitsmeditation. Meditation wurde lange als Esoterik belächelt, doch das hat sich mittlerweile geändert. Regelmäßiges meditieren senkt die Kortisonproduktion (Kortison ist für Stress verantwortlich), stärkt das Immunsystem und führt generell zu einem erhöhten Wohlbefinden.8 Ich meditiere täglich und bin von den positiven Effekten überzeugt.

Übrigens ist Humor die natürliche Gegenreaktion zu starken Emotionen.9 Humor lenkt die Aufmerksamkeit vom Ich ab und hilft uns, eine andere Perspektive einzunehmen.

Nimm dich selbst und dein Leben also nicht zu ernst. Es gibt wichtigeres. Oder wusstest du etwa, dass eine Katze 32 Muskeln in jedem Ohr hat? Eben.

Mit negativen Gefühlen umgehen

Es ist wichtig, dass du verstehst, wie deine negativen Gefühlen entstehen und wo sie herkommen. Erst dann kannst du lernen mit ihnen umzugehen und aufhören, dein Leben von negativen Gefühlen bestimmen zu lassen.

Wie du das genau machst, erfährst du in meinem Ratgeber Innere Stärke. Der Ratgeber hat 21 Seiten und du kannst ihn dir kostenlos als PDF herunterladen.

  1. Salters-Pedneault, K.; Tull, M. T. & Roemer, L. (2004). The role of avoidance of emotional material in the anxiety disorders
  2. Vohs, K. D.; Glass, B. D.; Maddox, W. T. & Markman, A. B. (2011). Ego Depletion is not Just Fatigue: Evidence from a Total Sleep Deprivation Experiment. Social Psychological and Personality Science, 2 (2), 166-173
  3. Mund M. & Mitte K. (2012).  The Costs of Repression: A Meta-Analysis on the Relation Between Repressive Coping and Somatic Diseases, Health Psychology 2012, Vol. 31 (5), 640-649
  4. Adler, J. M, & Hershfield, H. E. (2012). Mixed Emotional Experience Is Associated with and Precedes Improvements in Psychological Well-Being. PLoS ONE 7(4):e35633. doi:10.1371/journal.pone.0035633
  5. Ben-Ze’ev, A. 2009. Logik der Gefühle. Kritik der emotionalen Intelligenz
  6. Subic-Wrana, C.; Beutel, M. E.; Brähler, E.; Stöbel-Richter, Y.; Knebel, A.; Lane, R. D. & Wiltink, J. (2014). How Is Emotional Awareness Related to Emotion Regulation Strategies and Self-Reported Negative Affect in the General Population?  PLoS ONE 9(3): e91846. doi:10.1371/journal.pone.0091846
  7. Abramowitz, J.S.; Tolin, D. F. & Street, G. P. (2001). Paradoxical effects of thought suppression: a meta-analysis of controlled studies. Clinical Psychology Review. 2001 Jul;21(5):683-703.
  8. Davidson, R. (2004). Alterations in Brain and Immune Function Produced by Mindfulness Meditation. Psychosomatic Medicine 65 (2004), S. 564-70.
  9. De Souza, R. 1987. Die Rationalität des Gefühls 
20 Kommentare
  1. Michael
    Michael says:

    Hey Anchu,
    Der Beitrag von dir gefällt mir. Nur muss ich hier mal 2 Punkte an kritisieren. 1. Punkt wenn du immer nur im Beobachter Modus bleibst wirst du das Leben nicht leben. Das heißt du beobachtest ständig und spielst im Leben gar nicht mit. Den ganzen Tag zu meditieren und da zu sitzen ist glaube ich nicht spannend. Ich bin nicht auf die Welt gekommen um nur zu beobachten und da zu sitzen.
    Der Buddhismus hat bestimmt gute Ansätze nur das die ganze Zeit da sitzen und zu Träumen naja ist nicht so das wahre.
    Der zweite Punkt im Thema bewerten usw. Natürlich lebt es sich angemessener wenn man Meinungen von anderen nicht zu ernst nimmt. Doch sollte man auch nicht vergessen das ohne eine Bewertung kein Leben möglich wäre. Überlege dir mal du gehst mit deiner Freundin Essen Anchu und sie scheißt dir auf den Tisch und sagt Hey Anchu bleib locker und bewerte nicht. Was ich dir damit sagen möchte Bewertungen brauchen wir um ein menschliches zivilisiertes Leben zu führen. Das Thema Eifersucht. Es kommt immer auch auf deinen Freundin an wie sie sich verhält. Ich habe oft eingeschätzt das die Frau meines Kumpels fremd geht oder auch meine Ex die Ambition dazu hat. Meistens hatte ich recht. Das kommt nicht weil ich Komplexe habe oder Angst habe alleine zu sein sondern weil ich einfach ein gutes Gespür für sowas habe. Und wer will sich gerne verarschen lassen und letztendlich seinen Lebenszeit verschwenden. Was ist verkehrt daran eifersüchtig zu sein. Das ist ein Zeichen von Liebe. Du siehst ich bewerte das anders wie du. Daher sollte man die Gefühle ausleben. Und wenn mir einer auf den Schlips tritt muss er mit Gegenwind rechnen. Natürlich ohne Gewalt. Wer Leben möchte muss auch lernen zu kämpfen……….

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    • Arthur
      Arthur says:

      du hast es nicht verstanden Michael. vllt hast du es gelesen und kurz hingehört, am Inhalt und der bewussten Intuition bist du trotzdem vorbei. du redest dir das alles schön und rechtfertigst dein gestörtes verhalten und deine stark konditionierten und kranken Gedanken. Eifersucht ist eine Störung. das ist nun mal fakt und auch keine Bewertung. achte mal darauf was dieses gefühl mit dir und deinem körper macht, was dein unbewusster verstand dadurch verursacht. erstens würde eine Freundin schon aus Natur und Gewohnheit nicht auf den tisch kacken. wie du es bewertest, liegt trotzdem bei dir. du kannst drüber lachen, oder dich drüber aufregen. die Sache bleibt die Sache. du kannst trotzdem intuitiv handeln bzw. darauf reagieren, ohne im kopf mit irgend einer übertrieben erfunden Story durchzudrehen. du würdest selbst ohne verstand bzw. ohne ständige Gedanken am leben sein und dinge erschaffen. wahrscheinlich sogar mehr, als mit gestörten konditionierten Verhaltensmustern. du behauptest also, das leben nur über das denken/bewerten und über den verstand lebt? bist du jemals in der freien Natur gewesen? hast du jemals wahres leben auf diesem Planeten bemerkt? die Natur funktioniert ohne Bewertungen, ohne erdachte Emotionen. viel mehr entspricht das handeln dort der Situation entsprechend. instinktiv und intuitiv. du kannst als mensch bewusst handeln und dich für dinge entscheiden, unabhängig von der situation oder starkem gedankeneinfluss. wenn du angst hast, kannst du dich z.B. der angst stellen, oder dich in solche Extremsituationen begeben, um damit umzugehen und die angst zu verbrennen bzw. aufzulösen. völlig bewusst. die angst die du dabei empfindest, ist jedoch unbewusst entstanden, durch ungesundes denken. es gibt keine Situation, in der du angst oder panik bräuchtest, sie dir nutzen würde oder der Sache gerecht wäre. die einzige angst, die deinen Organismus schützen könnte und wird, ist deine Urangst und dein überlebensinstinkt, wenn er benötigt wird. dein verstand verfälscht einfach die Situation, mehr ist es nicht. zu 90% sogar krankhaft. haha kämpfen. um was? du denkst tatsächlich mit selbstzerstörerischen und schädlichen Gedanken würdest du um etwas kämpfen? höchstens gegen dein wahres selbst und deinen körper. der durch den unnötigen stress und die Projektionen aus dem Gleichgewicht gebracht wird. du kannst selbst ohne Gedanken kreativ schaffen, handeln, sprechen und reagieren. die kreativsten und größten Errungenschaften sind aus dem nichts entstanden. spontan. aus leere und stille. wenn der gedankenlärm aufhört und du dich völlig auf den Moment einlässt, kommt die antwort von selbst. und sie wird stärker und kraftvoller sein, als ein eifersüchtiger Drama text, der absolut keine Bedeutung in der Realität hat. ein bewusster mensch würde gleich erkennen, das du bescheuert bist, wenn du Drama schiebst. das hat auch nix mehr mit gesundem Humor zu tun. solche eine energiefrequenz stößt gesunde Lebewesen für gewöhnlich ab. ich konnte bisher mit jeder Situation besser und ehrlicher umgehen, wenn ich nicht drüber nachgedacht, und es einfach getan habe. Gedanken sind nicht die Situation bzw. der Moment. Gedanken kommen aus der Vergangenheit und Zukunft, und verfälschen somit das, was gerade vor dir passiert. Gegenwind :D. was ne 0815 Einstellung. ich hab Frauen angesprochen, die hatten angst und waren kurz schüchtern, sind sogar fast weitergegangen. und? soll ich jetzt ne Gegenwind Reaktion verursachen und rumheulen? haha. weißt du, 5 Minuten später waren sie genauso relaxed wie ich. was der verstand projiziert, ist einfach nur bullshit. wenn du aus der Situation rausgehst, denkst du bzw. fühlst du nur, wie easy, simple und leicht das eigentlich war, und das alle erschaffenen Probleme Illusionen und nebel sind, weiter nix. alles was du vorher drüber gedacht hast, war einfach quatsch. du erkennst es, wenn du es tust. menschen sind füreinander geschaffen, und unweigerlich miteinander verbunden, wenn der verstand anhält. diese Wahrheit ist in jedem von uns.

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  2. Raphael
    Raphael says:

    Danke für den Artikel Anchu.
    Ich lasse mich oft von meinen Neidgedanken und den “Fehlern” aus meiner Vergangenheit in eine schlechte Stimmung bringen und konzentriere mich dann nicht mehr auf die Gegenwart und die Möglichkeiten die ich im hier und jetzt habe

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Raphael,
      ja, das im Hier und Jetzt sein ist auch eine gute Möglichkeit, mit negativen Gefühlen umzugehen. Ganz tief und bewusst durchzuatmen und sich nur auf das Jetzt konzentrieren hilft auch mir immer wieder.
      LG

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  3. Gertrud
    Gertrud says:

    Hallo Anchu,
    herzlichen Dank für diesen Artikel.
    Auch mir hilft es inzwischen, bei negativen Gefühlen erst einmal tief und bewusst durchzuatmen und somit meinen Gedankengang zu stoppen. Klappt nicht immer, aber immer öfter.
    Liebe Grüße

    Antworten
  4. René
    René says:

    Hallo Anchu,
    du schreibst richtig fesselnd und gut lesbar. Und deine Bsp sind aus dem Leben gegriffen. Damit kann man und ich mich gut identifizieren. Ganz toll finde ich, dass du zu deinem Schreibarbeiten, die du sogar noch untereinander verlinkst und mit Quellenangaben bei Zitaten schmückst, auch meist noch ein Video spendierst.
    Das ist besonders für die Lesefaulen, auch manchmal mich, eine schöne Ergänzung.
    Recht vielen Dank für deine Inspirationen.
    LG René

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi René,
      ich versuche, viele Beispiele aus meinem eigenen Leben zu verwenden und die Dinge so simpel und einfach zu erklären, wie es mir möglich ist. Daher freut es mich umso mehr zu hören, dass dir mein Schreibstil gefällt.
      LG

      Antworten
  5. Sebastian
    Sebastian says:

    Klasse Artikel Anchu, danke. Gedanken + deren Bewertung = Gefühl. ==> ich bin selbst für meine Gefühle verantwortlich. Wow! Diese Erkenntnis ist wichtig!
    Das Gedanken und Gefühle wahrnehmen ohne zu urteilen, also praktisch die Bewusstwerdung ist die erste Säule des Selbstwertgefühls bei Nathaniel Brandon.
    Noch was zu den negativen Emails, die du bekommst. Ich denke, dass die Menschen, die das schreiben, unter Umständen wirklich eine andere Meinung haben als du. Aber auch das ist in Ordnung. Wenn es allerdings persönlich wird, ist meist ein niedriges Selbstwertgefühl bei diesen Menschen zum Zeitpunkt des Schreibens vorhanden denke ich.

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Sebastian,
      das Buch habe ich auch gelesen, ist aber schon einige Jahre her. Sollte ich vlt. mal wieder lesen.
      Zu den E-Mails: natürlich haben gewisse Menschen eine andere Meinung als – das ist auch wichtig. Doch das eine ist konstruktive Kritik oder zu schreiben, dass man anderer Meinung ist, etwas völlig anderes sind zusammenhanglose Beleidigungen unter der Gürtellinie.
      LG

      Antworten
  6. Ronja
    Ronja says:

    Ich finde es auch manchmal hart mit starken Gefühlen umzugehen. Man ist einfach manchmal gefangen in dieser Welt in der wir uns verletzt, unverstanden oder unfair behandelt fühlen. Ich nehme mir immer wieder vor bei der nächsten Situation cool zu bleiben, aber das klappt dann meistens doch nicht. Ich bin auch ein sehr emotionaler Mensch mit sehr großem Bewusstsein für Gerechtigkeit. Wenn das gekränkt wird, ist es sehr kompliziert mit der Enttäuschung darüber umzugehen.

    Ich finde man kann diese Gefühle schon einen Moment zulassen und darüber nachdenken. Man muss nur den Punkt finden wo man sie wieder fallen lässt. Ohne sich dabei anderen gegenüber blöd zu verhalten.

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Ronja,
      es geht nicht darum, Gefühle nicht zuzulassen, ganz im Gegenteil. Es geht nur darum, sich nicht in ihnen zu verlieren.
      Wenn dein Sinn für Gerechtigkeit verletzt wird, fällt es dir schwer, mit der Enttäuschung umzugehen. Aber dein Sinn für Gerechtigkeit und dass das ein anderer verletzt beruht auf deiner Bewertung.
      Verstehst du worauf ich hinaus will?
      LG

      Antworten
  7. Maddin
    Maddin says:

    Na, das sind mal wieder schicke Zusammenhänge und mit guten Quellen hinterlegt, da war jemand fleißig. 😉
    Da es so gut ist, ein Nichtbesserwisser-Hinweis zu paar Fehlerchen….

    1) “Durch das Beobachten desidentifizierst dich mit deinen Gedanken und Gefühlen und früher oder später ziehe sie weiter wie Schäfchenwolken im Märchen.”
    2) und beim Satz mit Quelle 8 ..stärk”t”…

    Was den Inhalt angeht: Ja Gefühls- und Verstandsdifferenzierung ist ein genialer Weg, aber die Hebel muss jede einzelne Person wirklich erstmal ehrlich finden und realisieren, dann gibts neue Chancen! Wenn ich merke “Hey mir gehts scheiße, hey ich bin tatsächlich neidisch oder bilde mir was Negatives ein (Hat ja meist mit Begegnungen zu tun). Erstmal zu checken, “Alter, was ist los?” und dann versuche ich eine Art Anknüpfung an gegenteilige Momente um wieder Gleichgewicht zu haben. Das sind Momente, die es gibt und gab wo es einem wahrgenommen richtig gut ging – ohne hilfsmittel 😉 – , diese Momente versuche ich praktisch einzufrieren, um später entsprechend wieder aufzutauen und sich und die Gedanken praktisch zu “erwischen”.

    P.S. Zum guten Angebot zu deinem “Gesamtseminar” , was praktisch bis kürzlich als Sonderaktion zu haben war: Der Preis ist zwar ok, aber als ein Marketingfreak rate ich dir ruhig auch Entbündelung deiner Produkte anzubieten. Denn evtl ist für den ein oder anderen ausreichend gewisse Themenbereiche antelig zu “ordern” , obwohl auf eine Art Rabatt verzichtet wird….

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Maddin,
      danke für die Fehler. Egal, wie oft ich meinen eigenen Artikel lese, die eigenen Fehler zu erkennen ist immer schwer.
      Es gibt sicherlich verschiedene Methoden, um mit negativen Gedanken und Gefühlen umzugehen. Letztendlich ist nur wichtig, dass man eben nicht versuchst, sie zu unterdrücken und zu sagen: “Nein, das will ich nicht fühlen”.
      LG

      Antworten
  8. Meli
    Meli says:

    Hey Anchu,

    bei diesem Artikel hab ich mir zum ersten Mal dein Video dazu angeschaut, gefällt mir gut. 🙂

    Und ich hab einen wichtigen Impuls mitgenommen. Seit diesem Jahr hat sich in mein reichhaltiges Repertoire an Emotionen die Wut eingeschlichen, aber ich kann es überhaupt gar nicht leiden wütend zu sein.
    Ich schaffe es zwar gut die Beobachter-Position einzunehmen, aber von dort beobachte ich nicht neutral, sondern verurteile mich für mein wütenden Zustand: “Ich will doch gar nicht wütend sein und jetzt hör endlich auf mit dem Gedankenkarussell und denk halt an etwas anderes, so schwer ist das doch wohl nicht!”
    Beim nächsten Mal versuche ich es mal mit (wohlwollender) Neutralität, mal sehen ob es klappt. 😉

    Danke für die Inspiration!

    Liebe Grüße
    Meli

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Meli,
      mir fällt es auch nicht immer leicht, der neutrale Beobachter zu sein. Wut ist zwar bei mir kein Thema, dafür andere Gefühle.
      Hier ist es wichtig, dass du nicht zu hart zu dir bist und dich nicht dafür verurteilst, dass du es nicht schaffst, nicht zu urteilen (ein wenig Paradox, ich weiß.)
      Die neutrale Beobachter Position braucht wie so vieles andere eine gewisse Übung.
      LG

      Antworten

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