Hast du falsche Erwartungen an die große Liebe?

große liebeDie große Liebe zu finden ist das wohl Schönste, was uns passieren kann.

Doch oftmals haben wir falsche Erwartungen an die Liebe. Und genau das hält uns davon ab, die große Liebe zu finden.

Wir erwarten, dass uns die große Liebe restlos glücklich macht, dass es niemals Beziehungsprobleme geben wird und dass wir ab jetzt nur noch auf der Sonnenseite des Lebens spazieren werden.

Für viele Menschen ist die große Liebe deshalb wie der Nebel beim Sonnenaufgang.

Er sieht schön aus, er regt zum Träumen an, aber er es ist nicht greifbar. Er ist nur ein idyllischer Anblick, der schnell vorbeizieht.

Egal, wie du dich anstellst, der idyllische Morgennebel wird immer wieder auf’s Neue wegziehen. Die große Liebe hingegen kann bleiben. Zumindest wenn du drei Dinge im Hinterkopf behältst.

1. Auch die große Liebe kann dich nicht dauerhaft glücklich machen

Der wohl größte Irrglaube über die große Liebe ist, dass uns ein Partner glücklich machen muss.

Dieser Irrglaube ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet. Wir begegnen ihm tagtäglich auf’s Neue:

  • In der Werbung.
  • In Magazinen.
  • In Filmen.
  • In unserem privaten Umfeld.

Wir werden ständig mit einer über-romantisierten Vorstellung von der großen Liebe konfrontiert:

Wenn du erst die große Liebe gefunden hast, wird alles gut! Das Leben wird dir freundlich zulächeln, deine Probleme werden sich in Luft auslösen und du wirst jeden Tag glücklich sein!

Versteh mich nicht falsch. Ich bin nicht gegen die Liebe, ganz im Gegenteil. Ich meine, was gibt es Schöneres?

Doch der Glaube, dass ein einziger Mensch alles in unserem Leben ändern sollte, ist zwar romantisch, aber auch sehr naiv. Und unter Umständen ungesund.

Er ist ungesund, weil er dazu führen kann, dass du die Verantwortung für dein Leben und dein Wohlbefinden auf den Partner abwälzt:

Du bist dazu da, um mich glücklich zu machen! Und wenn du das nicht schaffst, dann bist du nicht die große Liebe. Also verpiss dich!

Auch die große Liebe kann dich nicht dauerhaft glücklich machen, wenn du mit dir selbst nicht zufrieden bist.

große liebe

Übernimm Verantwortung

Mach dir bewusst, dass kein Mensch auf dieser Welt dafür verantwortlich ist, dass du glücklich bist. Diese Verantwortung liegt ganz alleine bei dir.

Ich weiß, scheiß Erkenntnis. Aber das nennt man Erwachsenwerden.

Der springende Punkt ist der: Du kannst mit einem Partner an deiner Seite glücklich werden. Doch kein Partner kann dich dauerhaft glücklich machen, wenn du mit dir selbst und deinem Leben unzufrieden bist.

Das ist ein feiner, aber sehr wichtiger Unterschied. Und auch ich musste das erst lernen.

Mit Anfang Zwanzig machte ich ein Austauschjahr in Italien.

Ich liebe dieses Land – die Menschen, die Sprache, die Kultur und klar, das Essen.

Trotzdem war es eine schwierige Zeit für mich. Ich wusste nicht, was ich im Leben wollte, fühlte mich verloren und war unzufrieden mit mir selbst.

Dann lernte ich durch etwas Glück eine tolle Frau kennen: attraktiv, zärtlich, humorvoll, tiefgründig.

Nach einigen Wochen fingen wir eine Beziehung an. Doch auch sie machte mich nicht zufriedener. Das lag jedoch nicht an ihr oder an der Beziehung. Es lag daran, dass ich mit mir und meinem damaligen Leben unzufrieden war.

Ein Partner kann dir viel geben. Sehr viel. Doch er ist nicht für dein Glück verantwortlich.

2. Verwechselst du das Verliebtsein mit der großen Liebe?

Ein weiterer Punkt, der der großen Liebe oftmals schadet, ist paradoxerweise das Verliebtsein.

Du weißt schon, die Phase, in der dein Partner einfach nur perfekt ist, ihr mindestens drei Mal am Tag Sex habt und vom Joggen, über das Shoppen bis hin zum Duschen alles gemeinsam macht.

Natürlich ist am Anfang, während man verliebt ist, alles wunderschön und rosarot. Doch egal, wie du dich anstellst, diese Phase dauert nicht für immer.

Das Verliebtsein ist letztendlich nichts anderes, als ein chemisch-hormoneller Prozess im Gehirn, der im Durchschnitt zwischen drei Monaten und drei Jahren anhält. Wenn du verliebt bist, bist du also in einem emotionalen Ausnahmezustand, ähnlich wie bei einem Drogenrausch.

Doch genauso, wie ein Drogenrausch irgendwann vorbei ist, ist auch die alles-ist-rosarot-und-mein-Partner-ist-einfach-nur-perfekt-Phase früher oder später vorüber. Sorry für die Anti-Romantik.

Die große Liebe hat mit der Verliebtseins-Phase nicht viel gemeinsam

große liebe

Ist diese Verliebtseins-High-Phase erst mal vorbei, glauben viele Menschen, dass die Liebe erloschen sei. Dabei geht die Beziehung nur in eine neue, reifere und erwachsenere Phase über.

Mach dir also bewusst, dass Schmetterlinge im Bauch, intensivste Gefühle und extreme sexuelle Anziehung nicht allzu viel mit der großen Liebe zu tun haben.

All das sind Zustände, die auf das Verliebtsein zutreffen, sich früher oder später jedoch abschwächen. Und nein, das soll nicht heißen, dass du ab jetzt zu Drogen greifen sollst.

3. Auch die große Liebe rettet dich nicht vor Beziehungsproblemen

Stell dir vor, du hast vor einigen Jahren deinen Partner kennengelernt. Damals warst du davon überzeugt, dass es die große Liebe war.

Der Sex war fantastisch, das Zusammenleben harmonisch und ihr habt viel unternommen. Es war eine Traumbeziehung wie aus dem Bilderbuch.

Doch jetzt, einige Jahre später, sieht das anders aus.

  • Das Zusammenleben besteht größtenteils aus Routine.
  • Du oder dein Partner fühlen sich sexuell zu jemand anderem hingezogen oder ihr seid sogar fremdgegangen.
  • Der Sex ist nach Jahren nicht mehr so prickelnd wie in den ersten Monaten. Vor allem auch nicht mehr so häufig.
  • Gewisse Macken an deinem Partner, die du frühe niedlich fandst, nerven dich mittlerweile ganz gewaltig.

Heißt all das, dass dein Partner doch nicht die große Liebe ist? Nicht unbedingt!

Denn leider bewahrt dich auch die große Liebe nicht vor Beziehungsproblemen.

Auch die große Liebe bewahrt dich nicht vor Beziehungsproblemen

große liebe

Nur weil du dich also sexuell zu jemand anderem hingezogen fühlst, ihr nicht mehr so oft Sex habt, dich dein Partner manchmal nervt oder der Alltag langweiliger geworden ist, heißt das noch lange nicht, dass dein Partner nicht doch die große Liebe ist.

Es ist schlichtweg unreif zu erwarten, dass die Beziehung auch nach Jahren genauso prickelnd und aufregend ist wie am Anfang.

Eine große Mitschuld daran haben übrigens Liebesfilme.

Der Einfluss von Hollywood auf unser Konzept von Liebe

Unsere Vorstellung von Liebe, Anziehung und Beziehungen ist viel stärker durch Filme geprägt, als uns oft bewusst ist.

Wenn du mit einer attraktiven Person heftig rummachst, wirst du sexuell erregt. Das ist eine natürliche Reaktion deines Körpers.

Doch warum halten wir rote Rosen oder selbstgeschriebene Gedichte für romantisch? Warum nicht einen Sack Kartoffeln mit einer roten Schleife drum?

Weil wir es aus Filmen kennen.

Das Problem an der Geschichte?

Die meisten Filme drehen sich nicht um Beziehungsalltag, Sexkrisen oder Routine. Sie enden immer dann, wenn das Paar frisch verliebt ist und zusammenfindet.

Zwei meist sehr attraktive Menschen lernen sich kennen. Dann erleben sie ein paar Rückschläge: Ein Ex, der dazwischenkommt, ein großes Missverständnis und irgendetwas in der Richtung, um ein wenig Drama zu kreieren. Doch trotz aller Hindernisse und Rückschläge finden sie am Ende zusammen. Und dann endet der Film.

Hier ein paar Beispiele für solche Filme:

  • Harry und Sally
  • Freunde mit gewissen Vorzügen
  • Was Frauen wollen
  • Keinohrhasen
  • Notting Hill

Selten erzählen Filme von all dem Scheiß, der in einer Beziehung auf uns wartet. Sexkrisen, Affären, Beziehungsroutine, Monotonie, Interessenkonflikte.

Diese Themen sind schlichtweg zu unsexy für einen Film. Außerdem erleben wir sie unserem eigenen Leben, wir müssen sie also nicht auch noch in einem Film sehen.

Doch genau diese Dinge erleben Millionen von Menschen rund um diesen Planten tagtäglich in ihren Beziehungen.

Beziehungsprobleme sind keine Ausnahmen, sondern schlichtweg die Normalität. Und das hat nichts mit der großen Liebe zu tun.

Serielle Monogamie statt große Liebe

Vieles von dem, was ich gerade erklärt habe, ist nicht schön. Und es entspricht nicht der romantischen Vorstellung von Liebe, die viele Menschen haben.

Doch was bringt dir eine romantische Illusion, wenn die Realität schlichtweg anders aussieht?

Das am weitesten verbreitete Beziehungsmodell in unserer (westlichen) Gesellschaft ist die serielle Monogamie.

Wir springen von einem Partner zum nächsten und hoffen bei jedem auf’s Neue, dass es endlich die große Liebe ist.

Doch statt ein Leben lang auf die große Liebe zu warten, sollten wir uns vielleicht Mal Gedanken darüber machen, ob wir nicht falsche Erwartungen an die Liebe haben.

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5 Kommentare
  1. Seby
    Seby says:

    Hallo Anchu.
    Ich mag deine Artikel und auch dein Buch Die Kunst des ehrlichen Datings weil du einfach ein Realist bist. Du schreibst einfach nur direkt und ehrlich und redest die Dinge nicht schön. Und genau das hat mir schon einige Male in meinem Leben echt weitergeholfen. Dafür wollte ich mich einfach mal bei dir bedanken. Mach weiter so!

    Antworten
  2. #kev
    #kev says:

    Hey Anchu!
    Ich habe mir letztens erst selber “Glück” definiert, weil es für mich nicht ersichtlich war, was Glück ist. Hier mal ein kleiner Auszug:
    “Es gibt nicht DAS super oder allgegenwärtige GLÜCK, das gesucht wird. Das wonach die meisten Leute suchen ist die EUPHORIE / einen EUPHORISCHEN ZUSTAND. Das wird sie aber nicht “glücklich” machen, weil auch der nur von kurzer Dauer ist…
    Das wahre Glück ist die Existenz und das sein”
    der Zustand^^ [..], ist kein Glück. Es ist Euphorie zum Leben/am jetzigem Leben.
    MFG

    Antworten

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