Wie du die Liebe deines Lebens findest [Gastartikel]

Was wäre, wenn du der einzige Mensch bist, von dem du wirklich verlangen kannst, dich selbst bedingungslos zu lieben?

Ja, wenn sogar die Liebe von Mama Bonus ist?!

Diese Erkenntnis traf mich 2013. Ich hatte mich vor 3 Monaten von meinem langjährigen Freund getrennt, mich direkt in die nächste romantische Liebschaft gestürzt und stand nun mit dem Handy im Sauerland.

Er klang abgeklärt, bitter und absolut sicher, als er sagte: „Mir reicht es, du bist dir nicht sicher mit mir. Ich breche den Kontakt hiermit ab.

Und da war die romantische Liebschaft auch schon wieder vorbei…

Doch Moment. Was bitte machte ich im Sauerland!?

Die unbequeme Wahrheit

Im Sauerland fing gerade an diesem Tag mein erstes einwöchiges Schweigeretreat an – eine Meditationszeit ohne Reden.

Bei der Ankunft durften wir allerdings noch sprechen und wie es so kam lernte ich direkt einen humorvollen, gut aussehenden, sehr sympathischen Menschen, mit dem ich ein wundervolles Gespräch hatte…

Und das Muster schlug erneut voll zu: Ich wollte schon wieder Aufmerksamkeit und Bestätigung von Außen.

Im Schweigen werden solche Gedanken leider noch viel lauter und auch sonst gab es wenig Ablenkung. Zudem war ich jetzt single-Single, was sich extrem leer und bedrohlich anfühlte.

Nach drei Tagen war ich total genervt von mir selbst. Warum zur Hölle muss ich immer im Außen nach Bestätigung suchen?

Mit dieser Frage setzte ich mich in den Garten und starrte in den Himmel kurz über den Baumkronen. Warum brauchte ich so unbedingt, so um jeden Preis diese Wertschätzung von Außen, warum ging es mir so unfassbar schlecht, wenn diese Bestätigung ausblieb?

Stille.

Und dann – es klingt pathetisch und übertrieben, aber ich finde keine treffendere Beschreibung dafür – traf es mich wie der Blitz:

Weil ich mich selbst nicht liebe.

Stille.

Dann der nächste Blitz:

Und ich bin die einzige Person, von der ich wirklich verlangen kann, mich selbst zu lieben.

Kurze Stille.

Sogar die Liebe von Mama ist Bonus.

Stille.

Puh… Und was mach ich jetzt damit!?

Das Fünkchen Selbstwertschätzung

Die nächsten Tage experimentierte ich mit diesem automatischen Impuls, diesem Suchen-nach-Bestätigung.

Immer wenn ich bemerkte, dass dieser Impuls auftrat, holte ich mich zurück: „Ahja, Nathalie… Wo ist denn gerade deine Selbstliebe, deine Wertschätzung zu dir selbst?“

Und irgendwo in mir entdeckte ich meistens ein kleines Fünkchen davon.

Manchmal sogar auch ein etwas größeres Fünkchen.

Manchmal konnte ich es etwas wachsen lassen, manchmal verflüchtigte es sich wieder. Aber ich unterbrach dieses automatische Muster, dass ich mein Liebesleben lang abgespult hatte. Und ich setzte diesem Muster etwas Neues entgegen. Einen neuen Weg.

Was dann geschah

Zunächst bemerkte ich etwas extrem Witziges: Immer wenn ich mich zurückholte zu mir und die Wertschätzung, die ich so sehr wollte, in mir selbst entdeckte, suchte der andere Mensch Kontakt zu mir (Ja, obwohl eigentlich Schweigen angesagt war!).

Nach dem Retreat verlebte ich eine wunderbare, vollkommen glückliche Single-Zeit. Ich war noch nie so zufrieden, so nicht-auf-der-Suche gewesen und habe mich noch nie zuvor so frei und leicht gefühlt.

Ich verknallte mich sogar auch in jemanden. Aber als der sich nicht meldete, war ich nicht am Boden zerstört. Ich genoss weiterhin mein Leben, machte es nicht in jedem Gespräch mit einer guten Freundin zum Thema und konnte das Ganze recht schnell loslassen.

Als ich dann irgendwann meinen jetzigen Freund kennenlernte, war ich nicht auf der Suche nach einer Beziehung. Deshalb war ich bei unserem ersten Date auch vollkommen ich selbst. Ohne Maske, ohne Show.

Einfach authentisch ich, mit Macken und Glanzpunkten, Überzeugungen und klaren Zielen. Und er mochte mich.

Als wir uns näher kamen, war irgendwann der Punkt da, wo ich mich fragte: Möchte ich wirklich mein glückliches Single-Dasein aufgeben? Das hatte es noch nie gegeben.

Zum ersten Mal war da kein „Ich brauche jetzt diese Beziehung!“ im Hintergrund. Zum ersten Mal in meinem Leben ging ich aus Fülle und nicht aus Mangel eine Beziehung ein.

Vorteile von Selbstliebe

Was passiert, wenn du beginnst dich selbst zu lieben…

1. Du wirkst anziehend auf andere

Keine Ahnung, woran das liegt. Ob es die Mikrogestik ist, eine entspanntere, offenere Mimik, ob es anziehende Pheromone sind:

Du strahlst aus, dass du mit dir selbst zufrieden bist. Und dann musst du ja eine gute Partie abgeben, oder?

2. Du bist glücklich und richtig zufrieden mit dir selbst und deinem Leben

Dass du mit dir selbst zufrieden bist, wirkt glücklicherweise nicht nur auf andere so. Es wirkt vor allem in dir selbst. Es fühlt sich irrsinnig gut an. Du bist angekommen. Und das gibt dir die maximale Entscheidungsfreiheit.

3. Du erholst dich rasch(er) von Enttäuschungen

Schließlich bist du ja schon glücklich und hängst dein Glück nicht an irgendeinen Menschen, der Ja oder Nein zu dir sagt. Dass es immer noch Verletzungen gibt, ist klar. Aber sie treffen nicht mehr dein Innerstes. Denn in deinem Innersten ist jetzt das Fünkchen Selbstwertschätzung.

4. Du bist authentisch du

Wenn du beginnst, dich selbst zu mögen, hast du auch mehr und mehr den Mut, einfach du selbst zu sein. Damit ermöglichst du dem anderen, dir wirklich zu begegnen – und kannst sicher sein, dass sein Interesse auch wirklich DIR gilt.

5. Du verliebst dich nur noch in wirklich tolle Menschen

Wertschätzt du dich selbst, gibt es keinen Grund mehr, deine Zeit mit Spielchen und halb-tollen Menschen zu verschwenden. Du traust dich, gesunde Anforderungen an eine*n Partner*in zu stellen. Du gönnst es dir, dich nur in wirklich tolle Menschen zu verlieben.

6. Du entscheidest aus der Fülle und nicht aus dem Mangel

Eine Beziehung aus dem Mangel zu beginnen, ist eine schlechte Idee. Denn dein Mangel wird bleiben. Der der anderen Person übrigens auch! Erst wenn da Fülle in dir und in dem anderen Menschen ist, besteht die Chance, dass ihr auch eine er-füll-te Beziehung genießen könnt.

Dein nächster Schritt zur Selbstliebe

Möglicherweise fühlt sich das alles gerade ziemlich weit weg an… Dich selbst zu lieben, dich selbst wertzuschätzen.

Und ja, wir sind ganz anders geprägt, haben von kleinauf gelernt, was wir NICHT gut machen und dass wir so und so sein müssen, damit wir liebenswürdig sind.

Deshalb ist Selbstliebe eine Reise, ein Weg, und keine Wunderpille.

Und gleichzeitig ist da auch schon das Fünkchen Selbstwertschätzung in dir.

Warum ich das weiß? Weil du das hier jetzt gerade liest. Weil du herausfinden möchtest, wie du glücklicher werden kannst, wie du eine wirklich erfüllte Beziehung mit einem anderen Menschen aufbaust. Weil du atmest.

Genau dieses Fünkchen Selbstliebe kannst du jetzt ausweiten:

  • Tue dir selbst heute etwas wirklich Gutes. Genieße es ganz bewusst und intensiv. Feier diesen Moment, in dem du dich und dein Glück wertschätzt.
  • Tue öfter etwas für dich. Am besten jeden Tag.

Weil du deine Wertschätzung verdient hast!

Über die Autorin

Nathalie glaubt daran, dass Menschen, die sich selbst lieben, die Welt verändern. Ihre Mission: Starke Wurzeln, authentisches Wachstum und Selbstentfaltung in Menschen zu schaffen und damit das Glück in dieser Welt zu vervielfältigen.

Als Psychologin, Achtsamkeitstrainerin und Happiness Mentorin greift sie dazu auf einen breiten Schatz aus wirkungsvollen Übungen, Lebenserkenntnissen und wissenschaftlichen Befunden zurück.

Mehr Tipps, wie du dein Glück selbst in die Hand nimmst, deine Liebe zu dir stärkst und dein bestes Selbst entfaltest, findest du auf happyroots.de 

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Wie du die Liebe deines Lebens findest [Gastartikel]
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15 Kommentare

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  1. D.
    D. sagte:

    An einem Tag wie heute, an dem ich meine Liebe zu mir selbst so sehr suche und das etwas aber auch gut spüre, finde ich Deinen Artikel. Danke dafür. Das war kein Zufall.

    Antworten
  2. Selvije
    Selvije sagte:

    Genau so, selbstreflektion und Mitgefühl mit sich selbst haben, erkennen und lösen…?
    Diese erfüllte Partnerschaft darf ich gerade auch genießen… und mich selbst auch?☀️

    Antworten
  3. Tony
    Tony sagte:

    Ein schöner Artikel. Man darf natürlich auch selbstkritisch sein, um sich zu verbessern, aber im Grundsatz muss man sich halt gern mögen.
    Dies ist dann etwas, was einem auch im stressigen Berufsalltag oder an einem verregneten Tag (im metaphorischen Sinne) einen Weg zur Klarheit verschafft.
    Danke dafür!

    Antworten
  4. Sandric
    Sandric sagte:

    Wirklich schöner Artikel, allerdings fehlen mir dort praktische Tipps die man auch anwenden kann. Das zu wissen ist ja schön und gut, aber wie genau liebt man denn sich selber mehr?

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