Warum gehen wir fremd, obwohl wir den Partner lieben?

Das ist ein Gastartikel von Melanie Mittermaier. Mehr über sie und ihre Arbeit erfährst du am Ende des Artikels. 

warum geht man fremd obwohl man den partner liebtSolche und noch heftigere Kommentare ernte ich beinahe jeden Tag auf meinem Blog und Youtube-Kanal:

  • 

„Fremdgeher sind Idioten!“
  • „Menschen, die fremdgehen, sind erbärmlich!“
  • „Trenn dich, wenn du es nicht schaffst, treu zu bleiben!“
  • „Fremdgehen ist Körperverletzung!“
  • „Sogar Vögel schaffen es, ein Leben lang treu zu bleiben!“

Manch einer vergleicht Fremdgehen mit Diebstahl. Andere sogar mit Mord.

Echt jetzt?



Immer wieder wünscht sich jemand, ich möge an einer tödlichen Krankheit verrecken und ein katholischer Kirchenvertreter hätte gern den Hexenhammer zurück, um Frauen wie mir den Garaus zu machen. Und all das im Namen der Liebe …


Fremdgehen ist eines der krassesten NoGos in unserer Gesellschaft

Fremdgehen ist ein riesiges Tabu-Thema. In der heutigen Zeit ist es keine Schande mehr, sich scheiden zu lassen. Die größere Schande ist es, einem untreuen Partner eine Affäre zu verzeihen und bei ihm oder ihr zu bleiben. Die Menschen trennen sich lieber vom Partner, als vom Treue-Ideal.

Doch warum gehen so viele Menschen fremd, obwohl sie damit ihre Beziehung auf’s Spiel setzen?



In diesem Artikel räume ich mit ein paar Halbwahrheiten und Mythen auf, die ich immer wieder höre, wenn es um Untreue geht. Und ganz ehrlich, früher habe ich genau die selben Behauptungen von mir gegeben und war keinen Deut besser.

Bis das Leben mir eine Lektion erteilt hat:

Eine wunderschöne, laue Vollmondnacht im Sommer 2013 hat meine damals heile (und monogame) Welt komplett auf den Kopf gestellt. Ein unschuldiger Blick in die blauen Augen meiner Jugendliebe bringt mich völlig um den Verstand.

Dieser Blick dauert sehr viel länger, als er sollte. Mir wird heißt und kalt zu gleich, die Schmetterlinge in meinem Bauch, die sich viele Jahre nicht blicken haben lassen, geben plötzlich Vollgas. In diesem Blick drücken sich Gefühle aus, die wir beide schon ewig nicht mehr gefühlt haben. Begehren, Sehnsucht, Neugierde – und Gefahr.

Ich bin fremdverliebt!

In den Tagen nach unserem zufälligen Treffen ist nichts mehr wie es war.

  • Ich kann nicht mehr essen.
  • Ich kann nicht mehr schlafen.
  • Ich kann nicht mehr denken.

Mein Gefühlshaushalt gleicht einer Achterbahn. Verliebtheit, Sehnsucht und Verlangen wechseln sich ab mit Schuldgefühlen, Zerrissenheit und riesiger Angst.

warum geht man fremd obwohl man den partner liebt

Was läuft hier gerade? Vor ein paar Wochen habe ich meinen 10. Hochzeitstag mit meinem Mann gefeiert. Wie kann es sein, dass ich mich so verliebe?

Jede SMS, die ich von ihm bekomme, hebt meine Welt auf eine rosarote Wolke im 7. Himmel. Und stürzt mich gleichzeitig und eine düstere Hölle des Verderbens. Mein erster Gedanke morgens nach dem Aufwachen ist er, mein letzter Gedanke am Abend auch.

Ein seltsames Gefühl, wenn der Ehepartner vertraut und völlig ahnungslos daneben liegt. Von dem heftigen Sturm, der in mir tobt, bekommt mein Mann nichts mit.

Ich will fremdgehen! Unbedingt!

Mein Kopfkino spielt Tag für Tag eine einzige Szene in unzähligen Varianten ab. Die leidenschaftliche Verschmelzung zweier Körper, die sich neugierig entdecken, sich Lust verschaffen und nach einem fulminanten Höhepunkt erschöpft und satt aufeinander sinken.

Fieberhaft überlege ich mir einen wasserdichten Plan, wie ich ihn wiedersehen kann, ohne dass seine Frau oder mein Mann es mitkriegen. Ich will ihn sehen, riechen, schmecken, fühlen und erkunden. Mir ist voll bewusst, was ich da tue und ich nehme es in Kauf.

Natürlich hoffe ich, dass es niemals auffliegen würde. Doch wenn, bin ich bereit die Konsequenzen zu tragen. Dieses Gefühl des unersättlichen Verlangens nach einem unbekannten Körper ist zu gut, als dass ich es ignorieren oder unterdrücken könnte.

Warum geht man fremd, obwohl man den Partner liebt?

Mein Mann war und ist die Liebe meines Lebens.

Ich könnte mir keinen großartigeren Partner an meiner Seite vorstellen. Natürlich haben wir auch unsere Herausforderungen und Krisen, jedoch sind wir sehr gut darin, sie gemeinsam zu meistern.

Zuerst habe ich unsere Beziehung analysiert und nach Fehlern gesucht. Denn ich war wie die meisten Menschen der Meinung, dass in einer guten Beziehung niemand den Wunsch nach fremder Haut hat. Mittlerweile weiß ich es besser. Das ist völliger Blödsinn!

Damals habe ich mich jedoch selbst verurteilt und mir die Peitsche auf den Rücken gehauen:

Was ist nur los mit mir? Wie kann ich meinem Mann sowas nur antun wollen? Ich bin der schlechteste Mensch auf dem Planeten und ich sollte in der Hölle schmoren!

Doch meine Gelüste, mein Verlangen und meine Neugierde haben mit meinem Mann überhaupt nichts zu tun. Es hat nichts mit meiner Ehe zu tun und ich wollte auch zu keinem Zeitpunkt mit dem anderen Mann durchbrennen. Hier geht es um etwas völlig anderes.

Die Grenzen der Monogamie

Anstatt meine Ehe in die Tonne zu hauen, habe ich angefangen zu recherchieren und mich zum ersten Mal in meinem Leben bewusst mit dem Thema Monogamie auseinander gesetzt. Ich habe unzählige Artikel und Bücher über Treue, Untreue und Polyamorie verschlungen.

Fremdgehen ist noch immer ein großes Tabu-Thema

warum geht man fremd obwohl man den partner liebt

Irgendwann hab ich meinem Mann von meiner Fremdliebe erzählt und ihn vorsichtig gefragt, ob er auch manchmal Lust auf andere Frauen hat.

Wir haben uns entschieden, unsere Beziehung offener und freier zu gestalten und auf die ewige Treue zu verzichten. Nach und nach habe ich mit Freunden und Bekannten darüber gesprochen und meinen Liebe-Leben Blog gestartet, weil mir klar war, dass viele Paare mit der ewigen Treue Probleme haben und irgendwann im Laufe des Lebens an die Grenzen der Monogamie stoßen.

Seither bin ich jeden Tag im Kontakt mit Menschen, die sich fremdverliebt haben, ihren Partner betrügen, betrogen wurden, oder als Geliebte ein trauriges Dasein fristen und den sehnlichsten Wunsch hegen, endlich wieder glücklich zu sein.

„Schatz! Es ist nicht so wie du denkst…“

Das mag wie eine billige Ausrede klingen, ist es aber nicht. In all der Zeit und in der Arbeit mit hunderten Klienten habe ich gelernt, dass es beim Fremdgehen um völlig andere Dinge geht als um pure Geilheit und Sex.

Es ist völliger Blödsinn, dass untreue Menschen schwach oder gestört sind. Es gibt immer Gründe, wenn ein Mensch eine Grenze überschreitet, von der er oder sie gedacht hat, das niemals zu tun.

Diese Gründe sind vielfältig und keineswegs auf Bosheit, Rücksichtslosigkeit oder Willensschwäche zurück zu führen. Die Verurteilungen können wir uns sparen. Sie verhindern weder Untreue, noch helfen sie raus aus dem Drama.

Es ist ein Irrtum, dass nur unglückliche Paare sich betrügen. Keine Beziehung ist perfekt und es ist nicht möglich, dass EIN Partner ein Leben lang all unsere Bedürfnisse erfüllt. Wir alle haben ein Bedürfnis nach Sicherheit UND nach Abenteuer. Nach Zusammengehörigkeit UND Autonomie. Nach dem Vertrauten UND dem Neuen.

Ewige Treue ist leicht mit dem/der Richtigen

Zuerst müssen wir mit einem Mythos aufräumen, der sich leider sehr hartnäckig hält.

„Liebe ist, wenn Treue Spaß macht.“

Am Beginn einer Beziehung fühlt sich das sicher so an. Wir haben nur Augen für diesen einen besonderen Menschen und sobald wir und für jemand anderen interessieren, war es nicht der/die Richtige. Was für ein Schwachsinn!

Fremdgehen hat oftmals nichts mit mangelnder Liebe zu tun!

warum geht man fremd obwohl man den partner liebt

In der westlichen Welt ist die serielle Monogamie die am meisten gelebte Beziehungsform.

Ewige Treue, bis das der Tod uns scheidet? Fehlanzeige. Stattdessen haben viele Menschen eine Beziehung nach der anderen.

Als treu gilt z.B. eine Frau, die in all ihren Beziehungen immer nur mit einem Mann gleichzeitig Sex hat. Aber diesen sofort verlässt, wenn ihr irgendwas nicht passt.



Nun stell dir vor, da wäre ein Mann, der seit 25 Jahren zu seiner Frau hält, sie pflegt, wenn sie krank ist, unterstützt, wenn ihre Eltern sterben, mit ihr Kinder groß zieht und für die Familie einen ungeliebten Job behält, damit er genug Geld verdient. Und dieser Mann hat in all den Jahren eine Affäre (aus welchen Gründen auch immer). Er wird als Betrüger abgestempelt.

Merkst du was? Wo ist denn die Liebe und die Treue, wenn es nicht einmal möglich ist, mit dem Partner eine Krise zu überstehen?

Warum geht man fremd? 5 Gründe…

Die Monogamie hat nix mit Liebe zu tun. Sie ist ein Konstrukt, um die Erbfolge zu sichern. Männer wollen sicher gehen, dass sie ihr Haus, ihr Land, ihr Vieh an einen leiblichen Nachkommen vererben.

Die Monogamie ist auch kein Naturgesetz wie etwa die Schwerkraft. Sie ist eine Entscheidung. Und wie das so ist mit Entscheidungen, dürfen wir sie ab und zu überdenken und möglicherweise revidieren.

Treue kann über 10, 20, 30 Jahre super funktionieren und dann nicht mehr. Warum?

1. Persönliche Krise (z.B. Midlife-Crisis)


Sabrina hat über Jahre nicht gemerkt, dass sie sich selbst aufgegeben hat. Sie war immer für ihre Familie da, hat perfekt funktioniert, aber ihre Lebensfreude verloren. Sie kann sich selbst kaum noch leiden. Als auch noch ihr Vater stirbt, ist sie am Ende ihrer Kraft.

Ihr Kollege, der ihr bisher kaum aufgefallen ist, fängt sie in dieser Zeit auf. Er macht ihr Komplimente, bringt ihr einen Kaffee vorbei und schaut sie immer wieder auf eine ganz besondere Art an, die ihr einen leisen Schauer über den Rücken laufen lässt.

Plötzlich fühlt sie ein sexuelles Verlangen, welches sie komplett abgeschrieben hatte. 

Mit ihm fühlt sie sich so sinnlich wie schon lange nicht mehr. Eine Frau wie Sabrina sucht keinen neuen Partner. Sie sucht ein neues ICH.

2. Lebendigkeit

Fast alle Paare, mit denen ich arbeite, bestätigen mir, dass sie in der Affäre eine Lebendigkeit fühlen, die in der Langzeitbeziehung verloren gegangen ist. Die Beziehung fühlt sich an wie ein gemütlicher Pullover. Perfekt um auf dem Sofa zu kuscheln.

warum geht man fremd obwohl man den partner liebt

Doch sie vergessen über die Zeit, sich ab und zu in unbequeme, enge und sexy Klamotten zu schmeißen und das Leben zu feiern und zu tanzen. Eine Affäre bietet genau das. Sie ist unbequemem, sexy, lebendig.

Lebendigkeit bedeutet auch Konflikte auszutragen, unbequeme Dinge anzusprechen, sich dem Partner mit allen Facetten zuzumuten. Liebe und Begehren sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

Liebe ist „sein“, Begehren ist „haben wollen“.

Gibst du deinem Partner die Möglichkeit, dich haben zu wollen?

3. ADS – Abenteuer Defizit Syndrom

Sind wir frisch verliebt, gibt es immer Unsicherheiten und Ängste, ob das mit dieser Liebe was wird. Wir wollen schnellstmöglich dafür sorgen, dass wir uns sicher und geliebt fühlen und dass die Verliebtheit zu einer tiefen Liebe reift.

Leider verhindert eine gemütliche, tiefe Liebe jegliches Wachstum, Neugierde und Weiterentwicklung. Paare tun alles, um keine Verlustangst, Eifersucht oder andere negative Gefühle fühlen zu müssen. Sie hören auf, mit anderen Menschen zu flirten, lassen sich gehen, kümmern sich nicht um ihren „Marktwert“. 

Das ist LANGWEILIG!

Eine Affäre ist wie ein Überraschungsei: Spiel, Spaß, Spannung und Schokolade.

Diese ganz besonderen Gefühle, die in einem sexuellen Abenteuer automatisch aktiviert werden, brauchen in einer Langzeitbeziehung sehr viel Pflege und Arbeit. Die Kirschen in Nachbars Garten sind immer süßer und ewige Treue hat auch einen Preis.

4. Sexuelle Neigungen, Neugierde, Freiheit & Autonomie

Einer meiner Kunden liebt es, der dominante Part in einem BDSM Liebesspiel zu sein. Aber nicht mit seiner Frau. Sie ist seine Partnerin auf Augenhöhe, er will sie nicht erniedrigen. Auch nicht im sexuellen Spiel. Er hat lange diese Neigung unterdrückt und bekämpft. Ohne großen Erfolg.

Ich persönlich bin sexuell extrem neugierig und nicht alles kann und will ich mit meinem Mann zusammen erleben. Manchmal mag ich einen neuen Körper entdecken und mich in einer anderen Person spiegeln.

Die Gefühle von neu, aufregend und ungewohnt kann mein Mann nicht auslösen. Das ist uns beiden klar. Meistens will ich gar nicht wirklich Sex haben. Doch die Möglichkeit es tun zu können, wenn ich wollte, gibt mir ein enormes Gefühl von Freiheit.

Tatsächlich habe ich durch diese Freiheit sehr viel weniger den Drang, es wirklich auszuleben. Interessant, oder?

Autonomie ist für mich ebenfalls ein wichtiger Aspekt. Mein Leben, meine Regeln.

Ich hab keine Lust, am Ende meines Lebens zu bereuen, mich nach einer gesellschaftlichen Moral gerichtet zu haben und diese niemals hinterfragt zu haben. Ich will nicht bereuen, dass ich die Erwartungen ANDERER Menschen erfüllt habe und meine eigenen nicht.

5. Die Beziehung

Eine gute Beziehung verhindert Fremdgehen nicht. Eine schlechte begünstigt es aber.

Nicht alle, die untreu sind, haben ein schlechtes Gewissen. Manch einer fühlt sich im Recht, den Partner zu betrügen, weil Bedürfnisse in der Beziehung nicht angesprochen werden können, nicht erfüllt oder sogar als unangemessen zurück gewiesen werden.

Ich liebe es, wenn eine Affäre auffliegt, weil sie dem Paar die Möglichkeit gibt, an ihren Baustellen zu arbeiten, die sie lange verdrängt und unter den Teppich gekehrt haben. Plötzlich sind Gespräche möglich, die Jahre verweigert wurden. Plötzlich knistert es wieder im Ehebett und die Paare haben den Sex ihres Lebens.

Eine Beziehung ist immer dazu da, die Partner zu entwickeln, sich zu reiben und zu wachsen. Das tut weh und soll so sein. Eine Friede-Freude-Eierkuchen-Beziehung für immer gibt es nicht und das ist nicht die Idee von Beziehung.

Also? Warum gehen Menschen fremd?

Ein Seitensprung oder eine Affäre ist nichts weiter als eine Krise. Es hört sich abgedroschen an, doch es bedeutet immer auch eine Chance.

Anstatt sexuelle Exklusivität auf Biegen und Brechen einzufordern, und einen Regelbruch mit Trennung zu bestrafen, können Paare lernen, ihrer Beziehung gegenüber loyal und treu zu sein. Selbst wenn einer mal fremdgegangen ist.

warum geht man fremd obwohl man den partner liebt

Fremdgehen ist Teil des Lebens und wird es immer sein. Ob es uns passt oder nicht.

Regeln zu brechen ist Teil der menschlichen Natur, sonst wäre eine Entwicklung nicht möglich. Wir können ewig dagegen kämpfen und ein riesiges Drama daraus machen, wir können aber das Drama auch sein lassen.

Fremdgeher sind keine Idioten und auch nicht erbärmlich. Sich zu trennen ist feige, an einer Beziehung zu arbeiten ist mutig.

Wenn Untreue Körperverletzung ist, dann fehlt es himmelweit. Und nein, Vögel schaffen es auch nicht ein Leben lang treu zu sein. Das ist ein Mythos und wurde mittels Genforschung widerlegt.

Das Leben ist dazu da, um gelebt zu werden. Mit allen positiven und negativen Emotionen und Konsequenzen. Nichts ist schlimmer als ein nicht gelebtes Leben.

Über die Autorin Melanie Mittermaier

warum geht man fremd obwohl man den partner liebtMelanie unterstützt seit Jahren Einzelpersonen und Paare bei allen Schwierigkeiten, die vor, während und nach einer Affäre auftreten. Meist ist sie eine Art Feuerlöscher, der zum Einsatz kommt, wenn jemand betrogen wurde, selbst fremdgeht oder eine Geliebte am Ende ihrer Kräfte angelangt ist.

Mit ihrem Liebe-Leben-Blog und über YouTube inspiriert sie viele Tausend Menschen neue und ungewöhnliche Wege zu finden, um Untreue zu verarbeiten und ihre Partnerschaft lustig, erfüllt und glücklich zu leben.

Sie ist Mutter von zwei großartigen Kids, seit 14 Jahren glücklich verheiratet und kennt die Höhen und Tiefen einer ursprünglich monogamen Langzeitbeziehung aus eigener Erfahrung.

Ihr Lebensmotto lautet: Leben darf leicht gehen und Spaß machen. Liebe auch!

Unglücklich Single?

Lernst du keine potenziellen Partner kennen oder gerätst du immer wieder an die falschen Partner? Dann lade dir meinen kostenlosen Dating-Ratgeber herunter und erfahre, wie du den richtigen Partner anziehst. Kein Spam. Nur geile Tipps.  
51 Kommentare
  1. Anchu Kögl
    Anchu Kögl sagte:

    Hi Melanie,
    danke für deinen interessanten Artikel.
    Ich halte es für sehr wichtig, dass wir verstehen, dass Fremdgehen nicht automatisch mit fehlender Liebe zu tun hat. Selbst in einer Beziehung, in der alles passt, können sich die Partner fremdverlieben – wie du damals.
    LG

    Antworten
    • Melanie Mittermaier
      Melanie Mittermaier sagte:

      Hi Anchu,
      freut mich, dass dir der Beitrag gefällt :-).

      Ja, es ist ein Mythos, dass Fremdgehen (Fremdverlieben) nur in unglücklichen Beziehungen vorkommt.

      Und Liebe wird mehr durch lieben. Das ist ein schöner Gedanke, finde ich.

      LG, Melanie

      Antworten
  2. Michael
    Michael sagte:

    Super Artikel!
    Ich habe gelesen das die meisten Menschen denken das ihnen das nicht passieren kann und wenn sie dann doch fremdgehen wollen sind sie zutiefst geschockt. Es gibt ja viele Studien und manche gehen von bis zu 70% aus (die in Beziehungen mal fremdgegangen sind). Warum halten wir so an Treue fest wenn es fast keiner leben kann?
    Mach weiter mit deiner tollen Arbeit!!!

    Antworten
    • Melanie Mittermaier
      Melanie Mittermaier sagte:

      Hallo Michael,
      vielen Dank für dein Feedback! Das freut mich sehr :-).
      Der Schock müsste nicht sein, wenn wir von vornherein nicht von ewiger Treue ausgehen würden. Doch aus Angst (Verlustangst, Angst nicht geliebt zu sein, Angst nicht zu genügen, Angst vor Veränderung, …) halten die Menschen so sehr an der Treue fest.
      Liebe Grüße, Melanie

      Antworten
      • Sabine
        Sabine sagte:

        Hi Melanie,

        ich kann Deinem Artikel aus eigener Erfahrung nur zustimmen … und den Satz “Liebe wird mehr durch lieben” in jeder Form unterstreichen. Meist ist es doch “nur” das Ego, das einem immer wieder einen Strich durch die Rechnung macht. Das Ego, das gestreichelt werden will und so seine bestimmten Erwartungen an die Liebe hat.
        Dabei bedeutet “zu lieben” viel viel mehr, als an der “körperlichen Treue” festzuhalten. Zu lieben, zu leben … jede Form von Krise auch als Wachstum und vielleicht sogar “Grenzüberschreitung” wahrzunehmen, um daraus zu wachsen und zu lernen … das finde ich, macht ein erfülltes Leben und auch Lieben aus.

        Danke für diesen Artikel,
        liebe Grüße,
        Sabine.

        Antworten
        • Melanie Mittermaier
          Melanie Mittermaier sagte:

          Liebe Sabine,

          vielen Dank für deine Worte! Oh ja, Liebe ist sehr viel mehr und ein erfülltes Leben wird ohne Krisen und Grenzüberschreitungen nicht auskommen. Denn dann war es nicht erfüllt ;-).

          Liebe Grüße
          Melanie

          Antworten
  3. Willi
    Willi sagte:

    Also, wenn ich jemanden aufrichtig liebe, dann brauch ich keine andere. Dann sind mir alle anderen egal. Ich glaube diese Frau hier, hat gar nicht kapiert, was liebe bedeutet, denn liebe kann man nicht kapieren. Liebe fühlt man und kann sie nicht beschreiben. Sie scheint eher in den anderen verliebt zu sein als ihren Mann. Und das man zwei männer liebt geht schon gar nicht. Liebe ist nunmal, wenn es spaß macht treu zu sein. Wenn man schmetterlinge im bauch bei sms bekommt und tiefen blicken ist da doch nichts mehr für den Ehemann. Das hat nur noch was mit geld, sicherheit und Bequemlichkeit zu tun. Man nennt sowas schlicht und einfach weg fremdgehen! Nichts anderes. Da gibt es kein dazwischen, kein ichvliebe meinen mann aber habe bei einem anderen schmetterlinge im bauch?! Ich hab noch nie so einen heftigen bullshit gelesen um sich das fremdgehen gut zu reden??. Ehrlich so ein schwachsinn. Wenn die kinder groß sind, und sie kein bock mehr hat muss man ehrlich sein und schluss machen und dafür aber auch auf die vorteile der letzten beziehung verzichten. Aber sich überall durchzuschmarotzern und sich von allem bitchig das beste nehmen finde ich unfair und verlogen. Meine meinung! Ziemlich scheinheiliger artikel! Natürlich geht irgendwann das kribbeln ein wenig flöten aber wenn es wirklich liebe ist, wird immer ein wenig davon dableiben! Und wenn man als frau ständig auf der jagd ist nach dem bauchkribbeln, dann sind beziehungen sowieso schwachsinn, weil es junkies sind, die von einem zum anderen hopsen. Bauchkribbeln hin oder her. Irgendwas ist unehrlich hier.

    Antworten
    • Melanie Mittermaier
      Melanie Mittermaier sagte:

      Schau Willi, hier geht es nicht um mich. Durch meine Erfahrung hab ich mich intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt und mit vielen Hundert Menschen gearbeitet.

      Unehrlich ist sicher die überzogene Erwartung, die wir an eine Beziehung haben. Unehrlich ist auch für mich, sich vom Partner zu trennen, anstatt nach Lösungen zu suchen. Warum sollte ich Schluss machen? Warum ist das ehrlicher? Sorry, aber dieser Gedanke erschließt sich mir nicht.

      Traurig finde ich die voreiligen Verurteilungen über Menschen, die du nicht kennst, von deren Geschichte du nur einen kleinen Teil kennst und dich über sie stellst, weil sie sich nicht so verhalten, wie es in dein Weltbild passt.

      Wer sagt denn, dass Treue die einzig richtige Beziehungsform ist? Wer sagt denn, dass ich nur eine Person lieben kann? Ich liebe meine beiden Kinder. Ich liebe meine beiden Eltern. Ich liebe eine Menge Freunde.

      Meine Frage an dich würde lauten: bist du in einer Beziehung? Wie lange? Ist sie glücklich? Was tust du, wenn deine Partnerin etwas tut, oder Wünsche hat, die dir nicht in den Kram passen? Wer bestimmt was falsch und richtig ist? Wie gehst du damit um, wenn deine Kinder Bockmist bauen?

      Wenn wir aufhören würden, uns zu verurteilen und uns zu trennen und stattdessen versuchen zu verstehen und zu verbinden, wäre diese Welt eine andere. Meine Meinung.

      Herzlichst
      Melanie

      Antworten
  4. Hermes
    Hermes sagte:

    Hallo Melanie,
    vielen Dank fürs so angenehm-authentische und unaufgeregte beschreiben.
    Schön zu lesen, gerade, weil es ja die Menschen ansprechen kann, die sich in regulär-monogamenen Beziehungen befinden aber auch merken, dass da was nicht ganz rund läuft.
    Bitte weiter so, das ist ein echter Beitrag zur Zufriedenheit von Paaren,

    lieben Gruß
    Hermes

    Antworten
    • Melanie Mittermaier
      Melanie Mittermaier sagte:

      Hallo Hermes,

      vielen Dank! Ja, das denke ich auch, dass wir sehr viel mehr Zufriedenheit erreichen können, wenn wir uns eingestehen, dass wir alle nicht perfekt sind, dass wir alle unsere Themen haben und dass die Monogamie manchmal schwierig ist.

      Lieben Gruß zurück
      Melanie

      Antworten
  5. Christian
    Christian sagte:

    100% ehrlich, 100% authentisch, 100% Melanie! Jeder Artikel, jeder Beitrag von Dir ist eine wahre Freude beim lesen.
    Und ja, es ist wirklich irre, dass die meisten Menschen sich niemals von ihrem Treue-Ideal trennen.
    Danke das Du genau so bist wie Du bist!
    Liebe Grüße, Christian

    Antworten
  6. Manuel
    Manuel sagte:

    Der Artikel bestätigt mir nur, wie gestört die Gesellschaft ist… Klar, soll jeder für sich wissen was er/sie gut findet in einer Beziehung. Aber hier einen Aufruf zu starten, dass Polygamie fördern soll, halte ich für bedenklich. Vielleicht hat Fremdgehen nicht immer mit Mangel innerhalb der Beziehung zu tun?! Gewiss, mit einem Mangel aus Eigenliebe! Sonst würde die Bestätigung nicht im Anderen gesucht werden.. Vielleicht tut es dem Rentensystem gut??!!!..
    Das ANCHU so was hier gut findet! Darüber bin ich enttäuscht… Weil ich dich echt klasse finde und ich dachte, von Anchu kann ich mir zum Thema Beziehung echt helfen lassen.. aber scheinbar sind tiefe Beziehung gen OUT!!! Schade

    Antworten
    • Melanie Mittermaier
      Melanie Mittermaier sagte:

      Hallo Manuel,
      Fremdgehen hat mit vielen Dingen zu tun. Auch mit einem Mangel an Eigenliebe. Wenn du darin perfekt bist – herzlichen Glückwunsch. Die meisten Menschen sind es nicht. Und wir sind soziale Wesen. Wir werden immer auch die Bestätigung in anderen suchen. Das ist menschlich.

      Wenn du schon allein deshalb enttäuscht bist von einem Menschen, nur weil er nicht genauso denkt, wie du, und dich deshalb abwendest, kann das allerdings nicht mit viel Liebe zu tun haben.

      Und es geht hier überhaupt nicht um einen Aufruf zur Polygamie (Mehr-Ehe, ist verboten in Deutschland). Sondern um einen Aufruf zu mehr Verständnis, mehr Offenheit, mehr Großzügigkeit und mehr Güte. Das alles geht in meiner Welt einher mit Selbstliebe…

      Herzlichst
      Melanie

      Antworten
      • Manuel
        Manuel sagte:

        Ich denke, dass du ein Weltbild aufzeigen möchtest, was für Menschen ohne inneren Gelände geeignet ist. Ich bin da nicht perfekt drin (hab ich nicht behauptet) und sage ja auch jeder soll wie er/sie meint! Ich gebe meine Meinung zu deinen Artikel ab wie du deine Meinung mir gibt’s. Wenn du Bestätigung in Anderen Menschen als “Selbstliebe” siehst?! Dann bitte. Das Verständnis darüber kann verschieden sein. Soziale Wesen ja, wir brauchen Menschen! Aber die Dinge können so zurecht geschrieben werden, wie sie gerade gebraucht werden… Für jeden gibt es das passende!

        Antworten
        • Melanie Mittermaier
          Melanie Mittermaier sagte:

          Schau Manuel, die eine Wahrheit gibt es nicht. Es gibt deine Wahrheit, es gibt meine Wahrheit und die Wahrheit von über 7 Milliarden Menschen auf diesem Planeten.

          Mein Artikel ist aus vielen Erfahrungen entstanden. Ich arbeite seit 5 Jahren mit allen Positionen einer Dreiecks- (oder Vierecks-)Beziehung. Mein Artikel ist ein Denkanstoß, eine Möglichkeit, Dinge aus einer anderen Sicht zu betrachten. Nicht mehr und nicht weniger. Es ist ein Weltbild für all diejenigen, die damit etwas anfangen können. Niemand muss meine Sicht der Dinge annehmen. Es kategorisch abzulehnen, darüber nachzudenken, ist auch völlig ok.

          Antworten
    • Chris
      Chris sagte:

      Liebe Melanie,

      ich unterhalte mich sehr häufig über dieses Thema. Einfach, weil es mich brennend interessiert. Und dein Artikel war auf jeden Fall brennend interessant! Danke dafür! Und ich stimme mit dir in vielen Punkten überein.

      Das Ding mit dem Fremdgehen ist: Am Ende des Tages bleibt es das Brechen einer klaren Abmachung mit dem Partner. Es bleibt ein Vertrauensbruch. Am Ende des Tages nimmt man in Kauf, den anderen Menschen, den man (hoffentlich) liebt, ganz extrem zu verletzen. Das ist bitter. Und wie man es dreht und wendet, am Ende des Tages führt kein Weg an diesen beiden Punkten vorbei. Vor diesem Hintergrund finde ich es etwas lasch, Fremdgehen dann mehr oder weniger zu rechtfertigen (ich finde, der Ton schwingt in deinem Artikel mit). Am Ende des Tages ist Fremdgehen ein Fehler, mit dem man einen Menschen unfassbar verletzen kann. Und Fakt ist auch: Viele Menschen, die „betrogen“ wurden, können oder wollen einen solchen Vertrauensbruch nicht tolerieren. Und das ist nachvollziehbar.

      Die menschliche Sexualität ist, wie du es richtig sagst, bei Weitem nicht auf monogame Lebensverhältnisse ausgelegt, und jede langfristige monogame Beziehung stößt (wahrscheinlich) früher oder später an ihre Grenzen. Ich finde, dass man dann den Mut aufbringen sollte, mit dem Partner zu reden und Lösungen zu finden. Wenn man dann auf Ignoranz, Unverständnis, oder Verurteilung stößt, kann man sich immer noch entscheiden, wie man mit den eigenen Bedürfnissen weiter verfahren möchte.

      Und ich glaube, dass dein Artikel Menschen dabei helfen wird, genau das zu tun und die eigenen Bedürfnisse besser verstehen zu können ohne sich selbst zu verurteilen. Ich finde, dass eine sexuelle Öffnung einer Beziehung ein viel, viel präsenteres und weniger tabuisiertes Thema bei Paaren sein sollte! Auch dabei hilft dein Artikel! Und deshalb finde ich deinen Artikel (und generell deine Message) super und hoffe, dass er viele Menschen erreicht!

      Alles Liebe,

      Chris

      PS: Ich möchte ich noch auf zwei Sätze aufmerksam machen, die ich etwas unglücklich finde:

      „Monogamie ist ein Konstrukt, um die Erbfolge zu sichern. Männer wollen sicher gehen, dass sie ihr Haus, ihr Land, ihr Vieh an einen leiblichen Nachkommen vererben.“ Ich finde das ist stark übersimplifiziert. Eventuell könnte man den zweiten Satz wenigstens in die Vergangenheit setzen.

      Antworten
      • Melanie Mittermaier
        Melanie Mittermaier sagte:

        Hallo Chris,

        vielen Dank für dein Feedback und den Hinweis mit der Zeitform. Das stimmt.

        Ich habe unzählige dieser Brüche erlebt und bei vielen war es keine klare Abmachung. Meistens gehen die Paare stillschweigend davon aus, dass Treue für beide passt. Auch wird diese Abmachung nicht erneuert, in Frage gestellt oder an veränderte Bedingungen in einer Beziehung angepasst.

        Über eine offene Beziehung denken die meisten erst nach, wenn es eine dritte Person gibt. Und dann wird es schwierig das Gespräch mit dem Partner zu suchen.

        Wir alle werden in eine monogame Gesellschaft geboren, daher fehlt sowieso die freie Entscheidung bei der Beziehungsform.

        Untreue tut weh. Absolut. Untreue hat auch immer einen Grund. Sie zu verurteilen hilft uns nicht. Wenn wir lernen, das zu verstehen, muss das große Leid nicht sein.

        Mir geht es nicht darum, irgendwas zu rechtfertigen. Ich möchte nur klar machen, dass niemand böswillig seinen Partner verletzt. Ich plädiere für mehr Verständnis und dafür, sich die Mühe zu machen, das Thema in seiner Gesamtheit zu betrachten.

        Die meisten meiner Klienten leiden unfassbar. Die Betrogenen, die Fremdgehenden und die Geliebten. Die Opfer-Täter-Rolle ist schnell klar, doch so ist es nicht. Es ist immer anders. Es ist viel komplexer. Das “Opfer” einer Untreue muss nicht das Opfer der Beziehung sein.

        Liebe Grüße, Melanie

        Antworten
        • Chris
          Chris sagte:

          Wenn beide stillschweigend davon ausgehen, dann ist das für mich auch eine klare Abmachung. Selbst wenn es nie ausgesprochen wurde. Es wird ja keiner davon ausgehen, dass es für den anderen okay ist, wenn man mit jemandem anderen schläft. Und das niemand böswillig seinen Partner verletzt verstehe ich natürlich auch. Das heißt aber nicht, dass er es nicht wohl wissend in Kauf nimmt.

          Egal: Unterm Strich hast du Recht damit, dass die Situationen in der Realität deutlich komplexer sind. In der Theorie ist immer alles leicht daher gesagt. Und viele Dinge, die ich sage, sind natürlich deutlich leichter gesagt als getan.

          Und: Der ich selbst schon mit vielen über alternative Beziehungsformen gesprochen, habe noch keine zwei Menschen gefunden, die die identische Meinung dazu hatten :-)

          Alles Liebe,

          Chris

          Antworten
  7. tu madre
    tu madre sagte:

    ja am besten geht ihr in ein swinger club und schaut zu wie ihr jeweils vom anderem gevögelt werdet… Mal schauen ob man dan immernoch schmetterlinge im bauch hat… und vergesst nicht sexuale krankheiten nachhause zu bringen, damit es nicht langweilig wird…

    Antworten
    • Gabi Simons
      Gabi Simons sagte:

      …ich bin absolut begeistert, dass ich endlich mal öffentlich eine Meinung mitbekomme, die meine gewünschte Art von menschlicher Freiheit und bedingungsloser Liebe beschreibt. Das Verstehen von Liebe im ganzheitlichen Sinn, welche durch die Liebe zur Ego Befriedigung nur selten verstanden wird.
      Liebe hält niemals fest oder wird in Erwartung oder Verpflichtendem Denken erfüllt…

      “Liebe lässt frei” wie Robert Betz es sehr treffend beschreibt.
      Das diese womöglich noch vor einem Gott geschworene Liebe, den meisten Paaren in ihrer anerzogenen Anständigkeit irgendwann verhängnisvoll in “Un-Treue” gespiegelt wird, ist doch selbsterklärend und völlig logisch…
      Für mich ist dies bei jedem Menschen eine Frage der Zeit, wann er sich zumindest Kopfmässig für einen anderen Menschen außer seinem Partner interessiert und ich finde es sehr traurig so wenig selbstreflektierte sich selbst belügende Menschen in dieser heutigen Zeit zu finden.

      schade dass wenig Menschen sich wirklich mit sich beschäftigen und zu einem eigenständigen denken stehen und lieber nach außen gefallen möchten…

      Ich hoffe ich finde den Partner der wirklich Interesse hat an Beziehung zu arbeiten und die Scheuklappen beiseite legt…

      Alle anderen dürfen sich gerne weiter etwas vormachen…

      Danke liebe Melanie, du hast das wunderbar ausgedrückt, vllt hilft es Vielen zu erwachen…

      Antworten
      • Melanie Mittermaier
        Melanie Mittermaier sagte:

        Liebe Gabi,

        der Gedanke “wahre Liebe lässt frei” ist großartig und es lohnt sich wirklich, darüber ein wenig länger nachzudenken und Dinge auszuprobieren, die in diese Richtung gehen.

        Ich gebe mein Bestes, um eine weitere Sicht der Dinge zur Verfügung zu stellen und immer mehr offene und liebevolle Diskussionen zu ermöglichen.

        Herzlichst,
        Melanie

        Antworten
  8. Wynton
    Wynton sagte:

    Hallo Melanie, um ehrlich zu sein musste ich echt schlucken, als ich den Artikel gelesen habe, der hat echt gesessen..

    Ich bin um ehrlich zu sein dafür, das man es zu zweit probiert auf die Kette zu bekommen, nicht bei der kleinsten Scheiße, mit wem anders schläft, sondern miteinander redet, ehrlich, auch wenns mir persönlich verdammt wehtun wird und auch ihr (hoffentlich).

    Warum hoffentlich?

    Ich denke, wenn es jemandem wehtut über sowas zu sprechen, merkt man das man vielleicht bei sich selbst noch Baustellen hat, aber auch, das der andere einen vielleicht doch mehr bedeutet als man noch dachte..

    Der Artikel sitzt immernoch, merk ich gerade “gut”.. :D

    Aber wiegesagt, ich bin der Meinung, das man der Treue eine Chance geben sollte, sie nicht von vornherein mit Füßen treten und komplett übern Haufen werfen, aber wie du schon richtig gesagt hast, wie ich finde, man sollte es nicht in Stein meißeln, denn dann stelle ich mir vor, ist es eher wie ein “Knast der Liebe”, wie ein Gefängnis.

    Aber abschließend ist mir nochmal wichtig zu sagen, das man der Treue unbedingt (!!!) eine Chance geben sollte, die hat sie zumindest bei mir verdient, auch, weil ich noch keine Freundin hatte, aber auch nicht zum Gefängnis werden sollte.

    Danke für den Tritt in die Klöten :)!

    Antworten
    • Melanie Mittermaier
      Melanie Mittermaier sagte:

      Hallo Wynton,

      vielen Dank für deine Zeilen.

      Treue ist für viele ein großartiges Konzept. Manchmal funktioniert sie 10, 20 oder 30 Jahre und dann nicht mehr. Für manche funktioniert sie sogar ein ganzes Leben lang. Wie erfüllt diese Beziehungen sind, steht auf einem anderen Blatt Papier und hat mir der Beziehungsform nichts zu tun.

      Am Beginn meiner Beziehung hätte ich mir nicht träumen lassen, dass ein offenes Konzept mal irgendwann für mich in Frage käme. Viele Jahre hab ich gar keine anderen Männer mehr wahr genommen. Dinge ändern sich, Umstände ändern sich, Menschen ändern sich. Und tatsächlich bin ich total gern treu. Meistens. Nur nicht zwanghaft und nicht von außen auferlegt.

      Es gibt auch Menschen, die schon sehr früh wissen, dass Treue nicht das richtige Konzept für sie ist. Das ist völlig ok.

      Wenn Treue für dich wichtig ist, dann darfst du dir eine Partnerin suchen, die das genau so sieht wie du. Und das dürfte nicht so schwer sein, wie anders rum ;-). Nur wenn du vom Beginn deiner Beziehung eine mögliche Untreue schon einbeziehst, wird es leichter darüber zu reden, sobald sich diese Situation mal ergeben sollte.

      Eine monogame Beziehung ist weder besser noch schlechter als eine offene Beziehung oder Polyamorie. Und auch in den offenen Beziehungsformen gibt es Eifersucht und Schmerz. Wir alle haben Angst, einen geliebten Menschen zu verlieren. Das ist normal. Und doch können wir trotzdem lernen, uns frei zu lassen. Was auch immer das für jeden Einzelnen bedeutet ;-).

      Antworten
  9. Herbert
    Herbert sagte:

    Ich schreibe hier als Betroffener einer Liebesbeziehung meiner Ex – Partnerin und habe mich von ihr getrennt, vor sechs Wochen, was extrem schmerzhaft war und immer noch ist! Ich finde mein Verhalten nicht als feige, da ich mit diesen enormen, psychischen Schmerzen noch konfrontiert bin. Meine Ex – Partnerin hat Fakten geschaffen, sie hat nicht mit mir gesprochen, bis ich ihre Affäre selber herausgefunden habe. Du kannst Dir glaube ich vorstellen, wie es mir danach gegangen ist!

    Antworten
    • Melanie Mittermaier
      Melanie Mittermaier sagte:

      Hallo Herbert,

      natürlich weiß ich, wie es dir ergangen ist. Ich arbeite mit vielen Betrogenen, die sich entschieden haben, zu verzeihen und sich nicht zu trennen. Sie gehen teilweise durch die Hölle. Viele haben Kinder und dürfen einen Weg finden, nicht bei der ersten schlimmen Krise das Handtuch zu werfen.

      Viele haben die Affäre selbst herausgefunden und bleiben trotzdem. Nicht nur wegen der Kinder. Sondern weil sie den Partner mehr lieben, als das Treue-Ideal. Weil sie entschieden haben, nicht als verbitterte Betrogene zu enden. Weil sie einen Weg suchen, wieder glücklich zu sein. All das ist möglich. Und für niemanden leicht.

      Antworten
  10. TeteGina
    TeteGina sagte:

    Hallo Melanie, Hallo Anchu, wie immer in unserer Gesellschaft polarisiert dieser Beitrag. Die Köpfe vieler sind so festgefahren (Madonna mia!).
    Ich verstehe deinen Beitrag als Appell; bevor ich essentielle Entscheidungen treffe, sollte ich erst einmal schauen, was meinen Partner oder Partnerin dazu bewegt hat “fremd” zu gehen. Alleine das Wort “fremd” gehen, verbirgt schon etwas düsteres.
    Ich danke dir Melanie für deine Anregungen, Ciao Tete

    Antworten
    • Melanie Mittermaier
      Melanie Mittermaier sagte:

      Hallo Tete,

      vielen Dank für deinen Kommentar und für das Madonna mia ;-).

      Ich finde, die Bereitschaft zu haben, den Partner anzuhören und danach erst eine essentielle Entscheidung zu treffen, wäre schön.

      Ciao, Melanie

      Antworten
  11. Maik
    Maik sagte:

    Hallo Anchu, Hallo Melanie,

    sehr guter und interessanter Artikel! Finde ihr trefft es ziemlich gut auf den Punkt. Vor allem der Gedanke, dass es für alles nicht den perfekten Partner gibt kann ich absolut teilen. Ich finde es verhält sich da wie mit guten Freunden: mit dem einen kann man sich gut unterhalten, mit dem anderen kann man eine wilde Partynacht haben. Mit einem anderen wieder ganz andere Dinge. Und nur weil einer nicht alles kann ist er deswegen nicht der “Richtige”? Halte ich schon auf freundschaftlichem Level für ne fragwürdige Haltung. Und dann soll das bei einem Partner passen? Wer das gefunden hat und 50 Jahre durchzieht Glückwunsch und Gratulation! Wirklich, das finde ich wahnsinnig schön, aber das muss ja nicht heißen, dass das jedem gelingt. Sich dann aber wegen jedem (unlösbaren) Konflikt trennen, obwohl sonst alles perfekt passt finde ich sehr schade. Wie gesagt, bei Freunden handhabt man das ja auch anders.
    Treue ist ja auch eine persönliche Interpretation, die man auf andere projiziert. Da hat jeder eigene Auffassungen. Wie soll man da auf etwas gemeinsames kommen, wenn es jeder anders empfindet? In diesem Thema einen Konsens finden ist meiner Meinung nach quatsch, weil es dann etwas ist, über das man innerlich anders denkt. Wie soll so ein Konstrukt aus Regeln und Bestrafung funktionieren?

    Antworten
    • Melanie Mittermaier
      Melanie Mittermaier sagte:

      Hallo Maik,

      vielen Dank für den schönen Vergleich mit den Freunden. Das trifft es ebenfalls total auf den Punkt!

      Und ja, das mit der Bestrafung funktioniert seit Ewigkeiten nicht. Wir dürfen neue Wege finden.

      Antworten
  12. markus
    markus sagte:

    Hallo, schöner Bericht –
    Ich finde von Betrug kann man nur sprechen wenn man bestimmte Dinge macht und der andere nichts davon weiß.
    Die Frage ist ob BEIDE damit in der Partnerschaft umgehen können.
    Das ist sicher nicht jederManns Sache – wenn es bei einem Paar jedoch funktioniert warum nicht – das sollten sich die Beteiligten selbst ausmachen – wichtig ist dass keine rdarunter leidet und das alle mit “offenen Karten spielen”

    Solange man sich im nicht strafbaren Rahmen bewegt und es alle Beteiligten mittragen können, ist es egal was die Gesellschaft “denkt”

    Antworten
    • Melanie Mittermaier
      Melanie Mittermaier sagte:

      Hallo Markus,

      vielen Dank!

      In jeder Beziehung gibt es Dinge, die der andere nicht weiß. Wenn wir 100%ige Transparenz erwarten, heißt es nicht mehr Partnerschaft, sondern Gefangenschaft. Niemand hat das Recht, ALLES zu wissen, was der andere denkt oder tut.

      Und sicher sind Absprachen und offene Karten toll und wünschenswert. Daher auch meine Arbeit. Sie soll es den Menschen leichter machen, darüber zu reden, entspannter zu sein, wenn einer mal einen Fehler macht, und in den Dialog zu gehen.

      Wenn ich sehe, wie krass manche mich anfeinden, wenn es um das Thema geht, will ich nicht wissen, wie sie mit ihrem Partner umgehen würden, wenn der Dinge sagt, die nicht erwünscht sind. Schade.

      Antworten
  13. Andre Mertins
    Andre Mertins sagte:

    Find ich dumm den Artikel… Fremdgehen heißt betrügen! Eine Beziehung sollte aber auf Ehrlichkeit und Vertrauen beruhen. Monogamie ja, dafür sind wir Menschen vielleicht nicht geschaffen, aber bevor man fremdgeht sollte man vorher vielleicht mit seinem Partner über sexuelle Vorlieben reden. Oder sich gleich nur auf eine Offene Beziehung einlassen. Aber Fremdgehen schön zu reden, finde ich dämlich! Klingt so als hätte die Verfasserin dieses Artikels noch nie den Schmerz des Betrogen werdens erfahren müssen und versucht sich ihre Fehler für die Allgemeinheit nur schön zu reden. Dann doch lieber gleich Verantwortung für sein Handeln und daraus entstehende Folgen über nehmen! Cheers!

    Antworten
  14. Laura
    Laura sagte:

    Liebe Melanie!
    Vielen Dank für diesen Artikel, ich finde es schade und erbärmlich, wie du hier angefeindet wirst.
    Ich habe selbst keine Erfahrung mit dem Gefühl, fremdgehen zu wollen, bisher hatte ich weder das Bedürfnis noch wurde ich betrogen. Und lange dachte auch ich, dass sowas nur passiert, wenn die Beziehung scheiße läuft oder man sich nicht liebt. Mittlerweile glaube ich denen, die damit Erfahrungen gemacht haben und bin nicht mehr so vermessen zu glauben, dass mir das nicht passieren könnte.
    Ich bin ganz zufällig über die Bücher von Sookie Hell zum Thema Polyamorie gekommen (Absolute Kaufempfehlung übrigens) und sehe das Ganze auch als Riesenchance für eine Beziehung. Liebe ist doch eher, sich so zu nehmen, wie man ist, auch wenn der andere Dinge tut, die man nicht gut findet, als sich total zu verbiegen füreinander. Und ich würde es auch nicht als “fremdgehen” bezeichnen, wenn man darüber spricht und sich gemeinsam dafür entscheidet. Das finde ich viel verantwortungsvoller, als sich zu trennen.
    Alles Gute!
    Laura

    Antworten
    • Melanie Mittermaier
      Melanie Mittermaier sagte:

      Liebe Laura,

      vielen Dank für dein Mitgefühl ;-). Ich bin es gewohnt, angefeindet zu werden und ich kann es auch verstehen. Für viele Menschen ist das Thema so weit außerhalb ihrer Komfortzone, dass sie erst mal wie wild um sich schlagen.

      Ja, die Vermessenheit ist es oft. Viele sagen mir, dass ihnen sowas niemals passieren könnte. Es wird erwartet, dass der Partner stets sofort über seine Gefühle und Wünsche redet und nichts tut, was dem andern weh tun könnte. Doch so läuft KEINE Beziehung dieser Welt. Alle haben Ängste und Sorgen, die wenigsten haben gelernt, Konflikte auszutragen und Wünsche zu kommunizieren, die gesellschaftlich gar nicht da sein dürfen.

      Danke für den Buchtipp! Das werde ich mir auf jeden Fall anschauen.

      Liebe Grüße
      Melanie

      Antworten
  15. Sandro
    Sandro sagte:

    Meine Meinung:
    Interessantes Thema, leider (finde ich) viel zu oberflächlich behandelt.

    Die Gründe sind auch zu fadenscheinig. Da ist mit 5 Jahren Erfahrung doch mehr herauszuholen?

    Der Artikel ist nur um Menschen zu motivieren Fremdzugehen und Hippie-mäßig alles ist gut Wellen zu verbreiten.
    Die Geborgenheit und gefühlte Unantastbarkeit ist nahezu unmöglich wiederherzustellen.

    Viele längere Beziehungen sollten beendet werden weil die nur noch nebeneinanderher leben mit Verlustangst usw. jetzt geht noch einer Fremd und es klappt alles wieder?
    Das hört sich sehr nach dem (nicht) Erfolgsversprechenden ” wir haben zwar Probleme sind aber zu feige uns zu trennen aber lass uns ein Kind bekommen, damit haben wir eine neue Herausforderung und alles wird besser” an…

    Schlimm ist es, dass die Leute nicht regelmäßig von über ihre Bedürfnisse reden, wenn es sein muss auch einmal pro Zeiteinheit fest terminiert und die von Anfang an klar kommunizieren.
    Z. B. wir sind jetzt zusammen und ich bleibe dir auch treu. Aber was machen wir, wenn dochmal das Verlangen nach X Jahren kommt?
    Wenn du darfst, darf ich auch etc…
    Du willst x nicht mit mir machen? Darf ich mir dann wen anderes dafür holen? Ich will x nicht machen, ok das kannt du mit wem anderes machen….

    Ok nicht, wie lösen wir das dann. UNd wenn es zu wichtig ist kann man innerhalb kürzester Zeit seine Wege gehen ohne jemanden verletzt zu haben.
    .
    .

    Den Appel klare Ansagen zu machen finde ich 1000x wichtiger als diese jippie-tralala Einstellung.

    Antworten
    • Melanie Mittermaier
      Melanie Mittermaier sagte:

      Hallo Sandro,

      wenn du einen Weg kennst, 5 Jahre Erfahrung in EINEN Blogartikel zu packen, immer her damit.

      Wenn ich mit Paaren arbeite dauert ein Prozess oft Monate mit Coachings und intensiver WhatsApp Betreuung zwischen den Terminen.

      Ja, es gibt Beziehungen, die nur auf Verlustangst beruhen. Oder auf Angst vor Einsamkeit. Oder anderen Ängsten. Wenn du frei davon bist, ist das schön. Und die meisten sind es nicht. Ob eine Trennung besser ist, oder nicht, wage ich nicht zu bestimmen. Das muss jeder mit sich selbst ausmachen. Und Fremdgehen kann dafür sorgen, dass sich Partner wieder unterhalten, dass sie lernen, sich wieder um ihre Beziehung zu kümmern.

      Und natürlich sind klare Ansagen wünschenswert. Doch kaum jemand in den Beziehung, die ich betreue, hat gelernt diese zu machen. Menschen sind fehlbar und wir werden es niemals schaffen aus diesem Leben zu gehen, ohne jemanden verletzt zu haben.

      Deine Erwartung ist Perfektion. Und die gibt es nicht.

      Antworten
  16. Mike
    Mike sagte:

    Melanie kommt nicht wirklich damit klar, wenn hier andere Meinungen zu Ihren Artikel geäußert werden.. das merke ich deutlich. Warum sind in der Komforzone wenn sie nicht so denken wie Du? Haben diese vielleicht einfach eine Andere Vorstellung von Liebe , Partnerschaft etc.?! Fremdgehen als Mittel zum Zwecke Unterhaltung?!! Sehr bedenklich..

    Antworten
    • Melanie Mittermaier
      Melanie Mittermaier sagte:

      Hey Mike,

      ich komme damit klar, wenn Menschen anderer Meinung sind. Ist ja nicht mein Leben. Niemand muss so denken wie ich. Meine Sicht ist ein Angebot an Menschen, die Unterstützung brauchen und keine Verurteilungen.

      Viele, die hier kommentieren, kennen sich (hoffentlich) mit genau EINER Beziehung aus. Ihrer eigenen. Doch sie schreiben für ALLE Beziehungen. Echt jetzt?

      Und die Kommentare, die manche hier abgeben, sind schlicht nicht hilfreich und schon gar nicht respektvoll.

      Sie glauben, sie würden sich immer vorbildlich und ehrlich verhalten und könnten munter auf andere draufhauen, sie verurteilen und bewerten. Allein dein Satz: “Fremdgehen als Mittel zur Unterhaltung”, ist sowas von abwertend. Als wüsstest du die Gründe, die jemand hat, der fremdgeht.

      Aus meinen vielen Coachings weiß ich, dass niemand zur Unterhaltung fremdgeht. Niemand aus Bosheit. Niemand, um den Partner zu verletzen.

      Antworten
  17. Dom
    Dom sagte:

    Finde ich nicht schön.
    Wenn ich mir vorstelle, dass meine Frau sich so verhält, dreht sich mir der Magen um. Noch mehr dreht sich mir der Magen um, wenn ich mir vorstelle, wie sehr meine Frau verletzt wäre, wenn ich fremdgehen würde.
    Wer seinen Partner liebt, geht nicht fremd. Punkt.

    Antworten
  18. Steve
    Steve sagte:

    Interessante Standpunkte … Versprechen hin oder her, meistens ist ein Fremdgehen nicht geplant… Mir ist das selbe vor 2 Jahren passiert. Warum… ist schwer zu sagen, auf jeden Fall war ich nicht auf der Suche. Aber ich habe gelernt, dass Schmetterlinge im Bauch nach 15 Jahren Beziehung doch einmal verschwinden. Noch dazu wenn man dann noch mit Kindern und Beruf konfrontiert ist und der Partner als “Ziel” die Erfüllung aller Familienntermine im Sinn hat. Gespräche über Wünsche und Ziele in der Partnerschaft gibt es nicht mehr und das Leben wird nur noch nach anderen Terminen ausgerichtet. Darf man dann nicht schon die Frage stellen, wo die Beziehung zu diesem Zeitpunkt geblieben ist…? Und wenn man dann noch auf sein Gegenstück trifft, welches eine ähnliche Situation hat, dann ist man nach dem ersten Kuss umwerfend überwältigt und man erkennt, dass es doch noch Gefühle und Emotionen gibt…

    Antworten
  19. Tony
    Tony sagte:

    Hallo Melanie und Anchu,
    Toller Artikel, den ich jedoch nicht gänzlich teile.

    Fremdgehen kann so viele Gründe haben. Ich meine, ein Großteil, wenn nicht alle, lassen sich vermeiden.

    Man hat sich in der Beziehung irgendwann aufgegeben? Dann sollte man sich fragen, ob es die richtige Beziehung ist.

    Man will einfach Sex mit abwechselnden Partnern? Fair enough, wenn man das von vornherein offen kommuniziert.

    Ich glaube, Ursprung allen Übels sind Kompromisse, die man eingeht, ohne sich der Konsequenzen bewusst zu werden.
    Und ich finde es super, wie Du es gemacht hast: du hast deinem Mann erzählt, was in dir vorgeht, bevor du deinem Verlangen nachgegangen bist.
    Dein Mann hatte die Entscheidung, ob und wie er damit umgeht. Und du hättest seine Entscheidung ebenso akzeptieren müssen, wie er deine.

    Deswegen ist es aber nicht zwangsläufig so, dass Monogamie ganz grundsätzlich kein Modell ist, was für den Menschen nicht geeignet ist.

    Schlüssel ist hier, wie so oft, Kommunikation.

    Ich habe unerfüllte Wünsche? Dann Rede ich mit meiner Partnerin und wenn sie es kategorisch ablehnt, dann überlege ich mir, ob ich die wünsche woanders erfüllen lasse. Natürlich kündige ich das vorher an und meine Partnerin kann entscheiden, wie sie damit umgeht. Ich muss dann die Konsequenzen tragen.

    Umgekehrt genauso.

    Doch niemals rechtfertigt es, den Partner zu belügen oder zu betrügen. Du hast die Bedürfnisse? Dann Rede mit deinem Partner und gib ihm die Freiheit zu wählen.

    Und manchmal muss man sich dann eben entscheiden, was wichtiger ist. Denn die Freiheit des einen endet, wo die Freiheit des anderen beginnt.

    In einer Partnerschaft bedeutet das durchaus Kompromisse, die jeder frei ist zu akzeptieren, oder sich nach geeigneteren Partnern umzuschauen.

    Niemals aber kann ich von meinem Partner verlangen, etwas hinzunehmen.

    Insofern. Schön, wie Du es gemacht hast, aber ob dies jedermanns Lebensweg ist, obliegt den Entscheidungen einzelner mit der Verantwortung, die eine Partnerschaft nunmal mit sich bringt

    Antworten
  20. Tony
    Tony sagte:

    Auch beim Durchlesen der Kommentare werden die Positionen deutlich. Es gibt die, die sagen fremdgehen ist scheiße und die, die sagen, fremdgehen ist toll (Liebe frei!). Dann gibt es aber auch die, die sagen, dass es selbst schon passiert ist, weil bla bla.

    Die ersten beiden Gruppen sind im Grunde genommen genau die Kontroversen, zwischen denen ich mich nicht entscheiden möchte. Mich stört nur der Begriff Fremdgehen.
    Was mich stört, ist die damit implizite Lüge, die mich auch beim Schreiben meines vorherigen Kommentars geleitet hat.

    Polygamie an sich – das ist etwas, dass muss erstmal jeder selbst entscheiden, wie er das handhabt.
    Was nicht geht: Polygam sein, ohne es vorher dem Partner mitzuteilen.
    Wer nicht monogam leben will, muss das nicht. Man sollte aber in jedem Fall dies vorher (!) mit seinem Partner besprechen.

    Das Grundkonstrukt ist Treue und Monogamie und davon darf man erstmal in einer Partnerschaft ausgehen. Das mag man hinterfragen, aber dann soll sich bitte niemand (auch keine Frau!) verletzt fühlen, wenn der Partner woanders rumhurt, ohne das vielleicht mit einem immer abzuklären.
    Insofern frage ich auch nicht bei meinem Partner aller paar Wochen, Monate, Jahre oder bei einem Streit nach, ob wir denn jetzt noch treu sind. Das ist ja wohl lächerlich. Wer von dem Grundkonstrukt abweichen will, der macht den Mund auf, ansonsten ist er/sie einfach ein Arsch.
    Das Leben ist kein Ponyhof und Partnerschaft bedeutet auch Verantwortung.
    Letztlich könnte man mit der Proklamation für Polygamie als Grundkonzept das Konzept der Partnerschaft ad absurdum führen. Warum soll ich mich Regeln und Verantwortung in einer Partnerschaft beugen, wenn ich es woanders einfacher, freier haben kann?

    Ich lebe nicht polygam, aber nicht aus althergebrachter Tradition, sondern weil ich selbstbewusst genug bin, um meine Bedürfnisse in einer Partnerschaft unterzubringen und – sofern ich das nicht kann – die Partnerschaft zu beenden. Warum sollte ich mit jemandem zusammen sein wollen, der meine Bedürfnisse nicht befriedigt?
    Das ist freilich nichts, was zwangsläufig mit Polygamie zu tun hat, aber mich weckt auch einfach nicht das Interesse mit anderen Menschen zu schlafen. Ich brauche hierfür eine Vertrauensbeziehung und viele Faktoren müssen übereinstimmen, bevor ich es überhaupt in Erwägung ziehe.
    By the way: Der Gedanke von Treue à la mein Erbe, mein Vieh bla bla bla – das ist ja wohl gewaltiger Schmarrn. Eher nachvollziehbar wäre der evolutionäre Gedanke für Polygamie sein Erbgut mit so vielen Menschen wie möglich zu teilen.

    Sei es drum, kommen wir zur letzten Gruppe: “Ich bin auch schon mal fremdgegangen, aber ich rechtfertige mich.”
    Für diese Gruppe habe ich kein Verständnis. Fremdgehen ist eine Entscheidung und passiert mal nicht eben wie ein Autounfall.
    Man kann es doch offen eingestehen, wenn der Zauber aus ist. Dann setzt man sich mit dem Partner zusammen und führt das (Scheiß)Gespräch und zieht die Konsequenzen (entweder man trifft dann andere in der Partnerschaft oder eben außerhalb).
    Dazu haben aber die allerwenigsten den Arsch in der Hose! Mögen die Gründe im Einzelfall hierfür auch ansatzweise nachvollziehbar sein: Es ist feige!

    Und hier setzt auch mein Störgefühl für den Artikel an: Es mag sein, dass Monogamie nicht für den Menschen machen gemacht ist und wenn dies so ist – dann ist es so!
    Keinerlei Rechtfertigung hingegen bietet das dafür, den Partner zu belügen, indem man nicht von vornherein mit offenen Karten spielt.
    Hinterher zu sagen, dass ja der Mensch nicht für Polygamie gemacht sei und bla bla. Das ist Blödsinn.
    Man war einfach zu feige das Thema anzusprechen und zu feige und zu egoistisch, dem Partner die Wahl zu lassen, ob und wie er damit umgeht.

    Und das ist ein ganz simpler Vertrauensbruch und ich habe für jeden Menschen Verständnis, der hier eine Grenze zieht und alles beendet. Die Lüge hat keinen Platz in einer Partnerschaft.

    Sicher, der Ansatz, ob Partnerschaft zwangsläufig Treue mit sich bringen muss, kann und darf diskutiert werden. Dann aber bitte mit dem Partner und vorher – nicht wenn man in flagranti oder im Nachhinein erwischt wurde.
    So weit sind wir doch dann schon in unserer modernen Gesellschaft.

    Übrigens: wenn meine Partnerin Polygamie wünschte, dann würde ich das in Erwägung ziehen. Ich würde dann aber zum Beispiel auch schauen, ob ich nicht eine potentiell bessere Frau zur Verbreitung meines Erbguts finde. Rein unter biologischen Aspekten. Leben will ich mit der Frau nicht.
    Aber ich wette das wäre dann auch wieder Scheiße – gell?

    Es ist aber das gleiche. Kinder bringen Verantwortung und Partnerschaften ebenso.

    Antworten
    • Em
      Em sagte:

      Ganz genau so sehe ich das auch! Wer fremd geht (der Begriff ist eigentlich schon Erklärung genug…) und dann den Partner vor vollendeten Tatsachen stellt, am besten noch nach Jahren der “glücklich vorgelebten” Beziehung, der ist einfach Feige und hat das Prinzip einer Beziehung nicht verstanden, das einer Ehe sowieso nicht! Da hat nur der Schuldige es nicht geschafft, seine eigenen Bedürfnisse auch mal dem Partner zu Liebe unterzuordnen, damit er / sie glücklicher ist. Sowas ist normal, sollte nur nicht all zu oft vorkommen!
      Und der / diejenige die noch dazu weiterlügt, da es ja “nicht relevant war” oder eben auch nur aus Gemütlichkeit, ach eigentlich egal warum!, hat einfach kein oder kaum aufrichtiges Mitgefühl für den Partner … Das sind meiner Meinung nach Defizite im Charakter und nichts anderes! Aber klar, wenn es von vorne herein geklärt ist, dann ist das ja auch anders. Aber dann kann man sich noch entscheiden ob man das will. Nach x Jahren Beziehung / Ehe, empfinde ich es auch eher als Feige, nicht an der Beziehung arbeiten zu wollen und statt dessen seine Bedürfnisse so hervorzuheben, dass sich die Beziehung oder gar der Partner ändert… Da bewegt sich der Berg zum Profeten, aber klar, der Prophet muss dann keinen Schritt tun, ist viel Gemütlicher so…

      Liebe deinen nächsten WIE dich selbst!

      Antworten
  21. Henry
    Henry sagte:

    Hallo Melanie,
    leider bin ich erst heute auf Deinen Artikel gestoßen. Viele Dinge hierauf passen auf meine derzeitige Situation. Ich bin mit meiner Frau seit über 30 Jahren zusammen und “immer” war es “perfekt”. Jetzt, mit 57, ist mir das Unglaubliche passiert … ich habe mich über Distanz total verliebt … und das in einen 22jährigen Mann. Das Gefühlschaos kannst Du Dir vorstellen. Hinzu kommt, dass der junge Mann, der offen schwul lebt, meine Liebe “natürlich” nicht erwidert. Das Gefühlschaos ist bei mir also total. In meiner Verzweiflung habe ich meiner Frau andeutungsweise die “andere Liebe” gestanden und damit ein Trümmerfeld hinterlassen. Dein Artikel ist in diesem Zusammenhang ein kleiner Lichtblick für mich, aber es wird sicherlich noch etwas dauern, bis wieder alles einigermaßen sortiert ist. Bitte fahre in Deiner Arbeit fort, denn ich halte sie für sehr wichtig.

    Antworten
  22. Lotte
    Lotte sagte:

    Sorry, aber ich habe selten so was engstirniges gelesen!! Wisst ihr überhaupt was ihr euren unwissenden Partnern antut? Mir dreht sich der Magen im Schleudergang, wenn ich dieses Gesülze von Fremdgehern lese, die sich ihre Unzulänglichkeiten schön reden, obwohl sie ihre Familie in den Abgrund stoßen. Einfach ekelhaft diese Verlogenheit.

    Antworten
  23. Lenja
    Lenja sagte:

    An für sich ist am Artikel nicht viel auszusetzen, doch aber einig Punkte.
    Das Fremdgehen wird als Tatsache im Leben dargestellt, was es aber nicht ist. Denn nicht jeder geht fremd oder hat das Bedürfnis danach.

    Das häufigste Problem in Beziehungen und Ehen ist der Fakt, dass zu wenig oder gar nicht über persönliche Bedürfnisse gesprochen wird.

    Fremdgehen sei ein Teil des Lebens, ob es einem passe oder nicht. Wer sagt das? Dann heißt es, es sei in der Natur des Menschen, Regeln zu brechen. Das widerspricht sich. Denn das Fremdgehen wird quasi als Gott gegebene Regel dargestellt, dann aber wären Regeln da, um sie zu brechen.

    Leider wird Fremdgehen auf der einen Seite tabuisiert und hier leider zu sehr als Normalität und für richtig dargestellt.

    Es ist NICHT normal, das Vertrauen einer Person zu missbrauchen und auch nicht normal,m, nicht über persönliche Wünsche zu sprechen. Das ist Feigheit.
    Es ist aber nicht feige am Ende zu sagen, weil er/sie mich betrogen hat, die Beziehung zu beenden. Wieso nicht? Weil es eine persönliche Entscheidung ist und man nur selbst wissen kann, ob man damit leben kann oder nicht. Das ist ein persönliches Empfinden und genauso individuell wie der Fingerabdruck. Es gibt hier kein stupides Dogma.

    Wer Fremdgehen und die darauffolgenden Verheimlichungen und Lügen in Ordnung findet, dann ist das so. Aber der muss auch die Konsequenzen tragen, wenn der Partner damit am Ende nicht leben kann und geht.

    Des Weiteren braucht es kein Fremdgehen oder Sex, um das ICH zu finden. Wer sich darüber definiert, dem mag das gewiss helfen. Aber auch hier nochmal: das ist keine Regel.

    Wir Menschen sind unterschiedlich. Dem Einen hilft es, sein ICH alleine in den Bergen zu finden. Dem Anderen im Bett eines Fremden. Dann ist das so. Aber es ist keine Lösung für alle.

    Schade, dass das so dargestellt wird, als quasi universelle Wahrheit.

    Jemand, der bereits einen Flirt für Fremdgehen hält, dem sei das so gestattet wie jemandem, der Fremdgehen für in Ordnung hält. Jedem das Seine.

    So fair sollte man sein.

    Es wird nie einen Autor geben, der so objektiv bleiben kann. Schade. Das erfordert nämlich tatsächlich Mut. Es ist leicht, die eigene Sache zu vertreten, aber eine ganz andere Nummer, zu versuchen, sich auch gefühlsmäßig in allen Punkten auf die andere Seite zu stellen und sich hineinzuversetzen. Das erfordert Größe, um es wirklich objektiv betrachten zu können.

    Egal ob man für oder gegen die sexuelle Untreue ist. Fakt ist, dass Reden und offene Ehrlichkeit von Anfang an das A und O in einer guten Beziehung sind. ;-)

    Antworten

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.