Die richtige Entscheidung treffen – 3 simple Tipps

die richtige Entscheidung treffen kleinDas Leben besteht aus Entscheidungen. Manche von ihnen sind so bedeutungslos wie die Marke unserer Unterwäsche, andere hingegen beeinflussen maßgeblich den Verlauf unseres Lebens.

Doch egal, wie wichtig oder unwichtig eine Entscheidung ist, wir alle wollen die richtige Entscheidung treffen  — was jedoch nicht immer einfach ist. Häufig haben wir (zu) viele Möglichkeiten oder wir müssen eine schwere Entscheidung treffen:

Soll ich BWL studieren, eine Ausbildung machen oder doch lieber Perlentaucher auf Tahiti werden?

Soll ich nach Hamburg ziehen, wo ich mehr Geld verdiene aber keinen kenne oder soll ich in Regensburg bleiben, wo ich zwar deutlich weniger verdiene aber mein soziales Umfeld habe?

Soll ich heute Abend Rocky Teil 27 anschauen oder doch lieber Titanic?

Soll ich auf mein Date heute Abend das schwarze oder das blaue Kleid anziehen? 

Vor einigen Jahren traf ich die Entscheidung mein Studium zu schmeißen und mit dem Schreiben anzufangen. Hätte ich mich damals anders entschieden, dann würde ich jetzt wahrscheinlich in einer großen Firma die Karriereleiter erklimmen statt um die Welt zu reisen und zu versuchen, einigermaßen sinnvolle Dinge zu schreiben. Eine einzige Entscheidung hat mein Leben radikal beeinflusst.

Ob Job, Partner, Urlaubsziel oder das Outfit für ein Date, wir alle wollen die richtige Entscheidung treffen. Doch manchmal erscheint es leichter ein chinesisches Kreuzworträtsel im Kopfstand zu lösen als uns richtig zu entscheiden.

Doch warum? Warum fällt es uns so schwer Entscheidungen zu treffen?

Warum es schwer ist, die richtige Entscheidung zu treffen

die richtige Entscheidung treffen 2Vor einiger Zeit war ich Thailand. In vielen Restaurants hat das Menü mehr Seiten als das Berliner Telefonbuch. Häufig habe ich 10 Minuten oder länger gebraucht um mein Essen zu bestellen, da ich mich nicht entscheiden konnte. Und am Ende habe ich meistens das Gleiche wie immer bestellt.

Egal, um was für eine Entscheidung es geht, generell fällt es uns Menschen schwer, Entscheidungen zu treffen. Das hat mehrere Gründe.

1. Entscheidungen kosten Willenskraft

Jede Entscheidung die wir treffen kostet Willenskraft.1 Vor allem die schwierigen Entscheidungen. Das Problem dabei: unsere Willenskraft ist endlich. Schlaf, Ernährung, Tageszeit, Stress — all das beeinflusst unsere Willenskraft und somit auch unsere Entscheidungen.

Umso müder, hungriger und gestresster wir sind, desto weniger Willenskraft haben wir und desto schwieriger fällt es uns Entscheidungen zu treffen. Aus diesem Grund treffen auch beherrschte und an sich rationale Menschen manchmal „dumme“ Entscheidungen. Ihre Willenskraft war im Moment der Entscheidung aufgebraucht.

Hast du schon mal müde, gestresst und ausgelaugt eine schwierige Entscheidung treffen müssen? Falls ja, hast du dich wahrscheinlich für die leichteste Alternative entschieden oder dich auf dein Bauchgefühl verlassen, da du nicht mehr genug Willenskraft hattest um abzuwägen, was die richtige Entscheidung sein könnte.

2. Entscheidungen sind immer rational und emotional

Nachdem Elliot Smith im Jahr 1982 ein Tumor von der Größe einer Mandarine aus dem Gehirn operiert wurde, war der Mann unfähig sich zu entscheiden. Hatte Elliot einen blauen und schwarzen Stift zur Auswahl, war er unfähig zu schreiben, da er sich für keine der beiden Farben entscheiden konnte. Elliot saß mehrere Stunden im Auto ohne loszufahren, weil er sich für keinen Radiosender entscheiden konnte. Elliot konnte zwar weiterhin bestens logisch denken und auch sein Intelligenzquotient war unverändert, doch er war alltagsuntauglich geworden.

Der Neurologe Antonio Damasio untersuchte Elliot und kam zu dem Schluss, dass dieser unfähig war zu fühlen. Elliot verspürte keine Emotionen mehr. Und das war der Grund dafür, dass er sich nicht entscheiden konnte.

Elliot war unfähig sich zu entscheiden, weil sich für ihn alles gleich anfühlte. Daraufhin suchte Damasio nach weiteren ähnlichen Fällen und wurde fündig. Seine Erkenntnis: Menschen, die nichts fühlen, können sich nicht entscheiden.

Diese Erkenntnis war revolutionär, denn die Wissenschaft war bis zu diesem Zeitpunkt davon überzeugt, dass der Mensch rational entscheidet. Doch Damasios Erkenntnis zeigt: ohne Gefühl ist der Verstand hilflos.

die richtige Entscheidung treffen 3Jede Entscheidung die wir somit treffen, ist ein Wechselspiel zwischen Verstand und Gefühl. Und das macht es häufig so schwer, die richtige Entscheidung zu treffen, denn oftmals sind Verstand und Gefühle nicht einer Meinung.

Es gibt Entscheidungen, da sollten wir eher rational abwägen. Dies ist der Fall wenn zum Beispiel Fakten vorliegen oder wir die Alternativen objektiv vergleichen können. Professionelle Pokerspieler gewinnen regelmäßig, weil sie sich rein rational entscheiden und sich auf Stochastik und Logik anstatt auf ihr Gefühl verlassen.

Zum anderen gibt es aber auch Entscheidungen da sollten wir uns auf unser Gefühl verlassen — oder auf unser Herz, wie es so schön heißt. Was Herzentscheidungen sind und warum es sich dabei nicht um Humbug handelt erfährst du in diesem interessanten Artikel.

3. Angst davor, die falsche Entscheidung zu treffen

Das Dilemma bei den meisten Entscheidungen ist, dass wir von vornherein nicht vorhersehen können, was die richtige Entscheidung ist. Wir können die Alternativen abwägen, auf die innere Stimme hören, eine Münze werfen oder Chuck Norris fragen was er tun würde. Doch ob es die richtige Entscheidung ist oder nicht wissen wir meistens nicht.

Und genau aus diesem Grund drücken sich viele Menschen vor Entscheidungen wie Jugendliche vor den Hausaufgaben. Der Gedanke dabei ist folgender:

„Solange ich mich nicht entscheide, kann ich auch nichts falsch machen.“

Was viele Menschen übersehen ist, dass wir uns nicht nicht entscheiden können. Auch keine Entscheidung zu treffen ist eine Entscheidung. Egal, wie sehr du es vermeiden möchtest, du kannst dich nicht davor verstecken, Entscheidungen zu treffen. Nein, auch nicht wenn du die Ohren zuhältst, die Augen zumachst und laut LALALALALA singst.

Ich konnte mich für keine Farbe entscheiden, also habe ich alle Luftballons genommen

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Entscheidungen sind häufig komplex, manche verändern maßgeblich den Verlauf unseres Lebens und wir können ihnen nicht aus dem Weg gehen. Deshalb ist es wichtig, zu lernen, bessere Entscheidungen zu treffen. Doch was können wir tun, damit wir häufiger die richtige Entscheidung treffen?

Die richtige Entscheidung treffen: 3 Tipps

Ja, ich weiß, drei Tipps klingt so nach Lifestyle-Magazin Artikel:

3 Tipps, damit du noch heute Abend den besten Sex deines Lebens hast.

3 Tipps, wie du 4 Kilogramm in nur 10 Tagen verlierst.

3 Tipps, wie du deinen Chef noch morgen früh… ach, was weiß ich.

Doch mit den drei Tipps, die ich dir im Folgenden erkläre, wirst du dauerhaft bessere Entscheidungen treffen. Versprochen. Und falls die Tipps nicht funktionieren, kannst du es immer noch mit Men’s Health oder Marie-Claire probieren. Die neue Tofu-Spargel Diät soll angeblich Wunder wirken. Aber zurück zu den Entscheidungen.

Im Folgenden die drei Tipps:

1. Orientiere dich an anderen

Der Mensch strebt danach, sich gut zu fühlen. Wenn wir eine Entscheidung treffen, stellen wir uns also vor, wie wir uns fühlen werden (aus diesem Grund können Menschen, die nichts fühlen, auch nicht entscheiden). Sollen wir uns zum Beispiel für einen Partner, einen Beruf oder einen Wohnort entscheiden, stellen wir uns vor, wie es sich anfühlen wird wenn dieses eintrifft aber nicht jenes.2

Wir stellen uns vor, wie es sich anfühlt mit Julia statt mit Marie zusammen zu sein, in Hamburg statt in Nürnberg zu wohnen oder Anwalt statt Zoowärter zu sein. Wir versuchen also herauszufinden, welche Entscheidung uns glücklicher machen wird.

An sich clever, doch das Problem dabei ist, dass es unser Gehirn nicht schafft, sich die Zukunft mit allen Details vorzustellen. Unsere Vorstellung der Zukunft ist lückenhaft und das führt häufig dazu, dass wir schlichtweg falsch einschätzen, was uns glücklich machen wird.die richtige Entscheidung treffen 5

Du hast nach 17 Semestern WG-Leben, Geldmangel und zu viel billigem Alkohol endlich dein Uniabschluss in der Tasche? Du hast die Beförderung bekommen, für die du zwei Jahre auf deine Work-Life-Balance verzichtet hast? Du hast endlich dein Traumhaus in einer Traumnachbarschaft in deiner Traumstadt gefunden?

Ich bin ungern der Spielverderber, aber sehr wahrscheinlich machen dich diese Dinge langfristig kein bisschen glücklicher. Scheiß Erkenntnis, ich weiß, doch jemand musste es dir sagen. Nein, nein, schon ok, du musst mir nicht danken.

(Was dich dauerhaft glücklicher macht erfährst du übrigens in diesem Artikel.)

Wenn wir also generell schlecht einschätzen was uns glücklich macht, wie können wir dann die richtige Entscheidung treffen?

Psychologe und Autor Dan Gilbert rät, sich an anderen Menschen zu orientieren. Es scheint, dass die Erfahrungen von anderen Menschen uns ein genaueres Bild der Zukunft und des empfundenen Glück geben kann als unsere eigene Vorstellungskraft. Skurril, ich weiß.

Wenn du dir zum Beispiel Kinder wünscht aber noch nicht ganz sicher darüber bist, macht es mehr Sinn mit anderen Eltern über ihre Erfahrungen zu sprechen anstatt dich auf deine Vorstellungskraft zu verlassen. Ähnlich ist es bei einem Jobwechsel oder einem Umzug. Anstatt dich auf deine mangelnde Vorstellungskraft der Zukunft zu verlassen, frage lieber Menschen, die den Job haben oder an dem Ort leben mit dem du liebäugelst.

2. Möglichkeiten vergleichen

Wie vorhin erklärt, ist jede Entscheidung rational und emotional, auch wenn uns das nicht immer bewusst ist. Dadurch sind Entscheidungen häufig komplex. Bei manchen Entscheidungen kommt hinzu, dass wir nicht nur zwei Möglichkeiten sondern mehrere Alternativen haben.

Bei alledem ist es schwer, den Überblick zu behalten und Klarheit zu gewinnen. Was dabei helfen kann, ist eine simple Abwägung der Vor- und Nachteile — auf Papier.

Nehmen wir an, dass du Umziehen möchtest und drei Möglichkeiten hast: Berlin, Hamburg und Köln. Dann schreibe die drei Städte nebeneinander auf ein Stück Papier und liste dann darunter die jeweiligen Vor- und Nachteile auf.

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Durch diese Methode siehst du klarer, welche Vor- wie Nachteile jede Möglichkeit hat. Ich halte das für eine simple aber sehr effektive Möglichkeit um bessere Entscheidungen zu treffen und nutze sie häufig.

3. Falsche Entscheidungen lassen sich nicht vermeiden

Egal, wie gut und rational wir die möglichen Alternativen abwägen, wie viel Zeit wir uns für die Entscheidungsfindung lassen oder wie sehr wir uns an anderen orientieren, falsche Entscheidungen lassen sich nicht vermeiden. Und das ist ok.

Fehler gehören zum Leben dazu und wir sollten keine Angst davor haben sie zu begehen. Drücke dich nicht vor einer Entscheidung, nur weil die Möglichkeit besteht, dass du dich falsch entscheidest. Du kannst im Vorhinein nicht wissen, was die richtige Entscheidung ist.

In dem Moment, in dem wir uns entscheiden, glauben wir, dass wir die richtige Entscheidung treffen. Schließlich würde sich keiner für die falsche Alternative entscheiden, wenn er von vornherein wüsste, dass es die falsche Entscheidung ist.

Ich habe vor kurzem ca. 2000€ in mein Business investiert. Bei dieser Investition besteht die Möglichkeit, dass es völlig für die Katz ist und das Geld weg ist. Falls dies eintritt, werde ich mich jedoch nicht dafür verurteilen, dass ich die falsche Entscheidung getroffen habe. Ich habe lange überlegt, Vorteile und Risiken abgewägt und mich für die Investition entschieden, weil ich glaube, dass es die richtige Entscheidung ist.

Eine Entscheidung kann sich im Nachhinein als falsch herausstellen, doch in dem Moment, in dem wir sie treffen, erscheint sie uns als die beste Möglichkeit. Deshalb sollten wir uns auch nicht runtermachen, falls wir nicht die richtige Entscheidung treffen.

Wir können im vornherein nicht wissen, was die richtige Entscheidung ist.

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Des Weiteren können wir nur schwer bewerten, ob unsere Entscheidung wirklich falsch ist. Gehen wir davon aus, dass du nach Berlin oder Hamburg umziehen willst. Du entscheidest dich für Berlin und bist nach deinem Umzug unzufrieden. Wahrscheinlich malst du dir dann aus, dass Hamburg die bessere Entscheidung gewesen wäre und dort alles schöner ist. Doch wie wir vorhin gesehen haben, ist unsere Vorstellungskraft der Zukunft lückenhaft. Du kannst also gar nicht wirklich abschätzen, ob Hamburg die bessere Wahl gewesen wäre. Vielleicht wärst du dort ja noch unzufriedener als in Berlin.

Wenn wir eine Entscheidung treffen, sollten wir dazu stehen und uns nicht dafür verurteilen. Weder können wir in die Zukunft sehen noch wissen wir, ob die andere Alternative wirklich die bessere Wahl gewesen wäre.

Mal abgesehen davon, dass andere besser wissen was das richtige für uns ist und dass wir uns trotz schöner Kästchen und dem Abwägen von Vor- und Nachteilen sowieso immer mal wieder falsch entscheiden werden, gibt es noch etwas das zu besseren Entscheidungen führt: Selbsterkenntnis.

Bessere Entscheidungen durch bessere Selbsterkenntnis

Je besser wir uns selbst kennen, desto eher werden wie wir die für uns richtige Entscheidung treffen. Wenn ich ein klares Verständnis meiner eigenen Stärken, Schwächen, Werte, Emotionen wie auch meiner Motivation habe, wird es mir leichter fallen, die für mich richtige Entscheidung zu treffen.

Das Komplexe daran ist, dass wir uns häufig nicht gut selbst einschätzen. Studien beweisen immer wieder aufs Neue, dass wir eine schlechte Selbsterkenntnis haben und uns häufig etwas vormachen. Wenn wir zum Beispiel komplett vollgefressen sind, können wir uns nicht vorstellen, dass wir je wieder Lust auf etwas Süßes haben können…

Doch auch bei wichtigeren Dingen wie einem Nachtisch machen wir uns häufig etwas vor. Zum Beispiel bei unserem Job. Oder unseren Beziehungen. Oder unseren Gefühlen.  Und genau diese schlechte Selbsteinschätzung führt häufig dazu, dass wir nicht die richtige Entscheidung treffen.

Wie du dich selbst besser kennenlernst, aufhörst dir etwas vorzumachen und bessere Entscheidungen triffst, erfährst du in dem Ratgeber Ein starkes Selbst. Die Prinzipien aus dem Ratgeber sind psychologisch fundiert. Du kannst dir den Ratgeber kostenlos als PDF herunterladen.

  1. Vohs, K. D.; Baumeister, R. F.; Schmeichel, B. J.; Twenge, J. M.; Nelson, N. M. & Tice, D. M. (2008). Making choices impairs subsequent self-control: a limited-resource account of decision making, self-regulation, and active initiative. J Pers Soc Psychol. 2008 May;94(5):883-98. doi: 10.1037/0022-3514.94.5.883.
  2. Karnio, R. & Ross, M. (1996) The motivational Impact of Temporal Focus: thinking about the Future and the Past. Annual Review of Psychology, S. 593 – 620
9 Kommentare
  1. Eddy
    Eddy says:

    Vieles aus dem Artikel war mir schon bewusst, aber die Erkenntnis, dass auch keine Entscheidung eine Entscheidung ist war mir so noch nicht bewusst. Und ich denke, du hast recht. Wenn wir keine Entscheidungen treffen, dann entscheidet wahrscheinlich ein anderer für uns oder eben die Umstände.

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Eddy,
      ja, das war auch für mich damals eine interessante Erkenntnis. Und wie du sagst, wenn wir uns dazu entscheiden keine Entscheidung zu treffen geben wir die Verantwortung ab und dann entscheidet ein anderer für uns.
      LG

      Antworten
  2. Theo
    Theo says:

    Hallo Anchu,

    Danke für diesen sehr guten Artikel 🙂

    Weißt du, was ich noch festgestellt habe? Wenn es eine Diskrepanz zwischen unserem Gefühl und unserem Verstand gibt, ist das Gefühl meistens näher an der Wahrheit dran…

    Unsere Intuition ist wirklich ein guter Ratgeber und ich glaube wir sollten alle lernen, mehr auf unser Bauchgefühl zu hören.

    Beste Grüße, Theo

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Theo,
      danke.
      Das mit den Gefühlsentscheidungen ist ein kompliziertes Thema.
      Ich selbst hab schon gute wie schlechte Erfahrungen mit Bauchentscheidungen gemacht… Doch generell tendieren wir Menschen aber dazu, eher aus dem Bauch zu entscheiden.
      LG

      Antworten
    • Ildiko
      Ildiko says:

      Wenn ich jetzt so mein bisheriges Leben „rückwärts“ denke, so sehe ich auch, dass die Entscheidungen, die ich aus dem Bauch heraus getroffen habe, die besseren waren.

      Wobei es mehr eine Entscheidung war zwischen „meine eigene Stimme“ und „das, was ich glaube, was andere von mir erwarten“ als eine Entscheidung zwischen rational/emotional.
      Und wenn man darüber nachdenken muss, was wohl die anderen sagen könnten, ist der inneren Stimme zu folgen wohl immer die bessere, vor allem wenn man merkt, dass dieser eigentlich der schwierigere Weg ist.
      Verstand und Herz sollten wohl immer gemeinsam gehen, auch wenn das nun wirklich nicht das einfachste ist.

      Sich an andere zu orientieren ist etwas, was mir so noch gar nicht so bewusst war, aber es macht natürlich Sinn. Siehe dein Beispiel mit Kindern, es ist auch wichtig, dass wenn man andere fragt, diese dann auch ganz konkret die Vor- UND Nachteile nennen. Es nützt ja nichts, wenn die anderen die Dinge nur schön reden („Ein Kind ist soo toll, es gibt meinem Leben endlich einen tiefen Sinn“ etc.).

      Und manchmal denke ich auch, selbst wenn die Entscheidung falsch war, auf diesem Weg, den ich da gegangen bin, habe ich immer auch etwas dazu gelernt, also kann es nicht komplett für die Katz gewesen sein. Und diese Erfahrung, die man gemacht hat, die sollte man sich dann ganz besonders bewusst machen, und schon bereut man diese Entscheidung nicht so sehr.

      Antworten
      • Anchu Kögl
        Anchu Kögl says:

        Hi Ildiko,
        zwischen dem zu entscheiden, was andere von uns erwarten und was uns wichtig ist, ist ein sehr wichtiger Punkt. Es ist sicherlich nicht einfach, andere mit unseren Entscheidungen zu enttäuschen. Aber es ist immer noch besser, als uns selbst etwas vorzumachen und uns selbst mit unserer Entscheidung zu enttäuschen.
        Du sprichst einen sehr wichtigen Punkt am Ende an. Selbst wenn sich eine Entscheidung im Nachhinein als falsch herausstellt (falls wir das überhaupt beurteilen können), können wir fast immer etwas daraus lernen. Und diese Einstellung hilft, besser damit umzugehen. Anstatt mich andauernd fertig zu machen, weil ich die „falsche“ Entscheidung getroffen habe, kann ich mich fragen, was ich daraus lernen kann.
        LG

        Antworten
  3. Kay
    Kay says:

    Hi Anchu,

    ist schon ein sch…önes Thema.
    Ich denke, richtige Entscheidungen kann man eigentlich kaum treffen. Erst im Nachhinein stellt sich heraus, ob sie richtig waren. Ist oft wie Würfeln, wie ein Zufallsgenerator, wie Stochern im Nebel …

    Manchmal kann es helfen, wenn man sich selbst gut kennt. Deshalb wüßte ich genau: lieber Perlentaucher in der Südsee als Anwalt in New York.

    Doch bei vielen Situationen hilft auch das nicht, weil man weder die eine noch die andere Situation einschätzen kann. Da kann Ausprobieren helfen, fahr ich halt mal nach Berlin und nach Hamburg und gucke, was mir besser gefällt. Doch vielleicht beruht die Entscheidung dann darauf, dass in Berlin grad die Sonne schien und es in Hamburg regnete. Und viele Situationen kann man auch gar nicht testhalber ausprobieren.

    Deshalb denke ich: Schnell entscheiden, Konsequenzen tragen, neu entscheiden (wenn`s falsch war).

    Und, falls es dir hilft: Trag heut abend zu deinem Date mal das blaue Kleid.
    Ich glaube blau steht dir besser 😉

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hahaha. Du hast recht, blau steht mir. Unterstreicht meine Augen;-)

      Ja, das mit dem Ausprobieren ist auch so eine Sache. Wie du schreibst, wenn ich nach Berlin und Hamburg fahre, kann mir die eine Stadt besser gefallen, nur weil ich mich an dem tag aus welchem Grund auch immer besser fühle.

      Deshalb finde ich es wichtig, dass wir zum einen selbst besser kennenlernen und – wie im Artikel erklärt – uns informieren, was andere Menschen für Erfahrungen gemacht haben.

      Antworten

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