Warum du dir keine Ziele setzen solltest

Wahrscheinlich hast du eine Menge Ziele. Du möchtest in Form kommen, einen Bestseller schreiben, einen Partner finden, eine Familie gründen, ein Business starten, einen Halb-Marathon laufen, selbstsicherer werden, auf Weltreise gehen oder bei einer Orgie mitmachen.

Auch 99% aller Motivationstrainer und Ratgeber empfehlen dir Ziele zu setzen. Große Ziele, kleine Ziele, Zwischenziele, messbare Ziele, intelligente Ziele. Du weißt, was ich meine.

Paradoxerweise wirst du jedoch mehr erreichen und glücklicher sein, wenn du dir weniger Ziele setzt – oder gar keine! Und genau deshalb solltest du ab jetzt einen Scheiß auf Ziele geben.

Ja, das ist eine harte Aussage und widerspricht den meisten Experten. Aber lass mich meinen Punkt erklären und du wirst verstehen, warum es besser ist, wenn du dir keine Ziele setzt – und was du stattdessen tun solltest.

Bevor ich erkläre, was besser funktioniert als Ziele zu setzen, möchte ich darauf eingehen, welche Probleme durch Zielen entstehen.

Die Kernaussagen dieses Artikel erfährst du auch in diesem Video:

Problem #1: Ziele können dich unglücklich machen

Wenn du dir ein Ziel setzt, machst du dir klar, dass du noch nicht da bist, wo du gerne wärst.

Du redest dir also ein, dass du jetzt noch nicht glücklich bist, aber es sein wirst, wenn du dein Ziel erreicht hast.

Probiere es aus. Was glaubst du, noch erreichen zu müssen, bevor du glücklich sein wirst?

  • Finanzielle Sicherheit?
  • Einen Partner?
  • Ein Sixpack?
  • Größere Brüste?
  • Mehr Selbstvertrauen?
  • Ein eigenes Haus?

Je mehr Ziele du dir setzt, desto mehr wird dir bewusst, was du alles noch nicht hast. Und genau das führt dazu, dass du unglücklich bist.

Das ist auch eines der großen Probleme der Persönlichkeitsentwicklung. Viele Menschen verlieren sich in der Selbstoptimierung und möchten ihr Leben immer weiter verbessern. Das Problem? Das Rennen kannst du nicht gewinnen. Mehr über das Dilemma in diesem Artikel:

Das große Problem der Persönlichkeitsentwicklung

Aber die Geschichte endet noch nicht hier. Denn selbst wenn du dein Ziel erreichst, bist du meistens nicht glücklicher als vorher – zumindest nicht langfristig.

Als ich vor Jahren mit diesem Blog anfing, habe ich mir ausgemalt, wie glücklich ich sein werde, wenn ich vom Bloggen leben könnte. Nach knapp eineinhalb Jahren und viel harter Arbeit hatte ich mein Ziel erreicht. Ich konnte von meinem Blog leben! Das Ganze fühlte sich zwei Wochen super an, danach war alles wie vorher.

Falls auch du schon mal ein größeres Ziel in deinem Leben erreicht hast, weißt du wahrscheinlich, dass dich das Erreichen des Zieles nicht dauerhaft glücklicher gemacht hat.

Viel zu oft halten wir uns selbst die Karotte vor die Nase und reden uns ein, dass wir glücklich sein werden, wenn wir dieses oder jenes erreichen. Doch es ist genau diese Einstellung, die uns oft davon abhält, schon jetzt glücklich zu sein.

Problem #2: Ziele können zu ungesundem Verhalten führen

In dem Roman Moby Dick ist Kapitän Ahab besessen davon, den weißen Wal zu fangen, der ihm ein Bein abgerissen hat. Der Kapitän verfolgt sein Ziel mit solcher Besessenheit, dass er letztendlich sein Schiff versenkt und ein Großteil der Besatzung wie auch er selbst dabei sterben.

Nicht selten passiert es, dass sich Menschen ein konkretes Ziel setzen und dann alles tun, um es zu erreichen – selbst wenn es sie unglücklich macht oder ins Elend treibt.

  • Menschen ruinieren ihre Beziehungen und ihre Gesundheit, nur um beruflich erfolgreich zu werden.
  • Sportler ruinieren durch Doping oder zu hartes Training ihren Körper, nur um ein sportliches Ziel zu erreichen.
  • Geschäftsleute betrügen oder machen dubiose Geschäfte, um ihr jährliches Umsatzziel zu erreichen.

Manche Menschen sind so besessen von ihrem Ziel, dass sie nicht bemerken, dass sie beim Verfolgen ihres Zieles einen zu hohen Preis zahlen.

Das liegt zum Teil daran, dass sie sich zu stark mit ihren Zielen identifizieren. Ihre Ziele werden ein Teil ihres Selbst. Geben sie ihre Ziele auf, haben sie das Gefühl, einen wichtigen Teil ihrer Identität zu verlieren. Als würde man ihnen eine Hand oder einen Fuß abhacken.

Ja, in manchen Fällen ist es tatsächlich besser, aufzugeben.

Problem #3: Ziele können demotivierend sein

Die meisten Experten behaupten, dass Ziele motivierend sind. Und ja, manchmal sind Ziele motivierend. Doch mindestens genauso häufig sind Ziele demotivierend.

Sich konkrete Ziele zu setzen kann aus zwei Gründen demotivierend sein.

1. Du erreichst deine Ziele nicht

Wie so viele junge Menschen habe ich mir mit Anfang 20 eine Menge Lebensziele gesetzt. Dieses Jahr werde ich 30 – und hab viele der damaligen Ziele nicht erreicht. Und ähnlich wie mir geht es den meisten Menschen.

Dass Menschen viele ihrer Ziele nicht erreichen, liegt nicht daran, dass sie keine Disziplin besitzen oder Versager sind, sondern meistens daran, dass sie unrealistische Vorstellungen haben.

  • Wir stecken uns zu viele Ziele
    Nächsten Monat fang ich an, täglich zu meditieren und zu lesen, drei Mal die Woche Sport zu machen, mich gesund zu ernähren und früher aufzustehen. Ach so, und nebenher möchte ich noch einen Blog anfangen, das Leben mehr genießen und meine Freunde öfter treffen.
  • Wir rechnen nicht mit Unvorhergesehenem
    Wenn wir uns Ziele setzten, vergessen wir meistens, Unvorhergesehenes einzuplanen. Menschen, die Geld sparen wollen, vergessen zum Beispiel, dass sie sich ab und an neue Klamotten kaufen müssen, Geld für ein Hochzeits- oder Geburtstagsgeschenk anfallen könnte oder das Auto neue Winterreifen braucht.
  • Wir unterschätzen, wie lange es dauern wird, unser Ziel zu erreichen.
    Ob Abnehmen, ein Business starten, Geld sparen oder ein Haus bauen, die meisten Sachen brauchen viel länger als geplant. Mit Anfang zwanzig wollte ich selbstsicherer und besser im Umgang mit Frauen werden. In meiner Unwissenheit dachte ich, dass ich das in ein paar Wochen lernen würde. Aus ein paar Wochen sind mehrere Jahre geworden und am Ende hat das Ganze dazu geführt, dass ich ein Buch darüber geschrieben habe.

Letztendlich ist es ziemlich egal, aus welchem Grund wir ein Ziel nicht erreichen. Fakt ist: Zu scheitern ist demotivierend. Du verlierst nicht nur dein Ziel aus den Augen und gibst auf. Hinzu kommt, dass du dich beschissen fühlst, da du auf voller Linie versagt hast.

Das zweite Problem entsteht paradoxerweise dann, wenn du dein Ziel erreichst.

2. Du erreichst dein Ziel

Du fragst dich gerade, warum es demotivierend ist, wenn du dein Ziel erreichst?

Stell dir vor, dein Ziel ist es, in einem Jahr 3000 Euro zu sparen.

Du meinst es richtig ernst und lässt dir monatlich automatisch 250 Euro von deinem Konto auf ein Sparbuch abbuchen. Du sparst dafür an jedem Ende, doch du bekommst es tatsächlich hin. Nach einem Jahr hast du ganze 3000 Euro gespart.

Du freust dich riesig, bist verdammt stolz auf dich und feierst entsprechend.

Da du dein Ziel erreicht hast, beendest du jedoch den monatlichen Dauerauftrag. Und das mit dem Sparen nimmst du auch nicht mehr so genau, schließlich sollte man sich ja auch ab und was gönnen, richtig?

Schneller als dir lieb ist, sind die 3000 Euro weg. Hier eine neue Couch, da ein Wochenendtrip und dazu noch ein paar ordentliche Partys.

In dem Moment, in dem wir ein Ziel erreicht haben, schwindet auch meistens die Motivation, weiterzumachen.

Das ist auch der Grund, warum so viele Menschen es nicht schaffen, dauerhaft abzunehmen. Sie setzen sich ein konkretes Ziel – sagen wir 5 Kilo abzunehmen – und machen Diäten und treiben Sport, bis sie das Ziel erreicht haben. Sobald sie ihr Wunschgewicht jedoch erreicht haben, hören sie auf, Sport zu machen und essen wieder ungesünder – und nehmen dementsprechend wieder zu.

Was besser funktioniert als Ziele zu setzen

Wir haben gerade eben drei Gründe gesehen, warum das Setzen von Zielen oft kontraproduktiv ist.

Was funktioniert jedoch besser?

Dass du dich auf den richtigen Prozess konzentrierst.

Mit Prozess meine ich den Weg, der zu deinem Ziel führt.

  • Wenn du eine neue Sprache lernen willst, solltest du regelmäßig Vokabeln lernen und die Sprache üben.
  • Wenn du einen Marathon laufen willst, solltest du 3-5 Mal die Woche dafür trainieren.
  • Wenn du selbstbewusster werden willst, solltest du dich regelmäßig deinen Ängsten stellen.

Nur weil du dich nicht auf dein Endziel fixierst sondern auf den Prozess, heißt das noch lange nicht, dass du dein Ziel nicht erreichen wirst – ganz im Gegenteil!

Stelle dir vor, du möchtest abnehmen. Statt dir das konkrete Ziel zu setzten, in 8 Wochen so und so viel abzunehmen, fokussiere dich darauf, einen gesunden Lebensstil zu entwickeln (das wäre in diesem Fall der Prozess).

Anstatt dich also krankhaft auf das Abnehmen zu fixieren, konzentriere dich darauf, die richtigen Gewohnheiten zu entwickeln:

Die Gründe dafür sind simpel:

  • Findest du eine Sportart, die dir Spaß macht, wirst du regelmäßig Sport machen.
  • Lernst du lecker und gesund zu kochen, musst du keine Diäten mehr machen.
  • Findest du heraus, dass Essen eine Ersatzbefriedigung ist, kannst du besser dagegen steuern.

Entwickelst du einen gesunden Lebensstil, wirst du automatisch abnehmen. Das Abnehmen ist dann jedoch ein netter Nebeneffekt, nicht mehr das Hauptziel.

Das hat zum einen den Vorteil, dass du nicht demotiviert bist, wenn du langsamer abnimmst als du dir vorgestellt hast. Zum anderen wirst du nicht dazu neigen, wieder zuzunehmen, nachdem du dein Ziel erreicht hast.

Das gleiche Prinzip gilt für andere Lebensbereiche. Statt dich auf deine Ziele zu fixieren, konzentriere dich auf die richtigen Prozesse.

Statt dich darauf zu fixieren, dass du bist zu deinem 30. oder 40. Lebensjahr selbstständig sein möchtest, frage dich, für welche Produkte oder Dienstleistungen Menschen bereit sind dir Geld zu geben.

Statt dir das Ziel zu setzten, noch dieses Jahr einen Partner zu finden, konzentriere dich darauf, regelmäßig neue Menschen kennenzulernen, dich emotional zu öffnen und klare Grenzen zu setzen.

Mehr dazu in diesem Artikel: Der Weg ist das Ziel oder warum deine Ziele überbewertet sind

Sollte ich mir gar keine Ziele setzen?

All das soll nicht heißen, dass es nicht ab und an Sinn macht, dir ein konkretes Ziel zu setzen.

Wenn ich zum Beispiel seit Tagen an langer Zeit an einem Artikel schreibe und herumeier, setze ich mir manchmal das Ziel, den Artikel bis zu einem gewissen Tag fertig zu schreiben.

Oder wenn ich ins Fitnessstudio gehe, versuche ich mehr Gewicht oder mehr Wiederholungen als am Vortag zu machen.

Auch habe ich mir das Ziel gesetzt, dieses Jahr noch ein neues Buch anzufangen.

Es gibt Momente oder Bereiche im Leben, da macht das Setzen von Zielen Sinn.

Doch generell fokussiere ich mich mehr und mehr auf die Prozesse, die zu dem gewünschten Ergebnis führen. Und das gleiche würde ich dir raten.

Bin ich ohne Ziele nicht orientierungslos?

Vielleicht fragst du dich gerade, ob du ohne Ziele nicht völlig orientierungslos bist. Die simple Antwort: Wahrscheinlich nicht!

Es ist fast unmöglich, gar keine Ziele zu haben. So gut wie jeder Mensch möchte gewisse Dinge in seinem Leben erreichen. Und das ist vollkommen OK.

Ich möchte dir auch gar nicht davon abraten, gewisse Ziele zu haben. Ich möchte dir jedoch davon abraten, dir lauter konkrete Ziele zu setzen und dich auf sie zu fixieren.

Es ist vollkommen OK, wenn du dir vornimmst abzunehmen, dich selbstständig zu machen, ein Buch zu schreiben, selbstsicherer zu werden, eine neue Sprache zu lernen oder eine Familie zu gründen. Von mir aus sollst du nach den Sternen greifen. Wünsche dir den Körper eines Unterwäschemodels, werde Millionär, reise mit dem Fahrrad um die Welt, rette die Eisbären vor dem Aussterben, schreibe einen Bestseller, erfinde eine gesunde Zigarette.

Tu was du willst – doch versteife dich nicht auf deine Ziele.

Du musst dir nicht lauter ganz konkrete Ziele in jedem Lebensbereich setzen, um deinem Leben eine Richtung zu geben. Es reicht, wenn du ungefähr weißt, wo die Reise hingehen soll.

Es reicht, wenn du ungefährt weißt, wo es hingehen soll.

Ich weiß, dass ich mir gerne Gedanken über das Leben machen und meine Erkenntnisse mit anderen teile. Diese Leidenschaft hat zu diesem Blog geführt. Vielleicht bringt mich die gleiche Leidenschaft irgendwann zu einer eigenen Fernsehshow oder dazu, Seminare vor Tausenden von Menschen zu halten. Ich weiß es nicht. Und das ist OK.

Viele Menschen setzen sich Ziele, da es ihnen ein Gefühl von Kontrolle gibt. Und je mehr Ziele sie sich setzten, desto mehr glauben sie, das Leben kontrollieren zu können.

Doch zum einen können wir das Leben nicht kontrollieren und zum anderen machen uns zu viele Ziele unflexibel.

Menschen, die sich extrem auf ihre Ziele fixieren, fällt es oft schwer, ein Ziel loszulassen – selbst wenn sie merken, dass sie es nicht glücklich macht. Oder sie erleben eine große Krise, wenn sie ihr Ziel nicht erreichen, weil sie sich zu sehr mit dem Ziel identifiziert haben.

Gib deinem Leben eine grobe Richtung. Doch höre auf, dir zu viele Ziele zu setzen und ihnen endlos hinterherzurennen.

Konzentriere dich stattdessen auf die richtigen Prozesse. Du wirst überrascht sein, wie viel entspannter, glücklicher und erfolgreicher du dadurch sein kannst.

Dir hat dieser Artikel gefallen? Dann ließ unbedingt 5 Dinge, die dir am Arsch vorbeigehen sollten, Der merkwürdige Grund, warum du nicht loslassen kannst und Das große Problem der Persönlichkeitsentwicklung.  

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32 Kommentare
  1. Michael
    Michael says:

    Hallo Anchu,
    ich war ziemlich skeptisch, als ich den Titel des Artikels gelesen habe. Doch du hast vollkommen recht. Anstatt uns immer darauf zu fixieren, unser Ziel zu erreichen, sollten wir uns um die richtigen Methoden und Gewohnheiten kümmern. Und dann erreichen wir das Ziel „von selbst“.

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Michael,
      so sieht es aus. Es geht nicht darum, nichts mehr Erreichen zu wollen sondern vom Ergebnis loszulassen. Je mehr wir uns auf das Endziel fokussieren, desto verkrampfter gehen wir an die Sache heran.
      LG

      Antworten
  2. Michael
    Michael says:

    Hallo Anchu,
    Kompliment zu diesem gelungenen Artikel. Du sprichst mir aus der Seele.
    Zuviele Coaches meißeln dir ein richtige Ziele zusetzen. Smarte Ziele, kurzfristige Ziele, langfristige Ziele, Meßbarkeit von Zielen, Visualisierung der Zielerreichung, Belohnung nach Zielerreichung uvm. Begriffe die man nahezu in jedem Coaching – unabhängig ob Persönlichkeitsentwicklung oder Business – um die Ohren geschlagen bekommt. Sie sind eben Standart. „Erfolgreiche Menschen handhaben es so“, bekommt man zu hören. Man tut es so.

    Als ich das selbst versucht habe sind mir zwei Dinge aufgefallen:

    Zum einen wie soll ich wissen was ich will, mir also Ziele setzen, wenn ich mich nicht einmal selbst kenne? Das schwierigste war es zu unterscheiden welche Dinge ich wirklich will und welche ich lediglich durch mein soziales Umfeld jahrelang übernommen haben. Zu Verstehen wer ich wirklich bin hat deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen als ich geglaubt hatte. Deshalb mach Zielsetzung keine Sinn wenn man sich davor nicht intensiv mit sich selbst beschäftigt hat.

    Zum anderen ist es eines Erachtens sinnlos sich kurz- oder langfristige Ziele zu setzen. Der Grund dafür ist ganz einfach: Menschen ändern sich. Mensch die sich mit sich selbst und Persönlichkeitsentwicklung erst recht. Steckt man sich beispielsweise ein Ziel, das man in einem Jahr erreicht haben möchte kann es sein das dieses besagte Ziel einem nach sechs Monaten gar nicht mehr so wichtig ist.

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Michael (du bist der zweite Michael, der kommentiert – interessant),
      Ziele bringen einige Probleme mit sich.
      Das mit den langfristigen Zielen ist ein guter Punkt. Was bringen mir Fünfjahresziele, wenn ich mich auf dem Weg dorthin verändere und etwas anderes will? Halte ich stur daran fest verfolge ich etwas, was ich gar nicht mehr will, nur um nicht aufzugeben…
      Interessanterweise gibt es auch genug erfolgreiche Menschen die nicht viel von Zielen halten oder das Thema anders angehen.
      LG

      Antworten
  3. Frank
    Frank says:

    Hallo Anchu,

    ich verfolge seit einiger Zeit deinen Blog und muss sagen, dass du mir bei vielen Sachen aus dem Herzen sprichst. Es werden viele Sachen viel klarer und stimmen mit dem Bauchgefühl überein. Dies gelingt den anderen Bloggern nicht und viel zu lange habe ich dort Beiträge gelesen, die immer diesen Druck erzeugen. Aber seit dem ersten Thema habe ich gemerkt, dass du anderes heran gehst. Einfach nur WOW und Danke für diese Menschlichkeit.

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Frank,
      danke, das freut mich unheimlich zu hören. Ähnlich wie es dir mit anderen Blogs geht, geht es auch mir. Die meisten Blogs und Selbsthilfe-Bücher lösen bei mir meistens Bedenken aus.
      Ich möchte nicht um jeden Preis etwas anderes behaupte, als viele andere Experte. Aber viel „Mainstream-Persönlichkeitsentwicklung“ ist einfach Müll.
      LG

      Antworten
  4. Kieran
    Kieran says:

    Sehr Gut Anchu! Sehr wichtiges Thema.

    Gibt es nichts mehr hinzuzufügen.

    Es ist auch wie beim Dating. Die meisten Kerle haben schon vorher ein Ziel im Kopf und stellen sich vor wie es am Ende ausgehen soll. Dadurch sind sie überhaupt nicht mehr Ergebnisoffen und lassen die Dinge einfach so geschehen, wie sie nunmal geschehen.

    Dadurch ist man automatisch nur im Kopf, verfolgt unbewusst sein Ziel und kriegt gar nicht mehr mit, was die Frau eigentlich erzählt, weil man nur gedanklich an diesem Ziel klammert (hoffentlich mag sie mich, Beziehung, Sex, Heirat, Kinder, der ganze kram halt).

    Viel besser wäre es, bei sich selbst zu bleiben und anstatt dieser Ziele, die man versucht im Außen zu kriegen, was man sowieso nicht kontrollieren kann, mehr auf seinen Körper zu hören und alles da sein zu lassen, was da sein möchte.

    Mir fehlen auch noch ein wenig die Worte dazu, was ich eigentlich ausdrücken möchte, aber ich lass es jetzt einfach so stehen. Vielleicht fällt es mir ja noch ein und ich trag es nach.

    Alles ganz easy;)

    Antworten
  5. Heike
    Heike says:

    Lieber Anchu !
    Du sprichst mir aus der Seele. Ich mache grade eine Coaching-Ausbildung und da ist das Thema „konkrete Ziele“ ein seeeehr grosses Thema….. Ich hab mir in den letzten Wochen immer wieder überlegt, was mit MIR nicht stimmt, weil ich mich nicht soooo haargenau festlegen will (bin deshalb auch schon von meiner Tutorin daraufhin angesprochen worden, ich müsse da deutlich konkreter werden…).
    Ich denke einfach, ein „Ziel“ zu haben macht durchaus Sinn aber es macht viel mehr Spass mit diesem Ziel ein bisschen zu „spielen“. Wir lernen jeden Tag ein bisschen dazu und uns auch besser kennen…. Wie heisst es doch so schön…: der Weg ist das Ziel…. 😉
    Hab einen schönen Tag !

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Heike,
      wir können zwar konkrete Ziele haben, aber es dann auch wirklich das ist, was ich will, wissen wir immer erst später. Und je konkreter die Ziele desto weniger Flexibilität bleibt für Schlenker und für das Ausprobieren.
      LG

      Antworten
  6. Andreas
    Andreas says:

    Hallo Anchu,

    Ja … und dickes fettes NEIN 🙂
    Du kannst doch nicht die Maxime „Leute, setzt euch keine Ziele!“ ausgeben (ok, weiter unten relativierst du das ganze ja auch etwas, eigentlich wolltest du „Leute, setzt euch nicht die falschen Ziele!“ schreiben) … die Leute glauben dir das am Ende noch 🙂

    Natürlich soll man sich keine Ziele setzen die man nicht erreichen kann und die einen dann demotivieren, und sich Ziele auf etwas zu setzen was man nicht oder nur bedingt beeinflussen kann ist auch nicht die beste Idee. Und dann deine Beispiele .. natürlich kann man sich das Ziel setzen, 5kg abzunehmen, und wenn man das erreicht hat ist die Motivation weg und man frisst sich alles wieder drauf, aber formulier das ganze ein bisschen um, sag „ich will mich gut in meinem Körper fühlen, will gut aussehen, wie viele Kilo da wegmüssen spielt keine Rolle“, und schon sieht das anders aus mit der langfristigen Motivation. Gerade von dir zu hören „ach, könnt ja schief gehen und mich demotivieren, oder es könnte klappen und mich noch mehr demotivieren“ ist doch leicht irritierend 🙂

    Wie willst du denn was erreichen, dich selbst weiterentwickeln, ohne dir selber Ziele zu setzen und für die zu kämpfen? Verändern tust du dich in jedem Falle, du bist nicht der, der du gestern warst .. die Frage ist doch, in welche Richtung geht die Entwicklung. Ein möglicher Endpunkt ist der Schlaffi auf der Couch, der sich bei Chips und Bier das Gehirn auf kleiner Flamme vom Fernsehprogramm grillen lässt und der seinen Arsch nicht mehr hochbekommt .. eins versprech ich dir, glücklich wirst du da auch nicht, eher das Gegenteil .. denn wenn du mal kurz aus dem Bierdunst aufwachst, wird dir mit ein bisschen Pech klar, was für ne jämmerliche Existenz du abgibst, und da kommt keine Freude auf. Und ich weiß wovon ich rede, been there, done that!

    Und ich bilde mir ein ein bisschen was vom sich-selbst-verändern zu verstehen .. so als Ex-Raucher, Ex-Alkoholiker und Ex-Depressiver, der im letzten Jahr 20kg abgenommen hat 🙂

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Andreas,
      ich verstehe deinen Einwand. Am Ende des Artikel erkläre ich, dass es nicht darum geht, gar keine Ziele zu haben. Es geht darum, umgefähr zu wissen wo es langgeht und sich dann auf den Prozess und nicht auf das Endziel zu konzentrieren.
      „Wie willst du denn was erreichen, dich selbst weiterentwickeln, ohne dir selber Ziele zu setzen und für die zu kämpfen?“ In dem du dich auf die richtigen Gewohnheiten konzentrierst! Probiere es aus, du wirst überrascht sein.
      LG
      p.s. Ich finde es fantastisch, dass du deine Racher- und Alkoholsucht wie auch deine Depression überwunden hast und noch dazu 20KG. abgenommen hast. Fettes Respekt!

      Antworten
      • Andreas
        Andreas says:

        Ja, das mit den Gewohnheiten ist natürlich ein Punkt .. wenn man „drei mal Gym die Woche“ als Gewohnheit etablieren kann, so auf die „tut mir gut, mach ich halt, Waage brauch ich nicht“ tour, dann hat man auch gewonnen.

        Ich find aber nach wie vor das klar umgrenzte, „abrechenbare“ Zielstellungen Ihren Sinn haben .. als Beispiel, man möchte sein Selbstbewußtsein stärken, dann würde ich das mit der Mosaik Methode angehen, viele kleine Steinchen (aka Aufgaben, die man sich stellt, erledigt und dann hinterher drüber reflektiert „das haste nich verpeilt, und das haste auch hinbekommen, bist doch nich so ganz die Lusche für die du dich gehalten hast“) anhäufen, die ergeben dann immer größere .. und da ist es wichtig das es klar umrissene, definierte Ziele sind IMHO.

        —-
        Ja das mit dem Alkohol und den Depressionen ist ne „komische“ Geschichte .. mit dem Saufen aufzuhören hat mich in die Lage versetzt das mit der Depression in den Griff zu bekommen, und die beiden Sachen haben so viel Lebenswillen und Kraft und Mut freigesetzt das es mir im Nachhinein geradezu einfach vorkommt, mit dem Saufen aufgehört zu haben .. nicht mal der Entzug wir schlimm, paar Tage schön mit Valium zugedröhnt geschlafen.

        Alkohol is wirklich ein scheiß hinterhältiges Zeug, da sollte man genau drauf achten das man da nicht abrutscht.

        Antworten
        • Anchu Kögl
          Anchu Kögl says:

          Ja, klar definierte Ziele sind super – wenn wir sie erreichen. Das Problem ist, wenn ich mir Ziele setzte und sie nicht erreiche. Selbst wenn es kleine Ziele sind, kann es passieren, dass ich es nicht schaffe. Und dann geht es mir noch dreckiger.
          Solange das Ziele setzten für dich funktioniert, halte daran fest. Auch ich tue es ab und an. Aber seitdem ich mich mehr und mehr auf die richtigen Gewohnheiten fokussiere ist vieles entspannter und geht zum Teil auch schneller.
          LG

          Antworten
  7. Florian
    Florian says:

    Hi Anchu,
    echt toller Denkanstoß. Ich sehe trotzdem die Notwenigkeit Ziele zu haben. Beispielweise: Das Ziel gesündere Essgewohnheiten zu etablieren. Um bei deinem Beispiel zu bleiben.
    Was ich jetzt gelernt habe und verinnerlichen möchte, ist nicht mehr versessen auf Zeile zu sein und eher zu schauen ob die grobe Richtung stimmt in die ich mich bewege.

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Florian,
      wie ich am Ende des Artikels erkläre, ist es vollkommen OK (und manchmal hilfreich) gewisse Ziele zu haben. Es reicht aber, wenn diese allgemein sind (gesünder leben, Selbstständigkeit) und wir uns dann auf den Prozess konzentrieren statt wie verrückt dem Ergebnis hinterherzurennen.
      LG

      Antworten
  8. Nadine
    Nadine says:

    Hallo Anchu,
    Ein richtig guter
    Artikel! Es gibt ja den schönen Satz: „Das Leben ist das, was passiert, während du andere Pläne machst.“ Und genau so ist es auch.
    Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass das verbissen Festhalten an difinierten Zielen einen zum Sklaven dieser macht. Wenn man seine grobe Richtung kennt, dann findet man den Weg. Und wenn man vom Weg ankommt, lernt man die Gegend kennen und findet vielleicht was viel besseres. Ich finde, wir sollten uns alle mal bisschen entspannen! Und diesem Sinne die besten Grüße von mir!

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Nadine,
      du erklärst es sehr schön! Eine grobe Richtung ist wichtig, aber wenn wir zu versessen sind, schauen wir weder nach links noch nach rechts, obwohl wir dabei was noch erstrebenswerteres finden könnten!
      LG

      Antworten
  9. Martin
    Martin says:

    Bumm.
    Anchu du bringst es mal wieder auf den Punkt.
    Ich habe mich schon immer mit Zielen schwer getan und mein Bauch hat sich dagegen gewehrt. Du sprichst mir aus der Seele.
    Danke für diesen Artikel.
    LG Martin

    Antworten
  10. Birte
    Birte says:

    Lieber Anchu,
    grandios! Du packst das in die richtigen, klaren Worte, was ich schon immer gespürt und auch bei den alten, spirituellen Lehrer gelesen habe. Danke, dass Du alle Aspekte so klar, systematisch und leicht nachvollziehbar aufführst.
    Der Weg ist das Ziel und indem wir ihn täglich glücklich gehen, entfaltet er sich genau zu unserem Besten.

    Antworten
  11. Marcel
    Marcel says:

    wieder ein schöner Artikel. Ich finde es klasse, dass Du immer auch mal die andere Seite der Mediale beleuchtest. Hut ab.

    Gruß Marcel

    Antworten

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