Grenzen setzen

Grenzen setzen? Mit diesen 5 Tipps schaffst du es!

Hast du immer wieder Schwierigkeiten, für deine eigenen Werte einzustehen? Beschleicht dich häufiger das Gefühl, dass deine Mitmenschen auf dir herumtrampeln, ohne dass du etwas dagegen machst? Dann lies diesen Artikel! Denn hier erfährst du, wie du endlich Grenzen setzen kannst.

  • Grenzen setzen

    Dein Chef hat dich zu Überstunden verdonnert, obwohl du dir vorgenommen hast, nie wieder welche zu machen.

  • Du bist mit ein paar Freunden unterwegs, als einer von ihnen eine abfällige Bemerkung über deinen Kleidungsstil macht. Anstatt zu kontern, nimmst du die Erniedrigung einfach hin.
  • Auf deine Verabredung wartest du jetzt schon seit einer halben Stunde. Als sie dann endlich erscheint, schluckst du deine Wut jedoch lieber herunter. Etwas zu sagen wäre doch wirklich nicht angebracht.
  • Immer, wenn dich ein Freund um einen Gefallen bittet, kannst du nicht nein sagen. Und das, obwohl du dein Helfersyndrom so gerne überwinden würdest.

Kennst du diese oder ähnliche Situationen?

Wenn ja, hast du mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit Probleme damit, deine eigenen Grenzen zu setzen und diese zu wahren.

Die gute Neuigkeit ist: Du bist nicht der einzige, dem es so geht.

Weil es aber manchmal nicht so einfach ist, für sich selbst einzustehen, habe ich den folgenden Artikel geschrieben. Anhand von 5 Tipps werde ich dir hier verraten, wie du am besten Grenzen setzen kannst.

1. Grenzen setzen: Mach sie dir bewusst

Dieser erste Schritt klingt nahezu banal.

Und dennoch – wenn du Grenzen setzen und von anderen Menschen Respekt einfordern möchtest, musst du zunächst einmal deine Grenzen kennen.

Nehmen wir einmal folgendes Beispiel:

Wenn du selbst ein Mensch bist, für den Pünktlichkeit ein hoher Wert ist, wirst du immer wieder mit anderen Menschen, denen diese nicht so wichtig ist, in Konflikt geraten.

Um diesem Konflikt vorzubeugen, sollte dir allerdings erst einmal bewusst sein, dass Pünktlichkeit für dich einen hohen Stellenwert hat. Und Unpünktlichkeit eine Grenzüberschreitung darstellt.

Ist dir diese Grenze nicht bewusst, kannst du sie anderen gegenüber auch nicht kommunizieren.

Logisch, oder?

Falls du also mit dem Grenzen Setzen Schwierigkeiten hast, gehe zunächst einmal in dich und stelle dir folgende Fragen:

  • Welche Dinge sind mir wichtig? Was sind meine Werte?
  • In welchen Situationen habe ich das Gefühl, übergangen oder unfair behandelt zu werden? In welchen fühle ich mich wohl und respektiert?
  • Welches Verhalten sollten meine Mitmenschen mir gegenüber (nicht) an den Tag legen?

Manchmal musst du ganz genau hinschauen, um herauszufinden, wo deine Grenzen liegen

Grenzen setzen

“Ich weiß doch aber gar nicht, was meine Werte und Grenzen sind”

Wenn du anfängst, dir diese Fragen zu stellen, kann es sein, dass du gar keine richtigen Antworten darauf findest. Dass du unsicher darüber bist, was dir eigentlich wichtig ist und was nicht.

Dies liegt schlicht und einfach daran, dass du das Gespür für dich selbst verloren hast. Du warst solange damit beschäftigt, dich an den Werten und Grenzen anderer zu orientieren, dass du es dir nie zur Gewohnheit gemacht hast, nach innen zu schauen. Und jetzt bereitet dir der Prozess der Innenschau Schwierigkeiten.

Vielleicht magst du dich fragen, wieso es überhaupt so weit kommen konnte.

Die Antwort auf diese Frage fällt für jeden Menschen unterschiedlich aus. Oft ist es jedoch so, dass der starke Fokus nach außen in den Erfahrungen deiner Kindheit verwurzelt ist. Möglicherweise wurde deine Empfindens-Welt – deine Gefühle, Gedanken und Sorgen – als Kind nicht hinreichend von elterlicher Seite beachtet und wahrgenommen. Und so hast du gelernt, deiner inneren Stimme zu misstrauen.

Jetzt, wo du dir dessen bewusst bist, darfst du jedoch wieder anfangen, auf dich selbst zu hören. Nach innen zu spüren und deine Bedürfnisse und Werte wahrzunehmen. Um dann letztendlich eigene Grenzen erkennen zu können.

2. Grenzen setzen: Kommuniziere besser

Jetzt, wo du dir deiner Grenzen bewusstgeworden bist, steht der nächste Schritt an:

Teile anderen deine Grenzen mit.

Denn deine Mitmenschen können deine Grenzen nur dann einhalten, wenn sie diese auch kennen.

Schließlich hat jeder Mensch andere Grenzen. Und manche Menschen werden deine Grenzen erst dann erkennnen, wenn du sie ihnen sehr eindrücklich beibringst.

Bis hier hin und nicht weiter – wenn du Grenzen setzen möchtest, kann ein Megaphon nicht schaden

Grenzen setzen

Aus diesem Grund lohnt es sich, dir für Situationen, in denen deine Grenzen in der Vergangenheit häufiger überschritten wurden, einen Schlachtplan zurechtzulegen.

  • Du möchtest dich gegen respektlose Kommentare wehren können?
    Überlege dir vorher, wie du in einer Situation reagierst, in der dich jemand dumm anmacht. Du kannst zum Beispiel an deiner eigenen Schlagfertigkeit arbeiten. Falls dir das zu viel ist, kannst du dir aber auch vorher überlegen, wie du deinem Gegenüber sanft aber bestimmt klarmachst, dass du sein Verhalten nicht tolerierst.
  • Du willst lernen, dich weniger häufig zu Dingen überreden zu lassen, auf die du eigentlich gar keine Lust hast?
    Sei gewappnet und lege genau fest, wann du mit einem entschiedenen Nein reagieren möchtest.
  • Du hast das Gefühl, dass eine deiner Freundschaften zu einseitig verläuft? Und dass du immer derjenige bist, der mehr gibt?
    Sei deinem Freund gegenüber ehrlich. Und fang an, in der Freundschaft eigene Bedürfnisse zu äußern.

Letztendlich hast du in jeder Situation, mit der du unzufrieden bist, drei Möglichkeiten. Du kannst die Situation annehmen, sie verändern oder sie verlassen.

Eine Verletzung deiner eigenen Grenzen zuzulassen, würde bedeuten, die Situation anzunehmen. Und genau das willst du nicht.

Was du machen kannst, ist deine Situation mit einem spezifischen Schlachtplan zu ändern. Wie dir dies am besten gelingt, hast du gerade gelernt.

Es gibt aber noch eine Möglichkeit: Verlasse die Situation. Denn auch so kannst du erfolgreich Grenzen setzen.

3. Grenzen setzen: Trenne dich von Menschen, die deine Grenzen verletzen

  • Die Arbeitskollegin, die immer unfreundlich ist und einen gehässigen Kommentar für dich bereithält.
  • Das Familienmitglied, das sich immer noch über deine Karriereentscheidung beschwert.
  • Der Freund, der dir häufig Dinge verspricht, nur um sich dann nicht daran zu halten.

Es gibt immer wieder Menschen, die deine Grenzen einfach nicht respektieren.

Egal wie verständnisvoll und geduldig du versuchst, sie ihnen beizubringen. Zudem gibt es Personen, die einfach komplett andere Werte haben als du. Es kann beispielsweise sein, dass du ein sehr verbindlicher Mensch bist, deinem Gegenüber Verbindlichkeit aber überhaupt nicht wichtig ist.

In beiden Fällen solltest du den Kontakt zu dieser Person stark minimieren. Oder ihn sogar abbrechen.

Auf diese Art und Weise zeigst du, dass du Respekt vor dir selbst hast und dir nicht alles gefallen lässt. Und dies wiederum gibt dir mehr Selbstbewusstsein, auch in Zukunft deine eigenen Grenzen setzen zu können.

In der Theorie ist es dies übrigens leicht gesagt. Viel schwerer ist es, diesen Tipp in die Praxis umzusetzen.

Denn klare Grenzen zu ziehen, kann andere Menschen oft vor den Kopf stoßen – oder gar verletzen.

Wenn du Grenzen setzen möchtest, gehe deinen eigenen Weg

Grenzen setzen

Falls du also merkst, dass du Schwierigkeiten damit hast, dich von einer Person zu trennen, die deine Grenzen verletzt, spür doch mal in dich hinein:

  • Wieso hältst du an dieser Person fest?
  • Welchen Schmerz oder welches Muster erhältst du damit unbewusst aufrecht?
  • Was ist schlimmer, dein eigener Schmerz oder die Möglichkeit, dass du den anderen Menschen vor den Kopf stoßen könntest?
  • Wie kannst du diesen Schmerz oder dieses Muster anschauen – und letztendlich auflösen?

Bereits am Anfang dieses Artikels haben wir bereits gelernt, dass es oft Erfahrungen aus unserer Vergangenheit sind, die uns davon abhalten, für unsere Werte und Grenzen einzustehen.

Und meistens sind es diese Erfahrungen, die auch dafür sorgen, dass wir an einer bestimmten Person festhalten.

Wieso?

Aus dem gleichen Grund, aus dem das Kind eines Alkoholikers sich später oft auch einen Alkoholiker als Partner sucht. Wir fühlen uns oft zu genau den Erfahrungen hingezogen, die wir bereits in der Vergangenheit gemacht haben.

Wenn du also Grenzen setzen möchtest und die Verbindung zu einem Menschen, der diese missachtet, kappen willst, beobachte dich selbst. Du wirst feststellen, dass allein das Bewusstsein darüber, wieso du an diesem Menschen festhältst, dafür sorgt, dass du ihn leichter loslassen kannst.

Apropos Innenschau – am besten wirst du anderen gegenüber Grenzen setzen können, wenn du anfängst, dich selbst besser zu behandeln.

4. Grenzen setzen: Sei dein eigenes Vorbild

Bisher haben wir uns nur damit beschäftigt, was es heißt, anderen gegenüber Grenzen zu setzen.

Das Interessante ist jedoch:

Oft verletzen wir unsere eigenen Grenzen genauso oft, wie es andere tun. Oft wissen wir ganz genau, was gut und richtig für uns ist. Und verhalten uns trotzdem ganz anders.

Wenn du in den Spiegel schaust, siehst du, wer deine Grenzen am meisten verletzt

Grenzen setzen

Wenn du also möchtest, dass deine Mitmenschen dich mehr respektieren und achten, fange mit dir selbst an.

  • Gönne dir Zeiten der Erholung und schöne Dinge, wenn du das Bedürfnis dazu hast.
  • Beobachte, in welchem Ton du mit dir selbst kommunizierst. Frage dich: “Gehe ich manchmal zu hart mit mir ins Gericht? Wie oft verletze ich meine eigenen Grenzen?” Versuche, dich selbst mit mehr Wohlwollen zu behandeln. Verzeihe dir Fehler und erkenne, dass du auch nur ein Mensch bist.
  • Fange an, Verhaltensweisen an dir zu ändern, die nicht deinen Werten entsprechen. 

Du wirst es merken: Wenn du anfängst, mehr auf deine eigenen Bedürfnisse und Grenzen einzugehen, wirst du anderen Gegenüber ebenfalls besser Grenzen setzen können.

5. Grenzen setzen: Setze dich nicht unter Druck

An dieser Stelle wird es etwas paradox. Denn auch, wenn deine Entscheidung, mehr auf dich zu achten und deine eigenen Grenzen zu wahren, sehr gut ist, birgt sie eine Gefahr:

Und zwar die, dass du dich jetzt nur noch mehr unter Druck setzt.

Nun, wo du weißt, wie du deine eigenen Grenzen setzen kannst, mag es sein, dass Folgendes passiert:

Du stellst immer häufiger fest, in welchen Situationen du deine Grenzen stärker verteidigen solltest. Gleichzeitig wird dir aber bewusst, dass dir dies nicht in jeder dieser Situationen gelingt. Und schließlich fängst du an, dich dafür zu verurteilen. Und dir zu sagen, dass du ja immer noch nichts dazugelernt hast.

Diese Entwicklung ist normal. Gerade, wenn du ein  ambitionierter Mensch bist, wirst du versuchen, Veränderungen in deinem Leben so schnell wie möglich herbeiführen zu wollen.

Jede bedeutsame Veränderung in unserem Leben braucht jedoch Zeit. Und deshalb wird es dir nicht weiterhelfen, wenn du dich selbst verurteilst.

Wenn du es also nicht jedes Mal schaffst, für deine Grenzen einzustehen, ist dies überhaupt nicht schlimm. Anstatt dich zu verurteilen, sei viel mehr stolz auf dich.

Wieso?

Weil es dir wieder einmal gelungen ist, dich selbst zu beobachten. Und festzustellen, was richtig ist für dich und was nicht.

Wenn du dann anfängst, hin und wieder einen positiven Impuls in die richtige Richtung zu setzen, wird es dir schon bald nicht mehr schwerfallen, deine eigenen Grenzen zu wahren.

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Grenzen setzen? Mit diesen 5 Tipps schaffst du es!
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  1. Ruth
    Ruth sagte:

    Dieser Artikel hilft mir meine Defizite klarzumachen erkennen und formulieren. Endlich jemand der mir einfache und geniale Lösungswege aufzeigt. Es ist eine Erlösung aus dem Labyrinth. Danke.

    Antworten