Innerer Kritiker

Dein innerer Kritiker: Mit diesen 3 Schritten zähmst du ihn

Geht dir dein innerer Kritiker auf den Geist? Hast du diese innere Stimme satt, die dir immer wieder erzählen möchte, dass du nicht gut genug bist? Dann lies weiter. In diesem Artikel verrate ich dir, wie dich dein innerer Kritiker endlich in Ruhe lässt.

  • Innerer KritikerSchon wieder hast du einen Fehler gemacht.
  • So etwas hättest du nicht sagen dürfen.
  • Guck mal, die da drüben sieht viel besser aus als du.
  • Was bist du eigentlich für ein Trottel.

Der innere Kritiker ist nichts anderes als eine Stimme in dir, die alles, was du tust, überwacht. Diese Stimme führt dir immer wieder deine Schwächen und Fehler vor.

Sie macht dir Vorwürfe, kreiert unrealistische Vorstellungen davon, was du in deinem Leben zu leisten hast – und kommt meistens zu dem Schluss, dass du einfach nur wertlos bist.

Nicht wirklich schön, oder?

Aus diesem Grund habe ich den folgenden Artikel geschrieben.

In den nächsten Abschnitten wirst du erfahren, wie dein innerer Kritiker entstanden ist. Und wie du ihn in drei simplen Schritten zähmen kannst.

1. Dein innerer Kritiker: Verstehe, wie er entstanden ist

Viele deiner psychischen Prägungen sind in deiner Kindheit entstanden.

So auch dein innerer Kritiker.

Während dieser Zeit war dein Lebensglück nämlich stark davon abhängig, wie dich deine Eltern und andere Bezugspersonen behandelt haben.

Gleichzeitig kanntest du dich als Kind noch nicht wirklich gut in der Welt aus. Die Erfahrungen, die du mit deinen Mitmenschen gemacht hast, dienten dir deshalb als Hinweis dafür, welches Verhalten angebracht war und welches nicht.

  • Deine Eltern waren von deinem Bewegungsdrang überfordert waren? Dann hast du die Überzeugung entwickelt, dass es nicht gut sei, zu aufgedreht und wild zu sein.
  • Deine Freunde fanden Schüler, die sich für gute Noten ins Zeug legten, uncool? Dann entstand in dir der Gedanke, dass Fleiß und Wissensdurst nicht erwünscht seien.
  • Deine Lieblings-Oma hat dir immer wieder klargemacht, dass es im Leben darauf ankäme, möglichst schnell den richtigen Mann zu finden? Dann wird dich heute das schlechte Gewissen plagen, wenn du mit 30 Jahren immer noch nicht verheiratet bist.

Die Erlebnisse deiner Kindheit und Jugend prägen dich bis heute.

Falls du beispielsweise dazu neigst, dich vorschnell für eigene Fehler zu verurteilen, muss irgendwann in deinem Leben etwas passiert sein, dass dich zu dem Glauben verleitet hat, es sei nicht ok, Fehler zu machen.

Ob du diese Erfahrungen mit deinen Eltern, mit deinen Geschwistern oder mit anderen dir wichtigen Personen gemacht hast, spielt dabei fast keine Rolle.

Was stattdessen zählt ist, wie stark dich die Erfahrung emotional berührt hat. Denn die Dinge, die du mit starken Emotionen verbindest, behältst du besonders gut im Gedächtnis.

Und da die emotionalen Erfahrungen deiner Kindheit sich vor allem in dein Unterbewusstsein einbrennen, ist es gar nicht so leicht, aufzuspüren, welches Erlebnis dich in welcher Weise geprägt hat.

Selbstkenntnis ist eine gute Strategie, um deinen inneren Kritiker zu entwaffnen

Innerer Kritiker

Wenn du also möchtest, dass dein innerer Kritiker endlich seine Klappe hält, fange an, ihn zu beobachten:

  • In welchen Situationen meldet sich dein innerer Kritiker zu Wort?
  • Was genau möchte er dir in diesen Momenten sagen?
  • Auf welchen Überzeugungen oder Annahmen basieren diese Aussagen?
  • Welche Erfahrungen könnten dafür gesorgt haben, dass diese Überzeugungen entstanden sind?

Je genauer du deinen inneren Kritiker beobachtest, desto besser lernst du ihn kennen. Und desto weniger Macht hat er über dich.

Wieso?

Weil du Abstand zwischen dir und deinem inneren Kritiker herstellst, sobald du feststellst, dass dieser lediglich auf den Überzeugungen deiner Kindheit basiert.

Mit der Zeit wirst du erkennen, dass dein innerer Kritiker nur eine Stimme in dir ist, die dir immer wieder den gleichen Bullshit erzählt.

Bullshit, der dir nur deshalb zu schaffen macht, weil du ihn nie hinterfragt hast.

Dein innerer Kritiker sorgt sich um dich

Bisher sind wir mit deinem inneren Kritiker sehr streng ins Gericht gegangen. Und dabei haben wir eine wichtige Wahrheit ignoriert:

Dein innerer Kritiker ist gar nicht dein Feind.

Im Gegenteil – er will eigentlich nur dein Bestes. Er ist um dich besorgt. Und denkt, dass es dir besser geht, wenn du dich an seine Ratschläge hältst.

Und bis zu einem gewissen Grad hat dein innerer Kritiker auch Recht. Oder zumindest hatte er irgendwann einmal Recht.

Wenn du es dir vor deinen Eltern nicht erlauben konntest, Fehler zu machen, war dein innerer Kritiker in der Lage, dich an dieses moralische Gebot zu erinnern.

Genauso war er zur Stelle, wenn es darum ging, dich in der Schule den Trends deiner Freunde anzupassen.

Was deinem inneren Kritiker jedoch nicht bewusst ist:

Jetzt ist deine Lebenssituation eine andere.

Du bist nun selbstständig und (hoffentlich) nicht mehr auf Freunde oder Verwandte angewiesen. Aus diesem Grund zählen viele Regeln, die dein innerer Kritiker während deiner Kindheit aufgestellt hat, einfach nicht mehr.

Du bist schon groß – aber das musst du deinem inneren Kritiker erstmal klarmachen

Innerer Kritiker

Wenn du es schaffst, deinem inneren Kritiker mit Mitgefühl zu begegnen und ihm zu vermitteln, dass seine Worte zwar berechtigt sind, aber nicht mehr das Gewicht haben, was sie einst hatten, wird sich die kritische Stimme in dir immer seltener zu Wort melden.

Bis dein innerer Kritiker irgendwann erkannt hat, dass seine Hilfe nicht mehr gebraucht ist.

(Lies auch: Endlich stark sein: mit diesen 7 Tipps entwickelst du innere Stärke)

2. Dein innerer Kritiker: Wehre dich gegen seine Attacken

Kennst du die Geschichte vom trojanischen Pferd?

Sie ist Teil der Ilias, einer mythischen Erzählung, die dem antiken Dichter Homer zugeschrieben wird.

In dieser Geschichte gelang es ein paar tapferen griechischen Kriegern, die Verteidigung der Festung Trojas zu überwinden, indem sie ein hölzernes Pferd in die Stadt einschleusten.

Getarnt als Geschenk des Friedens gelangte es hinter die Mauern der Stadt – ohne dass die Einwohner Trojas bemerkten, welch unheilvolle Ladung sich im Bauch des Pferdes verbarg:

Eine handverlesene Truppe der besten Soldaten des Feindes. Diesen Soldaten gelang es, die Tore der Stadt zu öffnen, während die Trojaner schliefen. Und dadurch den Weg freizumachen für die Armee der Griechen, der es vorher nicht gelungen war, Troja einzunehmen.

Dein innerer Kritiker ist einem trojanischen Pferd nicht unähnlich:

Wenn du nicht aufpasst, dringt er in deinen Verstand ein. Und öffnet dort die Tür für immer mehr unheilsame Gedanken und Gefühle.

Wenn du diesen Übergriff vermeiden möchtest, geh in die Offensive.

Zum Beispiel, indem du nach Argumenten suchst, die der negativen Sicht deines inneren Kritikers widersprechen.

Dein innerer Kritiker will dich überrumpeln? Wehre dich mit schlagkräftigen Argumenten

Innerer Kritiker

Falls beispielsweise der Gedanke in dir aufkommt, dass du ein schlechter Mensch bist, nur weil du gerade mal wieder Fehler gemacht hast, kannst du folgendermaßen vorgehen:

  • Hinterfrage, ob du wirklich nur aufgrund eines Fehlers ein schlechter Mensch bist.
  • Mache dir bewusst, dass andere Menschen auch Fehler machen.
  • Rufe dir ins Gedächtnis, wie viele positive Leistungen du schon erbracht – und was du alles schon erreicht hast.
  • Sage dir, dass du gut genug bist – denn das ist die Wahrheit.

Meistens neigt dein innerer Kritiker zu maßlosen Übertreibungen.

Er sieht lediglich die schlimmsten Seiten deines Charakters, stuft jeden deiner Fehler als verhängnisvoll ein und vergleicht dich auf eine unfaire Art mit anderen Menschen.

Indem du den negativen Gedanken deines inneren Kritikers positivere oder zumindest hilfreichere Gedanken entgegenstellst, unterbrichst du den Kreislauf selbstschädigenden Denkens.

Die absoluten Aussagen deines inneren Kritikers werden nun relativiert.

Und du erkennst, dass diese Stimme in dir gar nicht die Wahrheit spricht. Sondern nur ihre eigene Meinung wiedergibt.

Die Balance zwischen Mitgefühl und Härte

Im ersten Punkt habe ich dir geraten, Mitgefühl und Verständnis für deinen inneren Kritiker zu entwickeln. Und im zweiten habe ich dir erzählt, dass du auf seine Manipulationsversuche am besten mit einem Gegenangriff reagieren solltest.

Klingen diese Aussagen nicht etwas widersprüchlich?

Ja, aber nur auf den ersten Blick.

Denn Verständnis dafür zu haben, wieso dein innerer Kritiker existiert, bedeutet nicht, dass du dir alles, was er mit dir macht, gefallen lassen musst.

Du darfst deinem inneren Kritiker deshalb sowohl mit Strenge als auch mit Mitgefühl begegnen.

Mit der Zeit wirst du ein Gespür dafür entwickeln, wie du die kritische Stimme in dir am besten zähmst.

(Lies auch: Ruhe bewahren – so schaffst du es)

3. Dein innerer Kritiker: Zeig ihm eine neue Realität

Taten sagen mehr als 1000 Worte!

Dieser Spruch ist den letzten Jahren ziemlich überstrapaziert worden. Was jedoch nichts daran ändert, dass der Spruch sehr oft wahr ist.

Lass Taten sprechen – und dein innerer Kritiker wird seine Macht über dich verlieren

Innerer Kritiker

Dir hin und wieder zu sagen, dass du gut genug bist, dass du Fehler machen darfst und dass du nicht den Ansprüchen anderer genügen musst, kann sich sehr positiv auf dein Selbstbewusstsein auswirken.

Und dennoch:

Am einfachsten bringst du deinen inneren Kritiker mit Taten zum Schweigen.

  • Dein innerer Kritiker ist überzeugt davon, dass du zwei linke Hände hast, wenn es um das Zubereiten leckerer Speisen geht? Beweis dir das Gegenteil und investiere Zeit, Energie und Liebe in deine Kochkünste. Wie nahezu jede Fähigkeit ist auch Kochen etwas, das du lernen kannst.
  • Dein innerer Kritiker flüstert dir immer wieder ein, wie unsportlich du in Wirklichkeit bist? Fang an, zweimal die Woche ins Fitnessstudio zu gehen. Spätestens nach einem halben Jahr wirst du erkennen, dass Sportlichkeit antrainiert werden kann.
  • Dein innerer Kritiker möchte dir weismachen, dass du niemals in der Lage sein wirst, vor einer Gruppe fremder Menschen einen Vortrag zu halten? Halte doch erstmal beim Geburtstag deiner besten Freundin eine kleine Rede. Sobald du feststellst, dass du dir viel mehr Sorgen gemacht hast als nötig, wirst du in der Lage sein, dich größeren Herausforderungen zu stellen. Und dadurch deinen inneren Kritiker Schritt für Schritt zum Schweigen zu bringen.

Die negativen Überzeugungen, von denen sich dein innerer Kritiker ernährt, sind schließlich durch Erfahrungen entstanden. Und deshalb sind es auch neue Erfahrungen, die am besten dazu geeignet sind, diese Überzeugungen aufzulösen.

Auch wenn die Stimme deines inneren Kritikers nie zu hundert Prozent verstummen wird – sie wird mit jeder positiven Erfahrung leiser werden.

Und irgendwann wirst du deinen inneren Kritiker nicht mehr als Bösewicht sehen, der dir das Leben zur Hölle macht. Sondern lediglich als Teil von dir, der nicht allzu ernst zu nehmen ist.

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