Was ist Glück? Die zwei Arten des Glücks (plus Beispiele)

Was ist Glück?

Eine Frage, welche die Menschheit seit Jahrtausenden beschäftigt.

Große Philosophen, bekannte Denker und Betrunkene haben sich darüber den Kopf zerbrochen.

Letztendlich strebt jeder Mensch nach Glück, auch wenn es ihm nicht immer bewusst ist.

Geld, Liebe, Abenteuer, Macht, Attraktivität oder Freiheit: Wir sehnen uns danach, weil wir uns davon mehr Glück versprechen.

In diesem Artikel widmen wir uns dem Thema Glück etwas eingehender.

Wir werden sehen, wie große Philosophen das Glück definierten, dass es zwei Arten von Glück gibt und dass die moderne Glücksforschung ein paar sehr interessante Erkenntnisse zu bieten hat.

Würde man 100 Menschen „Was ist Glück?“ fragen …

Von 1992 bis 2003 lief auf RTL die Show „Familienduell“.

In der Show mussten zwei Familien Fragen richtig beantworten.

Dieselben Fragen, die von den Familien beantwortet werden mussten, wurden vorher 100 Menschen in der Fußgängerzone gefragt.

Der Kommentator leitete die Fragerunde mit dem legendären Satz ein: „Wir haben 100 Menschen gefragt …“

Leider kam die Frage „Was ist Glück?“ in der Show nicht vor.

Doch stell dir vor, man würde 100 Menschen fragen, was Glück ist. Vermutlich wurde man 100 verschiedene Antworten bekommen.

Glück ist nämlich eine sehr subjektive Angelegenheit.

Das, was mich glücklich macht, muss nicht auch zwangsweise dich glücklich machen. Und andersherum.

Via drlima

Das spiegelt sich auch in der Tatsache wieder, dass Menschen mit völlig verschiedenen Lebenskonzepten und Lebenseinstellungen glücklich sein können (oder unglücklich).

Es gibt also nicht den einen Weg zum Glück.

Weil Glück so subjektiv ist, sind mit der Zeit auch viele verschiedene Definitionen von Glück entstanden.

Bevor wir uns den verschiedenen Arten von Glück widmen, lass uns kurz ein paar der wichtigsten Glücksdefinitionen betrachten.

Große Denker: Das Glück in der Philosophie

So definierten einige der bekanntesten Philosophen und Denker das Glück:

Aristoteles

Der griechische Philosoph sieht Glück als ein sinnvolles und gelungenes Leben.

Er erklärt, dass jeder Menschen durch seine eigenen Handlungen für sein Glück verantwortlich ist. Dies gelingt, wenn ein Mensch gut lebt und sich gut verhält (den richtigen Tugenden nach geht).

Die vollkommene Glückseligkeit sieht Aristoteles allerdings im geistigen Denken.

Artur Schopenhauer

Schopenhauer sah das Glück vor allem in der Befriedigung eines Wunsches. Da aber keine Befriedigung langfristig anhält, sondern früher oder später wieder der Anfang eines neuen Wunsches ist, ist das Glück nur selten von Dauer.

Sein Motto:

Das Glück ist keine leichte Sache: es ist sehr schwer, es in uns selbst, und unmöglich es anderswo zu finden.

Henry David Thoreau

Der amerikanische Autor und Denker hatte einen ziemlich zurückhaltenden Glücksansatz.

Seiner Ansicht nach war es besonders wichtig, dem Glück nicht hinterherzurennen und sich stattdessen auf andere, wichtigere Dinge im Leben zu konzentrieren.

Sein Zitat über das Glück:

“Glück ist wie ein Schmetterling; Je mehr Sie es jagen, desto mehr wird es sich entziehen, aber wenn Sie Ihre Aufmerksamkeit auf andere Dinge lenken, wird es kommen und sich sanft auf die Schulter setzen.”

Was ist Glück? Die zwei Arten von Glück

Was viele Menschen daran hindert, glücklich zu sein, ist ihr falsches Verständnis von Glück.

Sie glauben, dass Glück bedeutet, sich immer gut zu fühlen und fröhlich zu sein.

Doch das stimmt nicht.

Glücklich zu sein bedeutet nicht zwangsweise, dass du dich im jetzigen Moment gut fühlst.

Das liegt daran, dass es kurzfristiges und dem langfristiges Glück gibt.

Und diese Unterscheidung ist wichtig, um Glück besser definieren zu können.

Das kurzfristige Glück: Glücksmomente

Sicherlich kennst du das:

  • Du hast so viel Spaß mit deinen Freunden, dass die Zeit verfliegt.
  • Du hast einen super langen und anstrengenden Tag hinter dir, hast dir was Leckeres zu Essen gemacht und kannst endlich auf der Couch entspannen.
  • Deine Fußballmannschaft gewinnt ein wichtiges Spiel und du jubelst in völliger Ekstase.
  • Du lachst so viel, dass dir dein Bauch weh tut.
  • Du bist vor Freude außer dir, weil du gute Nachrichten bekommen hast (Prüfung bestanden, neuen Job erhalten, Wohnungszusage, etc.)

All das sind Glücksmomente.

Du verspürst in solchen Augenblicken eine Menge guter Gefühle: Spaß, Freude, Genuss, Ekstase.

In solchen Momenten ist das Leben wunderschön und du genießt es in vollen Zügen.

Interessanterweise denken wir in solchen Momenten nicht darüber nach, ob wir gerade glücklich sind. Wir sind es einfach.

Doch Glücksmomente alleine machen noch kein gutes Leben aus.

Betrachte es mal so: Du kannst zwar gerade einen Glücksmoment erleben, aber generell sehr unzufrieden und unglücklich sein.

Und das bringt uns zu der zweiten Form von Glück.

Das langfristige Glück: Allgemeine Zufriedenheit

Stell dir vor, zwei seriös aussehende Herren klopfen an deiner Tür. Sie sind vom Glücksministerium und möchten dir einige Fragen zum Thema Glück stellen.

Ihre Aufgabe ist es nämlich, herauszufinden, wie glücklich die Gesellschaft ist.

Du machst ihnen die Tür auf und ihr setzt euch.

Nun stellen sie dir eine Menge Fragen zu verschiedenen Lebensbereichen:

  • Wie zufrieden bist du mit deinem Beruf? Und deiner Wohnlage?
  • Bist du glücklich in deiner Beziehung?
  • Wie steht es um deine Freundschaften?
  • Kannst du auch mal alleine glücklich sein?
  • Wie bewertest du die Zukunft? Freust du dich drauf? Hast du Angst davor?

Jede Frage musst du mir einer Zahl von 0 bis 10 beantworten. 0 heißt vollkommen unglücklich, 10 steht für absolutes Glück.

Nach dem du alle Fragen beantwortest hast, wird der Durchschnitt errechnet.

Zum Beispiel 6,7. Oder 8,2. Oder 3,7 (sorry!).

Diese Zahl steht für deine allgemeine Zufriedenheit. Dein langfristiges Glück.

Sie beschreibt, wie glücklich du mit deinem Leben im Allgemeinen bist.

Was übrigens wie ein fiktives Beispiel wirkt, ist Realität in dem kleinen Land Bhutan.

In dem Nachbarstaat von Tibet gibt es kein Bruttoinlandsprodukt, sondern das „Bruttoinlandsglück“. Um dieses zu errechnen, wird jeder Bewohner mittels eines ausführlichen Fragebogen nach seinem Glück befragt.

Dieses „allgemeine Glück“ ist ein wichtiger Indikator für dein allgemeines Wohlbefinden und deine Zufriedenheit.

Siehe es mal so – vielleicht bist du momentan sehr unglücklich, weil du eine schwierige Phase durchmachst:

  • Dein Partner hat dich verlassen.
  • Du hast Probleme bei der Arbeit.
  • Dir geht es gesundheitlich gerade nicht gut.
  • Du hast 4 Kilo zugenommen und deine Lieblingshose passt dir nicht mehr.

Doch obwohl es dir gerade nicht gut geht, bist du im Allgemeinen sehr glücklich.

Um dauerhaft glücklich zu sein, brauchst du kleine Glücksmomenten genauso wie die allgemeine Zufriedenheit.

Die Mischung macht es.

Mehr dazu auch in diesem Artikel:

Glücklich sein: 17 Tipps

Und auch in diesem Video erfährst du 7 Erkenntnisse über das Glück:

Erkenntnisse aus der Glücksforschung

Obwohl Glück eine subjektive Angelegenheit ist, hat die moderne Glücksforschung in den letzten Jahren wichtige Erkenntnisse gesammelt.

Hier sind 3 davon:

Ziele machen nicht automatisch glücklich

Glück ist ein interessanter Zustand.

Es scheint immer hinter der nächste Ecke zu warten. In unmittelbarer Nähe, doch trotzdem nicht greifbar.

Viele Menschen glauben deshalb, dass sie glücklich sein werden, wenn sie ihr großes Ziel erreicht haben.

Sie versprechen sich das große Glück von:

  • Einer Beförderung
  • Einem neuen Partner
  • Einer Weltreise
  • Einem tollen Körper
  • Einem eigenen Haus mit Garten.

Doch die Sache hat einen großen Haken.

Das Erreichen eines Zieles macht langfristig selten glücklich.

Das liegt an dem, was Glücksforscher als hedonistische Tretmühle bezeichnen.

Dieser sperrige Begriff beschreibt die menschliche Tendenz, sich sehr schnell an neue Gegebenheiten zu gewöhnen und zu einem konstanten Glückserleben zu streben.

Ob du nun befördert wirst, einen neuen Partner findest, abnimmst oder in dein eigenes Haus ziehst, du wirst dich daran sehr schnell gewöhnen.

Das Glück, das durch das Erreichen eines Zieles entsteht, hält meistens nicht viel länger als die Erektion eines Rentners.

Geld ist nicht so wichtig

Die meisten Menschen wünschen sich mehr Geld.

Sie glauben, dass sie glücklicher wären, wenn sie ein tolles Auto hätten, in einem großen Haus leben würden und 3 Mal im Jahr Urlaub an exotischen Orten machen könnten.

Doch tatsächlich hat Geld wenig Einfluss auf dein Glück.

Trotz Einkommensunterschieden, Kulturunterschieden und Naturkatastrophen sind Menschen auf der ganzen Welt ungefähr gleich glücklich.

Ich habe 2013 in Brasilien gelebt. Ein aufstrebendes Land, in dem viele Menschen an der Armutsgrenze leben – und häufig leider auch deutlich darunter.

Trotzdem war ich fasziniert, wie entspannt und glücklich die meisten Menschen wirkten.

Obwohl es ihnen rein finanziell nicht gut ging, schienen sie fröhlich und glücklich zu sein.

Du brauchst das Gefühl von Kontrolle

Du kannst das Leben nicht kontrollieren.

Unvorhergesehenes gehört zum Leben dazu wie die Pickel zur Pubertät.

Oder um es in den Worten von John Lennon zu sagen:

„Leben ist das, was passiert, während du fleißig dabei bist, andere Pläne zu schmieden.“

Doch obwohl du das Leben nicht kontrollieren kannst, kannst du das Gefühl von Kontrolle haben.

Du hast also das Gefühl, dass du fähig bist, Ziele zu erreichen, Probleme zu bewältigen und deinem Leben eine Richtung zu geben.

Dieses Gefühl von Kontrolle ist einer der wichtigsten Faktoren für ein glückliches Leben.

Das ist auch einer der Gründe, warum es unglückliche Multimillionäre gibt, die sich das Leben nehmen. Und Menschen, die alles verloren haben und trotzdem glücklich sind.

Wie glücklich du bist, hängt stark davon ab, wie ausgeprägt dein Gefühl von Kontrolle ist.

Das Schöne daran: Dieses Gefühl von Kontrolle kannst du steigern.

Je besser du mit deinen eigenen Gedanken und Gefühlen umgehst, an deinen Zielen arbeitest und dich deinen Ängsten stellst, desto mehr wirst du ein Gefühl von Kontrolle haben.

Und desto glücklicher wirst du sein.

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