Der Weg ist das Ziel oder warum Ziele überbewertet sind

„Der Weg ist das Ziel“ ist ein Zitat des chinesischen Philosophen Konfuzius. In diesem Artikel lernst du 3 wichtige Lektionen aus dieser alten Lebensweisheit über Ausdauer, Glück und Motivation.

der weg ist das ziel

Stell dir vor, du gehst ins Kino. Du freust dich auf den Film und hast dich ausreichend mit Popcorn und Softdrinks eingedeckt. Du checkst noch mal schnell Facebook, Instagram und WhatsApp und dann schaltest du dein Smartphone auf lautlos.

Die Lichter gehen aus und der Film fängt an. Sorry, das ist natürlich Blödsinn. Nochmal. Die Lichter gehen aus, 15 Minuten Werbung und dann fängt der Film an.

Doch als der Film anfängt, startet er nicht mit der Anfangsszene, sondern er springt sofort zu Schlussszene über. Das Einzige, was du zu sehen bekommst, sind die letzten drei Minuten des Films!

Empört verlässt du den Saal und verlangst an der Kasse dein Geld zurück …

Was soll der Scheiß!

Natürlich wollen wir nur einen ganzen Film sehen. Die Darsteller müssen sich Herausforderungen stellen, mit Schwierigkeiten kämpfen und sich entwickeln.

Nun, genauso wie mit einem Film verhält es sich mit unseren Zielen.

Wir stellen uns Herausforderungen, kämpfen mit Schwierigkeiten und entwickeln uns – und erst dann erreichen wir unser Ziel!

Doch anders als bei einem Film wollen wir bei unseren Zielen sofort zum Ende springen. Wenn wir uns ein Ziel setzen, wollen wir es am liebsten sofort erreichen. Wir wollen keine Herausforderungen, keine Schwierigkeiten und wir wollen uns auch nicht entwickeln. Wir wollen nur das Ziel erreichen – und zwar sofort!

Zu oft vergessen wir, dass der Weg das Ziel ist. Dass es weniger darum geht, was wir am Ende der Reise erreichen, als um das, was wir während der Reise lernen und erleben.

In diesem Artikel möchte ich dir erklären, was du aus der Lebensweisheit „der Weg ist das Ziel“ über Ausdauer, Glück und Motivation lernen kannst.

Die wichtigsten Punkte erfährst du auch in diesem Video:

Der Weg ist das Ziel #1: Fast alles im Leben ist ein Prozess

Mit Anfang zwanzig war ich sehr schüchtern im Umgang mit Frauen. Ich habe all die Männer bewundert, die auf eine fremde Frau zugehen konnten und mit ihr ein lockeres Gespräch anfingen. Das wollte ich auch! Also nahm ich mir einen Sommer vor, meine sozialen Fähigkeiten zu verbessern und selbstsicherer zu werden. In meiner damaligen Unwissenheit dachte ich, dass ich dafür ein paar Wochen brauchen würde … Ich hatte ja keine Ahnung, was ich mir da als Ziel gesetzt hatte! Aus ein paar Wochen wurden mehrere Jahre. Und letztendlich hat all das dazu geführt, dass ich 2013 mit diesem Blog anfing.

Egal, ob du dich selbstständig machen willst, abnehmen möchtest, dein Selbstbewusstsein stärken willst oder irgendetwas ganz anderes vorhast: Es wird nicht von heute auf morgen passieren.

Habe Geduld. Viele Dinge im Leben brauchen ihre Zeit.

der weg ist das ziel

Fast alles im Leben ist ein Prozess und braucht seine Zeit. Deshalb liebe ich auch den Spruch “Der Weg ist das Ziel”, denn er erinnert mich immer wieder daran.

Der springende Punkt ist der: Egal, was du im Leben erreichen willst, es wird dauern. Und wahrscheinlich wird es länger dauern, als du dir vorgenommen hast. Viel länger.

Mehr dazu hier: Was ist Persönlichkeitsentwicklung?

Der Weg ist das Ziel #2: Verfolge keine falschen Ziele

Zwar gibt Ausnahmen, doch generell gilt: Wenn du den Weg nicht genießen kannst, hast du dir wahrscheinlich das falsche Ziel gesetzt.

Mit falsch meine ich, dass dein Ziel nicht deinen Werten und Interessen entspricht und du dich von externen Motiven wie Geld, Anerkennung oder Ähnlichem hast verführen lassen.

Der Weg ist das Ziel? Ich will die scheiß Karotte – und zwar sofort!

der weg ist das ziel

Ich habe zum Beispiel vier Jahre lang Ingenieurwesen studiert. In all den Jahren habe ich nicht einen einzigen Kurs genossen. In dieser Zeit habe ich mich dadurch motiviert, dass ich mir eingeredet habe, wie glücklich ich sein werde, wenn das Studium erst vorbei ist. Nach acht Semestern habe ich eingesehen, dass es nach dem Studium nicht besser sein wird. Höchstens schlechter. In dem Moment habe ich verstanden, dass ich mir das falsche Ziel gesetzt hatte.

Nein, auch wenn du die „richtigen“ Ziele im Leben verfolgst wirst du nicht daran vorbeikommen, ab und an Dinge zu tun, auf die du keine Lust hast. Doch zwischen ab und an und täglich gibt es einen großen Unterschied.

Deine Zeit und Energie ist begrenzt. Überlege also genau, welche Ziele wirklich bedeutend sind und welche dir am Arsch vorbeigehen sollten.

Der Weg ist das Ziel #3: Ziele sind nicht gleich Glück

Viele Menschen verwechseln Ziele mit Glück. Solange du jedoch glaubst, dass du erst ein bestimmtes Ziel erreichen musst bevor du glücklich sein kannst, verlegst du dein Glück in die Zukunft. Außerdem machst du dein Glück vom Erreichen deines Zieles abhängig, was jedoch nicht immer in deiner Macht liegt.

Nehmen wir an, du glaubst, dass du erst in einer festen Beziehung sein musst, bevor du glücklich sein kannst.

Dein Ziel (einen Partner zu finden) hast du jedoch nicht unter Kontrolle. Du kannst zwar attraktiver werden und regelmäßig neue Menschen kennenlernen, doch es liegt nicht in deiner Macht, ob jemand tatsächlich eine Beziehung mit dir möchte.

Du machst dein Glück also von einem Ziel abhängig, das außerhalb deiner Kontrolle liegt.

Ziele machen dich nicht automatisch glücklich

Das nächste Problem an der Sache ist, dass uns das Erreichen eines Ziels meistens nicht glücklicher macht. Zumindest nicht langfristig.

Das liegt daran, dass wir uns nicht ewig an etwas Neuem erfreuen können. Wir gewöhnen uns schnell an das neue Auto, das neue Gehalt, den neuen Job oder den sexy Partner.

Dass ich zum Beispiel überall auf der Welt leben kann, da ich mein Einkommen durch mein Online-Business beziehe, ist für mich normal. Es ist so gewöhnlich wie eine Tasse Kaffee zum Frühstück.

Ob du nun befördert wirst, dein Partner dich verlässt, in ein fremdes Land ziehst oder dir Brüste vergrößern lässt – nach einer gewissen Adaptionszeit wirst du wahrscheinlich genauso glücklich (oder unglücklich) sein wie vorher.

In Fachkreisen nennt man das Phänomen die hedonistische Tretmühle. Egal, was sich an unseren Lebensumständen ändert, wir gewöhnen uns sehr schnell daran. (Mehr dazu in diesem Artikel)

Ein Ziel zu erreichen macht dich nicht automatisch glücklich.

der weg ist das ziel

Es gibt sicherlich gewisse Ziele, die unser Leben drastisch verändern und einen Einfluss auf unser Glück haben. Doch häufig ist das nicht der Fall.

Dass du ein Ziel erreichst, heißt also noch lange nicht, dass du glücklicher sein wirst. Und genauso wenig musst du automatisch unglücklich sein, nur weil du ein Ziel nicht erreichst.

Erwarte also nicht, dass dich deine Ziele glücklicher machen werden und genieße schon jetzt die Reise. Du weißt ja, der Weg ist das Ziel.

Vergiss dein Ziel und konzentriere dich auf den Prozess

Du möchtest ab jetzt den Weg mehr genießen? Dann höre auf, dich auf deine Ziele zu versteifen und fokussiere dich ganz auf den Prozess.

Konzentriere dich auf dein Wachstum, stelle dich den Herausforderung und rechne mit Überraschungen. Was du auf dem Weg lernst und über dich selbst erfährst ist wichtiger als das Ziel, das du erreichst.

  • Wenn du abnehmen möchtest, vergiss dein Wunschgewicht und fange an, Sport zu genießen.
  • Wenn du eine Fremdsprache lernen möchtest, entdecke Freude am Vokabeln pauken.
  • Wenn du dich selbständig machen willst, vergiss Umsatzziele und fange an, den Menschen echten Mehrwert zu liefern.
  • Wenn du auf der Suche nach dem richtigen Partner bist, gewöhne dich daran, Absagen zu erhalten und Absagen zu verteilen.

Lerne, die Reise mit all ihren Hindernissen, mit all ihren Rückschlägen und mit all ihren Hochs und Tiefs zu genießen. Fange an, deine eigene Entwicklung in den Vordergrund zu stellen und das Endziel weniger zu beachten.

Manchmal wird dir auf deiner Reise dann auch bewusst, dass du bis jetzt den falschen Zielen hinterhergerannt bist. Und das ist besonders wertvoll.

Lerne dich selbst besser kennen

In meinem Ratgeber “Innere Stärke” erfährst du, wie du dich selbst besser kennenlernst, besser mit negativen Gefühlen umgehst und deine Ängste überwindest. Du kannst dir den Ratgeber kostenlos als PDF herunterladen.

2 Kommentare
  1. Heike
    Heike says:

    Hallo Anchu,
    mal wieder ein toller Artikel.
    Vor allem hat mir das Beispiel mit dem Film am Anfang gut gefallen 🙂
    Letztendlich ist es schon interessant. Du erklärst jetzt etwas, was Menschen schon vor Tausenden von Jahren gepredigt haben. Irgendwie stolpern die Menschen doch immer wieder über die gleichen Hindernisse…
    Mach auf jeden Fall weiter so. Ich freue mich immer von dir zu lesen.

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Heike,
      danke dir. Ich bin da absolut bei dir. Was zum Beispiel einige griechische Philosophen schon über das Leben und die Menschheit wussten ist beeindruckend. Und Ja, wir scheinen im Laufe der Zeit wenig dazuzulernen 🙂
      LG

      Antworten

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