Geduld lernen

Ungeduldig? Geduld lernen mit drei einfachen Tipps

Steht dir deine Ungeduld im Weg? Würdest du dem Leben gerne mit mehr Gelassenheit begegnen? Dann bist du hier genau richtig. Denn in den folgenden Absätzen verrate ich dir, wie du mit drei einfachen Tipps Geduld lernen kannst.

Geduld lernenVielleicht hast du das Gefühl, dass es in deinem Leben nicht so schnell vorangeht, wie du es gerne hättest.

Sobald du dir ein Ziel setzt, möchtest du dieses auch so schnell wie möglich erreichen. Und anstatt auf den Erfolg warten zu können, sorgt deine Ungeduld viel dafür, dass du aufgibst, bevor du auch nur in die Nähe der Ziellinie kommst.

Möglicherweise sind es aber auch kleinere Situationen in deinem Alltag, an denen du immer wieder merkst, wie ungeduldig du in Wirklichkeit bist.

Wieso auch immer du Geduld lernen möchtest:

Mit den Tipps dieses Artikels wird es dir gelingen.

Bevor wir uns jedoch den Tipps widmen, sollten wir uns erst einmal anschauen, wieso Geduld überhaupt so wichtig ist.

Was ist Geduld überhaupt?

Geduld ist nichts anderes als die Fähigkeit, auf eine bestimmte Sache warten zu können.

  • Auf die nächste Bahn.
  • Auf das Erscheinen einer neuen Staffel Game of Thrones.
  • Auf den großen Durchbruch deiner Karriere.

Egal auf was du wartest: immer brauchst du Geduld.

Vielleicht fragst du dich jetzt, welche Vorteile es hat, Geduld zu üben. Ganz einfach:

  • Geduld hilft dir, eine gute Beziehungen zu führen. Eine tiefe Verbindung zu einem anderen Menschen aufzubauen, kostet Zeit und Arbeit. Wenn du geduldig bist, wird es dir leichter fallen, Energie in deine Beziehungen zu stecken, ohne sofort ein Ergebnis zu erwarten.
  • Geduld hilft dir, große Projekte, die sich über Monate oder gar Jahre erstrecken, zu beenden. Wenn du geduldig bist, wirst du kein Problem damit haben, ein Projekt über längere Zeit zu verfolgen, ohne zu wissen, ob du damit erfolgreich sein wirst.
  • Geduld hilft dir, generell entspannter zu leben. Wenn geduldig bist, werfen dich unglückliche Ereignisse nicht vollständig aus der Bahn, weil du weißt, dass am Ende alles gut wird. Und du auch aus dieser Situation gestärkt hervorgehen wirst.

Dies sind nur einige Beispiele für positiven Nebeneffekte der Geduld. Du solltest daher Geduld lernen, wenn du ein zufriedenes Leben führen möchtest.

Welche drei Tipps dir dabei helfen können, erfährst du in den nächsten Abschnitten.

1. Geduld lernen: Ändere deine Angewohnheiten

Deine täglichen Angewohnheiten haben einen großen Einfluss auf dein Leben.

Wenn du Geduld lernen möchtest, solltest daher klein anfangen:

  • Gewöhne es dir an, dein Smartphone beim Warten auf die Bahn in der Tasche zu lassen.
  • Wenn du einen kurzen Weg mit dem Fahrrad zurücklegen würdest – laufe ihn stattdessen. Vielleicht sogar ein bisschen langsamer und bewusster als du es normalerweise tun würdest.
  • Lerne, Langeweile auszuhalten, ohne dir reflexartig auf Netflix eine Serie reinzuziehen.

Mit kleinen Verhaltensänderungen wie diesen konditionierst du dein Unterbewusstsein täglich darauf, zu warten.

Wenn du Geduld lernen möchtest, mach dein Smartphone öfter aus

Geduld lernen

Und diese Fähigkeit ist heutzutage wichtiger als je zu vor.

Wieso?

Weil wir in einer Zeit der sofortigen Bedürfnisbefriedigung leben.

  • Du hast Lust auf eine dicke fette Sushi-Platte? Dank Lieferando musst du dafür noch nicht mal aus dem Haus gehen.
  • Du möchtest gerne verreisen? Kein Problem – buche einen Last-Minute-Flug bei Easy-Jet und bereits einen Tag später sitzt du im Flieger.
  • Du bist horny? Tinder schafft Abhilfe. Und wenn du dort nicht erfolgreich bist, steht dir im Internet immer noch eine Welt voller aufregender (und komplett kostenloser) Pornos zur Verfügung.

Auf fast nichts mehr musst du heutzutage wirklich lange warten. Und deshalb bist du gereizt und genervt und reagierst ungeduldig, sobald du eine Sache mal nicht sofort bekommst.

Und das ist ein Problem.

Wenn du also Geduld lernen möchtest, schwimme gegen den Strom.

Fang an, die Momente, in denen deine Bedürfnisse nicht sofort befriedigt werden, zu genießen. Und konditioniere dich täglich auf ein geduldigeres und bewussteres Leben.

2. Geduld lernen: Genieße den Weg

Am ungeduldigsten bist du immer dann, wenn du zu schnell zu viel von dir verlangst:

  • Du denkst, dass du dir in einem Zeitraum von vier Wochen deinen Traumkörper antrainieren kannst. Und das, obwohl du im Augenblick schon nach zehn Situps knallrot im Gesicht wirst.
  • Du glaubst, dass du innerhalb eines Jahres das Selbstbewusstsein von James Bond erlangen wirst. Und das, obwohl du dich momentan noch nicht mal traust, die Bäckerin deiner Nachbarschaft darauf hinzuweisen, dass sie dir zu wenig Wechselgeld zurückgegeben hat.
  • Du gehst davon aus, dass drei Monate reichen, um perfekt Klavierspielen zu lernen. Und das, obwohl du so viel Ahnung von Musik hast wie Donald Trump von einer stylischen Frisur.

Überhöhte Erwartungen wie diese führen zwangsweise dazu, dass du mit der Zeit ungeduldig wirst und frustriert aufgibst, anstatt dich in Geduld zu üben und den Weg zu genießen.

In dem Moment, in dem du merkst, dass die Dinge nicht so schnell vorangehen, wie du am Anfang gedacht hast, ist deine Motivation nämlich futsch.

Alles kommt zu seiner Zeit – wenn du oft ungeduldig bist, solltest du lernen, den Weg zu genießen

Geduld lernen

Wenn dieses Szenario vermeiden und Geduld lernen möchtest, solltest du deshalb eine wichtige Tatsache verinnerlichen:

Alle lohnenswerten Veränderungen im Leben brauchen Zeit.

Eine hart erkämpfte Lektion

Vor einigen Jahren stolperte ich zum ersten Mal über den Begriff Persönlichkeitsentwicklung.

Ich war zu diesem Zeitpunkt gerade von meinem Auslandsaufenthalt in Neuseeland zurückgekehrt und plante, in den nächsten Monaten mein Mathematikstudium anzufangen.

Als ich erfuhr, dass ich Einfluss auf meine eigene Persönlichkeit nehmen konnte, nahm ich mir vor, mein komplettes Leben umzukrempeln.

Innerhalb eines halben Jahres wollte ich es zu einer Mischung aus Playboy und Mönch geschafft haben, der sowohl auf einer Party für Stimmung sorgen als auch bei einem intellektuell fordernden Gespräch die Runde beeindrucken konnte.

Und diese Ziele wollte ich natürlich erreichen, während ich gleichzeitig anfing, Mathematik zu studieren – einer der schwersten Studiengänge überhaupt.

Ich war der Inbegriff eines Menschen, der keine Geduld hatte.

Die Folgen meiner lächerlich hohen Erwartungen waren verheerend:

Ich fing zunächst an, immer schlechter zu schlafen.

Nach einigen Wochen wurde mein psychischer und körperlicher Zustand so schlimm, dass ich wie ein Zombie durch die Weltgeschichte lief. Und noch bevor das erste Semester beendet war, hatte ich eine ausgewachsene depressive Episode, aus der ich mich monatelang nicht befreien konnte.

Und das alles nur, weil ich zu viel auf einmal gewollt hatte.

Heute weiß ich, dass bestimmte Entwicklungen Zeit benötigen. Ich weiß aber auch, wie einfach es ist, zu viel zu schnell zu wollen.

Und deshalb habe ich im Folgenden ein paar Tipps zusammengestellt, die dir dabei helfen können, einfach mal den Weg zu genießen – anstatt dich nur auf dein Ziel zu fokussieren.

Feier deine Erfolge

Wenn du dich immer nur auf die Arbeit konzentrierst, die noch vor dir liegt, vergisst du, was du schon erreicht hast.

Sobald du dich also das nächste Mal dabei erwischst, wie du vor Ungeduld platzt, weil du dein selbst gestecktes Ziel immer noch nicht erreicht hast, halte einen Moment inne.

Und führe dir deine Erfolge vor Augen.

Sicher gibt es auch in deinem Leben Herausforderungen die du gemeistert hast. Schwierige Zeiten, die du überwunden hast. Oder Erfolge, auf die du richtig stolz bist.

Halte ab und zu inne – und führe dir vor Augen, was du schon erreicht hast

Geduld lernen

Wenn du dir diese Leistungen vor Augen führst, wirst du nicht nur dein Selbstbewusstsein stärken.

Du wirst auch Geduld lernen, weil du es nun nicht mehr so eilig haben wirst, deine Ziele so schnell wie möglich zu erreichen.

Geduld ist nichts anderes als das Vertrauen in deine Fähigkeiten.

Denn letztendlich ist es egal, ob in zwei oder in fünf Jahren – über kurz oder lang wirst du Erfolg haben. Genauso wie in der Vergangenheit auch.

Setze dir realistische Ziele

Wenn du Geduld lernen möchtest, solltest du dir Ziele setzen, die du auch erreichen kannst.

Die folgenden drei Schritte können dir beim Erstellen solcher Ziele helfen:

  1. Überlege dir genau, was du erreichen möchtest.
    Wenn du genau formulierst, wo du hinwillst, fällt es dir nicht nur leichter, dein Ziel zu erreichen. Auch wirst du überhöhte oder unrealistische Erwartungen leichter entlarven, wenn du deine Ziele so präzise wie möglich zu Papier bringst.
  2. Schätze, wie viel Zeit du benötigen wirst, bis du dein Ziel erreicht hast.
    Meiner Erfahrung nach dauern die meisten Vorhaben wesentlich länger als man denkt. Einer meiner besten Freunde nahm sich vor einiger Zeit vor, ein neues Buch zu schreiben und schätzte, dass er dafür nicht länger als ein halbes Jahr brauchen würde. Letztendlich dauerte es ein Jahr und zwei Monate. Plane deshalb für das Erreichen deines Ziels immer etwas mehr Zeit ein als du intuitiv schätzen würdest.
  3. Überlege dir kleinere Unterziele.
    Damit du nicht ungeduldig wirst, solltest du dir immer kleinere Ziele überlegen, die du auf dem Weg zu deinem größeren Ziel erreichen möchtest. Dadurch trainierst du deine Geduld und bleibst du langfristig motiviert.

Eine gute Zielsetzung hilft dir dabei, langfristig die Geduld zu behalten

Geduld lernen

Je strategischer und erfahrener du in deiner Zielsetzung wirst, desto seltener wird dich die Ungeduld überwältigen. Und desto entspannter wirst du dich auf deinem Weg fühlen.

Blicke hinter die Kulissen

  • Ein 18-jähriger Junge, der als DJ Millionen macht.
  • Ein erfolgreicher Online-Unternehmer, der den Winter über in Thailand und Bali chillt.
  • Eine Schauspielerin, der jede Rolle in Hollywood nur so zuzufliegen scheint.

Immer öfter hören wir heutzutage von Menschen, die es einfach geschafft zu haben scheinen.

Genauso, wie der Erfolg einer anderen Person dich motivieren kann, zu neuen Höchstleistungen aufzulaufen, kann er dich jedoch auch demotivieren. Du denkst dir:

Das, was der (oder die) erreicht hat, möchte ich auch. Am besten sofort!

Sobald du dann aber feststellst, wie schwer es sein kann, in einer Sache wirklich erfolgreich zu sein, stellt sich Frustration bei dir ein und du wirst ungeduldig.

Aus diesem Grund solltest du dir bewusst machen, dass deine eigene Psyche dich austrickst, wenn es um das Thema Erfolg geht. Wenn wir uns erfolgreiche Menschen anschauen, lassen wir nämlich oft eine entscheidende Tatsache außer Acht:

Auf jeden Menschen, der in einer Sache Erfolg hatte, kommen zehn (manchmal sogar hundert oder ein tausend) Menschen, die kläglich versagt haben. Weil diese Menschen aber nicht relevant für die Medien sind, bekommen wir von ihnen kaum etwas mit.

Dieser kognitive Irrtum wird als Survivership Bias (zu Deutsch: Überlebenden-Irrtum) bezeichnet.

Er sorgt dafür, dass dein Selbstbewusstsein schwindet, weil du dich nur mit jenen Menschen vergleichst, die extrem erfolgreich sind. Gleichzeitig fördert der Survivership Bias auch deine Ungeduld. Wenn alle Menschen um dich herum erfolgreich sind, dann hast du die Erwartung an dich selbst, auch erfolgreich sein zu müssen. Und dies am besten so schnell wie möglich.

Aber nicht der Überlebenden-Irrtum sorgt dafür, dass du erfolgreiche Menschen mit einem verzerrten Blick anschaust.

Meist übersiehst du auch, welche Arbeit bestimmte Personen geleistet hatten, bis sie endlich erfolgreich wurden. Die Öffentlichkeit schenkt Menschen nämlich erst dann Aufmerksamkeit, wenn sie schon erfolgreich sind.

Die Bilder vom roten Teppich können trügen – hinter echtem Erfolg steckt nämlich viel Arbeit

Geduld lernen

Wenn du also Geduld lernen möchtest, wage einen Blick hinter die Kulissen. Und erkenne, dass hinter dem Erfolg eines Menschen immer mehr steckt, als du intuitiv denkst.

Übrigens – auch Geduld mit jenen Menschen zu haben, die dir nahe sind, ist sehr wichtig. Wenn du Mutter oder Vater bist, wirst du es kennen: Hin und wieder gibt es Momente, wo du mit deinem Kind ungeduldig bist.

Zum Beispiel, wenn es zum zehnten Mal etwas macht, die es eigentlich nicht machen sollte. Oder wenn dein Kind eine Sache viel langsamer lernt, als dir lieb ist.

Auch in solchen Momenten kannst du dich darin üben, den Weg deines Kindes entspannt zu genießen. Und dabei Erfolge wie Durststrecken gleichermaßen anzunehmen.

3. Geduld lernen: Akzeptiere deine Ungeduld

Auch wenn du einen Einfluss darauf haben kannst, wie entspannt und geduldig du dein Leben beschreitest – es wird immer Momente geben, in denen du keine Geduld aufbringen können wirst.

Ungeduld ist nämlich ein sehr menschliches Gefühl.

Besonders in emotionalen Situationen ist es ganz normal, dass du hin und wieder ungeduldig bist. Anstatt also immer gegen deine Ungeduld anzukämpfen, akzeptiere sie einfach mal.

Sage dir in der nächsten Situation, in der du Ungeduld empfindest, dass deine Ungeduld da sein darf.

Denn letztendlich ist Ungeduld nicht viel mehr als ein unangenehmes Gefühl. Und genauso wie alle anderen unangenehmen Gefühle verschwindet auch deine Ungeduld am schnellsten, wenn du sie akzeptierst.

Soforthilfe für brenzlige Situationen

In manchen Situationen genügt es nicht, deine Ungeduld lediglich zu akzeptieren. Dies ist besonders dann der Fall, wenn du ein sehr impulsiver Mensch bist. Und deine Mitmenschen unter den Folgen deiner Ungeduld zu leiden haben:

  • Wenn die Supermarktkassiererin zu langsam deine Waren über das Band zieht. Und du kurz davor bist, sie für dieses Verhalten anzuschnauzen.
  • Wenn dein Partner wieder mal vergessen hat, den Müll runterzubringen. Und du ihm am liebsten deine Kaffeetasse an den Kopf werfen möchtest, damit er endlich lernt, seinen Haushaltspflichten nachzukommen.
  • Wenn deine Freunde zu spät zu deiner Geburtstagsparty kommen. Und du so eingeschnappt bist, dass du kurz überlegst, sie einfach nicht in deine Wohnung zu lassen.

In diesen (zugegebenermaßen etwas überspitzt formulierten) Szenarios kann deine Ungeduld dazu führen, dass du Dinge tust, die du später bereust.

Nur Geduld – in manchen Situationen solltest du einfach einen tiefen Atemzug nehmen

Geduld lernen

Falls du also zu impulsiven Verhalten neigst, gewöhne es dir an, im Moment deiner übersprudelnden Ungeduld Folgendes zu tun:

  1. Halte einen Moment inne und nimm drei tiefe Atemzüge.
  2. Spüre in deinen Körper hinein und lenke deine Wahrnehmung auf das, was du gerade fühlst.
  3. Lass das Gefühl einen Moment lang da sein, ohne darauf sofort mit irgendeiner Art von Verhalten reagieren zu müssen.
  4. Und dann frage dich: War die Handlung, die ich gerade geplant hatte, wirklich gerechtfertigt? Oder ist sie nur aus der Emotion des Moments entstanden?

Mit dieser Technik wirst du nicht nur langfristig Geduld lernen – du wirst auch viele schädlich impulsive Handlungen verhindern.

Du hast nun bewiesen, dass du immerhin Geduld aufbringen konntest, um diesen Artikel bis zum Ende zu lesen. Weiter so!

Denn wenn du die oben genannten Tipps regelmäßig anwendet, wird Ungeduld schon bald kein Problem mehr für dich darstellen.

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