Wie kann man sich persönlich weiterentwickeln?

Persönlichkeitenstwicklung: Die 8 wichtigsten Grundlagen

Wie kann man sich persönlich weiterentwickeln?Lass uns ehrlich sein: Die meisten Menschen leben nicht wirklich, sie existieren nur.

Anstatt ihr volles Potenzial zu nutzen, lassen sie sich durch Ängste, Selbstzweifel und die Meinungen anderer aufhalten.

Und jetzt, Hand aufs Herz: Wie sieht das bei dir aus?

Wenn du dein Leben voll auskosten willst und dir mehr Erfolg wünschst, dann musst du heute aufwachen und etwas ändern.

Der Schlüssel dafür?

Persönlichkeitsentwicklung.

Persönlichkeitsentwicklung erlaubt dir, dich gezielt zu entwickeln und zu dem Menschen zu werden, der du schon immer sein wolltest.

In diesem Artikel erkläre ich dir deshalb, wie Persönlichkeitsentwicklung genau funktioniert und was die 8 wichtigsten Grundregeln für deine Entwicklung sind.

Was ist Persönlichkeitsentwicklung eigentlich?

Oft glauben Menschen, dass sie, wenn sie Persönlichkeitsentwicklung betreiben, zu einer Art Super-Mensch werden können.

Zu einer Mischung aus Hulk, James Bond und Super Mario…

Das ist natürlich Blödsinn.

Persönlichkeitsentwicklung bedeutet letztendlich nämlich nichts anderes, als sich als Mensch weiterzuentwickeln und persönlich zu wachsen.

Ich weiß, ich weiß. Die Definition ist nicht gerade interessant.

Lass mich das Ganze aber ein bisschen genauer erklären.

Persönlichkeitsentwicklung kann nämlich auf zwei Arten passieren: unabsichtlich oder absichtlich.

Unabsichtliche Entwicklung

Oft entwicklen sich Menschen unabsichtlich, da sich ihre Lebensumstände verändern.

Wenn du zum Beispiel von deinem Partner verlassen wirst, in eine neue Stadt ziehst, ein Kind bekommst oder befördert wirst, warten neue Herausforderungen auf dich.

Durch diese wirst du persönlich wachsen und dich verändern – ob du willst oder nicht.

Schon mal gehört, dass Menschen behaupten, sie seien durch eine Krise stärker geworden?

Eben. Das ist unabsichtliche Persönlichkeitsentwicklung.

Dir passiert irgendetwas, was dich herausfordert. Also entwickelst du dich und wirst stärker.

Absichtliche Persönlichkeitsentwicklung

Unabsichtliche Entwicklung hilft Menschen oft dabei, zu wachsen.

Aber darauf zu warten, dass sich in deinem Leben etwas verändert, damit du wachsen kannst, ist nicht gerade proaktiv …

Deshalb solltest du dich absichtlich entwickeln. Das bedeutet, dass du gezielt an dir arbeitest.

Du:

  • Stellst dich immer wieder neuen Herausforderungen und wirst dadurch selbstbewusster.
  • Entwickelst gesunde Gewohnheiten und vermeidest Dinge, die dir nicht gut tun (sorry Netflix und McDonalds).
  • Lernst, besser mit negativen Gedanken und Gefühlen umzugehen (Siehe auch Mentaltraining)
  • Arbeitest regelmäßig an deinen Zielen und lernst aus deinen Fehlern.
  • Verstehst, dass deine Ängste in deinem Kopf entstehen und lernst, sie zu überwinden.
  • Wirst offener, gesprächiger und ehrlicher, wodurch du neue Menschen kennenlernst und deine bisherigen Beziehungen verbesserst.
  • Lernst, besser mit Stress, Herausforderungen und großer Verantwortung umzugehen, wodurch du generell entspannter und zufriedener wirst.
  • Verstehst besser, wer du bist, was deine Stärken sind und was dir im Leben wichtig ist.

Das klingt jetzt vielleicht erst mal nach viel Arbeit. Aber keine Sorge, du musst nicht alle Punkte auf einmal angehen.

Außerdem beeinflussen sich viele der Lebensbereiche und Fähigkeiten stark untereinander.

Persönlichkeitsentwicklung hat somit oft einen Dominoeffekt.

persönliche Entwicklung definieren

Du fängst an, an einem Bereich zu arbeiten, der dann zum nächsten führt und dieser wiederum zum nächsten.

Wenn du zum Beispiel anfängst, mehr Sport zu machen und dadurch abnimmst, wirst du auch automatisch mehr Selbstvertrauen haben.

Oder wenn du lernst, besser mit negativen Gefühlen umzugehen, werden sich auch automatisch deine Beziehungen zu deinen Mitmenschen verbessern.

Warum Menschen mit Persönlichkeitsentwicklung anfangen

In der Regel stoßen Menschen auf das Thema Persönlichkeitsentwicklung, wenn sie mit einer Sache in ihrem Leben unzufrieden sind.

  • Sie sind unsicher und schüchtern im Umgang mit anderen Menschen.
  • Ihnen fehlt es an Motivation und sie leiden unter Aufschieberitis.
  • Sie sind emotional unstabil.
  • Sie haben zu wenig Selbstvertrauen und sind sehr ängstlich.
  • Ihr Partner hat sie verlassen oder sie finden erst gar keinen Partner.
  • Sie befinden sich in einer Sinn- oder Lebenskrise.
  • Sie wollen mehr Geld verdienen (wer will das eigentlich nicht?).
  • Sie sind generell unglücklich mit ihrem Leben.

Die meisten Menschen stoßen also auf das Thema Persönlichkeitsentwicklung, weil sie mit sich und ihrem Leben unzufrieden sind. So war es übrigens auch bei mir damals (mehr zu meiner Geschichte später).

Aber warum ist das so?

Weil Schmerz ein sehr guter Antrieb ist.

Ihre persönliche Entwicklung passiert aus Schmerz

Die meisten Menschen verändern in ihrem Leben nichts, weil der Schmerz nicht groß genug ist.

Sie sind also nicht wirklich zufrieden, aber eben auch nicht unzufrieden genug, um etwas zu ändern.

Deshalb ist Schmerz ein wichtiger Bestandteil der Persönlichkeitsentwicklung, da er oft ihr Auslöser ist.

Lass uns jetzt sehen, was die wichtigsten 8 Grundregeln der Persönlichkeitsentwicklung sind.

Die 8 Grundregeln der Persönlichkeitsentwicklung

Persönlichkeitsentwicklung ist ein sehr breites Gebiet und streckt sich über alle wichtigen Lebensbereiche.

Doch die 8 wichtigsten Grundregeln bleiben immer die Gleichen.

Merke sie dir also. Oder schreib sie dir auf. Oder tätowiere sie dir auf den Unterarm. Wie du willst.

1. Schluss mit Selbstmitleid

Trifft einiges hiervon auf dich zu?

  • Du glaubst, dass deine Probleme größer sind als die der anderen (oder dass du mehr Probleme hast).
  • Du sprichst gerne darüber, wie schwer du es hast und mit welchen Problemen du zu kämpfen hast.
  • Du glaubst, alle anderen haben besser als du.
  • Du bist der Meinung, dass keiner versteht, wie schwer du es hast.
  • Du glaubst, dass andere dafür verantwortlich sind, dass es dir schlecht geht.

Falls einer dieser Punkte auf dich zutrifft, versinkst du offenbar in Selbstmitleid.

Selbstmitleid ist eine Bitch. Denn es fühlt sich gut an.

Wenn du in Selbstmitleid versinkst, gibst du Verantwortung ab.

Statt etwas zu unternehmen und deine Probleme in die Hand zu nehmen, rechtfertigst du vor dir selbst, warum du gerade nichts tun kannst und dir die Hände gebunden sind.

Deshalb gibt es eine enorm wichtige Regel:

Du bist für alles verantwortlich

Die erste der acht Regeln der Persönlichkeitsentwicklung ist die Wichtigste:

„Du bist für alles verantwortlich.“

Vielleicht widersprichst du mir gedanklich gerade. Und denkst dir:

„Ich bin nicht dafür verantwortlich, dass ich meinen Job verloren habe. Oder dass ich so schüchtern bin. Oder dass mich mein Partner verlassen hat.Oder dass ich so viele negative Gedanken habe.“

Du hast recht!

Du bist tatsächlich nicht für all die Umstände in deinem Leben verantwortlich.

Aber du bist zu 100% dafür verantwortlich, wie du darauf reagierst.

Nimm deine eigene Entwicklung in die Hand

Du entscheidest, wie du auf die Umstände reagierst

Egal, welche negative Erfahrung dir widerfährt oder wie schlecht deine momentane Lage ist: Du kannst entscheiden, wie du darauf reagierst.

Du kannst entscheiden, ob du dich als Opfer der Umstände siehst und in Selbstmitleid versinkst (kleiner Hinweis: Das ist keine gute Option …).

Oder du entscheidest dich dazu, Verantwortung zu übernehmen, deine Probleme anzugehen und das Beste draus zu machen (Kleiner Hinweis: Das ist die richtige Option …).

Zu entscheiden, wie du auf die Umstände in deinem Leben reagierst, ist die große menschliche Freiheit.

Und falls du wirklich im Leben vorankommen willst, musst du ab jetzt für alles in deinem Leben Verantwortung übernehmen.

Statt dich also darüber zu beschweren, dass du so viele Probleme hast und es dir so schlecht geht, frage dich, was du tun kannst.

Und dann tue es. (Was mich zum nächsten Punkt bringt).

2. Alles außer Umsetzung ist nur Vorbereitung

Ideen, Pläne, Ziele, Visionen – alles schön und gut.

Aber wahre Entwicklung und Fortschritt erlebst du nur, wenn du auch etwas tust.

Umsetzung ist die wahre Meisterschaft. Alles andere ist nur Vorbereitung.

Mach dir Folgendes bewusst: Umsetzung schlägt Intelligenz um Längen.

Du kannst der intelligenteste Mensch der Welt sein, wenn du nicht fähig bist, in Aktion zu kommen, bringt es dir wenig.

Jeder Mensch, der vorankommt, der erfolgreich ist, der etwas bewegt, ist ein Macher.

Statt ewig zu überlegen, jahrelang Pläne zu schmieden und alle Möglichkeiten abzuwägen, macht er einfach.

Anders gesagt: Potenzial ist nutzlos.

Jeder Mensch hat Potenzial.

Doch nur die Wenigstens nutzen es. Weil nur die Wenigsten wirklich ins Tun kommen.

Potenzial ist wie ein Sportwagen mit leerem Tank. Er könnte verdammt schnell fahren, wird sich aber keinen Zentimeter bewegen.

Letztendlich kommt es nur auf eine Sache an: Machst du dich an die Umsetzung oder nicht?

Deine Gedanken, Absichten, Pläne und Ziele sind nutzlos. Das Einzige was zählt, sind deine Taten.

3. Persönlichkeitsentwicklung und Gewohnheiten

Hier ist eines meiner absoluten Lieblingszitate:

“Wir sind, was wir wiederholt tun. Exzellenz ist also keine Tat, sondern eine Gewohnheit.“

Es wird oft fälschlicherweise Aristoteles zugeschrieben. Doch das Zitat stammt von dem amerikanischen Philosophen Will Durant.

So oder so: Dieses Zitat macht eine unheimliche wichtige Sache klar.

Was du in deinem Leben erreichen wirst, hängt größtenteils von deinen Gewohnheiten ab.

was ist persönlichkeitsentwicklung

Wenn du gute, produktive und zielführende Gewohnheiten hast, wirst du in deinem Leben verdammt viel erreichen können.

Wenn deine Gewohnheiten aber eher denen von Homer Simpson ähneln, dann wirst du wenig erreichen – außer du wirst selbst zum Hauptdarsteller eine Zeichentrickserie.

Fokussiere dich ab jetzt weniger auf deine Ziele und mehr auf die richtigen Gewohnheiten.

Wenn du täglich die die richtigen Dinge machst, werden die Resultate früher oder später folgen

4. Meistere deinen Verstand

Dein Gehirn ist mächtiger als jeder Computer auf dieser Welt. Es ist ein erstaunliches Organ, das zu erstaunlichen Dingen im Stande ist.

Leider kommt das gute Stück ohne Gebrauchsanweisung … Und das ist problematisch.

Die meisten deiner Probleme entstehen nämlich durch deine Gedanken.

Dinge wie Selbstzweifel, Ängste, Minderwertigkeitskomplexe, Sorgen sind nicht real.

Sie entstehen dadurch, dass du dir zu viele Gedanken machst.

Und deshalb ist es fundamental wichtig, dass du lernst, besser mit deinem Verstand umzugehen.

Deine Gedanken können dich nämlich sprichwörtlich ins Elend stürzen…

Gleichzeitig können sie dich jedoch auch beflügeln, dich Berge versetzen lassen und dich enorm erfolgreich machen.

Es kommt also einzig und alleine darauf an, wie du mit deinen Gedanken umgehst.

Deshalb hier ein Video von mir, um negative Gedanken loszulassen:

5. Du kannst (fast) alles lernen

Oft tun Menschen etwas nicht, weil sie unsicher sind:

  • Sie wissen nicht, wie sie auf fremde Menschen zugehen sollen und ein Gespräch starten können – also probieren sie es erst gar nicht.
  • Sie probiere einmal etwas Neues aus (Fremdsprache, Tanzkurs, Yoga, etc. ) und hören aber sofort wieder auf, weil sie merken, dass sie darin nicht gut sind.
  • Sie bewerben sich nicht für ihrem Traumjob, weil sie die benötigten Fähigkeiten nicht besitzen.

Hast auch du etwas schon mal nicht gemacht, weil du darin nicht gut bist?

Dann mach dir bewusst, dass du (fast) alles lernen kannst!

Wenn jemand etwas besser als du beherrscht oder darin selbstbewusster ist, dann wahrscheinlich nur, weil er es schon sehr oft gemacht hat.

Nehmen wir zum Beispiel an, du möchtest Gitarre spielen lernen.

Selbst wenn du vollkommen unmusikalisch bist und kein Talent dafür hast, wirst du dich enorm verbessern, wenn du jeden Tag eine Stunde übst.

Vermutlich wirst du auch nach ein paar Jahren nicht der neue Jimi Hendrix werden, aber du wirst sehr gut spielen können.

Mit genug Übung, kannst du (fast) alles lernen.

  • Du willst offener und selbstbewusster werden? Dann sprich jeden Tag 3 fremde Menschen an und versuche Smalltalk mit ihnen zu führen.
  • Du willst ein Buch schreiben? Dann schreib jeden Tag für eine Stunde.
  • Du möchtest innerlich ruhiger werden? Meditiere täglich für 15 Minuten.
  • Du möchtest richtig gut kochen lernen? Dann rate mal! Genau, koch jeden Tag und experimentiere mit neuen Zutaten und Rezepten.

Lass dich nicht von etwas Neuem abhalten, nur weil du es nicht kannst. Mit genug Zeit und Übung kannst du es lernen.

6. Wo die Angst ist, ist der Weg

Angst ist ein sehr unangenehmes Gefühl. Doch Angst ist auch ein Wegweiser.

Denn da, wo die Angst ist, ist auch oft der Weg.

Soll heißen: Die Dinge, die dir am meisten Angst machen, sind in der Regel die, die du tun solltest.

Vieles von dem, was du dir wünschst, liegt auf der anderen Seite deiner Angst.

  • Du möchtest einen Partner finden? Stell dich der Angst, auf potentielle Partner zuzugehen und ein Gespräch zu starten
  • Du möchtest dich selbstständig machen? Begegne der Angst, dass du Scheitern könntest und es nicht klappt.
  • Du möchtest von anderen Menschen selbstbewusster wahrgenommen werden? Überwinde die Angst und sage deine Meinung, ziehe Grenzen und lernen, Nein zu sagen.
  • Du möchtest umziehen? Stell dich der Angst, dass du neue Freunde finden musst, einen neuen Job und dass alles Neu sein wird.

Angst ist wie der Endgegner im Level eines Videospiels. Wenn du in das nächste Level möchtest, musst du den Endgegner erst besiegen.

„Aber Anchu, ich traue mich nicht. Meine Angst ist zu groß!“

Mach dir bewusst, dass Mut nicht die Abwesenheit von Angst ist. Auch mutige Menschen verspüren Angst.

Sie haben sich nur dazu entschieden, dass ihre Ziele und Träume wichtiger sind.

Persönliche Entwicklung und Angst

Wo die Angst ist, ist der Weg

Als ich mein Studium abgebrochen habe, um mich mit dieser Webseite selbstständig zu machen, hatte ich panische Angst.

Aber meine Vision war mir wichtiger.

Stell dich deiner Angst. Immer wieder aufs Neue.

Denn auf der anderen Seite deiner Angst liegt das, was du dir wünschst.

7. Scheitere öfter – und lerne daraus

Für viele Menschen ist Scheitern etwas, das sie um jeden Preis vermeiden möchten.

Dabei ist es oft der einzige Weg, um voranzukommen.

Je mehr du nämlich scheiterst, desto eher findest du heraus, was du willst, was dir wichtig ist und was deine Stärken sind.

Viele der erfolgreichsten Menschen sind nicht erfolgreich, weil sie nie gescheitert sind, sondern weil sie immer wieder gescheitert sind.

Sie lagen so oft daneben und hatten so viele Fehltritte, dass sie mehr und mehr verstanden haben, was funktioniert, worin sie gut sind und was sie wollen.

Viele Menschen finden nie heraus, was ihre Stärken sind, wofür sie brennen und was sie wirklich im Leben wollen, weil sie zu viel Angst davor haben, zu scheitern.

Das Problem ist, dass Menschen ihr Scheitern oft auf sich selbst zurückführen.

Sie glauben also, sie sind nicht gut genug, sind zu dumm oder sind schlichtweg Versager.

Doch das stimmt nicht.

Scheitern bedeutet nur, dass dieser eine Weg, diese eine Methode, diese eine Idee nicht funktioniert hat.

Lerne daraus und probiere etwas anderes aus. So lange, bis etwas für dich funktioniert.

8. Das Anfänger-Mindset

Hier eine kurze Zen-Geschichte mit einer enorm wichtigen Lektion über Persönlichkeitsentwicklung:

Ein westlicher Professor reiste zu einem Zen-Meister. Der Professor wollte dem Zen-Meister einige wichtige Fragen über Gott, die Erleuchtung und Meditation stellen.

Nach seiner Ankunft stellte der Professor dem Zen-Meister viele Fragen. Dieser hörte schweigend zu.Dann sagte er zu dem Professor:

„Du hast eine lange Reise hinter dir. Ich werde dir einen Tee machen.“

Der Professor wurde ungeduldig. Schließlich war er nicht gekommen, um Tee zu trinken, sondern um Antworten auf seine Fragen zu bekommen. Als der Professor schon wieder gehen wollte, kam endlich der Zen-Meister mit dem Tee.

Der Zen-Meister fing an, dem Professor Tee einzuschenken. Doch als die Tasse voll war, schenkte der Meister weiter Tee ein… Der Tee fing an, überzulaufen.

Daraufhin sagte der Professor empört:

„Was machen Sie denn da? Sehen Sie nicht, dass die Tasse schon lange voll ist?“

Der Zen-Meister lächelte daraufhin und sagte:

„Genauso wie mit der Tasse, ist es mir dir. Dein Verstand ist so voll, dass nichts Neues mehr hineinpasst. Gehe also und leere deine Tasse. Wenn wieder Platz ist, kannst du nochmal wiederkommen.“

Du weißt nicht alles und du kannst auch nicht alles

Wenn du glaubst, etwas schon vollkommen verstanden zu haben oder schon zu beherrschen, hörst du auf zu wachsen.

Deshalb ist es enorm wichtig, dass du an alles mit einem Anfänger-Mindset herangehst.

Ich weiß nur, dass ich gar nichts weiß

Was bedeutet ein Anfänger-Mindset?

Dass du deine vorherrschenden Erwartungen und Vorstellungen aufgibst und die Dinge stattdessen mit frischem Geist, Neugierde und Lernfreude betrachtest.

Anstatt zu denken: „Ah, das weiß ich schon!“ solltest du also immer offen sein. Wie ein Anfänger, der etwas zum ersten Mal macht.

Anfänger-Mindset

Leere deine Tasse

Ich beschäftige mich selbst mit Persönlichkeitsentwicklung seit 2012.

Vor kurzem war ich auf einem Persönlichkeitsentwicklungs-Seminar von Tony Robbins.

Doch statt zu denken „Ah, ich weiß doch sowieso schon alles“, bin ich mit einem Anfänger-Mindset in das Seminar gegangen.

Ich habe jede Übung mitgemacht, sehr viel mitgeschrieben und aufmerksam zugehört.

Und ich habe dazugelernt.

Glaube nie, dass du etwas schon 100% weißt oder kannst.

Habe ein Anfänger-Mindset und sei immer offen für neue Ansätze, Informationen und Methoden.

Nur wenn deine Tasse leer ist, ist Platz für etwas Neues.

Persönlichkeitsentwicklung: der größte Fehler

Wie wir gesehen haben, kann dir Persönlichkeitsentwicklung dabei helfen, selbstsicherer, attraktiver, emotional stabiler, erfolgreicher und glücklicher zu werden.

Doch Persönlichkeitsentwicklung kann auch nach hinten losgehen.

Das ist der Fall, wenn Menschen Persönlichkeitsentwicklung zu ihrer neuen Religion machen und sich in der Selbstoptimierung verlieren.

Diese Menschen setzen sich dann Ein-, Fünf- und Zehnjahresziele, visualisieren ihren Erfolg, verlassen regelmäßig ihre Komfortzone, schreiben ein Erfolgstagebuch, ernähren sich gesund, machen regelmäßig Sport, arbeiten an ihren Glaubenssätzen, meditieren, machen Yoga, üben sich in Dankbarkeit, wiederholen nackt vor dem Spiegel positive Affirmationen und praktizieren nur noch Slow-Sex in Vollmondnächten.

Doch meistens sind diese Menschen genauso unzufrieden und erfolgreich, wie vor ihrer Persönlichkeitsentwicklungsphase.

Das liegt daran, dass sie das Konzept Persönlichkeitsentwicklung falsch verstehen und viel zu hohe Anforderungen an sich selbst stellen.

Regelmäßig Sport zu machen, sich in Dankbarkeit üben, zu meditieren und sich Gedanken über die eigenen Werte und Glaubenssätze zu machen, ist toll. Auch Slow-Sex ist super, auch wenn ich zugeben muss, dass ich es noch nicht bei Vollmond ausprobiert habe.

Doch all diese Dinge werden zu einem Problem, wenn sie zu einen neuen „Muss“ werden.

Wenn du dich nur noch gut fühlst, wenn du täglich liest, an deinen Zielen arbeitest, deine Morgenroutine machst, dankbar bist, gesund isst, die Delfine vor dem Aussterben rettest und in jedem Moment dein bestes Ich bist – was auch immer das bedeuten mag – wirst du zum Sklaven der eigenen Selbstoptimierung.

Und genau dann geht Persönlichkeitsentwicklung nach hinten los.

Mehr dazu auch in diesem Video:

Persönlichkeitsentwicklung als falsches Ziel

Vor einiger Zeit kam ein junger Mann auf einem Seminar zu mir und meinte, dass er sich jetzt seit zwei Jahren mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt.

Er liest täglich Bücher über Persönlichkeitsentwicklung, er ernährt sich gesund, er macht fünf Mal die Woche Sport, er verlässt regelmäßig seine Komfortzone und er meditiert.

Täglich all diese Dinge zu tun führt bei ihm zu viel Stress und irgendwie ist er auch nicht glücklicher als vorher. Er fragte mich, was er noch machen könnte, damit er sich besser fühlt.

Ich meinte zu ihm, dass er den ganzen Unsinn mal lassen soll und sich selbst die Erlaubnis geben sollte, sich einfach so gut zu fühlen und das Leben zu genießen, ohne etwas optimieren oder erreichen zu wollen.

Er schaute mich mit großen Augen an und wusste nicht, was er antworten sollte.

Wenn Menschen sich in der Persönlichkeitsentwicklung verlieren

Menschen verlieren sich in der Persönlichkeitsentwicklung und glauben, dass sie sich endlich gut fühlen werden, wenn sie sich nur genug selbst optimieren.

Sie wenden das kapitalistische Mantra „höher, schneller, weiter“ auf die eigene Person an.

  • Mehr Motivation. Mehr Produktivität. Mehr Ziele.
  • Mehr innere Ruhe. Mehr Entspannung. Mehr Tiefe.
  • Mehr Dankbarkeit. Mehr Glück. Mehr Selbstliebe.

Statt äußeren Errungenschaften wie Geld, Anerkennung oder einem attraktiven Partner hinterherzurennen, rennen sie inneren Errungenschaften hinterher: mehr Selbstvertrauen, einem tiefen Lebenssinn, mehr Glück, emotionale Stabilität, mehr Selbstliebe oder ihren großen Lebenszielen.

Doch die nagende Dauerunzufriedenheit bleibt in den meisten Fällen erhalten.

Persönlichkeitsentwicklung löst das Problem der Unzufriedenheit oftmals nicht, sondern verlegt es nur von Außen nach Innen.

Die Entwicklung deiner Person dauert manchmal ein ganzes Leben

Meine Anfänge in der Persönlichkeitsentwicklung

Auch bei mir ging die Entwicklung meiner Persönlichkeit vor einigen Jahren nach hinten los.

Meine eigene Entwicklung war mir super wichtig und ich wollte unbedingt zur besten Version meiner Selbst werden. Ich wollte mehr Selbstvertrauen bekommen, meine Persönlichkeit weiterentwickeln und selbstbewusst leben.

Deshalb “arbeitete” ich an mir:

  • Ich versuchte, jeden Tag eine Stunde zu lesen, Sport zu machen, zu meditieren und gesund zu essen.
  • Ich setzte mir Ein-, Zwei- und Fünfjahresziele in allen großen Lebensbereichen.
  • Ich versuchte, jeden Tag meine Komfortzone zu verlassen.
  • Ich schrieb ein Erfolgstagebuch.

Von all diesem Zeugs erhoffte ich mir mehr Glück und Zufriedenheit.

Doch das Gegenteil passierte.

Ich wurde immer unzufriedener und unsicherer, weil ich immer mehr und mehr Lebensbereiche fand, die ich optimieren könnte.

Und genau das ist der springende Punkt.

Persönlichkeitsentwicklung besteht größtenteils darin, zu akzeptieren, dass das Leben nicht immer so verläuft, wie man sich das wünscht.

Wir erreichen nicht all unsere Ziele, wir sind nicht immer selbstsicher und wir fühlen uns nicht immer glücklich.

Und das ist OK.

Das Problem ist nicht, dass wir nicht alle unsere Ziele erreichen, dass wir nicht immer selbstsicher sind oder dass wir uns nicht immer zu 100% glücklich fühlen.

Das Problem ist, dass wir glauben, wir könnten erst glücklich sein, wenn alles so verläuft, wie wir uns das vorstellen.

Falsche Erwartungen an das Leben

Genauso, wie uns die moderne Werbeindustrie ein verzerrtes Schönheitsideal gibt, gibt die Persönlichkeitsentwicklungsindustrie ein verzerrtes Bild von Erfolg und Glück.

So manch ein Guru predigt, dass wir alles erreichen können, was wir uns vornehmen, dass wir niemals aufgeben sollten oder dass wir immer zu 100% glücklich sein können.

Das sind gefährliche Märchen, die zu einer völlig falschen Erwartungshaltung führen.

Diese unrealistische Erwartungshaltung führt häufig dazu, dass sich Menschen noch schlechter fühlen, da sie trotz konsequenter Zielsetzung, neuen Glaubenssätzen, täglichem Meditieren, Erfolgstagebuch und endlosen Motivationsseminaren und Erfolgstrainings weder Millionär geworden sind, noch ein Unterwäsche-Model geheiratet haben und auch nicht immer zu 100% glücklich sind.

Dabei ist weder mit ihnen noch mit ihrem Leben etwas verkehrt. Sie messen sich jedoch an Ansprüchen, denen sie kaum gerecht werden können.

Was sagen materielle Dinge über deine Persönlichkeit aus?

Aus evolutionstechnischen Gründen sind wir nicht dazu gemacht, uns immer gut zu fühlen. Unangenehme Gefühle gehören zum Leben dazu. Es kann sogar gefährlich sein, negative Gefühle zu unterdrücken. Gefühle wie Trauer und Wut zu verspüren ist entscheidend für unsere geistige Gesundheit.1

Obwohl es überdrehte Motivationstrainer und unzählige Ratgeber gerne versprechen, ist es eine Illusion, dass wir Kontrolle über unser Leben haben.

Wir können versuchen, unserem Leben eine Richtung zu geben. Aber was dann passiert, nun, das nennt man eben Leben.

Du kannst versuchen, Millionär zu werden oder deinen Traumpartner zu finden.

Doch garantieren kann es dir keiner.

Warum viele Tipps zur Persönlichkeitsentwicklung nichts bringen

Viele Lebensratgeber und Ansätze der Persönlichkeitsentwicklung funktionieren langfristig nicht. Sie sind mehr wie ein Dorfbürgermeister: Sie versprechen viel, halten aber wenig.

So haben Untersuchungen gezeigt, dass Selbsthilfe-Tipps in vielen Fällen keine gute Hilfe sind.2

Viele Tipps der Selbsthilfe-Industrie sind einfach aus der Luft gegriffen. So ist die weit verbreitete Aussage, dass wir 30 Tage brauchen, um eine neue Gewohnheit zu etablieren, schlichtweg falsch.3 Auch wurde mittlerweile herausgefunden, dass positive Affirmationen bei vielen Menschen nicht funktionieren.4 Und positiv zu Visualisieren führt oft dazu, dass Menschen weniger motiviert sind, ihre Zielen auch wirklich zu verfolgen.5

Mal ganz davon zu schweigen, dass es absolut keinen Sinn ergibt, dass du Reichtum, Liebe, deinen Traumkörper oder was auch immer dadurch anziehst, dass du die richtigen Gedanken an das Universums schickst.

Im Gegenteil.

Zu erwarten, dass das Universum dir all deine Wünsche erfüllt, kann dich davon abhalten, auch wirklich deinen Hintern hoch zu kriegen und etwas für deine Ziele zu tun.

Viele Aussagen der Selbsthilfe-Industrie haben keinerlei wissenschaftliche Grundlage. Sie wurden irgendwann mal von irgendjemandem behauptet und seitdem nie mehr hinterfragt. Und wiederholt man etwas oft genug, wird es schnell zu einem Fakt, ganz egal, ob es stimmt oder nicht.

Nicht umsonst spricht man in der Selbsthilfe-Industrie auch von der 18-Monate-Regel. Diese Regel besagt, dass eine Person, die ein Selbsthilfe-Buch kauft, sehr wahrscheinlich schon vor 18 Monaten ein Selbsthilfe-Buch gekauft hat – was offensichtlich auch nicht alle Probleme lösen konnte.6

Persönlichkeitsentwicklung braucht Zeit

All das soll übrigens nicht bedeuten, dass es keine guten Selbsthilfe-Ratgeber gibt, die Menschen wirklich weiterhelfen – denn die gibt es.

Doch viele der Ratgeber helfen dauerhaft nicht weiter und sind unter Umständen sogar schädlich.

Deshalb gebe ich in meinem Buch und in meinen Artikeln auch nicht die typischen Selbsthilfe-Tipps im Sinne von „denke immer positiv, zweifle nie an dir selbst und setz dir viele Ziele“.

Denn es sind genau diese Tipps, die dazu führen, dass Menschen überdrehte Ansprüche an das Leben haben und sich dann schlecht fühlen, weil sie ihnen nicht gerecht werden.

Ein neuer Ansatz der Persönlichkeitsentwicklung

Statt unrealistischen Zielen hinterherzurennen, möchte ich dir etwas anderes vorschlagen. Statt alles kontrollieren und optimieren zu wollen, über dich darin, die Umstände besser zu akzeptieren und ein wenig mehr loszulassen.

Hier sind ein paar gute Beispiele für persönliche Weiterentwicklung:

  • Anstatt dich und dein Leben andauernd verbessern zu wollen, lerne besser zu scheitern.
  • Anstatt krampfhaft deinen Zielen hinterherzurennen, sei OK damit, dass du sie nicht erreichst.
  • Anstatt jedem gefallen zu wollen, lerne mit Abweisungen umzugehen.
  • Anstatt dein Leben kontrollieren zu wollen, gewöhne dich an die Ungewissheit und lasse los.
  • Anstatt dich ständig nach innerer Ruhe zu sehnen, schätze deine Unausgeglichenheit.
  • Anstatt in jeder Situation Selbstbewusstsein ausstrahlen zu wollen, akzeptiere deine Unsicherheiten.

Höre auf, alles optimieren zu wollen und fragwürdigen Zielen hinterherzurennen. Akzeptiere dich und die Dinge, so wie sie sind, anstatt sie andauernd verändern zu wollen.

Paradoxerweise wirst du dich dann wahrscheinlich besser fühlen und das Leben wird dir ein wenig mehr zulächeln.

Die entspanntesten und glücklichsten Menschen, die ich kenne, haben keinen Plan davon, was Persönlichkeitsentwicklung überhaupt ist.

Sie sind zufriedene und gelassene Menschen, die das Leben so nehmen, wie es ist: Ein Haufen interessanter, prägender, schöner und manchmal auch beschissener Erfahrungen.

Bist du ein Sklave deiner Gedanken?

Hole dir meine 33 exklusiven Tipps um besser zu denken. Du wirst negative Gedanken loslassen, Selbstzweifel überwinden und ein starkes Mindset aufbauen. Die Tipps sind garantiert kostenlos. Und garantiert gut. 

  1. (Adler, J. M, & Hershfield, H. E. (2012). Mixed Emotional Experience Is Associated with and Precedes Improvements in Psychological Well-Being. PLoS ONE 7(4):e35633. doi:10.1371/journal.pone.0035633)
  2. Haeffel GJ (2010). When self-help is no help: traditional cognitive skills training does not prevent depressive symptoms in people who ruminate. Behav Res Ther. 2010 Feb;48(2):152-7. doi: 10.1016/j.brat.2009.09.016. Epub 2009 Oct 7.
  3. Lally, P.; van Jaarsveld, C. H. M.; Potts, H. W. W. & Wardle, J. (2009). How are habits formed: Modelling habit formation in the real world. European Journal of Social Psychology, Vol 40 Issue 6
  4. Senay, I., Albarracín, D., & Noguchi, K. (2010). Motivating Goal-Directed Behavior Through Introspective Self-Talk: The Role of the Interrogative Form of Simple Future Tense. Psychological Science 21(4), 499-504.
  5. Positive fantasies about idealized futures sap energy (2011). Kappes, H. B. & Oettingen, G. Journal of Experimental Social Psychology 47 (2011) 719–729
  6. Sham: How the Self-Help Movement Made America Helpless (2005). Steve Salerno
71 Kommentare

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  1. Björn
    Björn sagte:

    Tja, mit dem Artikel hast du mich erwischt!
    Mir ist gerade bewusst geworden, wie viele “Muss” ich durch Persönlichkeitsentwicklung (ich hasse dieses Wort) dazu gewonnen habe. Und wie sehr mich diese davon abhalten, einfach mal mein Leben zu genießen.
    Ich danke dir zutiefst für diesen Artikel.
    Mach weiter so.

    Antworten
  2. Chris
    Chris sagte:

    Hi Anchu,
    wunderbarer Augenöffner !! Wobei ich den Punkt “akzeptiere auch deine ‘unangenehmen’ Seiten” auch als Teil der Persönlichkeitsentwicklung sehe und der mir fast die meisten Probleme bereitet… Die Gefahr ist, dass einem das Nachrennen nach einem Muss wieder eine gewisse ‘Sicherheit’ vorgaukelt, dass man ja schon bald da wäre, wo das unangenehme sich auflöst…

    Antworten
    • marc
      marc sagte:

      Hallo Mario,
      ich glaube, da braucht Anchu keine Angst zu haben – und wir auch nicht. Die Themen hier sind doch so oft schon in die eine- und andere Richtung dargestellt worden, dass inhaltlich längst alles gesagt ist – nur eben noch nicht von jedem. Also gehts um Aufmerksamkeit (für die Autoren) und das Gefühl, “was Neues gefunden zu haben, das jetzt endlich hilft” für die Konsumenten / Leser. Ich glaube, der Wunsch vieler Menschen, Hilfe bei der Lebensführung zu haben, wird so schnell nicht aussterben.
      Marc

      Antworten
  3. Oliver
    Oliver sagte:

    Haha, sehr schön! Habe vor 4 Wochen so ziemlich das gleiche gedacht und in einen Artikel mit dem Titel “Die permanente Selbstoptimierung ist für’n Arsch” gepresst. ?
    Selbstoptimierung der Selbstoptimierung wegen. Das ist wie mehr Kaffee und Redbull zu trinken, um die Einschlafprobleme zu lösen.

    Antworten
  4. Kieran
    Kieran sagte:

    Super wichtiger Punkt Anchu! Gut das du diesem jetzt einen ganzen Artikel gewidmet hast.

    Es kann sehr schnell passieren, dass aus seinen Zielen ein muss wird und man völlig das hier und jetzt außer acht lässt.

    Ich musste das auch neu begreifen. Wozu mir meditieren zur Gewohnheit machen zu wollen, wenn es mir schon davor graut wieder 20 Minuten still zu sitzen. Warum eine neue Sprache lernen, wenn ich keinen Bock dazu habe und aus dieser negativ geladenen Stimmung versuche mir das anzueignen.

    Darum geht es nicht. Dabei ist es ganz wichtig eben auch seine Schattenseiten zu kennen und diesen ebenso Beachtung zu schenken.

    Auch wenn man sich Ziele setzt und diese erreichen möchte, gibt es auch genauso Teile in einem selbst, die diese nicht erreichen wollen. Und solange man das nicht erkennt und akzeptiert, kämpft man quasi gegen sich selbst.

    Das nimmt auch so einen Druck raus, wenn man sich klar macht, dass man sich auch einfach jetzt gut fühlen kann u darf und nicht erst, wenn ich dies oder jenes Ziel erreicht habe. Aus dem Gefühl des Mangels wird man wenig in sein Leben ziehen.

    Aus Wollen wird Sein. Und dann fließt es aufeinmal wie von selbst.

    Aber immer Achtsam sein! ;)

    Energie folgt Aufmerksamkeit.

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl sagte:

      Hi Kieran,
      so sieht es aus! Du darfst dich auch schon jetzt gut fühlen. Du musst nicht erst dieses und jenes Erreichen. Ich halte generell nicht mehr viel von Zielen, da sie uns häufig unglücklich machen. Darüber schreibe ich gerade einen neuen Artikel, sollte bald fertig sein.
      LG

      Antworten
  5. Pippo
    Pippo sagte:

    Wahnsinn Anchu du bringst es immer wieder auf den Punkt! Einfach nur stark! Ich selbst leite einen Betrieb mit 20 Mitarbeitern und versuch tagtäglich ein Vorbild für meinen Mitarbeitern zu sein! Sehr energieaufwendig! Habe nebenbei 3 Kinder und eine attraktive Frau, kaum Zeit für mich also, leide auch unter starker Eifersucht, die ich einfach nicht in den Griff bekomme….

    Antworten
  6. Natalie
    Natalie sagte:

    Hallo Anchu,
    der Artikel ist so wahr……
    Ich habe auch lange versucht alles zu optimieren und ich wurde immer wieder eines Besseren belehrt.
    Ich habe seit einigen Monaten das Wort muss aus meinen Gedanken und Leben gestrichen, denn niemand muss. Wir können oder dürfen und seit dem hat sich in meinem Leben sehr viel zum Positiven entwickelt, privat und beruflich.
    Ich freue mich schon auf Deinen nächsten Artikel ?

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl sagte:

      Hi Natalie,
      je weniger wir müssen, desto mehr können wir oftmals … Auch ich habe seit einiger Zeit angefangen, mehr und mehr meine “Muss” zu eliminieren. Und ähnlich wie dir geht es auch mir damit immer besser!
      LG

      Antworten
  7. Rilind
    Rilind sagte:

    Hi Anchu

    Die Einsicht, dass Glücklich-und Zufriedensein eine Entscheidung ist die man in so gut wie jeder Situation treffen kann hat mir vor über einem Jahr sozusagen den Arsch gerettet.

    Sie hilft mir sehr oft weiter und meistens wenn ich mit mir selbst über mein Leben philosophiere habe ich sie wieder. Ich vergesse es immer wieder.

    Man kann auch von anderem als Personen emotional abhängig werden. So sind Ziele und Träume oft so etwas.

    Ich mache nun seit einiger Zeit Kampfsport und weiss von vielen Kämpfern, die ihre Ziele (Kampf, Titel gewonnen) zwar erreicht haben aber nach dem Erreichen immernoch eine Leere fühlen weil sie wohl dachten, dass sie sie damit füllen können. Kevin Ross, ein US-Amerikanischer Muay Thai Kämpfer schrieb einen Artikel wo er das Thema behandelt. Er versucht im Artikel zu erklären, dass man lieber im Hier und Jetzt lebt und jeden Moment geniesst, alles so nimmt wie es kommt (egal ob gut oder schlecht) und dankbar ist. http://johnnybangreilly.com/blog/enjoy-the-ride/ Ich empfehle dir den Artikel wirklich sehr.

    Auch merke ich wie negative Emotionen oder auch sonst schlechtes in meinem Leben viel schneller verschwindet, wenn ich es einfach akzeptiere.

    Ich mag Ziele jedoch trotzdem, weil sie uns oft eine Richtung geben. Man sollte halt nicht erwarten, dass es alles genau so wie in den eigenen Träumen aussehen wird und es sich genau so anfühlen wird. Es kommt sowieso meistens anders als man es sich vorstellt. Ich finde es ist OK Ziele nicht zu erreichen. Ich finde es ist auch OK sie nicht mehr zu verfolgen wenn sie einen nicht mehr anziehen. Ich finde es ist aber nicht OK fast 24/7 an diese eine Sache zu denken und einfach aufgrund von Selbstzweifeln, Angst oder Ähnlichem aufzugeben. Das macht einen kaputt. Ich finde man sollte Grosses wagen, auch wenn es oft unrealistisch aussieht.

    Jedenfalls ein super Artikel.

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl sagte:

      Hi Rilind,
      danke. Ich schreibe gerade an einem Artikel über Ziele und erkläre auch, dass diese oft unglücklich machen, da wir das Glück in die Zukunft verschieben (“Wenn ich mein Ziel erst erreicht habe, bin ich endlich glücklich”).
      LG

      Antworten
  8. Felix Filgis
    Felix Filgis sagte:

    Super Artikel. Habe das für mich auch schon so festgestellt. Jeder muss sich selbst überlegen welche Veränderung gut ist und nicht alles machen was irgend ein erfolgreicher Guru ihm Predigt, die sind auch nicht perfekt und können nicht alles.

    Antworten
  9. Barbara
    Barbara sagte:

    Hallo Anchu
    vor lauter optimieren kommt man gar nicht zum leben. Du hast es auf den Punkt gebracht. Danke :-)
    Liebe Grüsse Barbara

    Antworten
  10. Jean - Paul Kluck
    Jean - Paul Kluck sagte:

    Hallo Anchu,

    in einem Kommentar von mir zu einem anderen Artikel hast Du mir empfohlen meine Ex Freundin endlich los zu lassen. Habe ich getan und mir ging es besser ! Danke schonmal dafür weil ich mit den Worten wie Du sie schreibst arbeiten kann. Jetzt in diesem Artikel muss ich Dir auch wieder Recht geben. Ich habe angefangen meinem Leben eine Richtung zu geben und mich in Dingen die mir den Schlaf raubten in Lässigkeit zu üben. Ich kann Dinge des täglichen Lebens ändern aber nicht alle und schon gar nicht alle auf einmal. Persönlichkeitsentwicklung halte ich mittlerweile wie Therapeuten für ein zweischneidiges Schwert, weil ich glaube die entwickelten Persönlichkeiten ( egal ob in Selbstbehandlung oder Therapie ) geben eine Menge potentieller Soziopathen ab die anderen Menschen in Ihrer Selbstfindung im Wege stehen. Also schon gut wenn man auch mal eine Niederlage einstecken kann. Nur so wächst man……. Glaube ich.

    Gruß.

    Jean – Paul

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl sagte:

      Hi Jean-Paul,
      es freut mich zu hören, dass du deine Ex loslassen konntest.
      Ich bin bei dir – Persönlichkeitsentwicklung ist ein zweischneidiges Schwert. Es hat viele gute Seiten und bietet viele Möglichkeiten. Aber eben auch seine Schattenseiten. Einige davon zähle ich in diesem Artikel auf.
      LG

      Antworten
  11. Karol
    Karol sagte:

    Hi Anchu,

    cooler Artikel. Mir ist das vor einiger Zeit auch bewusst geworden. Ich möchte aber dennoch eine Lanze für Persönlichkeitsentwicklung brechen.

    Bei mir war es so, dass mir dies geholfen hat, Blockaden zu lösen, die Ziele zu in mein Bewusstsein zu holen, die ICH wirklich erreichen will und diese konsequent weiter zu verfolgen. Es geht nicht unbedingt um Ziele von außen, sondern eher um Ziele, die ich schon lange habe, und vor mir herschiebe. Auch so etwas kann einen unzufrieden machen, vor allem wenn man das verdrängt oder mit der Zeit sogar vergisst.

    Ich bin durch PE an den Punkt gekommen, konsequent zu handeln, dabei motiviert zu bleiben, aus eigenem Antrieb. Das finde ich durchaus nennenswert.

    Aber ja Over-Optimization ist eine echte Gefahr, und auch ein Info Junkie zu werden kann einem schnell passieren.

    Ich habe dabei festgestellt, dass es sehr hilfreich ist, wenn man immer das pickt, was mit einem selbst sehr gute Resonanz zeigt. Also ich meine wenn man z.B. ein Interview mit einem der PE Gurus schaut, und das sofort in einem etwas bewegt, dann ist es am besten dem zu folgen, und hier was mitzunehmen. Wenn man eher das Gefühl hat: “Ne, passt grad nicht.”, dann sollte man auch in dieser Richtung nichts tun. Also im Nachhinein kann ich sagen, hätte mir das sehr viel Zeit gespart. Naja, aber wenn man eben nicht von Anfang an alles kennt, dann driftet man halt von Einem zum Nächsten, oder konsumiert zu viel.

    Das wollte ich gerne weiter geben, vielleicht auch an diejenigen, die gerade am Anfang damit sind, oder eben genau da drin stecken. Auch hier ist es am besten seinem Bauchgefühl zu folgen.

    Hoffe das passt hier soweit auch rein.

    VG Karol

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl sagte:

      Hi Karol,
      Persönlichkeitsentwicklung hat viele gute Seiten, das möchte ich nicht bestreiten. Letztendlich schreibe ich ja auch über nichts anderes.
      Dein Tipp, immer auf den zu hören, der sich gut anfühlt, kann ich nicht ganz unterstützen. Oftmals sind es genau die Tipps, die wir nicht hören wollen, die wir am meisten brauchen. Das was sich “gut anfühlt” ist oft nur das, was wir sowieso schon glauben und denken (Bestätigungsfehler).
      LG

      Antworten
  12. Prinzgeil
    Prinzgeil sagte:

    Mir ging es selber seit Jahren soll dass ich mir verboten habe zu machen was ich will und dass sollte das eigentliche Ziel sein als ich angefangen habe. Ein Freund von mir hat mich dann wieder zurück auf den Boden gebracht und meinte: Verliere nie das innere Kind in dir – schnell ist mir klar geworden dass ich alles unternommen habe um nach außen mein Image aufzubauen. Jetzt lese ich seit 2 Wochen ein Buch und nicht mal bei Seite 100, Überspringe meine Trainingssessions und schreiben diesen Kommentar ohne überhaupt über meine Morgenroutine gedacht zu haben. Danke für die Worte

    Antworten
  13. Florian
    Florian sagte:

    Hi Anchu,
    jetzt mal im Ernst, hat dir schonmal jmd gesagt, dass du Psychologe werden könntest?!:) Einfach nur wow! Ich habe auch in so vielen täglichen Situationen das Gefühl, dass ich etwas besser machen, bzw. besser werden “MUSS”. Das sorgt definitiv für merkbaren Stress, ohne, dass man überhaupt was macht!
    Vielen Dank für diesen und alle anderen Artikel von dir:)
    Grüße

    Flo

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl sagte:

      Hi Flo,
      ja, es hat schon mal der ein oder andere erwähnt…
      Es freut mich, dass dir der Artikel so gefällt. Ich hoffe, er hilft dir dabei, weniger zu “müssen”.
      LG

      Antworten
  14. Andi
    Andi sagte:

    Hey Anchu, vielen Dank für diesen Artikel.
    Das ist genau mein Thema im Moment.
    Ich habe in 3 Jahren über 10000 Euro für Persönlichkeitsentwicklung ausgegeben.
    Ja, es hat mein Leben Transformiert, aber jetzt habe ich mich darin verrannt und setze mich dermaßen unter Druck, das die Lebensqualität abnimmt.
    + Ich muss Boxen gehen das ich mich verteidigen kann
    + Ich muss ins Fitnessstudio das ich Muskeln aufbaue
    + Ich muss jedes Jahr Workshops machen
    + Ich muss mich gesund ernähren
    + Ich muss viel verdienen
    + Ich muss jetzt Frauen ansprechen
    + Ich muss ein dominanter Mann sein
    + Ich muss dies ich muss das.

    Dein Beitrag hat mir viel gebracht.

    Vielen Dank dafür.

    Könntest du mir bitte noch ein paar konkrete Schritte nennen, um da wieder raus zu kommen.

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl sagte:

      Hi Andi,
      Mach mal gar nichts von dem Zeug – und erlaube dir, dich so gut zu fühlen. Versuche deine “Ich muss” durch “Ich kann” zu ersetzen. Das ist Persönlichkeitsentwicklung fürs echte Leben ;-)
      LG

      Antworten
  15. Monika Rosenbaum
    Monika Rosenbaum sagte:

    Vielen Dank für diesen Artikel. Auch ich habe immer weiter versucht zu optimieren. Bis ich herausgefunden habe, dass es nicht ums Optimieren sondern ums Akzeptieren geht. Allerdings stelle ich mir hin und wieder die Frage, ob ich ohne diese laufenden Optimierungsversuche überhaupt verstanden hätte, worum es wirklich geht.

    Antworten
  16. Stefan Baier
    Stefan Baier sagte:

    Hy Anchu,

    genialer Artikel! Obwohl ich bei dem Punkt “Anstatt dich ständig nach innerer Ruhe zu sehnen, schätze deine Unausgeglichenheit.” nicht Deiner Meinung bin. Genau das ist der Punkt, warum viele “meinen” krank zu sein. Der Kopf ist überlastet, innere Stille und Ruhe ein Fremdwort. Ein ständig überlastetes System geht irgendwann kaputt. Darum denke ich, es ist verdammt wichtig sich danach zu sehnen.

    Viele Grüße Stefan

    Antworten
  17. Simon
    Simon sagte:

    Wie mit dem Hammer durch die Scheibe!
    Das war mein einziger Antrieb, um den ich mich jetzt betrogen fühlen muss.

    Die Frage ist: Wo hört Persönlichkeitsentwicklung auf, ab wann befindet man sich in einer Optimierungssekte?
    Wie unterscheide ich, ob ein Ziel und der nötige Umsetzungsaufwand sinnvoll oder selbstzerstörerisch ist? Entwicklung, Verbesserung, oder doch nur Esoterik und Selbstbetrug, scheint alles dem anderen zu gleichen und am Ende ist es auch egal, wie du verarscht wurdest.
    Wenn ich meine “Unruhen” und negativen Aspekte nur akzeptieren brauch, warum soll ich überhaupt wie aus dem Bett steigen?

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl sagte:

      Hi Simon,
      wann was aufhört, musst du für dich entscheiden. Doch wenn du immer glaubst, du musst noch dieses tun oder verbessern, bevor es dir gut gehen kann, bist du meines Erachtens auf dem Holzweg…
      Ich hoffe, das hilft weiter.
      LG

      Antworten
  18. Dom
    Dom sagte:

    Hi Anchu,
    super Artikel – das muss wirklich mal gesagt werden.
    Manchmal habe ich das Gefühl, Persönlichkeitsoptimierung ist eine Art Ersetzreligion, in der das Seelenheil gesucht wird.
    Dazu kommt noch, dass man anderen Leute mit so einem Verhalten ultra auf den Sack gehen kann, und dadurch indirekt soziale Kontakte leiden.
    Viele Anhänger der Persönlichkeitsentwicklungs-Religion versuchen nämlich auch, andere zu missionieren oder stellen sich (oft unbewusst) über andere.
    Und das nervt unglaublich.
    Ich habe beispielsweise einen Freund, der immer versucht mir Tipps zu geben. Er meint, er sei mir “weit voraus”, weil er im Jahr mehrere tausend Euro in Coachings investiert. Ich sehe das anders, will ihn aber nicht verletzen.
    Hast du einen Tipp, wie man mit sowas umgeht?

    Große Props an Dich, dass Du das Thema ansprichst.

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl sagte:

      Hi Dom,
      das ist ein guter Punkt! Das werde ich in dem Artikel vielleicht auch mal erwähnen.
      Was du machen kannst: Weiße ihn freundlich aber deutlich darauf hin, dass du von ihm keine Tipps willst. Klingt vielleicht ein bisschen banal, aber das ist die beste Lösung.
      LG

      Antworten
  19. carl
    carl sagte:

    Ich habe so den Verdacht, das diese Sache mit der Persönlichkeitsentwicklung die Spitze oder die höchste Form des Individualisierungswahns darstellt, seit ich so in unserer Zivilisation unterwegs bin ( Seit den sechziger Jahren, ?!)
    Man muss sich nur mal fragen, ob man so jemand zum Freund oder zur Freundin haben möchte: jemand der straight jeden Tag pünktlich zwei Stunden joggd, dann noch in Fitnesscenter oder Schöhheitstudio geht, um sich abschlissend beim trauten Dinner zu zweit, über die krebserregende Wirkung von rotem Fleisch zu verbreiten.

    Ich hab so den Eindruck, das unsere Gesellschaft zunehmend nur noch Narzissten und Psychophaten generiert,……kann das sein?

    Antworten
  20. Chrissi
    Chrissi sagte:

    Hallo Anchu,
    ich finde diesen Artikel super. Ich selbst befinde mich gerade in einer sehr besonderen Situation durch Liebeskummer, Unsicherheit, Selbstzweifel und Ablehnung durch andere Menschen. Dank Deines Artikels konnte ich mal wieder lächeln. Ich finde es toll, mit welch ehrlichen Worten Du sagst, was Du denkst und damit sicher vielen Deiner Leser aus dem Herzen sprichst. Mich hast Du damit jedenfalls sehr angesprochen und ich werde mir Deine Worte auf jeden Fall zu Herzen nehmen. :)
    Ein schönes und sonniges Wochenende,
    Chrissi

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl sagte:

      Hi Chrissi,
      ich danke dir! Ich wünsche dir viel Kraft für diese schwierige Phase.
      Liebeskummer ist eines der bbödesten Phasen, die es gibt. Aber auch sie geht vorüber…
      LG

      Antworten
  21. Anthony Smith
    Anthony Smith sagte:

    Hallo Anchu,

    dein Beitrag hat mich auch sehr nachdenklich gemacht und ich denke ich werde meine Ansprüche an mich selber mal wieder etwas runter schrauben. Die PE hat mein Leben definitv konstanter und vorhersehbarer gemacht, was ab einem gewissen Zeitpunkt wirklich nötig war aber mir fällt allmählich auf, dass es mich nicht glücklicher macht. Es sorgt dafür, dass ich in weniger Situationen komme die mich sehr stark unglücklich machen, weil ich bspw. eine falsche Entscheidung treffe aber die positiv spikes gibt es fasst garnicht mehr. Ich dachte wenn ich allen intelektuell überlegen bin, dann wird das mein Leben so toll machen. Mittlerweile fällt mir aber auf, dass es mir einiges erschwert. Ich hab vermutlich mittlerweile die 150 IQ Punkte erreicht, bin Mitglied bei Mensa was mein Traum war und verstehe vieles auch sehr schnell aber glücklicher macht das auch nicht und erleichtern tut das auch viel weniger als man annehmen würde. Mein größtes Problem ist ich interessiere mich für 1000 Dinge arbeite Theorien in der Psychologie und Wirtschaft aus Spaß aus aber alles mit diesem Drang nach “besser und besser” und weiß immer noch nicht was ich beruflich machen will. Echt frustrierend.

    Tut mir leid, dass ich mich hier so auslasse. Tat aber ganz gut :D

    LG

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl sagte:

      Hi Anthony,
      schön, dass du mal alles rausgelassen hast. Das tut in der Tat oft gut.
      Ich schreibe gerade an einem neuen Buch. Und dort erkläre, dass der Schlüssel zu einem guten Leben letztendlich darin besteht, ein paar wenige Dinge zu finden, die einem wirklich wichtig sind – und einen Scheiß auf den ganzen Rest zu geben.
      Ich hoffe, du findest einen Beruf, der dich erfüllt.
      LG

      Antworten
  22. Alexander Schönknecht
    Alexander Schönknecht sagte:

    Hallo, ich finde diesen Beitrag sehr Informationsreich. Ich würde gerne öfter solche Beiträge lesen.

    Gruß Alexander

    Antworten
  23. Carl
    Carl sagte:

    Genau. Persönlichkeitsentwicklung ist eine Art Religonsersatz geworden.
    Auch Ernährung oder gesundes Leben kann zu einem R. Ersatz werden. Sowie arbeiten als Workaholic. Oder Sport. Oder Kunst. Oder Philosophie, oder Literatur, oder oder oder.

    Es liegt an unserer Zeit,.. am Stand unserer Geschichte, das sich so viele Menschen verzweifelt auf eine Sinnsuche ausserhalb der Religionen machen. Das Blöde ist nur, (und jetzt kommt meine These):

    Für Religion gibt es halt keinen Ersatz.

    “Religion” gehört zu den Grundbedürfnissen jedes Volkes, jedes Menschen.
    Wenn man das ignoriert oder negiert, wird das Leben zu einer ewigen Suche,
    die zum Schluss wie bei einem Zirkelschluss beim eigenen Selbst landet.

    Nur kann das eigene Selbst ja eben nicht den Sinn per se verkörpern, denn der Mensch gehört nicht sich selbst, sondern ist etwas GESCHAFFENES.

    Es lohnt sich, inzwischen wieder O. Spengler zu lesen, ( Untergang des Abendlandes), denn alle Indizien für den Endpunkt einer Entwicklung hat er in seinem Buch schon dargestellt: Unfruchtbarkeit und Isolation des modernen Individuums in den Städten. Eklektizismus der Religionen.
    Geometrisierung der Architektur und Alltagform, zur absouten Form.( Würfel, Kreis, Rechteck) was inzwischen in jeder Neubausiedlung überall auf der Welt zu beobachten ist, usw.
    Die einzige Hoffnung, die Spengler einem lässt, ist, das er von einer zweiten Geistigen Erweckung spricht, die schliesslich immer in solchen erstarrenden Kulturen entsteht. Anfangs sehr zaghaft, setzt sich schliesslich diese zweite Religiosität durch, weil der Mensch erkennt, erkennen muss,… das es ohne Gott eben kein Leben gibt.

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl sagte:

      Hi Carl,
      ich glaube selbst nicht an Gott. Aber ich bin bei dir, dass der Mensch an etwas glauben sollte, was größer ist als er selbst. Du sagst, es muss Gott sein. Ich sage: es kann Gott sein, muss aber nicht. Es gibt andere Dinge, die einem Menschen Halt und Richtung geben können. Hab darüber auch in meinem neuen Buch geschrieben.
      LG

      Antworten
      • carl
        carl sagte:

        Ich aktzeptiere deine Ansicht. Letztlich führt aber jede “Sinn-Suche” zum Kern des Problems der menschlichen Existenz. Und die ist meiner Ansicht nach Spiritualität.
        …..du wirst du tiefere Qualitäten des Bewusstseins nur über eine Religiosität finden, vermute ich….

        Antworten
  24. Joscha
    Joscha sagte:

    Hallo, ich finde dein Artikel echt gut. Und das mit den “Warte nicht drauf, dass du glücklich wirst” stimmt voll. Denn ich habe genau den Fehler gemacht und mich deshalb nicht glücklich gefühlt. Ein Youtuber hat mir geholfen, dass man immer versuchen sollte mit den glücklich zu sein was man hat. Seitdem ging es mir schon besser. Und joar, ich hatte mir auch selbst gesagt später, dass ich einen fick (entschuldige für den Ausdruck) drauf gebe was die anderen über mich sagen. Ich habe erst letzten Sommer angefangen einige Veränderungen durchzunehmen was auch jetzt gut. Aber ich habe halt immer noch oft negative Gedanken und ich weiß, dass es lange braucht. Ich bin sowieso grad dabei mich zu entwickeln ^^

    Gibt es eigentlich einen Artikel von dir wie man sich von vielen Gedanken befreien kann? Ich hatte es schon immer und habe es immer noch, dass ich mir zu viele Gedanken mache und oft negative Gedanken habe. Das ist zurzeit ein großes Problem bei mir.

    Antworten
  25. Anja
    Anja sagte:

    Sehr Interessanter Beitrag und es hat mir sicherlich die Augen geöffnet! Echt Mega cool!
    Sich selbst an zu nehmen ist mega wichtig, allerdings entwickeln wir uns ja nur aus dem Grunde, dass wir sie ja nicht akzeptieren? Beispiel:der Bodybuilder der sich nicht akzeptieren kann und immer mehr trainiert um dann zu wachsen.. Also theoretisch entwickeln wir uns ja weil wir uns eben nicht so akzeptieren, was auch notwendig sein kann meinst du nicht?

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl sagte:

      Hi Anja,
      Selbstakzeptanz und Entwicklung scheinen auf den ersten Blick im Widerspruch zu stehen. Das sind sie nicht.
      Der Trick: Akzeptiere alles was ist, aber entscheide dich trotzdem dazu, zu wachsen.
      LG

      Antworten
  26. Eli
    Eli sagte:

    Ich habe vor einiger Zeit mal “Das Happiness-Projekt” angefangen zu lesen, in dem die Autorin sich ein Jahr lang jeden Monat neue Ziele setzt, die zu den alten hinzukommen, um ein glücklicheres Leben zu führen und offensichtlich auch ein besser Mensch zu werden.

    Ich fand es am Anfang noch sehr mitreißend, inspirierend und motivierend. Bei ungefähr der Hälfte angekommen war ich dann allerdings nur vom Lesen schon so erschöpft, dass ich das Buch wegpackte und kaum mehr beachtete. Ich weiß nicht, was ihr Fazit am Ende des Jahres war, aber bis zur Hälfte schien sie mir doch unter sehr starkem Optimierungswahn zu leiden. Klar ist die Vorstellung schön, endlich dieser perfekte Mensch zu werden – immer geduldig, immer gesund, immer sportlich aktiv, die beste Mama, die beste Partnerin, Tochter, Schwester, bla bla…aber erstens ist das unmöglich, zweitens müsste ein Tag 72 Stunden haben um konsequent alles umsetzen zu können, und drittens hatte manches den bitteren Beigeschmack von “Selbstaufgabe zugunsten Anderer”.
    Beim Lesen des Buches bekam ich einfach schon die Vorahnung, würde ich mich an ihre Anleitung halten, dann würde ich keine entspannte Minute mehr haben und trotzdem nicht zufrieden mit mir sein.
    Danach folgte für mich übrigens ein großer Schritt in die Selbstakzeptanz…so gesehen hat mir das Buch also doch geholfen. ;D

    Antworten
  27. Tomek
    Tomek sagte:

    Wow, ein richtig klasse Artikel der hoffentlich den ein oder anderen die Augen öffnet.
    Interessant ist auch, dass du die Quellen angibst und diese zum Teil schon fast 10 und mehr Jahre alt sind.

    Trotzdem gibt es immernoch die Leute, die den Hokus Pokus für bare Münze halten und ordentlich dafür Asche ausgeben.

    Antworten
  28. Linda
    Linda sagte:

    Yeah. Neuer Artikel. Danke ;)
    Sehr interessant, dass du schreibst, es kann auch alles in Stress ausarten.. 😅
    Ich beschäftige mich viel mit Persönlichkeitsentwicklung, aber immer kommt dann mal der Punkt oder der Tag, wo ich keine Lust mehr auf diese Selbstotimierung hab und bin dann schlecht drauf. Das kann man aber wohl niemals vermeiden, dieses auf und ab.. Es fühlt sich nur so gut an, auf Erfolgskurs zu sein. Also echt für sich “weiterzukommen”.. Nur muss man zwischendurch mal loslassen und irgendwie das auf und ab zulassen..
    Negative Gefühle sind halt unangenehm und sich schlecht fühlen auch.. Nur das wird sich ja nie wegoptimieren lassen.
    Trotzdem wäre es schön… 😅

    Danke also für den Artikel!

    Grüße,
    Linda

    Antworten