4 Mindsets, die dich enorm voranbringen

Kaum etwas beeinflusst dein Leben mehr als dein Mindset. In diesem Artikel erfährst du, was ein Mindset genau ist, wie du dein Mindset verändern kannst und welche 4 Mindsets dich im Leben enorm voranbringen werden.  

Unser Verstand ist ganz schön paradox. Zum einen sind unsere Gedanken die Ursache für unsere Selbstzweifel, emotionalen Probleme und unsere Unzufriedenheit. Zum anderen sind unsere Gedanken aber auch der Schlüssel für ein erfülltes, zufriedenes und erfolgreiches Leben.

Es hängt also einzig und alleine davon ab, wie wir mit unseren Gedanken umgehen… Hier zu eine kurze Geschichte:

Es war einmal ein mächtiger König mit einem sehr großen Reich. Der König war ein guter Mann und das Wohlbefinden seiner Untertanen war ihm sehr wichtig.

Doch wann immer in dem Reich des Königs ein Mensch geboren wurde, starb auch einer. Das bescherte dem König großes Kopfzerbrechen und machte ihn sehr traurig.

Eines Tages erschien jedoch ein Hofnarr. Dieser stellte sich vor dem König auf den Kopf. Und während er auf dem Kopf stand, sagte er dem König:

“Lieber König! Siehe es doch mal andersherum. Immer wenn in deinem Reich jemand stirbt, wird auch jemand geboren…”

Was ist ein Mindset?

Oft glauben wir, dass wir die Dinge so sehen, wie sie sind. Doch letztendlich sieht jeder von uns die Welt durch seine ganz eigene „Brille“.

Ich weiß, du kannst mir 17 Gründe dafür aufzählen, warum dein Chef ein egoistischer Vollidiot ist. Doch das ändert nichts daran, dass es nur deine „Realität“ ist. Dein Kollege, der gerade eine saftige Gehaltserhöhung bekommen hat, hält deinen Chef wahrscheinlich für überaus sympathisch …

Worauf ich hinaus will: Letztendlich ist alles im Leben Ansichtssache.

Der Eine wacht an einem Sonntagmorgen auf und freut sich darüber, dass es regnet. Er freut sich, dass die Natur Wasser abbekommt, dass er ein Dach über den Kopf hat und dass er sich einen gemütlichen Tag zu Hause machen kann.

Ein Anderer ärgert sich über den Regen. Er ärgert sich darüber, dass er heute nicht in den Park kann, dass es draußen ungemütlich ist und dass es doch an seinen freien Tag immer regnet.

Egal, wie du das Wetter interpretierst – positiv oder negativ – für dich ist es in diesem Moment die Realität. Doch Fakt ist nur, dass es regnet. Alles andere entsteht durch deine persönliche Interpretation.

Und genau das ist dein Mindset.

(Dies ist ein ziemlich langer und ausführlicher Artikel. Du kannst ihn dir deshalb hier als PDF herunterladen und ganz in Ruhe lesen.)

Dein Mindset ist deine Sicht der Realität

Dein Mindset ist die Brille, durch die du die Welt siehst. Es ist deine persönliche Interpretation deiner inneren und äußeren Welt. Und letztendlich hat kaum etwas mehr Einfluss auf die Qualität deines Lebens.

Wie du vielleicht weißt, habe ich nicht viele Haare. Und das ist schon seit Langem so. Seit ich Anfang zwanzig bin, habe ich mehr oder weniger eine Glatze. Doch mich persönlich hat es nie gestört. Es hat mich weder verunsichert noch davon abgehalten, in den letzten Jahren tolle Frauen kennenzulernen.

Aber ich bekomme regelmäßig E-Mails von Männern, die unter Haarausfall leiden. Sie schreiben mir, dass ihr Selbstbewusstsein völlig im Keller ist oder dass sie keine tollen Frauen kennenlernen, da Frauen keine Männer mit Glatze mögen …

Natürlich ist das alles nur eine Frage des Mindsets.

Ich glaube zum Beispiel, dass viele Frauen meine Glatze attraktiv finden. Diese macht mich männlicher und unterscheidet mich von all den Schönlingen mit Milchbubi-Gesicht (hat hier jemand Justin Bieber gesagt?). Durch dieses Mindset bin ich selbstbewusst und fühle mich gut – wodurch ich wiederum eine positive Ausstrahlung auf Frauen habe.

Ich könnte aber auch glauben, dass Frauen Männer mit Glatze unattraktiv finden. Dadurch würde ich mich unsicher fühlen – wodurch ich wiederum eine negative und unattraktive Ausstrahlung hätte.

Warum dein Mindset so enorm wichtig ist

Wie wir die Dinge sehen, beeinflusst maßgeblich unser Selbstbild, unsere Motivation und unsere Zufriedenheit. Anders gesagt: Dein Mindset beeinflusst maßgeblich, wie du dich fühlst, wie du handelst und wie du mit Problemen umgehst. Und das ist ein wichtiger Punkt. Denn oft haben wir wenig Kontrolle über die Umstände in unserem Leben.

  • Unsere Beziehung scheitert.
  • Wir verlieren unseren Job.
  • Wir sehen nicht aus wie ein Unterwäsche-Model.
  • Wir erreichen unser Ziel nicht, obwohl wir alles geben.
  • Andere behandeln uns ungerecht.
  • Geliebte Menschen sterben.
  • Wir stecken in einer Sinnkrise.
  • Der Sonntags-Tatort ist einfach nur enttäuschend.

Doch weißt du was?

Du kannst immer entscheiden, wie du auf die Umstände in deinem Leben reagierst. Und kaum etwas ist wichtiger für dein Wohlbefinden.

Die Glücksforschung hat gezeigt, dass das Gefühl von Kontrolle enorm wichtig für die psychische Gesundheit und das Glück ist.1

Deshalb gibt es unglückliche Multimillionäre, die sich das Leben nehmen. Und Menschen, die optimistisch sind, obwohl sie alles verloren haben.

Ich behaupte nicht, dass das Leben immer einfach oder fair ist. Das ist es nicht. Doch das ändert nichts an der Tatsache, dass du immer entscheiden kannst, wie du mit den Umständen in deinem Leben umgehst.

Du kannst in Selbstmitleid versinken und Trübsal blasen. Oder du kannst das Beste daraus machen, an deinen Herausforderungen wachsen und nach vorne schauen. Und wie du auf die Umstände reagierst, hängt größtenteils von deinem Mindset ab.

Die selbsterfüllende Prophezeiung

Kennst du den Comic-Film „Asterix bei den Briten“?

In dem Film Versuchen Asterix und Obelix, einem kleinen britischen Dorf ihren magischen Zaubertrank zu bringen, damit sie sich gegen die Römer wehren können. Leider löst sich der Zaubertrank in einem Fluss auf, bevor sie das Dorf erreichen können.

Asterix erzählt den Dorfbewohner jedoch, dass er den Zaubertrank neu zubereiten kann. Er kocht ihnen einen neuen „Zaubertrank“, der letztendlich nichts anderes als Tee ist.

Die Einwohner des Dorfes glauben jedoch, dass es echter Zaubertrank sei und ihnen magische Kräfte verleiht. Und obwohl sie in der Unterzahl sind, schlagen sie die Armee der Römer in die Flucht. Allein der Glaube an den Zaubertrank hat ihnen magische Kräfte verliehen.

Doch nicht nur in Comic-Filmen bewirkt der Glaube Wunder.

Sicherlich hast du schon von dem Placebo-Effekt gehört. Dieser Effekt wurde im Bereich der Medizin entdeckt. Er beschreibt das Phänomen, dass sich der Zustand eines Patienten verbessert, selbst wenn man ihm ein Scheinmedikament gibt oder ihn einer Scheinbehandlung unterzieht. Allein der Glaube des Patienten an die Wirkung des Medikaments oder der Behandlung reicht häufig schon für einen positiven Effekt aus.

So ergab eine Untersuchung der sechs führenden Antidepressiva, dass ein Großteil ihrer Wirkung dem Placebo-Effekt zugrunde liegt.2

Doch der Placebo-Effekt wirkt nicht nur im Bereich der Medizin.

Im einer neuseeländischen Studie im Jahr 2003 wurden 150 Studenten ein alkoholfreies Mixgetränk serviert. Der einen Hälfte der Teilnehmer wurde gesagt, das Getränk enthielte Wodka. Diese Gruppe zeigte nicht nur äußerliche Zeichen eines Rausches, auch ihr Erinnerungsvermögen verschlechterte sich. Der Placebo-Effekt hatte das Gedächtnis der Teilnehmer beeinflusst. Allein die Annahme, betrunken zu werden, führte dazu, dass dies eintraf.3

Wie du siehst (und vermutlich schon selbst gemerkt hast): Was du glaubst, hat eine immense Macht über dich. Anders gesagt: Kaum etwas beeinflusst dein Leben mehr als dein Mindset.

Es geht nicht darum, immer alles positiv zu sehen

Es geht hier aber nicht darum, das Glas immer halb voll zu sehen oder dir alles schön zu reden. Du solltest deine Probleme wahrnehmen und ihnen begegnen, anstatt sie zu ignorieren oder sie dir schön zu reden.

Auch ist es unmöglich, immer nur positiv zu denken. Negative Gedanken und Gefühle gehören zum Leben dazu wie falsche Versprechungen zur Politik.

Wenn du versuchst, alles Negative in deinem Leben auszublenden, Herausforderungen und Probleme zu vermeiden und dir alles immer schön zu reden, wirst du dich vielleicht kurzfristig gut fühlen. Doch langfristig ist das keine gute Lebensstrategie.

Um im Leben voranzukommen, musst du dich auch negativen Erfahrungen und unangenehmen Gefühlen stellen. Ein erfülltes Leben ist nicht frei von negativen Erfahrungen. Im Gegenteil. Schmerz ist ein wichtiger Bestandteil eines glücklichen Lebens.4

Es geht also nicht darum, alles immer nur positiv zu sehen und alle negativen Gedanken zu vermeiden. Es geht darum, ein Mindset zu entwickeln, was dir Kraft, Mut und Zuversicht gibt. Ein Mindset, das es dir erlaubt, aus Misserfolgen zu lernen, mit Herausforderungen umzugehen, neue Fähigkeiten zu lernen und Altes loszulassen.

Und genau darum geht es im Folgenden.

4 Mindsets, die dich enorm voranbringen

Ich möchte dir im Folgenden 4 Mindsets vorstellen, die dein Leben maßgeblich beeinflussen werden. Durch diese Mindsets wirst du:

  • Selbstbewusster werden
  • Mehr Motivation haben
  • Die Vergangenheit besser loslassen
  • Besser mit Rückschlägen umgehen können.

Die 4 Mindsets (plus zwei weitere) erfährst du auch in diesem Video:

1. Du kannst (fast) alles lernen

Wenn es darum geht, mit Herausforderungen umzugehen, Neues zu lernen und Ziele zu verfolgen, gibt es zwei verschiedene Mindsets. Das Starre-Mindset und das Wachstums-Mindset.

Ein starres Mindset basiert auf der Annahme, dass deine Erfolge einzig und alleine von deinem Talent abhängen. Du glaubst also, dass du keine neuen Fähigkeiten erlernen kannst und es entweder drauf hast oder eben nicht.

Dadurch:

  • Siehst du Fehler als eine Bedrohung der eigenen Person („Wenn ich scheitere, bin ich ein schlechter Mensch“).
  • Vermeidest du Herausforderungen und neue Erfahrungen.
  • Zweifelst du oft an dir, da es Vieles gibt, das du nicht kannst.
  • Glaubst du, andere sind einfach besser als du und haben es einfach mehr drauf.

Das Starre-Mindset raubt dir viel Mut, Selbstvertrauen und die Hoffnung, dass du etwas in deinem Leben ändern kannst. Dadurch fühlst du dich minderwertig und hoffnungslos. Viele negative Gedanken, Selbstzweifel und Versagensängste haben ihren Ursprung im Starre-Mindset.

Wenn du völlig deprimiert zuhause sitzt, dir einredest, dass alle andere ein besseres Leben als du haben und gerade überlegst, ob dich jetzt mit einer Flasche billigem Rotwein besaufen sollst oder lieber gleich zum Schnaps greifst, bist du vermutlich im Starre-Mindset.

Das Wachstums-Mindset hingegen basiert auf der Annahme, dass du Neues lernen und dich entwickeln kannst. Du glaubst also, dass du mit dem richtigen Wissen, Übung und Ausdauer (fast) alles lernen kannst.

Dadurch:

  • Siehst du Fehler und Misserfolge als Feedback (dazu später mehr)
  • Traust du dich, Herausforderungen anzugehen und Neues auszuprobieren
  • Bist selbstbewusster und traust dir mehr zu
  • Vergleichst dich weniger mit anderen

Das Wachstums-Mindset gibt dir den Mut und das Selbstvertrauen, um Neues ausprobieren, Herausforderungen zu meistern und mit Rückschlägen umzugehen. Es erlaubt dir, Selbstzweifel zu überwinden und besser mit Versagensängsten umzugehen.

Talent ist überbewertet

Unser Erfolg im Leben hängt in erster Linie von unserer Bereitschaft ab, zu üben, dazuzulernen und uns zu entwickeln. Anders gesagt: Die Bedeutung von Talent ist so überbewertet wie die Anzahl deiner Instagram-Follower.

Die allermeisten Menschen, die etwas erreicht haben, das du dir wünschst – im Innen oder im Außen – haben dafür einfach mehr getan. Sie haben mehr Zeit und mehr Energie als du investiert, sind öfter an ihre Grenzen gekommen und haben öfter versagt. Und genau deshalb haben sie dazugelernt und sind gewachsen.

Es gibt eine asiatische Weisheit, die es auf den Punkt bringt:

„Der Meister ist öfter gescheitert als der Schüler es probiert hat.“

Es ist gut möglich, dass du in gewissen Lebensbereichen eher ein Starre-Mindset und in anderen eher ein Wachstums-Mindset hast. Das liegt daran, dass so gut wie jeder Mensch beide Mindsets besitzt.

Wenn es um dein Selbstbewusstsein geht, denkst du vielleicht sehr starr („entweder man ist selbstbewusst oder eben nicht“). Doch wenn es um deinen beruflichen Erfolg geht, denkst du vielleicht wachstumsorientiert („wenn ich viel arbeite und mich anstrenge, kann ich beruflich vorankommen.“).

Es geht also nicht darum, dass du ein Wachstums-Mindset entwickelst – denn du hast es schon. Es geht viel mehr darum, dass du es auf alle Lebensbereiche anwendest.

Diese Dinge werden dir dabei helfen:

  • Statt zu behaupten „Ich kann das nicht“ sage „Ich kann das noch nicht“. Statt zum Beispiel zu sagen „Ich habe nicht die Fähigkeiten, um mich selbstständig zu machen“ sage „Ich habe noch nicht die Fähigkeiten, um mich selbstständig zu machen“.
  • Wenn du einen Fehler machst oder einen Misserfolg erlebt hast, sieh es als Feedback. Frag dich: Was kann ich daraus lernen? Was kann ich das nächste Mal besser machen?
  • Wenn du das nächste Mal zweifelst oder glaubst, dass du etwas nicht kannst oder nicht schaffst, mach dir bewusst, dass du (fast) alles lernen kannst. Es geht weniger um Talent als um Übung.

Als „Erfinder“ des Wachstums-Mindsets gilt übrigens die amerikanische Wissenschaftlerin Carol Dweck. Sie hat jahrzehntelang darüber geforscht, warum manche Menschen besser mit Herausforderungen und Problemen umgehen könnten als andere. Die Erkenntnis nach zahllosen Experimenten und Studien mit ganz verschiedenen Gruppen von Menschen ist das Wachstums-Mindset.

2. Deine Vergangenheit entscheidet nicht über deine Zukunft

Es gab lange Zeit eine Fernseh-Werbung von Fielmann, in der zwei ältere Männer an einem See sitzen und nachdenklich in die Ferne schauen.

Dann fragt der eine den anderen: „Wenn du dein Leben noch einmal leben könntest, würdest du alles nochmal genauso machen?“

Der andere antwortet: „Nicht ganz. Ich würde meine Brillen von Anfang an bei Fielmann kaufen.“

(Übrigens: Ich werde nicht von Fielmann gesponsert.)

Lass mich raten: Dir geht es anders. Wenn du dein Leben nochmal leben könntest, würdest du einige Dinge anders machen.

Du würdest vielleicht einen anderen Beruf wählen. Jemand anderes heiraten. An einem anderen Ort leben. Mehr Sex haben. Mutiger sein. Deinen eigenen Weg gehen. Mehr Artikel von Anchu Kögl lesen.

Dann lass mich dir was sagen.

Deine Vergangenheit bestimmt nicht über deine Zukunft.

Du kannst Dinge ändern

Wir leben nicht mehr im 16. Jahrhundert, wo du entweder als Adeliger geboren wurdest und ein gutes Leben vor dir hattest, oder als Bauer und für des Rest deines Leben für ein Dach über dem Kopf und ein paar Kartoffeln mies schuften musstet.

Nur weil du bisher etwas nicht konntest, etwas nicht erreicht hast oder unzufrieden bist, heißt das nicht, dass es auch in Zukunft so sein wird.

Ja, dein momentanes Leben ist zu einem großen Teil das Ergebnis deiner bisherigen Entscheidungen, Handlungen und Erfahrungen. (Ich schreibe zu einem großen Teil, da ein bisschen Glück und Pech auch dazu gehören.)

Daran kannst du nichts mehr ändern. Doch an deiner Zukunft schon.

Deine Zukunft hängt einzig und allein davon ab, was du jetzt tust. Wenn du bessere Entscheidungen triffst, anders handelst und neue Erfahrungen machst, werden sich die Dinge ändern.

Vielleicht nicht von heute auf morgen. Doch sie werden sich ändern.

Lass deine Vergangenheit nicht über deine Zukunft bestimmen.

Deine Vergangenheit formt dich zwar, aber sie definiert dich nicht. Du kannst dich verändern, neue Gewohnheiten entwickeln und alte Muster loslassen. Nicht deine Vergangenheit entscheidet darüber, wie dein Leben morgen aussieht. Sondern deine Handlungen. Letztendlich kannst du dich jeden Tag aufs Neue entscheiden, wer du sein möchtest und was du mit deinem Leben anfangen willst.

Ich behaupte nicht, dass es immer einfach ist, die Vergangenheit hinter sich zu lassen.

Trennungen, der Verlust eines geliebten Menschen, Krankheiten oder negative Erfahrungen können unser Selbstbild stark beeinflussen. Doch du kannst lernen damit umzugehen, das Beste daraus zu machen und nach Vorne zu schauen.

Nur weil etwas bis jetzt immer so war, heißt es nicht, dass es auch immer so sein wird. Vielleicht fühlt sich dein Leben manchmal so an, als könntest du nichts verändern. Doch das stimmt nicht.

Du hast die Kraft, Dinge zu ändern. Du kannst innerlich wachsen, altes Loslassen, stärker werden und dich entwickeln. Jeden Tag kannst du dich aufs Neue entscheiden und einen Schritt in die richtige Richtung machen.

3. Es gibt keine Misserfolge

Ist dir schon mal aufgefallen, wie Kleinkinder laufen lernen? Sie stehen das erste Mal auf und fallen meistens sofort wieder hin. Dann lernen sie zu stehen. Irgendwann machen sie ihre ersten Schritte und fallen wieder hin. Doch sie stehen immer wieder aufs Neue auf und lernen dazu. Mit jedem Versuch werden sie ein bisschen besser – bis sie irgendwann laufen können.

Doch stell dir vor, ein Kleinkind würde seine ersten Schritte machen, hinfallen und dann denken:

„Tja, das hat nicht geklappt. Es scheint so, als wäre ich nicht so der Läufer… Ich werde das wohl lieber sein lassen und weiter krabbeln, das kann ich besser…“

Natürlich denkt kein Kleinkind so. Doch Erwachsene tun es oft.

Viele Menschen lassen sich von einem Misserfolg einschüchtern. Sie probieren etwas Neues aus und sehen, dass es beim ersten Mal nicht klappt. Daraufhin glauben sie, dass sie es wohl nie lernen werden und dass es einfach keinen Sinn hat …

Doch das ist schlichtweg Blödsinn.

Die allermeisten Menschen, die erfolgreicher sind als du oder etwas besser können, haben mehr Misserfolge als du erlebt. Die meisten erfolgreichen Menschen sind also nicht erfolgreich, weil sie nie gescheitert sind, sondern weil sie öfter gescheitert sind.

Wann immer du etwas Neues ausprobierst, dazu lernst und dich entwickelst wirst du Misserfolge erleben.

Und genau deshalb ist es ein riesiges Problem, wenn du Angst vor Misserfolgen hast. Denn das wird dich davon abhalten, Neues auszuprobieren, deine Komfortzone zu verlassen und dich als Mensch weiterzuentwickeln.

Erlaube dir, Fehler zu machen

Dir selbst zu erlauben, Fehler zu machen, zu scheitern und dich lächerlich zu machen und ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, um im Leben voranzukommen.

Ich bekomme oft das Feedback, dass ich in meinen Videos sehr selbstbewusst, klar und unterhaltsam bin. Doch glaubst du, dass das immer so war? Natürlich nicht. Ich musste erst lernen, vor der Kamera zu sprechen.

Hier siehst du das erste Video, das ich veröffentlich habe (es ist aus dem Jahr 2013). Damals stand ich auf einem Berg in Brasilien und war vor der Kamera total nervös, steif und unauthentisch:

Doch mit jedem Video, was ich gedreht habe, bin ich besser geworden.

Und das ist der springende Punkt.

Nur selten gelingt uns etwas beim ersten Mal. Die meisten Unternehmer sind nicht mit ihrem ersten Unternehmen erfolgreich. Sondern mit dem zweiten, dritten oder fünften.

Letztendlich ist ein Misserfolg nichts anderes als Feedback. Feedback dafür, dass dein jetziger Weg, deine Strategie, dein Ansatz nicht funktioniert hat. Nicht und mehr und nicht weniger.

Problematisch wird es, wenn du von einem Misserfolg auf deinen Wert als Mensch schließt. Wenn du also glaubst, dass nur, weil etwas nicht geklappt hat, du es nicht drauf hast, du wertlos oder schlichtweg der größte Versager bist, den die Welt je gesehen hat.

Das ist auch der Unterschied zwischen Optimisten und Pessimisten. Optimisten führen einen Misserfolg auf etwas zurück, das sich ändern lässt. Dadurch können sie das nächste Mal auf Erfolg hoffen. Pessimisten neigen dazu, Misserfolg sich selbst zuzuschreiben beziehungsweise einer Eigenschaft, die sie nicht ändern können. Sie neigen deshalb auch eher zu Depressionen.5

Mach dir bewusst, dass ein Fehler, ein Misserfolg oder eine Ablehnung nichts über deinen Wert als Mensch aussagt. Es ist schlichtweg Feedback dafür, dass das, was du gerade machst, (noch) nicht funktioniert.

4. Motivation ist überbewertet

Die meisten Menschen warten auf Motivation und Inspiration, anstatt einfach mal anzufangen.

  • Manche Menschen warten auf die eine große Geschäftsidee, die die Welt verändern wird. Andere fangen einfach mit einer mittelmäßigen Idee an und werden damit erfolgreich.
  • Manche Menschen warten auf den inneren Antrieb, um endlich ins Fitnessstudio zu gehen. Andere gehen einfach jeden Montag, Mittwoch und Freitag.
  • Manche Menschen warten darauf, dass sie endlich mal den Mut haben, ihren Arbeitskollegen nach einem Date zu fragen. Andere machen es einfach.

Motivation und Inspiration erscheint häufig erst, nachdem wir etwas angefangen haben, selten vorher.

Das ist auch der große Unterschied zwischen Amateuren und Profis. Amateure warten auf Motivation und Inspiration, Profis fangen einfach an. Die meisten Künstler, Schriftsteller, Profisportler und Topmanager fragen sich nicht, ob sie gerade Lust haben oder inspiriert sind – sie machen einfach.

Das ist auch einer der Gründe, warum Menschen mit starker Selbstdisziplin im Durchschnitt glücklicher und erfolgreicher sind.6 Sie können ihre Impulse und Empfindungen besser kontrollieren und öfter das tun, was sie für richtig halten – selbst wenn es sich in diesem Moment nicht gut anfühlt.

Ich werde häufig gefragt, woher ich meine Inspiration zum Schreiben nehme. Meine Antwort ist immer dieselbe: Ich setze mich an meinen Rechner und fange an zu schreiben.

Es ist mir egal, ob ich müde bin, uninspiriert, traurig, es regnet oder ich schlecht geschlafen habe. Ich setze mich hin und fange an zu schreiben. Und in den allermeisten Fällen kommt auch irgendwann die Motivation und die Inspiration. Seit 2013 ist es mir erst drei oder vier Mal passiert, dass ich gar nichts schreiben konnte, obwohl ich es probiert habe. Würde ich nur an den Tagen schreiben, an denen ich inspiriert bin, würde ich pro Jahr zweieinhalb Artikel schreiben – wenn überhaupt.

Fange an, bevor du dich bereit fühlst

Durch meine Arbeit lerne ich oft Menschen kennen, die mir von ihren Zielen erzählen. Sie möchten:

  • Umziehen
  • Ihren Job wechseln
  • Eine Fremdsprache lernen
  • Regelmäßig meditieren
  • Mit dem Rauchen aufhören
  • Ein Buch schreiben

Doch weißt du was? Viele von ihnen reden immer nur, doch fangen nie an. Sie behaupten dann immer: „Jetzt ist noch nicht der richtige Moment.“

Sie behaupten, dass sie sich erst noch vorbereiten müssen, mehr Wissen brauchen, nächsten Monat anfangen werde oder die Sterne momentan nicht gut stehen. Und dann vergehen Wochen, Monate, Jahre. Und nichts verändert sich.

Ich habe mehrere Bücher geschrieben, reise alleine in ferne Länder, mache Coachings, spreche auf Konferenzen, gebe Radio-Interviews. Doch ich fühle mich nie bereit für diese Dinge.

Warum?

Weil wir uns nie bereit für etwas fühlen, was neu ist, uns einschüchtert oder außerhalb unser Komfortzone liegt.

Falls es etwas gibt, das dir wichtig ist und du schon seit Langem tun wolltest, fange an. Und zwar jetzt. Höre auf zu planen, darüber nachzudenken, noch mehr über das Thema zu lesen oder noch einen Podcast zu hören.

Ich meine, wie lange möchtest du noch warten? Bis nächste Woche? Bis nächsten Monat? Bis zum nächsten Jahr?

Das Leben geht schnell vorbei. Eines Tages liegst du auf dem Sterbebett und wirst all die Dinge bereuen, die du nicht getan hast. Deine Träume, deine Ziele, all das, was dir wirklich wichtig ist. Je länger du wartest, desto schwieriger ist es anzufangen. Fange also an. Und zwar jetzt.

Welches Mindset findest du am wichtigsten? Lass es mich in den Kommentaren wissen! Ich freue mich von dir zu hören.

Die besten Tipps für ein starkes Mindset

Du möchtest dein Mindset ändern? Besser mit negativen Gedanken umgehen? Weniger an dir zweifeln? Dann trage dich zu meinem kostenlosen Newsletter ein. Zum einen erhältst du diesen Artikel als PDF. Zum anderen erhältst du exklusive Tipps, um ein starkes und positives Mindset zu entwickeln.

  1. Taylor, S. E. & Brown, J. D. (1988) Illusion and Well-Being: A Social-Psychological Perspective on Mental Health. Psychological Bulletin 103, S. 193-210
  2. Kirsch, I. (1998). Antidepressants Proven to Work Only Slightly Better Than Placebo, Prevention and Treatment. Z Psychol. 2014; 222(3): 128–134. doi: 10.1027/2151-2604/a000176
  3. Assefi, S. L., & Garry, M. (2003). Absolut Memory Distortions: Alcohol Placebos Influence the Misinformation Effect. Psychological Science, 14(1), 77–80. https://doi.org/10.1111/1467-9280.01422
  4. Dr. Bastian Brock (2018). The Other Side of Happiness: Embracing a More Fearless Approach to Living
  5. Snyder, C. R. 1994 The Psychology of Hope.
  6. Hofmann, W.; Luhmann, M.; Fisher, R. R.; Vohs, K. D. & Baumeister, R. F. (2014). Yes, but are they happy? Effects of trait self-control on affective well-being and life satisfaction. Journal of Personality 2014 Aug;82(4):265-77
4 Kommentare

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  1. Tobias
    Tobias sagte:

    Hallo Anchu.
    Ich finde das erste Mindset tatsächlich am wichtigsten, dass mir bis jetzt gar nicht so bewusst war. Sehr interessant auf jeden Fall.
    Ich wollte dir übrigens mal danken.
    Ich verfolge dich jetzt schon seit längerem und immer wieder hast du tolle Artikel und Videos raus.
    Man merkt einfach, wie du dich selbst entwickelst und wirklich hinter dem Ganzen stehst.

    Antworten
  2. Jennifer
    Jennifer sagte:

    Hallo Anchu,
    ich schließe mich meinem Vorredner an. Die Beharrlichkeit, mit der du an den Themen interessiert bleibst, ist überzeugend. Mir fällt auch die wachsende inhaltliche Tiefe und Fundiertheit auf. Ein sehr lesenswerter Artikel, der Komplexes anschaulich auf den Punkt bringt. Danke!

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