Warum du die Vergangenheit nicht loslassen kannst (Und wie du es schaffst)

Um ein erfülltes Leben zu führen musst du die Vergangenheit loslassen.

Du kannst dein Leben zwar rückwärts verstehen, aber du musst es vorwärts leben. Und wenn du dich immer wieder in alten Geschichten verlierst, kannst du nicht nach vorne blicken.

In diesem Artikel erfährst du deshalb, wie du Vergangenes loslassen kannst:

  • Einen alten Fehler, wegen dem du dich jetzt schuldig fühlst.
  • Einen geliebten Menschen, der dich verlassen hat oder gestorben ist.
  • Eine traumatische Erfahrung oder alten Schmerz.
  • Die Frustration darüber, wie die Dinge bis jetzt gelaufen sind.

Lass uns vorher den psychologischen Grund sehen, warum wir Menschen Vergangenes oft nicht loslassen können.

Warum viele Menschen ihre Vergangenheit nicht loslassen können

Unsere Vergangenheit ist ein Teil unserer Identität. Frühere Erfahrungen, Beziehungen und Glaubenssätze machen uns zu dem, was wir heute sind.

Diese loszulassen impliziert, einen Teil unserer Identität aufzugeben und uns für neue Erfahrungen zu öffnen.

Und genau dazu sind viele Menschen nicht bereit.

Aus Angst vor dem Unbekannten leben sie lieber die alten Geschichten anstatt sich weiterzuentwickeln und neue Erfahrungen zu machen.

Sie klammern sich an ihre Vergangenheit wie ein ängstliches Kind an seine Mutter am ersten Tag im Kindergarten.

Manche Menschen erleben eine schmerzhafte Trennung und verschließen daraufhin ihr Herz. Statt an der Erfahrung zu wachsen, daraus zu lernen und neue Erfahrungen zu machen, erzählen sie sich immer wieder, wie schmerzhaft die letzte Beziehung doch war. Sie leiden lieber an ihrer alten Geschichten, als sich ins Ungewisse zu stürzen und neue Erfahrungen zu machen.

Auch Mütter, die ihre Mutterrolle nicht ablegen können leben in der Vergangenheit. Selbst wenn ihre Kinder schon erwachsen sind, behandeln sie sie weiterhin wie Kinder und bemuttern sie. Diese Frauen sind unfähig, ihre alte Rolle abzulegen und sich neu zu erfinden.

Öffne dich für Veränderung

Um die Vergangenheit loszulassen, musst du akzeptieren, dass du kein starres Wesen bist, sondern dich in ständiger Entwicklung befindest. Genau wie das Leben sich verändert, veränderst auch du dich. Und je mehr du gegen diese Veränderungen ankämpfst, desto mehr leidest du.

Das ist wie bei einem Computer. Alle paar Jahre gibt es ein neues Betriebssystem. Das neue System hat alte Fehler behoben (oder zumindest versucht es das) und passt sich an die neuesten Entwicklungen an.

Anfangs vermisst du vermutlich das alte und dir bekannte Betriebssystem. Doch nach ein paar Tagen hast du dich an das neue System gewöhnt und erkennst dessen Vorteile.

Wenn du jedoch nicht bereit bist, dich in das neue System einzuarbeiten, hängst du in deinem alten Betriebssystem fest, bis es irgendwann mit nichts mehr kompatibel ist.

Mit deiner Vergangenheit ist es genauso. Diese nicht loszulassen, ist so, wie wenn du immer noch Windows 95 benutzt, weil du dich nicht in ein neues Betriebssystem einarbeiten möchtest.

Öffne dich für Neues. Sei bereit, neue Erfahrungen zu machen, deine alten Glaubenssätze loszulassen und dich weiterzuentwickeln.

Die Welt ist in ständiger Veränderung. Verschließe dich nicht dagegen.

Lass uns jetzt sehen, was dir konkret dabei helfen wird.

Die Vergangenheit loslassen (4 Tipps)

Vielleicht mag es für dich überraschen klingen, doch die Vergangenheit loszulassen ist eine Entscheidung.

Du kannst dich bewusst dazu entschließen, emotional mit alten Geschichten abzuschließen – egal, wie wunderschön, traumatisch oder auch schmerzhaft sie auch waren.

Im Folgenden erfährst du 4 Tipps, die dir konkret dabei helfen werden.

1. Ändere die Geschichte

Die Wahrheit ist: Du leidest nicht wegen deiner Vergangenheit. Du leidest wegen der Geschichte, die du dir selbst über deine Vergangenheit erzählst.

Egal, was passiert ist, die Erfahrung ist vorbei. Sie kann dich nicht mehr verletzen. Das Einzige, was dich jetzt noch verletzt, ist die Geschichte, die du dir selbst erzählst.

Doch diese Geschichte kannst du ändern.

Wenn dich ein Mensch hintergangen hat, dein Unternehmen pleite gegangen ist oder du eine anderweitig schmerzhafte Erfahrung gemacht hast, kannst du dir erzählen, dass dich das tief verletzt hat. Du kannst dir immer wieder einreden, dass du deshalb keinem mehr vertraust oder kein Risiko mehr eingehst.

Durch diese Geschichte siehst du dich als Opfer. Du versinkst in Selbstmitleid. Du hast immer einen Grund parat, warum du heute unglücklich bist.

Du kannst dir aber auch eine andere Geschichte erzählen.

Du kannst dir erzählen, dass du aus dieser Erfahrung eine Menge gelernt hast und jetzt stärker bist. Dass nur, weil dich ein Mensch betrogen hat oder dein Unternehmen gescheitert ist, dich nicht jeder Mensch betrügen wird oder jede deiner Ideen scheitern muss.

Durch diese Geschichte findest du neuen Mut und neue Kraft.

Du kannst nicht ändern, was passiert ist. Doch du kannst ändern, wie du es wahrnimmst.

Aus diesem Grund habe ich auch einen kostenlosen Ratgeber geschrieben. Darin erfährst du, wie du Vergangenes loslassen kannst, in dem du es anders betrachtest.

Du kannst dir den Ratgeber hier kostenlos herunterladen.

2. Was lernst du aus der Vergangenheit?

Stelle dir vor, du hast vor 3 Jahren dein ganzes Geld in Aktien investiert. Das Unternehmen war damals der Knaller und laut Prognosen würden die Aktien durch die Decke gehen. Doch jetzt, 3 Jahre später, sind die Aktien im Keller und dein Geld so gut wie weg.

Jetzt machst du dich selbst dafür fertig. Dein Partner macht dir Vorwürfe. Deine Freunde fragen dich, wie du nur so blöd sein konntest, alles auf ein Pferd zu setzen.

Du hast letztendlich einen großen Fehler gemacht.

Wenn du aus diesem Fehler nicht lernst, wird er dich noch sehr lange verfolgen. Du wirst ab jetzt vermutlich alles durch die „ich kann mit Geld nicht umgehen und bin verdammt dumm“-Brille sehen.

Was ist aber, wenn du dich fragst, was du daraus lernen kannst? Plötzlich wird dein Fehler zu etwas sehr Nützlichem.

  • Du kannst den Fehler nutzen, um finanziell intelligenter zu werden und mehr über das Thema zu lernen.
  • Dir wird bewusst, dass Geld zwar wichtig ist, aber du letztendlich mit weniger auskommst, als du dachtest.
  • Offen mit deinem Partner darüber zu reden und einzugestehen, dass du einen großen Fehler gemacht hast, bringt euch näher zusammen.

Es fällt uns viel leichter, etwas aus unser Vergangenheit loszulassen, wenn wir daraus lernen.

Denn in dem Moment, in dem wir etwas lernen, wird ein Fehler, ein Misserfolg oder eine schmerzhafte Erfahrung zu etwas sehr Nützlichem.

Falls es etwas gibt, das du nicht loslassen kannst, frage dich mal, was du aus der Erfahrung lernen könntest.

3. Verzerre nicht die Vergangenheit

Eine Vielzahl an Studien hat eindrucksvoll gezeigt, wie lückenhaft unser Erinnerungsvermögen ist. So erinnern wir uns zum Beispiel nicht an die Vergangenheit in allen ihren Details, sondern immer nur an gewisse Einzelheiten. Auch verändert sich unsere Erinnerung im Laufe der Zeit. Je länger ein Ereignis her ist, desto weniger können wir uns daran erinnern.

Unser Erinnerungsvermögen ist somit eine sehr subjektive und nicht selten verzerrte Sicht auf die Vergangenheit. Das führt dazu, dass wir die Vergangenheit oft glorifizieren oder verteufeln.

Wir glauben also, früher sei alles besser gewesen oder aber alles war absolut schrecklich. Und diese verzerrte Sicht der Dinge hält uns davon ab, Vergangenes loszulassen.

Was passiert zum Beispiel häufig bei Menschen, die von ihrem Partner verlassen worden sind? In den ersten Monaten nach der Trennung glorifizieren sie die Vergangenheit.

Sie tendieren dazu, den Ex-Partner und die gemeinsame Zeit als wunderschön und fantastisch in Erinnerung zu bewahren. Sie reden sich immer wieder ein, dass ihr Ex-Partner perfekt war und sie damals einfach nur glücklich waren.

Aber das ist natürlich nicht die ganze Wahrheit.

In Wirklichkeit war nicht alles so rosarot, wie du es dir einredest. Es gab auch schlechte Phasen. Es gab Streit. Und sicherlich gab es viele Dinge, die dich deinem Ex-Partner genervt haben.

Letztendlich war die Beziehung alles andere als perfekt – denn ansonsten wäre sie ja nicht zerbrochen.

Doch unser Erinnerungsvermögen spielt uns einen Streich. Wir erinnern uns nur an die schönen Momente und glorifizieren die alte Zeit – wodurch es in der ersten Zeit nach einer Trennung umso schwerer ist, loszulassen.

Natürlich verzerren wir die Vergangenheit nicht nur positiv, sondern auch negativ. Viele Menschen reden sich zum Beispiel immer wieder ein, wie schrecklich ihre Kindheit war und wie sehr sie gelitten haben.

Doch auch hier gilt: Nicht alles war immer schlecht.

Sicherlich gab es in deiner Kindheit auch schöne Momente und Erlebnisse. Du erinnerst dich bloß nicht daran.

Um deine Vergangenheit loszulassen, solltest du versuchen, sie etwas objektiver zu betrachten. Weder war früher alles super, noch war alles absolut schrecklich.

4. Entscheide dich für eine bessere Zukunft

Dein Leben ist das Ergebnis deiner bisherigen Entscheidungen, Handlungen und Erfahrungen. Daran kannst du nichts mehr ändern. Was passiert ist, ist passiert.

Doch das bedeutet noch lange nicht, dass es auch so weitergehen muss. Viele Menschen begehen einen Denkfehler und glauben, dass ihre Vergangenheit auch über die Zukunft bestimmt. Das ist schlichtweg falsch.

Deine Vergangenheit beeinflusst, wer du bist. Doch sie kontrolliert nicht, wer du sein wirst.

Du kannst neue Fähigkeiten lernen und neue Gewohnheiten entwickeln. Du kannst umziehen, deinen Job wechseln oder einen neuen Partner finden. Du kannst limitierende Glaubenssätze ablegen und alten Schmerz loslassen.

Lass deine Vergangenheit nicht über dein Leben bestimmen. Entscheide dich dafür, an deiner Zukunft zu arbeiten und die Dinge zu ändern.

Die Vergangenheit loszulassen ist nicht immer einfach.

Der Tod eines geliebten Menschen, ein Jobverlust, ein großer Misserfolg oder eine Trennung sind oft sehr schmerzhafte Erfahrungen. Doch du kannst lernen, mit diesen Rückschlägen besser umzugehen und nach Vorne zu schauen.

Oft lassen Menschen ihre Vergangenheit nicht los, weil sie sich nicht auf ihre Zukunft fokussieren. Sie haben nichts Neues in Aussicht, nichts worauf sie hinarbeiten können. Sie haben keine Pläne, keine Ziele, keine Hoffnung.

Doch was passiert, wenn du nicht nach vorne schaust? Du schaust automatisch mehr zurück.

Je weniger du dich auf deine Zukunft fokussierst, desto mehr hältst du an deiner Vergangenheit fest.

Aus diesem Grund leben Menschen auch mehr in ihrer Vergangenheit, je älter sie werden. Im Leben älterer Menschen passiert oft nicht mehr viel. Und deshalb leben so umso mehr in alten Erinnerungen.

Wenn du deine Vergangenheit loslassen möchtest, ist es somit enorm wichtig, dass du dich auf etwas Neues konzentrierst.

Nimm deine Zukunft selbst in die Hand. Schmiede Pläne. Finde bedeutungsvolle Ziele. Lerne aus deinen Fehlern. Stell dich deinen Ängsten.

Nicht deine Vergangenheit bestimmt über deine Zukunft. Sondern deine Entscheidungen.

Lass los und sei offen für Neues

Deine Vergangenheit ist ein wichtiger Teil deiner Identität. Doch du solltest ihr nicht zu viel Macht über dich geben.

  • Nur weil du etwas bisher nicht konntest, heißt das nicht, dass du es nicht lernen kannst.
  • Nur weil du bisher gelitten hast, bedeutet das nicht, dass du in Zukunft leiden musst.
  • Nur weil du bisher etwas nicht geschafft hast, impliziert das nicht, dass du es nicht in Zukunft schaffen kannst.

Lerne aus deiner Vergangenheit und erinnere dich an die schönen Momente. Aber lass deine Vergangenheit nicht dein Leben kontrollieren.

Die Vergangenheit ist vorbei. Was passiert ist, ist passiert. Doch du hast jederzeit die Möglichkeit, die Weichen neu zu stellen und dein Leben zu ändern.
Lerne aus Fehlern. Stell dich deinen Ängsten. Öffne dich für Veränderung.

Um dir dabei zu helfen, habe ich den kostenlosen Ratgeber Mindset geschrieben.

Darin erfährst du, wie du besser mit negativen Gedanken und Selbstzweifeln umgehst, alte Glaubenssätze änderst und ab jetzt positiver denkst.
Es handelt sich hierbei nicht um 08/15 Motivationstipps im Sinne von “Betrachte das Glas doch mal halb voll”, sondern um psychologisch fundierte Ansätze.

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