Negative Glaubenssätze auflösen (4 psychologisch erprobte Schritte)

Glaubenssätze auflösen

Kaum etwas hat mehr Einfluss auf die Qualität deines Lebens als deine Glaubenssätze.

Deine Glaubenssätze beeinflussen maßgeblich, was du tust (und was du nicht tust), wie du dich fühlst und was du in deinem Leben erreichst.

Negative Glaubenssätze halten dich zurück – so, wie wenn du mit angezogener Handbremse fährst. Positive Glaubenssätze hingegen treiben dich an, machen dich selbstbewusster und sind die Grundlage für ein erfolgreiches Leben.

In diesem Artikel erfährst du deshalb, wie du in 4 Schritten negative Glaubenssätze auflöst und positive Glaubenssätze entwickelst.

Das wirst du erfahren:

  • Was sind Glaubenssätze und woher stammen sie?
  • Negative Glaubenssätze erkennen (Übung)
  • Negative Glaubenssätze auflösen in 4 Schritten
  • Positive Glaubenssätze entwickeln (eine Abkürzung)

Was sind Glaubenssätze? Und woher kommen sie?

negative Glaubenssätze auflösen

Deine Glaubenssätze sind Annahmen, die du über dich, andere Menschen und das Leben hast. Sie beschreiben somit die Art und Weise, wie du die Welt siehst und interpretierst.

Stell dir vor, du hast ein Sonnenbrille mit leicht bläulichem Gläsern auf. Alles, was du siehst, hat einen leichten Blaustich. Und nun setzt du eine Sonnenbrille mit grünen Gläsern auf. Große Überraschung: jetzt alles einen leichten Grünstich.

Mit beiden Brillen siehst du die Realität, aber eben leicht verfärbt. Und genauso funktionieren deine Glaubenssätze. Deine Glaubenssätze verändern, wie du die Realität wahrnimmst.

Jedoch gibt es nicht nur blaue oder grüne Gläser, sondern alle möglichen Farben. Außerdem gibt es noch Gläser mit Stärke, Gläser, die Dinge verzerren, usw.

Vereinfacht gesagt, gibt es zwei Arten von Glaubenssätzen: Positive und negative (hier man spricht auch von limitierenden Glaubenssätze).

Durch positive Glaubenssätze hast du mehr Motivation, Selbstvertrauen und Lebensfreude. Du siehst dich selbst in einem guten Licht, kannst mit Herausforderungen umgehen und gibst nicht auf, nur weil es mal schwierig wird.

Positive Glaubenssätze sind wie ein guter Freund, der dir Mut macht, dir auf die Schulter klopft und sagt: „Komm, das schaffst du schon! Ich glaub an dich.“

Negative Glaubenssätze hingegen sind wie eine Eisenkugel am Bein. Sie führen dazu, dass du an dir zweifelst, dich minderwertig fühlst und dir nur wenig zutraust. Sie halten dich enorm zurück und limitieren dich in allen Lebensbereichen.

Im Folgenden ein paar Beispiele für positive wie auch negative Glaubenssätze.

Positive Glaubenssätze

  • Ich bin gut / attraktiv / intelligent genug
  • Ich habe es verdient, glücklich und erfolgreich zu sein
  • Die Welt ist ein guter Ort
  • In den richtigen Händen ist Geld ist etwas sehr Gutes
  • Ich schaffe es, wenn ich mich anstrenge
  • Menschen haben tendenziell gute Absichten
  • Ich habe die Kraft, Dinge in meinem Leben zu ändern

Negative Glaubenssätze

  • Ich bin nicht gut / attraktiv / intelligent genug
  • Ich habe es nicht verdient, glücklich und erfolgreich zu sein
  • Die Welt ist ein sehr gefährlicher Ort
  • Geld ist etwas Schlechtes
  • Ich werde es sowieso nicht schaffen
  • Menschen haben schlechte Absichten, man sollte Keinem vertrauen
  • Ich habe keine Kontrolle über mein Leben und kann nichts verändern

Woher kommen Glaubenssätze und wie entstehen sie?

positive Glaubenssätze

Glaubenssätze entstehen natürlich nicht einfach so. Weder sind sie in unserer DNA enthalten, noch werden sie vom Weihnachtsmann gebracht (wer hätte es gedacht).

Glaubenssätze sind ein Resultat deines Umfelds, deiner Erfahrungen und deiner Denkgewohnheiten. Lass uns die drei Faktoren kurz betrachten, damit du das Ganze besser verstehst.

Dein Umfeld

Viele unserer Glaubenssätze übernehmen wir unbewusst von unseren Eltern, aus der Schule und von unserem Bekanntenkreis. Wir betrachten andere Menschen und orientieren uns an ihrem Verhalten, an ihren Meinungen und ihren Glaubenssätzen. (Nicht umsonst wird oft behauptet, dass wir der Durchschnitt der 5 Menschen sind, mit denen wir am meisten Zeit verbringen.)

Andere Menschen beeinflussen uns ein Leben lang. Aber besonders stark ist dieser Einfluss in jungen Jahren. Viele deiner Glaubenssätze – positive wie negative – haben ihren Ursprung in deiner Kindheit.

Dass uns andere Menschen beeinflussen, muss nicht automatisch schlecht sein. Schließlich können wir von anderen Menschen auch sehr positive Glaubenssätze übernehmen. Doch in vielen Fällen übernehmen wir eben auch negative und hinderliche Glaubenssätze.

Stell dir vor, deinen Eltern war es sehr wichtig, was andere Menschen über sie denken. Sie haben immer darüber gesprochen, was andere wohl von ihnen denken und was sie tun können, um besser auf andere zu wirken.

Dadurch ist es sehr wahrscheinlich, dass du der Meinung Anderer zu viel Wert beimisst. Du glaubst, dass das, was andere über dich denken, sehr wichtig ist und du versuchst, es anderen immer recht zu machen. Dieser Glaubenssatz beeinflusst dein Leben natürlich enorm und führt dazu, dass du nur schwer Nein sagen kannst und dein Selbstbild auf den Reaktionen anderer aufbaust.

Deine Denkgewohnheiten

Der Mensch hat im Durchschnitt zwischen 50.000 und 60.000 Gedanken am Tag (wobei man sich bei manchen Menschen fragt, ob es nicht eher 50 bis 60 sind…).

Das Interessante?

Es handelt sich dabei oftmals nicht um neue Gedanken. Das heißt, dass wir in der Regel immer wieder die gleichen Gedanken denken.

Jeder Mensch hat entsprechend eigene Denkgewohnheiten.

Diese Denkgewohnheiten beeinflussen natürlich wiederum deine Glaubenssätze.

Wenn du zum Beispiel immer wieder denkst, dass du durch harte Arbeit (fast) alles erreichen kannst, wird diese Einstellung mehr und mehr zu deinem Glaubenssatz.

Deshalb probieren Menschen auch oft, durch positive Affirmationen ihre Glaubenssätze zu verändern, was jedoch schwierig ist, da man mit dieser Methode nur selten ins Unterbewusstsein eindringt.

Mehr dazu in diesem Artikel: Positive Affirmationen

Deine Erfahrungen

Deine Erfahrungen im Leben haben natürlich auch einen enormen Einfluss auf deine Glaubenssätze. Ob positive oder negative Erfahrungen, sie beeinflussen, was du über dich selbst, über andere Menschen und über das Leben im Allgemeinen glaubst.

In manchen Fällen reicht eine einzige neue Erfahrung aus, um einen ganzen Glaubenssatz zu ändern.

Nehmen wir an, dass du vor 5 Jahren Mal im Fitnessstudio warst und es dir überhaupt nicht gefallen hat. Seitdem bist du fest davon überzeugt, dass das Fitnessstudio nichts für dich ist. Egal, wie sehr andere darüber schwärmen und wie viele gute Argumente sie haben, für dich steht fest, dass es nichts für dich ist.

Doch nachdem ein guter Freund dich wochenlang versucht zu überreden, gibst du eines Tages nach und gehst mit ihm trainieren. Zu deiner Überraschung hast du viel Spaß und genießt das Training mit deinem Freund enorm. Daraufhin meldest du dich selbst an und gehst regelmäßig trainieren.

Eine einzige neue Erfahrung hat ausgereicht, um einen alten Glaubenssatz zu transformieren.

Vor allem deine Gewohnheiten – also all die Dinge, die du regelmäßig tust – beeinflussen enorm dein Selbstbild und deine Glaubenssätze (dazu später mehr).

Wie Glaubenssätze dein Leben beeinflussen

Glaubenssätze sind so enorm machtvoll, weil wir sie für die Wahrheit halten. Ob du dir jetzt einredest, dass du es schaffst oder dass du es nicht schaffst, für dich ist es die Realität.

Deine Überzeugungen sind für dich Fakten.

Deshalb ist es keine Übertreibung, zu behaupten, dass Glaubenssätze die Qualität unseres Lebens massiv beeinflussen.

Letztendlich sind Glaubenssätze Geschichten, die wir uns selbst erzählen. Diese Geschichten können uns motivieren, Mut machen und uns glücklich machen. Sie können uns aber auch demotivieren, einschüchtern und unglücklich machen.

Jeder Mensch hat hin und wieder negative Gedanken. Und jeder Mensch hat auch den ein oder anderen Glaubenssatz, der ein bisschen verkorkst ist. Problematisch ist es jedoch, wenn du sehr starke oder auch sehr viele negative Glaubenssätze hast.

Denn was passiert, wenn du dir immer wieder negatives Zeug einredest?

Zum einen fühlst du dich minderwertig, gestresst oder unglücklich. Denn das, was du dir selbst erzählst, beeinflusst enorm, wie du dich fühlst.

Zum anderen werden diese mentalen Geschichten immer mehr zu deiner Realität. Je öfter du dir etwas erzählst, desto mehr glaubst du es. Und das ist ein verdammt großes Problem, wenn du dir eine Menge negativen Sche*ß erzählst.

Um deine negativen Glaubenssätze aufzulösen und durch Positive zu ersetzen, geht es also vor allem darum, die Geschichten zu ändern, die du dir selbst erzählst.

Statt dir immer wieder einzureden, dass du etwas nicht kannst, nicht schaffst, nicht gut genug bist oder es nicht verdient hast, solltest du kraftgebende und positive Glaubenssätze entwickeln.

Und den wichtigsten Schritt dafür sehen wir jetzt.

Der wichtigste Schritt: Negative Glaubenssätze erkennen

Glaubenssätze erkennen

Jeder deiner Glaubenssätze ist ein Resultat deiner Erfahrungen, Denkgewohnheiten und deines Umfelds. Das heißt, dass du auch jeden deiner Glaubenssätze auflösen oder verändern kannst. Egal, wie negativ und einschränkend diese auch sein mögen. Doch dafür musst du deine Glaubenssätze erkennen.

Stell dir vor, du steigst in dein Auto. Du machst den Motor an und fährst los. Aber irgendwie fährt sich das Auto ein bisschen merkwürdig. Es hat weniger Kraft als sonst. Du fragst dich, ob der Motor kaputt ist. Oder ob du einen platten Reifen hast. Oder was mit dem Getriebe nicht stimmt…

Dann fällt dir plötzlich auf, dass die Handbremse noch angezogen war. Kein Wunder, dass das Auto keine Kraft hat!

So wie mit der Handbremse verhält es sich mit deinen Glaubenssätzen.

Was ich dir damit sagen will: Du kannst deine negativen Glaubenssätze nicht lösen, wenn sie dir nicht bewusst sind.

Und hier wird es kompliziert.

In der Regel sind wir Menschen ziemlich gut darin, andere zu beobachten und zu sehen, was bei ihnen schief läuft. Aber wenn es darum geht, uns selbst zu analysieren, sind wir so ahnungslos wie ein Teenager bei seinem ersten Mal.

Deshalb ist das wohl größte Problem beim Lösen von Glaubenssätzen, diese erst mal zu entdecken. Denn oft merken wir zwar, dass etwas in unserem Leben nicht läuft, aber wir finden die „Handbremse“ nicht.

Schuld daran hat das, was Psychologen den „Bestätigungsfehler“ nennen.

Wie der Bestätigungsfehler deine Glaubenssätze beeinflusst

Der Bestätigungsfehler ist ein Denkfehler, der die menschliche Tendenz beschreibt, immer nur das zu sehen, was unseren bisherigen Ansichten entspricht und Gegenspiele zu ignorieren.1

Nehmen wir an, du glaubst, dass viel Geld zu besitzen etwas Schlechtes ist. Du bist der Meinung, dass reiche Menschen oberflächlich, arrogant und unglücklich sind.

Dieser Glaubenssatz (der gar nicht mal so ungewöhnlich ist) ist natürlich eine große innere Blockade, die dich davon abhält, mehr Geld zu verdienen.

Das Problem?

Durch den Bestätigungsfehler wirst du immer wieder ganz aktiv nach Beispielen suchen, die dein Weltbild bestärken. Und gleichzeitig wirst du die Gegenbeispiele ignorieren.

Du wirst also immer nur die reichen Menschen sehen, die oberflächlich, arrogant und unglücklich sind. Und all die reichen Menschen unbewusst ignorieren, die sympathisch, tiefgründig und glücklich sind.

Limitierende Glaubenssätze aufspüren: Eine simple Übung

Überleg mal kurz, wie gut es dir in diesen Lebensbereichen geht:

  • Finanzen
  • Liebe
  • Gesundheit
  • Freiheit / Abenteuer
  • Freundschaften
  • (Anderer Lebensbereich, der dir wichtig ist)

Wähle jetzt einen Lebensbereich, mit dem du unzufrieden bist oder den du ändern möchtest. Und überlege, welche Überzeugungen und Glaubenssätze du damit verbindest (oder noch besser: schreibe dir deine Glaubenssätze auf).

Nehmen wir als Beispiel das Thema „Finanzen und Erfolg“. Vielleicht kommen dazu solche oder ähnliche Gedanken in dir hoch:

  • Ich bin nicht clever genug, um erfolgreich zu sein.
  • Ich habe es nicht verdient, erfolgreich zu sein und viel Geld zu verdienen.
  • Geld ist etwas Schlechtes
  • Nur wer sich Jahrzehntelang den A*sch aufreißt, kann erfolgreich sein.
  • Wenn ich es bis jetzt nicht geschafft habe, werde ich es auch in Zukunft nicht schaffen.

Diese Glaubenssätze halten dich natürlich enorm zurück. Doch vermutlich waren sie dir gar nicht bewusst. Sie liefen im Hintergrund ab, wie die Chill-Out-Musik in einer schicken Bar.

Wenn du diese Übung machst, wirst du wahrscheinlich überrascht darüber sein, was für limitierende Glaubenssätze du entdeckst.

Manche Glaubenssätze lassen sich schon alleine dadurch auflösen, dass du sie dir bewusst machst und vor Augen hältst.

Das ist jedoch eher die Ausnahme als die Regel. Denn oft halten sich Glaubenssätze so hartnäckig wie der schlechte Ruf nach der letzten Party. Lass uns deshalb jetzt sehen, wie du in 4 Schritten negative Glaubenssätze auflösen kannst.

Negative Glaubenssätze auflösen in 4 Schritten

Glaubenssätze verändern

Mit diesen 4 Schritte kannst du jeden Glaubenssatz auflösen. Erwarte jedoch nicht, dass es in 10 Minuten passiert. Ich weiß, dass das einige „Experten“ versprechen. Doch ich persönlich würde keinem vertrauen, der so etwas behauptet.

Ja, manche Glaubenssätze lösen sich in dem Moment auf, in dem sie dir bewusst werden. Für andere Glaubenssätze hingegen brauchst du Zeit.

Wenn du 10 Jahre geglaubt hast, dass die Meinung anderer Menschen wichtiger ist als deine eigene, wirst du diesen Glaubenssatz vermutlich nicht in 10 Minuten ändern.

Das heißt nicht, dass du ihn nicht ändern kannst. Denn das kannst du. Du brauchst nur ein bisschen mehr Zeit.

Da dieser Punkt geklärt ist, lass uns loslegen.

1. Hinterfrage deine negativen Glaubenssätze logisch

Warum kontrollieren dich negative Glaubenssätze so stark? Weil du sie für Fakten hältst. Deine Überzeugungen entsprechen für dich der Realität.

Aber letztendlich sind deine Glaubenssätze nur deine Meinung. Sie stellen eine von vielen möglichen Sichtweisen dar.

Es kann sein, dass deine Glaubenssätze sehr hartnäckig sind, weil du sie dir jahrelang eingeredet hast. Doch das heißt noch lange nicht, dass sie der Realität entsprechen. Und deshalb solltest du anfangen, sie zu hinterfragen.

Ein paar Beispiele:

Glaubenssatz: „Ich kann das nicht.“

Mögliche Fragen, die du dir stellen kannst:

  • Warum glaube ich, dass ich das nicht kann?
  • Habe ich nicht auch schon in der Vergangenheit viele Dinge geschafft?
  • Habe ich es überhaupt probiert?
  • Habe ich mir erlaubt, Fehler zu machen und daraus zu lernen?

Glaubenssatz: „Ich bin nicht gut genug.“

Mögliche Fragen, die du dir stellen kannst:

  • Was heißt es überhaupt, gut genug zu sein?
  • Warum muss ich überhaupt etwas tun, um gut genug zu sein?
  • An welchen Werten messe ich mich gerade?
  • Was ist, wenn ich schon gut genug bin, einfach weil ich existiere?

Glaubenssatz: „Ich kann sowieso nichts verändern.“

Mögliche Fragen, die du dir stellen kannst:

  • Warum glaube ich, dass ich nichts verändern kann?
  • Habe ich es überhaupt probiert?
  • Wenn andere Menschen etwas verändern können, warum sollte ich es dann nicht auch können?
  • Veränderung brauchen häufig Zeit – habe ich mir überhaupt die Zeit gegeben, um wirklich etwas verändern zu können?

In dem du deine Glaubenssätze logisch hinterfragst, wirst du vermutlich Beispiele dafür finden, warum deine Glaubenssätze nicht wahr sind. Und das hilft oft dabei, deine Überzeugungen ein bisschen zu entkräften.

2. Gib deinem Glaubenssatz ein kleines Update

Weißt du, was laut der modernen Glücksforschung einer der wichtigsten Faktoren für das psychische Wohlbefinden ist? Das Gefühl, dass wir Dinge verändern und beeinflussen können.2

Deshalb sind negative Glaubenssätze auch so belastend. Denn sie geben uns das Gefühl, dass Dinge unveränderbar sind.

Wenn du zum Beispiel glaubst, dass du etwas nicht kannst, nicht gut genug bist oder etwas nicht erreichen wirst, hast du das Gefühl, dass das für immer so sein wird. Und das führt dazu, dass du dich machtlos und minderwertig fühlst.

Was kannst du tun, um deinen Hals aus der Schlinge zu ziehen?

Mach dir bewusst, dass die Dinge nicht permanent sind. Nichts in diesem Leben ist für immer. Und selbst wenn du noch nicht weißt wie, alles lässt sich ändern.

Deshalb solltest du deinen Glaubenssätzen ein kleines Update geben:

  • Ich kann das nicht –> Ich kann das noch nicht.
  • Ich bin unattraktiv -> Ich fühle mich momentan unattraktiv.
  • Ich schaffe das nicht -> Ich glaube jetzt gerade, dass ich es nicht schaffe.
  • Ich bin nicht gut genug -> Ich fühle mich momentan so, als wäre ich nicht gut genug.

Wenn du das nächste Mal gefangen bist in einem negativen Glaubenssatz, forme ihn ein bisschen um. Mach dir bewusst, dass es nur ein momentaner Zustand ist und nicht immer so sein wird.

Dadurch ziehst du dich ein Stück weit an den eigenen Haaren aus dem Sumpf.

3. Identifiziere dich nicht mit deinen Glaubenssätzen

Glaubenssätze sind oft schwer aufzulösen, da sie ein Teil unserer Identität sind. (Glaubenssätze werden mit einem Teil des Gehirns assoziiert, der für das Selbstbild verantwortlich ist – dem ventromedialen präfrontalen Kortex.3)

Wir identifizieren uns also häufig mit unseren Glaubenssätzen und haben sie zu einem Teil von uns gemacht, als wären sie ein Finger oder das linke Ohr.

Einen Glaubenssatz zu ändern bedeutet demnach auch, deine Identität zu ändern. Und das ist nicht immer einfach.

Nicht selten bauen Menschen ihr ganzes Leben rund um einen Glaubenssatz auf:

  • Geld macht unglücklich.
  • Andere Menschen nutzen mich nur aus.
  • Es ist sehr wichtig, dass andere Gutes von mir denken.
  • Ich darf auf gar keinen Fehler scheitern, sonst bin ich ein schlechter Mensch.

Es gibt Glaubenssätze, die dein Leben und deine Entscheidungen maßgeblich beeinflussen. Diese zu ändern bedeutet, dich selbst zu ändern. Und dafür sind viele Menschen zu stolz.

Schluck deinen Stolz herunter

Wir alle haben das Bedürfnis nach einer positiven Selbstsicht.4 Wir möchten das Gefühl haben, dass wir konsequent sind – dass unser Verhalten also mit unseren Überzeugungen übereinstimmt.

Einen Glaubenssatz aufzugeben impliziert, dir selbst einzugestehen, dass du falsch lagst. Vielleicht sogar Jahre oder Jahrzehnte lang. Und das kann verdammt hart sein.

Es bedeutet nämlich, einen Teil deiner Identität aufzugeben. Als müsstest du einen Finger oder das linke Ohr abgeben. Doch ist es notwendig.

Ohne deine Identität zu verändern kannst du auch deine Glaubenssätze nicht verändern.

Was kann dir bei diesem schwierigen Schritt helfen?

Schluck deinen Stolz herunter.

Gestehe dir ein, dass du falsch lagst. Dass du einen Fehler gemacht hast. Dass du nicht perfekt bist.

In dem Moment, in dem du deinen Stolz aufgibst, kannst du deine Identität und somit auch deine Glaubenssätze ändern.

4. Mach neue Erfahrungen

Das ist der Punkt, an dem die meisten Tipps zum Thema Glaubenssätze zu kurz kommen.

Die Schritte 1-3 können dir dabei helfen, an deinen negativen Glaubenssätzen zu rütteln oder sie zu entkräften. Aber um einen Glaubenssatz vollständig aufzulösen, musst du ihn durch einen neuen ersetzen.

Und dafür brauchst du Beweise.

In der Regel verinnerlichst du einen Glaubenssatz erst dann, wenn du auch neue Erfahrungen machst, die deinen Glaubenssatz bestätigen. Das ist auch der Grund, warum du deine Glaubenssätze nicht einfach wechseln kannst wie deine Unterwäsche.

Du kannst dir jeden Tag aufs Neue einreden, dass du ein selbstbewusster Mensch bist. Doch erst wenn du immer wieder die Erfahrung machst, wird dieser Glaubenssatz zu einem Teil deiner Identität.

Deshalb sind auch positive Affirmationen nur bedingt hilfreich, wenn es darum geht, deine Glaubenssätze und dein Selbstbild zu ändern. Du kannst dir noch so oft vor dem Spiegel einreden, wie sehr du dich selbst liebst. Wenn du es jedoch nicht schaffst, deine Meinung zu sagen, Grenzen zu ziehen und Nein zu sagen, wird sich dein Selbstbild nur wenig stärken.

Ähnlich sieht es aus bei NLP (Neuro-Linguistisches Programmieren). Auf NLP-Seminaren werden oft Übungen durchgeführt, um Glaubenssätze aufzulösen. Doch eine Übung auf einem Wochenend-Seminar zu machen ist nicht das Gleiche, wie neue Erfahrungen im echten Leben.

Der Punkt ist ja der: Unsere Identität formt sich zu einem großen Teil dadurch, dass wir unsere eigenen Handlungen beobachten.

Wenn du immer wieder mutig handelst, dann siehst du dich mit der Zeit mehr und mehr als mutigen Menschen. Mut wird somit zu einem Teil deiner Identität und du wirst auch dementsprechende Glaubenssätze entwickeln.

Wenn du jeden Tag Sport machst, siehst du dich mehr und mehr als einen sportlichen Menschen. Sport wird zu einem Teil deiner Identität.

In seinem Bestseller Atomic Habits erklärt James Clear, dass unsere Gewohnheiten einen großen Einfluss auf unsere Identität haben. Und er hat Recht.

Denn das, was wir regelmäßig tun, beeinflusst maßgeblich, wie wir uns selbst sehen:

  • Ich bin CEO.
  • Ich bin Mutter.
  • Ich bin Veganer.

Neue Erfahrungen = Neue Glaubenssätze

Um deine Glaubenssätze zu ändern, musst du letztendlich neue Erfahrungen machen. In manchen Fällen reicht eine einzige Erfahrung aus, um einen Glaubenssatz aufzulösen oder zumindest stark zu entkräften.

Ein Beispiel:

Du glaubst, dass du zu deinem Chef immer nett sein musst und ihm nicht widersprechen darfst. Deshalb ziehst du keine Grenzen und sagst auch nicht Nein. Das führt dazu, dass dein Chef dir oft mehr Arbeit auftischt, als du schaffen kannst, deine Meinung für unwichtig hält und dich auf einer Ebene mit der Putzfrau sieht.

Doch es kommt der Tag, an dem du sprichwörtlich die Schnauze voll davon hast, dass er dich ausnutzt und nicht respektiert. Du nimmst dir vor, ab jetzt mehr für dich und deine Meinung einzustehen und dir nicht mehr alles gefallen zu lassen.

Jetzt malst du dir aus, wie dein Chef dich anschreien wird und völlig ausflippt, weil du ihm widersprichst. Doch bei der nächsten guten Gelegenheit nimmst du all deinen Mut zusammen, widersprichst du deinem Chef, sagst ihm deine Meinung und erklärst ihm deinen Standpunkt.

Zu deiner Überraschung reagiert er darauf nicht negativ. Er hört dir nur aufmerksam zu und respektiert deine Meinung.

Boom!

Eine einzige Erfahrung, die deinen bisherigen Glaubenssatz enorm ins Wanken bringt. Selbst wenn dein Chef negative reagiert hätte, hättest du die Erfahrung gemacht, dass ihm zu widersprechen zwar unangenehm ist, jedoch nicht das Ende der Welt bedeutet.

Neue Erfahrungen zu machen ist die Grundlage, um deine limitierenden Glaubenssätze zu ändern und durch positive zu ersetzen.

Gibt es eine Abkürzung?

negative Glaubenssätze

Ein Glaubenssatz lässt sich dann am besten verändern, wenn du ihn durch einen neuen Glaubenssatz ersetzt. (Im besten Fall ist der neue Glaubenssatz natürlich positiver und hilfreicher als der alte.)

Das Ganze kann funktionieren.

Das Problem daran ist jedoch, dass viele Menschen einen sehr negativen Glaubenssatz durch einen sehr positiven ersetzen wollen. Sie versuchen, von einem Extrem ins andere zu wechseln, was in den meisten Fällen nicht funktioniert.

Wenn du dich für einen unattraktiven Menschen hältst, dann kannst du diesen Glaubenssatz nicht einfach durch den Glaubenssatz „Ich bin attraktiv“ ersetzen.

Es gibt jedoch ein paar grundlegende Glaubenssätze, die dein Selbstvertrauen, dein Selbstwertgefühl und deine Motivation steigern können. Oft können Menschen diese Glaubenssätze relativ einfach übernehmen, weil sie kein Extrem darstellen.

Aus diesem Grund habe ich den kostenlosen Ratgeber Mindset zusammengestellt. Darin erfährst du 4 dieser Glaubenssätze, die die Grundlage für mehr Selbstvertrauen und Motivation bieten.

Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und ich schicke dir den Ratgeber kostenlos als PDF zu.

  1. Nickerson, R. S. (1998). Confirmation bias: A ubiquitous phenomenon in many guises. Review of General Psychology, 2(2), 175
  2. Taylor, S. E. & Brown, J. D. (1988) Illusion and Well-Being: A Social-Psychological Perspective on Mental Health. Psychological Bulletin 103, S. 193-210.
  3. Harris, S., et al., The neural correlates of religious and nonreligious belief. PLoS One, 2009. 4(10): p. e0007272; Harris, S., S.A. Sheth, and M.S. Cohen, Functional neuroimaging of belief, disbelief, and uncertainty. Ann Neurol, 2008. 63(2): p. 141-7.  The ventromedial prefrontal cortex is also involved in emotional associations, reward, and goal-driven behavior.
  4. Werth, L. & Mayer, J. 2008. Sozialpsychologie
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