Wie du es schaffst, dein Leben zu ändern

Vor einigen Jahren wurde mir klar, dass ich mein Leben ändern musste.

Ich befand mich in einer ungesunden Beziehung, ich studierte etwas, das mir weniger Spaß machte als ein Zahnarztbesuch, und ich war generell unzufrieden mit meinem Leben.

Ich traf einen Entschluss und beendete meine Beziehung, brach mein Studium ab und fing an, die Dinge in meinem Leben zu ändern, die mir nicht gefielen.

All das passierte natürlich nicht von heute auf morgen. Und einige dieser radikalen Veränderungen fielen mir alles andere als einfach. Doch trotz aller Schwierigkeiten fing ich an, Stück für Stück mein Leben zu ändern.

Manchmal ist Veränderung die einzige Lösung

Wie zufrieden und glücklich wir mit unserem Leben sind, hängt stark davon ab, wie gut wir loslassen können, worauf wir im Leben Wert legen und durch welche Augen wir die Welt sehen. Doch manchmal befinden wir uns im Leben in einer Sackgasse und es hilft nicht mehr, uns die Dinge weiterhin schön zu reden.

Dauerhafte Unzufriedenheit ist ein verlässlicher Indikator dafür, dass etwas in unserem Leben nicht läuft.

Verstehe mich hier nicht falsch. So gut wie jeder von uns erlebt Höhen und Tiefen im Leben oder hat mal einen schlechten Tag – zum Beispiel, wenn wir nach dem Aufstehen merken, dass uns der Kaffee ausgegangen ist.

Kleine Krisen und schlechte Tage gehören zum Leben dazu wie die leeren Versprechungen zur Politik.

In diesen Lebenssituationen ist es das Beste, schlichtweg einen feuchten Dreck auf den ganzen Scheiß zu geben und weiterzumachen. Bessere Tage werden kommen.

Schlechte Tage gehören zum Leben dazu

Sind wir jedoch dauerhaft und langfristig unzufrieden, ist das ein eindeutiges Zeichen dafür, dass wir etwas in unserem Leben ändern sollten.

Vor diesem Zeichen sollten wir nicht die Augen verschließen und stattdessen genauer hinschauen, selbst wenn es verdammt schmerzhaft ist.

  • Du bist mit deiner Beziehung unzufrieden oder du hast die Schnauze voll, Single zu sein?
  • Raubt dir dein langweiliger Job jegliche Lebensenergie?
  • Bist du generell unzufrieden mit dir, ganz egal, was du erreichst?
  • Warst du die letzten Jahre zu sehr mit dir selbst und deiner Karriere beschäftigt und hast deine Familie und deine Freunde vernachlässigt?
  • Leidest du unter chronischer Aufschieberitis?
  • Bist du unzufrieden mit deinem Wohnort und würdest gerne ganz woanders leben?
  • Du schaffst es nicht, deine Komfortzone zu verlassen?
  • Wiegst du 20 kg zu viel und würdest gerne abnehmen?

Falls du mit einer Sache in deinem Leben unzufrieden bist, dann ändere sie. Du solltest dein Leben nicht ertragen, du solltest es genießen. Und manchmal braucht es dafür eben grundlegende Veränderungen.

Warum Veränderung so schwer ist

Viele Menschen wollen etwas in ihrem Leben ändern. Sie wollen:

  • Mehr Sport machen und sich gesünder ernähren.
  • Mehr Zeit mit Freunden verbringen.
  • Sich selbstständig machen.
  • Mehr Reisen.
  • Weniger Fernsehen schauen.
  • Ihr Leben mehr auskosten.
  • Eine Fremdsprache lernen.
  • Endlich mal ein paar Szenen aus Fifty Shades of Grey zuhause ausprobieren.

Die meisten Menschen träumen jedoch nur davon, denn ändern tun sie nichts.

Laut einer Studie tun große Veränderungen Menschen gut. So fühlen sie sich im Durchschnitt nach sechs Monaten glücklicher als vor der Veränderung. (Hier findest du zu dem Thema einen Artikel von der Welt)

Doch obwohl wir uns Veränderungen wünschen und sie uns gut tun, sträuben wir uns dagegen. Wir sind Gewohnheitstiere und Veränderung impliziert eine gewisse Gefahr.

Wollen wir unser Leben ändern, müssen wir Altes loslassen und begeben uns häufig in die Ungewissheit des Neuen. Und das macht uns Angst.

Aus diesem Grund bevorzugen viele Menschen Unzufriedenheit vor Unsicherheit. Vielleicht läuft ihre Beziehung beschissen oder ihr Job ist so langweilig wie eine Dokusoap von RTL, aber sie wissen nicht, was passieren wird, wenn sie die Beziehung beenden oder ihren Job kündigen. Und genau deshalb verändern sie auch nichts.

Angst, Unsicherheit und unsere Identität halten uns davon ab, tiefgreifende Veränderungen in unserem Leben vorzunehmen.

Doch das sind bei weitem nicht die einzigen Gründe, die uns von Veränderungen abhalten. Wenn du dich zum Beispiel gesünder ernähren möchtest, hat das mehr mit Selbstdisziplin und Gewohnheiten zu tun, als mit Angst oder Unsicherheit.

Gründe, die dich davon abhalten, dein Leben zu ändern

Hier ist eine Liste mit Gründen, die uns generell davon abhalten, etwas in unserem Leben zu ändern:

Unser Leben zu ändern ist selten einfach, ganz egal, um welche Veränderung es geht. Deshalb handeln die meisten Menschen auch erst dann, wenn sie es müssen. Sie ändern also erst etwas in ihrem Leben, wenn der Schmerz so groß und unerträglich ist, dass es keine Alternative mehr gibt.

Viele Menschen verlassen ihren Partner erst dann, wenn das Zusammenleben unerträglich wird.

Menschen mit Übergewicht nehmen häufig erst dann dauerhaft ab, nachdem sie wegen ihres Gewichts herbe Enttäuschungen im Leben erfahren haben.

Die meisten Workaholics ändern ihr Leben erst, nachdem sie einen Burnout hatten.

Oft ändern wir unser Leben erst, wenn es keine Alternative mehr gibt.

Das ist auch der Grund, warum die meisten Menschen es nicht schaffen, dauerhaft etwas in ihr Leben zu ändern. Ihnen fehlt schlichtweg der nötige Schmerz. Ihr Leben verläuft zwar nicht so, wie sie es sich wünschen, aber es ist auch nicht richtig beschissen.

Sie sind also mit ihrem Leben nicht völlig zufrieden, aber auch nicht unzufrieden genug, um etwas zu ändern. Und so funktioniert ein Großteil der Gesellschaft auf Autopilot und hinterfragt nur selten, was sie mit ihrem Leben gerade anstellen.

Ich habe damals mein Studium erst abgebrochen und meine Beziehung erst dann beendet, als es mir richtig dreckig ging. Es war eine Art Notbremse.

Doch dein Leben muss nicht erst den Bach runter gehen, bevor du etwas änderst. Schmerz ist ein starker Antrieb um etwas im Leben zu ändern, doch es geht auch ohne ihn.

Um dein Leben zu ändern musst du nur eine wichtige Entscheidung treffen

Als ich mein Studium abgebrochen habe, um mich mit diesem Blog selbstständig zu machen, hat mich die Angst vor dem Scheitern fast aufgefressen. Das mir so gut wie jeder Mensch aus meinem Umfeld von dem Schritt abgeraten hat und dass es zu diesem Zeitpunkt noch nicht viele deutschsprachige Blogger gab, die vom Schreiben leben konnte, machte die Sache auch nicht gerade einfacher.

Doch ich habe damals entschieden, dass mir mein Ziel wichtiger ist. Statt nur von meiner Idee zu träumen, habe ich die Sache angepackt.

Ich habe irgendwann entschieden, dass mein Traum wichtiger ist als meine Angst.

leben ändern

Ich möchte hier nicht den Superhelden spielen. Weder halte ich mich für besonders mutig, noch für etwas Besseres. Nichts von dem, was ich in meinem Leben erreicht oder getan habe, ist absolut außergewöhnlich, geschweige denn einzigartig.

Dennoch: Ich habe es geschafft, mein Leben zu ändern und viele der Ziele zu erreichen, die ich mir gesetzt habe. Und die Grundlage dafür war immer die gleiche: Ich habe entschieden, dass mir diese Dinge wichtiger sind als meine Ausreden, Bedenken und Ängste.

Falls du dauerhaft etwas in deinem Leben ändern willst, musst du somit eine wichtige Entscheidung treffen. Du musst entscheiden, dass es etwas gibt, das dir wichtiger ist, als der ganze Scheiß, der dich von der Veränderung abhält. Ja, es ist so simpel.

  • Du möchtest einen erfüllenden Beruf finden, aber die Angst vor dem Scheitern hält dich zurück? Dann ist dir ein erfüllender Beruf nicht wichtig genug.
  • Du möchtest abnehmen, aber Paprika-Chips, Bier und Eiscreme sind einfach zu lecker und Sport ist dir zu anstrengend? Dann ist dir das Abnehmen nicht wichtig genug.
  • Du hast die Schnauze voll vom Single-Leben, traust dich aber nicht, neue Menschen kennenzulernen oder dein Interesse direkt zu zeigen? Dann ist dir das Finden eines Partners nicht wichtig genug.

Menschen ändern ihr Leben erst, wenn sie an einem gewissen Punkt entscheiden, dass ihnen Veränderung wichtiger ist als all der Bullshit, der sie davon abhält.

Ist es an der Zeit, dass auch du diese Entscheidung triffst?

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16 Kommentare
  1. Sabine
    Sabine says:

    Hi Anchu,

    danke für diesen wieder mal wundervollen Artikel …. es ist so wahr, was Du geschrieben hast … ich habe mein Leben vor Jahren radikal verändert und es war die beste Entscheidung, die ich bisher getroffen habe.

    Liebe Grüße nach Kolumbien,
    Sabine.

    Antworten
  2. Martin Wolf
    Martin Wolf says:

    Awesome Artikel Anchu!! Thanks kommt auch gerade richtig für mich.. 😊

    Und lass mal den Alex und den Daniel grüßen in Medellin 😉

    Antworten
  3. Andre
    Andre says:

    Super Artikel. Hilfreich und gut formuliert. Vorallem der Teil mit dem zweischneidigen Schwert, also der Akzeptanz des Jetzt-Zustandes trotz der Bereitschaft zur Veränderung hat mir sehr gut gefallen.
    Danke dir, Anchu dafür!

    Antworten
  4. Roger Kaufmann
    Roger Kaufmann says:

    Hallo Anchu, vorerst mal herzlichen Dank für die fünf Ratschläge! Diese sind alle gut erklärt und in schöne Metapher eingepackt. Ich finde auch, dass Veränderung nicht mit einem Fingerschnipp geändert werden kann, sondern eher wie ein Prozess, der mit dem laufen lernen zu vergleichen ist.
    LG
    Roger

    Antworten
  5. Stefanie
    Stefanie says:

    Ich lese gerade Deinen Artikel mitten in der Nacht aus dem Süden von Bali.
    Auch ich habe über Monate einige Entscheidungen getroffen. Meinen Job als Ärztin gekündigt, den ich im Grunde sehr gerne mag, der mich aufgrund der Umstände im Krankenhaus aber so müde gemacht hat. Ich bin nun mit meinem Sohn, den ich schulbefreit habe, für ein knappes halbes Jahr nach Südostasien.
    Und der Sinn von der Reise wird mir nun nach und nach klarer. Ich lerne das Loslassen und das Finden eines verloren gegangenen Kontaktes zu mir selbst. So viel zu mir….
    Die Veränderung ist ein Prozess, es lohnt sich ganz tief in sich hinein zu hören, das Ende offen zu lassen und an sich und seine Kraft zu glauben.
    Ich finde Deinen Artikel schön geschrieben. Vielen Dank und liebe Grüße. Stefanie

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Stefanie,
      ich finde deine Entscheidung sehr mutig. Und Bali kann ein interessanter Ort für die “Selbstfindung” sein. War da selbst schon für einen Monat (in Ubud).
      LG

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  6. Idi
    Idi says:

    Ich bin gerade mitten in einem Radikalschnitt und ich hoffe, ich halte es durch. Es muss sich etwas ändern, die Depression hat ich mittlerweile im Griff. Die Trennung vom Partner ist der erste wichtige Schritt, und genau dieser ist so schwer, weil man sich immer wieder an die Hoffnung klammert, dass es besser wird. Aber nein, es wird immer schlimmer. Und deshalb: STOPP jetzt zum Eigenschutz. Danke für den motivierenden Text. 🙁

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Idi,
      sicherlich eine schwierige Situation. Aber ich bin mir sicher, dass du die Kraft findest, den Kontakt zu vermeiden. Und du wirst sehen, dass du irgendwann jemand neues finden wirst.
      LG

      Antworten

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