Wie du es schaffst, endlich Verantwortung zu übernehmen

Verantwortung übernehmenVerantwortung zu übernehmen ist einer der wichtigsten Schritte zu einem selbstbestimmten Leben.

Erst, wenn du die Verantwortung übernimmst, hörst du auf, dich als Opfer deiner Umstände zu sehen. Und fängst an, aus deinem Leben das Beste zu machen.

Anders gesagt: Du fängst an, zu leben.

Stell dir einmal vor, dass du einen sehr wichtigen Termin hast.

Vielleicht ist es ein Vorstellungsgespräch, vielleicht ein Date. Oder es ist etwas ganz anderes, das in deinem Leben momentan eine Rolle spielt.

Gerade, als du deine Haustür verlassen willst, klingelt dein Handy. Es ist eine Freundin. Kurz ranzugehen wird wohl kein Problem sein, denkst du dir.

Dann fängt sie an, von ihrem Liebeskummer zu erzählen. Eine halbe Stunde und einige herzzerreißende Schluchzer später schreckst du hoch. Und merkst, dass du bereits zu spät bist.

Du ärgerst dich. Warum musste das ausgerechnet heute sein? Nur wegen ihr hast du deinen Termin verpasst. Wäre sie nicht gewesen, wäre alles so gut gelaufen.

Kennst du diese Art von Situation?

  • Ertappst du dich hin und wieder dabei, wie du anderen die Schuld dafür gibst, dass etwas schiefgeht?
  • Dafür, dass es dir schlecht geht?
  • Dafür, dass du immer noch nicht deinen Traumberuf gefunden hast?
  • Dafür, dass deine Beziehungen nicht gut laufen?
  • Dafür, dass du zu wenig Geld verdienst?

Wenn du einige der letzten Fragen mit ja beantwortet hast, dann lies weiter. Denn in diesem Artikel werde ich dir vier handfeste Tipps geben, wie du endlich mehr Verantwortung für dein Leben übernehmen kannst.

1. Verantwortung übernehmen: Hör auf, Dich zu beschweren

Besonders in Deutschland beschwert man sich gerne.

Du brauchst nur einmal dabei gewesen sein, wenn eine Bahn zu spät kommt, dann weißt du, was ich meine. Lauthals beklagt man sich über Unzuverlässigkeit, die Privatisierung von Unternehmen und das allgemeine Unrecht auf der Welt.

Sicher beschwerst auch du dich hin und wieder. Vielleicht hast du selbst schon einmal über die Bahn geschimpft. Und das ist an sich auch kein großes Problem.

Aber weißt du was?

Sich einfach nur zu beschweren, ohne etwas zu unternehmen, hat noch nie jemandem weitergeholfen.

Und wieso?

Weil du dich damit selbst verarschst.

Beschweren macht zwar Spaß, bringt dich aber auf Dauer nicht weiter

Wer sich beschwert, sagt nämlich gleichzeitig:

Ich werde ungerecht behandelt. Ich bin hier das Opfer.

Und damit tust du zwei Dinge:

Zum einen lässt du außer Acht, wie unglaublich gut es dir geht.

Allein, dass du diesen Artikel hier liest, ist ein Zeichen dafür, in welchem Überfluss du dich genau jetzt befindest.

Viele Menschen auf der Welt haben größte Schwierigkeiten, sich ihr täglich Brot zu verdienen. Andere haben in ihrer Heimat Erfahrungen von extremer Gewalt bis hin zu Folter gemacht. Wieder andere sind nie zur Schule gegangen.

Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit trifft nichts davon auf dich zu. Das ist ein Umstand, für den du zutiefst dankbar sein darfst.

Und zum anderen anderen nimmst du dir jegliche Möglichkeit, etwas an deiner Situation zu ändern.

Du bist kein Opfer!

Indem du dich beschwerst – in dem du eine Opferhaltung einnimmst – entziehst du dir jeglichen Handlungsspielraum, wirklich etwas zu tun.

Aus dem Satz  Ich bin ein Opfer!

… folgt schnell  Ich kann nichts tun!

… und daraus wiederum  Ich werde nichts tun!

Energie, die du besser in die Lösung deines Problems stecken solltest, verschwendest du stattdessen einfach mit Meckern.

Falls es also mal nicht so rund läuft bei dir:

Sich lediglich zu beschweren, ist keine gute Idee.

(Ließ auch: Den inneren Kritiker in 3 Schritten zähmen)

Was mir an diesem Punkt am meisten weitergeholfen hat

Irgendwann kam der Punkt, wo mir langsam ein Licht aufging. Was denkst du, welche Erkenntnis bei mir dafür gesorgt hatte, dass ich auf einmal aufhörte, mich zu beschweren?

Ich erkannte, dass ich für mein Leben vollständig selbst verantwortlich bin.

  • Ich bin für meine Gesundheit verantwortlich.
  • Ich bin für meine Beziehungen verantwortlich.
  • Ich bin für meine Wohnsituation verantwortlich.
  • Ich bin für meine finanzielle Lage verantwortlich.
  • Ich bin dafür verantwortlich, wie zufrieden ich mit meinem Leben bin.
  • Ich bin generell für ALLES in meinem Leben verantwortlich.

Ich weiß, diese Aussage klingt auf den ersten Blick sehr radikal.

Aber aufgepasst: Ich möchte damit nicht sagen, dass Schuld und Verantwortung das Gleiche sind.

Ja, du bist verantwortlich für deine Beziehungen. Das heißt aber nicht, dass du Schuld an den Wunden trägst, die dir in der Vergangenheit zugefügt wurden. Wunden, die deine Fähigkeit, gesunde Beziehungen zu führen, einschränken.

Ja, du bist für deine finanzielle Situation verantwortlich. Das heißt aber nicht, dass du etwas dafür kannst, dass der Vietnamese um die Ecke schon wieder die Preise angehoben hat.

Verantwortung und Schuld sind also demnach nicht identisch.

Was meine ich also mit Verantwortung übernehmen?

Das englische Wort für Verantwortung ist Responsibility. Zieht man die Worte etwas auseinander, entsteht ein neuer Sinn: Response-Ability.

Die Fähigkeit, adäquat auf Situationen zu reagieren.

Verantwortung zu übernehmen heißt also nichts anderes als das:

In der Lage zu sein, in angemessener Weise auf die Umstände seines eigenen Lebens zu reagieren.

Sich bewusst sein, wo man steht. Und dann den Handlungsspielraum nutzen, den man hat.

Und um dies zu tun, musst du zunächst eine Sache tun: Entscheidungen treffen.

2. Verantwortung übernehmen: Triff Entscheidungen

Hast du Probeme damit, Entscheidungen zu treffen?

Dann lies dir die nächsten Absätze besonders gut durch.

Entscheidungsfreude ist nämlich einer der Grundpfeiler eines Lebens voller Verantwortung.

Dabei kommt es noch nicht einmal darauf an, dass du diese besonders schnell triffst. Oder dass sie besonders gut sind.

Wichtig ist, dass du Entscheidungen triffst.

Denn wie bei allen Dingen im Leben gilt auch hier – Übung macht den Meister. Je mehr Entscheidungen du triffst, desto besser und schneller wirst du darin.

Menschen, die keine Entscheidungen treffen können, können oft auch nicht mit Verantwortung umgehen

Kehren wir also noch einmal zum Anfang des Artikels und dem Anruf deiner Freundin zurück.

Wie würde in dieser Situation eine verantwortungsvolle Entscheidung aussehen?

Zunächst einmal hältst du einen Moment inne. Du erkennst, dass du die Wahl hast:

Ans Telefon gehen und dein Vorstellungsgespräch gefährden.

Oder auf den roten Hörer drücken und einmal nicht für deine Freundin da sein.

Als nächstes triffst du eine Entscheidung

Die Entscheidung, nicht ans Telefon zu gehen.

Und schon hast du Verantwortung für dein Leben übernommen.

Du bist jetzt frei. Kein anderer muss mehr für dein Unglück zur Rechenschaft gezogen werden. Jetzt hast du es selbst in der Hand.

Übrigens: Für das eigene Leben Verantwortung zu übernehmen, ist auch nichts anderes als eine Entscheidung. Eine Entscheidung, die du jeden Tag aufs neue treffen musst.

Wenn du Verantwortung für dein Leben übernehmen möchtest, reicht es allerdings nicht, lediglich eine Entscheidung zu treffen.

Du musst auch anfangen, diese in die Tat umzusetzen:

3. Verantwortung übernehmen: Fang an, zu handeln

Du weißt jetzt, dass es nichts bringt, sich zu beschweren. Du weißt, dass du Entscheidungen treffen musst, wenn du Verantwortung für das eigene Leben übernehmen willst. Du weißt auch, dass Schuld und Verantwortung nicht das gleiche sind.

Und nun?

Nun musst du anfangen, etwas zu tun. Die Entscheidungen, die du getroffen hast, in die Tat umsetzen.

An dieser Stelle ist es sehr nützlich, ehrlich mit sich selbst zu sein.

  • Nur, wenn du weißt, wo du stehst, kannst du auch entsprechende Schritte einleiten, um voranzukommen.
  • Nur wenn du bereit bist, zuzugeben, dass du nie in einer gesunden Beziehung warst, kannst du dir darüber Gedanken machen, wie du gesunde Bezieungen aufbauen möchtest.
  • Nur wenn du erkennst, was du für limitierende Glaubenssätze über Geld hast, kannst du diese auch ändern.
    Oder wie es so schön heißt: Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung.

Du kannst nur mehr Verantwortung in dein Leben bringen, wenn du auch weißt, wo du dich selbst befindest. Und zwar in allen Lebensbereichen, in denen du Veränderung anstrebst.

Wenn du diesen Schritt getan hast und ehrlich zu dir selbst warst, gibt es nur noch eine Sache, die zu tun ist.

Fange an zu Handeln

Am Anfang mag dieser Schritt sehr schwer sein. Dennoch ist es der wichtigste.

Denn wenn du nicht anfängst, zu handeln, wird sich nichts verändern. Außerdem gibt es keinen besseren Weg, um den Knackpunkten in deinem Leben besser auf den Grund zu gehen. Und effektiv dein eigenes Leben zu gestalten:

Erst, wenn du dich traust, eine innige Freundschaft aufzubauen, merkst du, wo du im zwischenmenschlichen Kontakt am meisten haderst.

Erst, wenn du ein eigenes Unternehmen gründest, musst du dich mit deinen schlimmsten Existenzängsten auseinandersetzen.

Erst, wenn du von zu Hause ausziehst, stellst du dich aktiv der Angst vorm Erwachsenwerden.

Das Problem ist hierbei: Nicht für jede Lebenssituation gibt es eine genaue Handlungsanweisung. Manchmal musst du einfach den Sprung ins Unbekannte wagen. Und das Beste hoffen.

Und dennoch: Wenn du nicht handelst, wird gar nichts passieren. Du wirst nie herausfinden, was eigentlich in dir steckt, wozu du wirklich in der Lage bist. Stattdessen wird weiterhin Angst und Unsicherheit in deinem Leben herrschen.

Das willst du doch nicht, oder?

Also fang an, etwas zu unternehmen! Und übernimm die volle Verantwortung für dein Leben.

Ein Artikel in dem ich genauer auf das Thema eingehe, findest du hier: Die “Halt deine Schnauze und mach etwas”-Regel.

Übernimm auch für deine Schattenseiten Verantwortung

Eigentlich könnte ich den Artikel an dieser Stelle beenden. Mache ich aber nicht.

Denn ein wichtiger Punkt fehlt noch. Und der ist nicht so angenehm.

Manchmal kann es nämlich passieren, dass etwas nicht so läuft, wie du es dir vorgestellt hast.

Nehmen wir zum Beispiel an, dein Partner trennt sich von dir. In einer solchen Situation ist es sehr verlockend, die frisch gewonnene Verantwortung wieder abzugeben. Dem Partner die Schuld für die Trennung zu geben. Und sich selbst wieder einmal als das unglückliche Opfer zu sehen.

Verantwortung zu übernehmen bedeutet Freiheit

Wer übernimmt nicht gerne Verantwortung für seine Erfolge – z.B. für riskante Entscheidungen, die sich als goldrichtig erwiesen haben? Hier Verantwortung zu übernehmen, ist einfach. Bei den Niederlagen sieht es schon ganz anders aus. Genauso bei eigenen Schwächen oder Unsicherheiten.

Sich einzugestehen, dass du zu deinem Partner oft alles andere als nett warst, kann ernüchternd sein. Genauso kann dich die Erkenntnis runterziehen, dass dein Kollege die Beförderung einfach mehr verdient hat als du.

Genau diese Einsichten sind es aber, die dich am meisten wachsen lassen. Denn erst, wenn du für die Schattenseiten deines Lebens Verantwortung übernimmst, übernimmst du wirklich Verantwortung.

Verabschiede dich vom Selbstmitleid

Für seine Schattenseiten Verantwortung zu übernehmen, heißt auch, jegliches Selbstmitleid loszulassen. Zu akzeptieren, dass du es nicht immer einfach hast. Ohne aber wieder gleich in die Opferrolle zu schlüpfen.

Ja, du hattest möglicherweise eine harte Kindheit.

Aber wie sieht es jetzt aus?

  • Ist dein Leben wirklich so schrecklich?
  • Kannst du wirklich nichts tun?
  • Oder ist dein Blick nicht einfach nur etwas verzerrt?

Ich weiß: Sich selbst zu bemitleiden, kann Spaß machen. Genauso wie das Beschweren ist es aber nicht nützlich, wenn du Verantwortung für dein Leben übernehmen wirst.

Triff also jetzt eine Entscheidung.

Verabschiede dich ein für alle Mal vom Selbstmitleid und unternimm stattdessen etwas, um deine Situation zu verbessern!

Damit tust du dir einen riesigen Gefallen. Und gleichzeitig gehst du den wahrscheinlich wichtigsten Schritt auf dem Weg zu einem selbstbestimmten, erfüllten Leben.

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  1. Filli
    Filli sagte:

    Hammer Artikel! Hab mich an vielen Punkten wiedergefunden und kann alle Tips und Handlungsempfehlungen super nutzen. Zumindest ist das der Plan :)
    Du hast echt Talent Dinge auf eine besondere Art auf den Punkt zu bringen, anderen zu helfen und sie zu ermutigen. Schön, dass du dieses Talent nutzt!

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