Disziplin lernen: Ein Leitfaden für mehr Selbstdisziplin

In diesem detaillierten Leitfaden erfährst du 3 konkrete Techniken, durch die du Disziplin lernen kannst und eine starke Selbstdisziplin aufbaust. 

Disziplin ist eine der Eigenschaften, die mit am meisten zu unserem Wohlbefinden beitragen.1

Menschen mit starker Disziplin sind im Durchschnitt glücklicher und zufriedener mit ihrem Leben.2

Disziplin lernen fällt uns jedoch häufig schwer und oftmals sind wir das Gegenteil von diszipliniert.

Anstatt den Aktivitäten nachzugehen, die uns unseren Zielen näher bringen, vertreiben wir uns die Zeit lieber mit Happy-Hour-Cocktails, lustigen Katzenvideos auf Youtube oder einer Tüte Chips und der 127. Staffel Dschungelcamp.

Mangelnde Disziplin ist zu einer Art Volkskrankheit mutiert. Unsere Gesellschaft wird immer übergewichtiger, leidet unter psychischen Problemen und immer mehr Menschen fällt es schwer, sich selbst zu beherrschen. Eine der Hauptursachen dafür ist mangelnde Selbstdisziplin. Gerade heutzutage ist es somit wichtig, Disziplin zu lernen.

Durch Disziplin sind wir fähig, auf gewisse Dinge zu verzichten, weil es etwas gibt, das uns wichtiger ist.

  • Wir verzichten auf Schlaf, weil wir an der Selbstständigkeit arbeiten.
  • Anstatt abends Fernsehen zu schauen, gehen wir noch ins Fitnessstudio (angeblich ist die 127. Folge Dschungelcamp auch gar nicht mehr so interessant).
  • Wir essen ein paar Biokarotten anstatt einem 500g. Becher Cookies und Cream von Häagen Dazs.
  • Wir beherrschen uns und hören unserem Partner aufmerksam zu, obwohl er uns zur Weißglut bringt und wir ihn am liebsten %§@!&#!!! zubrüllen wollen.

Obwohl uns der Verzicht auf gewisse Dinge häufig so schwer fällt, ist es genau diese Disziplin und Selbstbeherrschung, die uns zu zufriedeneren und auch erfolgreicheren Menschen macht. Das zeigen auch wissenschaftliche Studien immer wieder aufs Neue.

Disziplin lernen: Was du aus diesen bekannten Studien lernen kannst

So verglichen Psychologen die Noten von Studenten. Bei über 30 verschiedenen Persönlichkeitseigenschaften war Disziplin die einzige Eigenschaft, bei der die Psychologen einen direkten Zusammenhang zu den Noten feststellen konnten.3

Bevor ich mich wieder interessanten Dingen wie Cocktails, lustigen Katzenvideos oder dem Dschungelcamp zuwende, möchte ich dir noch ein weiteres Experiment vorstellen, das eindrucksvoll zeigt, warum Disziplin lernen so wichtig ist. Es handelt sich hierbei um den „Marshmallow-Test“, eines der bekanntesten Experimente der Sozialpsychologie.

Zwischen 1968 und 1974 führte der Psychologe Walter Mischel Experimente zum Belohnungsaufschub mit etwa vier Jahre alten Kindern durch.

Den Kindern wurde ein Marshmallow vor die Nase gelegt und gesagt, dass sie entweder jetzt ein Marshmallow haben könnten oder aber zwei Marshmallows, wenn sie solange warten, bis der Versuchsleiter zurückkommt (was im Durchschnitt ca. 15 Minuten dauerte).4

Die Kinder waren also folgendem Dilemma ausgesetzt:

Ein Marshmallow jetzt oder zwei Marshmallows später?

Doch damit war diese Studie nicht zu Ende. Ganze 14 Jahre später wurden die mittlerweile erwachsenen Kinder nochmal analysiert. Mit faszinierenden Erkenntnissen über die Auswirkungen von Selbstdisziplin:

  • Die Kinder, die damals geduldig 15 Minuten warteten und somit zwei Marshmallows bekamen, waren zu sozial kompetenten und selbstbewussten Menschen geworden. Sie waren in der Lage, Belohnungen aufzuschieben, wenn sie dadurch ihren Zielen näher kamen und konnten gut mit Rückschlägen umgehen.
  • Die damals ungeduldigen Kinder hingegen waren neidischer, unsicherer, unentschlossener und hatten — unabhängig von ihrer Intelligenz, —schlechtere Schulnoten als die Kinder, die 15 Minuten warteten.5

Ähnliche Ergebnisse hatte eine andere psychologische Studie, bei der tausend Kinder von Geburt an bis zum 32. Lebensjahr untersucht wurden.

Diejenigen, die länger auf Befriedigung warten konnten (also mehr Disziplin hatten), waren im Durchschnitt gesünder, akademisch erfolgreicher, finanziell stabiler aufgestellt und waren mit ihrem Leben allgemein zufriedener.6

Um es zusammenzufassen: Disziplin hat einen sehr großen Einfluss auf unsere Lebenszufriedenheit — mehr als Cocktails, lustige Katzenvideos oder die 127. Folge Dschungelcamp. Und vermutlich auch mehr als ein 500g. Becher Cookies und Cream von Häagen Dazs.

Schmeckt zwar, macht dich aber kein bisschen glücklicher. 

Disziplin lernen selbstdisziplin 2

Doch wie genau können wir Disziplin lernen und welche Faktoren haben einen Einfluss auf unsere Disziplin?

Disziplin setzt sich maßgeblich aus diesen 3 Faktoren zusammen:

  1. Zielsetzung
  2. Willenskraft
  3. Gewohnheiten

Und wie du Fuchs dir wahrscheinlich schon gedacht hast, gehe ich im Folgenden auf diese drei Faktoren etwas genauer ein. Man reiche mir zwei Marshmallows.

1. Disziplin lernen — Zielsetzung

Wie wir soeben gesehen haben, bedeutet Disziplin größtenteils, dass wir auf etwas verzichten, da uns etwas anderes wichtiger ist. Damit die Gleichung funktioniert, muss es aber wirklich auch etwas geben, das uns wichtiger ist. Das sind Ziele.

Damit du Disziplin lernen kannst, brauchst du also ein Ziel. Und das ist ein kritischer Punkt.

Viele Autoren und Blogger schreiben darüber, wie wichtig Ziele und Zielsetzung sind. Doch die meisten übersehen dabei das Wesentliche. Sie erklären zwar das wie, vergessen aber das warum.

disziplin lernen selbstdisziplin lernen 3

Die wichtige Frage ist nicht, wie du ein Ziel erreichen kannst, sondern warum du es erreichen willst. Ich bin der Meinung, dass wir kaum mit mangelnder Motivation oder fehlender Disziplin zu kämpfen haben, solange wir für etwas intrinsisch motiviert sind.

Intrinsische Motivation bedeutet, etwas zu tun, weil wir daran Spaß haben, darin einen Sinn sehen oder die Tätigkeit eine Herausforderung darstellt. Sind wir intrinsisch motiviert, ist also die Tätigkeit selbst die Belohnung.

Anders ist es, wenn wir für etwas extrinsisch motiviert sind. Extrinsische Motivation bedeutet, dass wir etwas tun, um eine Belohnung zu erhalten (Geld, Anerkennung, Gute Noten) oder eine Bestrafung zu vermeiden (Kündigung, schlechte Noten).

Falls es dein Ziel ist, Jura zu studieren, kann dir eine intelligente Zielsetzung dabei helfen, dein Ziel zu erreichen. Doch der viel wichtigere Aspekt ist:

Warum willst du überhaupt Jura studieren?

Weil es dir Spaß macht und dich interessiert, dich erfüllt und du darin einen Sinn siehst? (Intrinsische Motivation)

Oder weil du viel Geld verdienen willst, die Gesellschaft es als einen guten Job betrachtet oder du deine Eltern glücklich machen willst? (Extrinsische Motivation)

Extrinsisch motivierte Ziele zu verfolgen ist besser als gar keine Ziele zu verfolgen. Doch letztendlich sind es vor allem die intrinsisch motivierten Ziele die deinem Leben mehr Sinn und Richtung geben. Und die dazu führen, dass du motivierter und auch disziplinierter wirst.

(Mehr über intrinsische Motivation erfährst du in diesem Artikel.)

Der nächste Faktor, der einen großen Einfluss auf deine Disziplin hat, ist Willenskraft.

2. Disziplin lernen — Willenskraft

Ich denke, ich muss dir nicht erklären, was Willenskraft bedeutet. Jedoch möchte ich dir erklären, wie du deine Willenskraft stärken und intelligenter nutzen kannst.

Willenskraft funktioniert ähnlich wie ein Muskel. Beanspruchen wir unsere Willenskraft regelmäßig, wächst sie und wird stärker. Beanspruchen wir sie nicht, ist unsere Willenskraft schwach.

Deine Willenskraft trainierst du, in dem du regelmäßig etwas tust, was dich Überwindung und Willenskraft kostet:

  • Jeden Tag kalt zu duschen.
  • Noch 10 Minuten weiterzulesen, obwohl du nicht mehr willst.
  • Im Büro auf Süßigkeiten zu verzichten, obwohl du sie vor der Nase hast.
  • Noch 5 Minuten weiter joggen, obwohl du nicht mehr kannst.
  • Statt zwei Marshmallows nur eines zu essen (außer du musst auf das zweite 15 Minuten warten…).

Wenn ich zum Beispiel einen Artikel wie diesen schreibe, erreiche ich häufig einen Punkt, an dem ich nicht mehr schreiben will.

Ich werde müde, meine Konzentration schwindet und oftmals hakt der Artikel an gewissen Stellen. In dem Moment möchte ich mit dem Schreiben aufhören. Doch anstatt diesem Gefühl nachzugeben, überwinde ich mich oftmals und schreibe noch 15 bis 30 Minuten länger. Und mich immer wieder aufs Neue zu überwinden stärkt dauerhaft meine Willenskraft.

Genauso wie es jedoch nur wenig bringt, deine Muskeln einmalig zu überstrapazieren, bringt es auch nicht viel, deine Willenskraft einmalig extrem ans Limit zu bringen. Falls du deine Willenskraft stärken möchtest, musst du regelmäßig etwas dafür tun. Lieber täglich ein bisschen, als einmal ganz viel.

Zwei wichtige Dinge solltest du allerdings noch über deine Willenskraft wissen.

Deine Willenskraft ist begrenzt

Bei einem wissenschaftlichen Experiment zum Thema Selbstdisziplin sollten  die Teilnehmer zwei aufeinanderfolgende Aufgaben durchführen, die beide eine gewisse Disziplin verlangten. So mussten sie zum Beispiel zuerst ihre Gefühle zurückhalten und danach so fest wie möglich mit ihrer Hand zudrücken (oder andersherum).

Unabhängig von der Reihenfolge der Aufgaben und unabhängig davon, wie viel Selbstdisziplin die Teilnehmer hatten, bei der zweiten Aufgabe hatten sie immer weniger Willenskraft zur Verfügung als bei der ersten.7

Unsere Willenskraft ist also begrenzt. Keiner hat unendliche Willenskraft und je mehr Aktivitäten wir tun, für die wir Willenskraft brauchen, desto mehr schwindet diese.

Deshalb baut unsere Willenskraft über den Tag hinweg ab. Üblicherweise haben wir morgens mehr Willenskraft als abends. Vielleicht ist dir das auch schon aufgefallen.

Je stressiger und anstrengender unser Arbeitstag war, desto schwerer wird es uns zum Beispiel fallen, abends noch Sport zu machen. Meistens wollen wir nur noch auf der Couch entspannen, Müll fressen und uns eine neue Folge The Voice of Germany angucken. Da geht es mir nicht anders, doch mittlerweile gehe ich dieser Versuchung nur noch selten nach.

Es ist also wichtig, für was wir unsere Willenskraft einsetzen und wann wir sie einsetzen. Versuche deshalb früh wie möglich am Tag die Dinge zu machen, die für dich am wichtigsten sind und die den größten Einfluss auf das Erreichen deiner Ziele haben.

Es ist gut möglich, dass du dir deinen Tag nicht ganz so frei einteilen kannst wie ich es zum Beispiel momentan kann. Aber ich bin mir trotzdem relativ sicher, dass du deine Willenskraft intelligenter nutzen kannst.

Externe Faktoren, die deine Willenskraft beeinflussen

Glukose ist der Treibstoff für unsere Willenskraft. Wo keine Glukose, da keine Willenskraft. Um eine starke Willenskraft aufzubauen, ist es also wichtig, dass unser Gehirn mit genug Glukose versorgt ist.8

Damit unser Gehirn immer genug Glukose hat, spielen zwei Faktoren eine große Rolle: Ernährung und Schlaf.

Jegliches Lebensmittel, das Kalorien enthält, liefert unserem Gehirn Glukose. Doch Lebensmittel die Zucker enthalten liefern zwar sehr schnell Glukose, diese Zufuhr hält aber nicht lange an. Diese Lebensmittel stärken zwar kurzfristig unsere Willenskraft, aber danach kommt der sogenannte Zuckercrash.

Um unser Gehirn konstant und gleichmäßig mit Glukose zu versorgen, ist es am besten, wenn wir alle paar Stunden Lebensmittel mit einem niedrigen glykämischen Index essen. Das sind Nahrungsmittel wie:

  1. Frisches Obst
  2. Nüsse
  3. Magere Proteine
  4. Gemüse & Kräuter
  5. Marshmallows (Diese haben leider einen sehr hohen glykemischen Index, wie fast alle Süßigkeiten.)

Mindestens genauso wichtig wie die Ernährung ist Schlaf. Leiden wir unter Schlafmangel, funktioniert unser präfrontaler Cortex — der Bereich des Gehirns der für die Willenskraft zuständig ist — nicht optimal. Das führt letztendlich dazu, dass die Gehirnzellen nicht fähig sind, Glukose aufzunehmen.9

Arnold Schwarzenegger behauptete einmal, dass wenn man erfolgreich sein möchte, man nicht länger als 6.30 Stunden pro Nacht schlafen sollte — und falls das nicht reicht, sollte man einfach schneller schlafen.

Das ist zwar amüsant, aber nicht für jeden der optimale Tipp. Mir zum Beispiel sind 6.30 Stunden Schlaf zu wenig. Achte also darauf, dass du genug erholsamen Schlaf bekommst — oder frag Arnie, wie das mit dem schneller Schlafen funktioniert.

Kommen wir zum letzten und wichtigsten Punkt, wenn es darum geht, Disziplin zu lernen.

3. Disziplin lernen — Gewohnheiten

Egal, wie stark und ausgeprägt deine Willenskraft ist, früher oder später erreichst du den Punkt, an dem deine Willenskraft aufgebraucht ist. Deshalb ist der beste Weg um mehr Disziplin zu haben und den Dingen nachzugehen, die dich wirklich weiterbringen, sich gute Gewohnheiten anzueignen.

Ich versuche täglich zu meditieren, gesund zu essen, zu lesen, ins Fitnessstudio zu gehen, zu arbeiten und etwas zu machen, was mir Angst macht. Glaubst du, ich könnte all das täglich machen, wenn ich für diese Dinge meine Willenskraft bräuchte? Nein, denn es wäre zu viel.

Doch da die meisten dieser Aktivitäten für mich zur Gewohnheit geworden sind, fallen sie mir nicht mehr schwer. Ich brauch dazu nur noch wenig oder gar keine Willenskraft mehr.

Disziplin ist dann am effektivsten, wenn wir uns gute Gewohnheiten zulegen und schlechte ablegen. Oder anders ausgedrückt: am besten funktioniert Disziplin, wenn wir sie nicht beanspruchen müssen.

Das ist der Grund, warum Menschen, die sich mehrere Ziele auf einmal setzen, häufig keines erreichen. Sie verbrauchen zu viel Willenskraft bevor sie die einzelnen Aktivitäten zu Gewohnheiten umwandeln können.10

Nehmen wir als Beispiel gesunde Ernährung. Ich kann versuchen, bei jeder Mahlzeit mit reiner Willenskraft auf leckeres aber ungesundes Essen zu verzichten — und werde früher oder später scheitern.

disziplin lernen selbstdisziplin lernen 4

Die Alternative lautet mich an gesundes Essen zu gewöhnen. Ich kann lernen, gesund und lecker zu kochen und mich an gesundes Essen zu gewöhnen, bis es mir gut schmeckt. Des Weiteren kann ich mir das Leben einfacher machen, in dem ich nur gesunde Nahrungsmittel einkaufe, so dass ich gar nicht erst in Versuchung komme, ungesund zu essen.

Ähnlich sieht es mit dem Sport aus. Du wirst nicht über Monate hinweg regelmäßig Sport machen, wenn du dich dafür jedes Mal überwinden musst und deine Willenskraft brauchst. Versuche also, Spaß am Sport zu entdecken und alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Statt nach der Arbeit erst nach Hause zu gehen um deine Sportsachen zu holen, nimm deine Sportsachen mit zur Arbeit und gehe direkt von dort aus ins Fitnessstudio.

(Hier findest du übrigens einen ganzen Artikel zum Thema Motivation zum Sport.)

Das klingt nach belanglosen Kleinigkeiten, doch genau diese machen am Ende des Tages einen Unterschied. Hier noch ein kurzes Video dazu:

Um Gewohnheiten zu entwickeln, gibt es ein paar wichtige Dinge zu beachten:

  • Setzte dir kleine Ziele. Erscheint dir ein Ziel zu groß, wirst du die Aktivität die zu dem Ziel führt kaum zur Gewohnheit machen können. Keiner kann sich täglich überwinden etwas zu tun, von dem er sowieso glaubt, dass er es nicht erreichen wird.
  • Setze dir nur ein neues Ziel auf einmal, bis du das Gefühl hast, die neue Aktivität ist zur Gewohnheit geworden. Das man im Durchschnitt 30 Tage braucht, bis man eine Gewohnheit entwickelt, ist übrigens falsch. Wie schnell wir eine Gewohnheit entwicklen ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und kann zwischen 18 und 254 Tagen dauern.11
  • Sei nicht zu hart zu dir. Forschungen haben gezeigt, dass das Verpassen einer Möglichkeit um das neue Verhalten auszuführen, keine wesentlichen Auswirkungen auf den Bildungsprozess der neuen Gewohnheit hat. Möchtest du Meditation zu einer täglichen Gewohnheit machen und du setzt am Sonntag aus, weil dir die 6 Mojitos vom Vorabend das Leben schwer machen, ist das nicht schlimm. Mache einfach am nächsten Tag weiter.
  • Versuche an der Aktivität, die du zur Gewohnheit umwandeln willst, Spaß zu haben. Spaß ist Teil der intrinsischen Motivation. Hast du an einer Aktivität Spaß, musst du dich kaum noch dazu überwinden.

Um dauerhaft an deinen Zielen zu arbeiten und zu dem Mensch zu werden, der du sein willst, versuche, so viele gute Gewohnheiten wie möglich zu entwickeln. Viele Dinge werden dir dadurch leichter fallen, als wenn du versuchst, alles mit reiner Willenskraft zu erreichen.

Und falls du es nicht schaffst, gute Gewohnheiten zu entwickeln, keine intrinsisch motivierten Ziele findest und sich deine Willenskraft nicht zu stärken scheint, kannst du immer noch deine Zeit mir Happy-Hour-Cocktails, lustigen Katzenvideos auf Youtube oder der 127. Staffel Dschungelcamp verbringen. Es gibt Schlimmeres.

Erkenne dich selbst

Du weißt nicht, was du willst? Du hast manchmal das Gefühl, dass du dich selbst nicht kennst? Forschungen haben gezeigt, dass wir über eine schlechte Selbsterkenntnis verfügen. Das führt dazu, dass wir uns selbst belügen, uns etwas vormachen und unser Leben von unseren Ängsten bestimmen lassen.

Das kannst du ändern. Wie, erfährst du in meinem Ratgeber Innere Stärke. Du kannst dir den Ratgeber kostenlos als PDF herunterladen.

  1. Baumeister, R & Tierney, J.  (2012). Willpower: Rediscovering the Greatest Human Strength.
  2. Hofmann, W.; Luhmann, M.; Fisher, R. R.; Vohs, K. D. & Baumeister, R. F. (2014). Yes, but are they happy? Effects of trait self-control on affective well-being and life satisfaction. Journal of Personality 2014 Aug;82(4):265-77
  3. Wolfe, R. N. & Johnson, S. D. (1995). Personality as a Predictor of College Performance. Educational and Psychological Measurement 55
  4. Cognitive and attentional mechanisms in delay of gratification (1972). Mischel, W.; Ebbesen, E. B. & Raskoff Zeiss, A. Journal of Personality and Social Psychology, Vol 21, No 2, S. 204-218
  5. Shoda, Y.; Mischel, W. & Peake, P. K. (1990). Predicting Adolescent Cognitive and Self-Regulatory Competencies From Preschool Delay of Gratification: Identifying Diagnostic Conditions. American Psychological Association, Inc. Vol. 26, No. 6, S. 978-986
  6. Moffitt, T. E., Arseneault, L., Belsky, D. Dickson, N. & others (2011). A gradient of childhood self-control predicts health, wealth, and public safety. Proceedings of the National Academy of Sciences, 108(7), S. 2693–2698
  7. Baumeister, R. F.; Bratslavsky, E.; Muraven, M. & Tice, D. M. (1998). Ego Depletion: Is the Active Self a Limited Resource? Journal of Personality and Social Psychology 74.5: 1252-265
  8. Gailliot, M., Baumeister, R., DeWall, C., Maner, J., Plant, E., Tice, D., … Schmeichel, B. (2007). Self-control Relies On Glucose As A Limited Energy Source: Willpower Is More Than A Metaphor. Journal of Personality and Social Psychology, 325-336.
  9. Spiegel, K.; Tasali, E.; Leproult, R. & Van Cauter, E. (2009) Effects Of Poor And Short Sleep On Glucose Metabolism And Obesity Risk. Nature Reviews Endocrinology, 253-261.
  10. Dalton, A. N., & Spiller, S. A. (2012). Too much of a good thing: The benefits of implementation intentions depend on the number of goals. Journal of Consumer Research, 39(3), 600–614.
  11. Lally, P.; van Jaarsveld, C. H. M.; Potts, H. W. W.  & Wardle, J. (2009). How are habits formed: Modelling habit formation in the real world. European Journal of Social Psychology, Vol 40 Issue 6
22 Kommentare
  1. Martje
    Martje says:

    Toller Artikel, Anchu!
    Besonders der Teil, dass Aktivitäten unterschiedlich lang brauchen, bis sie zur Gewohnheit werden, hat mich fasziniert. Ich kann mir vorstellen, dass es nicht nur von Mensch zu Mensch Unterschiede gibt, sondern auch von den Aktivitäten abhängig ist. Wenn eine Aktivität, die ich mir zum Ziel setze, besser zu mir passt, dauert es wahrscheinlich nicht so lang, als wenn es etwas ist, für das ich sehr viel Willenskraft brauche.
    Toll, dass du am Ende auf deinen Ratgeber hinweist. Ich glaube, dass nicht-zu-wissen-was-man-will und sich dann Ziele von anderen zu übernehmen, die eben nicht eigenmotiviert sind, nur zu Enttäuschungen führen – weil wir früher oder später abbrechen und wieder ein Ziel nicht erreicht haben..
    Schöne Motivation am Morgen. Danke!

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Martje,
      danke.
      Ja, ich denke, je intrinsischer wir motiviert sind und je mehr Spaß wir an einer Aktivität haben, desto schneller wird sie zur Gewohnheit.
      Und solange wir Zielen anderer hinterherlaufen, werden wir auch nicht das Gefühl haben, erfolgreich zu sein.
      LG

      Antworten
  2. Jana
    Jana says:

    Hallo Anchu,

    ein toller Artikel zu einem spannenden Thema. Ich steh auf Disziplin, auch wenn ich an manchen Tagen weniger davon habe als sonst. Spannend finde ich das Thema in der Kindererziehung. Die meisten Eltern wollen disziplinierte Kinder und selber sind sie dieser Tugend nicht mächtig.

    Mit sonnigen Grüßen
    Jana

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Jana,
      danke. Das mit der Kindererziehung ist sicherlich ein interessantes Thema. Ich denke, man sollte von anderen nicht etwas verlangen was man selbst nicht lebt. Wie siehst du das, insbesondere beim Thema Erziehung?
      LG

      Antworten
  3. Jan
    Jan says:

    Hey Anchu,

    Das ist ein sehr interessanter und guter Artikel! Ich glaube auch, dass disziplinierte Menschen unterm Strich glücklicher sind. Undisziplinierte Menschen scheinen interessanterweise aber vom Gegenteil auszugehen, nämlich, dass ein „geregeltes“ Leben weniger Spaß macht. Zumindest ist das oft ihre Ausrede für ihre Disziplinlosigkeit. Diese Leute rational zu überzeugen klappt leider nicht (ich habe das schon mehrmals versucht). Jetzt ist mir auch klar, warum das nicht klappen kann: Den Leutne fehlt einfach ein Warum bzw. die intrinsische Motivation für etwas, für das es sich lohnt, diszipliniert zu sein. Mit Argumenten kann man da gar nichts machen.

    Viele Grüße und Danke für die Einsicht,
    Jan

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Jan,
      das ist ein interessanter Punkt. Auch ich dachte früher, dass ein geregeltes Leben doch langweilig sei. Aber oftmals gibt es uns Struktur und bringt uns am schnellsten unseren Zielen näher. Das Disziplin glücklicher macht, liegt auch wiederum daran, dass wir durch Disziplin ein größeres Gefühl von Kontrolle über unser Leben haben – und das wiederum macht uns glücklich. Mehr darüber erfährst du übrigens in diesem Artikel über Glück:
      http://anchukoegl.com/wie-werde-ich-gluecklich/
      LG

      Antworten
  4. Stephanie Mertens
    Stephanie Mertens says:

    Super Artikel! Gut aufgemacht, abwechslungsreich gestaltet, wertschätzend geschrieben, Hut ab!

    Für mich war der Einstieg mit dem Ziel und dem Warum ein wichtiger Punkt. Diesen nehme ich auch als Ausgangspunkt, um meine Interessenten für den Einstieg in das Thema zu begeistern. Im Warum entsteht die Motivation aus der die Disziplin fast wie von selbst folgt, einfach, weil es auch Spaß macht, genau.

    Vielen Dank für den schönen Beitrag. 🙂

    Liebe Grüße

    Stephanie

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Stephanie,
      danke, das freut mich zu hören. Ja, ich denke, es ist der falsche Ansatz mit stahlharter Disziplin uns dauerhaft zu Dingen überwinden, die uns gar keinen Spaß machen und in denen wir keinen Sinn sehen.
      LG

      Antworten
  5. Karl
    Karl says:

    Hi Anchu,
    wirklich super Artikel, eine positve Nebenerscheinung möchte ich noch zur Disziplin hinzufügen. Disziplin kann auch zur Unabhängigkeit führen. Schon der alte Diogenes sagte:
    „Wenn du dich zu begnügen wüßtest, dann bräuchtest du den Tyrannen nicht zu schmeicheln.“ Finde ich passend. Lg Karl

    Antworten
  6. Johannes
    Johannes says:

    Hey Anchu, ein toller Artikel.
    Viele tun sich schwer eine gewisse Disziplin zu entwickeln,
    und ich kenne ehrlich gesagt nur wenige Menschen,
    die diszipliniert sind. Doch meist sind das Menschen, die ausgeglichener
    und erfolgreicher sind als Andere. Ich glaube, um im Leben wirklich erfolgreich sein zu können, braucht man ein gewisses Selbst-Commitment, eine Art Selbstverpflichtung sich gegnüber. Und da ist wichtig, wie du es auf den Punkt bringst, zu unterscheiden aus welcher Motivation das Ziel heraus entspringt (intrinsisch oder extrinsisch). Vor allem das „Warum“ dabei zu erkennen ist ein wesentlicher Punkt.

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Johannes,
      ja, ich gebe dir recht, nur wenige Menschen sind dauerhaft diszipliniert. Doch das schöne ist, dass wir Disziplin lernen können. Es ist zwar nicht einfach, aber ein lohnenswertes Ziel.
      LG

      Antworten
  7. Mory
    Mory says:

    Die beste Form des Zuckers ist Fruchtzucker, es ist wie der Name schon sagt in Früchten enthalten. Probiert es ruhig aus, ihr bekommt davon kein Sugar Rush

    Antworten
  8. tabbi
    tabbi says:

    Zum Thema der Motivationen hab ich im Pädagogikstudium mal ne 30-Seiten-Arbeit geschrieben. Das „Problem“ in Deutschland ist, dass das gesamte Bildungssystem nicht nur auf extrinsische System setzt, sondern auch konsequent intrinsische demontiert; Kinder *haben* die nämlich von Anfang an (man muss kein normales Kind extern motivieren, damit es neugierig und lernbegierig ist=Neugieraktivität) – und man muss die intrinsischen schon erst *kaputtmachen*, damit die extrinsischen gut funktionieren (Noten, Geld, Anerkennung, Status)!

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Tabbi,
      ich denke auch zum Teil, dass intrinsische Motivation verhindert wird. Unsere Wirtschaft basiert zu einem Teil darauf, dass Menschen extrinsischen Zielen folgen (z.B. Konsum).
      LG

      Antworten

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