Loslassen lernen: Der wahre Grund, warum du nicht loslassen kannst

Loslassen lernen 1Loslassen lernen kann dein Leben verändern. In diesem Artikel erfährst du, warum loslassen so wichtig ist und wie genau du lernen kannst, die Dinge und Ereignisse loszulassen, die dich unglücklich machen und zurückhalten.

Das Leben besteht aus drei Phasen. Wir kommen rot, schrumpelig und schreiend zur Welt. Dann versuchen wir das Beste draus zu machen und scheitern an 23 verschiedenen Wunder-Diäten. Dann sterben wir.

Was die Lebensphase zwischen dem auf die Welt kommen und dem Sterben betrifft: Es gibt da etwas, was diese Phase um ein Vielfaches entspannter, leichter und schöner macht. Nein, damit meine ich nicht den Pizza-Lieferservice um die Ecke, der selbst nach Mitternacht noch liefert. Worauf ich mich beziehe, ist die Kunst des Loslassens.

Der Buddhismus lehrt uns, dass Glück weder durch materielle noch psychologische Besitztümer erreicht wird, sondern durch Loslassen. Und dem stimme ich größtenteils zu.

Loslassen lernen ist einer der großen Schlüssel für mehr Selbstakzeptanz, Glück und Zufriedenheit im Leben. Viele unserer Probleme haben ihre Ursache darin, dass wir nicht loslassen.

Es gibt kaum etwas, das mein Leben positiver beeinflusst hat, als loslassen zu lernen. Versteh mich nicht falsch. Auch ich kann nicht alles loslassen, was ich gerne loslassen würde, und auch bin ich nicht ansatzweise erleuchtet oder so etwas in der Richtung. Wäre das der Fall, würde ich einen Meter über dem Boden schweben, goldschimmerndes Licht würde mich umgeben und ich hätte eine scheiß Antwort auf absolut alles. Doch die habe ich nicht.

Siehst du, wie mich goldschimmerndes Licht umgibt? Nein? Ich auch nicht.

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Bevor du jetzt enttäuscht anfängst, Pokémon Go zu spielen, ein Tinderdate ausmachst oder dir lustige Katzenvideos auf Youtube anschaust, lass mich kurz erklären, warum das mit dem Loslassen so verdammt wichtig ist und warum du es unbedingt lernen solltest.

Im Leben laufen manche Dinge nicht so wie wir sie uns vorstellen. Sorry, das ist totaler Schwachsinn. Ich korrigiere: im Leben laufen die meisten Dinge nicht so wie wir sie uns vorstellen.

Wir werden von unserem Partner verlassen, weil wir zum dritten Mal in einer Woche vergessen haben, den Müll runterzubringen, wir scheitern im Bewerbungsgespräch für einen unterbezahlten und langweiligen Job, tragen Größe L statt S, wohnen in einer dunklen und kleinen Zweizimmerwohnung statt in einem 700m² Anwesen mit Golfplatz, fahren mit der U-Bahn zur Arbeit statt in einem türkisfarbenen Porsche Turbo Cabrio und unsere Freitagabend-Lieblingsendung wird wegen zu geringer Einschaltquote abgeschafft. Das Leben ist kein scheiß Ponyhof. 

Aber weißt du was? Das ist scheißegal.

Es ist scheißegal, weil es nicht die Ereignisse in unserem Leben sind, die zu Unzufriedenheit, Enttäuschung und Schmerz führen. Was in den meisten Fällen zu Unzufriedenheit, Enttäuschung und Schmerz führt ist, dass wir diese Ereignisse nicht loslassen.

Wir sind häufig unzufrieden mit uns selbst und unserem Leben, wir sind gestresst, wir sind in unserer Kreativität und Produktivität gehemmt, haben Probleme beim Einschlafen, können das Liebe machen nicht genießen, sind emotional blockiert, bestrafen uns immer noch für Fehler aus der Vergangenheit und reiben uns an Dingen auf, auf die wir keinen Einfluss haben. Die Lösung für diese und viele weitere Schwierigkeiten lautet: loslassen.

Nein, loslassen lernen ist keine magische Wunderpille, die alle deine Probleme löst. Aber es macht Vieles im Leben simpler, entspannter und angenehmer. Leider fällt uns das Loslassen oftmals so schwer wie nach sieben Drinks das Wort „Südafrikanischeerdkontinentalplatte“ rückwärts zu buchstabieren.

Loslassen: Warum es uns so schwer fällt

Sei es die Vergangenheit, negative Gedanken und Gefühle, Fehlentscheidungen, ungesunde Beziehungen oder einen langweiligen Job – das alles loszulassen fällt vielen Menschen schwer.

  • Wir hängen immer noch an unserem Ex-Partner, obwohl dieser uns verlassen hat, als Britney Spears noch für ihr musikalisches Talent und nicht für ihre Aussetzer bekannt war.
  • Weil wir uns vor Jahren mal auf einer Party lächerlich gemacht haben, sind wir seitdem nie wieder auf eine Party gegangen.
  • Wir verfolgen krankhaft ein Ziel, obwohl wir intuitiv wissen, dass es das falsche Ziel ist.
  • Wir glauben, dass wir nicht gut genug sind und können uns selbst nicht akzeptieren, egal, was wir erreichen.
  • Wir hängen seit Jahren in einem Job oder einer Beziehung fest, die uns unzufrieden macht.
  • Wir machen uns immer noch für einen Fehler fertig, den wir vor Jahren begangen haben.

Viel Unzufriedenheit, Schmerz und Trauer in unserem Leben entsteht, weil wir nicht loslassen. Aber warum ist loslassen so schwer?

1. Loslassen lernen: Angst

Loslassen lernen kann schwierig sein, weil es uns Angst macht. Loslassen bedeutet Veränderung und Veränderung verbinden die meisten Menschen mit Angst. Alles was neu ist, alles was anders ist, macht uns Angst. Und da Angst ein unangenehmes Gefühl ist und viele Menschen nicht wissen, wie sie mit ihrer Angst umgehen sollen, versuchen sie, diese zu vermeiden. Und damit auch das Loslassen.

(Eine Schritt für Schritt Anleitung, wie du systematisch deine Ängste überwinden kannst findest du hier: Ängste überwinden – ein praktischer Leitfaden.)

2. Loslassen lernen: versunkene Kosten

Ein weiterer Grund, der uns am Loslassen hindert, ist das, was in der Wirtschaft als versunkene Kosten bezeichnet wird. Vielleicht befindest du gerade in einem Job, der dich langweilt, in einer ungesunden Beziehung oder in einer anderen unangenehmen Lebenssituation.

Es fällt dir jedoch schwer loszulassen, weil du schon eine Menge Zeit, Energie und vielleicht auch Geld in diese Dinge investierst hast und diese nicht mehr reversibel sind (deshalb nennt man sie versunkene Kosten).

Hast du auch schon mal behauptet, dass du jetzt nicht aufhören kannst, weil du schon soooo viel Zeit oder Energie in etwas investiert hast? Genau das sind versunkene Kosten.

3. Loslassen lernen: Wir wollen nicht vergessen

Noch ein Grund, warum loslassen häufig schwer fällt: wir verwechseln loslassen mit vergessen. Etwas loszulassen heißt nicht automatisch, dass wir es vergessen. Nur weil ich meine Vergangenheit loslasse bedeutet das nicht, dass ich plötzlich keine Vergangenheit mehr habe. Genauso ist es mit einem Ex-Partner oder mit dem Verlust eines geliebten Menschen.

Im Jahr 2014 ist mein Vater gestorben. Seinen Verlust lasse ich mehr und mehr los. Doch deshalb habe ich ihn noch lange nicht vergessen. Die Erinnerungen an ihn lösen bei mir aber kaum noch Schmerz, Vorwürfe oder Trauer aus, sondern größtenteils Freude. Ich erinnere mich an die schönen Momente, die ich mit ihm hatte, die guten Seiten an ihm, die Dinge, die ich von ihm lernen durfte.

Loslassen bedeutet, dass wir innerlich Frieden schließen. Es bedeutet, dass wir die Erfahrung – egal, wie schmerzhaft sie war – verarbeiten und akzeptieren. Loslassen ist heilsam und impliziert keinesfalls, dass wir vergessen.

Diese drei Gründe (sowie andere weitere) sind mit dafür verantwortlich, dass uns das Loslassen schwer fällt. Was uns aber wirklich davon abhält loszulassen, ist unsere Identität.

Loslassen lernen: Das Problem mit der Identität

Ob bewusst oder unbewusst, wir alle entscheiden, was in unserem Leben eine Bedeutung hat – und damit entscheiden wir auch, woraus wir unseren Selbstwert ziehen und was uns eine Identität gibt.

Häufig identifizieren sich Menschen mit:

  • ihren Besitztümern
  • ihren Beziehungen
  • ihrem Beruf
  • ihrem Erfolg beim anderen Geschlecht
  • ihren Errungenschaften aus der Vergangenheit
  • ihren Zielen
  • ihren Gedanken und Gefühlen
  • der Marke ihres Autos, ihrer Jeans oder ihres Waschpulvers
Mein Boot, mein Apartment, mein Sonnenuntergang. (Trondheim, 2016)

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Je mehr wir etwas mit unserer Identität verknüpfen, desto schwerer fällt es uns loszulassen. Das Problem an der Geschichte ist, dass wir uns häufig mit verdammt viel Mist identifizieren.

Aus diesem Grund gibt es Menschen, die sich umbringen, nachdem sie ihren Job oder ihr ganzes Vermögen verlieren. Sie haben sich so stark mit ihren Job oder ihrem Geld identifiziert, dass sie ihr komplettes Selbstbild darauf aufgebaut haben. Als diese Dinge weg waren, ist ihre gesamte Identität zusammengekracht. Zumindest dachten sie das.

Falls es dir zum Beispiel sehr schwer fällt, dich von den Meinungen anderer zu lösen, dann liegt das größtenteils daran, dass dir die Meinungen anderer unheimlich wichtig sind und du einen Teil deines Selbstwerts und deiner Identität daraus ziehst.

Ähnlich sieht es aus, wenn du dich nicht von Selbstkritik lösen kannst. Du identifizierst dich mit deinen Gedanken und mit der kritischen Sicht auf dich selbst.

Und aus dem gleichen Grund kannst du auch nach Jahren deinen Ex-Partner nicht loslassen. Du hast dich – zumindest teilweise – durch die Beziehung identifiziert.

Als ich mich im Jahr 2012 von meiner damaligen Freundin getrennt habe, ist meine Welt zusammengebrochen und ich konnte diese Frau lange nicht loslassen. Das lag größtenteils daran, dass ich damals meinen Selbstwert aus der Beziehung mit ihr bezogen habe.

(Den Artikel über die Trennung findest du hier.)

Sei es ein Fehler in der Vergangenheit, die Meinung anderer, negative Gedanken und Gefühle gegenüber uns selbst, dein Ex-Partner oder der scheiß Bürojob, der dich so sehr langweilt wie ein Vortrag über das Paarungsverhalten von Ziegelsteinen – diese Dinge loszulassen fällt dir schwer, wenn dich zu sehr mit ihnen identifizierst.

Vor einigen Jahren habe ich den Entschluss getroffen, alles zu verkaufen, was ich nicht unbedingt brauche. Seitdem passt alles, was ich besitze, in einen großen Koffer. Die Entscheidung ist mir damals verdammt schwer gefallen. Ich hatte das Gefühl, dass ich durch den Verkauf von Büchern, Klamotten und anderen Dingen einen Teil meiner Identität verliere. Als würde eine scheiß Lederjacke etwas über mich aussagen.

Und so geht es uns häufig, wenn wir etwas loslassen möchten. Wir haben das Gefühl, einen Teil unseres Selbst zu verlieren. Als würde man uns einen Arm oder ein Bein abhacken.

Wir identifizieren uns häufig mit verdammt viel Mist. (Kiew, 2016)

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Loslassen lernen beginnt deshalb zu einem großen Teil damit, dass wir aufhören, uns mit externen Dingen zu identifizieren und sie zu einem Teil unseres Selbstbilds zu machen. Und was genau ich damit meine, erfährst du jetzt.

Loslassen lernen: „Be water my friend“

Vielleicht bist du der Meinung, dass die Vergangenheit, ein Beruf, eine Beziehung oder ein 52 Zoll Flachbildfernseher ein Teil von dir ist und dass sie dich zu demjenigen machen, der du bist.

Ja, die Vergangenheit, ein Beruf, eine Beziehung oder auch ein Fernseher ist ein Teil unseres Lebens. Aber das heißt noch lange nicht, dass sie uns als Mensch definieren.

Du bist nicht deine Vergangenheit, nicht dein Job, nicht deine Beziehung auch nicht dein Fernseher – ganz egal, wie groß das scheiß Ding ist. Stell dir vor, man würde dir alles in deinem Leben wegnehmen. Ja, ich weiß, kein schöner Gedanke, aber stell es dir trotzdem kurz vor. Was wäre dann? Du wärst du immer noch du. Du wärst immer noch ein Mensch mit Gefühlen, mit Werten, mit einer Persönlichkeit.

Bruce Lee sagte einmal:

„Leere deinen Geist. Werde formlos und gestaltlos wie Wasser. Wenn man Wasser in eine Tasse gießt, wird es zur Tasse. Gießt man Wasser in eine Flasche, wird es zur Flasche. Gießt du Wasser in eine Teekanne, wird es zur Teekanne. Sei Wasser mein Freund.“

(Daher das berühmte Sprichwort „Be water my friend“.)

Diese Weisheit trifft das Problem von Identität und Loslassen auf den Punkt. Möchten wir lernen loszulassen, brauchen wir eine flexible Identität. Eine Identität, die nicht auf Besitztümern, Erfolgen, Beziehungen oder anderen externen Dingen basiert – und nein, auch nicht eine, die auf einem Flachbildfernseher basiert.

Loslassen bedeutet Freiheit

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Viele Menschen haben eine starre Identität. Eine Identität, die auf externen Dingen basiert und die zusammenbricht, sobald sich diese Dinge ändern. Deshalb gibt es Menschen, die nicht darüber hinwegkommen, dass sie ihren Job verlieren oder von ihrem Partner verlassen werden. Ein Großteil ihrer Identität basierte auf diesen Dingen und sie sind unfähig, sich den neuen Gegebenheiten anzupassen.

Eine flexible Identität entsteht, wenn wir uns nicht mit externen Dingen identifizieren, sondern uns in vollkommener Selbstakzeptanz üben. Wenn wir uns selbst und die Umstände so akzeptieren, wie sie sind, anstatt dagegen anzukämpfen. Wenn wir lernen, mit unseren Ängsten, negativen Gedanken und Gefühlen besser umzugehen und wir realisieren, dass wir zwar das Leben nicht kontrollieren können, jedoch unsere Reaktion darauf.

Durch eine flexible Identität sind wir fähig, uns an verschiedene Lebenssituationen und Veränderung anzupassen und besser mit ihnen umzugehen. Wir hören auf, das Unkontrollierbare kontrollieren zu wollen und surfen stattdessen auf der Welle des Lebens während die glutrote Sonne den Ozean küsst.

Und dann sind wir Wasser. Wenn man Wasser in eine Tasse gießt, wird es zur Tasse. Gießt man Wasser in eine Flasche, wird es zur Flasche. Gießt du Wasser in eine Teekanne, wird es zur Teekanne. Trotzdem bleibt das Wasser immer Wasser.

Eine flexible Identität hat deshalb auch nichts mit Unehrlichkeit, mangelnder Authentizität oder sich verstellen zu tun. Eine flexible Identität bedeutet nur, dass man seinen Selbstwert nicht aus externen Dingen bezieht, sondern sich selbst und das Leben so akzeptiert, wie es ist.

Je flexibler unsere Identität ist und je weniger sie auf externen Dingen basiert, desto leichter fällt es, uns an das Leben anzupassen und die Dinge loszulassen, die wir loslassen möchten.

Verstehe mich nicht falsch. Eine Trennung ist selten einfach. Einen Geliebten Menschen zu verlieren wird (fast) immer schmerzen. Ein Berufswechsel ist ein großer Wandel im Leben und häufig mit Ängsten verbunden.

Doch diese und andere negative Erfahrungen müssen nicht jahrelang unser Leben beeinflussen. Wir können, dürfen und sollten sie loslassen. Denn erst dadurch sind wir bereit, neue Erfahrungen, neue Gefühle, neue Möglichkeiten und auch neue Menschen in unser Leben zu lassen. Oder einen neuen Flachbildfernseher.

Wie geht es weiter?

Loslassen ist nicht immer einfach. Die Technik des „neutralen Beobachters“ kann dir dabei helfen. Wie diese genau funktioniert und wie du generell besser mit Ängsten, negativen Gedanken und unangenehmen Gefühlen umgehst, erfährst in dem Ratgeber „Ein starkes Selbst“.

Du kannst dir den Ratgeber kostenlos als PDF herunterladen. Du musst dafür auch nicht deine Identität aufgeben, deine E-Mail Adresse einzugeben reicht schon.

Das Leben ist ein Geben und Nehmen

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33 Kommentare
  1. Elias
    Elias says:

    Hallo Anchu,
    (mal wieder) ein sehr gelungener Artikel.
    Soweit ich weiß, meditierst du regelmäßig. Hat dir das dabei geholfen, mehr loszulassen?

    Antworten
  2. Jannik
    Jannik says:

    Toller Artikel! Loslassen ist echt eine wichtige Gabe. Bei dem Thema „versunkene Kosten“ habe ich mich bzw. meinen Vater direkt wieder erkannt. Er ist der Meinung, dass mein 3-jähriges Studium und das investierte Geld komplett umsonst gewesen wäre, wenn ich in einem anderen Beruf arbeite. Ich sehe das überhaupt nicht so, denn alles was ich in mich selbst investiere und wo ich Erfahrungen sammele, wird mir später zu einem bestimmten Zeitpunkt helfen.

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Jannik,
      danke.
      Ich teile deine Sichtweise. Nur weil du nicht in dem Bereich arbeitest, war die Zeit nicht verloren. Du hast dich als Mensch ja sicherlich weiterentwickelt. Und abgesehen davon: vlt. hat es dir ja auch dabei geholfen, herauszufinden, was du nicht willst…
      LG

      Antworten
      • tabbi
        tabbi says:

        Das mit den versunkenen Kosten ist mir schon lang bewusst. Ich würde sagen, dass die Gegenwart/Zukunft zählt, nicht die Vergangenheit, denn die ist vorbei; in einer Beziehung zu bleiben, weil sie mal schön WAR (aber nicht mehr IST und nicht mehr WERDEN KANN) – ist natürlich reine VERSCHWENDUNG von Zeit und Energie.

        Dennoch hänge ich drei Monate nach einer Trennung auch noch an einer Frau (obwohl ich die Trennung mitvollzog und auch noch dahinter stehe, dass es nicht weiter geht) und keine Anhnung warum ich jeden Tag noch an sie denke und wie ich das mal stoppen kann.

        Antworten
          • tabbi
            tabbi says:

            Danke dir! Seltsam finde ich nur, dass es nach so langer Zeit noch täglich mehrmals in meinem Leben auftaucht. Muss allerdings sagen, dass beiderseits rationale Gründe die Trennung nötig machten und nicht etwa fehlende Gefühle oder Leidenschaft.

            Deine Texte finde ich außergewöhnlich klug. Hab diesen hier per Link auch mal an Leute „verteilt“, die ich für interessiert an so was halte.

  3. Mattias
    Mattias says:

    Hi Anchu,

    großes Kompliment! Du schaffst es, komplexe Dinge des Lebens, die einen unbewusst hemmen oder blockieren, einfach, plakativ und gut verständlich zu beschreiben und sorgst so bei mir immer wieder für einen „Aha-Effekt“. Danke dafür!

    LG,

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Matthias,
      danke, das freut mich zu hören. Allerdings habe ich an dem Artikel wirklich lang gesessen… Es ist also auch nichts, was ich mal eben schnell aus dem Hut zaubere 🙂

      Antworten
  4. Eva
    Eva says:

    Hallo Anchu,
    toller Artikel! Zur richtigen Zeit. Loslassen fällt
    mir sehr schwer. Auch wenn mir so vieles bewusst ist und der Verstand die „Probleme“ verstanden und erkannt hat, fällt es mir sehr schwer, das Loslassen umzusetzen- anzunehmen.. Das Herz kommt nicht so ganz hinterher ;(
    Ich werde den
    Ratgeber lesen und bin gespannt auf weitere Artikel! Weiter so und alles Liebe!

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Eva,
      hast du schonmal Yoga oder auch Meditation ausprobiert? Manche Dinge kann man über den Verstand nur schwer lösen und es ist einfacher, es über eine „körperliche“ Ebene zu machen. Das funktioniert gerade beim Thema loslassen bei mir sehr gut…
      LG

      Antworten
  5. Silviana Tabita
    Silviana Tabita says:

    Hallo Anchu,
    ein gelungener Artikel! Vielen Dank dafür.

    Mit dem Thema Loslassen beschäftige ich mich aktiv, passiv, plakativ, körperlich und auf welchen Ebenen auch immer schon eine ganze Weile. Als gelernter DDR-Bürger bin ich damit aufgewachsen, dass man alles noch brauchen kann, Ressourcen schonen und weiterverwenden soll etc. Obwohl ich noch heute darauf achte, keinen verschwenderischen Lebensstil zu führen und Güter, die ich nicht mehr brauche, tausche oder verschenke, freue ich mich doch zusehends, dass ich immer mehr Dinge, Menschen und Ansichten loslassen kann, die mir bisher das Gefühl von Sicherheit vermitteln sollten. Oder an die ich mich einfach gewöhnt hatte. Gerade durch Meditation und Körperarbeit finde ich die wahren Ursachen für mein Befinden und muss mir nicht mehr eine hart erarbeitete scheinbare „Sicherheit“ erschaffen.

    Deine Ausführungen speziell zu versunkenen Kosten fand ich daher sehr interessant. So viel investiert, dass es Sicherheit bietet. Okay. Aber soviel investiert und eigentlich belastet es nur noch, aber es soll ja nicht umsonst gewesen sein… Diese Ansicht steckt doch noch mehr in meinen Zellen als mir lieb ist. Ich hatte früher einen langweiligen stressigen Bürojob, hatte das Gefühl meine Seele für dieses Geld zu verkaufen. Und wenn dann der ROI (Return of Investment) nicht passend war, tja, dann war alles umsonst. Verschwunden, versunken. Doppelt versklavt. Frustriert bei der Arbeit, viel Geld hab ich auch in Selbstfindungs- und alternative Heilmethoden gesteckt. Und dann den ganzen Besitz pflegen, ordnen. Sklave meines Hausrates… Unter dem Strich blieb dennoch nicht viel übrig. Heute verdiene ich sehr viel weniger, finde Heilung in Begegnung mit anderen Menschen, brauche weniger Zeug, weil ich nicht mehr bürotauglich sein muss. Herrlich!

    Du siehst Anchu, mit deinem Artikel hast du voll ins Schwarze getroffen und ich mag deinen etwas flapsigen Schreibstil sehr und teile deinen Artikel gerne auf FB.

    Liebe Grüße von Tabita

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Silviana,
      ich kann mir vorstellen, dass du durch die DDR_Erziehung noch ein paar „merkwürdige“ Glaubenssätze mit auf den Weg bekommen hast…
      Auch mir fällt es noch manchmal schwer loszulassen. Bei mir sind es vor allem die Erwartungen. Erwartungen an mich und an das Leben.
      Ähnlich wie dir hat auch mir Meditation und Körperarbeit seht gut getan. Und eben auch „umdenken“ (versunkene Kosten, Identität, etc.)
      Ich weiß nicht, ob du den Artikel schon kennst, aber letztes Jahr habe ich über materiellen Besitz geschrieben und warum weniger davon häufig mehr ist:
      http://anchukoegl.com/minimalismus-minimalistisch-leben/
      LG
      p.s. Flapsig nimm ich jetzt mal als Kompliment auf 🙂
      p.p.s. Danke fürs Teilen

      Antworten
      • Silviana Tabita
        Silviana Tabita says:

        Hallo Anchu,

        ja, flapsig war als Kompliment gemeint. So nah am Leben halt und nicht so verkopft und du schreibst nicht so besserwisserisch, sondern erfrischend. Den Artikel über Minimalismus habe ich auch noch flott gelesen. Da habe ich eine Meisterin des Verschenkens an meiner Seite. Meine Schwester – sie hat fast nichts mehr, wohnt im Sommer mit ihrem Sohn in einem engen Camper und im Winter manchmal bei mir. Eine Wohnung hat sie nicht. Zumindest im Moment… http://jedida.de Im Moment reist sie durch Bali mit ihrem Sohn und schreibt an ihrem Karma-Roman.

        Ich persönlich entrümple 1x im Monat… Na, es darf noch weniger Zeug werden. Die Dinge, die mir die meiste Freude machen sind Nähen (gerne aus alten Klamotten oder Bettwäsche Neues gestalten), Malen und Massieren. Bin so in Kontakt mit meiner Kreativität und das Erschaffen macht mehr Spass als das Konsumieren – es ist einfach nachhaltiger. An den selbstgenähten Dingen erfreue ich mich immer wieder, wenn ich es in die Hand nehme (und das passiert mit Einkaufstaschen sehr oft). Oft geht es mir beim Einkaufen so, dass ich denke: Wow, das sieht ja super aus und ist praktisch. Das könnte ich aus Zeug herstellen, was bei mir daheim rumliegt. So gehe ich dann wieder heim und werde kreativ. Sicher auch nicht im Sinne des Erfinders der Einkaufsmeilen. 😉
        Noch besser: die Eigenkreationen an liebe Menschen verschenken 😉

        Bis dann und viel Freude weiterhin auf Reisen und beim Schreiben.

        LG,
        Silviana Tabita

        Antworten
  6. Christian
    Christian says:

    Hej Anchu, vielen Dank für die interessanten Gedanken. Ich kämpfe beim Loslassen übrigens auch stark mit versunkenen Kosten.

    Eine Kleinigkeit: Magst du vielleicht das Video schneiden? Zu Beginn setzt du nämlich zweimal an.

    Schöne Kulisse übrigens vor dem Kloster St. Michael 🙂
    LG – Christian

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Christian,
      ich dachte, ich lass den „Fehler“ im Video mal drin. Loslassen und so 🙂
      Der erste Schritt ist, dass dir das schonmal bewusst ist. Daran kannst du ansetzten…
      LG

      Antworten
  7. Susanne
    Susanne says:

    hey Anchu!

    Toller Artikel, der Schreibstil ist wunderbar! Ein bisschen zucke ich beim 10. „Scheisse“… ich versuche es mir gerade abzugewöhnen. Wenn man dann seinen 5Jährigen ständig „Scheisse“ oder „Scheissdreck“ sagen hört, fällt es dann doch auf, wie oft man das wohl selber von sich gibt. Ich lasse das Wort jetzt los:-)

    Ich bin mir nicht ganz sicher, ob man wirklich alles loslassen kann. Für manches hat man doch auch einfach die Verantwortung. Wenn mein oben genannter 5Jähriger 4 Meter über dem Boden in einem Baum hängt und mit beiden Händen winkt, dann denke ich: loslassenloslassen. Ähm, moment, nein: „Lass nicht loooos!“
    Aber was ich eigentlich sagen will: Da kann ich noch nicht so gut loslassen!

    Vielleicht ist es auch wichtig, etwas zu finden, was anstelle des „Losgelassenen“ kommt: wenn man am Ex hängt, seine Gedanken auf neues richten. Nicht zwanghaft auf neue Partner, einfach auf etwas, das einen begeistert. Kann auch Kamelreiten oder Asiatische Kochkunst sein.

    und nochwas zum Thema: während der Geburt meines 1. Kindes sagte die Hebamme: sie müssen jetzt loslassen. Das war in Stunde 47 dieser Geburt, nach 2 Stunden Presswehen. Ich hätte sie töten können!!!:-);-)

    ganz liebe Grüße
    Susanne

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Susanne,
      erst mal danke! Ich gebe dir recht, nicht immer und nicht alles kann mal loslassen – und manchmal sollte man auch nicht loslassen. Ich habe noch keine Kinder, aber ich kann mir vorstellen, dass wenn es soweit ist, sich mein Leben auch nochmal radikal verändern wird.
      Aber letztendlich kann man paradoxerweise auch den Gedanken, loslassen zu müssen, loslassen. Und damit schließt sich für mich der Kreis wieder.
      LG
      p.s. Kamelreiten klingt super!

      Antworten
      • Susanne
        Susanne says:

        Hey Anchu!

        Spannenderweise habe ich beim 3. Kind loslassen gelernt. Nicht völlig. Er darf sich jetzt mit einem Jahr durch unser Haus bewegen, obwohl es fast nur aus Treppen besteht. Wenn Besuch kommt, sagen die: „wo ist der Kleine denn?“
        Und ich: „oben oder so“
        das wäre bei Kind eins nie möglich gewesen.
        Dann habe ich aber mit einer Freundin festgestellt, das Kind eins sich auch total in Gefahrensituationen begibt. Er versucht über Zäune zu klettern, hinter denen es so 20 Meter runter geht und solche Sachen.
        Was war da wohl zu erst da? Henne oder Ei? Glucke oder Draufgänger?

        Kamelreiten wäre auf jeden Fall genial!:-)
        liebe Grüße
        Susanne

        Antworten
  8. Sebastian
    Sebastian says:

    Das versteh ich, dass das einer deiner Lieblingsartikel ist, Anchu. Ich finde ihn auch sehr gut und das Thema ist extrem wichtig. Eins würde ich noch ergänzen: „Du bist nicht dein Körper.“

    Das Foto vor dem blau-weißen Gebäude ist der Knaller.
    Freue mich schon auf den Datingratgeber, der wird sowas von gekauft…
    Gruß
    Sebastian

    Antworten
      • Sebastian
        Sebastian says:

        Das hat nicht nur mit dem momentanen Schönheitswahn zu tun (ob der so momentan ist oder es ihn früher auch schon, vielleicht in anderer, aber nicht geringerer Form, gab, sei mal dahingestellt), sondern generell. Warte noch mal 10-15 Jahre, dann weißt du was ich meine. Bei Eckhart Tolle ist das auch immer ein großes Thema („Nicht-Identifikation mit dem Körper“, wie er es nennt).
        LG

        Antworten
  9. Silvia
    Silvia says:

    Zum richtigen Zeitpunkt…und wirklich ausführlich 🙂 Besonders…Loslassen heißt nicht Erinnerungen löschen! Ja, das stimmt…werde versuchen, es zu verinnerlichen. Das ist echt ein wichtiger Punkt.
    Danke und liebe Grüße, Silvi

    Antworten
  10. Isi
    Isi says:

    Hallo du,
    was ist denn wenn ich sowas von loslassen will, meine Lieben aber gar nichts davon halten und ich keinen Weg finde die Akzeptanz für mein Loslassen zu erhalten. JA, jetzt wo ich es schreibe scheint mir der „Fehler“ immer noch in mir zu liegen. Die Frage ist immer wieder nicht das WAS ich tun soll/ kann sondern WIE es mir gelingen kann.
    Will ich zu schnell zu viel zu perfekt?
    Oder bin ich doch nicht so „willig“ diesen Weg wirklich zu gehen, einmal durch den Schmerz durch und dann leben?
    Ich dachte immer ich wäre eine total egoistische Person und die Meinung Anderer und ihre Ansichten könnten mir egal sein, doch ich stelle fest dass ich nicht nach meinem Herzen handel sondern nach Befindlichkeiten meiner Mitmenschen! Aus lauter Angst anzuecken ecke ich an! Das ist scheiße.
    Mir geht es da wie Susanne allerdings irgendwie umgekehrt, früher war alles leichter, die Kinder hatten 100 mal mehr Freiheiten als andere; heute engen mich diese lieben Menschen durch ihre Wertungen ziemlich ein. Ziemlich wirres Zeug…
    Liebe Grüße
    Isi

    Antworten

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