Wer bin ich? Eine Schritt für Schritt Anleitung zur Selbsterkenntnis

Wer bin ich? Das ist eine Frage, die sich die meisten Menschen irgendwann im Leben stellen. Und die alles andere als einfach zu beantworten ist. In diesem Artikel wirst du herausfinden, wer du wirklich bist, was dir wichtig ist und was du im Leben willst.

Lass uns ehrlich sein: Die meisten Menschen haben keinen blassen Schimmer davon, wer sie eigentlich sind.

Ich meine, sieh dir die Gesellschaft an …

Die meisten Menschen verhalten sich wie Hühner, denen man gerade den Kopf abgehackt hat. Sie rennen völlig verrückt durch die Gegend, ohne zu wissen, wer sie sind, was sie gerade tun oder wohin sie wollen.

Dabei ist Selbsterkenntnis verdammt wichtig. Vermutlich ist sie eines der wichtigsten Dinge überhaupt im Leben.

Wer bin ich wirklich? Warum Selbsterkenntnis so wichtig ist

Bevor es los geht: Was ist eigentlich Selbsterkenntnis? Und was hat sie mit der Frage Wer bin ich? zu tun?

Kurz gesagt:

Selbsterkenntnis ist die klare Wahrnehmung der eigenen Persönlichkeit. Dazu gehören deine Charaktereigenschaften, Stärken und Schwächen, Überzeugungen, Motivation und Gefühle.

Und warum ist Selbsterkenntnis so wichtig?

Je besser du verstehst, wer du bist, was dich auszeichnet und was dir wichtig ist, desto eher wirst du ein erfülltes Leben führen.

Eine umfassende Selbsterkenntnis wird dir dabei helfen, dich selbst besser zu verstehen, richtige Entscheidungen zu treffen und dich weiterzuentwickeln.

Anders gesagt: Je besser du die Frage Wer bin ich? beantworten kannst, desto besser wird dein Leben sein.

  • Du wirst in der Lage sein, dich selbst und dein Verhalten besser zu verstehen und gegebenenfalls zu ändern.
  • Du wirst Verantwortung für deine Aussagen, dein Verhalten und deine Entscheidungen übernehmen und aufhören, dir selbst oder anderen etwas vorzumachen (Ja, das nennt man auch erwachsen werden).
  • Du erkennst deine eigenen Stärken, Schwächen und Macken, wodurch du selbstbewusster wirst.
  • Du findest heraus, wofür du stehst, was dir wichtig ist und was du willst.

Ok, Anchu klingt gut! Aber wie funktioniert das Ganze?

Wie finde ich heraus, wer ich bin und was ich will?

Wir Menschen haben die große Gabe, über uns selbst nachzudenken.

Das ist Segen und Fluch zugleich.

Während eine Katze restlos glücklich ist, wenn sie genug zu fressen hat und ab und an eine Streicheleinheit bekommt, liegst du nachts um drei hellwach in deinem Bett und fragst dich, wer du bist und was du willst.

Wer bin ich? Und was will ich? Ahhhh, ich brauch ein Bier…

Vermutlich hast du dir auch schon mal folgende Fragen gestellt:

  • Wer bin ich eigentlich?
  • Warum bin ich, wie ich bin?
  • Welche Art Mensch bin ich?
  • Wo will ich hin im Leben?
  • Was will ich überhaupt?

Wahrscheinlich werden dir diese Fragen nicht dabei helfen, dich selbst besser kennenzulernen.

Warum? Weil sie zu allgemein sind.

In diesem Artikel betrachten wir deshalb 3 Schritte, damit du dich auf einer tieferen Ebene besser kennenlernst und herausfindest, wer du wirklich bist.

Die 3 Schritte stellen die 3 Level der Selbsterkenntnis da.

Du kannst dir diesen Artikel auch als Podcast auf iTunes oder direkt hier anhören:

Wer bin ich – Level 1: Drei Dinge, die dich ausmachen

Bevor es wirklich tief geht und interessant wird, möchte ich dir 3 grundlegende Punkte erklären, die dich ausmachen.

Diese Punkte sind vielleicht nicht unbedingt Neu für dich, doch sie sind trotzdem wichtig.

Eigenschaften: Was bin ich für ein Mensch?

Weißt du, was eine der großen Erkenntnisse in meinem Leben war?

Zu verstehen, dass wir Menschen gar nicht so unterschiedlich sind.

Letztendlich wünschen wir uns fast alle das Gleiche – Liebe, Anerkennung, Erfolg, Glück, Sex – und haben mit ähnlichen Problemen zu kämpfen – Ängste, Einsamkeit, Selbstzweifel, Schmerz, Ablehnung.

Dass wir Menschen relativ ähnlich sind, heißt jedoch noch lange nicht, dass wir gleich sind. Denn das sind wir nicht.

Jeder Mensch ist einzigartig. Nicht nur von der äußeren Erscheinung, sondern auch von den Charaktereigenschaften.

Dir Gedanken darüber zu machen, was für Eigenschaften dich auszeichnen, ist deshalb ein guter erster Schritt, um die Frage Wer bin ich? ein bisschen besser zu beantworten.

Was macht dich aus?

Hier sind ein paar Dinge, die dir dabei helfen können:

  • Beschreibe dich in 5 Adjektiven (Wahrscheinlich fällt dir das schwer, versuche es trotzdem).
  • Was sagen anderen Menschen oft über dich? (z.B. dass du sehr authentisch, ehrlich oder hilfsbereit bist).
  • Was glaubst du, würden die Menschen auf deiner Beerdigung von dir sagen?
  • Was sind deine Stärken und was deine Schwächen?

Beispiel: Welcher Mensch bin ich?

So würde ich mich grob beschreiben:

Ich bin:

  • positiv
  • ehrlich
  • reflektiert
  • mutig
  • tiefgründig

Meine Stärken:

  • komplexe Zusammenhänge verständlich erklären
  • Disziplin
  • gute soziale Fähigkeiten
  • ich kann mich gut anpassen

Meine Schwächen:

  • ich denke manchmal zu sehr an mich selbst
  • ungeduldig
  • ich lerne langsam
  • ich glaube oft, alles besser zu wissen.

Werte: Was ist dir wichtig?

Deine persönlichen Werte beschreiben die Dinge im Leben, die dir wichtig sind.

Ein paar Beispiele für Werte sind:

  • Familie
  • Freiheit
  • Ehrlichkeit
  • Wachstum
  • Gesundheit
  • Freundschaft
  • Integrität
  • Mut

Ich habe auf diesem Blog schon einiges über Werte geschrieben. Auch in meinem Buch Scheiß drauf! geht es ein ganzes Kapitel um Werte.

Werte sind eine Art Lebenskompass.

Sie geben deinem Leben einen Sinn, treiben dich auch in schwierigen Situationen an und lassen dich Dinge tun, die sich zwar nicht gut anfühlen, aber gut für dich sind.

Wenn dir zum Beispiel Ehrlichkeit wichtig ist, wirst du zu deinem Partner und zu deinen Freunden ehrlich sein, selbst wenn es dir schwer fällt und es sich in dem Moment nicht gut anfühlt.

Oder wenn es dir wichtig ist, einen gesunden und sportlichen Körper zu haben, wirst du Sport machen, selbst wenn du müde bist und keine Lust hast.

Oder wenn es dir wichtig ist, eine gute Mutter oder ein guter Vater zu sein, wirst du dich abends noch hinsetzen und deinem Kind bei den Hausaufgaben helfen, obwohl du vor lauter Müdigkeit kaum die Augen offen halten kannst.

Was sind deine wichtigsten Werte?

Mach dir eine Liste.

Das sind zum Beispiel 5 wichtige Werte für mich (Reihenfolge ist unwichtig):

  • Wachstum
  • Familie
  • Bewusstsein
  • Freiheit
  • Freunde

Lebensvision: Was erwarte ich vom Leben und warum bin ich hier?

Die Frage Wer bin ich? gehört zu den ganz großen Fragen im Leben.

Doch mindestens genauso wichtig ist die Frage nach dem Lebenssinn.

Zu verstehen, was du vom Leben erwartest und warum du hier bist, wird dir helfen, dich selbst besser kennenzulernen.

Selbsterkenntnis ist eine Reise nach Innen

Was dir helfen kann, deinem Lebenssinn näher zu kommen, ist dich mit deinem eigenen Tod auseinanderzusetzen. Lass mich das erklären.

Oft leben wir, als wären wir unsterblich.

Dabei kann unser Leben jederzeit enden. Uns das bewusst zu machen, kann uns daran erinnern, worum es in unserem Leben gehen soll.

Stelle dir kurz vor, du hättest nur noch ein Jahr zu leben.

  • Was würdest du noch unbedingt vorher tun wollen? (Denkst du gerade an einen Dreier? Du Ferkel!)
  • Wen würdest du unbedingt nochmal wiedersehen?
  • Was würdest du der Nachwelt hinterlassen wollen?
  • Wie sollen dich Menschen in Erinnerung behalten?
  • Mit welchen Menschen würdest du deine Zeit verbringen wollen?

Letztendlich entscheidest du, was der Sinn des Lebens für dich sein soll. Und dich an die eigene Sterblichkeit zu erinnern, kann dir dabei helfen.

Da die Frage nach dem Sinn des Lebens jedoch ein sehr ausführliches Thema ist, habe ich darüber einen eigenen Artikel geschrieben.

Falls dich das Thema beschäftigt, lies den Artikel:

Was ist der Sinn des Lebens?

Wer bin ich – Level 2: Hör auf, dir etwas vorzumachen!

Wir Menschen sind wahre Experten darin, uns selbst zu belügen.

Wir verzerren die Dinge also oftmals so lange, bis sie unseren bisherigen Ansichten, Glaubenssätzen und unserem Selbstbild entsprechen.

Das ist so, wie wenn du dir selbst einen Orgasmus vortäuscht – und es glaubst.

Der Grund dafür ist das Streben nach einer positiven Selbstsicht. Dieses Streben zählt zu einem der stärksten menschlichen Bedürfnisse.

Widerspricht etwas deinem persönlichen Selbstbild, stellt das eine Bedrohung dar. Das kann dazu führen, dass du diese Bedrohung ausblendest oder die Fakten verzerrst, um dein bisheriges Selbstbild aufrecht zu erhalten.

Anders ausgedrückt: Wir rennen häufig vor der Wahrheit davon, weil wir Angst haben, dass wir sie nicht verkraften könnten.

Der wichtigste Schritt zur Selbsterkenntnis

Der wichtigste Schritt, um dich selbst besser kennenzulernen, ist, radikal ehrlich zu dir selbst zu sein.

Und bevor du dich wunderst: Ja, das ist meistens verdammt schmerzhaft.

Deshalb tun es die meisten Menschen auch nie und haben ihr Leben lang immer wieder mit den gleichen Problemen und Situationen zu kämpfen.

Ehrlich zu dir selbst zu sein impliziert, dir Dinge einzugestehen, die du bis jetzt nicht wahrhaben wolltest. Du musst dir somit all deine Schattenseiten anschauen, die du bis jetzt so erfolgreich verdrängt hast.

Der beste Weg hierfür ist, dich zu fragen, warum du etwas tust oder warum du etwas nicht tust.

Das sind also die zwei Fragen, die du dir stellen solltest:

  • Warum tue ich das, was ich tue?
  • Wovor laufe ich davon?

Selbsterkenntnis-Frage 1: Warum tue ich das, was ich tue?

Die allermeisten Menschen haben eine Menge Ziele. Und oft sind ihre Ziele ähnlich:

Ich will:

  • Einen Partner finden.
  • Mehr Geld verdienen.
  • Befördert werden.
  • Abnehmen.
  • Ein neues Auto.
  • In den Urlaub.
  • bla, bla, bla.

Was jedoch die wenigsten Menschen tun, ist ihre Ziele zu hinterfragen. Also herauszufinden, was die eigentliche Motivation hinter dem ist, was sie anstreben.

Die wenigsten Menschen fragen sich, warum sie etwas wollen

Nehmen wir an, du möchtest befördert werden. Nun kannst du dich fragen, warum du das willst.

Die erste Antwort wird vermutlich sein, dass du mehr Geld verdienen möchtest.

Diese Antwort ist rational.

Falls dich dann fragst, warum du mehr Geld verdienen möchtest, wirst du vermutlich weitere rationale Antworten finden: Dass du mehr reisen willst, dir ein neues Auto kaufen möchtest, Geld für eine Brustvergrößerung brauchst oder für ein eigenes Haus sparst.

Wenn du dich aber lange genug hinterfragst und den Mut hast, ehrlich zu sein, wirst du irgendwann die wahre Motivation für dein Ziel finden.

Und diese lautet dann womöglich, dass du befördert werden willst, weil du deine Eltern beeindrucken musst. Oder weil du deinen Selbstwert davon abhängig machst, wie erfolgreich du beruflich bist. Oder weil du willst, dass dich andere für deine Leistung bewundern. Oder irgendetwas anderes Abgefucktes.

Autsch! Diese Erkenntnis tut weh.

Doch wenn der Schmerz erst mal vorbeizieht, ist diese Erkenntnis auch verdammt befreiend. Vor allem ist sie ein wichtiger Schritt zu mehr Selbsterkenntnis.

Fange deshalb an, zu hinterfragen, warum du etwas willst.

Wenn du mutig und ehrlich antwortest, wirst du verdammt viel über dich erfahren.

Selbsterkenntnis-Frage 2: Wovor laufe ich davon?

Kennst du die typischen Szenen aus schlechten Horrorfilmen, in denen das Opfer kreischend vor dem Mörder davonrennt?

Nun, genauso geht es jedem von uns.

Es gibt bestimmte Situationen oder Wahrheiten, vor denen du davonrennst:

  • Du hast riesige Angst davor, endlich Erwachsen zu werden und Verantwortung für dein Leben zu übernehmen.
  • Du möchtest seit Jahren mit dem Rauchen aufhören oder abnehmen, findest aber immer wieder ein Grund dafür, warum es jetzt gerade nicht passt.
  • Du leidest unter Bindungsangst und kannst dich für keinen Partner entscheiden, suchst die Fehler aber immer bei Anderen.
  • Du gehst sozialen Situationen seit Jahren wenn möglich aus dem Weg, weil du enorm unsicher und schüchtern bist.
  • Du lenkst dich von deinen negativen Gefühlen mit Süßigkeiten, Videospielen, Drogen oder übermäßiger Arbeit ab.

In den allermeisten Fällen läufst du vor etwas davon, weil es dir Angst macht oder äußerst unangenehm ist.

Lerne, besser mit Schmerz umzugehen. Und dann fang an, dich den unangenehmen Dingen in deinem Leben zu stellen.

Wer bin ich – Level 3: Vergiss, wer du bist!

Ich war sieben oder acht Jahre alt, als ich mich zu ersten Mal fragte, wer ich eigentlich bin.

Damals fand ich keine bessere Antwort auf die Frage als Ich bin Anchu.

Kurze Zeit später vergaß ich die Frage und überlegte, welcher Zeichentrick wohl im Fernsehen läuft.

Die Frage Wer bin ich? mit dem eigenen Namen zu beantworten mag erst mal bescheuert klingen. Doch sie ist die wohl beste Antwort, die es gibt.

Lass mich das erklären.

Worauf baut deine Identität auf?

(Fast) Jeder Mensch identifiziert sich mit gewissen Dingen:

  • Seinem Job.
  • Seinem Geschlecht.
  • Seinem Aussehen.
  • Seiner Erfahrung.
  • Seiner Rolle als Mutter oder Vater.
  • Seinen Charaktereigenschaften.
  • Seinen Besitztümern.

Sich mit etwas zu identifizieren, ist vollkommen normal. Es hilft uns Menschen dabei, zu verstehen, wer wir sind.

Ich bin eine treue Ehefrau, Mutter von zwei Kindern und Bankangestellte.

Ich bin ein erfolgreicher 45-jähriger Berater, der 120.000 € im Jahr verdient und drei Angestellte hat.

Ich bin ein Computer-Nerd! Schüchtern und unattraktiv, aber verdammt clever!

Bewusst oder unbewusst, hast auch dir eine gewissen Identität gegeben.

Das Problem? Deine Identität kann dir zwar einen gewissen Halt geben. Doch umgekehrt beschränkst du dich damit nur selbst.

Wie dich deine Identität zurückhält

Eine starke Identität zu haben und zu verstehen, wer du bist, ist gut. Doch das Ganze wird zu einem Problem, wenn du dich zu sehr mit etwas identifizierst.

Nehmen wir an, du identifizierst dich damit, dass du ein netter Mensch bist. Du meidest Konfrontationen, sagst ungern Nein und gibst lieber nach, anstatt deine Meinung durchzusetzen.

Nehmen wir jetzt außerdem an, dass du einen neuen Job in einem großen Unternehmen gefunden hast.

Dein neuer Job entspricht genau deinem Fachwissen, ist bei dir um die Ecke und die Bezahlung ist spitze.

Doch der neue Job ist auch äußerst herausfordernd.

Du musst dich gegenüber deinen Arbeitskollegen durchsetzen, dich von deinem Chef abgrenzen und deine Ideen mit Nachdruck vertreten.

Anders gesagt: Du kannst nicht immer „nett“ sein.

Um dich an die neuen Gegebenheiten anzupassen, zu wachsen und mit den neuen Herausforderungen umzugehen, musst du deine alte Identität überwinden.

Solange du nämlich an deiner „Ich bin immer nett“-Identität festhältst, wirst du nicht über deinen Schatten springen können.

Deine Identität hindert dich am Wachstum

Dass Menschen eine zu starre Identität haben ist einer der Hauptgründe, warum sie sich nicht verändern, nicht loslassen und nicht persönlich wachsen.

Sie halten zu sehr an ihrem alten Ich fest.

Unsere Identität hindert uns oft daran, uns weiterzuentwickeln

Manche Menschen überwinden nie den Verlust eines Jobs oder eine Trennung. Sie haben sich so sehr mit ihrer Arbeit oder ihrem Partner identifiziert, dass sie unfähig sind, ohne diesen zu leben.

Es gibt Eltern die es nicht schaffen, ihre Eltern-Identität hinter sich zu lassen. Sie mischen sich immer noch in das Leben ihres Kindes ein, obwohl dieses nicht mehr 7, sondern 37 Jahre alt ist.

Gewisse Menschen schaffen es nie, etwas Wichtiges in ihrem Leben zu ändern, weil sie sich zu stark mit ihrer negativen Eigenschaft identifizieren („Ich bin dick“ … „Ich bin schüchtern“… „Ich bin ein Versager“…)

Was ist die Lösung? Dass du aufhörst, dich zu identifizieren.

Anchu! Jetzt bin ich verwirrt … Du hast doch vorher geschrieben, ich soll mir bewusst machen, welche Eigenschaften mich ausmachen und was meine wichtigsten Werten sind. Du hast also erklärt, ich soll mich definieren. Und jetzt schreibst du, ich soll vergessen, wer ich bin und aufhören, mich zu definieren. Sag mal, bist du auf LSD?

Nein, keine Sorge. Weder bin ich auf LSD noch ist das ganze ein Widerspruch.

Worum es geht, ist Folgendes:

Entwickle eine starke Identität (mach dir bewusst, was dich antreibt, was dich ausmacht, was deine Werte sind, etc.), aber identifiziere dich nicht damit.

Denn solange du dich mit etwas identifizierst, limitierst du dich.

Wer bin ich? Sei Wasser!

In einem Interview von 1971 sagte der legendäre Kung-Fu Kämpfer Bruce Lee: Sei Wasser, mein Freund! („Be water my friend“).

Er erklärte, dass Wasser zwar seine Form verändert, aber nie seine Essenz verliert. Gießt du Wasser in eine Teekanne, wird es zur Teekanne. Gießt du es in eine Flasche, wird Wasser zur Flasche. Doch das Wasser bleibt Wasser.

Und das ist der springende Punkt.

Du kannst dich anpassen, Neues ausprobieren und dich weiterentwickeln – und trotzdem du selbst sein.

Entwickle eine starke Identität. Mach dir bewusst, welche Eigenschaften dich auszeichnen, was dir wichtig ist, was deine Schattenseiten sind und wofür du stehst. Doch identifiziere dich nicht damit.

Sei bereit, dich anzupassen. Über deinen Schatten zu springen. Offen für Neues zu sein. Dich zu verändern.

Sei Wasser, mein Freund!

Möchtest du innerlich stärker werden?

 
Willst du besser mit negativen Gedanken umgehen, selbstbewusster werden und herausfinden, was du wirklich im Leben willst? Dann lade dir meinen Ratgeber Innere Stärke kostenlos herunter:

Selbstliebe: Warum du nicht versuchen solltest, dich selbst zu lieben

Selbstliebe ist ein wichtiger Grundstein für ein erfülltes Leben. Doch der Versuch, sich selbst zu lieben, geht oft nach hinten los. In diesem Artikel erfährst du deshalb, wie das mit der Selbstliebe wirklich funktioniert und warum du dich dafür nicht nackt vor dem Spiegel einreden musst, wie sehr du dich selbst liebst.

Selbstliebe sich selbst liebenBeeinflusst durch unsere Konsumgesellschaft und die wachsende Selbstdarstellung im Internet glauben wir immer mehr, dass wir das Zentrum des Universums sind. Je mehr sich die Welt um uns selbst dreht, desto wichtiger glauben wir zu sein.

Dadurch ist in den letzten Jahren immer mehr der Anspruch entstanden, sich selbst lieben zu müssen.

Seit einigen Jahren wird Selbstliebe immer mehr als eine notwendige Eigenschaft für ein glückliches Leben dargestellt.

Tagtäglich postet irgendjemand auf Social Media, wie wichtig Selbstliebe doch sei. Auch beim Blick in ein beliebiges Lifestyle-Magazin wirst du an dem Thema kaum vorbeikommen. Und viele Menschen behaupten, dass du dich erst selbst lieben musst, bevor dich jemand anderes lieben kann.

Doch wie wahr ist das?

Natürlich ist die Beziehung zu dir selbst wichtig. Und je besser diese Beziehung ist, desto glücklicher und zufriedener wirst du wahrscheinlich sein.

Doch das heißt noch lange nicht, dass du dich über alles selbst lieben musst, bevor du ein erfülltes Leben führen kannst.

Selbstliebe als notwendige Eigenschaft für ein gutes Leben vorauszusetzen führt nur dazu, dass wir unser Glück und unsere Zufriedenheit an eine weitere Bedingung knüpfen.

Auch Aussagen wie „nur wer sich selbst liebt, kann auch andere lieben“ oder „wer sich selbst nicht liebt, kann nicht geliebt werden“ halte ich für sehr kritisch.

Oft genug ist es ja gerade die Liebe eines anderen Menschen, die uns hilft, alte Wunden zu heilen und uns selbst in einem besseren Licht zu sehen.

Der wachsende Anspruch, sich selbst zu lieben, führt zu viel Druck – und geht deshalb oft nach hinten los.

Wenn der Anspruch, sich selbst zu lieben, überfordert

Falls du nicht schon ein relativ gesundes Selbstwertgefühl hast, ist das Streben nach mehr Selbstliebe schnell überfordernd.

„Oh Mann! Wie soll ich mich denn selbst lieben? Ich bin doch ein Versager, kann nichts und bin unwichtig. Alle scheinen das mit der Selbstliebe hinzukriegen, nur ich nicht …“

Zack, schon fühlst du dich noch ein bisschen beschissener als vorher.

Selbstliebe sich selbst lieben

Der Anspruch, dich um jeden Preis selbst zu lieben, kann schnell dazu führen, dass du noch schlechter fühlst, weil Selbstliebe ein unerreichbares Ziel zu sein scheint.

Das ist vor allem dann der Fall, wenn man sich selbst nicht liebt, unzufrieden mit sich ist, und glaubt, die eigene Meinung sei nicht wichtig.

Falls du also ein schlechtes Selbstbild hast und dann versuchst, dich selbst zu lieben, ist das so, als würdest du mit Fäustlingen versuchen Klavier zu spielen.

Aber Anchu! Es gibt doch diese positiven Affirmationen! Ich kann mich doch einfach jeden Tag nackt vor den Spiegel stellen und mir einreden, wie sehr ich mich selbst liebe!

Affirmationen werden gerne als Wundermittel verkauft. Doch wie die meisten Wundermittel haben auch positive Affirmationen einen großen Haken.

Selbstliebe-Affirmationen: Nicht so gut wie ihr Ruf

Die meisten Menschen, die sich selbst lieben wollen, versuchen es früher oder später mit Selbstliebe-Affirmationen.

Sie reden sich also immer wieder ein, dass sie sich selbst lieben und dass sie wichtig sind.

Studien haben jedoch gezeigt, dass Selbstliebe-Affirmationen nur bei denjenigen funktionieren, die schon ein gutes Selbstwertgefühl haben. Also bei Menschen, die diese Affirmationen eigentlich nicht benötigen.

Bist du jedoch unsicher und hast ein niedriges Selbstwertgefühl, werden Selbstliebe-Affirmationen wahrscheinlich nicht funktionieren.

Laut einer renommierten Studie scheint es sogar so, dass Selbstliebe-Affirmationen bei Menschen mit niedrigem Selbstwertgefühl negative Effekte haben.

In der Studie wiederholten die Probanden folgende Affirmation: „Ich bin eine liebenswürdige Person“. Diese Affirmationen führte jedoch durch die Bank dazu, dass sich die Probanden schlechter fühlten als vorher.1

Wenn du also weit davon entfernt bist, dich gut zu finden und dir dann einredest, dass du dich selbst liebst, wirst du dich wahrscheinlich eher schlechter als besser fühlen.

Warum helfen Selbstliebe-Affirmationen oft nicht dabei, dich mehr selbst zu lieben?

Warum funktionieren Selbstliebe-Affirmationen bei vielen Menschen nicht oder führen sogar dazu, dass sie sich schlechter fühlen?

Weil eine Affirmation nur dann funktioniert, wenn sie zumindest ansatzweise unseren Erfahrungen und unserem Selbstbild entsprechen.

Entspricht eine Affirmationen (Ich liebe mich, Ich bin glücklich, Ich bin selbstbewusst, etc.) nicht unseren Erfahrungen oder unserem Selbstbild, verspüren wir einen inneren Konflikt. Wir haben dann das Gefühl, uns selbst zu belügen.

Nehmen wir an, du bist unzufrieden mit dir selbst und siehst dich nicht als einen liebenswürdigen Menschen. Redest du dir jetzt ein, dass du dich selbst liebst, wird sich wahrscheinlich eine kleine Stimme in deinem Kopf melden und dir widersprechen.

Deine Stimme wird sagen: Nein! Das stimmt doch gar nicht. Du liebst dich nicht selbst. Erzähle keinen Blödsinn, du Lügner!

Diese Stimme ist dein innerer Lügendetektor. Und dieser springt an, wenn du dir etwas einreden willst, das nicht mit deinem aktuellen Selbstbild und deinen Erfahrungen übereinstimmt.

Die Sache ist die: Dein Selbstbild hat sich über Jahrzehnte hinweg entwickelt.

Es basiert unter anderem auf deinen Glaubenssätzen, deinen Werten, deinen Erfahrungen und deinem Umfeld. Und genau deshalb kannst du es auch nicht von heute auf morgen ändern.

Vor allem nicht dadurch, dass du dich nackt vor den Spiegel stellst und dir ein paar wünschenswerte Eigenschaften einredest.

Wenn eine positive Affirmation – wie zum Beispiel „Ich liebe mich“ – noch nicht mal ansatzweise deinem Selbstbild entspricht, wirst du sie nicht glauben können.

Dann kannst du dich genauso gut vor den Spiegel stellen und dir vollen Ernstes einreden, dass du Batman bist. Das funktioniert natürlich nicht. Erstens, weil du nicht Batman bist. Und zweitens, weil du nicht Batman bist.

Selbstliebe sich selbst lieben

Hat hier jemand Batman gesagt?

Wie lernt man also, sich selbst zu lieben?

In dem du dich in Selbstakzeptanz übst.

Übe dich Selbstakzeptanz statt in Selbstliebe

Der wohl wirksamste Weg zu mehr Selbstliebe ist dich in Selbstakzeptanz zu üben. Das trifft vor allem dann zu, wenn man sich selbst nicht liebt.

Anstatt dir also andauernd einzureden, wie toll du bist und wie sehr du dich selbst liebst, vergib dir für deine Fehler, akzeptiere deine Schwächen und nimm deine Schattenseiten an.

Dich selbst zu lieben kann in manchen Momenten unmöglich erscheinen. Sich in Akzeptanz zu üben und zu lernen, die eigenen Fehler und Unzulänglichkeiten anzunehmen, ist realistischer.

Selbst wenn du ein sehr negatives Bild von dir hast, kannst du anfangen, dich in Selbstakzeptanz zu üben.

Statt dich selbst zu lieben, fange an, dich zu akzeptieren

Selbstliebe sich selbst lieben

Der Weg zur Selbstliebe besteht also nicht darin, dich immer selbst zu lieben, sondern dich und all deine Seiten an dir zu akzeptieren – auch die Negativen.

Wie lerne ich mich zu akzeptieren?

Jeder Mensch hat Seiten an sich, die er nicht mag:

  • Schwächen oder Dinge, die er nicht gut kann.
  • Gewisse Eigenschaften, die er lieber nicht hätte.
  • Unsicherheiten und Ängste.
  • Etwas an seinem Aussehen.
  • Misserfolge aus der Vergangenheit.
  • Fehler, die er gemacht hat.

Selbstakzeptanz bedeutet, diese Dinge anzunehmen. Es geht also nicht darum, dass du dich unendlich lobst und auf alles, was du bist und getan hast, stolz bist.

Es geht darum, dass du deine Schattenseiten akzeptierst, sie als einen Teil von dir ansiehst und nicht mehr vor ihnen davonläufst.

Seinen eigenen Schattenseiten zu begegnen mag erst mal sehr schmerzhaft sein. Deshalb rennen die meisten Menschen auch ein Leben lang vor ihnen davon.

Doch nach dem ersten großen Schmerz beginnt die Heilung.

Fange also an, dahin zu schauen, wo es weh tut. Traue dich, dir das einzugestehen, was du dir bis jetzt nicht eingestehen wolltest.

Es der erste und wichtigste Schritt zu einer gesunden und stabilen Beziehung zu dir selbst.

Zu diesem Thema habe ich auch ein Video gedreht:

Selbstakzeptanz lernen: Unterscheide zwischen dir und dem, was du tust

Viele Menschen mit einem schlechten Selbstbild schließen von ihren Handlungen auf sich selbst als Mensch. Sie begehen einen Fehler oder scheitern und denken, sie seien deshalb schlechte Menschen. Personen mit einem gesunden Selbstbild unterscheiden hingegen eher zwischen sich und dem, was sie tun.

Mach dir bewusst, dass es per se keine guten oder schlechten Menschen gibt. Es gibt nur Menschen – und diese tun gute wie auch schlechte Dinge.

Auch ein Mensch, der viel Schlechtes getan hat, wird gute Seiten haben. Und auch ein Mensch, der viel Gutes tut, tut hin und wieder Schlechtes.

Nur weil du einen Fehler machst, bist du also kein schlechter Mensch. Nur weil du etwas tust, das komisch ist, bist du noch kein komischer Typ. Nur weil du scheiterst, bist du noch kein Versager. Was du tust und wer du bist, sind zwei völlig verschiedene Dinge.

Das Problem ist, wenn du von deinen Taten auf dich als Mensch schließt und dich dann dafür verurteilst:

„Oh Mann! Ich habe es heute schon wieder nicht geschafft, meinem Chef mal die Meinung zu sagen. Ich bin so ein Versager und Nichtsnutz. Ich schaffe gar nichts und werde es nie zu etwas bringen.“

Zack, schon liegst du auf der Couch und frisst vor Frust Schokolade bis dir schlecht wird und versinkst in Selbsthass.

Mach dir bewusst, dass du OK bist, so wie du bist.

Es ist meistens erst der Anspruch an Selbstliebe, der uns überhaupt auf die Idee bringt, uns zu bewerten. Doch du kannst nicht nur schlecht oder nur gut sein.

Selbstliebe sich selbst lieben

Wir sind alle nur Menschen, die Dinge tun. Und diese Dinge sind manchmal gut und manchmal weniger gut. Aber das alleine macht uns noch nicht zu guten oder schlechten Menschen.

Nur, weil du mal etwas Komisches sagst, deine Angst nicht überwindest, versagst, einen Fehler begehst oder scheiterst, bist du noch lange nicht weniger Wert oder ein schlechterer Mensch.

Schreib dir das hinter die Ohren. Oder tätowiere es dir auf den Unterarm.

(Falls du unter großem Selbsthass leidest, lies diesen Artikel: Selbsthass: Wie du ihn überwindest)

Selbstakzeptanz vs. Selbstliebe

Eine gesunde Form von Selbstliebe hat nichts mit Egoismus oder Narzissmus zu tun. Doch das Streben nach mehr Selbstliebe führt nicht selten dazu, dass Menschen falsch abbiegen und sich selbst zu wichtig nehmen – was negative Auswirkungen auf ihr Leben hat.

Ich meine, schau dir unsere Gesellschaft an.

Immer mehr Menschen sind zu selbstverliebt.

  • Ihnen fehlt es an Selbstreflexion.
  • Sie können schlecht mit Kritik umgehen.
  • Sie sind unfähig, einen Fehler einzugestehen oder sich zu entschuldigen.
  • Sie brauchen die ständige Bestätigung von anderen.

Gerader der letzte Punkt ist ein sehr guter Indikator dafür, dass jemand ein ungesundes Selbstwertgefühl hat.

Falls du also jeden Tag ein Selfie auf Instagram postet, tust du das vermutlich nicht aus Selbstliebe, sondern weil du süchtig nach Bestätigung bist.

Sorry, Kumpel.

Narzissmus-Level: Gott

Selbstliebe sich selbst lieben

In unserer modernen „Schaut-alle-her-wie-geil-mein-Leben-ist“ Social-Media Gesellschaft glauben immer mehr Menschen dass sich die ganze Welt um sie dreht und anderen dazu da sind, ihre Bedürfnisse zu erfüllen und nach ihrer Pfeife zu tanzen.

Diese übertriebene Selbstbezogenheit führt dazu, dass immer mehr Menschen zu egoistischen Narzissten werden.

Und genau deshalb solltest du dich in Selbstakzeptanz üben, statt ständig zu versuchen, dich selbst zu lieben.

Wenn du dich auf Selbstakzeptanz statt auf Selbstliebe konzentrierst, wirst du es vermeiden, eine zu selbstbezogene oder sogar narzisstische Einstellung zu entwickeln.

Es scheint sogar so, dass Menschen, die sich selbst akzeptieren und verzeihen können, besser mit negativen Erfahrungen umgehen können als Menschen mit hohem Selbstwertgefühl.2

Psychologen vermuten, dass das daran liegt, dass Selbstakzeptanz dir eher erlaubt, dir selbst gegenüber ehrlich zu sein und Fehler einzugestehen, während Menschen mit hohem Selbstwertgefühl unter Umständen dazu neigen, sich selbst zu belügen und das Negative zu ignorieren, um ihr Selbstbild aufrecht zu erhalten.

Bitte verstehe diese Ergebnisse und meine Aussagen nicht falsch.

Ein hohes Selbstwertgefühl und eine gesunde Form von Selbstliebe sind per se fantastische Eigenschaften. Doch der Weg dazu führt vor allem darüber, dass du deine Schattenseiten akzeptierst, dir selbst verzeihst und nicht den Anspruch hast, perfekt zu sein.

Denn wenn du dich ausschließlich auf deine positiven Seiten fokussierst, nie an dir zweifelst und glaubst, du bist perfekt, wirst du schnell zu einem selbstverliebten und egoistischen Idioten, dem jeglicher Blick für die Realität fehlt. Und davon gibt es leider schon zu viele auf dieser Welt.

Dieser Artikel basiert auf Konzepten aus meinem Buch Scheiß drauf!. Falls dir der Artikel gefallen hat, wirst du das Buch lieben. Hier kannst du das Buch bestellen.

Einfach mal Scheiß drauf sagen!

 
Ist dir schon mal aufgefallen, dass dein Leben besser verläuft, wenn du öfters Mal Scheiß drauf sagst? Scheiß auf die Meinung anderer. Auf negative Gedanken. Auf die Angst. Auf all die Kleinigkeiten, die nicht wirklich wichtig sind. Lade dir meinen kostenlosen Ratgeber Innere Stärke herunter und lerne, öfter mal Scheiß drauf zu sagen.

Dieser Artikel ist Teil einer Blogparade zum Thema Selbstwertgefühl von Tim Hamer. Das sind die anderen Artikel zu dem Thema:

3 hochwirksame Tipps, um innere Ruhe zu finden

Innere Ruhe zu finden ist heutzutage alles andere als einfach.

  • Die Jobs werden immer anspruchsvoller.
  • Der Alltag wird immer hektischer.
  • Viele unserer Mitmenschen werden immer unentspannter.

Und nebenbei muss man ja noch sein Mittagessen auf Instagram teilen und die nächste Diät machen…

Vieler Menschen sind daher dauergestresst und unentspannt. Sie haben ihre innere Mitte verloren, leiden unter emotionaler Unausgeglichenheit und sind unzufrieden.

Falls es dir auch so geht, bist du hier goldrichtig.

Denn in diesem Artikel möchte ich dir 3 effektive Techniken zeigen, um mehr innere Ruhe zu erlangen, dein inneres Gleichgewicht zu finden und besser zu entspannen.

Lass uns aber zuerst eine sehr wichtige Frage klären: Was bedeutet innere Ruhe überhaupt?

Du kannst dir diesen Artikel als auch Podcast auf iTunes anhören oder direkt hier:

Was innere Ruhe wirklich ist

Menschen, die mehr innere Ruhe finden möchten wird manchmal vorgeworfen, dass sie vor der Realität flüchten und dass sie ihre Probleme ignorieren wollen.

Und sicherlich trifft das auf manche zu.

Doch wahre innere Ruhe bedeutet keinesfalls, der Realität zu entfliehen oder vor Problemen wegzulaufen.

Innere Ruhe ist vielmehr ein emotional stabiler Zustand, in dem du dich ausgeglichen, energievoll und positiv fühlst.

Du bist dann:

  • Selbstsicher.
  • Klar und fokussiert.
  • Leistungsfähig.
  • Ausgeglichen.

Das ist wohltuend, da Dinge zu ändern und Ziele umzusetzen grundsätzliche Bedürfnisse des menschlichen Gehirns sind.1

Gleichzeitig kannst du in diesem entspannen Zustand aber auch gut entspannen, nichts tun und alleine sein.

Das Ganze ist somit ein emotional stabiler und positiver Zustand, in dem du sowohl leistungsfähig bist als auch gut entspannen kannst.

Übrigens: Auch der Buddhismus definiert innere Ruhe so ähnlich.

Was dich davon abhält, innere Ruhe zu finden

Wie entsteht Unruhe, Stress und Unausgeglichenheit?

Die kurze Antwort: Vor allem durch dein Denken.

Die westliche Welt ist eine verkopfte Gesellschaft. Ein Großteil unserer Zeit verbringen wir mit Denken (oder damit, bescheurte Selfies auf Instagram zu posten).

Obwohl uns unser Verstand ermöglicht, komplizierte und komplexe Probleme zu lösen, entstehen durch ihn leider auch mindestens genauso viele neue Probleme.

Ein Großteil unserer Probleme und Ängste ist nicht real, sondern nur ein Produkt unseres Verstandes.

Oder anders gesagt: Es sind Hirnficks.

Sorgen um die Zukunft, Schuldvorwürfe wegen der Vergangenheit oder negative Gedanken machen uns das Leben schwer. Danke, Verstand.

Häufig hat unsere Unruhe also nicht mit einem realen Problem zu tun, sondern entsteht durch irgendeiner unserer täglichen Hirnficks.

Du fragst dich gerade, was diese Hirnficks sind? Dachte ich mir.

Ich stelle dir gerne einige der Kollegen vor.

Dich mit anderen vergleichen

Sich zu vergleichen ist ein menschliches Bedürfnis.2 Häufig vergleichen wir uns allerdings nicht auf eine Art, die uns gut dastehen lässt, sondern auf eine, bei der wir schlecht aussehen.

So vergleichen wir uns nicht mit denen, die weniger oder gar nichts haben, sondern mit denen, die mehr haben. Das Gras ist beim Nachbarn immer grüner. Und seine Frau schöner. Und sein Haus größer. Der Arsch.

Die Meinung Anderer

Viele Menschen machen ihr Selbstbild und ihr Wohlbefinden von der Meinung Anderer abhängig. Das macht uns leider emotional unstabil, denn wir können nicht kontrollieren, wie andere auf uns reagieren.

Häufig ist es sogar so, dass es dir umso weniger gelingt, je mehr du von anderen gemocht und respektiert werden willst.

Ja, einen Scheiß darauf zu geben, was andere denken, ist oft die beste Lösung.

Ein bisschen mehr “scheiß drauf” kann sehr entspannen sein

Perfektionismus

Willst du, dass die Dinge perfekt sind? Dann hast du ein Problem.

Denn weder ein Mensch, noch das Leben, noch sonst irgendetwas ist perfekt.

Und je mehr du nach Perfektion strebst, desto unentspannter bist du. Denn du rennst einem unrealistischen Zustand hinterher, den du nie erreichen wirst.

Die Vergangenheit

Weißt du was?

Doch daran kann ich nichts ändern. Ich bin nun mal fremdgegangen. Ich habe das Falsche studiert. Ich habe meinem Vater nicht mehr gesagt, dass ich ihn liebe.

Und das ist OK.

Es ist Vergangenheit. Das Leben geht weiter.

Egal, was du falsch gemacht hast oder was in der Vergangenheit schief gelaufen ist – du darfst loslassen.

Selbstbetrug

Das Streben nach einer positiven Selbstsicht zählt zu einem der stärksten menschlichen Bedürfnisse.3

Widerspricht etwas unserem persönlichen Selbstbild, so stellt das eine Bedrohung dar.

Das kann jedoch dazu führen, dass wir diese Bedrohung ausblenden oder die Fakten verzerren, um unser positives Selbstbild aufrecht zu erhalten.

Und das führt wiederum oft dazu, dass wie uns Problemen nicht stellen, sondern davor weglaufen.

Doch vermutlich ist dir auch schon mal aufgefallen, dass wegzulaufen dauerhaft keine Lösung ist.

Innere Unruhe kann auch ein Wegweiser sein

Wir haben gerade einige der typischen Hirnficks gesehen, die dich unentspannt, unsicher und unruhig machen.

Allerdings kann innere Unruhe auch ein wichtiger Wegweiser sein.

Unruhe kann auch ein Wegweiser sein

Ein Wegweiser, der dich darauf aufmerksam macht, dass es Zeit ist, etwas in deinem Leben zu ändern.

Wenn du zum Beispiel immer wieder enorm gestresst von deinem momentanen Job bist, ist es vielleicht Zeit, ihn zu ändern.

Oder wenn dein Partner dich immer wieder auf die Palme bringt, keine Einsicht zeigt und nicht mit sich reden lässt … Nun, dann ist vielleicht an der Zeit zu gehen.

Verstehe mich nicht falsch.

Es geht nicht darum, vor jeder kleinen Herausforderung wegzulaufen, als wäre sie ein Mörder in einem billig produzierten Horrorfilm. Doch manchmal ist die einzige sinnvolle Lösung im Leben Veränderung. Mehr dazu in diesem Artikel.

Aber zurück zum eigentlichen Thema: Was hilft gegen innere Unruhe?

Im Folgenden 3 sehr effektive Methoden.

1. Innere Ruhe finden: Der neutrale Beobachter

Eine der schnellsten und effektivsten Wege, deine Anspannung zu mildern, ist, die Position eines neutralen Beobachters einzunehmen. Fragst du dich gerade, was das genau ist? Gut.

Schließe bitte deine Augen für 30 Sekunden und versuche an nichts zu denken.

Ich warte …

Lass mich raten. Du Schlingel hast deine Augen gar nicht geschlossen.

Falls du es doch getan hast, konntest du wahrscheinlich nicht an nichts denken.

Irgendwelche Gedanken kamen hoch.

Vielleicht hast du gedacht, dass du das hier gar nicht lesen solltest, weil du Wichtigeres zu tun hast. Oder du hast überlegt, was du auf deinem Date heute Abend anziehen sollst. Oder du hast dir gedacht, dass ich cooles Zeug schreibe (danke!).

Diese Stimme in deinem Kopf ist dein unbewusstes Denken. Leider können wir das unbewusste Denken kaum kontrollieren. Gedanken und Emotionen sprudeln aus uns hervor, wie Wasser aus einem Springbrunnen.

Doch wer hat diese Gedanken gerade beobachtet? Aha!

Das bewusste Selbst

Das, was deine eigenen Gedanken und Gefühle beobachtet, nennt man in der Psychologie und im Buddhismus das „bewusste Selbst“. Und das kannst du kontrollieren.

Wann immer du willst, kannst du die Position des Beobachters deiner eigenen Gedanken und Gefühle einnehmen.

Gedanken und vor allem Emotionen werden umso stärker, je mehr Aufmerksamkeit sie bekommen. Deshalb funktioniert es auch nicht, an etwas nicht zu denken oder etwas nicht fühlen zu wollen.

In dem Moment, wo du zum neutralen Beobachter wirst, verlieren deine Gedanken und Gefühle allerdings einen Großteil ihrer Macht.

Wenn du dich das nächste Mal angespannt, gestresst oder gereizt fühlst, nimm die neutrale Beobachterposition ein.
Beobachte, was für Gedanken und Gefühle du hast und woher sie kommen.

  • Was ist die Ursache für deine innere Unruhe?
  • Wie fühlt sie sich in deinem Körper an?
  • Welche Gedanken löst sie aus?

Versuche nicht zu werten, sondern nur zu beobachten. Du wirst sehen, es wird deine Stimmung und deine Einstellung verändern.

(Eine ausführlichere Erklärung darüber, was genau der neutrale Beobachter ist und wie du ihn bestmöglich für dich nutzt, erfährst du in meinem Ratgeber Innere Stärke. Du kannst dir den Ratgeber hier kostenlos als PDF herunterladen.

2. Innere Ruhe finden: Komme in deinen Körper

Wie vorher kurz erklärt, entstehen die meisten unserer Unruhen durch (falsches) Denken.

Der neutrale Beobachter wird dir helfen, weniger zu denken und dafür zu beobachten. Mit ein wenig Übung klappt das sehr gut.

Eine weitere gute Technik ist „in den Körper zu kommen“.

In den Körper zu kommen bedeutet nicht viel mehr, als den Verstand mal etwas ruhen zu lassen, weniger zu denken und dafür mehr zu fühlen.

Gerade wenn die Gedanken nicht zur Ruhe kommen ist es das Beste, sich auf den Körper zu konzentrieren.

Das klingt jetzt vielleicht etwas Shanti-Shanti, doch es bewirkt wunder.

Innere Unruhe bekämpfen: Eine simple Übung

Wenn du das nächste Mal angespannt, gestresst oder gereizt bist, probiere Folgendes:

  1. Atme fünfmal tief in den Bauch und konzentriere dich nur auf deine Atmung.
  2. Fokussiere deine Aufmerksamkeit darauf, wie sich deine Füße auf dem Boden anfühlen. Spüre, wie sich der Boden anfühlt: Druck, Temperatur, Beschaffenheit. Im besten Fall tust du das ohne Schuhe. Es geht aber auch mit.
  3. Stehe auf, und bewege dich für drei Minuten. Konzentriere dich ganz auf deinen Körper. Wie fühlen sich deine Füße und Beine beim Laufen an? Und dein Rücken? Deine Brust? Dein Nacken? Konzentriere dich auf deine Körperempfindungen.

Ich weiß, diese drei Schritte klingen banal und nichtssagend. Doch ich fresse einen Besen, wenn dir diese drei Schritte nicht dabei helfen, weniger zu denken und mehr innere Ruhe zu finden.

Je entspannter nämlich dein Körper ist, desto entspannter ist in der Regel auch dein Geist. Genau deshalb sind auch Massagen oder Ähnliches so wohltuend und entspannend.

Wenn dein Körper zur Ruhe kommt, wirst du wahrscheinlich auch dein seelisches Gleichgewicht wiederfinden und innere Anspannung abbauen.

P.S. Auch Yoga kann dir dabei helfen. Denn auch hier kommst mehr in deinen Körper und denkst weniger.

3. Innere Ruhe finden: Du musst gar nichts!

Weißt du, warum du oft unzufrieden, genervt, ängstlich, traurig oder sogar depressiv bist?

Weil du eine Menge „Muss“ in deinem Kopf hast.

Du liest richtig. Viel Anspannung, Stress und Unzufriedenheit entsteht durch absurde Anforderungen an dich selbst.

Du redest dir also immer wieder ein, eine Menge Dinge tun zu müssen:

  • Ich muss erfolgreich sein und Karriere machen.
  • Ich muss ein guter Mensch sein.
  • Ich muss es meinen Eltern recht machen.
  • Ich muss selbstsicher sein.
  • Ich muss einen Partner finden.
  • Ich muss außergewöhnlich sein.
  • Ich muss Sport machen und abnehmen.
  • Ich muss mich selbst lieben.
  • Ich muss glücklich sein.
  • Ich muss nett zu anderen sein.

All diese und viel weitere „Muss“ machen dir das Leben schwer.

Sie rauben dir jegliche Lebensfreude, führen zu viel Druck und lassen dich minderwertig fühlen.

Es sind häufig deine völlig übertriebenen Erwartungen an das Leben, an dich selbst und an andere Menschen, die dich ins Elend treiben.

Ich nenne das ganze gerne „mentale Masturbation“.

Vergiss nicht: Du musst gar nichts!

Die meisten Dinge, die du glaubst, tun zu müssen, sind selbstauferlegte Ketten. Denn in Wahrheit musst du gar nichts!

Keiner kann dich zu etwas zwingen. Klar, wenn du nicht zur Arbeit gehst, verlierst du deinen Job. Und wenn du deine Miete nicht zahlst, wirst du rausgeschmissen.

Aber deshalb heißt das noch lange nicht, dass du diese Sachen tun musst. Keiner zwingt dich dazu.

Versteh mich nicht falsch. Ich empfehle dir keinesfalls, nicht mehr zu Arbeit zu gehen, deine Miete nicht zu zahlen oder zum Beispiel nicht mehr für deine Kinder da zu sein.

Ich möchte dich nur darauf aufmerksam machen, dass du in Wahrheit nichts musst und dass du immer eine Wahl hast.

Selbst, wenn dir jemand eine Pistole an den Kopf hält und dich zu etwas zwingen will, hast du noch immer eine Wahl.

Und das ist eine verdammt befreiende Erkenntnis.

Der Weg zum inneren Frieden: Mach dich nicht verrückt

Wie wir gesehen haben, ist deine innere Unruhe oft das Resultat deiner „Hirnficks“.

Du machst dir zu viele Sorgen, vergleichst dich mit anderen und regst dich über Kleinigkeiten auf.

In meinem Ratgeber Innere Stärke wirst du deshalb lernen, wie du deine innere Mitte findest, deine selbstauferlegten Ketten ablegst und entspannter wirst.

Du kannst dir den Ratgeber hier kostenlos herunterladen. Aber Vorsicht! Du bist danach vermutlich sehr entspannt und ausgeglichen …

Was ist der Sinn des Lebens? So findest du deinen Lebenssinn

Was ist der Sinn des Lebens? Warum bin ich hier? Was soll das Ganze eigentlich? In diesem Artikel erfährst du, was der Sinn des Lebens ist, warum er sich dieser im laufe des Lebens ändert und was du tun kannst, um ein bedeutungsvolles Leben zu führen.

mann fragt sich: was ist der sinn des lebens Es ist die wohl größte und wichtigste Frage, die sich ein Mensch stellen kann:

Was ist der Sinn des Lebens?

Ohne einen Sinn erscheint unser Leben uns leer und bedeutungslos. Ganz egal, wie viel wir erreichen oder wie erfolgreich wir in den Augen anderer sind.

Du kannst also noch so reich, sexy und selbstbewusst sein, ohne einen tieferen Sinn im Leben wirst du vermutlich nicht glücklich sein. Nicht umsonst gibt es immer wieder weltberühmte oder superreiche Menschen, die sich umbringen.

Glück und Sinn gehören zusammen wie Bud Spencer und Terence Hill. Oder wie Kino und Popcorn. Oder wie Sonntag und Tatort. Such dir was aus.

Die Sache ist die: Glücksmomente, gute Gefühle und Spaß sind wichtige Bestandteile eines erfüllten Lebens. Doch sie sind bei Weitem nicht genug. Du brauchst auch einen Sinn.

Anders als die meisten Tiere haben wir Menschen die Fähigkeit, über uns selbst nachzudenken.

Während ein Hund also restlos glücklich ist, wenn du ihm eine große Dose Chappi hinstellst und ihn hinter dem Ohr kraulst, sitzt du auf deiner Couch und machst dir Gedanken über dein Leben.

Damit du generell glücklich bist, geht es also weniger darum, dass du dich immer gut fühlst, als darum, dass du ein sinnvolles Leben führst. Du brauchst das Gefühl, dass du die Dinge aus einem bestimmten Grund tust und dass du ein starkes Warum hast.

Und das bringt uns zum nächsten Punkt…

Die wichtigsten Punkt aus diesem Artikel erfährst du auch in diesem Video:

Was ist der Sinn des Lebens? Liebe, Glück, das Leben selbst?

Fragt man Menschen nach dem Sinn des Lebens, bekommt man häufig folgende Antworten:

  • Der Sinn des Lebens ist zu leben.
  • Seinen Träumen nachzugehen ist das Wichtigste.
  • Das Leben hat keinen Sinn.
  • Liebe ist der Sinn des Lebens!
  • Der Sinn des Lebens besteht darin, glücklich zu sein.
  • Der Sinn des Lebens? Ach scheiß drauf! Ist doch sowieso alles sinnlos. Und jetzt bring mir noch ein Bier.

Doch was ist die richtige Antwort? Und gibt es überhaupt eine richtige oder falsche Antwort?

Seit Jahrtausenden diskutieren große Denker, religiöse Lehrer, Philosophen und Betrunkene über den Sinn des Lebens.

Manch großer Denker behauptet, unsere Existenz habe keinen tieferen Sinn. Im Buddhismus ist das Ziel des Lebens, unnötiges Leid zu vermeiden. Der griechische Philosoph Aristoteles sah den Sinn des Lebens im Menschsein selbst. Religiöse Anhänger sehen den Sinn des Lebens oftmals im Glauben. Und in dem Roman Per Anhalter durch die Galaxis ist die Antwort eines Supercomputers auf die Frage nach dem Sinn des Lebens nach siebeneinhalb Millionen Jahren Rechenzeit schlichtweg die Zahl 42.

Die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens ist so unterschiedlich wie die Menschen, denen man die Frage stellt. Und das ist die wichtigste Erkenntnis.

Denn was der Sinn des Lebens ist, entscheidest letztendlich du.

Genauso wie du dich morgens dazu entscheidest, rote statt schwarze Unterwäsche zu tragen, kannst du entscheiden, was der Sinn deines Lebens sein soll.

Der Sinn des Lebens? Such dir was aus!

Mann hebt Hände mit fragender Geste

Was ist der Sinn des Lebens? Falsche Frage, Kumpel!

Falls du dich nach mehr Sinn, Tiefe und Bedeutung sehnst, solltest du dich nicht fragen, was der Sinn des Lebens ist. Das wird dich vermutlich nicht weiterbringen.

Stattdessen solltest du die Frage ein wenig umformulieren und dich Folgendes fragen:

Was gibt meinem Leben Sinn?

Statt also nach dem Sinn im Leben zu suchen, als wäre er eine verloren gegangene Socke geht es darum, dass du deinem Leben einen tieferen Sinn gibst.

Das ist eine kleine, aber äußert wichtige Unterscheidung.

Interessant, Anchu. Aber wie mach ich das? 

Schön, dass du fragst.

Die kurze Antwort: konzentriere dich auf deine Werte.

Was der Sinn des Lebens mit deinen Werten zu tun hat

Kaum jemand kann mehr über den Sinn des Lebens sagen als Viktor E. Frankl. Frankl war ein jüdischer Psychologe, der von 1942 bis zum Kriegsende 1945 im Konzentrationslager saß.

Die Lebensbedingungen waren unmenschlich. Jeder Gefangene bekam zwei Stücke Brot – pro Woche. Eintausendfünfhundert Menschen waren in einer Baracke untergebracht, die für Zweihundert gedacht war. Dazu kam die brutale Kälte im Winter und Arbeit bis zur totalen Erschöpfung.

Frankl berichtete, wie ein kleiner Junge eines Tages zum Arzt gebracht wurde, weil seine Füße erfroren waren. Es gab keine Schuhe in seiner Größe, also musste er bei Schnee den ganzen Tag lang barfuß arbeiten. Der Arzt zog mit einer Pinzette den kompletten großen Zeh von seinem Fuß ab, bis nur der Knochen übrig blieb. Das Fleisch war komplett abgestorben.

Viele der Gefangenen konnten die täglichen Qualen nicht ertragen und begingen Selbstmord, in dem sie in die mit Starkstrom geladenen Stacheldraht-Zäune liefen.

In seinem Bestseller „… trotzdem Ja zum Leben sagen“ schildert er die unmenschlichen Bedingungen im Konzentrationslager und gibt einen tiefen Einblick in die Psyche der Gefangenen.

Er erklärte, dass es weder die physische noch die psychische Stärke war, die darüber entschied, ob die Gefangenen am Leben blieben. Der alles entscheidende Faktor – abgesehen vom Zufall – war, ob die Gefangenen den Zugang zu etwas fanden, das ihnen sinnvoll erschien.

Die Gefangenen, die überlebten, waren die, die an etwas Größerem festhielten als sie selbst:

  • Die Verantwortung gegenüber einem geliebten Menschen, der vielleicht auf sie wartete.
  • Unvollständige Arbeit, die sie noch unbedingt erledigen wollten.
  • Anderen Menschen zu helfen oder ihnen etwas von ihrem Wissen weiterzugeben.

Es waren diejenigen Gefangenen, die sich mir ihren tiefsten Werten und etwas wirklich Wichtigem verbinden konnten, die überlebten.

Trotz all der Unmenschlichkeit und all des Grauens entschied sich auch Frankl immer wieder dazu, an etwas Bedeutungsvollem festzuhalten.

So half er im KZ anderen Gefangen. Auch der Gedanke, seine geliebte Frau irgendwann wieder in den Armen zu halten, trieb ihn an.

Frankl lebte unter unmenschliche Bedingungen, erlebte extreme Ungerechtigkeit und blickte täglich dem Tod ins Auge.

Doch in all dieser Unmenschlichkeit, in all diesen Qualen und in all dem Schmerz fand er trotzdem einen Sinn. Und dieser gab ihm die Kraft, den Mut und die Ausdauer, die er zum Überleben brauchte.

Frankl verlor im Konzentrationslager zuerst seinen Vater, dann seine Mutter und zuletzt auch seine Ehefrau. Doch er selbst überlebte die Qualen. 1947 heiratete er zum zweiten Mal. Die Ehe hielt bis zu seinem Tod im Jahr 1997. Frankl wurde 92 Jahre alt, schrieb 32 Bücher und erhielt 29 Ehrendoktortitel.

Die meisten von uns werden zum Glück nie solche traumatischen Erfahrungen machen. Doch unsere Werte spielen trotzdem eine enorm wichtige Rolle in unserem Leben.

Werte sind der Schlüssel zu einem sinnvollen Leben

Wenn du ein Leben führst, das auf deinen Werten basiert, erscheint dir dieses sinnvoll, erfüllend und schön – selbst wenn dir Negatives widerfährt oder es nicht immer einfach ist.

Und das ist auch eines der großen Probleme unserer modernen Gesellschaft.

Jahrtausende lang lebten Menschen nach den Werten und Idealen ihres jeweiligen Stammes oder ihrer Religion. Und nach diesen Werte und Idealen zu leben gab den Menschen einen Sinn. Sie glaubten an etwas Größeres als sie selbst.

Doch heutzutage haben die meisten Menschen keine starken Werte mehr. Werte und Ideale wurden ersetzt durch Statussymbole, Konsum, Anerkennung und den Wunsch, sich immer gut zu fühlen.

Konzentriere dich mehr auf deine Werte

spirituelles Konzept Lebenssinn

Warum sind in der westlichen Welt so viele Menschen unzufrieden, obwohl sie sich ihren Einkauf nach Hause liefern lassen können, Autositze haben, die sie massieren, und ihr größtes Problem darin besteht, das passende Outfit für den veganen Brunch am Samstagvormittag zu finden?

Weil sie keine starken Werte haben. Ihnen fehlt das Warum.

Ja, es ist so simpel.

Wenn Menschen nicht das Gefühl haben, ein bedeutungsvolles Dasein zu führen, liegt das meistens daran, dass sie keine starken Werte haben.

Ihr Leben besteht darin, den neuesten Modetrends hinterherzulaufen, nach Mallorca in den Urlaub zu fliegen, Karriere zu machen, Selfies auf Social Media zu posten und 3,7 Mal die Woche Sex zu haben.

In dem Moment, in dem du entscheidest, nach deinen eigenen Werten zu leben, wird dir dein Leben auch automatisch sinnvoller erscheinen.

Wenn ich beim Schreiben zum Beispiel nur daran denke, mehr Geld zu verdienen, fällt es mir verdammt schwer. Das Schreiben erscheint mir dann eintönig, bedeutungslos und mir fehlt die Motivation.

Wenn ich mir beim Schreiben jedoch bewusst mache, dass ich durch meine Worte andere Menschen inspiriere und ihnen helfen kann, erfüllt es mich.

Das Schreiben erscheint mir dann sinnvoll, weil ich mich mit meinen Werten verbinde und dadurch das Gefühl habe, etwas Wichtiges und Bedeutungsvolles zu tun.

Der Sinn des Lebens verändert sich

Oft glauben die Menschen, dass die Frage nach dem Lebenssinn eine einmalige Angelegenheit ist – wie ein wilder One-Night-Stand mit einem Unbekannten.

Doch die Frage taucht immer wieder auf. Denn das was unserem Leben Sinn gibt verändert sich meistens im Laufe der Zeit.

Wieso?

Weil wir uns verändern.

Beeinflusst durch unser Umfeld und unsere Erfahrungen verändern sich unsere Ansichten, unsere Einstellung und unsere Werte.

In verschiedenen Lebensphasen legen wir deshalb auch auf verschiedene Dinge Wert. Und damit verändert sich auch oft unser Lebenssinn.

Da du dich veränderst, verändert sich auch das, was dir wichtig ist.

abstraktes Bild des menschlichen Verstandes

Als Jugendlicher besteht dein Lebenssinn vor allem darin, cool zu sein, den Führerschein zu machen und zum ersten Mal Sex zu haben.

Falls du gerade Anfang Zwanzig bist und deine Ausbildung oder dein Studium beendet hast, ist dir vermutlich besonders wichtig, einen guten Job zu bekommen und Karriere zu machen.

Hast du hingegen gerade dein erstes Kind bekommen, dreht sich verdammt viel um deinen Nachwuchs und du wirst versuchen, eine möglichst gute Mutter oder ein guter Vater zu sein. So behaupten viele Eltern zum Beispiel, dass ihre Kinder einen großen Teil ihres Lebensinns ausmachen.

Falls du schon ein wenig älter bist und die letzten 30 Jahre in eine große Karriere gesteckt hast oder in die Erziehung deiner Kinder, werden sich deine Prioritäten, Ansichten und auch dein Lebenssinn wieder verändern.

Und wenn du 85 bist, besteht dein Lebenssinn vermutlich darin, dich morgens alleine anzuziehen und zum Bingo zu gehen.

Große Veränderungen im Leben, Schicksalsschläge oder Sinnkrisen werden deinen Lebenssinn immer wieder beeinflussen oder sogar verändern. Und das ist OK.

So wie du dich veränderst, verändert sich auch das, was deinem Leben Sinn gibt.

Warum Glück kein guter Lebenssinn ist

Viele Menschen glauben, dass der Sinn des Lebens darin besteht, glücklich zu sein.

Und obwohl du selbst entscheiden kannst, was der Sinn deines Lebens ist, ist Glück keine gute Wahl. Lass mich das erklären.

Vermutlich ist dir auch schon aufgefallen, dass Glück schwer greifbar ist.

Denn wie definiert man das Glücklichsein?

  • Bin ich glücklich wenn ich gerade shoppen war und die perfekte Hose gefunden habe?
  • Besteht das Glück darin, generell zufrieden zu sein, obwohl nicht immer alles perfekt ist?
  • Ist pures Glück nicht all die Momente, in denen ich einfach nur mein Leben genieße und nicht darüber nachdenke, ob ich gerade glücklich bin?

Glück ist kaum zu definieren, weil die Grenzen zu Spaß, Genuss, Gelassenheit oder Zufriedenheit fließend sind.

Doch mal ganz davon abgesehen, dass wir das Glücklichsein nur schwer definieren können, gibt es auch keinen klar definierten Weg zum Glück. Es gibt keine simple 5-Schritte-Anleitung.

Falls du zum Beispiel abnehmen möchtest, weißt du, was tun solltest (das Schwierige liegt in der Umsetzung):

  • Mach regelmäßig Sport.
  • Iss weniger und gesünder.
  • Mach einen großen Bogen um Chips, Süßigkeiten, All-you-can-eat-Buffets und 2×1 Cocktail-Angebote.

Doch wie sieht das mit dem Glücklichsein aus?

Das Glücks-Paradoxon

Das Paradoxe am Glück ist, dass du, je mehr Bedeutung du dem Glücklichsein gibst, wahrscheinlich umso unglücklicher bist.

Je mehr du also versuchst, glücklich zu sein, desto weniger bist du es.1 Das ist auch der Grund, warum Menschen, deren Ziel es ist, glücklich zu sein, in der Regel unglücklicher sind.2

Die Sache ist die: Glück ist kein Endziel, dass du erreichst, wenn du deine drei wichtigsten Lebensziele errungen oder dein größtes Problem gelöst hast.

Ein Sixpack, mehr Erfolg beim anderen Geschlecht oder Geld ohne Ende sind noch lange keine Garantie für mehr Glück. Eine Weltreise, ein eigenes Haus oder mehr Selbstbewusstsein auch nicht.

Glück ist kein Endziel

Glück ist kein guter Lebenssinn

Es gibt Menschen, die all ihre Ziele erreichen, erfolgreich sind, gut aussehen und trotzdem unglücklich sind. Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die alles verloren haben und trotzdem glücklich sind.

Glück ist ein Nebenprodukt, das vor allem dadurch entsteht, dass du ein sinnvolles und bedeutungsvolles Leben lebst. Und genau deshalb sollte Glück nicht der Zentrale Part deines Lebens sein.

Was ist der Sinn des Lebens, wenn ich doch sowieso irgendwann sterbe?

Manche Menschen glauben, das Leben habe keinen Sinn, weil es früher oder später sowieso zu Ende ist. Dabei verhält es sich genau andersherum!

Es mag paradox klingen, doch es ist der Tod, der deinem Leben eine Bedeutung gibt.

Stelle dir vor, du wärst unsterblich. Du hättest keinen Ansporn mehr, überhaupt etwas zu tun. Schließlich würde es keine Konsequenzen haben, etwas zu tun oder es nicht zu tun. Vermutlich würdest du die Dinge immer auf morgen verschieben, in der Gewissheit, dass du ja ewig Zeit hast.

Wärst du unsterblich, würde dein Leben an Sinn und Intensität verlieren.

Die schönen Dinge sind schön, weil sie endlich sind. Warum genießt du Sex, ein leckeres Abendessen oder einen interessanten Film?

Weil du weißt, dass sie nur eine bestimmte Dauer haben. Es ist das absehbare Ende, das die Dinge interessant, bedeutungsvoll und intensiv macht.

Der Tod kann deinem Leben mehr Sinn geben

Wir verbinden mit dem Tod meistens Angst, Trauer und Schmerz. Doch letztendlich ist es der Tod, der unserem Dasein eine tiefe Bedeutung gibt.

Deshalb solltest du dich öfter an deine eigene Sterblichkeit erinnern.

Wie der Tod helfen kann, deinem Leben einen Sinn zu geben

Es hat sich herausgestellt, dass Menschen, die sich mehr Gedanken über den Tod machen, ihr Leben als sinnvoller betrachten.3

Warum?

Weil der Tod die ultimative Deadline ist, die sie daran erinnert, worum es in ihrem Leben gehen soll. Der Gedanke an die eigene Sterblichkeit führt dazu, dass Menschen sinnvolle Ziele verfolgen.

Und genau deshalb es ist so machtvoll, wenn du dir immer wieder bewusst machst, dass du früher oder später sterben wirst.

Was würdest du zum Beispiel noch tun wollen, wenn du nur noch ein Jahr zu Leben hättest?

  • Was würdest du noch erleben wollen?
  • Was würdest du der Nachwelt hinterlassen wollen?
  • Mit welchen Menschen würdest du deine Zeit verbringen?
  • Beim würdest du dich entschuldigen?
  • Zu wem sagen, dass du ihn liebst?

Dich regelmäßig daran zu erinnern, dass du früher oder später sterben wirst, ist der beste Weg, um ein sinnvolles Leben zu leben.

Stelle dir vor, schon bei deiner Geburt wüsstest du, wann du sterben wirst. Du hättest einen fixen Todeszeitpunkt, so wie ein Vanillejoghurt ein Verfallsdatum hat.

Dein Leben wäre sinnvoller!

Du würdest dir genauer überlegen, was du in deinem Leben tun möchtest, was du von der Welt sehen willst, wie dich Menschen in Erinnerung behalten sollen und was du der Nachwelt hinterlassen wirst.

Doch keiner von uns weiß, wann sein Ende kommt. Und das führt dazu, dass wir Leben, als wären wir unsterblich.

Wir reiben uns an Kleinigkeiten auf, verschieben unsere Träume in die Zukunft und schaffen es nicht, das Schöne im Alltäglichen zu sehen. Stattdessen regen wir uns darüber auf, dass wir im Stau stehen, kein teures Auto besitzen und es schon wieder an der Zeit ist, sich die Schamhaare zu entfernen.

Stell dir nur mal vor, wie intensiv du alles wahrnehmen würdest, wenn du wüsstest, du stirbst nächste Woche.

Du würdest dich nicht mehr darüber aufregen, dass du im Stau stehst oder dass die Bahn 10 Minuten Verspätung hat. Du würdest es nicht als alltäglich hinnehmen, dass es Menschen gibt, die dich lieben. Du würdest jede einzelne Sekunde voll auskosten und das Leben in all seinen Facetten genießen.

Und genau deshalb, solltest du öfter an den Tod denken.

Dieser Artikel basiert auf Konzepten aus meinem Buch Scheiß drauf! Falls dir der Artikel gefallen hat, wirst du das Buch lieben. Hier kannst du das Buch bestellen.

Einfach mal Scheiß drauf sagen!

 
Ist dir schon mal aufgefallen, dass dein Leben besser verläuft, wenn du öfters Mal Scheiß drauf sagst? Scheiß auf die Meinung anderer. Auf negative Gedanken. Auf die Angst. Auf all die Kleinigkeiten, die nicht wirklich wichtig sind. Lade dir meinen kostenlosen Ratgeber Innere Stärke herunter und lerne, öfter mal Scheiß drauf zu sagen.

3 Wege, um besser mit Tod und Trauer umzugehen

Das ist ein Gastartikel von Marina Schüßler. Mehr über sie und ihre Arbeit erfährst du am Ende des Artikels. 

Es gibt genau eine Sache, die wir alle gemeinsam haben. Und vielleicht macht genau diese Tatsache es so schwer darüber zu sprechen. Ob wir wollen oder nicht, irgendwann kommt der Zeitpunkt an dem wir „Lebewohl“ sagen und sterben.

Und den meisten Menschen bleibt es auch nicht erspart, irgendwann in ihrem Leben einen anderen Menschen für immer gehen lassen zu müssen.

Das wohl schmerzhafteste, dass uns in unserem Leben widerfahren kann.

Was passiert, wenn ein Angehöriger, jemand den du liebst, stirbt und wie gehst du am besten damit um?

Ich selbst habe vor knapp zwei Jahren meinen Vater auf seinem letzten Weg begleitet und lebe meine Trauer um ihn sehr intensiv. Es war mir sogar möglich dieses Ereignis zu wandeln. In einen Moment, für den ich dankbar bin, weil er mein Leben– neben all dem Schmerz– positiv beeinflusst hat.

Wenn dein Lieblingsmensch stirbt – und falls du das schon erlebt hast, weißt du genau wovon ich spreche– wird dein komplettes Universum einmal in die Luft geschmissen und scheinbar vergisst jemand es wieder aufzufangen und lässt es, als wäre es selbstverständlich, auf den Boden fallen.

Alles gerät aus den Fugen, jeder Lebensbereich, deine Gefühle, deine Werte, dein Bild von dir selbst und über die Welt kommen kräftig ins wanken und werden ganz und gar durchgerüttelt. Bis nichts mehr am selben Platz zu sein scheint, wie zuvor.

Trauer – ein kleines Wort mit einer großen Bedeutung und unzähligen Geschichten dahinter.

3 Gedanken, die dich in deiner Trauer unterstützen

Was hilft wirklich, wenn du in Trauer bist?

Es gibt so viele Wege zurück ins Leben, wie es Menschen auf dem Planeten gibt.

Was ich dir mitgeben kann sind Impulse für deine innere Haltung und Gedanken, die dir helfen, DEINEN Weg zu finden.

Wenn jemand stirbt, den wir lieben, haben wir zwei Möglichkeiten.

  1. Wir halten an der Ungerechtigkeit fest, stellen uns immer wieder die Frage nach dem „Warum“ und führen ein verbittertes Leben ohne Freude.
  2. Wir erkennen, dass wir die Verantwortung für uns und unsere Heilung tragen sollten und entscheiden uns dafür, wieder glücklich zu sein.

Und Letzteres ist die innere Haltung, die dir den Weg zurück in dein Leben zeigt.

1. Trauer will gelebt werden

Trauer ist ein Gefühl. Es ist schmerzhaft, unangenehm und kostet viel Energie.

Grund genug für viele, diese nicht zu zulassen, zu betäuben und gut verschlossen irgendwo ganz tief unten zu parken, wo sie nicht so schnell wieder hervorkommt. Und genau das ist der größte Fehler. Denn Trauer will gelebt werden.

Die Trauer und alle anderen Gefühle, die mit ihr einhergehen, wollen Beachtung.

Hast du schonmal ein Kind erlebt, das gesehen werden und Aufmerksamkeit haben will?

Es wird lauter, penetranter und vehementer, wenn du es ignorierst. Wenn du ihm jedoch ehrliche Aufmerksamkeit schenkst und ihm gibst, was es braucht, ist es zufrieden.

Alles was du auf Dauer von dir wegschiebst, kommt irgendwann mit geballter Kraft wieder. Und am liebsten nachts um drei, wenn alles schläft.

The quickest way out is always through. Der schnellste Weg da raus, führt immer mitten durch. Bedenke, deine Trauer ist nicht dein Problem. Sie ist deine Lösung um den Tod, um deinen schmerzlichen Verlust zu verarbeiten.

Verdrängst du deine Trauer, nimmst du dir selbst den Lösungsweg.

Das Ziel ist nicht das „Nicht-mehr-Trauern“. Das Ziel ist, die Trauer anzunehmen.

Der Zustand in deiner Trauer ist nicht der Endzustand. Es ist der Weg. Es ist dein Prozess zu innerer Heilung.

Auch wenn du dich heute fragst, was ist nur aus mir geworden? Ich war doch früher ganz anders und fröhlich und bunt. Das Gefühl von Kraftlosigkeit, Selbstzweifel und Schwere wird schwinden. Das ist nicht die Endstation.

2. Vertraue Dir und Deinem Körper

Die meisten Trauernden kennen die Angst in ein tiefes Loch zu fallen und nicht rauszukommen, wenn sie die Trauer und das Weinen einmal zulassen.

Doch eins kann ich dir versichern: dein Körper weiß was er da tut. Er gibt dir diese Gefühle nicht um dich zu ärgern, er gibt sie dir um dir zu helfen. Um dir den Weg zu zeigen.

Weinen reinigt die Seele. Es macht deine Fenster wieder klar und deine Seele ist wieder bereit, die Sonnenmomente des Lebens wahrzunehmen.

Vertraue Dir und deinem Körper, du bist zu mehr imstande als du dir vorstellen kannst.

Du wirst es schaffen, vertraue Dir.

Und wenn du das Gefühl hast mit Begleitung würde es dir besser gehen, suche dir diese Begleitung. Hilfe annehmen – ja auch professionelle Hilfe – ist kein Zeichen von Schwäche und bedeutet auch nicht, dass du krank bist.

Werdende Mütter haben eine Hebamme an ihrer Seite, die ihnen zeigt, wie man mit dem Neugeborenen umgeht. Fahrlehrer zeigen ihren Schülern, wie man ein Auto sicher durch den Straßenverkehr bringt.

Und du, du bist gerade in einer Phase, die dein komplettes Sein erschüttert. Dein ganzes Leben ändert sich gerade und muss neu sortiert und neu zusammengesetzt werden. Du hast das Recht und ich behaupte sogar die Pflicht, dir Begleitung zu suchen, wenn du denkst, damit gehe es dir besser.

Sei gütig mit dir und nimm dir was du brauchst.

3. Du bist normal

Lass es mich kurz erklären. Ja ich weiß, heutzutage will kein Mensch mehr hören, dass er normal ist, weil wir sind alle Individuen, etwas besonderes und anders. Und was ist schon normal? An dieser Stelle nutze ich trotzdem das Wort „normal“.

Und meine damit vor allem „nicht krank“.

Bin ich noch normal? Das ist die Frage, die sich jeder Trauernde früher oder später stellt. Dahinter stecken Gedanken wie:

  • Ist es normal, dass es immer noch so weh tut?
  • Müsste ich nicht langsam wieder mein Leben in den Griff bekommen?
  • Keiner versteht mich, was stimmt nicht mit mir?

Halte dir nochmal das Bild vom Anfang vor Augen. Dein Universum ist erschüttert und du bist gerade dabei jedes einzelne Teil an seinen rechtmäßigen Platz zu bringen.

Das dauert, es schmerzt und ist für Außenstehende oft nicht nachvollziehbar.

Also gib dir die Zeit, den Raum und die Zuwendung, die du benötigst.

Du bist ein Mensch, du musst nicht funktionieren und vielleicht erkennst du jetzt sogar, was du in deinem neuen Leben gar nicht mehr haben möchtest und kannst es bei dieser Gelegenheit direkt aus deinem Leben entsorgen.

Was du als Angehöriger tun kannst

Du bist Angehöriger eines Trauernden? Ich weiß, wie schwer es machmal ist, die richtigen Worte zu finden. Zu wissen, was derjenige jetzt braucht.

Wir haben nie gelernt mit Trauer, geschweige denn mit Trauernden umzugehen. Also verurteile dich nicht, weil du dich unsicher fühlst und manchmal nicht weißt, was du sagen sollst. Ja, sogar mir geht es so.

Obwohl ich es selbst erlebt habe, stehe ich manchmal mit einem fetten Kloß im Hals da und habe keine Ahnung was jetzt das Richtige ist.

1. Frage nach

Das Ding ist, niemand weiß, was das Richtige ist. Auch der Trauernde selbst, weiß es oft nicht, weil er überfordert ist mit seinen Gefühlen und dem Alltag.

Das ehrliche und offene Gespräch hilft enorm weiter.

Sprich aus, dass du nicht weißt, was du tun oder sagen sollst. Mache Vorschläge und frage ganz offen, was der Trauernde jetzt im Moment braucht. Manchmal ist es Ablenkung, manchmal ein offenes Ohr.

2. Warte nicht, bis er dich um Hilfe bittet

Trauernde fühlen sich oft unerwünscht und wollen niemanden mit ihrem nie enden wollenden Thema belästigen. Willst du ihm beistehen, dann frage regelmäßig, was du tun kannst. Erwarte nicht, dass er auf dich zukommt, denn er wird sich dir nicht aufdrängen wollen und leidet daher lieber still.

3. Erwarte nichts und mache keinen Druck

Das größte Gift in der Trauer ist Druck. Der Trauerprozess stresst den Körper und der Trauernde fühlt sich ununterbrochen unter Druck gesetzt. Durch eigene Erwartungen, Ungeduld, unausgesprochene Erwartungen der Gesellschaft. Er spürt, dass er nicht mehr so funktioniert, wie zuvor und will selbst diesen Zustand voller Energie zurück gewinnen.

Druck von außen verschlimmert die Sache und raubt Kraft.

Ja, auch wenn du das Gefühl hast, er müsste mal…oder er sollte endlich mal wieder…. Glaub mir, er gibt sein Bestes. Eine liebevolle Hand und ermutigende Worte sind an dieser Stelle Gold wert.

Tod und Trauer – ein Thema, das Menschen gerne totschweigen, weil es schwierig und unangenehm ist. Doch gerade diese Menschen brauchen uns so sehr. Und es trifft nicht immer nur die Anderen.

Über die Autorin

Marina Schüßler ist Coach für Trauernde. Sie begleitet Menschen die ihren Lieblingsmenschen verloren haben auf ihrem Weg zurück ins Lebens.

2016 hat sie selbst diese Erfahrung gemacht, einen geliebten Menschen für immer gehen lassen zu müssen. In dieser Zeit entstand ihre Vision, eine Welt zu erschaffen in der Tod und Trauer kein Tabu mehr sind. Und für andere die Person zu sein, die sie sich selbst in dieser Zeit gewünscht hat – Stütze, Wegbegleiterin und Mutmacherin.

Über Tod und Trauer spricht sie außerdem in ihrem Podcast „Zurück im Leben“. Mehr findest du auch auf Instagram @marinaschuessler

Und bald unter marinaschuessler.de

Einfach mal Scheiß drauf sagen!

 
Ist dir schon mal aufgefallen, dass dein Leben besser verläuft, wenn du öfters Mal Scheiß drauf sagst? Scheiß auf die Meinung anderer. Auf negative Gedanken. Auf die Angst. Auf all die Kleinigkeiten, die nicht wirklich wichtig sind. Lade dir meinen kostenlosen Ratgeber Innere Stärke herunter und lerne, öfter mal Scheiß drauf zu sagen.

7 wichtige Erkenntnisse für ein glückliches Leben

Lass mich diesen Artikel mit einer banalen Aussage beginnen: Jeder Mensch wünscht sich ein glückliches Leben.

Du, ich, dein Arbeitskollege und auch der unfreundliche Kellner vom Café um die Ecke.

Doch die Sache mit dem Glück ist oft gar nicht so einfach…

Das Glück scheint immer hinter der nächsten Ecke zu sein.

In greifbarer Nähe, doch trotzdem so weit weg.

Dabei sind es oft Kleinigkeiten, die den Unterschied machen. Und genau deshalb können dir diese 7 Erkenntnisse dabei helfen, ein glücklicheres Leben zu führen.

Die wichtigsten Punkte aus dem Artikel erfährst du auch in diesem Video:

Glückliches Leben #1: Verwechsle Genuss nicht mit Glück

In unser modernen Ich-lasse-mir-meinen-Einkauf-nach-hause-liefern-Gesellschaft verwechseln viele Menschen angenehme Empfindungen mit Glück.

Immer mehr Menschen glauben also, dass Dinge wie Spaß oder Genuss automatisch zu einem glücklichen Leben führen. Doch das ist ein Trugschluss.

Egal, wie lecker ein Becher Häagen-Dazs Chocolat-Caramel Eiscreme schmeckt, wie angenehm ein Netflix-Abend mit Pizzalieferservice ist oder wie geil sich die Massage-Sitze in deinem neuen Benz anfühlen, es macht dich nicht langfristig glücklich.

Angenehme Empfindungen halten nicht lange an. Der Genuss von leckerem Essen ist nach dem letzten Bissen vorbei. Die Unterhaltung durch einen Film endet abrupt mit dem Film. Und deine neue arschteure Lederjacke erfreut dich auch nur ein paar Tage lang – wenn überhaupt.

Doch es ist nicht nur so, dass angenehme Erfahrungen dich nicht glücklich machen. Häufig machen sie dich sogar unglücklich!

Dass sich etwas gut anfühlt, heißt nämlich noch lange nicht, dass es auch gut für dich ist.

  • Eine Line Koks zu ziehen fühlt sich verdammt gut an. Doch gut ist sie nicht für dich.
  • Eine große Currywurst mit extra Pommes zu essen schmeckt lecker, ist jedoch nicht gerade gesund.
  • Lustige Katzenvideos auf Youtube anzuschauen statt deine Steuererklärung zu machen oder für deine bevorstehende Prüfung zu lernen macht zwar Spaß, wird dich jedoch in die Scheiße reiten.

Was du daraus lernen kannst

Spaß und Genuss sind wichtig. Doch sind sie nicht gleichbedeutend mit langfristigem Glück. Verwechsle die beiden also nicht.

Glückliches Leben #2: Nichts ist wichtiger als deine Beziehungen

Weißt du, was den allergrößten Einfluss auf deine psychische Stärke und dein Glück hat? Deine Mitmenschen.

Ja, es ist wichtig, alleine sein zu können. Doch letztendlich sind wir soziale Wesen. Ob Freundschaften, Familie oder Partnerschaft, die Qualität unserer sozialen Beziehungen beeinflusst maßgeblich die Qualität unseres Lebens.

Enge soziale Verbindungen verringern das Sterblichkeitsrisiko zum Beispiel effektiver als Alkoholabstinenz, Sport oder Idealgewicht.1 (Das soll übrigens nicht heißen, dass du jetzt einen Freifahrtschein hast, um zu einem übergewichtigen und sportverweigernden Alkoholiker zu werden.)

Die Grant-Studie ist die am längsten anhalte Studie zum Thema Glück (sie geht mittlerweile fast über 80 Jahre). In diesem Zeitraum wurden über 10.000 Seiten an Daten und Informationen gesammelt.

Und weißt du, was das Ergebnis ist?

Gute Beziehungen machen Menschen glücklicher und gesünder.

Menschen, die gute Beziehungen zu Freunden, Verwandten, der Gemeinschaft und ihrem Partner haben, leben länger, sind gesünder und sind glücklicher.

Und Menschen, die einsamer sind, als sie sein wollen, sind weniger glücklich, ihre Gesundheit verschlechtert sich schneller, ihre Gehirnfunktion lässt eher nach und sie sterben früher als Menschen, die nicht einsam sind.2

Was du tun kannst

Nichts ist wichtiger als deine Beziehungen. Pflege sie.

Glückliches Leben #3: Deine Lebensumstände sind nicht besonders wichtig

So gut wie jeder würde gern in einem schönen Haus leben, ein tolles Auto fahren, exotische Reisen machen und ein paar Nullen mehr auf dem Konto haben.

Doch tatsächlich haben diese Dinge wenig bis gar keinen Einfluss auf dein Glück.

Trotz Einkommensunterschieden, Kulturunterschieden und Naturkatastrophen sind Menschen auf der ganzen Welt ungefähr gleich glücklich.3

Das unsere äußeren Lebensbedingungen wenig Einfluss auf unser Glück haben, liegt an der hedonistischen Tretmühle.

Die hedonistische Tretmühle beschreibt die menschliche Tendenz, zu einem stabilen und konstanten Glückslevel zu streben.4

Widerfährt dir etwas besonders Positives oder etwas besonders Negatives, wird dieses Ereignis kurzfristig dein Glückslevel beeinflussen. Doch nach einer gewissen Adaptionszeit wird dein Glückslevel sehr wahrscheinlich wieder zum Ausgangspunkt zurückkehren.

Ob du dir jetzt einen Sportwagen kaufst, von deinem Ehepartner verlassen wirst, befördert wirst oder einen schweren Unfall hast, nach einer gewissen Adaptationszeit an die neuen Gegebenheiten wirst du dich mit großer Wahrscheinlichkeit in etwa gleich glücklich fühlen wie vor dem Ereignis.

Was du tun kannst

Es ist schön, ein eigenes Haus, ein tolles Auto oder schicke Klamotten zu haben. Doch glücklich machen uns diese Dinge nicht. Sie sind letztendlich nur Deko.

Glückliches Leben #4: Verwechsle Ziele nicht mit Glück

Unsere Gesellschaft ist von Zielen besessen. Und wahrscheinlich hast du eine Menge Ziele:

  • Du möchtest abnehmen.
  • Mehr Geld verdienen.
  • Einen Partner finden.
  • Einen Halb-Marathon laufen.
  • Selbstsicherer werden.
  • Deinen ersten Dreier machen.

Doch bei all dieser Zielverrückheit solltest du nicht vergessen, dass Ziele und Glück nicht das Gleiche sind.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse der modernen Glücksforschung ist, dass wir verdammt schlecht darin sind, vorherzusagen, was uns glücklich macht (mal davon abgesehen, dass wir kaum definieren können, was Glück überhaupt bedeutet).

Oft glauben wir, dass wir, wenn wir erst dieses oder jenes Ziel erreichen, sooooo viel glücklicher sein werden.

Wir glauben, dass wir ein glückliches Leben führen werden, wenn wir mehr Geld besitzen, befördert werden, mehr Erfolg beim anderen Geschlecht haben, ein neues Auto kaufen, eine eigene Wohnung besitzen oder endlich 5kg abnehmen.

Doch das Glück, das durch das Erreichen eines Zieles entsteht, hält in vielen Fällen nicht länger an als die Erektion eines Rentners.

Vielleicht ist es dir auch schon mal passiert, dass du ein Ziel erreicht hast, nur um dann nach ein paar Wochen zu merken, dass du nicht glücklicher bist als vorher.

Das liegt an der hedonistischen Tretmühle, die wir gerade eben betrachtet haben.

Du kannst dich nicht ewig an einer Beförderung oder einem neuen Auto erfreuen. Egal, was du erreichst, du gewöhnst dich sehr schnell daran.

Ein Ziel zu erreichen heißt deshalb noch lange nicht, dass du glücklicher wirst.

Was du tun kannst

Ich persönlich bin kein großer Fan von Zielsetzung. Von mir aus kannst du dir gerne eine Menge Ziele setzen. Erwarte jedoch nicht, dass sie dich langfristig glücklicher machen. Denn das tun sie in den meisten Fällen nicht.

Glückliches Leben #5: Vergleiche dich besser

Wie es dir geht, hängt stark davon an, wie du im Vergleich mit anderen dastehst.

Die meisten Menschen würden zum Beispiel lieber in einer Welt leben, in der sie 50.000 $ verdienen und andere 25.000 $ bekämen, als in einer Welt, in der sie 100.000 $ zur Verfügung hätten und andere 200.000 $.5

Wahrscheinlich hast du auch schon mal gehört, dass du nicht mit anderen vergleichen sollst.

Das ist zwar ein gut gemeinter Tipp, er ist jedoch kaum umsetzbar. Uns mit anderen zu vergleichen ist nämlich ein menschliches Bedürfnis.6

Jeder Mensch vergleicht sich bewusst wie auch unbewusst mit anderen Menschen. Wir wollen schließlich sehen, wo wir im Leben stehen.

Soziale Vergleiche führen auch nicht automatisch dazu, dass du dich schlecht fühlst. Es hängt nämlich davon ab, ob du dich nach oben oder nach unten vergleichst.

Wenn du dich mit anderen Menschen vergleichst und dabei gut wegkommst, wirst du dich gut fühlen. Wenn du beim Vergleich jedoch schlecht wegkommst, wirst du dich schlecht fühlen.

Wenn du dich also ständig mit Menschen vergleichst, die mehr Geld als du verdienen, attraktiver sind oder mehr erreicht haben, wirst du dich schlecht fühlen.

  • Thomas verdient mehr als ich.
  • Claudia führt eine bessere Beziehung.
  • Marie hat einen tolleren Körper.

Zack, schon fühlst du dich klein, dumm und minderwertig.

Vergleichst du dich aber zum Beispiel mit Menschen, die weniger als du verdienen, unattraktiver als du sind oder in deinen Augen weniger erreicht haben, wirst du dich besser fühlen.

Letztendlich ist es wichtig, dass du dich nach oben wie auch nach unten vergleichst. Dich nur nach oben zu vergleichen ist nicht gut für dein Selbstbild. Doch es ab und an zu tun kann dich motivieren und inspirieren.

Was du tun kannst

Es wird immer jemanden geben, der mehr als du hat, attraktiver ist oder etwas besser kann. Mach dir aber auch bewusst, dass es sehr viele Menschen gibt, denen es schlechter geht als dir. Vergleiche dich also nicht nur nach oben, sondern auch nach unten.

Glückliches Leben #6: Versuche nicht, Dinge zu ändern, die du nicht ändern kannst

Es gibt Dinge, die kannst du beeinflussen. Und es gibt Dinge, die kannst du nicht beeinflussen. Zum Beispiel:

  • Deine Größe.
  • Deine Vergangenheit.
  • Die Reaktion anderer Menschen auf dich.
  • Die Wirtschaft.
  • Das Ergebnis deiner Fußballmannschaft.

Wenn du dir ein glücklicheres Leben wünschst, dann konzentriere dich auf die Dinge, die du verändern kannst.

Oft reiben sich Menschen an den Dingen auf, die sie nicht verändern können. Und dann jammern sie, verfallen in Selbstmitleid oder nehmen die Opferrolle ein.

Wenn du dich jedoch auf das konzentrierst, was du verändern kannst, bekommst du das Gefühl von Kontrolle. Du merkst, dass du einen Einfluss auf dein Leben hast und Dinge aus eigener Kraft verändern kannst. Und das ist verdammt wichtig.

Das Gefühl von Kontrolle ist nämlich eine Quelle für psychische Gesundheit.7 Menschen, die die Kontrolle über ihr Leben verlieren, sind oftmals unglücklich, hilflos, hoffnungslos und werden depressiv.8

Also, höre auf, dich als Opfer der Umstände zu sehen und konzentriere dich auf das, was du beeinflussen kannst.

Was du tun kannst

Wende die „Halt deine Schnauze und mach etwas“-Regel an:

Egal, was du erreichen möchtest oder was dein Problem ist, überlege dir, was du tun kannst. Und dann halt deine Schnauze und mach es.

Glückliches Leben #7: Versuche nicht alles Negative zu vermeiden

Viele Menschen versuchen, jegliche Art von negativer Erfahrung zu meiden.

Sie glauben, dass ein glückliches Leben bedeutet, dass sie sich immer gut fühlen müssen. Doch das ist ein großer Irrglaube.

Zum glücklich sein gehören auch negative Erfahrungen.

Und paradoxerweise sind es häufig die negativen Erfahrungen, die langfristig positiv für dich sind:

  • Zu scheitern führt dazu, dass du mehr und mehr herausfindest, was deine Stärken sind und was für dich funktioniert.
  • Dich immer wieder deinen Ängsten und Unsicherheiten zu stellen führt dazu, dass du ein starkes Selbstvertrauen entwickelst.
  • Die schwierigen und unangenehmen Gespräche in deiner Beziehung führen zu mehr Vertrauen und Nähe.
  • Dass dich Menschen ausnutzen führt dazu, dass du lernst Grenzen zu setzen und Nein zu sagen.

Glückliche Menschen sind nicht glücklich, weil sie keine negativen Erlebnisse haben. Sie sind glücklich, weil sie gelernt haben, damit umzugehen.

Was du tun kannst

Fange an, dich den Herausforderungen und Problemen im Leben zu stellen anstatt vor ihnen davonzulaufen.

Du wirst nicht glücklicher, in dem du alles Negative vermeidest. Du wirst glücklicher, in dem du lernst, damit umzugehen.

Möchtest du innerlich stärker werden?

 
Willst du besser mit negativen Gedanken umgehen, selbstbewusster werden und herausfinden, was du wirklich im Leben willst? Dann lade dir meinen Ratgeber Innere Stärke kostenlos herunter:

Warum es wichtig ist, Demut zu lernen

Das ist ein Gastartikel von Bernita Müller. Mehr über sie erfährst du am Ende des Artikels.

Demut ist ein altmodischer Begriff. Wir denken sofort an eine Zeit, in der das Individuum nichts galt. An untertänige Bittsteller, die vor ihren Herren knien.

Aber echte Demut ist etwas ganz anderes.

Sie ist ein Ausdruck wahrer Größe…

Demut vs. Demütigung

Treten wir einen Schritt zurück. Was bedeutet Demut ganz objektiv betrachtet?

Laut Duden ist Demut „in der Einsicht in die Notwendigkeit und im Willen zum Hinnehmen der Gegebenheiten begründete Ergebenheit.“

Will sagen: Man akzeptiert die Dinge so, wie sie sind. Und das kann zweierlei bedeuten.

  1. Falsche Demut lässt sich mit Füßen treten oder ordnet sich sozialer Ungerechtigkeit unter. Aus Mangel an Stärke erniedrigt man sich selbst – und knirscht heimlich mit den Zähnen. Mit echter Hingabe hat das nichts zu tun.
  2. Wahre Demut erkennt, dass es etwas Größeres gibt als das eigene Ego. Etwas, für das es sich zu leben lohnt. Dieses Gefühl hebt den Menschen aus seinem Alltag heraus. Indem er sich mit etwas Höherem verbindet, spürt der Mensch diese Größe auch in sich selbst. Das ist kein abstraktes Gedankenkonstrukt, sondern eine urmenschliche Erfahrung.

Echte Demut im Alltag

Viele Menschen sind gerne in der Natur. Wenn du auf dem Gipfel eines Berges stehst und ins weite Umland blickst, spürst du etwas. Oder wenn du die letzten Sonnenstrahlen beobachtest, die sanft über das Meer streifen.

Doch bevor man das Gefühl zu fassen bekommt, ist es schon wieder verschwunden.

Was steckt dahinter?

Anstelle der Konzepte, die wir von uns selbst haben, tritt die Größe der Natur. Unsere Probleme sind verschwunden und eine unbekannte Kraft betritt die Bühne. Erfahrungen dieser Art gibt es in tausend Facetten.

(Bildquelle: © istockphoto, Io Purice)

Ich erinnere mich zum Beispiel daran, als ich auf dem Deck eines grönländischen Bootes stand.

Weil es in der Gegend Wale gab, schaute ich gespannt auf das Meer. Der Motor brummte und es wehte ein kühler Wind um meine Nase. Die Eisberge leuchteten im Schein der Sonne und das immer gleiche Spiel der Wellen schien kein Ende zu nehmen. Dann geschah es.

Langsam glitt ein grauer Rücken aus dem Wasser, dann tauchte eine Flosse auf.

Ich sah gebannt hin. Und schon schoss ein rund 15 Meter großer Buckelwal aus dem Meer, um sich rücklings wieder in die Tiefen zu stürzen. Auch als er längst verschwunden war, blickte ich immer noch auf die Wellen. Die Kraft dieses riesigen Tieres hatte mich zu sehr in den Bann gezogen.

Auch in Asien lernte ich eine Lektion in Sachen Demut.

Als ich durch Bhutan reiste, legte ich einen Teil des Weges zu Pferd zurück. Ich ritt durch meine Lieblingsregion Bhumthang, in der es viele Klöster gibt. Die weiten Täler sind von grünen Bergen gesäumt und immer wieder tauchen beschauliche Dörfer auf.

Als wir in eine abgelegene Ortschaft ritten, sah ich einen Mann mittleren Alters am Straßenrand. Er schaute still zu uns herüber.

Eine kleine Gruppe bhutanesischer Männer und eine weiße Frau mussten Aufmerksamkeit erregen. Als ich an ihm vorbeiritt, zog er seinen Hut vor mir.

Ich stutzte. Das war mir noch nie passiert.

Anstatt die Fremde neugierig zu beäugen oder ihr Misstrauen entgegenzubringen, empfand er nur Respekt. Auch diese Haltung war Ausdruck innerer Größe.

Ich in Bhutan. Ich denke, du erkennst mich…

5 Wege, Demut zu erlernen

Wahre Demut ist ein urmenschliches Gefühl, aber man muss es kultivieren, wenn es zur Blüte kommen soll.

Zwar schätzen Psychologen diese Tugend. Auch bei Politikern ist sie gern gesehen. Aber die wenigsten Menschen haben gelernt, sie bewusst in ihr Leben zu integrieren.

Dass es sich lohnt, wusste schon der Augustiner-Chorherr Thomas von Kempen:

„Wo Demut ist, da ist steter Friede; wo aber der Stolz herrscht, da ist Eifersucht; da ist Zorn und eine ganze Hölle voller Unruhe.“

Es gibt viele Möglichkeiten, mehr Demut in sein Leben zu bringen. Hier ist eine kleine Auswahl.

1. Sich selbst nicht so wichtig nehmen

Wer stets um das eigene Wohlergehen besorgt ist, lebt immer in der Angst, zu kurz zu kommen. Demut bedeutet aber, etwas Abstand von sich selbst zu gewinnen. Das gelingt leichter, wenn man das Leben als Geschenk betrachtet. Und zwar mit allem, was dazu gehört.

Wer auch traurigen Stunden einen Sinn geben kann, fürchtet sie nicht. Und wer keine Angst vor Schmerz hat, sorgt sich weniger. Er lebt nicht, um seine Bedürfnisse zu befriedigen, sondern um zu leben.

2. Die eigenen Fehler annehmen

Jeder Mensch hat Fehler. Auch dann, wenn er alles daran gibt, perfekt zu sein.

Dahinter steckt oft der Wunsch, sich selbst annehmen zu können. Doch das wird nie passieren, wenn die Selbstliebe an so harte Bedingungen geknüpft ist.

Vom Podest zu steigen und seine eigenen Fehler zu erkennen, mag erst einmal weh tun. Wer sie aber annimmt, schwingt sich zu unbekannter Größe auf. Auch das ist Demut.

3. Andere wirklich sehen

Menschen, die voller Stolz und Selbstsucht sind, können nur schwer echte Verbindungen zu anderen Menschen aufbauen. Nimmt man sich selbst etwas zurück, tritt der andere umso deutlicher in Erscheinung.

Dann können wir ihn mit all seinen Stärken und Schwächen sehen. Indem wir ihm Raum geben, haben wir auch selbst mehr Luft zum Atmen.

4. Freundlich „Nein“ sagen

Demut zu leben, bedeutet nicht, immer nur „Ja“ zu sagen. Wenn etwas falsch läuft oder Grenzen überschritten werden, besteht Gesprächsbedarf.

Wer sich in Demut übt, wird sich allerdings nicht blinder Raserei hingeben. Er wird versuchen, die Situation neutral einzuschätzen. Und ein Urteil zu fällen, ohne den eigenen Vorteil in den Mittelpunkt zu stellen.

Er wird freundlich bleiben, den anderen in seinem Anderssein erkennen und das äußern, was für alle das Beste ist. Manchmal ist das ein klares „Nein“, manchmal aber auch ein liebevoller Tritt in den Hintern.

5. Selbstlos handeln

Manche Menschen verlieren sich in ihren Wünschen. Sie wissen nicht, was sie wollen, oder jagen unrealistischen Erwartungen hinterher.

Dann kann es helfen, kurz innezuhalten und sich zu fragen, was denn das Beste für alle wäre.

Sich selbst aufzuopfern, bis gar nichts mehr übrig ist, gehört wohl eher nicht dazu. Genauso wenig, wie blind der eigenen Gier zu folgen.

In diesem Sinne bedeutet Demut, die Situation von einer höheren Warte aus zu betrachten und so zu erkennen, was dem Leben am besten dient.

Fazit

Demut ist eine vergessene Tugend, die unser Leben bereichern kann. Sie ist so vielfältig, dass der Schlussstein dieses Textes nur das Fundament für neue Diskussionen legen kann.

Solang sich der Mensch an seinem Stolz reibt, wird die Demut ihm als Wegweiser dienen können. Wie würde eine Welt aussehen, in der mehr Platz für diese Haltung ist?

Für Experimente im Kleinen muss man noch nicht einmal vor die Tür gehen…

Über die Autorin

Bernita Müller machte einige Ausbildungen im therapeutischen Bereich und organisiert gemeinsam mit ihrer Schwester Michaela Müller Seminare für Menschen, die über den Tellerrand blicken möchten.

Dazu gehören zum Beispiel Meditationswochenenden in Deutschland, achtsame Wanderungen in Spanien oder Ashram-Aufenthalte in Indien.

Mehr unter www.wainando.de

Möchtest du innerlich stärker werden?

 
Willst du besser mit negativen Gedanken umgehen, selbstbewusster werden und herausfinden, was du wirklich im Leben willst? Dann lade dir meinen Ratgeber Innere Stärke kostenlos herunter:

Selbstbewusster werden: Die ultimative Anleitung

Wünschst du dir mehr Selbstbewusstsein? In diesem Leitfaden erfährst du, wie du durch simple Tipps dein Selbstbewusstsein aufbauen und stärken kannst.

Kind möchte Selbstbewusster werden

Es gibt ein paar Dinge im Leben, von denen kann man kaum genug haben. Selbstbewusstsein ist eines davon. (Hast du etwa gerade an Sex gedacht, du Ferkel?)

Klar, es ist wichtig, dass wir an und an uns zweifeln und uns selbst hinterfragen. Ansonsten riskieren wir, immer wieder die gleichen Fehler zu machen oder zu einem selbstverliebten Arschloch zu werden.

Doch generell gilt: Ein starkes Selbstbewusstsein ist ein wichtiger Grundstein für ein selbstbestimmtes und glückliches Leben.

Weißt du aber, was das Verrückte ist?

Selbstbewusster zu werden ist nicht schwierig.

Das Problem ist nur, dass viele Menschen ein falsches Verständnis davon haben, wie Selbstbewusstsein entsteht und was Selbstbewusstsein wirklich ist. Und genau das hält sie davon ab, dauerhaft selbstbewusster zu werden.

In diesem Artikel erfährst du deshalb, was es überhaupt bedeutet, selbstbewusst zu sein und wie du in 3 Schritten dein Selbstbewusstsein aufbauen kannst.

Du bist heute lesefaul und möchtest trotzdem wissen, wie du selbstbewusster werden kannst? Die wichtigsten Punkte aus dem Artikel erfährst du auch in diesem Video:

Was ist Selbstbewusstsein und wie werde ich selbstbewusster?

Selbstbewusstsein ist letztendlich nichts anderes, als das Vertrauen in dich selbst und deine Fähigkeiten. Es ist die Gewissheit, dass du mit Schwierigkeiten, Hürden und Ängsten umgehen kannst.

Und genau hier entsteht das große Missverständnis, das viele Menschen davon abhält, selbstbewusster zu werden.

Selbstbewusst und stark zu sein heißt nicht, dass du keine Angst mehr hast, nicht mehr an dir zweifelst oder nie scheiterst. Selbstbewusst zu sein heißt nur, dass du mit diesen Dingen OK bist.

Ein Kind lernt nicht laufen, weil es selbstbewusst ist und weiß, dass es klappen wird. Ein Kind lernt laufen, weil es für es in Ordnung ist, hinzufallen. Würde ein Kind von sich erwarten, dass es nie hinfällt, würde es nie laufen lernen.

Einer der Lebensbereiche, in denen sich die meisten Menschen mehr Selbstbewusstsein wünschen, ist zum Beispiel in sozialen Situationen. Auf einer Party, dem Plausch mit dem Arbeitskollegen oder auch bei einem Date.

Was heißt es aber, in sozialen Situationen selbstbewusst zu sein und ein starkes Auftreten zu haben?

Es heißt nicht, dass du nie etwas Komisches sagst, dass jeder Witz sitzt oder dass du immer weißt, was du sagen sollst. Es heißt nur, dass es dir scheißegal ist, etwas Komisches zu sagen, einen schlechten Witz zu machen oder nicht zu wissen, was du sagen sollst.

Paula ist selbstbewusst! Ihr ist es nämlich scheißegal, was andere von ihr denken…

Selbstbewusste Frau auf Fahrrad

Vor einigen Jahren war ich auf einem Date mit einer attraktiven Frau. Es entstand eine Gesprächspause und ich wusste gerade nicht, was ich sagen sollte. Ich schwieg also für zwei oder drei Minuten – war damit aber völlig OK. Plötzlich sagte mir die Frau, dass ich sie verunsichere! Sie meinte, dass ich so entspannt mit der Stille umgehe, dass sie sich jetzt unsicher fühlt. Und das ist der springende Punkt.

Ich werde oft gefragt:

“Anchu, wie werde ich offener und selbstbewusster im Umgang mit anderen Menschen?”

Kleine “Trickst” wie selbstbewusst zu reden oder eine selbstbewusste Körperhaltung einzunehmen können helfen.

Doch letztendlich geht es vor allem darum, dass OK damit bist, mal nicht selbstbewusst zu sein.

Du wirst viel mehr Selbstbewusstsein ausstrahlen, wenn du damit leben kannst, einen Fehler zu machen, mal komisch zu sein, nicht immer schlagfertig bist oder etwas nicht perfekt zu beherrschen.

Und genau das ist das Paradoxe am Selbstbewusstsein.

Menschen wollen selbstbewusster werden, um alles Unangenehme – Fehler, Scheitern, Ablehnung, Zweifel – zu vermeiden. Doch erst, wenn wir das Unangenehme annehmen und akzeptieren, werden wir selbstbewusster.

Wie steigert man sein Selbstbewusstsein? Erlaube dir zu scheitern!

Stelle dir vor, du hast ein Date oder ein Bewerbungsgespräch.

Je mehr du dir einredest, dass dich dein Date unbedingt mögen muss oder dass du das Bewerbungsgespräch auf gar keinen Fall verkacken darfst, desto nervöser bist du. Du wirst dich verstellen, dir ständig Sorgen darüber machen, etwas Falsches zu sagen und jede Reaktion deines Gegenüber überanalysieren. Du wirst also alles andere als selbstbewusst auftreten.

Wenn du jedoch OK damit bist, dass dich dein Date nicht mag oder dass du den Job nicht bekommst, wirst du selbstbewusster.

“Ach scheiß drauf! Wenn mich mein Date mag oder ich den Job bekomme, cool. Und wenn nicht, ist das auch egal.“

Es ist dein Wunsch, immer selbstbewusst zu sein und auf gar keinen Fall zu scheitern, der dich davon abhält, selbstbewusst zu sein.

In dem Moment, in dem du dir erlaubst, unsicher zu sein und zu scheitern, wirst du selbstbewusster und deine Unsicherheit verzieht sich genauso schnell wie dein letzter Furz.

„Anchu, das ist ja interessant. Aber wie funktioniert das?“

Schön, dass du fragst!

Das mit dem Furz: Einfach loslassen und so normal wie möglich dreinschauen.

Und OK damit zu sein, dass mal unsicher bist oder scheiterst: Unterscheide zwischen dir und dem, was du tust.

Unterscheide zwischen dir und dem, was du tust

Zu scheitern, Fehler zu machen oder komisch auf andere zu wirken ist unangenehm.

Der Trick, um damit besser umzugehen, ist dass du zwischen dir und dem, was du tust, unterscheidest.

Was du tust und wer du bist, sind zwei völlig verschiedene Dinge.

Das Problem vieler Menschen ist, dass sie von ihren Taten auf sich als Mensch schließen. Und sich dann dafür verurteilen.

„Oh Mann! Ich habe es heute schon wieder nicht geschafft, meinem Chef mal die Meinung zu sagen. Ich bin so ein Versager und Nichtsnutz. Ich schaffe gar nichts und werde es nie zu etwas bringen.“

Zack, schon liegst du auf der Couch und frisst vor Frust Schokolade bis dir schlecht wird oder zockst die nächsten 7 Stunden Videospiele.

Mach dir bewusst, dass du OK bist, so wie du bist. Und nur, weil du mal etwas Komisches sagst, deine Angst nicht überwindest, einen Fehler begehst oder scheiterst, du noch kein schlechter Mensch bist.

Keiner ist perfekt. Höre also auf, dich selbst fertig zu machen.

Frau ist traurig und nicht selbstbewusst

„Ok Anchu. Ich sehe deinen Punkt. Nur weil ich etwas falsch mache, soll ich mich nicht gleich dafür verurteilen. Was ist aber mit den Meinungen anderer über mich? 

Guter Frage! Hast du dir schon mal überlegt, dass die Meinung eines Anderen nichts über dich aussagt?

Wenn dich jemanden kritisiert oder du abgelehnt wirst, sagt das nichts über dich aus, sondern nur über den anderen Menschen und sein Bild von dir.

Das ist auch der großen Schlüssel, um besser mit Ablehnung umzugehen. Selbstbewusste Menschen verstehen, dass sie nicht jedem gefallen können und dass eine Ablehnung nichts über sie, sondern nur über die andere Person aussagt.

Also, scheiß drauf!

Lass uns im Folgenden noch 3 Wege betrachten, wie du dein Selbstbewusstsein aufbauen kannst.

1. Selbstbewusster werden: Wo die Angst ist, ist der Weg!

Die meisten Menschen glauben, dass sie erst selbstbewusst sein müssen, bevor sie etwas tun, was ihnen Angst macht.

  • Eines Tage werde ich endlich selbstbewusst sein und dann werde ich alleine verreisen.
  • Wenn ich erst selbstbewusster bin, dann werde ich meinen Job wechseln.
  • Ich kann nicht auf fremde Menschen zugehen, weil ich nicht selbstbewusst genug bin.
  • Ich habe kein Selbstbewusstsein. Doch sobald ich selbstbewusst bin, werde ich Grenzen setzen und mal Nein sagen können.

Das Problem der Sache? Es verhält sich genau andersherum.

Wenn du Dinge tust, die dir Angst machen, wirst du selbstbewusster werden.

Scheiß auf deine Angst!

Egal, wie selbstbewusst du bist, es wird immer Dinge geben, die dir Angst machen und dich herausfordern.

Wenn es dir ähnlich geht wie mir, dann hast du wahrscheinlich Angst davor, vor einer großen Menschenmenge zu sprechen. Doch weißt du was? So geht es fast jeder Person!

Sogar selbstbewusste Menschen, die seit Jahren vor großen Menschenmengen sprechen, sind in der Regel noch sehr angespannt und nervös im Vorfeld.

Einige Sänger behaupten zum Beispiel, dass sie selbst nach 20 Jahren noch vor jedem Konzert angespannt sind.

Angst ist eines der unangenehmsten Gefühle, die es gibt. Doch obwohl uns Angst beeinflusst, kontrolliert sie uns nicht. Und das ist der springende Punkt.

Deine Angst muss dich also nicht davon abhalten, das zu tun, was du willst.

Obwohl ich zum Beispiel Angst davor habe, vor großem Publikum zu sprechen, tue ich es.

Hatte ich Angst? Ja! Habe ich trotzdem meinen Vortrag gehalten? Ja!

Selbstbewusster werden: Anchu Kögl Vortrag

Du wirst nicht selbstbewusster werden, solange du vor deiner Angst wegrennst. Du wirst selbstbewusster werden, wenn du dich deiner Angst stellst.

Wie das funktioniert, erfährst du in diesem ausführlichen Leitfaden zum Thema Ängste überwinden.

2. Selbstbewusster werden: Fang klein an!

Die meisten Menschen, die selbstbewusster werden wollen, begehen den Fehler, sich zu große Herausforderungen herauszusuchen.

Nehmen wir an, du möchtest alleine verreisen, hast aber Angst davor.

Wenn du dir jetzt vornimmst, zwei Monate alleine durch Südamerika zu reisen, wirst du es wahrscheinlich nicht tun. Die Herausforderung ist schlichtweg zu groß. Und dann wirst du dir einreden, dass du ein schlechtes Selbstbewusstsein hast und ein Versager bist und dann fühlst du dich noch unsicherer und traust dich noch weniger und dann greifst du zur nächsten Wodkaflasche und alles wird noch schlimmer.

Was ist die Lösung? Dass du kleine Schritte machst.

Auf unser Beispiel angewandt:

  • Verbringe erst mal einen Nachmittag in einer Nachbarstadt. Wenn du zum Beispiel in Berlin wohnst, dann verbringe einen Nachmittag alleine in Potsdam.
  • Im nächsten Schritt verbringst du mal ein Wochenende in einer anderen Stadt. Wenn du in Köln wohnst, fahre zum Beispiel am Samstag nach Hamburg und fahre am Sonntag wieder zurück. Du verbringst also eine Nacht alleine in einer fremden Stadt.
  • Wenn du selbstbewusst genug bist, um ein kurzes Wochenende in einer fremden Stadt zu verbringen, dann kannst du mal 5 oder 7 Tage in ein anderes Land reisen. Du kannst zum Beispiel ein paar Tage in Spanien, Italien oder Frankreich verbringen.
  • Und wenn du OK damit bist, eine längere Zeit alleine in einem anderen Land zu sein, wirst du auch das Selbstbewusstsein haben, alleine nach Südamerika zu verreisen.

Kleine Erfolge steigern dein Selbstbewusstsein

Selbstbewusstsein entsteht durch verschiedene Arten. Ein wichtiger Faktor ist jedoch positives Feedback.

Soll heißen: Du nimmst dir etwas vor und erreichst es. Das macht dich ein bisschen selbstbewusster. Dann nimmst du dir etwas Schwieriges vor und erreichst auch das. Und wirst dadurch nochmal ein bisschen selbstbewusster. Und so weiter.

Deshalb ist es so wichtig, dass du kleine Schritte gehst. Indem du immer wieder ein paar kleine Erfolge erlebst, wirst du selbstbewusster und selbstbewusster.

Du möchtest selbstbewusster werden? Fange klein an!

Selbstbewusster werden: Frau balanciert

Stell dir vor, du sollst ein ganzes Buch schreiben. Wahrscheinlich wirst du sagen: „Das schaffe ich nie!“ Was ist aber, wenn du nur einen Satz schreiben sollst? Dann wirst du sagen: „Klar, voll einfach!“

Nun, ich habe schon ein paar Bücher geschrieben. Und weißt du was? Ein Buch ist letztendlich nichts anderes, als viele Sätze hintereinander. Das Schwierige daran ist nur, diese auch sinnvoll aneinanderzureihen …

Behalte also im Hinterkopf: Egal, was du dir vornimmst oder was du erreichen willst, fange klein an.

Oder wie man so schön sagt: Jede große Reise beginnt mit einem kleinen Schritt.

3. Selbstbewusster werden: Und nochmal und nochmal und nochmal

An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass es zwei Arten von Selbstbewusstsein gibt:

  1. Allgemeines Selbstbewusstsein.
  2. Situatives Selbstbewusstsein.

Allgemeines Selbstbewusstsein bedeutet, dass du dir und deinen Fähigkeiten in allen möglichen Situationen vertraust – auch in Neuen. Das erreichst du vor allem dadurch, dass du negative Erlebnisse (Fehler, Scheitern, Zweifel, abgewiesen werden, etc.) annimmst und dich nicht dafür verurteilst – wie wir vorher gesehen haben.

Situatives Selbstbewusstsein hingegen bedeutet, dass du in einer konkreten Sache sehr selbstbewusst bist. Das erreichst du vor allem dadurch, dass du etwas immer wieder tust.

Ich habe 2013 das allererste Video für meinen Blog gedreht. Ich war damals unheimlich nervös, angespannt und verunsichert.

Das ist das Video:

Seit diesem Video habe ich jedoch ein paar Hundert weitere Videos gedreht. Und siehe da: Ein Video zu drehen ist für mich kein großes Ding mehr. Ich habe es so oft gemacht, dass ich mich daran gewöhnt habe und jetzt darin sehr selbstbewusst bin.

Es gibt zwar gewisse Dinge, die werden uns immer ein wenig nervös machen – wie zum Beispiel auf einen fremden Menschen zuzugehen oder vor einer großen Menschenmassen zu reden. Doch generell gilt: Je öfter wir etwas machen, desto selbstbewusster werden wir darin.

Verurteile dich nicht

Ich war vor einiger Zeit zum ersten Mal in meinem Leben beim Boxtraining. In den ersten 10 Minuten sollten wir Seilspringen, um uns aufzuwärmen.

Während die anderen zwei oder drei Minuten am Stück am Seilspringen waren, habe ich es nicht geschafft, mehr als zehnmal durch das Seil zu springen.

Doch anstatt mich darum zu kümmern, was die anderen von mir denken, habe ich mir bewusst gemacht, dass ich es gerade lerne.

Ich habe mich nicht dafür verurteilt, dass ich es nicht kann, sondern mir bewusst gemacht, dass ich darin schlichtweg keine Übung habe.

Die Sache ist die: Egal, wie selbstbewusst du bist, wenn du etwas Neues probierst, bist du wahrscheinlich nicht gut darin. Es braucht meistens seine Zeit, bis wir etwas lernen.

Kaum ein Mensch ist von Anfang an gut in etwas. Es ist ständige Wiederholung, die uns besser macht.

Übrigens: Sport ist generell ein guter Weg um dein Selbstbewusstsein zu stärken. 

Wenn du etwas Neues ausprobierst, bist du wahrscheinlich erst mal nicht gut darin

Selbstbewusstes Kind surft

Der beste Weg, um selbstbewusster zu werden: Finde etwas, was dir wirklich wichtig ist

Im Jahr 2012 habe ich mein Studium abgebrochen, um mich mit diesem Blog selbstständig zu machen. Diese Entscheidung hat mein Leben radikal verändert und hat es mir erlaubt, jahrelang um die Welt zu reisen, interessante Menschen kennenzulernen und mein Geld mit etwas zu verdienen, das mir sinnvoll erscheint.

Ich wusste damals jedoch nicht, ob ich überhaupt gut genug schreiben kann und ob ich damit jemals Geld verdienen werde.

Ich war also alles andere als selbstbewusst, was meinen Plan anging. Ganz im Gegenteil. Meine Ängste haben mich damals fast aufgefressen.

Ich habe mir ausgemalt, was passieren würde, wenn ich scheitere. Ich würde vor meinen Freunden, Bekannten und meiner Familie als Versager dastehen. Ich wäre der Idiot, der seine aussichtsreiche Karriere als Wirtschaftsingenieur im Klo herunterspült, als wäre es die Gemüsesuppe von letzter Woche.

Doch dann ich dachte mir: Scheiß drauf! Ich mach es trotzdem.

Ich entschloss mich damals, dass mir mein Traum wichtiger ist als die aussichtsreiche Karriere, meine Ängste, die Hindernisse und die Meinungen anderer. Und genau das, ist der beste Weg, um selbstbewusster zu werden und deine Ängste zu überwinden.

Die Sache ist nämlich die: Auch du kann sofort selbstbewusst sein, wenn du entscheidest, dass dir etwas wichtiger ist als deine Angst und Unsicherheit.

Was macht dir momentan große Angst?

  • Einen fremden Menschen anzusprechen?
  • Persönliche Grenzen zu setzen?
  • Aus einem Flugzeug zu springen? (Mit Fallschirm versteht sich)
  • Alleine zu verreisen?
  • Dich selbstständig zu machen?

Vermutlich glaubst du, dass du diese Dinge nicht machen kannst, weil deine Angst zu groß ist.

Was ist aber, wenn ich dir eine Million Euro biete, damit du es tust? Könntest du es tun? Würdest du es tun? Du könntest! Und du würdest! Und das ist der springende Punkt.

Die meisten Menschen warten darauf, dass sie eines Tages selbstbewusst genug sind, um endlich das zu tun, was sie wollen. Als würde eines nachts eine gute Fee vorbeikommen und ihnen magischen Feenstaub ins Gesicht pusten und dadurch würde sich ihr Selbstbewusstsein um 3256% anheben.

Doch das wird nicht passieren. Also vergiss den Scheiß!

Finde stattdessen etwas, was dir wirklich wichtig ist. Etwas, was dir wichtiger ist, als deine Angst und deine Unsicherheit. Und wenn du etwas gefunden hast, was dir wirklich wichtig ist und du es einfach tust, wirst du plötzlich merken, dass du schon selbstbewusst genug bist.

Du wusstest es nur noch nicht.

Möchtest du innerlich stärker werden?

 
Willst du besser mit negativen Gedanken umgehen, selbstbewusster werden und herausfinden, was du wirklich im Leben willst? Dann lade dir meinen Ratgeber Innere Stärke kostenlos herunter:

Versuche nicht, glücklich zu sein

Mann möchte glücklich sein

Worum geht es eigentlich im Leben?

Viele Menschen behaupten, dass wichtigste im Leben ist glücklich zu sein.

Was ist aber, wenn genau das unser Problem ist?

Laut der modernen Glücksforschung, ist es paradoxerweise nämlich das ständige Streben nach Glück, das uns unglücklich macht.1

Bevor du aufhörst zu lesen und deinen veganen Bio-Pudding auf Instagram postest, lass mich das erklären.

Ist dir schon mal aufgefallen, dass, je mehr du versuchst, glücklich zu sein, du umso unglücklicher bist? Oder dass, je mehr du dich fragst, ob es dir gut geht, du dich umso schlechter fühlst?

Das liegt daran, dass Glück kein Endziel ist.

Glück ist kein dauerhafter Zustand, der Eintritt, wenn du keine Probleme mehr hast oder all deine Ziele erreichst. Egal, wie du dich also anstellst, du kannst nicht permanent glücklich sein. 

Glück ist vielmehr ein Nebenprodukt, das entsteht, wenn du ein sinnvolles, engagiertes und bedeutungsvolles Leben führst. Oder anders gesagt: Du bist dann glücklich, wenn du nicht darüber nachdenkst.

Der amerikanische Bestseller-Autor Mark Manson – dem ich vor Jahren mal in einem Nachtklub in Brasilien über den Weg gelaufen bin – schreibt:

„Glücklich zu sein ist wie der Versuch, cool zu sein. Je mehr du es probierst, desto weniger bist du es.“

Auch der Psychologe Martin Seligman sieht es ähnlich. Er erklärt zum Beispiel, dass Menschen zu Depressionen neigen, weil sie zu viel darüber nachdenken, wie es ihnen geht. Depressive Menschen sind somit häufig zu sehr auf ihr Inneres fokussiert.

Die Sache ist die: Je mehr du dich darauf fokussierst, glücklich zu sein, desto mehr fällt dir auf, dass du es nicht bist.

Das ist wie bei einem kleinen Kind, das sich eine Wunde zugezogen hat. Es weint oft erst dann, wenn es die Wunde sieht. Davor ist sie ihm gar nicht aufgefallen und es ist ihm wichtiger, zu probieren, wie seine Sandburg schmeckt.

Leute! Das ist die beste Sandburg, die ich je probiert habe!

Baby isst Sand

Du bist nicht auf der Erde, um glücklich zu sein

Vor einigen Tagen sah ich folgenden Spruch auf Instagram:

„Du bist auf der Erde, um glücklich zu sein.“

Solche und ähnliche Aussagen verschlimmern das Problem, das ich gerade eben erklärt habe. Sie lassen uns glauben, dass es im Leben wirklich darum geht, sich immer gut zu fühlen. Doch das ist schlichtweg nicht der Fall.

Die Evolution hat nämlich wenig Interesse daran, wie du dich fühlst.

Sieh es mal so: Vor Zehntausenden von Jahren war das Leben noch ein wenig gefährlicher als heute.

Während es heute eine Tragödie ist, wenn die Farbe deines Smartphones nicht zu der Farbe deiner Handtasche passt oder deine Fußballmannschaft das wichtigste Spiel der Saison verliert, waren die Zeiten damals noch ein wenig härter. Hungersnot, Kälte und Raubtiere waren ständige Gefahren.

Unser Gehirn hat sich damals deshalb vor allem auf eine Sache spezialisiert: Gefahren zu vermeiden und zu überleben.

Je besser wir Gefahren vermieden, desto länger lebten wir und desto mehr Kinder haben wir in die Welt gesetzt. Mit jeder Generation ist unser Gehirn also noch besser darin geworden, Gefahren zu erkennen und uns davor zu warnen.2

Du bist nicht auf der Erde, um ständig glücklich zu sein

Es geht nicht darum, immer glücklich zu sein

Hätten wir uns damals ständig gut gefühlt, hätten wir reale Gefahren unterschätzt und nicht genug vorgesorgt.

Wir hätten in unseren Höhlen zwar eine wilde Orgie nach den anderen gefeiert, aber wir wären auch ziemlich schnell ausgestorben.

Dein Gehirn interessiert es nicht, ob du glücklich bist

Jahrtausendelang hat es sich für den Menschen ausgezahlt, pessimistisch zu sein, vom Schlimmsten auszugehen und sich zu viele anstatt zu wenig Sorgen zu machen.

Das bedeutet, dass dein Gehirn nicht dafür gemacht ist, dass du dich immer gut fühlst und zufrieden bist.

Deshalb ist es auch relativ egal, wie oft du morgens vor dem Spiegel Glücksaffirmationen wiederholst, wie sehr du in dich hineinfühlst, wie positiv du denkst oder wie viele deiner großen Lebensziele du erreichst, du wirst nicht immer glücklich sein.

Das ist auch der Grund, warum viele Glücksratgeber wenig bringen.  

Natürlich ist der Gedanke schön, dass es im Leben darum geht, glücklich zu sein. Doch es ist eben nur ein Gedanke. Eine spirituelle Wunschvorstellung, die zwar herzerwärmend ist, aber in der realen Welt wenig Sinn ergibt.

Glück, Glück, Glück! Instagram, Selfies und falsche Erwartungen an das Leben

Bedingt durch unsere Konsumgesellschaft und die ach-wie-geil-ist-mein-Leben-Social-Media-Welt glauben immer mehr Menschen, dass sie ständig glücklich sein müssten.

Ich meine, wenn du dich bei Facebook oder Instagram einloggst, sind doch alle glücklich! Während du acht Stunden am Tag einem langweiligen Job nachgehst und schon wieder an einer Diät gescheitert bist, haben andere gerade geheiratet, machen ein Yoga-Retreat auf Bali, haben sich gerade einen AMG gekauft, präsentieren ihren durchtrainierten Körper an einem exotischen Strand am anderen Ende der Welt oder sind von zuhause aus Bitcoin-Millionär geworden, während sie nebenher lustige Katzenvideos auf Youtube geschaut haben.

Was ist los Instagram? Habt ihr etwa kein Segelboot?

Frauen sind glücklich auf Boot

In der heutigen Gesellschaft verfällt man schnell dem Glauben, dass etwas mit einem nicht stimmt, wenn man nicht ständig glücklich ist. Und das ist das große Problem.

Oh, nein! Ich bin heute morgen aufgewacht und ich habe mich nicht vollkommen glücklich gefühlt! Scheiße, mit mir stimmt irgendwas nicht. Ich muss sofort ein paar Glückszitate auf Facebook lesen und positiver Denken!

Es ist der ständige Anspruch, uns immer gut zu fühlen, der uns ins Elend treibt.

Auch dein Großvater Ferdinand fühlte sich Mitte der 1950er Jahre nicht jeden Tag gut. Als ihn seine Frau Gertrude beim Frühstück jedoch gefragt hat, wie es ihm geht, sagte er nur:

„Nicht gut. Aber scheiß drauf, die Kühe im Stall warten und die Kartoffeln werden sich auch nicht von alleine ernten. Was gibst eigentlich zum Abendessen?“

Dein Großvater Ferdinand gab einen Scheiß auf seine schlechte Laune und ging trotzdem auf den Acker. Für ihn gab es etwas wichtigeres als Glück. Und siehe da, nach ein paar Stunden oder spätestens nach ein paar Tagen ging es ihm besser.

Das Leben hatte eben seine Höhen und seine Tiefen. Und mal geht es einem besser und mal schlechter.

Doch in unserer modernen Gesellschaft ist es eine Tragödie, wenn man sich mal nicht gut fühlt. Wir fragen uns sofort, was mit uns nicht stimmt, was alles in unserem Leben falsch läuft und welches neue Aloe-Vera-Shampoo wir brauchen, damit wir wieder glücklich sind.

Das Problem ist also, dass wir zu sehr versuchen, glücklich zu sein.

Das ist, wie wenn du deinen Partner mit deiner Liebe erdrückst. Je mehr Liebe du willst und je mehr du klammerst, desto mehr entfernt sich dein Partner.

Was bedeutet glücklich sein überhaupt? Und wie definiert man Glück?

Es ist schwer etwas zu finden, wenn man gar nicht weiß, wonach man sucht. Und das ist eines der großen Probleme vom Glück.

Denn was bedeutet es überhaupt, glücklich zu sein?

  • Bin ich glücklich wenn ich gerade Sex hatte?
  • Macht mich eine Beförderung glücklicher?
  • Besteht ein glückliches leben einfach nur darin, die kleinen Momente zu genießen?
  • Oder ist man dann glücklich, wenn man generell mit sich und seinem Leben zufrieden ist?

Es ist schwer zu definieren, was Glück wirklich bedeutet. Denn Dinge wie Spaß, Zufriedenheit, Entspannung, Lust und Freude beeinflussen unser Verständnis von Glück.

Und genau deshalb ist es auch kaum möglich, eine Anleitung zum glücklich sein zu geben. Glück ist zu schwammig, zu schwer greifbar und vor allem zu komplex.

Was jedoch sicher ist: positive Erlebnisse alleine machen nicht glücklich.

Glücklich zu sein ist nicht das gleiche wie sich gut zu fühlen

Durch unsere Konsumgesellschaft und Social-Media haben immer mehr Menschen ein verzerrtes Bild davon, was es bedeutet, glücklich zu sein.

So verwechseln viele Menschen Genuss, Spaß oder gute Gefühle mit langfristigem Glück. Doch sich gut zu fühlen und langfristiges Glück sind zwei völlig verschiedene Dinge.

Egal, wie viel Spaß du auf einer Party hast, wie lecker ein Becher Häagen-Dazs Chocolate-Caramel Eiscreme schmeckt, wie angenehm ein Netflix-Abend ist oder wie geil sich Sex anfühlt, diese Dinge machen dich langfristig nicht glücklich.

Wäre das der Fall, bräuchtest du nur jeden Tag ein paar Lines Koks zu ziehen. Doch ich bezweifle, dass irgendein Junkie behaupten wird, dass er wirklich glücklich ist.

Angenehme Erlebnisse halten nicht lange an.

Sich kurzeitig gut zu fühlen ist nun mal nicht das Gleiche wie langfristiges Glück.

Genauso verhält es sich übrigens mit Konsumgüter. Denn auch materielle Dinge machen nicht glücklich. 

Um glücklich zu sein braucht man nicht viel – zumindest vom materiellen Aspekt her. 

Leider versucht uns die Konsumgesellschaft vom Gegenteil zu überzeugen. Laut der modernen Werbeindustrie brauchst du nur noch diese eine Uhr, dieses eine Kleid oder dieses eine Auto, um endlich zufrieden zu sein. Und bei vielen Menschen funktioniert das Spiel.

Eines Tages werde ich wieder glücklich sein… Ich brauche nur noch ein eigenes Haus am See, einen fetten SUV, die Rolex und den Flachbildfernseher…

Das ist auch der Grund, warum wir in der westlichen Welt trotz all dem Wohlstand und dem Reichtum nicht glücklich sind. Wir rennen ständig irgendwelchen Konsumtrends und angenehmen Erlebnissen hinterher, doch fühlen uns dabei innerlich immer leerer.

Angenehme Erlebnisse, Luxus und Konsum machen dich nicht automatisch glücklich

Angenehme Erlebnisse reichen nicht um glücklich zu sein

Das Interessante am Glück ist Folgendes: Nur weil du viele angenehme Erlebnisse in deinem Leben hast, heißt das noch lange nicht, dass du dauerhaft glücklich sein wirst.

Der springende Punkt ist der: Wir verfallen nur allzu oft dem Glauben, dass es uns besser gehen wird, wenn wir alles Negative vermeiden. Paradoxerweise ist jedoch genau das Gegenteil der Fall.

Der negative Weg zum Glück

Es mag merkwürdig klingen, doch alles Bedeutungsvolle im Leben ist mit irgendeiner Form von negativer Erfahrung verbunden. Und genau das ist auch das Problem mit all dem Sei-immer-glücklich-Scheiß, der Tausende Male auf Social Media geteilt wird.

Es sind oft die negativen Erfahrungen im Leben, die uns dabei helfen, langfristig glücklich zu sein und ein glückliches Leben zu führen.

  • Du bist deinen ersten Marathon gelaufen?
  • Du hast zwei Kinder großgezogen?
  • Du bist seit Jahren in einer glücklichen Beziehung?
  • Du hast dich erfolgreich selbstständig gemacht?
  • Du hast 10 Kilos abgenommen und siehst aus wie ein Fitnessmodel?
  • Du hast nach 6 Jahren Studium deinen Abschluss in der Tasche?

Alle diese und viele weitere Errungenschaften, die deinem Leben eine Bedeutung geben und auf die du stolz bist, sind mit negativen Erfahrungen verbunden. Du hast dich deinen Ängsten gestellt, auf Vieles verzichtet, Kompromisse gemacht, dich unangenehmen Situationen gestellt, bist gescheitert und über dich hinaus gewachsen.

All das hat sich in dem Moment wahrscheinlich nicht gut angefühlt, doch langfristig dafür umso mehr.

Wie führt man ein glückliches Leben?

In einem schicken Restaurant zu essen oder dir einen Porno anzuschauen sind angenehme Erlebnisse. Doch sie machen dich nicht langfristig glücklich.

Einen Marathon zu laufen, ein Kind großzuziehen oder dich mit deiner Leidenschaft selbständig zu machen ist hingegen alles andere als angenehm, doch es trägt zu deinem langfristigen Glück bei.

Diese Dinge machen dich stolz, geben deinem Leben Sinn und motivieren dich weiterzumachen, selbst wenn dir das Leben mal nicht zulächelt.

Es sind somit vor allem die Dinge, die uns schwer fallen, für die wir leiden und die uns an unsere Grenzen bringen, die unserem Leben eine Bedeutung geben.

Glücklich zu sein bedeutet nicht, dass du dich immer gut fühlst

Frau in der U-Bahn möchte glücklich sein

Mir geht es zum Bespiel mit dem Schreiben so. Schreiben erfüllt mich und erscheint mir sinnvoll, doch es ist alles andere als einfach. An vielen Tagen komme ich nicht weiter und liege nachts wach im Bett, weil ich versuche, ein neues Konzept zu verstehen. Oder ich arbeite tagelang an einem neuen Artikel, nur um dann zu merken, dass er völliger Schwachsinn ist.

Schon mehr als einmal habe ich mit dem Gedanken gespielt, mit dem Schreiben aufzuhören. Doch wenn ich dann einen Artikel fertig geschrieben habe oder sogar ein neues Buch veröffentliche, bin ich verdammt stolz auf mich.

Die Sache ist die: Nicht jede positive Erfahrungen ist gut für dich und nicht jede negative Erfahrung ist schlecht.

Den Menschen, denen es am besten geht und die am wenigsten Probleme haben, sind häufig die, die am unglücklichsten sind. Vielleicht hast du ja auch schon mal beobachtet, wie ein Teenager reicher Eltern in Tränen ausbricht, weil sie ihm das neue iPhone in der falschen Farbe geschenkt haben.

Alles Negative zu vermeiden macht dich nicht glücklich

Willst du dich immer gut fühlen und alles Negative vermeiden, wirst du nicht glücklicher werden, sondern eher unglücklicher.

Du wirst versuchen, jegliche Herausforderungen, Anstrengungen und Probleme zu vermeiden und stattdessen einem angenehmen Erlebnis nach dem anderen hinterherjagen. Und so sitzt du auf deiner Designer-Ledercouch vor einem 45-Zoll-Flachbildfernseher, lässt dir deinen Einkauf nach Hause liefern und wunderst dich darüber, warum du unglücklich bist.

Unglücklicher Mann sitzt auf dem Boden

Ich meine, schaue dir unsere Gesellschaft an. Wir haben von allem mehr als genug, doch trotzdem sind wir nicht besonders glücklich.

Verstehe mich nicht falsch.

Natürlich ist es wichtig, Spaß zu haben, das Leben zu genießen und gute Gefühle zu verspüren. Ohne diese Dinge wäre das Leben trist und das Beste, was wir tun könnten, wäre von der nächste Brücke zu springen.

Das Leben sollte kein ständiger Kampf sein und es wichtig, dass du regelmäßig Freude, positive Gefühle und Glücksmomente erlebst. Doch das, was deinem Leben Sinn gibt, worauf du stolz bist und was viel zu deinem Glück und beiträgt, sind oftmals die Errungenschaften, die mit negativen Erlebnissen verbunden sind.

Diese Dinge führen dazu, dass wenn du dein Leben betrachtest, behaupten kannst: Mir strahlt zwar nicht immer die Sonne aus dem Arsch, aber ich bin zufrieden.

Und genau das ist das Problem mit unserer modernen Gesellschaft.

Bedingt durch unendliche Konsummöglichkeiten und den Social-Media-Wahnsinn erwarten wir, immer glücklich zu sein. Wir versuchen, jegliche negativen Erfahrungen zu vermeiden und wollen uns ständig gut fühlen. Wahrscheinlich fragen wir uns in drei Jahren, warum wir uns noch selbst den Arsch abwischen müssen und ob es dafür nicht eine App gibt.

Doch je mehr wir versuchen, glücklich zu sein, desto unglücklicher werden wir.

Was ist also die Lösung?

Dass du akzeptierst, dass ein glückliches Leben nicht nur aus positiven Erfahrungen besteht.

Versuche also nicht, ständig glücklich zu sein und finde stattdessen etwas, wofür es sich lohnt, zu leiden. Etwas, was dir sinnvoll erscheint und dich stolz macht.

In dem Moment, in dem du nämlich einen Scheiß auf das Glück gibst und Dingen nachgehst, die dir wirklich sinnvoll erscheinen und dich stolz machen, schleicht sich das Glück früher oder später von ganz alleine durch die Hintertür wieder herein. Und genau das ist das Paradoxe am Glück: Je weniger du versuchst, glücklich zu sein, desto eher bist du es.

Dieser Artikel ist kleiner Auszug aus meinem Buch: Scheiß drauf! – Ein ungewöhnlicher Ratgeber für ein besseres Leben. Falls dir der Artikel gefallen hat, wirst du das Buch lieben. Du kannst es hier bestellen. 

Möchtest du innerlich stärker werden?

 
Willst du besser mit negativen Gedanken umgehen, selbstbewusster werden und herausfinden, was du wirklich im Leben willst? Dann lade dir meinen Ratgeber Innere Stärke kostenlos herunter:

10 wichtige Lebensweisheiten, die du kennen solltest

Lebensweisheiten Es gibt Lebensweisheiten, die so gut wie jeder Mensch kennt.

Geld macht nicht glücklich. 

Sei dankbar für das, was du hast.

Es sollte dir egal sein, was andere von dir denken.

Diese und ähnliche moderne Lebensweisheiten sind oft sehr wahr. Doch unter uns: Ein wenig abgedroschen sind sie mittlerweile auch.

Ich meine, egal, wie lecker Pizza schmeckt, jeden Tag Pizza hängt einem irgendwann auch zum Hals raus.

Deshalb möchte ich dir in diesem Artikel 10 Lebensweisheiten zum nachdenken vorstellen, die zwar weniger bekannt, dafür aber umso bedeutungsvoller sind.

Betrachte sie am besten als 10 philosophische und sinnvolle Sprüche über das Leben.

Hier ist die Liste mit den 10 Lebensweisheiten

Du kannst dir die 10 Lebensweisheiten auch als Video anschauen oder als Podcast auf iTunes anhören.

Weisheit #1: Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben

Die Lebensweisheit Nummer 1 ist für mich, dass du der wichtigste Mensch in deinem Leben bist.

Nein, das bedeutet nicht, dass du ein egoistisches Arschloch sein sollst, das die Gefühle anderer als Fußabtreter benutzt.

Doch es bedeutet, dass du deine Bedürfnisse, dein Wohlbefinden und deine Gesundheit an erste Stelle setzen solltest.

Ist das manchmal schwer? Ja! Denn es kann bedeuten, geliebten Menschen den Rücken zuzukehren.

Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben.

Lebensweisheiten

Ich musste zum Beispiel den Kontakt zu meinem Vater abbrechen, weil seine Alkoholsucht mich kaputt gemacht hat. Ich musst Nein zum ihm sagen, um Ja zu mir selbst sagen zu können.

Der springender Punkt ist der: Nur wenn es dir gut geht, kannst du auch für andere da sein.

Viele Menschen glauben, dass andere die wichtigsten Menschen sind:

  • Ihre Kinder.
  • Ihre Eltern.
  • Ihre Geschwister.
  • Ihr Partner.

Doch das ist ein Trugschluss. Denn eer einzige Mensch, der garantiert immer für dich da sein wird, bist du selbst.

Falls du also glaubst, jemand anderes ist der wichtigste Mensch in deinem Leben, denke noch mal drüber nach.

Was du aus dieser Lebensweisheit lernen kannst

Sei für andere da und sei hilfsbereit. Aber vergiss dabei deine eigenen Bedürfnisse nicht.

Weisheit #2: Investiere deine Zeit und Energie nur in Menschen, die Ja zu dir sagen

Das Leben ist zu kurz, um Menschen hinterherzurennen, für die du keine Priorität bist. Falls du mich fragst, ist das eine der wichtigsten Weisheiten über Menschen. 

Egal, ob es um Dating, Freundschaft oder Business geht: Widme deine Zeit und Energie nur Menschen, die Ja zu dir sagen. Menschen, für die du eine Priorität bist.

Glaube mir, das wird dein Leben verändern.

Investiere deine Zeit und Energie nur in Menschen, die Ja zu dir sagen

Lebensweisheiten

Was du aus dieser Lebensweisheit lernen kannst

Konzentriere dich auf die richtigen Menschen in deinem Leben. Das verändert alles.

p.s.: Diese Erkenntnis ist auch die Lösung für 99% deiner Dating-Probleme.

Weisheit #3: Auch keine Entscheidung zu treffen, ist eine Entscheidung

Viele Menschen drücken sich vor Entscheidungen wie ein Drittklässler vor den Hausaufgaben.

Entscheidungen machen uns häufig Angst, weil sie lebensverändernd sein können. Doch egal, wie wir uns anstellen, wir können vor Entscheidungen nicht davonlaufen.

Denn auch keine Entscheidung zu treffen ist eine Entscheidung. Und meistens eine sehr schlechte.

Höre auf, vor Entscheidungen davon zu laufen

Lebensweisheiten

Wenn du dich nicht aktiv für etwas entscheidest, entscheiden andere für dich. Und das ist meistens nicht im deinem Sinne.

Höre also auf, vor Entscheidungen davonzurennen. Das nennt man übrigens Erwachsenwerden. Schockierend, ich weiß.

Was du aus dieser Lebensweisheit lernen kannst

Es gibt gute Entscheidungen. Und es gibt weniger gute Entscheidungen. Doch keine Entscheidung zu treffen ist die schlechteste Wahl.

Weisheit #4: Die meisten Probleme entstehen, weil wir nicht loslassen

Manchmal laufen die Dinge nicht so, wie wir sie gerne hätten. Sorry, das ist totaler Bullshit …

Verdammt oft laufen die Dinge nicht so, wie wir sie gerne hätten!

Wir sehen nicht so aus wie Unterwäschemodels auf Werbeplakaten. Wir wohnen nicht in einem 200 Quadratmeter Designer-Loft im Szeneviertel. Wir sind nicht immer gut gelaunt. Und wenn wir unser veganes Mittagessen auf Instagram posten, erinnert es mehr an einen Unfall als etwas Genießbares.

Doch all das ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass wir nicht loslassen.

Wir versuchen das Leben zu kontrollieren und reden uns ein, dass die Dinge so und so sein müssen, anstatt sein zu können. Und das führt zu viel Schmerz und Enttäuschung.

Ich sag euch nur eines: Loslassen, Bitches!

Lebensweisheiten

Kaum etwas ist schwieriger, als loszulassen. Doch je mehr wir loslassen und den Dingen erlauben, sein zu dürfen anstatt sein zu müssen, desto mehr Freiheit gewinnen wir.

Was du aus dieser Lebensweisheit lernen kannst

Die Dinge verlaufen oft nicht so, wie wir uns das vorstellen. Doch das ist OK, solange wir das akzeptieren und nicht dagegen ankämpfen.

p.s. Wie du es schaffst, loszulassen, erfährst du in diesem Artikel. 

Weisheit #5: Es geht nicht darum, immer glücklich zu sein

Wir alle wollen glücklich sein. Doch so paradox es klingen mag: Es gibt Wichtigeres, als glücklich zu sein.

Denn je mehr wir uns darauf fixieren, glücklich zu sein, desto unglücklicher sind wir oft.

Anders ausgedrückt: In dem Moment, in dem du dich fragst, ob du glücklich bist, bist du es nicht mehr. 

Das liegt daran, dass Glück kein Endziel ist, das es zu erreichen gilt. Glück ist mehr eine Art Nebenprodukt, das entsteht, wenn wir ein selbstbestimmtes und sinnvolles Leben führen.

Was du aus dieser Lebensweisheit lernen kannst

Höre auf, dem Glück hinterherzurennen. Konzentriere dich stattdessen darauf, ein selbstbestimmtes und in deinen Augen sinnvolles Leben zu leben und das Glück wird dir folgen wie ein treuer Hund seinem Herrchen.

(Lies auch: 7 Weisheiten für ein glückliches Leben)

Weisheit #6: Du kannst die Umstände nicht kontrollieren. Doch du kannst kontrollieren, wie du darauf reagierst

Hier ein paar wahre Worte über das Leben: Egal, wie wir uns anstellen, wir können nicht alles Negative im Leben vermeiden. Doch wir können immer entscheiden, wie wir auf die Umstände reagieren. Und das verändert alles.

Du kannst IMMER entscheiden, wie du auf die Umstände reagierst

Lebensweisheiten

Eines der besten Beispiele dafür ist Viktor E. Frankl.

Der jüdische Psychologe verbrachte einen Großteil des Zweiten Weltkriegs im Konzentrationslager unter unmenschlichen Bedingungen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Gefangenen hatte er die psychische Stärke, um die Qualen des Konzentrationslager zu durchstehen. Er entschied sich immer wieder dazu, Ja zum Leben zu sagen und in all der Unmenschlichkeit einen Sinn zu finden.

(Mehr über seine Geschichte erfährst du in seinem Buch “… trotzdem Ja zum Leben sagen”.)

Was du aus dieser Lebensweisheit lernen kannst

Die menschliche Freiheit besteht darin, zu entscheiden, wie du auf die Situationen in deinem Leben reagierst. Und diese Freiheit kann dir keiner nehmen.

Weisheit #7: Du bist nicht deine Gedanken

Die meisten Menschen identifizieren sich sehr stark mit ihren Gedanken.

Das Problem?

Wir denken oftmals verdammt viel Scheiß…

Hast du schon mal solche oder ähnliche Gedanken gehabt?

  • Ich bin wertlos.
  • Das werde ich nie schaffen.
  • Keiner mag mich.
  • Ich werde nie einen Partner finden.
  • Alle anderen sind cleverer, attraktiver und glücklicher als ich.
  • Ich bin ein totaler Taugenichts.
  • Noch nicht mal mein Hund mag mich – außer ich gebe ihm was zu fressen.

Ohne es zu merken reden wir uns Tag ein, Tag aus verdammt viel Bullshit ein.

Bullshit, der uns traurig macht. Bullshit, der uns klein hält. Bullshit, der uns davon abhält, glücklich zu sein.

Leider ist es unmöglich, dass wir all unseren Gedanken steuern.

Was ist also die Lösung? Dass du deinen Gedanken nicht immer glaubst!

Glaube nicht immer deinen Gedanken!

Lebensweisheiten

Du bist nicht deine Gedanken. Also kannst du dich frei dazu entscheiden, ihnen zu glauben oder nicht. Und manche Gedanken sollten dir schlichtweg am Arsch vorbeigehen.

Was du aus dieser Lebensweisheit lernen kannst

Unser Gehirn ist ein faszinierendes Instrument und es oftmals sehr nützlich. Doch manchmal ist es besser, unseren eigenen Gedanken nicht zu glauben.

Weisheit #8: Es gibt keine magische Pille

Viele Menschen sind auf der Suche nach der „magischen Pille“. Statt kontinuierlich an ihren Zielen zu arbeiten suchen sie eine Abkürzung.

  • Sie glauben, dass sie durch eine Wunderdiät in 2 Wochen ihren Traumkörper haben werden.
  • Sie geben Tausende von Euro für Seminare aus, in denen sie angeblich geheime Geschäftsideen lernen, mit denen sie in nur drei Monaten zum Millionär werden können.
  • Sie glauben Datingexperten, die ihnen versprechen, durch einen magischen Trick jede Frau verführen oder jeden Mann erobern zu können.

Doch das ist Blödsinn.

In 99% der Fällen gibt es keine magische Pille und auch keine Abkürzung. Nur Ausdauer und harte Arbeit.

Was du aus dieser Lebensweisheit lernen kannst

Höre auf, nach irgendeiner Abkürzung zu suchen. Fast jedes große Ziel erfordert viel Ausdauer, harte Arbeit und eine Menge Disziplin.

Sorry, Bitch. 

Weisheit #9: Liebe überwindet nicht alles

Liebe ist das schönste Gefühl, das es gibt. Ok, das stimmt nicht. Das schönste Gefühl ist, wenn man seit Stunden dringend pinkeln muss und endlich auf Toilette darf.

Also nochmal: Liebe ist eines der schönsten Gefühle, die es gibt. Es ist das, was uns verbindet, was uns in dunklen Momenten Zuversicht gibt und letztendlich ist es auch das, was wir uns alle wünschen.

Wenn wundert es da, dass die meisten Lebensweisheiten über die Liebe schön, romantisch und herzerwärmend sind?

Doch leider übersehen sie alle einen Punkt: Auch wahre Liebe kann nicht alles überwinden.

Auch wahre Liebe überwindet nicht alles

Lebensweisheiten

Manchmal sind die Differenzen zwischen zwei Menschen so groß oder die Situation so kompliziert, dass auch Liebe nichts retten kann. Leider habe ich das auch schon selbst erlebt.

Mehr dazu in diesem Artikel.

Was du aus dieser Lebensweisheit lernen kannst

Liebe ist eine der treibendsten Kräfte, die es gibt. Doch auch sie kann nicht alles überwinden.

Weisheit #10: Es gibt keinen richtigen Moment

  • Du willst ein Buch schreiben?
  • Du möchtest eine Weltreise machen?
  • Du möchtest deinen Arbeitskollegen auf ein Date einladen?
  • Du willst Spanisch lernen?
  • Du möchtest mit dem Rauchen aufhören?
  • Du möchtest dich im Fitnessstudio anmelden?

Dann fange jetzt damit an!

Egal, wie lange du wartest, du wirst nie bereit für etwas sein, das dir Angst macht oder dich herausfordert. Deshalb gibt es keinen richtigen Moment im Leben.

Wir sind im Vorhinein nie für eine Herausforderung bereit. Wir sind erst dann bereit, wenn wir die Herausforderung annehmen.

Achtung: Das heißt nicht, dass du völlig planlos deinen Job kündigst und dir morgen ein One-Way-Ticket nach Australien kaufst.

Dass jetzt der richtige Moment ist, heißt, dass du schon heute anfangen solltest, an deinem Ziel zu arbeiten. Das kann bedeuten, dass du erst mal nur anfängst, zu planen.

Doch ganz egal, wie dein erster Schritt aussieht: Höre auf, deine Träume und Ziele vor dir herzuschieben.

Was du aus dieser Lebensweisheit lernen kannst

Egal, was du tun willst, fange jetzt damit an. Denn der richtige Moment wird nie kommen.

Haben dir diese 10 Lebensweisheiten gefallen? Dann lies unbedingt mein neues Buch: Scheiß drauf! – Ein ungewöhnlicher Ratgeber für ein besseres Leben. Du wirst das Buch lieben, versprochen. 

Einfach mal Scheiß drauf sagen!

 
Ist dir schon mal aufgefallen, dass dein Leben besser verläuft, wenn du öfters Mal Scheiß drauf sagst? Scheiß auf die Meinung anderer. Auf negative Gedanken. Auf die Angst. Auf all die Kleinigkeiten, die nicht wirklich wichtig sind. Lade dir meinen kostenlosen Ratgeber Innere Stärke herunter und lerne, öfter mal Scheiß drauf zu sagen.