Das große Problem der Persönlichkeitsentwicklung

PersönlichkeitsentwicklungPersönlichkeitsentwicklung beschreibt den Prozess, sich als Mensch gezielt weiterzuentwickeln und persönlich zu wachsen.

In der Regel stoßen Menschen auf das Thema Persönlichkeitsentwicklung, wenn sie mit einer Sache in ihrem Leben unzufrieden sind:

  • Sie sind unsicher und schüchtern.
  • Ihnen fehlt es an Motivation.
  • Sie sind emotional unstabil.
  • Es fällt ihnen schwer, sich selbst so anzunehmen, wie sie sind.
  • Ihr Partner hat sie verlassen.
  • Sie befinden sich in einer Sinn- oder Lebenskrise.

In solchen und ähnlichen Situationen kann Persönlichkeitsentwicklung hilfreich sein.

Wir machen uns Gedanken über unsere Werte, Glaubenssätze und Stärken. Wir lernen, dass wir keine Sklaven unserer Gedanken und Gefühle sein müssen. Wir werden uns bewusst darüber, dass wir zwar die Umstände in unserem Leben nicht kontrollieren können, doch dass wir sehr wohl entscheiden können, wie wir darauf reagieren. Und wir realisieren, dass die klugen Motivationssprüche, die an unserem Kühlschrank heften, zwar schick aussehen, uns jedoch nicht dauerhaft motivieren.

Persönlichkeitsentwicklung kann dir helfen, bewusster, selbstsicherer, attraktiver, emotional stabiler und glücklicher zu werden. Doch oftmals geht der Schuss nach hinten los.

Viele machen Persönlichkeitsentwicklung zu ihrer neuen Religion und verlieren sich in der Selbstoptimierung.

Diese Menschen setzen sich dann Ein-, Fünf- und Zehnjahresziele, visualisieren ihren Erfolg, verlassen regelmäßig ihre Komfortzone, schreiben ein Erfolgstagebuch, ernähren sich gesund, machen regelmäßig Sport, arbeiten an ihren Glaubenssätzen, meditieren, machen Yoga, üben sich in Dankbarkeit, wiederholen nackt vor dem Spiegel positive Affirmationen und praktizieren nur noch Slow-Sex in Vollmondnächten.

Doch meistens sind diese Menschen genauso unzufrieden, wie vor ihrer Persönlichkeitsentwicklungsphase. Und manchmal sogar noch unzufriedener.

Das liegt daran, dass sie das Konzept Persönlichkeitsentwicklung falsch verstehen und viel zu hohe Anforderungen an sich selbst stellen.

Regelmäßig Sport zu machen, sich in Dankbarkeit üben, zu meditieren und sich Gedanken über die eigenen Werte und Glaubenssätze zu machen, ist toll. Auch Slow-Sex ist super, auch wenn ich zugeben muss, dass ich es noch nicht bei Vollmond ausprobiert habe.

Doch all diese Dinge werden zu einem Problem, wenn sie zu einen neuen „Muss“ werden.

Wenn du dich nur noch gut fühlst, wenn du täglich liest, an deinen Zielen arbeitest, deine Morgenroutine machst, dankbar bist, gesund isst, die Delfine vor dem Aussterben rettest und in jedem Moment dein bestes Ich bist – was auch immer das bedeuten mag – wirst du zum Sklaven der eigenen Selbstoptimierung.

Und genau dann geht Persönlichkeitsentwicklung nach hinten los.

Persönlichkeitsentwicklung als falsches Ziel

Vor einiger Zeit kam ein junger Mann auf einem Seminar zu mir und meinte, dass er sich jetzt seit zwei Jahren mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt. Er liest täglich, er ernährt sich gesund, er macht fünf Mal die Woche Sport, er verlässt regelmäßig seine Komfortzone und er meditiert.

Täglich all diese Dinge zu tun führt bei ihm zu viel Stress und irgendwie ist er auch nicht glücklicher als vorher. Er fragte mich, was er noch machen könnte, damit er sich besser fühlt.

Ich meinte zu ihm, dass er den ganzen Scheiß mal lassen soll und sich selbst die Erlaubnis geben sollte, sich einfach so gut zu fühlen und das Leben zu genießen, ohne etwas optimieren oder erreichen zu wollen.

Er schaute mich mit großen Augen an und wusste nicht, was er antworten sollte.

Menschen verlieren sich in der Persönlichkeitsentwicklung und glauben, dass sie sich endlich gut fühlen werden, wenn sie sich nur genug selbst optimieren.

Sie wenden das kapitalistische Mantra „höher, schneller, weiter“ auf die eigene Person an.

Mehr Motivation. Mehr Produktivität. Mehr Ziele.

Mehr innere Ruhe. Mehr Entspannung. Mehr Tiefe.

Mehr Dankbarkeit. Mehr Glück. Mehr Erleuchtung.

Statt äußeren Errungenschaften wie Geld, Anerkennung oder einem attraktiven Partner hinterherzurennen, rennen sie inneren Errungenschaften hinterher: mehr Selbstvertrauen, einem tiefen Lebenssinn, mehr Glück, emotionale Stabilität, der inneren Mitte oder ihren großen Lebenszielen.

Doch die nagende Dauerunzufriedenheit bleibt in den meisten Fällen erhalten.

Persönlichkeitsentwicklung löst das Problem der Unzufriedenheit oftmals nicht, sondern verlegt es nur von Außen nach Innen.

Persönlichkeitsentwicklung

Auch mir ging es vor einigen Jahren so. Ich versuchte, jeden Tag eine Stunde zu lesen, Sport zu machen, zu meditieren und gesund zu essen. Ich setzte mir Ein-, Zwei- und Fünfjahresziele in allen großen Lebensbereichen. Ich versuchte, jeden Tag meine Komfortzone zu verlassen. Ich schrieb ein Erfolgstagebuch.

Von all diesem Zeugs erhoffte ich mir mehr Glück und Zufriedenheit. Doch das Gegenteil passierte. Ich wurde immer unzufriedener, weil ich immer mehr und mehr Lebensbereiche fand, die ich optimieren könnte.

Und genau das ist der springende Punkt.

Persönlichkeitsentwicklung besteht größtenteils darin, zu akzeptieren, dass das Leben nicht immer so verläuft, wie man sich das wünscht.

Wir erreichen nicht all unsere Ziele, wir sind nicht immer selbstsicher und wir fühlen uns nicht immer glücklich. Und das ist OK.

Das Problem ist nicht, dass wir nicht alle unsere Ziele erreichen, dass wir nicht immer selbstsicher sind oder dass wir uns nicht immer zu 100% glücklich fühlen. Das Problem ist, dass wir glauben, wir könnten erst glücklich sein, wenn wir all unsere Ziele erreichen, wenn wir selbstsicherer sind, wenn wir innere Ruhe gefunden haben oder wenn wir fünf Stunden Slow-Sex bei Vollmond haben.

Falsche Erwartungen an das Leben

Genauso, wie uns die moderne Werbeindustrie ein verzerrtes Schönheitsideal gibt, gibt die Persönlichkeitsentwicklungsindustrie ein verzerrtes Bild von Erfolg und Glück.

So manch ein Guru predigt, dass wir alles erreichen können, was wir uns vornehmen oder dass wir immer zu 100% glücklich sein können.

Das sind gefährliche Märchen, die zu einer völlig falschen Erwartungshaltung führen.

Diese unrealistische Erwartungshaltung führt häufig dazu, dass sich Menschen noch schlechter fühlen, da sie trotz konsequenter Zielsetzung, neuen Glaubenssätzen, täglichem Meditieren, Erfolgstagebuch und endlosen Motivations- und Erfolgsseminaren weder Millionär geworden sind, noch ein Unterwäsche-Model geheiratet haben und auch nicht immer zu 100% glücklich sind.

Dabei ist weder mit ihnen noch mit ihrem Leben etwas verkehrt. Sie messen sich jedoch an Ansprüchen, denen sie kaum gerecht werden können.

Persönlichkeitsentwicklung

Aus evolutionstechnischen Gründen sind wir nicht dazu gemacht, uns immer gut zu fühlen. Unangenehme Gefühle gehören zum Leben dazu. Es kann sogar gefährlich sein, negative Gefühle zu unterdrücken. Gefühle wie Trauer und Wut zu verspüren ist entscheidend für unsere geistige Gesundheit.1 Das ist auch einer der Gründe, warum positives Denken oftmals nach hinten losgeht.

Und obwohl es überdrehte Motivationstrainer und unzählige Ratgeber gerne versprechen, ist es eine Illusion, dass wir Kontrolle über unser Leben haben. Wir können versuchen, unserem Leben eine generelle Richtung zu geben. Aber was dann passiert, nun, das nennt man eben Leben.

Du kannst versuchen, Millionär zu werden oder deinen Traumpartner zu finden. Garantieren kann es dir jedoch keiner.

Statt unrealistischen Zielen hinterherzurennen, versuche ab jetzt mal Folgendes:

  • Anstatt dich und dein Leben andauernd verbessern zu wollen, lerne besser zu scheitern.
  • Anstatt krampfhaft deinen Ziele hinterherzurennen, sei OK damit, dass du sie nicht erreichst.
  • Anstatt jedem gefallen zu wollen, lerne mit Abweisungen umzugehen.
  • Anstatt dein Leben kontrollieren zu wollen, gewöhne dich an die Ungewissheit und lasse los.
  • Anstatt dich ständig nach innerer Ruhe zu sehnen, schätze deine Unausgeglichenheit.
  • Anstatt in jeder Situation vor Selbstvertrauen strotzen zu wollen, akzeptiere deine Unsicherheiten.

Höre auf, alles optimieren zu wollen und fragwürdigen Zielen hinterherzurennen. Akzeptiere dich und die Dinge, so wie sie sind, anstatt sie andauernd verändern zu wollen.

Paradoxerweise wirst du dich dann wahrscheinlich besser fühlen und das Leben wird dir ein wenig mehr zulächeln.

Die entspanntesten und glücklichsten Menschen, die ich kenne, haben keinen Plan davon, was Persönlichkeitsentwicklung überhaupt ist.

Sie sind zufriedene und gelassene Menschen, die das Leben so nehmen, wie es ist. Ein Haufen interessanter, prägender, schöner und manchmal auch beschissener Erfahrungen.

Lerne dich selbst besser kennen

In meinem Ratgeber „Innere Stärke“ erfährst du, wie du dich selbst besser kennenlernst, besser mit negativen Gefühlen umgehst und deine Ängste überwindest. Du kannst dir den Ratgeber kostenlos als PDF herunterladen.

  1. (Adler, J. M, & Hershfield, H. E. (2012). Mixed Emotional Experience Is Associated with and Precedes Improvements in Psychological Well-Being. PLoS ONE 7(4):e35633. doi:10.1371/journal.pone.0035633)
38 Kommentare
  1. Björn
    Björn says:

    Tja, mit dem Artikel hast du mich erwischt!
    Mir ist gerade bewusst geworden, wie viele „Muss“ ich durch Persönlichkeitsentwicklung (ich hasse dieses Wort) dazu gewonnen habe. Und wie sehr mich diese davon abhalten, einfach mal mein Leben zu genießen.
    Ich danke dir zutiefst für diesen Artikel.
    Mach weiter so.

    Antworten
  2. Chris
    Chris says:

    Hi Anchu,
    wunderbarer Augenöffner !! Wobei ich den Punkt „akzeptiere auch deine ‚unangenehmen‘ Seiten“ auch als Teil der Persönlichkeitsentwicklung sehe und der mir fast die meisten Probleme bereitet… Die Gefahr ist, dass einem das Nachrennen nach einem Muss wieder eine gewisse ‚Sicherheit‘ vorgaukelt, dass man ja schon bald da wäre, wo das unangenehme sich auflöst…

    Antworten
  3. Oliver
    Oliver says:

    Haha, sehr schön! Habe vor 4 Wochen so ziemlich das gleiche gedacht und in einen Artikel mit dem Titel „Die permanente Selbstoptimierung ist für’n Arsch“ gepresst. 😂
    Selbstoptimierung der Selbstoptimierung wegen. Das ist wie mehr Kaffee und Redbull zu trinken, um die Einschlafprobleme zu lösen.

    Antworten
  4. Kieran
    Kieran says:

    Super wichtiger Punkt Anchu! Gut das du diesem jetzt einen ganzen Artikel gewidmet hast.

    Es kann sehr schnell passieren, dass aus seinen Zielen ein muss wird und man völlig das hier und jetzt außer acht lässt.

    Ich musste das auch neu begreifen. Wozu mir meditieren zur Gewohnheit machen zu wollen, wenn es mir schon davor graut wieder 20 Minuten still zu sitzen. Warum eine neue Sprache lernen, wenn ich keinen Bock dazu habe und aus dieser negativ geladenen Stimmung versuche mir das anzueignen.

    Darum geht es nicht. Dabei ist es ganz wichtig eben auch seine Schattenseiten zu kennen und diesen ebenso Beachtung zu schenken.

    Auch wenn man sich Ziele setzt und diese erreichen möchte, gibt es auch genauso Teile in einem selbst, die diese nicht erreichen wollen. Und solange man das nicht erkennt und akzeptiert, kämpft man quasi gegen sich selbst.

    Das nimmt auch so einen Druck raus, wenn man sich klar macht, dass man sich auch einfach jetzt gut fühlen kann u darf und nicht erst, wenn ich dies oder jenes Ziel erreicht habe. Aus dem Gefühl des Mangels wird man wenig in sein Leben ziehen.

    Aus Wollen wird Sein. Und dann fließt es aufeinmal wie von selbst.

    Aber immer Achtsam sein! 😉

    Energie folgt Aufmerksamkeit.

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Kieran,
      so sieht es aus! Du darfst dich auch schon jetzt gut fühlen. Du musst nicht erst dieses und jenes Erreichen. Ich halte generell nicht mehr viel von Zielen, da sie uns häufig unglücklich machen. Darüber schreibe ich gerade einen neuen Artikel, sollte bald fertig sein.
      LG

      Antworten
  5. Pippo
    Pippo says:

    Wahnsinn Anchu du bringst es immer wieder auf den Punkt! Einfach nur stark! Ich selbst leite einen Betrieb mit 20 Mitarbeitern und versuch tagtäglich ein Vorbild für meinen Mitarbeitern zu sein! Sehr energieaufwendig! Habe nebenbei 3 Kinder und eine attraktive Frau, kaum Zeit für mich also, leide auch unter starker Eifersucht, die ich einfach nicht in den Griff bekomme….

    Antworten
  6. Natalie
    Natalie says:

    Hallo Anchu,
    der Artikel ist so wahr……
    Ich habe auch lange versucht alles zu optimieren und ich wurde immer wieder eines Besseren belehrt.
    Ich habe seit einigen Monaten das Wort muss aus meinen Gedanken und Leben gestrichen, denn niemand muss. Wir können oder dürfen und seit dem hat sich in meinem Leben sehr viel zum Positiven entwickelt, privat und beruflich.
    Ich freue mich schon auf Deinen nächsten Artikel 😉

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Natalie,
      je weniger wir müssen, desto mehr können wir oftmals … Auch ich habe seit einiger Zeit angefangen, mehr und mehr meine „Muss“ zu eliminieren. Und ähnlich wie dir geht es auch mir damit immer besser!
      LG

      Antworten
  7. Rilind
    Rilind says:

    Hi Anchu

    Die Einsicht, dass Glücklich-und Zufriedensein eine Entscheidung ist die man in so gut wie jeder Situation treffen kann hat mir vor über einem Jahr sozusagen den Arsch gerettet.

    Sie hilft mir sehr oft weiter und meistens wenn ich mit mir selbst über mein Leben philosophiere habe ich sie wieder. Ich vergesse es immer wieder.

    Man kann auch von anderem als Personen emotional abhängig werden. So sind Ziele und Träume oft so etwas.

    Ich mache nun seit einiger Zeit Kampfsport und weiss von vielen Kämpfern, die ihre Ziele (Kampf, Titel gewonnen) zwar erreicht haben aber nach dem Erreichen immernoch eine Leere fühlen weil sie wohl dachten, dass sie sie damit füllen können. Kevin Ross, ein US-Amerikanischer Muay Thai Kämpfer schrieb einen Artikel wo er das Thema behandelt. Er versucht im Artikel zu erklären, dass man lieber im Hier und Jetzt lebt und jeden Moment geniesst, alles so nimmt wie es kommt (egal ob gut oder schlecht) und dankbar ist. http://johnnybangreilly.com/blog/enjoy-the-ride/ Ich empfehle dir den Artikel wirklich sehr.

    Auch merke ich wie negative Emotionen oder auch sonst schlechtes in meinem Leben viel schneller verschwindet, wenn ich es einfach akzeptiere.

    Ich mag Ziele jedoch trotzdem, weil sie uns oft eine Richtung geben. Man sollte halt nicht erwarten, dass es alles genau so wie in den eigenen Träumen aussehen wird und es sich genau so anfühlen wird. Es kommt sowieso meistens anders als man es sich vorstellt. Ich finde es ist OK Ziele nicht zu erreichen. Ich finde es ist auch OK sie nicht mehr zu verfolgen wenn sie einen nicht mehr anziehen. Ich finde es ist aber nicht OK fast 24/7 an diese eine Sache zu denken und einfach aufgrund von Selbstzweifeln, Angst oder Ähnlichem aufzugeben. Das macht einen kaputt. Ich finde man sollte Grosses wagen, auch wenn es oft unrealistisch aussieht.

    Jedenfalls ein super Artikel.

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Rilind,
      danke. Ich schreibe gerade an einem Artikel über Ziele und erkläre auch, dass diese oft unglücklich machen, da wir das Glück in die Zukunft verschieben („Wenn ich mein Ziel erst erreicht habe, bin ich endlich glücklich“).
      LG

      Antworten
  8. Felix Filgis
    Felix Filgis says:

    Super Artikel. Habe das für mich auch schon so festgestellt. Jeder muss sich selbst überlegen welche Veränderung gut ist und nicht alles machen was irgend ein erfolgreicher Guru ihm Predigt, die sind auch nicht perfekt und können nicht alles.

    Antworten
  9. Barbara
    Barbara says:

    Hallo Anchu
    vor lauter optimieren kommt man gar nicht zum leben. Du hast es auf den Punkt gebracht. Danke 🙂
    Liebe Grüsse Barbara

    Antworten
  10. Jean - Paul Kluck
    Jean - Paul Kluck says:

    Hallo Anchu,

    in einem Kommentar von mir zu einem anderen Artikel hast Du mir empfohlen meine Ex Freundin endlich los zu lassen. Habe ich getan und mir ging es besser ! Danke schonmal dafür weil ich mit den Worten wie Du sie schreibst arbeiten kann. Jetzt in diesem Artikel muss ich Dir auch wieder Recht geben. Ich habe angefangen meinem Leben eine Richtung zu geben und mich in Dingen die mir den Schlaf raubten in Lässigkeit zu üben. Ich kann Dinge des täglichen Lebens ändern aber nicht alle und schon gar nicht alle auf einmal. Persönlichkeitsentwicklung halte ich mittlerweile wie Therapeuten für ein zweischneidiges Schwert, weil ich glaube die entwickelten Persönlichkeiten ( egal ob in Selbstbehandlung oder Therapie ) geben eine Menge potentieller Soziopathen ab die anderen Menschen in Ihrer Selbstfindung im Wege stehen. Also schon gut wenn man auch mal eine Niederlage einstecken kann. Nur so wächst man……. Glaube ich.

    Gruß.

    Jean – Paul

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Jean-Paul,
      es freut mich zu hören, dass du deine Ex loslassen konntest.
      Ich bin bei dir – Persönlichkeitsentwicklung ist ein zweischneidiges Schwert. Es hat viele gute Seiten und bietet viele Möglichkeiten. Aber eben auch seine Schattenseiten. Einige davon zähle ich in diesem Artikel auf.
      LG

      Antworten
  11. Karol
    Karol says:

    Hi Anchu,

    cooler Artikel. Mir ist das vor einiger Zeit auch bewusst geworden. Ich möchte aber dennoch eine Lanze für Persönlichkeitsentwicklung brechen.

    Bei mir war es so, dass mir dies geholfen hat, Blockaden zu lösen, die Ziele zu in mein Bewusstsein zu holen, die ICH wirklich erreichen will und diese konsequent weiter zu verfolgen. Es geht nicht unbedingt um Ziele von außen, sondern eher um Ziele, die ich schon lange habe, und vor mir herschiebe. Auch so etwas kann einen unzufrieden machen, vor allem wenn man das verdrängt oder mit der Zeit sogar vergisst.

    Ich bin durch PE an den Punkt gekommen, konsequent zu handeln, dabei motiviert zu bleiben, aus eigenem Antrieb. Das finde ich durchaus nennenswert.

    Aber ja Over-Optimization ist eine echte Gefahr, und auch ein Info Junkie zu werden kann einem schnell passieren.

    Ich habe dabei festgestellt, dass es sehr hilfreich ist, wenn man immer das pickt, was mit einem selbst sehr gute Resonanz zeigt. Also ich meine wenn man z.B. ein Interview mit einem der PE Gurus schaut, und das sofort in einem etwas bewegt, dann ist es am besten dem zu folgen, und hier was mitzunehmen. Wenn man eher das Gefühl hat: „Ne, passt grad nicht.“, dann sollte man auch in dieser Richtung nichts tun. Also im Nachhinein kann ich sagen, hätte mir das sehr viel Zeit gespart. Naja, aber wenn man eben nicht von Anfang an alles kennt, dann driftet man halt von Einem zum Nächsten, oder konsumiert zu viel.

    Das wollte ich gerne weiter geben, vielleicht auch an diejenigen, die gerade am Anfang damit sind, oder eben genau da drin stecken. Auch hier ist es am besten seinem Bauchgefühl zu folgen.

    Hoffe das passt hier soweit auch rein.

    VG Karol

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Karol,
      Persönlichkeitsentwicklung hat viele gute Seiten, das möchte ich nicht bestreiten. Letztendlich schreibe ich ja auch über nichts anderes.
      Dein Tipp, immer auf den zu hören, der sich gut anfühlt, kann ich nicht ganz unterstützen. Oftmals sind es genau die Tipps, die wir nicht hören wollen, die wir am meisten brauchen. Das was sich „gut anfühlt“ ist oft nur das, was wir sowieso schon glauben und denken (Bestätigungsfehler).
      LG

      Antworten
  12. Prinzgeil
    Prinzgeil says:

    Mir ging es selber seit Jahren soll dass ich mir verboten habe zu machen was ich will und dass sollte das eigentliche Ziel sein als ich angefangen habe. Ein Freund von mir hat mich dann wieder zurück auf den Boden gebracht und meinte: Verliere nie das innere Kind in dir – schnell ist mir klar geworden dass ich alles unternommen habe um nach außen mein Image aufzubauen. Jetzt lese ich seit 2 Wochen ein Buch und nicht mal bei Seite 100, Überspringe meine Trainingssessions und schreiben diesen Kommentar ohne überhaupt über meine Morgenroutine gedacht zu haben. Danke für die Worte

    Antworten
  13. Florian
    Florian says:

    Hi Anchu,
    jetzt mal im Ernst, hat dir schonmal jmd gesagt, dass du Psychologe werden könntest?!:) Einfach nur wow! Ich habe auch in so vielen täglichen Situationen das Gefühl, dass ich etwas besser machen, bzw. besser werden „MUSS“. Das sorgt definitiv für merkbaren Stress, ohne, dass man überhaupt was macht!
    Vielen Dank für diesen und alle anderen Artikel von dir:)
    Grüße

    Flo

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Flo,
      ja, es hat schon mal der ein oder andere erwähnt…
      Es freut mich, dass dir der Artikel so gefällt. Ich hoffe, er hilft dir dabei, weniger zu „müssen“.
      LG

      Antworten
  14. Andi
    Andi says:

    Hey Anchu, vielen Dank für diesen Artikel.
    Das ist genau mein Thema im Moment.
    Ich habe in 3 Jahren über 10000 Euro für Persönlichkeitsentwicklung ausgegeben.
    Ja, es hat mein Leben Transformiert, aber jetzt habe ich mich darin verrannt und setze mich dermaßen unter Druck, das die Lebensqualität abnimmt.
    + Ich muss Boxen gehen das ich mich verteidigen kann
    + Ich muss ins Fitnessstudio das ich Muskeln aufbaue
    + Ich muss jedes Jahr Workshops machen
    + Ich muss mich gesund ernähren
    + Ich muss viel verdienen
    + Ich muss jetzt Frauen ansprechen
    + Ich muss ein dominanter Mann sein
    + Ich muss dies ich muss das.

    Dein Beitrag hat mir viel gebracht.

    Vielen Dank dafür.

    Könntest du mir bitte noch ein paar konkrete Schritte nennen, um da wieder raus zu kommen.

    Antworten
    • Anchu Kögl
      Anchu Kögl says:

      Hi Andi,
      Mach mal gar nichts von dem Zeug – und erlaube dir, dich so gut zu fühlen. Versuche deine „Ich muss“ durch „Ich kann“ zu ersetzen. Das ist Persönlichkeitsentwicklung fürs echte Leben 😉
      LG

      Antworten

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